James Last – Sing mit 6 – Von Hamburg bis Mexico‘ (1977)

FrontCover1Der James Last hatte ja viele musikalische Pferdchen in seinem Stall, die er dann immer wieder mal – und zwar in schöner Regelmäßigkeit – ausführte.

 

Dies gilt auch für seine „Sing mit“ Serie …

Hier die Folge 6 mit dem Untertitel „Von Hamburg bis Mexico“

Auf der Seite 1 werden exotische Länder gepriesen … auf Seite 2 folgt dann der Blick in die schöne deutsche Heimat … oder so.

Muss man wahrlich nicht mögen, auch angesichts der Texte, die mir arg dünn erscheinen … dennoch kann man folgendes festhalten:

James Last war ja ein Perfektionist … auch zu hören …  diesmal mit viel Percussion … und last but not least: Wer sich die Musikantenlise durchliest, wird feststellen, dass mal wieder fast die gesamten Musiker der Hardrock-Band „Luzifers Friends“ mit am Werke waren …

Ach ja … diese famose Party fand am 10. Dezember 1977 statt.

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Sämtliche Texte sind auf der Innenhülle abdruckt ….

Besetzung:
Benny Bendorff (bass)
Helmuth Franke (guitar)
Peter Hecht (piano, clavinet, Synthesizer)
Peter Hesslein (guitar)
Günter Platzek (keyboards)
Barry Roy Reeves (drums)
+
Saxophone, flute:
Harald Ende – Karl-Hermann Lüer
+
Trumpet:
Bob Lanese – Heinz Habermann – Laurence Elam – Manfred Moch
+
Trombone:
Detlef Surmann – Georges Delagaye – Konrad Bogdan
+
Percussion:
Herbert Bornhold – Rolf Ahrens – Wolfgang Schlüter
+
Chor:
Antje Busch – Bernd Wippich – Brigitte Duncklau – Christine Schaper – Freya Wippich – Jörg Fries – Michael Reinecke – Peter Schaper – Rale Oberpichler – Unni Duncklau

Musikalische Leitung: James Last

BackCover1

Titel:

Sing mit 6  – Von Hamburg bis Mexico (Teil 1): (18.03)
01.01. Cantar Amigos (Last/Bendorff/Schaper) 1.17
01.02. Schwarze Estrella-Ay-Ay-Ay (Cielito Lindo) (Traditional/Bendorff/Schaper) 1.37
01.03. Costa Brava (Last/Bendorff/Schaper) 1.12
01.04. Eso Es El Amor (Iglesias/Bendorff/Schaper/Störn) 1.10
01.05. Madalena (Macedo/Amorim/Siegel) 1.20
01.06. Manzanillo (Rumba Tambah) (Hermandez/Bendorff/Schaper/Siegel) 1.12
01.07. Einmal noch nach Sevilla (Cachita) (Hernandez/Bendorff/Schaper) 1.11
01.08. Gracias Amigos (La Golondrina) (Traditional/Bendorff/Schaper) 1.19
01.09  Meine Maus, die heisst Klaus (Last/Bendorff/Schaper) 1.19
01.10. Maria Bonita (Lata/Hansen) 1.41
01.11. Diese Nacht (Last/Bendorff/Schaper) 0.39
01.12. Espana Cani (Marquina) 0.58
01. 13  Ich weiss, was dir fehlt (Gaze/Gietz/Feltz) 1.16
01.14. Tristeza (Lobo/Niltino/Michael) 1.45

Sing mit 6  – Von Hamburg bis Mexico (Teil 2): (16.49)
02.01. Ich trink‘ den Wein nicht gern allein (Schmidseder/Schwenn) 1.09
02.02. Das gibt’s nur auf der Reeperbahn bei Nacht (Olias/Vibach) 1.22
02.03. Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da (Mackeben/Hesse) 1.03
02.04. Der Onkel Doktor hat gesagt (Igelhoff/Richter) 0.30
02.05. Kannst du pfeifen, Johanna? (Axelson/Söderblom/Neubach) 1.15
02.06. Ich pfeif, heut Nacht vor deinem Fenster (Huber/Weiss/Schwenn) 1,17
02.07. Ja, das haben die Mädchen so gerne (Gilbert/Schönfeld/Kren) 1.07
02.08. Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht (Kalman/Stein/Kenbach) 1.07
02.09. Frauen und Wein (Winkler/Hot/Feltz) 0.45
02.10. Sieben Fässer Wein (Ascot/Marcard) 1.44
02.11. San Diego Train (Duncklau/Holgerson) 1.37
02.12. Heut‘ mach‘ ich Hochzeit mit Marie (Moslener/Gildo) 1.29
02.13. Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht (Hirsch/Rebner) 1.39
02.14. Ein Prosit der Gemütlichkeit (Traditional) 0.20

 

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James Last in Mexico, 1978

James Last in Mexico, 1978

 

The Faces – Cry, Cry, Cry + Stay Away (1966)

FrontCover1Frank Dostal …. nun hat auch er das zeitliche gesegnet ….

Die Hamburger Musikszene ist um einen prominenten Vertreter ärmer: In der Nacht zu Mittwoch starb Frank Dostal im Alter von 71 Jahren. Ganz eng verbunden ist er mit dem Namen der bekanntesten Hamburger Beat-Band, den Rattles, zu denen er in den 60er-Jahren gehörte. Was aber viele nicht wissen: Frank Dostal steckte auch hinter vielen bekannten Schlagern und war ein Streiter für Künstler-Rechte.

Eigentlich hat die Künstlerkarriere des Frank Dostal im Star-Club angefangen. Noch keine 20 Jahre alt war er da, Anfang der 60er-Jahre. Für den gebürtigen Flensburger, der als Hamburger Jung aufgewachsen ist, gab es nur eins: „Meine Zuneigung zum Star-Club führte dazu, dass ich über Jahre fast jeden möglichen Tag dort war und dann selber anfing, Musik zu machen.“

Und zwar mit der Band Faces, die 1966 einen Hamburger Nachwuchswettbewerb gewann. Dostals nächste Station: die Rattles. Doch zusammen mit dem Rattles-Gründer Achim Reichel ging Dostal musikalisch einen Schritt weiter. Die Gruppe Wonderland entstand, mit dabei auch Les Humphries. Der Titel „Moscow“ fand international Beachtung.

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Frank Dostal, 1966

Im Hamburger Star-Club wurde Musikgeschichte geschrieben. Zur Eröffnung am 13. April 1962 spielten die Beatles, später weitere Stars wie die Small Faces. Fotograf Robert Günther erinnert sich. mehr
Noch erfolgreicher wurde Dostal aber mit Musik, über die die Rockfans der 70er eher die Nase rümpften: „Das Lied der Schlümpfe“. 1978 steuerte Dostal den Text bei. Er dachte dabei an seine zweijährige Tochter, wie er später einmal erzählte. Und auch ein Text für Helga Feddersen und Diddi Hallervorden wurde zum Hit: „Die Wanne ist voll“.
Zu Frank Dostals größten internationalen Erfolgen zählt aber das Frauenduo Baccara. Rolf Soja schrieb die Musik, Dostal die Texte – zu Welthits wie „Yes Sir, I Can Boogie“ oder „Sorry, I’m A Lady“. Frank Dostal beschrieb es so: „Die musikalische Richtung muss mich interessieren, und am schönsten ist es, wenn ich den Interpreten mag – zumindest mag, wofür er steht.“

Mit Frank Dostal verliert die deutsche Musikszene aber auch einen, der sich für die Rechte der Musiker eingesetzt hat. Denn jahrelang gehörte er dem Aufsichtsrat der Rechteverwertungsgesellschaft GEMA an. Was das für die Künstler bedeutete, beschreibt Dostal so: „Wir können uns in Ruhe mit der Kunst beschäftigen, während die über 1.000 GEMA-Mitarbeiter im ganzen Land rumflitzen und sagen ‚Du benutzt gerade geistiges Eigentum – und dafür musst Du bezahlen.'“

TheFaces, 1966

The Faces, 1966

Mit hanseatischem Humor, aber auch mit der gebotenen Schärfe habe sich Frank Dostal für die Künstler eingesetzt, würdigt ihn die GEMA. Hamburg hat mit Frank Dostal einen seiner wichtigsten Musik-Macher verloren. (NDR, 19.03.2017)

Als kleine Erinnerung an dieses Urgesteins deutscher Rockmusik seine erste Single, aufgenommen mit den „The Faces“ . Im Februar 1066 gewannen sie den Starclub Beat Wettbewerb … und erhielten dafür nicht nur eine von allen Beatles signierte Gitrre, sondern auch die Möglichkeit, diese Single zu veröffentlichen.
Hört man Frank Dostals Stimme, dann versteht man auf Anhieb, warum die Rattles ihn als Nachfolger für Achim Reichel (der seinen Dienst am Vaterland anzutreten hatte) anheuerte …
Man höre sich mal „Stay Away“ an … da schauen die Pretty Things ganz schön pfiffig um die Ecke …. und das will was heißen !
Und hier auf dem von mir sehr geschätzten GBlog findet man eine feine Hommage an Frank Dostal !
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Besetzung:
Ingo Brandt (guitar),
Frank Dostal (vocals)
Peter Michaelis (bass),
Bernd Schulze (organ)
Nils Taby (drums)

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Frank Dostal

Titel:
01. Cry, Cry, Cry (Malone) 3.00
02. Stay Away (Hildebrandt) 2.32
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Frank Dostal (15. Dezember 1945 – 18. April 2017)

 

Michael Heltau – Wienerische Lieder – himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt (1979)

FrontCover1Nicht wegzudenken von der österreichischen Musikszene ist ganz sicher dieser Michael Heltau, der sich ja eigentlich vorrangig als Schauspieler einen Namen gemacht hat. Und mittlerweile (Jahrgang 1933) ist er über 80 Jahre alt:

Frack und Zylinder wurden zu seinem Markenzeichen: Michael Heltau wurde auf der Theaterbühne und im TV berühmt. Seine Leidenschaft sind aber die Chansons. Mit 80 will der Wahl-Wiener nicht kürzer treten.
Michael Heltau kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Der Österreicher mit bayerischer Herkunft spielte sich als Schauspieler auf der Bühne und im TV in die Herzen der Zuschauer. Als Chansonnier lebt er nun seine Leidenschaft. „Ich weiß um die Sympathie, die das Publikum seit Jahrzehnten für mich hat“, sagte Heltau einmal zum ORF. Daher ist für den Wahl-Wiener auch noch lange nicht Schluss. Kurz vor seinem 80. Geburtstag, den er am Freitag (5. Juli) feiert, begeistert er das Publikum noch immer.
Heltau selbst sah sich immer mehr als „Bühnenmensch denn als Schauspieler“. In den vergangenen Jahren trat er fast nur noch als Chansonnier und Entertainer auf. Im vergangenen Jahr führte er das Publikum im Wiener Burgtheater in das Paris der 1950er und 60er Jahre bei seinem bereits 33. Soloprogramm „Es ist immer jetzt“. Damit tourt Heltau, dem man sein wahres Alter kaum ansieht, bis heute.

Heltau01Michael Heltau wurde am 5. Juli 1933 als Heribert Michael Huber in Ingolstadt geboren. Seine Großeltern und Urgroßeltern erzogen Heltau, der schon früh mit seiner künstlerischen Begabung auffiel und stark gefördert wurde. Mit Kriegsausbruch übersiedelte seine Familie von Bayern ins Salzkammergut, sie wurde 1945 aber wieder aus Österreich ausgewiesen. Sein Abitur absolvierte er in Ingolstadt.
Danach kehrte er wieder in seine Wahlheimat Österreich zurück und besuchte das renommierte Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Sein erstes Engagement ergatterte er 1953 am Stadttheater Würzburg, danach folgten das Bayerische Staatsschauspiel München und das Wiener Theater in der Josefstadt. Innerhalb weniger Jahre avancierte der vielseitige Schauspieler zum Publikumsliebling auf Wiens Bühnen.
1967 gelang ihm auch der Durchbruch als Charakterdarsteller. Er wurde im Wiener Burgtheater engagiert, wo er in den folgenden Jahrzehnten alle großen Rollen der klassischen und modernen Bühnenliteratur spielte. Die Verbindung zum Burgtheater ist bis heute sehr eng. Als langjähriges Mitglied des Ensembles wurde er zuerst zum „Doyen des Burgtheaters“ befördert, dann zum Ehrenmitglied. 1968 bekam er auch die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Doch Heltau, dessen Auftritte in Frack und Zylinder zum Markenzeichen wurden, wollte sich nie festlegen. Schon Mitte der 50er Jahre begann er, auch für den Film zu arbeiten. In den 70er Jahren kamen Erfolge mit Schallplatten dazu. Das deutsche TV-Publikum lernte ihn als Moderator der ZDF-Serie „Liederzirkus“ kennen. Seit dieser Zeit begeistert er eine beachtliche internationale Fangemeinde mit seinen Soloprogrammen. Besondere Anerkennung finden seine deutsche Interpretationen der Lieder des Belgiers Jacques Brel.

Dabei behielt sich Heltau immer den Ruf des bescheidenen Künstlers. Starallüren wurden ihm nie nachgesagt. „Ich interessiere mich überhaupt nicht für mich selbst“, wird er in dem Buch „Auf Stichwort: Michael Heltau“, das zu seinem 75. Geburtstag erschien, zitiert. Für den Österreicher ist laut eigenen Aussagen die Beziehung zu seinen Musikern auf der Bühne eine Liebesgeschichte. „Er sagt immer, wir sind seine Vitamine“, sagte eine Violinistin einmal über die Zusammenarbeit mit Heltau.

Die Rolle des Doktor Brinkmann in der Schwarzwaldklinik lehnte er aber bewusst ab: „Ich kann nicht ein Jahr Leuten den Puls messen und das dazu passende Gesicht machen“, sagte er der Tageszeitung „Die Presse“ dazu. Aber bei den vielen Fernsehengagements, die er im Laufe seines Lebens abgesagt hat, ging es um mehr als einzelne Rollen. Er hielt immer eine kritische Haltung zum Fernsehen: „In der Distanz zwischen Schauspieler und Zuschauer, da spielt sich alles ab, was Theater aufregend macht, in der Luft dazwischen“, sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA einmal.

Doch auch bei anderen Projekten und Posten war Heltau immer sehr wählerisch. Er lehnte Hollywood- und Broadway-Angebote ebenso ab wie Leitungsfunktionen in großen Theaterhäusern. Als Theaterdirektor hätte er vieles machen müssen, was ihm nicht gefallen hätte: „Ein Theaterdirektor ist ein Ermöglicher. Und selbst spielen hätte ich nicht können: Wenn ich gut bin, blockiere ich das Haus, wenn ich schlecht bin, beschädige ich es“, sagte er zur APA.
Rückblickend hätte er bis heute nichts anders machen wollen: „Ich erfülle mir einen Kindheitstraum“, schreibt er auf seiner Homepage. (Salzburger Nachrichten, 2013)
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Hier sein 3. Album bei dem er sich auf kleine Wiener Spezialitäten konzentriert. Was so das ganz spezielle an „wienerischer Musik“ ist, lässt sich – zumindest für mich – schwer in Worte fassen. Das ist so ne ganz spezielle Melange aus schwermütigen, sentimentalen aber auch spitzfindigen Liedern. Und davon bekommt man hier mehr als genug. Und beim letzten Lieder „Alles is hin“ (= O du lieber Augustin) musste ich schmunzeln, erinnerte ich mich doch plötzlich an die Jazz-Rock Version von Blood, Sweat & Tears … so schließen sich die Kreise …
Das Album erhielt eine feine Verpackung und enthält auch eine wohlfeile Jubelaria von Andre Heller auf den Mensch und Künstler Michael Heltau …
Und: auch in der DDR fand diese Scheibe gefallen, denn sie wurde auch auf Amiga Records veröffentlich … na dann … ran an den Speck !

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Besetzung:
Michael Heltau (vocals)
+
Orchester unter der Leitung von Toni Stricker

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Amiga Frontcover

Titel:
01. Schön ist so ein Ringelspiel (Heller/Herz/Leopoldi) 3.50
02. Aschenlied (Raimund/Drechsler) 3.18
03. Mir is alles ans (Traditional) 1.45
04. Und die Zeit (Heller/Stricker) 2.36
05. In einem kleinen Café in Hernals (Herz/Leopoldi) 4.18
06. Wann i nimmer singen kann (Weigel/Steinbrecher) 2.46
07. Lannermusik (Heller/Domanig-Roll) 2.48
08. Hobellied (Raimund/Kreutzer) 2.08
09. I hab die schönen Maderln ned erfunden (Prosel/Schmidseder) 3.29
10. Der Wiener Troubadour (Domanig-Roll) 3.35
11. Sagt er (Traditional) 2.02
12. Alles Is Hin (Traditional/Heller/Stricker) 2.16

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Michael Schorr – Schultze gets the blues (2003)

FilmplakatEin wirklich feiner Film, der da 2003 in die Kinos kam:

Schultze gets the blues ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2003. Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hat Michael Schorr, bundesweiter Kinostart war der 22. April 2004. Schorr hatte seit 1995 an dem Projekt gearbeitet. Gedreht wurde 2002 in Sachsen-Anhalt, Texas und Louisiana.

Die Tragikomödie fällt – mit Ausnahme des Hauptdarstellers Horst Krause – durch weithin unbekannte Schauspieler (teilweise Laiendarsteller), Landschaftsaufnahmen und den Soundtrack mit Zydeco- und Cajun-Musik sowie Polka auf.
In einem abgeschiedenen Dorf in Sachsen-Anhalt (Teutschenthal bei Halle) wird der Bergarbeiter Schultze zusammen mit seinen Kollegen Manfred und Jürgen in den Vorruhestand geschickt. Auf die Drei wartet fortan ein trostloses Leben zwischen Schrebergarten, Kneipe und ihrem Angelplatz, einer Eisenbahnbrücke über der Saale.

Schultze lebt allein und besucht seine demenzkranke Mutter hin und wieder im Pflegeheim. Eines Nachts hört er im Radio zufällig Zydeco-Musik aus Louisiana, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Anstatt seiner gewohnten Polka spielt Schultze nach einiger Überwindung diese Melodie mit seinem Akkordeon sogar beim jährlichen Volksmusikfest seiner Gemeinde, was jedoch beim überwiegenden Teil des Publikums auf Unverständnis stößt. Einige dieser Zuschauer bezeichnen diese ungewohnten Klänge sogar als „Negermusik“.

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Schultze entdeckt den Blues im Radio …

Als von der amerikanischen Partnerstadt des Dorfes, New Braunfels in Texas, eine Einladung für eine Person zu ihrem dortigen Volksfest eintrifft, wird Schultze vom örtlichen Volksmusikverein als Repräsentant ausgewählt. Schon bald nach der Ankunft in den USA muss Schultze aber feststellen, dass die dortige „Wurstfeier“ mit Jodlern und deutscher Nationalhymne nicht mehr als eine schlechte Karikatur der Dorffeste seiner sachsen-anhaltischen Heimat ist. Er entflieht dem Trubel und besorgt sich ein kleines Boot, um damit auf Entdeckungstour zu gehen. Diese führt ihn neben dem Golf von Mexiko auch in die Bayous von Louisiana, wo er schließlich „seine“ Musik findet. Als er mit seinen neuen, amerikanischen Freunden feiert, wird Schultze sehr krank. Es wird nahegelegt, dass er stirbt. Am Ende des Films findet in Teutschenthal eine Beerdigung für Schulze statt, die zu einer Feier seines Lebens wird.

Bei dem Thema, das Schultze nächtens zufällig im Radio erwischt und im Film mehrfach in eigenen Bearbeitungen interpretiert, handelt es sich um „Zydeco from 1988“ der amerikanischen Band Zydeco Force.

Während Schultze an seinem analogen Radio einen anderen Sender sucht, überstreicht er einen kurzen Ausschnitt der 4. Symphonie von Tschaikowski. Derselbe Ausschnitt ist in der Anfangssequenz von Pink Floyds Wish You Were Here zu hören. (Quelle: wikipedia)

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Oder aber auch:
Im tristen anhaltinischen Bergbaustädtchen Teutschenthal möchte eigentlich niemand freiwillig sein Leben oder gar seinen Lebensabend verbringen.
Nach der Frühpensionierung macht sich Schultze (Horst Krause) deshalb hoch erfreut auf ins ferne Texas, um für seinen Volksmusikverein auf dem Wurstfest in New Braunfels aufzuspielen.
Im Land der unendlichen Möglichkeiten muss er jedoch feststellen: Die Welt ist sehr klein, und auch anderswo pflegt man ähnliche Sitten wie in der Heimat.
Regisseur Michael Schorr kommen seine Dokumentarfilmerfahrungen zugute, wenn er in seinem Spielfilmdebüt Realität und Fiktion mischt, die Menschen der Region einbezieht und Laien neben Profis auftreten lässt.
Die brillante Kamera folgt der nicht gerade geschwätzigen Hauptfigur Schultze auf der Suche nach irgendwas, wobei er auf skurrile Gestalten trifft. Die Handlung ist minimalistisch, doch Freunde abseitigen Humors kommen voll auf ihre Kosten.

„Stimmungsvolles, unaufdringlich humorvolles Porträt über Deutschland und seine Tradition am Beispiel eines älteren Mannes, der einen Neuanfang wagt, ohne dafür belohnt zu werden. Der dokumentarisch anmutende, stellenweise reizvoll lakonisch erzählte Spielfilm überzeugt durch den hervorragenden Hauptdarsteller, malerische Bilder und seinen einfühlsamen Umgang mit Musik und Geräuschen.“

Spätes Erwachen:
Das Leben war bisher an Schultze (Horst Krause) relativ unbemerkt vorbeigezogen. Schultze lebt allein in einer traurigen Wohnung in einem traurigen Kaff irgendwo in Sachsen-Anhalt, und er ist darüber im Laufe der Jahre zu einem wortkargen Kerl geworden. Sein Alltag besteht aus dem Job in der Mine, dem örtlichen Musikverein und Kneipenbesuchen mit seinen Kumpels Jürgen und Manfred. Als alle drei quasi über

Michael Schorr

Michael Schorr

Nacht unfreiwillig in den Vorruhestand versetzt werden, werden die Tage noch trister. Seine Freunde finden sich schnell mit der neuen Lage ab und suchen sich aufregende Hobbies wie Angeln oder Schrebergärten. Aber die haben ja auch Familie.

Da taucht, von jenseits von Schultzes begrenztem Horizont, ein kleines Licht aus der Dunkelheit auf: Schultze stolpert beim Radiohören über Zydeco-Musik, und die weckt eine bisher ungeahnte Sehnsucht in ihm. Fortan interessiert er sich für alles, was mit dem amerikanischen Süden zu tun hat, und als er beim alljährlichen Musikwettberwerb statt einer Polka oder eines Volksliedes einen Zydeco-Song auf dem Akkordeon spielt, kommt es zum Eklat – sein Vortrag wird als „Negermusik“ beschimpft.

Doch Schultze lässt sich nicht von seinem geheimen Traum abbringen. Er nimmt kleine Jobs an, um sich eine Reise nach Texas zu finanzieren. An dem Tag, als er zum Reisebüro kommt, ist das Angebot („EUR 699,-„) nicht mehr gültig. Da kommt ihm das Glück zu Hilfe: Der Musikverein erhält die Einladung, ein Mitglied zu einem Wettbewerb in Texas zu entsenden. Da sich niemand traut, fällt die Wahl auf Schultze. Und so tritt Schultze die erste große Reise seines Lebens an …

Schultze gets The Blues ist einer dieser seltenen Filme, die einen unerwartet treffen und gefangen nehmen. Voller Wärme, leisem Witz, Dramatik, einer ungeheuren Portion Wahrhaftigkeit und einer tollen Story. Es stimmt einfach alles, und man fragt sich, woher ein Debütant (Schorr) diese Weisheit und dieses Gespür nimmt. Und dabei auch noch den Mut aufgebracht hat, alles so zu realisieren, wie es ihm vorschwebte. Dabei ist er einige Risiken eingegangen, denn der Film ist unglaublich ruhig, unspektakulär und langsam erzählt. Die Kamera harrt in endlos langen Einstellungen aus, größtenteils sogar ohne eigene Bewegung. Die Darsteller treten aus dem Off ins Bild, und oft genug verlassen sie es wieder. Die Kamera bleibt stehen und lässt die leere Szene auf den Zuschauer wirken. Und dafür ist man dankbar, denn man hat Zeit, über das gerade Gesehene nachzudenken. Viele mögen das langweilig finden (und oft genug sind solche zur Langsamkeit stilisierten Filme das auch), aber ich kann nur versichern, dass die Langsamkeit in diesem Fall funktioniert. Der Film ist ein Meisterwerk, und man muss kein Cineast sein, um das zu sehen.

Horst Krause

Horst Krause, 2017

Einen sehr großen Anteil an der Wirkung des Films hat ohne Frage Horst Krause. Sein „Schultze“ ist derart echt und nachvollziehbar, dass es manches Mal weh tut. Denn ohne dass über die Vergangenheit geredet wird, erfährt man unglaublich viel über den Menschen Schultze, sein Leben und seine Einsamkeit. Horst Krause spielt zurückgenommen, aber eindringlich, und bleibt dabei wohltuend unakademisch und uneitel. So addieren sich die kleinen Gesten schließlich zu einem sehr lebendigen Bild eines Menschen. Dabei wird nicht viel gesprochen, aber das ist auch gar nicht nötig. Im Gegenteil, man würde den Menschen Schultze und die erzählte Geschichte ebenso verstehen, wenn man die Sprachausgabe wegdrehen würde (den Ton müsste man allerdings anlassen, denn die Musik spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Figur).

Die zweite Hälfte des Films spielt in Amerika, und wir erleben, wie Schultze, allein in der Fremde und der Sprache nicht mächtig, durch seine Unvoreingenommenheit und Offenheit Menschen für sich gewinnt (und das gilt natürlich auch für die Zuschauer). Schließlich landet er in den Sümpfen auf dem Hausboot einer dunkelhäutigen Frau und ihrer Tochter. Wie die Beziehung der beiden zueinander ist, wird nicht klar – Details spielen aber auch keine Rolle, denn es wird deutlich, dass Wärme und Sympathie im Spiel sind. Dass Schultze längere Zeit auf dem Hausboot lebt, wird einem klar, wenn seine Kumpels ein Bild von Krause auf dem Hausboot betrachten.

Schließlich stirbt Schultze. In dem Moment, in dem er – und man glaubt gerne, dass es das erste Mal überhaupt ist – sein Glück gefunden hat. Ein passendes Ende, das auch keineswegs so bitter ist, wie man vielleicht glaubt. (Sein Tod ist friedlich. Woran er stirbt, ist nicht ganz klar. Ich tippe auf Erschöpfung, denn auf der vorausgegangenen Fete hatte er einen Zusammenbruch.)
Der Film endet mit Schultzes Beerdigung in seinem Heimatdorf. Die Kapelle spielt die Zydeco-Melodie, die Schultze im Radio gehört hat und die ihn schließlich nach Amerika führte.

Schultze Gets The Blues erinnert mich, trotz aller Unterschiede, ein wenig an Dead Man: Beide Filme haben eine ähnliche Erzählweise, beide wurden mit überschaubarem Budget gedreht, und in beiden Filmen wird die Geschichte eines Menschen erzählt, der sein vertrautes Milieu verlässt und dadurch sowohl Lebenssinn als auch Tod findet.

Schultze Gets The Blues ist ein Glücksfall. Der Film spricht auf wunderbar unmittabere Weise das Gemüt an und ist gleichzeitig ein cineastischer Leckerbissen. Unbedingt angucken! (Rainer Bublitz 12/2005)

Ein Film, der vordergründig ausschließlich Verlierer zeigt … aber der Schultze, der zeigt uns dann, was ne Harke ist !

Prost Schultze ! Auf das Leben !

Gedreht im Herbst 2002 in Sachsen-Anhalt,
Louisiana und Texas.

Besetzung:
Anne v. Angelle (Aretha)
Rosemarie Deibel (Frau Lorant)
Wilhelmine Horschig (Lisa)
Horst Krause (Schultze)
Karl-Fred Müller (Manfred)
Harald Warmbrunn (Jürgen)

u.v.m.

Regie: Michael Schorr
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Fassungslosigkeit macht sich breit: Eine junge Bedienung und dann auch noch weiblich

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Und dann tanzt sie auch noch …

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Schultzes Zydeco kommt nicht gut an, beim Musikverein Harmonie e.V.

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Reisepläne ?

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Das Geburtstagsgeschenk: Eine Reise nach Texas

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Seine zwei besten Freunde bleiben zurück …

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Viel skurriler geht´s nicht: Ein Bad neben der Tankstelle

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Nicht minder skurril: Jodelmusik in Texas

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Und die Freunde in der Heimat vermissen ihn …

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Schultze lässt sich treiben …

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Schultze wird wagemutiger: Volle Fahrt voraus …

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… klappt bloß nicht, wenn das Benzin ausgeht.

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Ein paar Amis auf Entenjagd …

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… Schultze hat auch was davon

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Schultze wird noch wagemutiger

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Und hier spielt die Musik, die er gesucht hat

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Good night, Mr. Schultz

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And the Music goes on and on and on ….

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„Nun lasset uns Abschied nehmen von unserem Herrn Schultze“

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* (in 2 Teilen)

** (beide Teile in einem Aufwasch)

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Musealog – 15 Jahre Musealog – Die Museumsakademie (2013)

Titel

Da gibt es einen Verein, der trägt den sperrigen Titel „Verein zum Erfassen, Erschließen und Erhalten der historischen Sachkultur im Weser-Ems-Gebiet e.V“

Die Geschichte hinter diesem Verein liest sich wie folgt:

„Unterstützt vom Land Niedersachsen gründeten u.a. Vertreter des Museumsdorfes Cloppenburg, des Ostfriesischen Landesmuseums Emden, der Oldenburgischen Landschaft, der Ostfriesischen Landschaft und der Emsländischen Landschaft den Verein zum Erfassen, Erschließen und Erhalten der historischen Sachkultur im Weser Ems Gebiet e.V. zum Zweck der Förderung des verantwortlichen Umgangs mit Kulturgut durch die Aus- und Fortbildung von Museumswissenschaftlern.

Entsprechend der Satzung bildet seither die fachliche und praktische Weiterbildung von Wissenschaftler(inne)n durch das Projekt MUSEALOG ein zentrales Tätigkeitsfeld des Vereins.

In den vergangenen 15 Jahren haben über 380 Akademiker/innen MUSEALOG erfolgreich abgeschlossen und ihren beruflichen Weg in zahlreiche Museen, Bildungs- und Kultureinrichtungen gefunden.

2012 ist MUSEALOG 15 Jahre alt geworden und im Februar 2013 wird der 20. Kurs starten. Diese Jubiläen erfüllen uns ein klein wenig auch mit Stolz und wir nehmen es zugleich als Verpflichtung, weiterhin erfolgreich arbeitssuchenden Akademiker(inne)n einen Weg in eine neue berufliche Zukunft zu eröffnen.“

15 Jahre waren dann diesem Bildungsträger Anlass genug, ne Jubel-Broschüre zu veröffentlichen … klar, klappern gehört zum Handwerk !

Zieht man mal den Werbecharakter dieser Broschüre ab, so erfährt man einiges Wissenswertes über die museale Zunft … z.B. wieviel interessante Museen es in Norddeutschland gibt und wie der weitere Berufsweg von ausgesuchten und natpürlich erfolgreichen Absolventen dieses Bildungsangebotes ausgesehen hat.

Und dem geneigten Leser dieser blogs wird es sicherlich nicht überraschen, dass ich genau für jenes museale Treiben viel Sympathie aufbringe. Daher die Broschüre zum angucken.

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Beispiel03

Beispiel04

Beispiel05

 

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(Diesmal ohne Passwort)

 

 

Erwin Lehn – The German Jazz Hurricane (1956)

FrontCover1Ein wahres Schwergewicht der deutschen jazzorientierten Unterhaltungsmusik der Nachkriegszeit.

Erwin Lehn (* 8. Juni 1919 in Grünstadt, Pfalz; † 20. März 2010 in Stuttgart) war ein deutscher Musiker und Orchesterleiter.

Lehn besuchte die städtische Musikschule in Peine und erhielt Violin-, Klavier- und Klarinettenunterricht, absolvierte jedoch kein Musikstudium. Seine musikalische Laufbahn begann 1945 als Pianist und Arrangeur in dem von Michael Jary geleiteten Radio Berlin Tanzorchester, das er von 1947 bis 1951 zusammen mit Horst Kudritzki leitete. Hier entstanden auch erste Schallplattenaufnahmen, unter anderem mit Helmut Zacharias und Walter Dobschinski.

Am 1. April 1951 gründete er das Südfunk-Tanzorchester des Süddeutschen Rundfunks

ErwinLehn1946

Erwin Lehn, 1946

(SDR) in Stuttgart, das er bis 1992 leitete. Es entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit von einer Rundfunk-Kapelle zu einer modernen swingenden Big Band: Erwin Lehn und sein Südfunk-Tanzorchester. Neben der Band von Kurt Edelhagen beim Südwestfunk wurde das Südfunk-Tanzorchester in den folgenden Jahren zu einer der führenden Swing-Big-Bands in der Bundesrepublik Deutschland. Zahlreiche Gastauftritte bekannter Jazzmusiker der 1950er und 1960er Jahre zeugen von der Anerkennung, die der Orchesterleiter in der Fachwelt genoss.

Einige seiner Mitglieder gründeten später eigene Orchester, u. a. Horst Jankowski, Peter Herbolzheimer, Klaus Weiss und Ernst Mosch.

Mit Dieter Zimmerle und Wolfram Röhrig begründete Lehn 1955 für den SDR die Sendung Treffpunkt Jazz. Dort musizierte Lehn mit internationalen Jazz-Größen wie Miles Davis, Benny Goodman, Stan Getz, Lester Young, Chick Corea oder Chet Baker.
Lehn hatte jedoch auch keine Berührungsängste gegenüber guter Unterhaltungsmusik außerhalb des Jazz. Dies beweist die Zusammenarbeit mit vielen Größen dieses Genre wie Alice Babs, Josephine Baker, Bibi Johns, Greetje Kauffeld, Angelina Monti, Marika Rökk,Anneliese Rothenberger, Caterina Valente, Peter Alexander, Bully Buhlan, Udo Jürgens und Bill Ramsey.

Er komponierte und textete zahlreiche Schlager und schrieb die Musik zu mehr als 50 Spielfilmen. Gemeinsam mit Paul Kuhn und Max Greger bestritt er zahlreiche Konzerttourneen. Mit seinem Südfunktanzorchester war er auch für den musikalischen Rahmen in zahlreichen Unterhaltungssendungen von Hans Rosenthal (Allein gegen alle, Spaß muß sein, Frag mich was) im Sendegebiet des Süddeutschen Rundfunks verantwortlich.

1992 gab Lehn die Leitung des Orchesters ab, das seither mit wechselnden Dirigenten auftritt und 1998 im Rahmen der Fusion von SWF und SDR in SWR Big Band umbenannt wurde.

ErwinLehnBand

Die Erwin Lehn Band in den 50er Jahren

1976 übernahm Lehn die Leitung der Big Band an der Stuttgarter Musikhochschule[1], an der er 1985 auch zum Honorarprofessor ernannt wurde, und erwarb sich dadurch große Verdienste in der Förderung des Musiker-Nachwuchses. Dafür wurde er am 27. April 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 1997 gab er die Leitung der Band an Bernd Konrad ab.

Erwin Lehn wurde 2001 für sein Lebenswerk mit der German Jazz Trophy geehrt. Er war bekennender Fan der Stuttgarter Kickers, für deren Vereinslied er die Musik schrieb. (Quelle: wikipedia.de)

Für aufgeweckte Geister gab es nach der Nazi-Diktatur wohl vor allem moderne Literatur, Kabarett und Jazz, um die wieder gewonnene Freiheit zu zelebrieren. Und einer, das ganz besonders famos verstand war Erwin Lehn:.

Nachzuhören auf dieser feinen LP (1p „) aus dem Jahr 1956. Und so wurde er auf der Rückseite der LP-Hülle angepriesen:

BackCoverLinerNotes
Und wir hören überschäumenden Big-Band Jazz …. dass es eine Freude ist … und warum auch immer … ich bringe diese quirlige und dynamische Musik stets in Zusammenhang mit jener Erleichterung, dass der Nazi-Terror vorbei ist … ein jubilierendes, triumphales Album … das bis heute an Glanzkraft, an Energie, an Spielfreude und an Virtuosität nichts verloren hat … Und von daher konnte der Titel dieser LP „The German Jazz Hurricane “ nicht passender sein.

Von daher: Prädikat zeitlos !
Neben Horst Fischer und Horst Jankowski hören wir übrigens auch einen Ernst Mosch … ja genau den Ernst Mosch … *seufz* ….

Werbeanzeige1955

Werbeanzeige aus dem Jahr 1955

Besetzung:
Werner Baumgart (saxophone, clarinet)
Georg Ernszt (trumpet)
Horst Fischer (trumpet)
Horst Jankowski (piano)
Erwin Lehn (vibraphone)
Ernst Mosch (trombone)
Herman Mutschler (drums)
Gerald Weinkopf (saxophone, flute)
Peter Witte (bass)

BackCover1

Titel:

01. Drummer’s Holiday (Flor) 3.24
02. Lester Leaps In (Young) 2.59
03. Blues für Tenorsaxophon (Weinkopf) 3.34
04. Stratospähre (Baumgart) 2.50
05. C-Jam Blues (Ellington) 3.34
06. South African Clipper (Gutesha) 3.10
07. The Lady Is A Tramp (Rodgers) 3.22
08. Jumping With Symphony Sid (Shearing) 2.44

Label1

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LehnDavis

Erwin Lehn mit Miles Davis

Friedhof (1971/1973 ?)

LPFrontCover1Da nennt sich Anfang der 70er Jahre eine westdeutsche Band „Friedhof“ und veröffentlicht dann als Privatpressung ein gleichnamiges Debütalbum und dann beginnt dieses Debütalbum mit dem Titel „Orgasmus“ … dann weiss man, was es geschlagen hat. „Heavy Psych Rock/Krautrock“ ist dann das Etikett …

Und wenn dann ein „Orgasmus“ so klingt, wie auf dieser LP, na dann … gute Nacht !

Aber, ich will nicht verhehlen, dass solche Scheiben bei Sammlern von obskurem Zeug ganz hoch oben steht. Und einer davon ist so richtig begeistert …:

„Es ist wieder Zeit für einen Griff in meine Obskuritätenkiste und dieser fördert ein Album von 1973 zutage, welches bis heute nichts von seiner faszinierenden Art verloren hat. Der Freund eines Freundes hat es sich als Original LP 1974 auf einem Konzert der Band gekauft, ich habe eine CD Wiederveröffentlichung über LOST PIPE DREAMS Records aus den 90ern. Ich nehme an, es handelt sich um eine niedersächsische Band, ein Powertrio, welches sich dem harten, jammigen Rock verschrieben hat, der deutlich im Blues wurzelt und durch seine lockere, verspielte Weise einen psychedelischen Touch mitbekommen hat, in den härteren Momenten aber sogar bis zum gemässigten, boogielastigen englischen Metal der späten 70er und frühen 80er vordringt. Fünf bis sechs Jahre war dieses Trio seiner Zeit in manchem Moment voraus, ansonsten schon an ihrem Pulse. Der Opener „Orgasmus“ wird dann auch seinem Titel gerecht, eine dunkle, intensive Jamorgie mit Wahwah – Gitarren, hypnotischem Beat und sich ständig steigernder Dramatik, die sich nach dem Höhepunkt wieder in sanfter Kurve nach unten bewegt und den Hörer mit sich reißt, direkt in einen Zustand kompletter Ekstase. Über elf Minuten geht diese feurige Abfahrt mit ihren stets brodelnden Gitarrenläufen.

Label

Label einer obskuren Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2003 (hier wird – entgegen anderen Quellen – das Jahr 1971 – als Erscheinungsjahr angegeben.


„Nothing at all“ hat sogar über zwölf Minuten Laufzeit und gerät vom straighten Heavyrock mit Boogieeinflüssen in ein infernalisches Powersolo, bei dem Bass und Schlagzeug verstummen, um dem Gitarristen Ernst Ulrich Freitag den Raum zu geben, in einem Zustand völliger Besessenheit die Saiten zu bearbeiten. Drummer Rainer Bartl übernimmt hiernach die Führung mit einem tosenden, polternden, entfesselt wirkenden Drumsolo, welches die Ekstase des Hörers noch zu steigern weiß. Wild und zutiefst spirituell trommelt Rainer sich fort aus dieser Dimension, bevor EUF wieder mit harten, sägenden Riffs einsetzt und schließlich ein schier endloses Powersolo abfeuert. Basser Norbert Schulz fällt eigentlich nicht so auf, sorgt aber mit seinem kraftvoll pumpenden Spiel für einen soliden Grund, auf dem sich die Stücke entwickeln können. Die Band ist perfekt aufeinander eingespielt, sie geht ab wie eine Rakete. Der Bandname irritiert ein wenig, denn mit Düstermusik hat das eigentlich nichts zu tun, es ist einfach ungezähmter, aufgewühlter Heavyrock ohne Gesang, der dennoch wieder und wieder markante Punkte zeigt, an denen sich der geneigte Fan orientieren kann. Im Vergleich könnte ich BUFFALO (Australien), BLUE CHEER, BUDGIE, GROUNDHOGS und TIGER B. SMITH (D) anführen, Bands mit immens kräftigem, zermalmend wuchtigem Klang. Die Aufnahmen bringen ein feines Livefeeling mit, obwohl ich gerade beim Opener Overdubs vernehme, denn bei einer Gitarre kann man nicht gleichzeitig klackernde Wahwah – Rhythmen und fetzige Leads spielen. Egal, das Feeling ist korrekt, die Songs sind trotz der jammigen und aus den Fugen geratenen Art packend und reißen unweigerlich mit. Bei „Undertaker’s joy“ dominiert ein flotterer Hardrock, wobei EUF seine Leadgitarre ohne Unterlass jaulen lässt, aber auch tolle Leitharmonien spielt, die ebenfalls wieder von Overdubs künden, da sie phasenweise zweistimmig daherkommen. Toll ist die Abfahrt der Leadgitarre über einem treibenden Schlagzeug in der Songmitte, bei dem der Bass komplett aussetzt. EUF wütet wie ein Losgelassener auf seiner Les Paul herum, voller Leidenschaft, voller Leben. Die Melodien sind sehr eindringlich und verweilen beim andächtig lauschenden Phreak. Einige derbe Heavyriffs und wüst verzerrte Soli übernehmen das Ruder, zersägen allen Widerstand, den ein potentieller Fan aufbringen könnte in einem Augenblick. EUF spielt verrückte, eruptive Läufe, die scheppern und krachen, als wären zehn Gitarren am Werk. „Setting sun“ beginnt besinnlich und sentimental mit einem entspannten Sonnenuntergangsgefühl. Doch das währt nicht ewig, denn ein treibender Heavyrock setzt ein, über donnernden Rhythmen scheppern die WahWah – Gitarren und EUF setzt noch einmal seine feurigen Leads darüber. Ganz unvermittelt bricht das Stück ab und ein eingängiges Hardrockriff mit Schlagzeugbreaks eröffnet „Clear blue sky“, einen melodischeren Song mit tollen, doppelläufigen Gitarrenmelodien, die ein leicht folkig, versponnenes Feeling mitbringen. WISHBONE ASH auf Underground. Sehr eingängig und emotionsgeladen hardrocken sich die drei Jungspunde durch das Stück. Hier scheint sieht man sehr gut die mögliche Entwicklungsrichtung der Band für zukünftige, aber leider niemals realisierte Alben. Dieses Stück ist verdammt eindringlich komponiert, die Gitarrenläufe sind nicht unbedingt megaheavy, strotzen jedoch nur so vor Kraft und wilder Lust. EUF jagt erneut, ein letztes Mal, wie ein Berserker seine Les Paul solotechnisch durch die Hölle und zurück, während Norbert und Rainer ihm ein grooviges Fundament dazu stricken.

Du kannst gar nicht anders und musst einfach ausflippen, drehst Dich im Kreise, wirbelst wie ein Derwisch durch die Gegend, bist nicht mehr in dieser Welt. Der Mittelteil mit seinen ausladenden Soloeskapaden der Gitarre ist einfach wahnwitzig. Schade darum, dass dies die einzige Veröffentlichung von FRIEDHOF blieb, angesichts dieses Talents. Nicht einmal posthum haben findige Krautrocklabels noch weitere köstliche Kleinode aus der Klangschmiede dieser Band entdecken und uns zugänglich machen können. Wer weiß, was da noch im Verborgenen schlummert! Solch eine Platte fickt definitiv neunundneunzig Prozent aller tumben Stoneracts auf diesem Planeten mit einer dem Bandnamen gänzlich entgegenstehenden Lebensfreude. Amen! „ (Quelle: sirlorddoom.blogspot.de)

 

Also, ich bin da nicht ganz so euphorisch, deshalb mein Prädikat: ambitioniert aber ein wenig arg hölzern … und meine Gedanken wandern in jenen Übungsraum im damaligen Jugendzentrum Unterhaching, wo der junge Riffmaster mit Enthusiasmus seinen Bass zupfte … in jener Band, die sich „Dying Sun“ nannte … und wir spielten schauderhaft schöne Musik und die Groupies strömten nur so herbei … *gggg*

Ach ja … und wo sind die Jungs heute ? Meldet euch doch mal … wir könnten ja mal ein Bier trinken gehen …

LPBackCover

Personnel:
Rainer Bartl (drums)
Ernst-Ulrich Freitag (guitar)
Norbert Schulz (bass, percussion)

CDBooklet

Titel:
01. Orgasmus (Schulz) 11.23
02. Nothing At All (Bartl/Freitag/Schulz) 12.07
03. Undertaker´s Joy (Freitag) 7.22
04. Setting Sun (Freitag) 3.58
05. Clear Blue Sky (Part 1) (Freitag) 6.24
06. Clear Blue Sky (Part 2) (Freitag) 2.28

CD1

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