Ernst Neger – Helau + Die Wacht am Rhein (1971)

frontcover1Und bevor die närrische Zeit wieder vorbei ist … noch ein weiterer Beitrag meinerseits … zu dieser „fünften Jahreszeit“ .

Und hier was für die Jecken der rheinischen Frohnatur … und wer könnte sich besser dafür eignen als Ernst Neger:

Ernst Hugo Neger (* 14. Januar 1909 in Mainz; † 15. Januar 1989 ebenda) war ein deutscher Dachdeckermeister und Sänger.
Ernst Neger wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf und erlernte zunächst den Beruf des Dachdeckers; daneben trat er schon in den 1930er-Jahren als Sänger und Interpret geselliger Lieder in Mainzer Kneipen auf. Dort machte er von sich reden und wurde schließlich von der Fastnacht entdeckt. 1952 interpretierte er das „Heile, heile Gänsje“ von Martin Mundo und avancierte damit zum Star der Mainzer Fastnacht.

Durch die 1955 beginnende Fernsehfastnacht schaffte es Neger auch in das neue Medium. Gemeinsam mit seinem Gegenstück, dem blinden Komponisten Toni Hämmerle, war er jahrelang „Zugnummer“ der Fernsehfastnacht. Allein die Erstaufführung des „Humba Täterä“ 1964 führte zu einer einstündigen Überziehung der Übertragung, weil sich das Publikum nicht beruhigen konnte.

ernstneger02In Erinnerung an Toni Hämmerle gründete Neger 1970 in Ahlen in Westfalen einen Ponyhof mit Reithalle, die Pony-Station Toni Hämmerle, Stätte zur Gesundheitsförderung körperbehinderter Kinder, die er von seinen Gagen auch finanziell unterstützte. Ernst Neger starb einen Tag nach seinem 80. Geburtstag nach langer Krankheit in einem Mainzer Krankenhaus. Neger genießt auch nach seinem Tod einen legendären Ruf in der Mainzer Fastnacht. Die von ihm interpretierten Lieder wurden bundesweit bekannt und werden noch heute in der Fernsehfastnacht gespielt.
Im Jahre 2006 erschien eine von Hans Schaffner zusammengestellte CD unter dem Titel „Ernst Neger: Seine großen Erfolge“, auf der alle großen Hits und viele bekannte Titel enthalten sind.
Ernst Negers Enkel Thomas Neger setzt sowohl die Dachdecker- als auch die Fastnachtstradition der Familie fort. Er wurde 2010 vor allem mit dem Fastnachtslied Im Schatten des Doms bekannt, das 2012 bei einem Internetvoting des SWR auf Platz 1 unter den Mainzer Fastnachthits gewählt wurde. Seit 2009 sitzt Thomas Neger für die CDU im Mainzer Stadtrat.

Das bereits in den 1950er Jahren von Negers Firma, der Ernst Neger GmbH eingeführte und danach auch von der Firma seines Enkels, der Thomas Neger Metallsysteme und -bedachungen GmbH weiterverwendete Logo ist seit Ende 2013 umstritten. Es zeigt, in Anlehnung an ihren Nachnamen, einen stilisierten Handwerker mit dicken Lippen und großen Ohrringen über einem Dreieck, das ein Dach, aber auch einen Rock darstellen könnte. Kritiker halten es für rassistisch, während Thomas Neger den Vorwurf als „totalen Quatsch“ bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)

Hier mal zwei eher unbekannter Schunkellieder … literarische Höhenflüge darf man sich natürlich bei Musik solcher Art nicht erwarten.
Bei „Helau“ könnte man sich allerdings über die Begrenztheit des rheinischen Denkens ein paar Gedanken machen und bei der „Wacht am Rhein“ wird ein weiteres mal die fesche Loreley besungen … nicht minder naiv …
Macht aber auch nix … ist halt Karneval !
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Besetzung:
Ernst Neger (vocals)
+
unbekanntes Begleitorchester
Titel:
01. Helau (Schmidt/Rüger) 2.52
02. Die Wacht am Rhein (Henning/Mainzel) 3.03
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Michael Proksch – Klavier ab vier (2009)

frontcover1Ja, was ist denn das nun schon wieder ?

Ganz sicher nicht die längste Praline der Welt, aber ganz sicher die längste Titelliste, die ich in diesem blog hier einzugeben hatte (dementsprechend lang hat es gedauert; kleiner dezenter Hinweis auf die Mühen eines Chronisten und Archivaren)

Und um was geht´s nun wirklich ?

Nun, Michael Proksch ist ein studierter Pianist und Musikpädagoge und hat u.a. auch diverse Klavierschule für Kinder veröffentlicht. Zur akustischen Illustrationen seiner Lehrwerke wurde dann diese CD veröffentlicht (eingespielt 1996, veröffentlicht wurden diese Aufnahmen dann 2000 bzw. 2009).

Und wir hören köstlich-kleine Miniaturen (21 an der Zahl !) der Klaviermusik von Klassik, über Ragtime,  Jazz bis hin zu Boogie Woogie und Blues; und natürlich kommen auch Kinderlieder zum Gehör.

Amüsant wie die Musik auch so manche Titel: „Tanz der wilden Oktaven „, „Wenn Triolen davonreiten“ oder „Mit Terzen scherzen“.

Ein wenig biographisches zu Michael Proksch :

Michael Proksch ist gebürtiger Dresdner (1958), lebt seit 1985 in München. Nach privatem Unterricht, Klavierstudium in der Klasse von Prof. Wolfgang Plehn an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, nach dem Abitur bei Prof. Günther Hörig.

Bis 1989 pianistisch-pädagogische Studien bei Lola Tavor in Genf; in dieser Zeit erste Kompositionen für Kinder.
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Nach dem Aufbau einer privaten Klavierklasse in München, Entwicklung einer eigenen Klavierdidaktik mit Improvisatioselementen; ab 1995 erschienen Für kleine Klavierkünstler Teil 1 bis 4 und die CD Klavier ab vier beim ADERA-Verlag in München. Langjährige Kompositionstätigkeit mit verschiedenen Uraufführungen und Veröffentlichungen, daneben Filmmusiken sowie Produktionen für Bühne und Fernsehen. Seit 1996 Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Juliane Kosarev in literarisch-musikalischen Programmen (CDs Genialer Künstlerschweiß und Wie man ein Liebesabenteuer treibt) Auftritte u.a. in Hamburg, Berlin, Köln, München, Genf und Paris. 2006 Composer in Residence auf Schloss Großkochberg; ab 2008 Arbeit an dem Buch Und plötzlich waren wir Verbrecher (München: dtv 2010); 2010 Uraufführung des Musikzyklus D-Mut in Dresden. (Quelle: breitkopf.com)

Soweit so gut, und dann fällt ein Buchtitel auf: „Und plötzlich waren wir Verbrecher „:
„Im Sommer 1983 unternahmen die Geschwister Michael und Dorothea aus Dresden, beide Musiker, zusammen mit Dorotheas Mann und einem befreundeten Kunststudenten einen Fluchtversuch.
buchtitelSie wollten während einer Ferienreise zu Fuß über die bulgarische Grenze nach Jugoslawien. Eltern und Freunde wussten nichts davon. Der Versuch scheiterte.
Anfang 1984 wurden sie zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt und um die Jahreswende 1984/85 von der Bundesrepublik freigekauft.

Was brachte junge Menschen mit, wie es schien, guten Aussichten in der DDR dazu, das Risiko einer Republikflucht auf sich zu nehmen? Wie erlebten sie das Scheitern? Wie kamen sie im Gefängnis zurecht, als »Politische« unter Kriminellen? Der DDR-Alltag außerhalb und innerhalb der Gefängnisse und eine gescheiterte Flucht, erzählt aus der Perspektive von Schwester, Bruder und Mutter, die in Dresden zurückblieb.“
Und so verbirgt sich hinter einen kleinen, amüsanten und wirklich empfehlenswerten Aufnahme eine Biographie, die einen inne halten lässt. (Pressetext)

Und so, will und werde  ich nicht nur dieses Buch lesen, nein, ich will auch mehr von Michael Proksch  hören … da gibt es neues zu entdecken.

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Besetzung:
Michael Proksch (piano)

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Titel:
01. Jetzt wird geHändelt 1.16
02. Nach dem Fest 1.34
03. Warten auf E 1.59
04. Endlich ankommen [nach Schumann] 0.57
05. Wespenstress 0.26
06. Jazzt oder nie 0.57
07. Einzug in die Manege 0.44
08. Stürmisch durch die Tonarten 0.25
09. Herbstlicht 1.08
10. Der Puppe Begräbnis [Tschaikowski] 2.05
11. Süße Träumerei [Tschaikowski] 2.32
12. Sonatine [Beethoven] 3.58
13. Zwei deutsche Tänze [Haydn] 1.16
14. Arietta [Mozart] 1.16
15. Vogelfänger [Mozart] 0.52
16. Rondo [Mozart] 1.06
17. Wenn Pachelbel das gewußt hätte 1.05
18. Spaß in Neapel 0.50
19. Tanten Tango 1.00
20. Blues-Mus 0.33
21. Boogie 2 0.36
22. Rock & Roll 0.36
23. Zwei verstecken sich in einer Hand 0.42
24. Gegen den Strom 0.35
25. Erinnerung [noch Bartók] 0.38
26. Sonntags 1.15
27. Menuett 3 [Bach] 1.02
28. Menuett 2 [Bach] 0.45
29. Musette [Bach] 1.03
30. Ecossaise 0.45
31. Wilder Reiter [Schumann] 0.36
32. Fröhlicher Landmann [Schumann] 1.08
33. Komm lieber Mai [Mozart] 0.37
34. Um die Wette 0.31
35. Tanz der wilden Oktaven 0.35
36. Walzer in g-moll 0.29
37. Abendlied 0.42
38. Mit Terzen scherzen 0.36
39. Kobolde 0.38
40. Gespenster 1.22
41. Geschwister 0.26
42. Auf dem Spielplatz 0.41
43. Kleine Unterhaltung 0.46
44. Boogie I 0.40
45. Küchentopf-Rag  0.52
46. Ich hab ’ne Wut 0.49
47. Beruhigung 0.47
48. Wenn zwei in Schwung kommen 0.53
49. Fröhlich auf dem Heimweg 0.33
50. Schottischer Tanz [Hummel] 0.44
51. Polka 0.29
52. Blumen pflücken 1.01
53. Menuett I [Bach] 0.51
54. Choral [Schumann] 0.50
55. Traurig 0.36
56. Die Karawane 0.53
57. Wenn Triolen davonreiten 0.31
58. Frühling im Wald 0.36
59.  Alle Vögel sind schon da 0.24
60. Vogelhochzeit 0.27
61. Stolperlied 0.50
62. Schaukeln 0.40
63. Honigfinger 0.33
64. Jingle Bells 0.26
65. Kommt ein Vogel geflogen 0.22
66. Fuchs, du hast die Gans gestohlen 0.22
67. Hänsel und Gretel 0.28
68. Bruder Jacob 0.20
69. Hänschen klein o.25
70. Hopp Hopp Hopp 0.17
71. Der Kuckuck und der Esel 0.39
72. Summ summ summ 0.17

Musik: Michael Proksch  (unter Verwendung vieler populären Melodien)

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Peter Frankenfeld – Selten so gelacht (1963)

frontcover1Und noch so ein Großmeister des bundesdeutschen Humors der Nachkriegsjahre …

Schon als Kind war Peter Frankenfeld ein begabter Zeichner, bastelte Puppen fürs Kasperle-Theater und konnte ausgezeichnet seine Lehrer imitieren. Er brannte zum Wanderzirkus durch, arbeitete u. a. im berühmten „Hotel Adlon“ in Berlin als Page, später als Werbemaler, Kabarettist und Karikaturist. Nacht für Nacht studierte er die Berliner Cabarets, lernte den Stepptanz und stand Ende der 1930er Jahre nach erfolgreicher Bewerbung beim legendären „Kabarett der Komiker“ selbst als Conférencier und mit Sketchen auf der Bühne. Seine große Stunde schlug allerdings erst nach Kriegsende, als er 1948 von Radio Frankfurt entdeckt wurde.

Im September 1955 öffnete Peter Frankenfeld seine ganz persönliche Wundertüte: „Zwanzig Schallplatten und ein Mikrophon“ betitelte er sein 30-minütiges Unterhaltungsprogramm. Es bestand aus den neuesten Schlager-Produktionen, die er mit launigen Ansagen und humoristischen Einlagen gewürzt dem geneigten Publikum vorstellte. Aus der Wundertüte zauberte er die Aktualitäten von prominenten Zeitgenossen wie beispielsweise Margot Eskens, Caterina Valente, Bully Buhlan oder die der Orchester von Werner Müller oder Kurt Edelhagen hervor.

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Peter Frankenfeld mit Caterina Valente

Das Medium Radio nutzte er von Anfang an auf seine ureigene Weise. Dies war für ihn eine Chance, Spaß und Gags Millionen Menschen zugleich bieten zu können. Aus dem traditionellen Conférencier heraus entwickelte er die Rolle des Unterhalters, wie man ihn bis dato nicht kannte. Dem Radio der Nachkriegsjahre verlieh er mit seinen Ideen die Würze und gewann dadurch ein großes Publikum. Die bunten Nachmittage und Abende frischte er mit Fragespielen auf und übertrug diese Formate in Folge auch auf das noch junge Fernsehen und wurde zum Pionier der TV-Unterhaltung.

„Heute abend Peter Frankenfeld“ oder „1:0 für Sie“ hießen beispielsweise seine erfolgreichen Shows, in denen er stets Saalkandidaten auf die Bühne holte. Mit einem Kinder-Propeller, den er „fliegende Untertasse“ nannte, suchte er diese aus. Wichtig war ihm dabei, dass sie freiwillig auf die Bühne kamen. Seine Mitspieler mussten kaputte Liegestühle aufbauen, Luftballons rasieren oder auf ein überdimensionales Notenblatt „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ schreiben. In einem Interview erzählte seine Frau Lonny Kellner: „Nächtelang saß er da, bastelte, brütete und tüftelte. Auf unserem Tisch stand ein kleiner fahrbarer Zigarettenwagen und er sagte: „Mensch, man müsste die Räder sechseckig machen. Ein Karren, der ständig rumpelt und wackelt und die Kandidaten müssen damit Kisten über die Bühne transportieren“.
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Peter Frankenfeld + Lonny Kellner

Das Ehepaar Kellner/Frankenfeld war ein Herz und eine Seele. Die erste Begegnung verlief allerdings alles andere als harmonisch. Peter Frankenfeld begleitete in den 1950er Jahren die großen Schlagertourneen als Conférencier. Lonny Kellner trat in diesem Rahmen ebenfalls auf und er kündigte sie mit den Worten an: „Es gibt Texter, die schreiben fürchterlichen Blödsinn. Aber wer singt so was? Wir haben eine Sängerin, die tut es.“ Diese Ansage verärgerte sie mächtig, dennoch trat sie auf und sang „Der Bäcker backt ein Kuchenherz“.
Zwei Jahre später trafen sie sich die beiden erneut, dieses Mal in einem Sonderzug des Südwestfunks, der sie zu einer Veranstaltung bringen sollte. Während der Zugfahrt stellten sie erstaunt Gemeinsamkeiten fest und es „funkte“. Am Abend lautete die Ansage von Peter Frankenfeld für Lonny Kellner: „Sie begeistert uns mit einem Chanson.“ Als für die beiden 1956 die Hochzeitsglocken läuteten, spielte nach der Trauungszeremonie als Überraschung Helmut Zacharias auf seiner Geige mit Orgelbegleitung deren beider Lieblingslied „Lullaby of Birdland“.

Peter Frankenfeld blieb über viele Jahre hinweg ein Garant für beste Unterhaltung, sowohl im Rundfunk als auch im Fernsehen. Aus seiner Idee, Spiele mit Wohltätigkeit zu verbinden, entstand Mitte der 1960er Jahre die ZDF-Show „Vergissmeinnicht“ in Zusammenarbeit mit der „Aktion Sorgenkind“, die von Anbeginn ein Bombenerfolg war. Für ihn bedeutete die Show der Höhepunkt seiner Karriere. Schmerzlich traf ihn die Entscheidung der Programmchefs, die Sendung ohne Angabe von triftigen Gründen 1970 nach 47 Folgen einzustellen. Jahre später und nach einem Personalwechsel in den Chefetagen sah man diese Fehlentscheidung ein. Peter Frankenfeld erlebte 1975 ein überwältigendes Comeback mit dem TV-Wunschkonzert „Musik ist Trumpf“. Vier Jahre später erlosch das Rampenlicht für ihn für immer. Beim Publikum ist er bis heute unvergessen. (Hans-Jürgen Finger)
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Peter Frankenfeld mit Georg Thomalla

Hier eine Single aus dem Jahr 1963 ( Sonderauflage für die Mitglieder des Bertelsmann Schallplattenringes“)
Und: „Die Bürgschaft“ (nach „Friedrich von Striller“) – ist eine wahre Glanzleistung in der Kunst des perfekten sich Versprechens.

Die anderen drei Titel sind auch nicht schlecht, aber gehören eher in die Kategorie Gesellenstücke … mit viel Tingel-Tangel Klavier und einer Posaune (mehr wird nicht verraten)..

Aber „Die Bürgschaft“ … das ist ein Meisterstück !
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Besetzung:
Lonny Frankenfeld (Sprecherin)
Peter Frankenfeld (Sprecher)
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Titel:
01. Die Bürgschaft 3.40
02. Waldeslust 3.04
03. Ballistik 2.56
04. Der Stammtisch 4.57

Texte: Peter Frankenfeld

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Die Original-Single aus dem Jahr 1962 (allerdings nur mit zwei Titeln)

James Last – Paradiso (1984)

Sagen wir es mal so: Nur der begeisterte James Last Fan wird noch einen Überblick über all die Alben haben, die James Last im Laufe seiner langen und mehr als erfolgreichen Karriere eingespielt hat.frontcover1

Ich bin kein begeisterter James Last Fan, dennoch weiss ich schon auch, dass dieses Album eher zu seinen ungewöhnlicheren Alben zählt.

Denn hier spielt das Akkordeon die musikalische Hauptrolle und das klingt – natürlich im Rahmen der Jmes Last Easy Listening Konzeptes – durchaus überraschend angenehm.

Hier gibt´s dann auch keine „Hit-Medleys“, sondern fein ausgespielte Versionen der einzelnen Kompositionen und dafür lässt sich der „Hans Dampf in allen Gassen“ auch viel Zeit. Wohltuend angenehm, denn so bekommen die Melodien die Zeit zur Entfaltung … sie können atmen und müssen nicht hechelnd durchgepeitscht werden. Und ein Album das mit dem Titel „Sun In Your Eyes“ endet, … na, das ist schon was feines.

Nein, ich werde auch nach diesem Album kein begeisterter James Last werden, aber diese Aufnahmen zeigen schon, welche Bandbreite der James Last hatte … keine Frage: er war wohl der bedeutendste Orchester-Chef, den wir in Deutschland hatten.

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Nur schade, dass wieder mal die beteiligten Musiker nicht genannt werden …  Zumindest der Akkordeonspieler hätte eine Erwähnung verdient.

Übrigens hinter dem Komponisten „R.Last“ steckt Ronald Last, der Sohn von James Last.

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Alternatives Frontcover aus Kanada

Besetzung:
James Last Orchester

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Titel:
01  Paradiso (Reshöft/Frantz) 3.09
02. Golf von Catania (J.Last) 4.58
03. Spanish Dreams (R.Last) 3.31
04. Bretonischer Sommer (Eggert) 4.18
05. Tropical Paradise (R.Last) 3.45
06. Sunny Hours (J.Last) 3.48
07. Helgoland (Reshöft/Frantz) 3.49
08. Windjammer (Eggert) 4.30
09. Day Dreams (J.Last) 3.49
10. Drachenflug (Eggert) 4.49
11. Sunset At Dunmore Head (R.Last) 3.06
12. Sun In Your Eyes (R.Last) 3.34

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Immer schön fröhlich bleiben …

Helmut Griem – Spricht Georg Büchner (1998)

frontcover1Ein ganz, ganz wichtiger … der Georg Büchner:

Der Schriftsteller trug maßgeblich zur Entwicklung der deutschen Dramatik bei. Er revolutionierte nicht nur den literarischen Themenbereich, sondern beteiligte sich auch an politischen Revolutionen. Seine literarische Modernität – die Wahrnehmung des Hässlichen – war vorausweisend und ist noch heute aktuell, revolutionären Demokraten gilt er als politischer Vordenker. Georg Büchner ist vor allen Dingen bekannt als Verfasser des „Woyzeck“ und als Mitverfasser des „Hessischen Landbotens“ sowie anderer Stücken. Der bedeutendste Literaturpreis der Bundesrepublik trägt seinen Namen; „Georg-Büchner-Preis“..

Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 in Goddelau bei Darmstadt geboren.

Er lebte ab 1816 in Darmstadt als sein Vater zum Assessor des Großherzoglichen Medizinkollegs ernannt wurde. Bereits als Schüler schloss sich Georg Büchner den Ideen der Freiheit in der Französischen Revolution an. Sein Oppositionsverhalten wird oft mit der väterlichen Härte begründet. Nach dem Schulabschluss studierte Büchner ab 1831 in Straßburg Medizin. Er blieb dort fast zwei Jahre und fand Unterkunft bei der Familie des Pfarrers Jaegelé. Mit seiner Tochter Minna Jaeglé verlobte er sich im Frühjahr 1832 heimlich, denn auf die Verbindung mit einer unbegüterten Pfarrerstochter konnte er nicht mit dem Gutheißen des Vaters rechnen. Im Gegenteil, er lehnte sie nach Bekannt werden strikt ab.

In seinem fast zweijährigen Aufenthalt in Straßburg hatte Büchner ausreichend Gelegenheit, die Entwicklung und Macht des Geldbürgertums kennen zu lernen, die den Interessen der sozial unteren Volksmassen entgegenstanden. Sein politisch-sozial-gesellschaftliches Denken war längst geschärft. Es war ausgerichtet auf Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sowie auf die Umwälzung bestehender Verhältnisse durch die Massen und für sie. Von dieser Gesinnung zeugen seine Briefe aus Gießen, wo er seit Herbst 1833 gemäß den Vorschriften des Großherzogtums sein Medizinstudium an der Landesuniversität fortsetzte.
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Im Winter 1833/34 beschäftigte er sich intensiv mit der Lektüre über die Französische Revolution, die er als Sieg des Bürgertums aburteilte.

In seinen brieflichen Nachrichten äußerte er aufs schärfste seine Unzufriedenheit und sein Unbehagen an den politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen in Gießen und Deutschland. Er freundete sich mit dem Butzbacher Rektor Friedrich Ludwig Weidig an, der sich als führender oberhessischer Agitator im Vormärz für die deutsche Einheit und Freiheit und gegen die regierende Politik einsetzte. Im Frühjahr 1834 schloss sich Büchner dieser sozialrevolutionären Bewegung an, die Sektionen von Gesellschaften für Menschenrechte in Darmstadt und Gießen gründete. Es wurde die revolutionäre Flugschrift „Der Hessische Landbote“ verfasst, woran sich Büchner beteiligte. Wegen seiner politischen Aktivitäten wurde Büchner polizeilich verfolgt.

Daraufhin ging er im September 1834 nach Darmstadt zurück. Nach außen hin beschäftigte er sich mit wissenschaftlichen Studien, in Wirklichkeit leitete er die Sektion der Menschenrechte. In dieser Zeit schrieb er das Revolutionsdrama „Dantons Tod“, das in einer von Karl Gutzkow abgeänderten Form ohne behördliche Behinderung erschien. Im Frühjahr 1835 setzte er sich ab nach Straßburg, nachdem er gerichtliche Vorladungen unbeachtet verstreichen ließ und steckbrieflich von der Behörde gesucht wurde. Dort widmete er sich nicht nur medizinischen, naturwissenschaftlichen und philosophischen Studien, sondern arbeitete außerdem literarisch.
Er übersetzte die Dramen „Lucrèce Borgia“ und „Marie Tudor“ von Victor Hugo, um sich so ein wenig Geld zu verdienen.
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Die Entstehung der Stücke „Leonce und Lena“, „Lenz“ sowie „Woyzeck“ fallen ebenfalls in diese Zeit. Anstatt den „Lenz“ zu beenden, verfasste Büchner Schriften über Cartesius, Spinoza und fertigte teilweise kommentierte Auszüge aus Wilhelm Gottlieb Tennemanns „Geschichte der griechischen Philosophie“ an. Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“ ist äußerlich durch die teilweise Montage von Quellenzitaten gekennzeichnet. In ihm werden die späte Jakobinerherrschaft und ihre Akteure samt ihrer Motivation entlarvt als Rollenspiel, Selbsttäuschung und Phrasen. „Leonce und Lena“ ist eine melancholische Komödie mit vielen Anspielungen im Sinne einer gesellschaftlichen Satire auf deutsche Gesellschaftsverhältnisse, entstanden aus einem Wettbewerb des Cotta-Verlages.

Mit dem Fragment „Woyzeck“ öffnete Büchner in der Literatur Neuland, sowohl in thematischer als auch stilistischer Hinsicht. Hierin fand sein revolutionäres literarisches Schaffen Parallelen zu seiner politischen Lebenstätigkeit als aktiver Anhänger der Sozialrevolution. Der in der vorindustriellen Zeit verarmte Stadtsoldat Woyzeck ist der Hauptprotagonist des Stückes – ein durch die wirtschaftlich-gesellschaftlichen Umstände Geisteskranker, der einen Mord begeht, als Sinnbild für die Verantwortlichkeit von Gesellschaft, Moral und Religion. Lange Jahre bleibt das Fragment unveröffentlicht, erst 1875 geht es durch Karl Emil Franzos der Öffentlichkeit zu. In der fragmentarischen Erzählung „Lenz“ wird die Krankheitsgeschichte des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz aus der Sturm-und-Drang-Zeit dargestellt.

Büchner realisierte die Leidensgeschichte in psychologischer Weise als wahrnehmbare Veräußerungen innerer Vorgänge, wobei Innen- und Außenperspektive ineinander übergehen zu scheinen; die Abgrenzung zwischen Vernunft und Wahnsinn scheint zu verschwimmen.
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Zu dieser Geschichte nutzte Büchner den Krankheitsbericht des Steintaler Pfarrers Johann Friedrich Oberlin als Vorlage für seine Geschichte. Kranke als Literaturhelden, ihr Denken und Sprechen als literarischer Stil war damals eine unerhörte Sache. Darin bestand das Neue, das Georg Büchner gestaltete. Ihm ging es darum, das Hässliche des Menschen, der gesellschaftlichen Menschen wahrnehmbar und erfahrbar zu machen. Während Büchners Lebzeiten erschienen die Flugschrift, die Hugo-Übersetzungen und „Dantons Tod“.
Alle anderen Werke wurden posthum veröffentlicht. Am 3. September 1836 erlangte er mit seiner Abhandlung „Sur le systéme nerveux du barbeau“ die Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Züricher Universität.

Einen Monat später zog er nach Zürich und hielt an der dortigen Universität die Probevorlesung „Über die Schädelnerven“, die ihm den Zugang als Privatdozent bescherte. Im Januar 1837 erkrankte er an Typhus.

Georg Büchner starb am 19. Februar 1837 in Zürich an Typhus. (Quelle: whoswho.de)
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Und kann man sich auf eine sehr ansprechende Weise in die Gedankenwelt, in die leidenschaftliche Gedankenwelt des Georg Büchners hineinfinden, denn die Texte wurde von Helmut Griem gesprochen:

Helmut Griem (* 6. April 1932 in Hamburg; † 19. November 2004 in München) war ein deutscher Schauspieler und Theaterregisseur. Er trat in großen Rollen an fast allen großen deutschsprachigen Bühnen auf, verschaffte sich aber auch als Film- und Fernsehschauspieler internationale Anerkennung.
Helmut Griem wurde als Sohn eines Funkoffiziers in Hamburg geboren. Er studierte ursprünglich Literaturwissenschaften und Philosophie mit dem Vorhaben, Journalist zu werden.[1] Um etwas Geld für sein Studium zu verdienen, arbeitete Griem nebenbei als Darsteller in halbprofessionellen Schauspielgruppen. Während eines Engagements bei den Buchfinken wurde Griem, der nach eigenen Angaben nie zuvor an eine Schauspielkarriere gedacht hatte, zum professionellen Theater nach Lübeck verpflichtet. Prompt erhielt er in Lübeck die Titelrolle im Theaterstück Die Regenmacher. Finanziell über Wasser hielt er sich in dieser Zeit mit dem Verfassen von Kurzgeschichten für Zeitungen und Hörspielen fürs Radio.

Obwohl er nie eine Schauspielschule besucht hatte, konnte sich Griem innerhalb weniger Jahre als hochgeschätzter Theaterschauspieler etablieren. Ende der 1950er-Jahre arbeitete er für Oscar Fritz Schuh am Kölner Theater, was ihm den endgültigen Durchbruch brachte. In den folgenden Jahrzehnten war Griem an allen großen deutschsprachigen Bühnen tätig. So stand er in Engagements am Thalia-Theater und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Wiener Burgtheater, an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, an den Münchner Kammerspielen und zuletzt am Residenztheater (Bayerisches Staatsschauspiel) in München. Er spielte etwa die großen Rollen aus den Stücken von Lessing, Kleist und Goethe, trat aber auch in moderneren Stücken wie von Tennessee Williams auf. Sein Faust – Vom Himmel durch die Welt zur Hölle unter Regie von Dieter Dorn wurde sogar 1988 für eine Fernsehausstrahlung aufgezeichnet.
Verleihung der Berliner Kunstpreise

Helmut Griem (links) 1968 bei der Verleihung des Berliner Kunstpreises

Seit 1960 war Griem auch als Filmschauspieler tätig und er gewann gleich für seinen ersten Film Fabrik der Offiziere einen Bambi als Bester Nachwuchsdarsteller. Seinen anschließenden Filmen war dagegen nur geringer Erfolg beschieden, weshalb er sich zeitweise vom Film abwandte.

Der internationale Durchbruch auf der Kinoleinwand gelang ihm schließlich 1969 als SS-Obersturmbandführer Aschenbach im Filmklassiker Die Verdammten unter Regie von Luchino Visconti. Mit dem Italiener Visconti sollte Griem drei Jahre später nochmal die Filmbiografie Ludwig II. drehen. Nach dem Erfolg mit Die Verdammten spielte Griem in zahlreichen hochkarätigen Filmproduktionen aus dem In- und Ausland. Im Oscar-prämierten Filmmusical Cabaret von Bob Fosse aus dem Jahr 1972 spielte er etwa an der Seite von Liza Minnelli und Michael York den reichen Baron Maximilian von Heune. Eine seiner bedeutenden Filmrollen war der Hans Schier in Ansichten eines Clowns (1975), der Verfilmung von Heinrich Bölls gleichnamigen Roman. Zu weiteren bedeutenden Regisseuren, mit denen Griem arbeitete, zählen Volker Schlöndorff (Die Moral der Ruth Halbfass), Hans W. Geißendörfer (Die gläserne Zelle), Rainer Werner Fassbinder (Berlin Alexanderplatz) und Jacques Rouffio (Die Spaziergängerin von Sans-Souci).

Trotz großer Filmerfolge blieb das Theater Zentrum seiner Arbeit. Vor allem in der Spätphase seiner Karriere inszenierte Helmut Griem auch selbst, so etwa an den Münchner Kammerspielen Eines langen Tages Reise in die Nacht von Eugene O’Neill. Mit der Arbeit an dem Botho-Strauß-Stück Die eine und die andere konnte er nicht mehr beginnen.
Helmut Griem starb 2004 im Alter von 72 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.[5] Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf. (Quelle: Wikipedia)
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Helmut Griem mit Liza Minelli in „Cabaret“

Und wenn dann dieser Griem liest … dann packt er einen mit Haut und Haaren …  die Briefe geben einen tiefen Einblick in das vom Gerechtigkeitssinn getriebene Seelenleben des Georg Büchners …

Besonders beeindruckend seine z.T. tobende, fauchende Interpretation von „Dantons Tod“, hier – er spricht verschiedene Rollen – bleibt einem der Mund offen stehen … ob der Sprachgewalt dieses großen Schauspielers !

Es ist nicht nur seelisch anstrengend … diese Intensität kann man dann schon fast körperlich spüren !
Und so ist dieses Hörbuch (das Begleitheft enthält die Rede von Heinrich Böll anlässlich der Entgegenahme des Büchnr Preises am 21. Oktober 1967 in Darmstadt) mehr als stimmig und eine großartige Hommage an einen ganz großartigen Menschen der Vergangenheit.
Meine Verbeugung !
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Ja, und auch dieser Weckruf stammt von Georg Büchner

Besetzung:
Helmut Griem (Sprecher)
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Titel:
01. Steckbrief 1.30
02. Der hessische Landbote 13.20
03. Briefe 18.15
04. Zwei Briefe über Dantons Tod 4.07
05. Szenen aus Dantons Tod 29.15

Texte: Georg Büchner
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Verschiedene Interpreten – Gottfried August Homilius (2008)

frontcover1Man lernt nie … so geschehen bei dem Komponisten Gottfried August Homilius (allein der Name ist ja irgendwie schon drollig – zauberhaft). Dieser Name war mir bis heute gänzlich unbekannt …

Gottfried August Homilius (* 2. Februar 1714 in Rosenthal; † 2. Juni 1785[1] in Dresden) war ein deutscher Komponist, Kantor und Organist.
Nach dem Besuch der Annenschule in Dresden studierte Homilius Jura in Leipzig. Schon dort war er musikalisch aktiv und vertrat zeitweise den Organisten der Nikolaikirche Johann Schneider. Er zählte vermutlich zum unmittelbaren Schülerkreis von Johann Sebastian Bach. Ab 1742 war Homilius Organist an der Dresdner Frauenkirche und ab 1755 in der Nachfolge von Theodor Christlieb Reinhold bis zu seinem Tod Kreuzkantor und Musikdirektor an den drei Hauptkirchen Dresdens; Hauptwirkungsort Homilius’ war die Dresdner Frauenkirche, nachdem die Kreuzkirche 1760 durch preußische Truppen zerstört und ihr Neubau erst 1792 geweiht wurde. Homilius starb 1785 in Dresden und wurde auf dem Johanniskirchhof beigesetzt. Sein Grab ist nicht erhalten.

Homilius hat überwiegend Kirchenmusik komponiert: mehr als 10 Passionen (eine 1775 bei Breitkopf & Härtel in Leipzig gedruckt mit dem Titel „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“), je ein Oratorium zu Weihnachten (1777) und zu Ostern, über 60 Motetten, 180 Kantaten, 4 Magnifikat, Choräle, Präludien und Choralvorspiele.[2] Außerdem sind von ihm etliche „Gesänge für Maurer“ und eine Generalbass-Schule überliefert. Im Jahr 1776 wurde Homilius als der „wohl jetzt ausgemacht beste Kirchenkomponist“ bezeichnet. Nach seinem Tod kam Ernst Ludwig Gerber sogar zu der Ansicht, dass Homilius „ohne Widerrede unser größter Kirchencomponist“ sei.
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Die Vokal-Kompositionen von Homilius erfreuten sich bis in das 19. Jahrhundert hinein größter Beliebtheit. Eine große Zahl bis heute erhaltener Abschriften zeugt von der Verbreitung seiner Werke. Im Zuge der Homilius-Renaissance der letzten Jahre wurden viele der wiederentdeckten Werke des vermutlichen Bach-Schülers und Kreuzkantors in Ersteinspielungen auf CD veröffentlicht. (Quelle: Wikipedia)

Scheinbar wurde sein Werk erst wieder um ca. 2000 wieder ernsthaft entdeckt und studiert und eben z.T. erstmalig eingespielt. Das kleine, aber feine Klassik Label Carus war da wohl besonders eifrig und so veröffentlichten das Label 2008 dann diese „Promotionaly Copy“, das einen Querschnitt der Aufnahmen bei Carus zu präsentieren.
Gedacht wohl als Appetithäppchen, das neugierig auf mehr machen sollte … und dieses Unterfangen ist dem Label gelungen.
Denn, wenn man mal das christliche Gedöns ausblendet (kann vermutlich auch nicht jeder) dann erschalt feinste Vokalmusik der Barockzeit.
Und die beteiligten Musiker sind alles andere als Leichtgewichte und bei den Virtuosi Saxoniae wirkt dann auch noch der von mir sehr geschätzte Trompeter Ludwig Güttler mit (immerhin: den kannte ich schon) ..
Herz, was willst Du mehr !

Und dann habe ich noch ein kurzes Audio Portrait des SWR dem Päckchen beigefügt.
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Titel:

Körnerscher Singverein Dresden + Peter Kopp:
01. Ergreifet die Psalter, ihr christlichen Chöre 5.43
02. Wünschet Jerusalem Glück 4.29

Sächsisches Vocalenensemble + Virtuosi Saxoniae:
03. Fürchtet euch nicht 2.34

Kammerchor Stuttgart:
04. So gehst du nun hin, mein Jesu, hin 3.03

Basler Madrigalisten + Neue Düsseldorfer Hofmusik:
05. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld 1.30
06. Siehe, das ist Gottes Lamm 3.22
07. Mit väterlicher Stimme 1.14
08. Wie tödlich schrecken die Gerichte 5.15

Dresdner Kreuzchor + Dresdner Barockorchester:
09. Da führeten sie Jesum 3.33
10. Gloria sei dir gesungen 1.45
11. Danket dem Herren, denn er ist freundlich 2.15
12. Heilig ist unser Gott, der Herr Gott 3.03

Kammerchor Stuttgart:
13. Ihr sollt nicht sorgen und sagen 2.10
14. Was hast du Mensch 1.56
15. Ob jemand sündiget 2.14

Vocal Concert Dresden + Peter Kopp:
16. Die Elenden 2.37

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Verschiedene Interpreten – Volksmusik im Jahreskreis (1979)

frontcover1Die Idee ist wirklich gut, die Idee hat wirklich Charme:

Ich liebe all die vier Jahreszeiten (meine Frau Gemahlin würde wohl im Gegensatz zu mir –  am liebsten den Winter abschaffen), denn jede Jahreszeit hat seinen Reiz und in früheren Jahren hatte sich  wohl die ländliche Bevölkerung am meisten mit denn jeweiligen Bedingungen der Jahreszeiten herumzuschlagen.

Die Städter (wie ich einer bin) waren davon wohl weniger betroffen.

Und von daher verwundert es auch kaum, dass die (ursprüngliche) Volksmusik auch Lieder fand, die sich eben auf die jeweiligen Jahreszeiten bezogen.

Und davon soll dieses Album handelt. Organisiert hat es der Tobias Reiser jun. (sein Vater, der Tobias Reiser sen. war eine feste Größe in der Volksmusik, steckte mit dem Heinrich Waggerl unter einer Decke … und hatte wohl auch eine ziemlich unrühmliche Rolle im III. Reich gespielt … , aber das kann man dem Sohn nicht anrechnen).

Neben dem Tobnis Reiser Ensemble hören wir auch auch andere Interpreten der alpenländischen Volksmusik …

Und was wir da hören, ist schon sehr interessant und auch frei vom „Musikanten-Stadl“ Flair …

Allesamt Kleinode traditioneller Volksmusik, denen ich mich erst über den Umweg „Biermösl-Blosn“ öffnen konnte …

Und dennoch beschleicht mich bei diesem einerseits wirklich hörenswerten Album ein flaumiges Gefühl: Der der Tobias Reiser jun. spielt fast nur Kompositionen von Tobias Reiser sen. ….

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Tobias Reiser … Senior und Junior

Tobias Reiser (der Jüngere; * 2. Dezember 1946 in Salzburg; † 18. Dezember 1999) war ein österreichischer Volksliedforscher und Musiker.

Tobias Reiser trat in die Fußstapfen seines Vaters Tobi Reiser.
Tobias spielte eine zweite Gitarre im 1953 vom Vater gegründeten Ensemble, des Tobi Reiser Quintetts, ursprünglich in der Besetzung Zither, Hackbrett, Harfe, Gitarre und Kontrabass. Nach dessen Tod 1974 trat das Tobi-Reiser-Ensemble in der Folge als Sextett oder als Tobi-Reiser-Geigenmusik mit zusätzlichen zwei Geigen und einer Querflöte auf. Dieses Instrumentarium wurde zum Vorbild für viele alpenländische Musiziergruppen. Das Tobi-Reiser-Ensemble produzierte zahlreiche Tonträger und trat im Hörfunk und Fernsehen auf.

Tobias Reiser übernahm auch die Leitung des Salzburger Adventsingens. Es avancierte unter Reisers Leitung vom volkstümlichen Weihnachtsspiel zum großen Oratorium, das mit der Zeit immer komplexere Verarbeitungen der Weihnachtsgeschichte präsentierte.
Außerdem war Tobias Reiser, ebenfalls in Nachfolge seines Vaters, 1974 bis 1999 Geschäftsführer und von 1974 bis 1989 Obmann-Stellvertreter, 1989 bis 1999 Obmann des Salzburger Heimatwerks, einer Institution zur Pflege der Salzburger Volkskultur.

Reiser starb kurz nach der Premiere seines letzten Projekts Då håt vor dem Ståll der Äpfibam bliaht in seinem Salzburger Haus an den Folgen eines Magendurchbruchs. (Quelle: Wikipedia)

Konnte sich da einer möglicherweise nicht von seinem „übermächtigen“ Vater lösen ?

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Tobias Reiser (der jüngere), 1999

Besetzung:
Ensemble Tobias Reiser
Flachgauer Musikanten
Pongauer Viergesang
Salzburger Dreigesang

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Titel:
01. Ensemble Tobias Reiser: Josefi-Walzer (Reiser sen.) 2.14
02. Ensemble Tobias Reiser:  Frühlingslied (Traditional) 2.19
03. Flachgauer Musikanten:  Palmsonntag-Bayrischer (Reiser sen.) 2.23
04. Pongauer Viergesang: Almlied und Jodler (Traditional) 2.40
05. Ensemble Tobias Reiser: Schnürlregen-Polka (Reiser sen.) 2.03
06. Ensemble Tobias Reiser:  Flachgauer Hochzeits-Polka (Reiser sen.) 3.16
07. Salzburger Dreigesang: Brautlied (Traditional) 0.53
08. Ensemble Tobias Reiser: Maitanz Walzer (Reiser sen.) 3.25
09. Flachgauer Musikanten: Sonnwend-Ländler (Reiser sen.) 2.40
10. Ensemble Tobias Reiser: Ist wohl ein schöne Zeit (Traditional) 2.35
11. Ensemble Tobias Reiser: Erntedank-Walzer (Reiser sen.) 3.01
12. Ensemble Tobias Reiser  Rosenkranz-Ländler  2:08
13. Pongauer Viergesang: Jagdlied und Jodler (Traditional) 2.47
14. Ensemble Tobias Reiser: Kathreintanz-Polka (Reiser sen.) 2.45
15. Ensemble Tobias Reiser: Spinnlied (Reiser sen.) 4.24
16. Ensemble Tobias Reiser: Rosenmontag-Bayrischer (Reiser sen.)  2.48

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