Peter Frankenfeld – Selten so gelacht (1963)

frontcover1Und noch so ein Großmeister des bundesdeutschen Humors der Nachkriegsjahre …

Schon als Kind war Peter Frankenfeld ein begabter Zeichner, bastelte Puppen fürs Kasperle-Theater und konnte ausgezeichnet seine Lehrer imitieren. Er brannte zum Wanderzirkus durch, arbeitete u. a. im berühmten „Hotel Adlon“ in Berlin als Page, später als Werbemaler, Kabarettist und Karikaturist. Nacht für Nacht studierte er die Berliner Cabarets, lernte den Stepptanz und stand Ende der 1930er Jahre nach erfolgreicher Bewerbung beim legendären „Kabarett der Komiker“ selbst als Conférencier und mit Sketchen auf der Bühne. Seine große Stunde schlug allerdings erst nach Kriegsende, als er 1948 von Radio Frankfurt entdeckt wurde.

Im September 1955 öffnete Peter Frankenfeld seine ganz persönliche Wundertüte: „Zwanzig Schallplatten und ein Mikrophon“ betitelte er sein 30-minütiges Unterhaltungsprogramm. Es bestand aus den neuesten Schlager-Produktionen, die er mit launigen Ansagen und humoristischen Einlagen gewürzt dem geneigten Publikum vorstellte. Aus der Wundertüte zauberte er die Aktualitäten von prominenten Zeitgenossen wie beispielsweise Margot Eskens, Caterina Valente, Bully Buhlan oder die der Orchester von Werner Müller oder Kurt Edelhagen hervor.

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Peter Frankenfeld mit Caterina Valente

Das Medium Radio nutzte er von Anfang an auf seine ureigene Weise. Dies war für ihn eine Chance, Spaß und Gags Millionen Menschen zugleich bieten zu können. Aus dem traditionellen Conférencier heraus entwickelte er die Rolle des Unterhalters, wie man ihn bis dato nicht kannte. Dem Radio der Nachkriegsjahre verlieh er mit seinen Ideen die Würze und gewann dadurch ein großes Publikum. Die bunten Nachmittage und Abende frischte er mit Fragespielen auf und übertrug diese Formate in Folge auch auf das noch junge Fernsehen und wurde zum Pionier der TV-Unterhaltung.

„Heute abend Peter Frankenfeld“ oder „1:0 für Sie“ hießen beispielsweise seine erfolgreichen Shows, in denen er stets Saalkandidaten auf die Bühne holte. Mit einem Kinder-Propeller, den er „fliegende Untertasse“ nannte, suchte er diese aus. Wichtig war ihm dabei, dass sie freiwillig auf die Bühne kamen. Seine Mitspieler mussten kaputte Liegestühle aufbauen, Luftballons rasieren oder auf ein überdimensionales Notenblatt „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ schreiben. In einem Interview erzählte seine Frau Lonny Kellner: „Nächtelang saß er da, bastelte, brütete und tüftelte. Auf unserem Tisch stand ein kleiner fahrbarer Zigarettenwagen und er sagte: „Mensch, man müsste die Räder sechseckig machen. Ein Karren, der ständig rumpelt und wackelt und die Kandidaten müssen damit Kisten über die Bühne transportieren“.
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Peter Frankenfeld + Lonny Kellner

Das Ehepaar Kellner/Frankenfeld war ein Herz und eine Seele. Die erste Begegnung verlief allerdings alles andere als harmonisch. Peter Frankenfeld begleitete in den 1950er Jahren die großen Schlagertourneen als Conférencier. Lonny Kellner trat in diesem Rahmen ebenfalls auf und er kündigte sie mit den Worten an: „Es gibt Texter, die schreiben fürchterlichen Blödsinn. Aber wer singt so was? Wir haben eine Sängerin, die tut es.“ Diese Ansage verärgerte sie mächtig, dennoch trat sie auf und sang „Der Bäcker backt ein Kuchenherz“.
Zwei Jahre später trafen sie sich die beiden erneut, dieses Mal in einem Sonderzug des Südwestfunks, der sie zu einer Veranstaltung bringen sollte. Während der Zugfahrt stellten sie erstaunt Gemeinsamkeiten fest und es „funkte“. Am Abend lautete die Ansage von Peter Frankenfeld für Lonny Kellner: „Sie begeistert uns mit einem Chanson.“ Als für die beiden 1956 die Hochzeitsglocken läuteten, spielte nach der Trauungszeremonie als Überraschung Helmut Zacharias auf seiner Geige mit Orgelbegleitung deren beider Lieblingslied „Lullaby of Birdland“.

Peter Frankenfeld blieb über viele Jahre hinweg ein Garant für beste Unterhaltung, sowohl im Rundfunk als auch im Fernsehen. Aus seiner Idee, Spiele mit Wohltätigkeit zu verbinden, entstand Mitte der 1960er Jahre die ZDF-Show „Vergissmeinnicht“ in Zusammenarbeit mit der „Aktion Sorgenkind“, die von Anbeginn ein Bombenerfolg war. Für ihn bedeutete die Show der Höhepunkt seiner Karriere. Schmerzlich traf ihn die Entscheidung der Programmchefs, die Sendung ohne Angabe von triftigen Gründen 1970 nach 47 Folgen einzustellen. Jahre später und nach einem Personalwechsel in den Chefetagen sah man diese Fehlentscheidung ein. Peter Frankenfeld erlebte 1975 ein überwältigendes Comeback mit dem TV-Wunschkonzert „Musik ist Trumpf“. Vier Jahre später erlosch das Rampenlicht für ihn für immer. Beim Publikum ist er bis heute unvergessen. (Hans-Jürgen Finger)
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Peter Frankenfeld mit Georg Thomalla

Hier eine Single aus dem Jahr 1963 ( Sonderauflage für die Mitglieder des Bertelsmann Schallplattenringes“)
Und: „Die Bürgschaft“ (nach „Friedrich von Striller“) – ist eine wahre Glanzleistung in der Kunst des perfekten sich Versprechens.

Die anderen drei Titel sind auch nicht schlecht, aber gehören eher in die Kategorie Gesellenstücke … mit viel Tingel-Tangel Klavier und einer Posaune (mehr wird nicht verraten)..

Aber „Die Bürgschaft“ … das ist ein Meisterstück !
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Besetzung:
Lonny Frankenfeld (Sprecherin)
Peter Frankenfeld (Sprecher)
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Titel:
01. Die Bürgschaft 3.40
02. Waldeslust 3.04
03. Ballistik 2.56
04. Der Stammtisch 4.57

Texte: Peter Frankenfeld

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Die Original-Single aus dem Jahr 1962 (allerdings nur mit zwei Titeln)

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