Floh De Cologne & Dieter Süverkrüp – Vietnam (1968)

FrontCover1Und jetzt kommt Politrock … und zwar von einer Gruppe, die sich wohl als erste so ganz konsquent ausschließlich politischen Themen zuwandte:

Floh de Cologne war eine zwischen 1966 und 1983 aktive Kölner Politrock-Band und Kabarettgruppe der linken außerparlamentarischen Opposition und des Umfelds der Neuen sozialen Bewegungen in der westdeutschen Bundesrepublik.
Floh de Cologne wurde am 20. Januar 1966 von Kölner Studenten zunächst als Politkabarett gegründet. Die Band stammte aus der Kölner APO um den SDS, ihre politische Ausrichtung veränderte sich über die Jahre hinweg zu einer klar dialektisch-marxistischen Position; unabhängig voneinander traten die Mitglieder der Band zwischen 1970 und 1973 in die DKP ein.

Ihr legendärster Auftritt bleibt wohl der auf dem Fehmarn-Festival am 6. September 1970 nach Jimi Hendrix; dies war dessen letzter Auftritt vor seinem Tod. 1973 trat Floh de Cologne als musikalischer Teil einer westdeutschen Abordnung bei den X. Weltfestspielen der Jugend in Ost-Berlin auf. Ab 1980 waren Teile der Band (Vridolin Enxing als Vorsitzender) aktiv bei Rock gegen Rechts, im selben Jahr erhielt die Gruppe den Deutschen Kleinkunstpreis zusammen mit Gerhard Polt. 1983 löste sich Floh de Cologne auf. (Quelle: wikipedia)

Floh de Cologne im Jahr 1969: v.l. Gerd Wollschon, Hansi Frank, Markus Schmid, Dick Städtler, Dieter Klemm
Floh de Cologne im Jahr 1969: v.l. Gerd Wollschon, Hansi Frank, Markus Schmid, Dick Städtler, Dieter Klemm

Auf diesem Debütalbum war dann auch noch ein gewisser Dieter Süverkrüp , der sich schon damals einen Namen als kritischer Geist und Liedermacher gemacht hatte, während Floh de Cologne noch die klassischen Nobodies waren.
Die Musik mag ja aus heutiger Sicht ein wenig hölzern wirken … die Texte jedoch waren und sind bitter, böse und leider mehr als zutreffend.

Für mich war das damals eine einerseits schmerzliche Zeit … musste ich doch Abschied nehmen von den „großen USA“, die mir Kaugummi und Cocal Cola (und den Blues) gebracht haben …  dieser Erkenntnisprozeß war mühsam … aber notwendig und begleitete dann auch noch meine Pubertätszeit …  Die Zeit war damals reif, sichvon Illussionen zu verabschieden.

Texte wie diese haben entscheidend dazu beigetragen.
Dieter Süverkrüp

Dieter Süberkrüp, 1963

 Besetzung:
Britta Baltruschat (vocals)
Hans-Jörg Frank (drums, vocals)
Dieter Klemm (bass, Percussion, vocals)
Markus Schmidt (guitar, bass, vocals, piano)
Gerd Wollschon (vocals, bass, percussion)
+
Dieter Süverkrüp (vocals, guitar)
BackCover1

Titel:
01  Einführung (Schmidt/Baltruschat/Frank/Klemm/Wollschon) 1,34
02. Ansprache (Weiss) 1.32
03. Zuerst kommen… (Schmidt/Wollschon) 3.18
04. Tango (Hitler/Springer/Lodge/Satre/Johnson/Taylor/McNamara/Thant) 3.34
05. Western-Ballade (Süverkrüp) 1.40
06. Kinderlied I (Traditional/Schmidt) 0.13
07. McNamara 62 (Dallas Morning News/Express International/cNamara) 1.35
08. Kinderlied II (Traditional/Schmidt) 0.09
09. Partisanenbekämpfung (Süverkrüp) 1.05
10. Kinderlied III (Traditional/Schmidt) 0.09
11. Interview (McNmara/The Sun) 0.30
12. Hexenverbrennung (Süverkrüp) 1.46
13. Vater unser (Wollschon) 0.31
14. Rein technisches (Süverkrüp) 0.53
15. Zitat (The New York Times) 0.45
16. Viet-Test (Schmidt/Der Spiegel) 3.35
17. Führung (Russell) 1.16
18. Wirtschaftsbericht (Süverkrüp) 0.43
19. Kapitalismus, 1. Teil (Süverkrüp) 2.18
20. Jack Miller (Schmidt) 3.54
21. Sprüche (Goldberg/Schmidt/Baltruschat/Frank/Klemm/Wollschon/Ball/Lodge/Johnson/Thant) 1.08
22. Kapitalismus, letzter Teil (Süverkrüp) 3.25

LabelB1

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GerdWollschon

Gerd Wollschon (* 11. Februar 1944 in Zobten; † 9. September 2012) war ein deutscher Autor, Musiker und Kabarettist.

Wollschon war bis 1978 Texter der Rock- und Kabarettgruppe Floh de Cologne (auch Bass, Percussion, Gesang) und danach Autor seines „Solokabaretts für Staatsfeinde“ (1979). Die FAZ sah Wollschon hierin ein „vielfarbiges Bild“ entwickeln, eine „prächtige Kulisse gesellschaftlicher Zustände; seine Akteure – Polizisten, Nationalisten, Feministen und Sozialisten“ – lasse er „schonungslos nach seiner satirischen Pfeife tanzen“. Der Hessische Rundfunk hob den „formalen Einfallsreichtum“ des Programms hervor. Für Hanns Dieter Hüsch verfasste der Satiriker überdies die TV-Serie Der goldene Sonntag mit.
Mit seiner Frau Saskia war Wollschon in den 1970ern auch Herausgeber der Sudelbücher mit Texten von satirischen Liedermachern wie Franz-Josef Degenhardt, Franz Hohler, Hanns Dieter Hüsch, Diether Dehm oder Hannes Wader. Als Buchautor zeichnete er verantwortlich für die Sudel-Lexika (1977 und 1983) und für eigene Satirebände. Wollschon wanderte in die Karibik aus. Die letzten Jahre lebt er u. a. in Altea an der Costa Blanca.
Gerd Wollschon verstarb am 9. September 2012 nach längerer schwerer Krankheit.

 

 

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