Herman van Veen – Wunder was (1975)

FrontCover1Hier mal das zweite deutschsprachige Album von Herman van Veen, der Mite der 70er Jahre seinen Siegeszug in Deutschland antrat … und dabei insbesondere die Herzen der Damen erwärmte … Was mich Amals allerdings eher wurmte, denn mein damaliger musikalischer Geschmack war eher auf harten Rock geeicht … und damit konnte man sich tendenziell nicht so sonderlich beliebt machen … speziell bei den Damen, auf die ich „scharf“ war (um das mal so platt zu formulieren).

Aber mit diesem Album machte es Herman van Veen einem auch nicht so leicht:

Hier versteckt sich das Grauen unter einer Szene zum Hingucken. Was ist mit „Arme Mo“, und wie konnte es so kommen? Was versteckt der Mann mit Frack und Stock und Hut? Und warum regnet es ausgerechnet beim Umzug der „Klitschnassen Clowns“? Der holländische Sänger, Clown, Mime und Pädagoge Herman van Veen fragt mehr, als er antwortet. Und auf dieser Platte sind es – schonungsloser als oft – Fragen zur Bedauerlichkeit des menschlichen Lebens. Diese – interessante – Platte nur mit einem lieben Menschen oder anderen Trostspender hören! … (so ein Kunde bei Amazon)

Und heute … hat sich die Szenerie für mich verändert … und ich kann die Intensität der Texte und der Musik des poetischen Querdenkers genießen ohne Ende … und mit der Damenwelt hat es dann doch noch geklappt ….

Aber noch kurz ein Wort über den Übersetzung all der Texte in unsere Muttersprache:

Thomas Woitkewitsch (* 18. August 1943) ist ein deutscher Fernsehredakteur, Liedtexter und Übersetzer.

Thomas Woitkewitsch begann seine Fernsehlaufbahn beim WDR, wo er für die Shows von Rudi Carrell verantwortlich war. Mit dem Produzenten der Show Am laufenden Band, Alfred Biolek, entdeckte er in den Niederlanden den Liedermacher Herman van Veen und engagierte ihn für die Carrell-Show.

Thomas Woitkewitsch

Thomas Woitkewitsch

Woitkewitsch übertrug erste Texte für van Veen ins Deutsche; so begann seine Liedtexterkarriere. Bis heute ist er van Veens deutscher Stammtexter. Für Rudi Carrell textete er Hits wie Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?. Außerdem produzierte er gemeinsam mit Biolek für den WDR die deutschsprachigen Folgen von Monty Python’s Fliegender Zirkus. Ende der 1970er Jahre schrieb er für Milva die Texte zur Musik von Vangelis und Mikis Theodorakis.

Neben der Arbeit an Liedtexten schreibt Woitkewitsch die Drehbücher für Fernsehshows wie Plattenküche und übersetzt Musicals aus dem Englischen ins Deutsche.

Er gehört zu den Unterstützern und festen Dozenten der Celler Schule. (Quelle: wikipedia)

vanVeen

Besetzung:
Laurens Van Rooyen (piano)
Harry Sacksioni (guitar)
Herman van Veen (vocals, violin)
Erik van der Wurff (keyboards)

BackCover1

Titel:
01  Sie sagt nicht viel (Pilgram/Chrispijn) 3.32
02. Der Mann auf der Bank (v.Veen/v.d.Wurff/Sacksioni/Chrispijn) 2.34
03. Gut für eine Nacht (v.Veen/v.Rooyen) 2.46
04. Das Liebeslied (v.Veen(v.Rooyen) 2.03
05. Die Schlacht bei Darum (v.Veen/v.d.Wurff/Chrispijn) 2.42
06. Ein Wiedersehn (v.Veen/v.d.Wurff) 4.23
07. Aus dem Traum (v.Veen(v.Rooyen/Chrispijn) 3.21
08. Oma (v.Veen/v.d.Wurff) 3.12
09. Zerbrechlich (Sacksioni) / Je nachdem (v.Veen/v.d.Wurff) 5.32
10. Arme Mo (v.Veen(v.Rooyen) 2.00
11. Klitschnasse Clowns (v.Veen/v.d.Wurff/Chrispijn) 2.51

Deutsche Texte: Thomas Woitkewitsch

LabelB1
*
**

Da marschieren klitschnasse Clowns,
doch die Leute, die den Umzug sehn, durchnässt,
tragen viel bessere Masken –
raffiniert und wetterfest.
Wie geschickt verbirgt die Frau dort,
dass ihr Mann sie grün und blau schlägt!
Und wer erkennt im Ausgehkleid
schon das Leid ringsherum!
Und währenddessen fällt der Regen,
und Kinder patschen mit Sonntagsschuhn
mitten in Pfützen hinein,
und Mütter bemühen sich verzweifelt
die Knirpse ins Trockne zu schrein.

Man sammelt Geld für die Kriegsbekämpfung
Fenster reizen zum Kauf.
Die Geldwelt reibt sich die Hände,
denn die Rechnung geht glatt auf.
Auf dem Markt steht das Denkmal
ein ehrenwertes Schlitzohr –
der Lohn für die perfekte Gaunerei.
Hagel prasselt herab. Väter fluchen.
Beim Bahnhof eine Schlägerei.
Es wird plötzlich finster.
Der Himmel hängt nun ganz tief.
Es blitzt! Da, nochmal!
Gott macht ein Foto von der Stadt fürs Archiv.
Dreißig Methoden, um Büsten festzuhalten.
Frauenfleisch auf Papier.
Mütter zerren die Söhne weiter.
Greise verspüren Gier.
An dem Stand, wo’s nach Fett stinkt,
kauft ein Fettwanst eine Bratwurst
und stopft sie hastig in sich hinein.
Spatzen kontrollieren, was er wegwirft,
daneben hebt ein Hund sein Bein.
Und überall Scherben, Betrunkene torkeln,
und einem wird schlecht.
Lautsprecher dudeln.
Menschen in Rudeln,
ein Bettler spielt Brecht.
Da marschieren klitschnasse Clowns,
doch die Leute, die den Umzug sehn, durchnässt,
tragen viel bessere Masken –
raffiniert und wetterfest.
Wie geschickt verbirgt die Frau dort,
dass ihr Mann sie grün und blau schlägt!
Und wer erkennt im Ausgehkleid
schon das Leid ringsherum!
Und währenddessen fällt der Regen,
und Kinder patschen mit Sonntagsschuhn
mitten in Pfützen hinein,
und Mütter bemühen sich verzweifelt
die Knirpse ins Trockne zu schrein

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