Record Collector´s Magazin – Nr. 1 (Mai 1982)

titelWann sich in Deutschland die Plattensammler-Szene so richtig etabliert hat, kann ich gar nicht so genau datieren. Mitte bis Ende der 70er starteten die ersten speziellen Sammler-Zeitschriften, von denen heute wohl nur noch der „Oldie Markt“ (dieses Magazon hieß damals aber – so glaube ich – noch anders) aktiv ist.

Als „Konkurrenzprodukt“ erschien dann im Mai 1982 erstmalig das „Record Collector´s Magazin“. Und hier mal gleich die Nr. 1 dieses Magazins.

Dabei verfolgte man eine ähnliche Strategie wie der „Oldie Markt“: Man bot den Sammlern die Möglichkeit, z.B. im Rahmen einer Auktion rare Teile zu veräußern (so war z.B. für eine Witthüser & Westrup Live-LP das Mindestgebot 100 DM !), aber auch eine Festpreis-Rubrik gab es.

Zudem bemühte man sich auch um einen „umfangreichen redaktionellen Teil“ mit diversen Informationen für den begierigen Sammler.

In dieser Erstausgabe kann man sich so z.B. Lou Reed´s damals neue Scheibe „Blue Mask“ informieren, einen Beitrag über Rockabilly gibt es auch. Plattenbesprechung und „News“ gehörten natürlich auch dazu.

Am interessantesten ist wohl das Interview mit Hannes Wader anlässlich seines neuen Live-Albums.

Der Herausgeber des Magazins, ein Manfred Schmidt aus Frankfurt räumt in seinem Vorwort gleich ein, dass es in „Form und Inhalt noch Mängel“ gibt; aber das war Sammlerfreaks wie ich einer war (und wohl noch bin) ziemlich gleichgültig. Begierig saugten wir alle nur erhältlichen Informationen auf, denn damals war es noch arg schwierig, umfassende Informationen über Musiker, Musikstile, Discographien etc. zu erhalten.

Über dieses Magazin findet sich eigentlich gar nichts im Internet und nun nach einem „Manfred Schmidt“ zu googlen, macht auch keinen rechten Sinn.

In meinem Keller-Archiv habe ich auch noch die 2. Ausgabe (demnächst in diesem Theater), ich vermute mal, sehr lange existierte diese Sammler-Zeitschrift nicht. Und naürlich würde ich mal wieder gerne wissen, was aus all diesen Enthusiasten geworden ist … im Laufe der Jahre.

Hier ein paar Beispiele aus dem Heft (40 Seiten)

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Ludwig Manfred Lommel – Das Neueste aus Runxendorf (1969)

frontcover1Er galt und gilt vielleicht auch noch als er größte schlesische Humorist im letzten Jahrhundert:

Dem Ludwig Manfred Lommel (* 10. Januar 1891 in Jauer/Niederschlesien; † 19. September 1962 in Bad Nauheim) ) war die Komik keineswegs in die Wiege gelegt:

Geboren am 10. Januar 1891 im schlesischen Jauer, wuchs er in Neukirch an der Katzbach (heute Nowy Kosciol) auf, wo sein Vater eine Tuchfabrik betrieb. Für künstlerische Ambitionen war in dieser Welt kaum Raum, doch während seiner kaufmännischen Ausbildung in Bremen nahm Lommel heimlich Schauspielunterricht. Sehr zum Missfallen des Vaters, der ihn prompt nach Manchester verbannte, wo er in der gestrengen Obhut von väterlichen Geschäftsfreunden weiter lernen und arbeiten sollte. Aber auch hier ließ er sich nicht davon abhalten, nebenher Theater zu spielen, was zum völligen Zerwürfnis mit seinen Eltern führte.

Mittellos reiste er in seine Heimat zurück, wo er sich unter sehr bescheidenen Umständen mit ersten solistischen Auftritten verdingte, wie er später selbst schilderte: „Ganz einfach, ich nahm ein Fahrrad und fuhr damit von Dorf zu Dorf. Ich war mein eigener Plakatankleber, mein eigener Billettverkäufer und Kontrolleur, mein eigener Vorhangzieher und natürlich auch mein eigener Vortragskünstler mit eigenem Repertoire. Zwei Stunden lang musste ich allein das Programm in dem jeweiligen Dorfgasthaus oder Gerichtskretscham bestreiten, bis meine lieben Bauern eingeschlafen waren, sofern das nicht schon beim Hochziehen des Vorhangs der Fall war.“
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Siegfried Klupsch (links) und Ludwig Manfred Lommel in dem Sketch „Pauline im Wohlfahrtsamt“ in der Berliner Scala 1937.

Nach dem ersten Weltkrieg, den Lommel als Offizier der Reserve überstand, versuchte er noch einmal, einem Beruf fernab des Künstlertums nachzugehen und als Weinhändler Fuß zu fassen. Er blieb wohl der bessere Humorist, begann von Neuem zu tingeln und wurde für die Schlesische Funkstunde verpflichtet. Für dieses Engagement erfand er „Runxendorf auf Welle 0,5“, betrieben vom Ehepaar Pauline und Paul Neugebauer und vom Kutscher „Herrmoann“, der auch – wenn nötig – am Klavier begleitete: „Wenn Rom auch nicht an einem Tag erbaut worden ist, so ist Runxendorf doch in einer Nacht entstanden. […] Es ging mir damals nicht gerade gut, als der Breslauer Sender mir eines Abends auftrug, eine ganz neue Sache zu bringen. Das war eine große Chance. Also setzt ich mich noch in derselben Nacht hin, und da fiel mir das alles ein, was Sie als 50. Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr zu Runxendorf kennen. Die Funkleute wollten zuerst gar nicht an das Zeug heran. Aber dann konnte ich auf einmal nicht genug Neuigkeiten aus Runxendorf fabrizieren.“

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Dieser Fantasieort Runxendorf mit seinen teils autobiographisch beeinflussten Geschichten und Gesichtern – wie dem Kantor Stockschnupfen oder dem Baron Rülps von Kullrich – wurde zu Lommels Dauerbrenner. In den Hörspielen, die als Mehrpersonensketche angelegt waren, lieh Lommel bis zu zwölf verschiedenen Figuren seine wandlungsfähige Stimme. Seine Fähigkeiten ließen ihn nach dem Funkdebüt 1924 zu einem der beliebtesten Humoristen des Radios aufsteigen.

1927 folgten die ersten von zahlreichen Schallplattenaufnahmen, hier wie auf Live-Tourneen gab bis zu seinem frühen Tod Siegfried Klupsch den Klavierbegleiter und Herrmoann.

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Filmbildkarten aus den 30er Jahren

Lommels Karriere führte ihn auf Gastspielreisen durch zahlreiche Städte Deutschlands bis nach Berlin, wo er an verschiedenen Theatern tätig war. Auch die Filmbranche wurde vorstellig und engagierte ihn allein bis zum Kriegsende für zwölf Streifen, darunter vier Spielfilme. Er betätigte sich als Autor, ab September 1938 auch als Theaterleiter am Großen Lustspielhaus in der Friedrichstraße.

In der Nachkriegszeit engagierte sich Lommel in besonderer Weise für seine heimatvertriebenen schlesischen Landsleute. Er war stolz, als ihm Bundespräsident Theoder Heuss Mitte 1956 für seine „Lommel-Hilfe“ das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verlieh. Sein Name zog nachwievor, seine Auftritte waren bestens besucht: Er gastierte als „Hauptmann von Köpenick“ an mehreren deutschen Bühnen, trat im Zirkus auf, kam mit der „Christel von der Post“ (1956) noch einmal auf die Leinwand und arbeitete für viele deutsche Rundfunksender

Während einer seiner Gastspielreisen starb Ludwig Manfred Lommel am 19. September 1962 in Bad Nauheim. Lommel war zweimal verheiratet und hatte fünf Kinder, die teils in künstlerischen Berufen die Familientradition eines großen Humoristen fortführten … .(Josef Westner)

Und das waren dann:
Hans (1916–2000)
Ruth Lommel (1918–2012) war Schauspielerin
Werner (1922–1944), im Zweiten Weltkrieg hingerichtet
Ulli Lommel (* 1944) ist Schauspieler und Regisseur
Manuel Lommel (* 1949) ist Kameramann

Und hier hören wir zum einen das keifende Ehepaar Paul und Pauline Neugebauer, aber wir hören auch den die Obrigkeiten und auch das Militär verulkenden Lommel  … von daher ist er einer jener „anarchistischen“ Unterhaltungskünstler der 30er Jahren … der wohl als Mitläufer den Nationalsozialismus überlebt hat ….

Und wir hören diesen gewaltigen Stimmakrobaten Lommel … teilweise unglaublich (z.B bei „Meinen sie nicht, daß das stört“ dem definitiven Höhepunktes dieser Doppel-LP)

Und auch wenn er nicht ganz an dem Karl Valentin herankommt … der Humor des Ludwig Manfred Lommel – auch wenn man ihn erstmal als „antiquiert“ abtun könnte – hat was zeitloses.

Die Aufnahmen entstanden zwischen 1928 und der Mitte dreißiger Jahre … und das feine Album stammt aus der Schallplattensammlung meines Vaters.

Und daher, eignet sich dieses Doppelalbum ganz gut … die Faschings und Karnevalszeit ausklingen zu lassen …

Und morgen beginnt dann die Fastenzeit, die wir hier in Bayern gerne mit Starkbier zelebrieren.

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Schellack-Aufnahmen aus den 30er Jahren

 Besetzung:
Ludwig Manfred Lommel (Sprecher bei allen Rollen)
+
Siegfried Klupsch (piano)
Werner König (piano)
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Titel:
01. Lachen in Runxendorf  6.09
02. Ärger mit dem Finanzamt 5.39
03. Pauline als Sekretärin 6.14
04. Pauline und der Kirschkuchen 3.00
05. Pauline geht schlafen 2.45
06. Neugebauer am Fahrkartenschalter 4.49
07. Neuestes aus Runxendorf  5.51
08. Dr. Paul Neugebauer hat Sprechstunde  5.31
09. Garnison Runxendorf 5.23
10. Pauline und die Gallenverkalkung 5.35
11. Lommels neueste Erfindung und sein Brief an Lehrer Stockschnupfen 5.16
12. Mein früherer Beruf 3.48
13. Pauline lernt schwimmen 6.08
14. Probesingen in Runxendorf 7.18
15. Pauline läßt sich scheiden 6.47
16. Meinen sie nicht, daß das stört 6.17
17. Bahnhof Runxendorf  5.31
18. Treibjagd in Runxendorf  5.59
19. Neugebauers hören Radio 5.24
20. Auf einer Bank 2.40
21. Und das war Pauline 3.10
22. Mir ist schon alles ganz egal 3.35
Texte: Ludwig Manfred Lommel
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Otto Reutter verfasste folgende Zeilen über Ludwig Manfred Lommel:

„Ihr saht den Lommel oft am Mikrophone stehen.
Der Hörer hört ihn, ohne ihn zu sehen.
Doch seine Neider verfolgen ihn mit Flüchen,
sie könn’n ihn – weder seh’n noch hör’n, sie könn’n ihn nicht ‘mal riechen.
Eins möcht‘ gern Prosa, das andre schätzt ein Liedchen.
Es ist unmöglich, alle zu befried’gen,
drum freut er sich, wenn jetzt Applaus ausbricht, –
bei uns am Rundfunk hört man’s leider nicht.“

Bill Ramsey – Maskenball bei Scotland Yard + Hallo Boss, hallo (1963)

frontcover1Der Bill Ramsey war damals ne Schau !

Bill Ramsey (* 17. April 1931 in Cincinnati, Ohio als William McCreery Ramsey) ist ein deutsch-US-amerikanischer Jazz- und Schlagersänger, Journalist, Hörfunkmoderator und Schauspieler. Er wurde durch deutschsprachige Schlager wie Souvenirs oder Pigalle (Die große Mausefalle) bekannt.
William McCreery Ramsey, genannt Bill, Sohn einer Lehrerin und eines Werbemanagers der Firma Procter & Gamble, sang bereits in seiner Jugend in einer College-Tanzband. Als er von 1949 bis 1951 an der Yale-Universität in New Haven ein Soziologie- und Wirtschaftsstudium begann, sang er nebenher Jazz, Swing und Blues. Zu seinen Vorbildern gehörten Count Basie, Nat King Cole, Duke Ellington und vor allem Louis Jordan.
Aufgrund des Koreakrieges wurde in den USA die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt, und Bill Ramsey musste seinen Dienst bei der United States Air Force in Deutschland ableisten. Auch in dieser Zeit trat er nebenbei in Clubs auf und wurde im damals berühmten und heute noch existierenden Jazzkeller in Frankfurt am Main von einem Angestellten des Soldatensenders AFN gesehen und als Mitarbeiter im Bereich der GI-Betreuung engagiert. Dort wurde Ramsey Chefproduzent und hatte, wenn auch noch immer in Diensten der Air Force, mehr Zeit für Auftritte bei Festivals.

Ab 1953 trat er bei Jazzveranstaltungen unter anderem mit Ernst Mosch, Paul Kuhn, Kurt Edelhagen und James Last auf. Der Jazzpianist und Musikproduzent Heinz Gietz vermittelte Bill Ramsey 1955 einen Auftritt beim Hessischen Rundfunk und engagierte ihn für Playback-Aufnahmen für den Musikfilm Liebe, Tanz und 1000 Schlager mit Peter Alexander und Caterina Valente. Nach Ende seines Militärdienstes setzte er sein Studium in seiner Heimat und ab 1957 in Frankfurt fort.
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1957 mit seinem Freund (aus dem Jazzkeller), Entdecker und Produzenten Heinz Gietz

1958 bot Produzent Heinz Gietz Ramsey einen Plattenvertrag an, und noch im selben Jahr erschien Ramseys erste Single bei Polydor. Die darauf befindlichen Schlager wurden zu einem kleinen Achtungserfolg und legten damit den Stil fest, mit dem der „Mann mit der schwarzen Stimme“ fortan zahlreiche Verkaufserfolge und Ohrwürmer landen konnte. Mit Souvenirs eroberte Ramsey 1959 die Spitze der deutschen Hitparaden. 1960 war Ramsey weniger erfolgreich, mit dem Foxtrott Gina, Gina von Heinz Gietz erreichte er im Mai lediglich Platz 39 in den Top 50 des Fachblattes Musikmarkt. Der nächste Nummer-eins-Hit gelang ihm 1961 mit Pigalle (Die große Mausefalle).

Seine Musik orientierte sich an den damaligen Hits anglo-amerikanischer Popmusik. Unter den in den 1950er- und 1960er-Jahren veröffentlichten Schlagern Ramseys befanden sich deutschsprachige Coverversionen von Hank Ballard, The Beatles, Fats Domino, Ivory Joe Hunter, Roger Miller, Elvis Presley, Jimmie Rodgers, Andy Williams, Sheb Wooley und anderen. Dazu kamen zahlreiche Originale, die zunächst fast ausschließlich von Heinz Gietz komponiert wurden. Die ironischen, vorzugsweise von Kurt Feltz oder Hans Bradtke stammenden Texte kommentierten oft das aktuelle Zeitgeschehen.
billramsey031962 wechselte Ramsey gemeinsam mit Produzent Gietz zum Columbia-Label der EMI Group, wo er seinen Erfolg zunächst fortsetzen konnte. Bis Mitte der 1960er-Jahre die Beatmusik den Schlagermarkt deutlich verkleinerte, war Bill Ramsey regelmäßig in den deutschen Charts vertreten. Die Popularität verschaffte ihm außerdem zahlreiche Auftritte bei Film und Fernsehen, wo er als Sänger und in komischen Nebenrollen zu sehen war.
Ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre nahm Ramsey überwiegend englischsprachige Lieder auf und widmete sich in erster Linie wieder dem Jazz und dem Blues. In dem musikalisch abwechslungsreichen Jahrzehnt erschienen aber auch Operetten-, Musical- und Beattitel sowie eine LP mit Kinderliedern von Ramsey. 1966 wechselte Ramsey zu Heinz Gietz Plattenfirma Cornet und noch im selben Jahr wiederum zur Polydor. Seit den 1970er Jahren erschienen zahlreiche Neu- und Wiederveröffentlichungen Ramseys unter verschiedenen Labels. Er tritt noch regelmäßig als Schlager- und Jazzsänger auf, u. a. im Duo mit dem Gitarristen Juraj Galan, mit dem er mehrere Platten vorlegte. Die LP des Duos Live im Unterhaus bekam den Preis der deutschen Schallplattenkritik. 2008 und 2009 war er u. a. mit Max Greger und Hugo Strasser als „Swing-Legenden“ auf Tournee. Seit 2005 absolviert er jährlich ein Wochengastspiel im Wiener Jazzland – ständige Mitglieder seiner Band sind: Martin Breinschmid vib, Richard Oesterreicher hm, Gerd Bienert g und Herbert Swoboda p & cl. Anlässlich seines 85.Geburtstags veröffentlichte Ramsey 2016 die 2-CD My Words.

Insgesamt spielte Bill Ramsey in 28 Filmen mit, hatte unzählige Fernsehauftritte und Tourneen durch Europa, die USA und Nordafrika. Er moderierte unter anderem die Fernsehsendungen Schlager für Schlappohren (1971) und Talentschuppen (1974 bis 1980). Er war viele Jahre Dozent an der Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Jeden Freitag moderiert und kommentiert Bill Ramsey auf Hr2 die Sendung Swingtime.
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Bill und Petra Ramsey

Ramsey lebte fast 20 Jahre lang in Zürich, später in Wiesbaden und seit 1991 mit seiner vierten Ehefrau Petra in Hamburg. Seit dem 17. Oktober 1984 ist er deutscher Staatsbürger. Seine Ehefrau ist Ärztin, betätigt sich aber auch als Managerin für Ramsey. (Quelle: wikipedia)

Einer dieser damaligen Filme, die man fast durchgehend als albern bezeichnen darf hieß „
Maskenball bei Scotland Yard ist eine österreichisch-italienische Kriminalfilmkomödie aus dem Jahre 1963 von Domenico Paolella mit Bill Ramsey in der Hauptrolle eines Erfinders.
billramsey02Der etwas einfältig wirkende, aber liebenswürdige Agostino Celli gilt als ein wenig überdreht, behauptet er doch, er habe ein Gerät entwickelt, mit dem man sich selbst zu jeder Zeit in das laufende Fernsehprogramm hineinschalten kann. Nun hält man ihn für übergeschnappt und weist ihn daher in eine Nervenheilanstalt ein. Lediglich sein Freund, der Werbefachmann Giorgio Bonetti, glaubt ihm und setzt daher alles daran, seinen Kumpel aus dieser misslichen Situation wieder zu befreien. Kaum in Freiheit, setzt Agostino sogleich seine Erfindung ein – und zwar zum Nutzen von Giorgios Tanten, die eine wenig erfolgreiche Kuchenfabrik besitzen.
Mit seiner bahnbrechenden Erfindung schaltet Agostino sich fortan über das Fernsehprogramm in die Wohnzimmer der Zuschauer, um Tantchens daniederliegenden Kuchenverkauf anzukurbeln und ihre Produkte zu bewerben. Der Erfolg von Agostinos Aktion ruft bald den finsteren Herrn Funke auf den Plan, der als Unterhändler des betroffenen Fernsehsenders Agostino die Erfindung abjagen will. Funkes Geheimwaffe: die attraktive Brenda, die sich bald auf Giorgios und Agostinos Fersen heftet. Doch es kommt anders; die Blondine verliebt sich in Giorgio. Dieser will jedoch unbedingt weiterhin mit Agostinos Hilfe auf Sendung, um die Kuchen an die Hausfrau zu bringen. Währenddessen ist die Polizei nicht untätig geblieben und macht Jagd auf die beiden Programm-„Störenfriede“.
filmplakatGedreht wurde Maskenball bei Scotland Yard in den Rosenhügel-Ateliers in Wien sowie in Lazio, Rom. Die Uraufführung erfolgte am 23. August 1963 in Wien.
Die Bauten schufen, je nach Quelle, Wolf Witzemann oder Hans Zehetner. Die Produktionsleitung hatte Heinz Pollak, Kurt Kodal assistierte Chefkameramann Franco Villa.
Der zur Drehzeit 21-jährige Franco Nero spielte hier eine der ersten Rollen seiner lang anhaltenden Filmkarriere. Er wurde von Klaus Kindler synchronisiert. Für den 70-jährigen Schauspielveteranen Fritz Heller bedeutete Maskenball bei Scotland Yard die Abschiedsvorstellung auf der großen Leinwand.
Mit dem Titellied konnte Hauptdarsteller Bill Ramsey seinen letzten Top-Ten-Charterfolg landen. (wikipedia)
Und weil der Titel so schön zum Fasching passt … muss er jetzt und sofort hier präsentiert werden, denn … damals als kleiner Junge kroch ich fast in den Lautsprecher des Radiogeräts, wenn mein großer Bruder diese Single auflegte. Und noch heute hüpft mein herz ob dieser drolligen Aufnahme, die allerdings musikalisch ganz schön gepfeffert ist (einschließlich Soundgags wie eine sich öffnende Panzertür)
Und auch die B-Seite bietet klangliche Späßchen und ist – mit Verlaub – sogar ein wenig anarchistisch … mehr verrat ich nicht.
Freilich: der Bill Ramsey hatte weitaus mehr drauf, als nur als spaßiger Entertainer zu überzeugen, ich erinnere da z.B.an seine Jazzalben, die er mit Paul Kuhn aufgenommen hat.
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Bill Ramsey mit Peter Alexander

Besetzung:
Bill Ramsey (vocals)
+
unbekannes Orchester und Chor
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Titel:
01. Maskenball bei Scotland Yard (Gietz/Bradtke) 2.37
02. Hallo Boss, hallo (Gietz/Bradtke) 3.28
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Klein Erna – Die frechsten Geschichten aus Hamburg (1967)

frontcover1Es mag ja sein, dass so ein paar (oder gar etliche) Nordlichter mit dem bayerischem Humor der Hot Dogs nix anfangen können …

Deshalb dreh´ ich jetzt mal den Spieß um … Humor aus Hamburg und zwar mit Klein-Erna, die im Jahr 2006 ihren 100. Geburtstag feiern konnte:

Dieser Geburtstag ist ein wahres Phänomen. Die meisten haben Witze über Klein Erna schon nach wenigen Minuten vergessen, und doch leben die Anekdoten der naiv-frechen Göre unverwüstlich fort. Vor 100 Jahren entstanden die ersten Geschichten des Witzklassikers. Inzwischen gibt es ihn in tausenden Versionen.

Es sind immer Mini-Humoresken in höchstens zehn Sätzen wie diese: „Klein Erna döst in der Deutschstunde. Die in die Jahre gekommene Lehrerin nimmt gerade in der Grammatik Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch. Plötzlich ruft sie: ‚Erna – Ich werde heiraten! Was ist das?‘ Klein Erna fährt hoch: ‚Das is höchste Zeit, Frollein!'“ So wie dieser Witz sind eigentlich alle Klein-Erna-Geschichten. Harmlos, ein bisschen langweilig, man kann sogar sagen: angestaubt. Und doch ist es für kleine Kinder meist der erste Kontakt zum deutschen Humor.

Auch wenn viele annehmen, Erna sei eine reine Fantasiefigur: Erna Nissen hat tatsächlich gelebt. Ihre Familie stammt aus dem schleswig-holsteinischen Niebüll nahe der Insel Sylt und aus Preetz bei Plön. Das fand Helmuth Thomsen 1963 in seinem richtungweisenden Forschungsbeitrag „Materialien zur Entstehungsgeschichte von Klein Erna“ heraus. Angefangen hat alles mit einer missglückten Schiffstaufe: Die damals dreijährige Erna sollte ein Boot auf den Namen „Klein Erna“ taufen. Aber die Sekt-Flasche zerbrach nicht am Rumpf, und Ernas Vater musste zur Hilfe kommen. Die allererste Klein-Erna-Anekdote war geboren.
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Diverse Buchausgaben von „Klein Erna“

Doch ohne den Hamburger Jugendclub „Alsterpiraten“ hätte Klein Erna wohl nie eine Karriere als Witzfigur beginnen können. Als Familie Nissen 1906 aus Schleswig-Holstein in die große Hansestadt zog, legte ihr Segelschiff „Klein Erna“ ganz in der Nähe der „Piraten“ an. Ernas Brüder wurden Mitglied in dem Club und trugen das Missgeschick ihrer Schwester weiter. Es war unter den Jungen damals groß in Mode, sich kleine witzige Geschichten – auch Döntjes genannt – auf Missingsch zu erzählen, einer Mischung aus Hoch- und Niederdeutsch.

Die Jungen entwickelten in den nächsten Jahren die ersten Erna-Witze und gaben sie im engsten Kreis zum Besten. Durch Mund-zu-Mund Propaganda wurde die Göre bald stadtbekannt. Unabhängig von den Erlebnissen der „wahren“ Erna wurden immer neue Anekdoten erfunden. Vera Möller begann in den 50er Jahren, die Döntjes zu sammeln und zu veröffentlichen. Kurz darauf, 1958, starb Erna Nissen in Oberbayern.

Was sie nicht mehr erlebte: Die Verfilmung „Klein Erna auf dem Jungfernstieg“ (1969) mit Heidi Kabel und Heinz Erhardt machte die norddeutsche Figur in ganz Deutschland bekannt. Heute gehört Klein Erna ebenso zu den Hamburger Originalen wie der Wasserträger Hummel.
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Aber Klein Erna hat auch Erben: Klein Egon und Klein Fritzchen kaspern sich durch Witze – und neuerdings auch Klein Ali. Wieder geht es um Deutschunterricht: „‚Also Ali, ich brauche von dir noch eine Deutschnote. Sag mir doch mal bitte einen Aussagesatz!‘ Klein Ali überlegt und überlegt. Nach einiger Zeit sagt er: ‚Der Baum ist grün.‘ – ‚Gut‘, meint die Lehrerin, ‚aber zu einer 1 Plus musst du schon noch was drauflegen! Sag mir doch dazu noch einen Fragesatz!‘ Klein Ali überlegt wieder und sagt dann nach kurzer Zeit: ‚Der Baum ist grün. Weißt du?'“ 100 Jahre sind um, die Witze nicht besser.
(Julia Räsch und Christof Bock)

Viel besser sind die Witze auf dieser LP auch nicht …oder anders ausgedrückt … der Humor ist doch ziemlich flach und – ein klein wenig überraschend für die damalige Zeit – ziemlich zotig …
Nicht meine Kragenweite, aber vielleicht kommt das daher, dass ich ein Südstaatler bin.
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Beschilderung im Restaurant Blockbräu, Hamburg

Besetzung:
Klein Erna – Klein Bubi – den Pumeiers, der Hamburger Pankoken Kapelle und viele anderen
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Titel:
01. Die frechsten Geschichten aus Hamburg (Teil 1) 18.99
02. Die frechsten Geschichten aus Hamburg (Teil 2) 18.12

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Heinz Erhardt in einer „Klein Erna“ Verfilmung (1969)

 

 

 

Hot Dogs – Königlich Bayerischer Bierjazz (1972)

frontcover1Und weiter geht´s mit dem närrischen Treiben.

Vermutlich waren sie die erste bayerische (Dixie) Kapelle, die sich bundesweit einen Namen machte …

Die Hot Dogs waren eine Münchener Dixieland-Jazzband, die seit Ende der 1950er-Jahre durch deutsche bzw. bayerische Volkslieder im New-Orleans- bzw. Dixieland-Stil populär wurde.

Die Hot Dogs waren ursprünglich eine Münchener Dixieland-Jazzband, die vor allem durch verjazzte bayerische Lieder und andere volkstümliche Musik in ganz Deutschland bekannt wurde. Sie wurden 1955 von Studenten der Technischen Universität (damals Technische Hochschule, abgekürzt „TH“) und Schülern des Maximilians-Gymnasiums als „TH Hot Dogs“ gegründet. Der Name wurde bald in „New Orleans Hot Dogs“ geändert, um den bevorzugten Jazzstil der Band deutlich zu machen. 1966 hatte die Band ihren ersten großen Erfolg mit Ja, so warn´s, die alten Rittersleut. Dieses von Karl Valentin geschriebene Lied wurde immer wieder um neue, oft unmoralische Strophen erweitert, die von Auftritt zu Auftritt variiert wurden. Als die Band ab etwa 1970 zur Profiband wurde, bürgerte sich als Bandname die Kurzform „Hot Dogs“ ein. Im Jahre 2004, nach fast 50 Jahren, lösten sich die Hot Dogs auf. Sie waren damit die erfolgreichste deutsche Dixielandband, und ihre Musiker gehören zu den ganz wenigen Jazzmusikern, die von ihrer Musik bis ins Rentenalter leben konnten.

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Hauptmotor der Band war von Anfang an der Pianist Dr.-Ing. Gerhard Sterr (verstorben Oktober 2011 in München) mit Arrangements und eigenen Kompositionen sowie in den geschäftlichen Angelegenheiten. Er war es auch, der früh anfing, bayerische Stücke (Tölzer Schützenmarsch, Wildschütz Jennerwein) in das Repertoire der Band einzubringen, weil viele berühmte New-Orleans-Jazz-Stücke, und nicht nur die, einen ähnlichen Ursprung hatten, und legte damit den Grundstein für den späteren Erfolg über die Grenzen Münchens hinaus. Mit der Professionalisierung der Band wurde er dann auch formal der Bandleader.

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Die New Orleans Hot Dogs im „Jazzkeller“ (v.l.n.r.): Malte Sund (tb), P.G. Dotzert (bj), Rolf Maurer (dr), Chico Smazoni (b), Fritz Dünckelmayer (co), Gerhard Sterr (p), „Wiggerl“ Niedermeier (cl)

Nach der Auflösung der Band führte ihr Klarinettist und Sänger, Ludwig Niedermeier (verstorben November 2010 auf Teneriffa), mit einigen Ehemaligen die Band als Münchener Amateurjazzband weiter, unter verschiedenen Bandnamen, in denen aber das „hot“ nie fehlte.(Quelle: Wikipedia)

 

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Als dieses Album 1972 erschien waren die Hots Dogs vermutlich auf dem Zenit ihres Erfolges. Denn Anfang der 70er Jahre veröffentlichten die Hot Dogs quasi ein Album nach dem anderen …

Und auch hier begegnen wir alle Zutaten … die die Hot Dogs so populär gemacht haben: bayerische Hinterfotzigkeiten, schaurige Moritaten und Geschichten, viel derb-unzüchtiges Zeug. Und man bediente sich dabei nicht nur aus dem Fundus traditionell-bayerischer Melodien, sondern auch Komponisten wie Strauß, Silcher („Lorelei“) oder Komzak („Erzherzog Albrecht Marsch“) mussten für den so ganz speziellen Sound der Hot Dogs herhalten.

Sie wurden quasi musikalisch verballhornt und das klingt einfach nur gut, denn neben all dem Blödsinn, den die Hot Dogs veranstalteten, waren sie darüber hinaus auch noch ziemlich gute Musiker !

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Besetzung:

Bernhard Etzel (trombone)
Herbert Liedl (bass)
Michael Meister (banjo)
Hermann (Miltz)
Franz Müller (trumpet)
Ludwig Niedermeyer (clarinet, vocals)
Gerhard Sterr (piano)

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Titel:
01. Spanisches Abenteuer (Traditional/Costa) 3.36
02. Radetzky Rag (Strauß) 3.44
03. Ja, mia san mit’m Radl da (Traditional/Schambeck) 3.35
04. Die Lorelei (Silcher) 2.55
05. Schuld is‘ ganz alloane’s Bier (Sterr/Schambeck) 3.33
06. Der Stolz von der Au (Junker/Krebs) 3.16
07. Die Weißbierlilli (Sterr) 4.01
08. Erzherzog Albrecht Marsch (Komzak) 2.06
09. Jetz‘ trink‘ ma alle no‘ a Maß (Etzel/Lorenz) 3.28
10. Der schöne Arthur (Sterr)
11. Räuber-Rhapsodie (Traditional) 3.10
12. Der Fensterputzerkare (Hönle/Krebs) 4,23

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Deutsches Mad – Nr. 231 (Juli 1988)

titelEingedenk der Tatsache, dass wir auf den Höhepunkt der närrischen Zeit zusteuern, kam mir dieses Heft gerade recht:

Die Amis haben uns ja nicht nur mit Coca Cola, Jazz und Rock N Roll beglückt, nein, es gab dann auch noch des völlig durchgeknallte Magazin „Mad“:

MAD ist ein US-amerikanisches Satiremagazin. Es wird außerhalb der USA auch in vielen anderen Ländern herausgegeben.

Im Sommer 1952 brachten die amerikanischen Comic-Verleger Harvey Kurtzman und William M. Gaines die erste Ausgabe der Zeitschrift MAD, damals noch unter dem Titel Tales Calculated To Drive You Mad, heraus. Was zunächst als Parodie auf klassische Superhelden-Comics gedacht war, entwickelte sich bald zu einem Satire-Magazin, das sich über Politik, Gesellschaft, Film und Fernsehen lustig machte. 1956 erschien auf dem Titelblatt von MAD zum ersten Mal ein grinsendes Gesicht mit Segelohren, Sommersprossen und Zahnlücke: Alfred E. Neumann, gezeichnet von Norman Mingo und Frank Kelly Freas. Seitdem ist er der Coverboy der Zeitschrift und auf fast jeder Ausgabe zu sehen. Die Figur an sich ist viel älter und das Bild des Jungen wurde schon im 19. Jahrhundert auf Postkarten publiziert.

Im Verlauf der Jahre wurde MAD zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Kultur. Viele der Zeichner, Charaktere und Rubriken sind legendär (Don Martin, Dave Berg, Al Jaffee, Spion & Spion, das Faltbild, Sergio Aragonés etc.). Berühmtheit erlangte das Magazin vor allem auch durch Mort Druckers satirisch-überdrehte Parodien auf aktuelle Kinofilme und Fernsehserien. „Star Trek II: Der Zorn des Khan“ war der erste und letzte Film, der vom MAD-Magazin gelobt wurde.

neumann01In den USA ist im Juni 2009 die 500. Ausgabe erschienen. Gleichzeitig wurde die Erscheinungsweise von monatlich auf vierteljährlich umgestellt.

Das erste deutsche MAD erschien im September 1967 (ISSN 0723-9289). Da es auf dem deutschen Markt guten Absatz fand, konnte die Auflage rasch gesteigert werden. Nach 32 Ausgaben wurde Herbert Feuerstein Chefredakteur des Magazins und prägte dessen Stil maßgeblich, woran seit 1975 auch der textende Zeichner Ivica Astalos großen Anteil hatte. Ein wichtiges Merkmal des deutschen MAD war, dass auch deutschsprachige Autoren und Zeichner (I. Astalos, Dieter Stein, Nils Fliegner, Rolf Trautmann und Gunther Baars) Beiträge verfassten und MAD somit einen deutschen Anstrich verliehen.

In den 1970er Jahren wurde die Zeitschrift auch im deutschsprachigen Raum endgültig zum Kult. Einige von Feuerstein geschaffene, sogenannte Inflektive („lechz“, „würg“) wurden fester Bestandteil der Jugendsprache. 1992 verließ Feuerstein die Zeitschrift zugunsten seiner TV-Karriere. Anfang der 1990er Jahre ging die Auflage von 300.000 auf 30.000 Exemplare zurück. Der Verleger Klaus Recht führte das Heft noch drei Jahre weiter, ehe es 1995 nach 300 Ausgaben eingestellt wurde, was vor allem auf das mangelnde Interesse der jungen, fernsehverwöhnten Generation zurückgeführt wurde.

Am 7. Oktober 1998 wagte der Stuttgarter Dino-Verlag einen Neuanfang und brachte ein neues deutsches MAD heraus, das bis zum Dezember 2009 monatlich erschien und seit Februar 2010 alle zwei Monate herausgegeben wird. Im Gegensatz zum früheren deutschen MAD ist die neue Ausgabe nicht mehr frei von Werbung und durchgängig farbig.

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Herbert Feuerstein

Seit dem 31. Dezember 2002 wird das MAD-Magazin von der Panini Verlags GmbH herausgegeben, die den Dino-Verlag übernommen hat. Zuständige Redakteure sind Mathias Ulinski und Jo Löffler.

Mit der 100. Ausgabe des MAD-Magazins ist im Dezember 2006 eine Spezialausgabe erschienen, die den doppelten Umfang an Seiten hat. Im Januar 2007 erschien das dreizehnte Spezialmagazin mit dem Besten aus 100 Ausgaben.

Als Kernzielgruppe benennt der Verlag 13- bis 18-jährige Jungen, die verkaufte Quartalsauflage lag im zweiten Quartal 2012 bei knapp unter 22.000 Exemplaren (laut IVW II/2012)[3] und ist seit Jahren rückläufig. Seit dem 3. Quartal 2012 werden die Verkaufszahlen nicht mehr der IVW gemeldet.

gedenktellerDas deutsche MAD hat seit der Wiederauferstehung im Jahr 1998 bisher 154 Ausgaben (Stand September 2013) erreicht.

Der Condor Verlag gab in den Jahren 1975 bis 1982 das Magazin KAPUTT – Das Mazagin für unterdrückte Lebensfreude heraus, das von Aufmachung und Inhalt her als direkte Konkurrenz zu MAD konzipiert war. Als Vorlage dienten die US-Ausgaben des CRACKED Magazine.

Der Hamburger Verlag Interpart verlegte Anfang der 1980er Jahre sogar zwei Konkurrenzprodukte mit den Namen Stupid und Panic. Vor allem Panic ähnelte stark in Aussehen und Beiträgen dem deutschen MAD. Der Zeichner Amro hatte hier eine Comicserie, die den Geschichten von Don Martin zum Verwechseln ähnlich sahen.

In den 1970er und 1980er Jahren sind einige Spiele erschienen, die auf dem Humor des MAD-Magazins aufbauen und auch zeichnerisch entsprechend gestaltet sind. Bei dem MAD-Spiel und Spion & Spion handelt es sich um Brettspiele, das MAD-Kartenspiel folgt dem Spielprinzip von Uno bzw. Mau-Mau.

Von 1995 bis 2008 lief im US-amerikanischen Fernsehen die Comedysendung MADtv, deren Sketche und Parodien an das MAD-Magazin angelehnt sind. Die Sendung wurde auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Seit 2010 wird von Cartoon Network eine neue Fernsehserie von MAD ausgestrahlt.

1988 erschien mit Müd eine einmalige Parodie des MAD-Magazins, die vom Saga-Verlag herausgegeben wurde, der kurze Zeit später durch den Rechtsstreit um die Asterix-Parodie Alcolix in die Schlagzeilen geriet.

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Weitere Ausgaben

Im Film Fahrenheit 451 von François Truffaut ist in einer Szene, in der ein Haufen Bücher verbrannt wird, das MAD-Taschenbuch We’re Still Using That Greasy MAD Stuff zu sehen.

In einigen Episoden der Zeichentrickserie Die Simpsons wird auf MAD Bezug genommen. In manchen Folgen sind MAD-Hefte zu sehen; in der Folge Marge wird verhaftet bezieht sich ein Rücken-Tattoo auf die Faltbilder auf der letzten Seite von MAD. In der Episode Homer und New York besucht Bart Simpson das MAD-Verlagshaus in New York, wobei er zufällig einen kurzen Blick in einen Büroraum werfen kann, wo „Jux und Tollerei“ den Redaktionsalltag zu beherrschen scheinen und unter anderem Spion & Spion, der Zeichner Dave Berg und Alfred E. Neumann, der anscheinend eine leitende Funktion innehat, zu sehen sind. (Quelle: wikipedia)

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Als Einstieg in die verrückte Mad-Welt ein Heft aus dem Jahr 1988. Und das erwartet uns:
1  Titelbild   Rolf Trautmann
2  MADs Monatlicher Almanach  (Herbert Feuerstein)
3  Fragen Sie Alfred / Leserbriefe / MAD-Liste des Monats: Welches Team nötig wäre, um Weltraum-Liebling Alf in der Sendepause bis Herbst zu ersetzen!  (Herbert Feuerstein)
4  Duck & Doof (I)  Letzten Samstag im Festsaal (Duck Edwing)
5-8  Höherer Stellen-Wert  MADs großer Yuppie-Erfolgsführer: So erklimmt man die Karriereleiter (George Woodbridge + Larry Siegel )
9  Schwarz auf Weiß  Spion & Spion (Antonio Prohias)
10-11  Regalitätsprinzip  Geheime Supermarkt-Regeln (Paul Coker + Charlie Kadau)
12-14  Alter Trick  MAD war im Kino: Disney-Märchen (Sergio Aragones)
15-17  Kein Scherz für Kinder  B.E.N.G.E.L. – Der große Versandkatalog für Hilfsmittel zum Schutz wehrloser Kinder (Hans Tischler + Jens Albat )
18-19  Mumm und dämlich  12 Tips um deinen Mut zu beweisen! (Nils Fliegner + Karsten Loh)
20-23  Berg-Predigt  Der große MAD-Report (Dave Berg)
24-26  Zeltuntergangs-Stimmung  Du weißt, dass so ein Camping-Urlaub doch nicht das Wahre ist, wenn…  Ivica Astalos  Rainer Hanczuk
27  Warm-Signale  Der Sommer ist da, wenn…  (Tom Koch  + Paul Coker )
28-32  Beziehungsmeise  Ein verständnisloses Geplärre (Mort Drucker  + Stan Hart  – Parodie auf den Film „Eine verhängnisvolle Affäre“)
33  Duck & Doof (II)  Drama in den Lüften (Duck Edwing)
34  Eigenwerbung / Vorschau auf das nächste Heft / Impressum
35   MAD-Faltblatt (Ivica Astalos )
36  Don Martin  Gestern, in der Innenstadt (Don Martin)

Und auch für dieses Heft gilt: denen war auch gar nichts heilig ! Und das war gut so !

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Aus „12 Tips um deinen Mut zu beweisen“

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Die Persiflage auch „Eine verhängnisvolle Affäre“

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Verschiedene Interpreten – Es leuchten die Sterne (1961)

frontcover1Da hat der Tonmeister wirklich ganze Arbeit geleistet. Er koppelte diverse Schlager aus der Welt des Films zu einem ganz feinen Potpourri …

Diese LP gab´s dann auch noch unter dem Titel „Unsterbliche Tonfilm-Melodien“ (erschienen auf dem Billiglabel „Die Volksplatte“)

Wir hören hier einen bunten Strauß köstlicher Herz-Schmerz und Sehnsuchtsmelodien.

Und obwohl das Cover meines Exemplars arg ramponiert ist, ist die LP selber noch ziemlich gut erhalten (sagen wir mal zu 95%) und von daher kann ich einen ungetrübten Hörgenuss versprechen.

Schade, dass den einzelnen Liedern die Sänger/innen nicht expliziert zugeordnet werden (okay, den Chris Howland  erkennt man sofort *ggg*). Und ich war jetzt zu faul, so ganz tief in die Recherche einzusteigen … man möge mir das verzeihen.

Köstlich nicht nur die Musik, köstlich auch die Titel der Lieder … ich bin ja nun kein Germanist, aber die Titel verraten schon ein wenig über die Hoffnungen und Sehnsüchte jener Jahre … Hoffnungen und Sehnsüchte, die sich vermutlich mehr als oft nicht erfüllt haben … das ist dann halt der kleine, bittere Beigeschmack jener Musik, dich ich gerne auch als Illusionsmusik bezeichne.

Und ich bin mir sicher: Ein Götz Alsmann hätte an dieser Rarität seine Freude !

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Die Volksplatte „Unsterbliche Tonfilm-Melodien“

Besetzung:
Angele Durand – Chris Howland – Astrid Brack – Paul Kuhn – Fred Bertelmann – Lale Andersen – Wolfgang Sauer
+
Renato Rappaini (violin)
Heinz Schachner (trumpet)
+
Hansen Boys und Girls

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Titel:

01. Es leuchten die Sterne (Teil 1) (21.23)
01.01. Es leuchten die Sterne (Leux/Hannes/Balz)
01.02. Was du mir erzählt hast von Liebe und Treu‘ (Kreuder/Beckmann)
01.03. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 (Kreuder/Beckmann)
01.04. Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein (Mackeben/Beckmann)
01.05. Ich hab‘ dich und du hast mich (Igelhoff/Steimel/Käntner/Pinelli)
01.06. Laß dein Herz bei mir zurück (Jary/Balz)
01.07. Eine Insel aus Träumen geboren (Kreuder/Schröder/Beckmann)
01.08. Es führt kein and’rer Weg zur Seligkeit (Heymann/Gilbert)
01.09. Le Premier Rendezvous (Sylviano/Busch/Poterat)
01.10. Merci, Mon Ami (v.Fenyes/Schachner)
01.11. Schließ deine Augen und träume (Grothe/Dehmel)
01.12. So schön wie heut‘ (Grothe/Dehmel)

02. Es leuchten die Sterne (Teil 2) (19.49)
02.01. Durch dich wird diese Welt erst schön (Jary/Pinelli)
02.02. Wozu ist die Straße da (Lang/Petrak)
02.03. Wenn es Frühling wird (Kreuder/Schwenn)
02.04. Du hast mir heimlich die Liebe ins Haus gebracht (Heymann/Gilbert)
02.05. Tango Notturno (Borgmann/Beckmann)
02.06. Wenn ein junger Mann kommt (Grothe/Dehmel)
02.07. Gnädige Frau, wo waren sie gestern (Schröder/Beckmann)
02.08. Zwischen Hamburg und Haiti  (Eisbrenner/Frank)
02.09. Heimat, deine Sterne (Bochmann/Knauf)
02.10. Ich tanze mit dir in den Himmel hinein (Schröder/Beckmann)
02.11. Einmal sagt man sich adieu (Schmidt/Genter)
02.12. Wir wollen Freunde sein (Meisel/Schwenn/Schäffers)

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Lauter bunte Platten