Jürgen von Manger – Der Schwiegermutter-Mörder – Neue Folge (1964)

FrontCover1Ee war schlicht und ergreifend für viele Jahre das Ruhrpott Unikum schlechthin.

Jürgen von Manger-Koenig (* 6. März 1923 in Ehrenbreitstein; † 15. März 1994 in Herne; als Bühnenfigur Adolf Tegtmeier) war ein deutscher Schauspieler, literarischer Kabarettist und Komiker.

Jürgen von Manger wurde im späteren Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein als Hans Jürgen Julius Emil Fritz Koenig und als zweiter von drei Söhnen des Staatsanwalts Fritz Koenig und der einem katholischen Koblenzer Adelsgeschlecht angehörigen Ehefrau Antonia von Manger geboren. 1927 konnte seine Mutter dank einer Adoption durch ihren Onkel Martin von Manger wieder ihren ursprünglichen Namen annehmen. Die Kinder führten fortan den Familiennamen von Manger-Koenig. Mit zehn Jahren kam er nach Hagen. Der Vater bekam eine Anstellungen am Landgericht Hagen. Jürgen von Manger machte am Albrecht-Dürer-Gymnasium sein Abitur. Seine Schauspielkarriere begann er nach dem Krieg am Theater Hagen, später ging er auf die Bühnen in Bochum und Gelsenkirchen. Und dort war der ausgebildete Schauspieler und Sänger nicht nur in komischen Rollen zu sehen. 17 Jahre war er im komischen Charakterfach an Bühnen in Bochum (Schauspielhaus Bochum) (ab Sommer 1947) und Gelsenkirchen (ab Herbst 1950) tätig.

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Jürgen von Manger (zweiter von rechts), 1949

Daneben holte er von 1954 bis 1958 das ursprünglich angestrebte Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Köln und Münster nach, allerdings ohne Abschluss, und absolvierte zudem eine Schauspiel- und Gesangsausbildung.

Seine Auftritte mit kabarettistischen Solo-Programmen, hauptsächlich um die Figur des Ruhrgebiets-Kleinbürgers Adolf Tegtmeier, die er ursprünglich für den Hörfunk entwickelt hatte, später aber auch auf zum Teil sehr erfolgreichen Sprechplatten (Stegreifgeschichten, zwei davon erhielten eine Goldene Schallplatte) und in zahlreichen Fernsehprogrammen verkörperte, begann von Manger in den 1960er Jahren zu vertiefen, nachdem seine erste Radiosendung Silvester 1961 beim NDR in ruhrdeutschem Dialekt ein unerwartet großer Erfolg geworden war. Daneben spielte er weiterhin Theater; unter der Regie von Helmut Käutner stand er Ende 1964 für die Deutsche Oper am Rhein als Frosch in der Operette Die Fledermaus auf der Bühne.

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Im Fernsehen hatte von Manger großen Erfolg mit der Reihe Tegtmeiers Reisen, die von 14. Juli 1972 bis zum 3. Juli 1980 vom ZDF ausgestrahlt wurde. Neben seiner klassischen Figur, die die bereisten Länder auf ihre gewohnt einfache Art analysierte, trat noch eine Art Co-Moderator auf, Professor Tegtmeier. Dieser ebenfalls durch von Manger verkörperte Wissenschaftler lieferte die korrekten Hintergrundinformationen der jeweiligen Reiseziele und machte sich dabei über die teilweise recht absurden Argumentationen seines Alter Egos lustig. Die Darstellung des Tegtmeier war von einer eigentümlichen Mimik begleitet, die für diese Kunstperson charakteristisch wurde. In der RTL-Sendung Die ultimative Chartshow: Die besten Comedians (Jürgen von Manger erreichte dort den ersten Platz) wurde als Ursache eine halbseitige Gesichtslähmung genannt, die von Manger in frühen Jahren erlitten haben soll.

Von Manger überzeichnete in seinen Darbietungen die Sprache des Ruhrgebiets-Bürgers bis ins Komische: „Wenn ich Sie mir so anguck, könnt ich mir vorstellen, dat die Fantasie von so mancher Herr ganz schön am Kochen fängt!“ 1966 veröffentlichte er unter dem Titel Bleibense Mensch einige seiner erfolgreichsten Tegtmeier-Geschichten, mit Illustrationen des Karikaturisten Hanns Erich Köhler, auch in Buchform; in einem Nachwort analysiert der Philosoph und Kunsthistoriker Heinrich Lützeler, damals Professor an der Universität Bonn, Sprachwitz und Weltsicht des Tegtmeier. 2013 gab der Germanist Joachim Wittkowski das Buch Der Abschied und andere Stückskes aus dem Nachlass heraus. In ihm werden bislang unveröffentlichte Manger-Texte aus den Beständen des Deutschen Kabarettarchivs in Mainz publiziert.

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Jürgen von Manger als Werbeträger

Ferner war Jürgen von Manger auch als Sprecher in vier Hörspielproduktionen des WDR zu hören, unter anderem als Gollum in J. R. R. Tolkiens Der kleine Hobbit und mit polnischem Akzent als Kapitän Schikowski in dem Paul-Temple-Hörspiel Paul Temple und der Fall Lawrence. Die Hörspiele sind:

1958: Paul Temple und der Fall Lawrence (Regie: Eduard Hermann), mit René Deltgen, Annemarie Cordes und Kurt Lieck
1961: Das Appartementhaus (Regie: Friedhelm Ortmann)
1968: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt (Regie: Heinz-Dieter Köhler)
1980: Der kleine Hobbit (Regie: Heinz-Dieter Köhler)

Daneben hat Jürgen von Manger Mitte der 1970er-Jahre zwei Schallplatten besungen:

JürgenVonManger05Bottroper Bier (1977), nach der Melodie von Udo Jürgens’ Griechischer Wein; mit dem Refrain: „Bottroper Bier, is so wie der Saft füürt Leben hier im Revier, tuuse manchmal gärn ein heben, und an so ein Tach kriech ich zu Hause meist noch Krach, datt ich nich lach.“ Auf der B-Seite befand sich die Moritat Der Bettler und sein Hund.
Dat bisken Frühschicht (1978); Pate stand bei diesem Lied der Song von Johanna von Koczian (Das bisschen Haushalt). Die B-Seite enthielt den Titel De kleine Kneipe, eine Ruhrpott-Persiflage auf Peter Alexanders Die kleine Kneipe.

Drei dieser Titel erschienen auch auf der 1978 veröffentlichten LP Tegtmeier für Millionen.

Er war seit 1952 verheiratet mit der Fotografin Ruth Stanszus. Jürgen von Manger lebte seit 1965 in seinem Herner „Häusken“ unweit des Herner Stadtgartens.[2] Nach einem Schlaganfall 1985, von dem auch sein Sprachzentrum betroffen war, konnte Jürgen von Manger den Schauspielberuf nicht mehr ausüben. Im März 1988 trat er anlässlich seines 65. Geburtstages nochmals vor die Kamera und bedankte sich bei seinen Fans für ihre Unterstützung. Als sein Gesundheitszustand so kritisch wurde, dass eine ärztliche Versorgung notwendig wurde, kam er schließlich ins Marienhospital in Herne, in dem er 1994 im Alter von 71 Jahren starb. Jürgen von Manger wurde auf dem Friedhof in Hagen-Delstern beigesetzt.

1987 wurde Jürgen von Manger mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und 1990 bekam er den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Ihm ist ein Stern im Walk of Fame des Kabaretts gewidmet. 1997 wurde in Herne eine Straße nach ihm benannt. (Quelle: wikipedia)

Hier sein zweites Album, das zu der Reihe „Stegreifgeschichten“ zählt.

von Manger mit seiner wunderbar verschrubbelten Sprache, er war ein Sprachgenie, er konnte im amüsanten Plauderton die herrlichsten Boshaftigkeiten erzählen (siehe „Die Delinquentenzelle“), und oftmals hatten seine nur vordergründigen Plattheiten eine stets aufs neue zu entdeckenden Tiefgang.

Von daher ist er – wie Helge Schneider (wobei die beiden natürlich in keinster Weise vergleichbar sind, außer dass beide letztlich absurdes Theater betreiben), ein Original, das nicht zu kopieren war.

Hörempfehlung !

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Besetzung:
Jürgen von Manger (Sprecher)

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Titel:
01. Der Schwiegermutter Mörder 13.52
02. Der Hiwi-Germane 7.20
03. Wilhelm Tell 13.32
04. Die Delinquentenzelle 9.24

Alle Texte: Jürgen von Manger

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