Musik Joker (Zeitschrift) – Nr. 21 (Oktober 1976)

TitelDass ich Produkte aus dem Hause „Springer“ kaufte, kam wahrlich nicht oft in meinem Leben vor … aber ich gestehe freimütig/reumütig, dass ich bei der Zeitschrift „Musik Joker“ damals eine Ausnahme gemacht habe (Musikversessen wie ich damals und noch heute bin),

Jedenfalls versuchte sich der Springer Verlag auch am Thema „Musikzeitschrift“ und publizierte ab 1976 diesen „Musik Joker“. Meine erste Ausgabe war wohl dieses Exemplar, denn ich erhielt es als „unverkäufliches Werbeexemplar“ … und, wie der geneigte Leser es sich denken kann, weitere Exemplare erwarb ich dann am Kiosk gegen Bargeld (*seufz*).

Und so schlecht war dieses Magazin gar nicht, zumindest versuchte man, eine breite Palette musikalischer Gattungen abzubilden, wenngleich natürlich der mainstream im Mittelpunkt stand.

Aber immerhin findet man z.B. in diese Ausgabe auch einen Beitrag über den Jazzer Gerry Mulligan …

Voll des Lobes für diese Zeitschrift ist Frau Hildegard Salewski:

„Eine wirklich sehr gutgemachte Popzeitschrift war „Musik Joker“, die ab Anfang 1976 erschien. Ein Blick auf den Verlag ließ zunächst Schlimmes vermuten, denn von einer Zeitschrift aus dem Axel Springer-Verlag erwartet man nicht unbedingt seriöse Berichterstattung. Doch der „Musik Joker“ lehrte einen eines besseren. Anfangs war die Zeitschrift aufgemacht wie die „Bild am Sonntag“. Der „Musik Joker“ unter der Leitung von Chefredakteur Conny Schnur beschränkte sich auf das Wesentliche, auf das Musikgeschehen in der Bundesrepublik Deutschland mit einem Blick hinüber nach England und den Vereinigten Staaten. Hier wurden äußerst sachlich dem Leser jene Stars und Musiker nähergebracht, die in „Bravo“ und Co. keine Beachtung fanden. So war der „Musik Joker“ die erste Popzeitung in Deutschland, die 1976 in einer ihrer ersten Ausgaben Bob Marley einem größeren Publikum vorstellte. Somit war der „Musik Joker“ die ideale Popzeitung für die Jugendlichen, die für die „Bravo“ langsam zu alt wurden und nach mehr Tiefgang in den Reportagen gierten. Allerdings schaffte der „Musik Joker“ nicht den Sprung in die 1980er Jahre. Aufgrund sinkender Auflagen verschwand dieses wirklich gute Magazin Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre sang- und klanglos vom Markt.“

WeitereJokerAusfaben

Weitere Ausgaben

Aber die Wirklichkeit dieser Zeitschrift war ne andere, wie man auf der website lobster53.blogspot.de lesen kann:

Winfrid Trenkler, der neben seiner Tätigkeit als Moderator beim WDR auch Artikel oder Plattenrezensionen für weitere Printmedien tätig war, skizziert die tatsächliche Situation in dem Musikmaganzin “ Musik Joker “ so:
“ Als der Musik Joker vom Springer-Verlag gegründet wurde, sollte der eigentlich der deutsche Melody Maker werden. Das Blatt hätte es auch werden können, wenn nicht der Verlagskaufmann dauernd reingeredet hätte. Da hast du heute die Titelgeschichte über Mick Jagger geschrieben und nächste Woche haut dir der Kerl die Scheidungsgeschichte von Gitte ins Blatt. Oder folgendes: Genesis sind auf Tournee und ich sage: Genesis muß auf den Titel. Nein, Demis Roussos wurde draufgemacht. Obwohl der damals schon passe´war. So geht das nicht, damit verprellt man die Leserschaft. Ich habe gekämpft und gekämpft. Nichts zu machen. “

Wie auch immer: auch diese Zeitschrift ist ein Stück Zeitgeschichte und deshalb ist sie in diesem blog mehr als gut aufgehoben.

In dieser Ausgabe sind u.a. folgende Aritkel zu lesen:

  • Wovor hat Elvis Presley Angst ?
  • David Bowie: Berlin ist wunderbar
  • Harry Belafonte: Ich singe für die Freiheit
  • Joan Baez über Bob Dylan
  • Margot Werner: Ich habe keine Komplexe
  • Warum der Nachwuchs keine Chance hat

und vieles mehr … einschließlich all der üblichen Rubriken …

Mit dem Heft hat man sich zumindest Mühe gegeben … viele Facetten der Musik zu berücksichtigen … an das Niveau von „Sounds“ und „Musikexpress“ kam die Redationen nicht heran … dazu fehlte es dann doch schon meilenweit …

Und wie gewohnt, ein paar visuelle Eindrücke von dieser Ausgabe, bevor es dann zur Präsntation geht.

Beispiel01

Beispiel02

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Beispiel04

Beispiel05

Beispiel06

Beispiel08

Macht nur Sinn: Werbung für Schallplattenspieler etc.

Beispiel09

Beispiel10

Beispiel11

Beispiel13

Klar, was sonst …

Beispiel14

Nackte Tatsachen … und die Welt des Computers kündigt sich bereits an …

Beispiel15

„Die kleinen grünen Männchen“ waren damals „voll trendy“

Beispiel17

Und wer bestimmt, was „schön“ ist ?

Beispiel18

Beispiel19

So, so … ältere Generation … und meine Eltern hätten sich sich schon bedankt, wenn ich ihnen mit diesem „Ami-Dreck“ unter die Augen gekommen wäre …

Beispiel20

Volker Lechtenbrink referiert über die „deutsche Szene“ …

Beispiel21
Beispiel22

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Beispiel23

Ein Gedanke zu “Musik Joker (Zeitschrift) – Nr. 21 (Oktober 1976)

  1. Ich kann mich an zwei, drei Nummern dieser Zeitschrift erinnern. Musikzeitschriften wurden damals hin und hergetauscht. Jeder hatte eine andere. So kam manches zusammen.
    Was mir jetzt ebim neuerlichen Lesen auffällt, ist, wie viele verschiedene musikalische Richtungen präsentiert worden sind. Von Sailor bis McLaughlin und von Gloria Gaynor bis Volker Kriegel.
    Die Schreibe ist ihrer Zeit verhaftet und heute allenfalls noch lustig zu lesen.
    Schönen Dank für die Erinnerung…

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