Grundig – Revue (Herbst 1959)

TitelEine wahrliche feine Leihgabe, die mir da ins Haus gefalttert ist … die Anregung war die so ganz spezielle Grundig LP von Chris Barber.

Die Firma Grundig war ein vom Radiohändler Max Grundig gegründetes deutsches Unternehmen für Unterhaltungselektronik mit Sitz in Fürth und später Nürnberg. Es wurde zu einem Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders und galt lange Zeit als Traditionsunternehmen. Im April 2003 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Aus Grundig gingen u.a. die Grundig Intermedia und die Grundig Business Systems hervor, die den Markennamen bis heute weiter nutzen.

Die Geschichte des Konzerns begann 1930 in Fürth mit der Gründung des Radio-Vertriebs Fürth, Grundig & Wurzer (RVF) in der Sternstraße 2 (heute Ludwig-Erhard-Straße), das Geschäft eröffnete am 15. November 1930, Grundigs Eigenkapital zur Geschäftsgründung betrug 3000 Mark. Der Mitgründer Karl Wurzer stieg schon bald aus. Am 21. Juni 1934 pachtete Grundig schräg gegenüber in der Schwabacher Straße 1 ein größeres Geschäft mit Obergeschoss, wo nun Büro, Buchhaltung, Inventarlager und die

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Altes Logo von Grundig mit Fürther Kleeblatt im Firmenlogo

Reparaturwerkstatt ihren Platz bekamen. Da aufgrund der unterschiedlichen Stromarten in Fürth und Nürnberg – hier Gleich-, dort Wechselstrom – öfters Transformatoren durchbrannten, installierte der Geschäftsgründer im ersten Stock Wickelmaschinen und stellte damit Spulen und Transformatoren her – der Schritt vom Handel zur eigenen Produktion. Schon 1938 machte der Betrieb mehr als eine Million Reichsmark Umsatz. Im Krieg wurde die Produktion wegen der Gefahr von Luftangriffen in den Vorort Vach in die Festsäle zweier Gastwirtschaften verlegt. Dort wurden zunächst täglich bis zu 200 defekte Transformatoren repariert, bald standen hier 100 Wickelmaschinen, an denen 150 Arbeitskräfte arbeiteten, wobei es sich zumeist um ukrainische „Fremdarbeiterinnen“ (also Zwangsarbeiterinnen) handelte, die von AEG und Siemens „bereitgestellt“ wurden. Neben den Transformatoren stellte Grundig Steuerungsgeräte für die V1- und V2-Raketen her, auch elektrische Zünder für Panzerabwehrwaffen, beides im Auftrag von Siemens und AEG. 1944 produzierte Grundig 50.000 Kleintransformatoren.

Nürnberg, Firma Grundig

Endfertigung von Stereo-Rundfunkempfängern., 1959

Am 18. Mai 1945 transportierte Grundig mit zwei Mitarbeitern einige Wickelmaschinen und Apparate auf einem Leiterwagen von Vach zurück in die Schwabacher Straße 1 und öffnete das Geschäft, das vor allem mit amerikanischer Kundschaft gut anlief. Den Reparaturen folgte die Produktion, Rohstoffe waren in Vach noch vorhanden, zudem schuldete Siemens 6,5 Millionen und AEG 4,5 Millionen Reichsmark für gelieferte Waren. Im Juni 1945 konnte der RVF im Hinterhaus Jakobinenstraße 24 – einer ehemaligen Spielwarenfabrik – seine Produktion aufnehmen, 11 Männer und 31 Frauen bauten in den 400 m² großen Räumen Universaltransformatoren zum Stückpreis von 37 Reichsmark. Zum Jahresende 1946 waren 111 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, der Umsatz belief sich auf 1,3 Millionen Reichsmark.

Nach Kriegsende 1945 erkannte Max Grundig den Absatzmarkt für Radios und leitete die Produktion des Gerätebausatzes „Heinzelmann“ ein, mit dem Restriktionen der Besatzungsmacht bzgl. der Herstellung von gebrauchsfertigen Rundfunkgeräten umgangen werden konnten.

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Max Grundig (vermutlich ein Patriarch)

Anfang 1947 kaufte Max Grundig von der Stadt Fürth den ehemaligen Kurpark des König-Ludwig-Bades, einer staatlich anerkannten Heilquelle, inklusive zehn Prozent des Heilwassers. Die Grundsteinlegung erfolgte am 3. März 1947, am 17. September 1947 zogen 280 Mitarbeiter mit der Straßenbahn vom vormaligen Produktionsstandort im Hinterhof des Anwesens Jakobinenstraße 24 zum neuen Standort Kurgartenstraße 37. Auf 5.500 m² „Arbeitsfläche“ waren Ende 1948 rund 650 Beschäftigte tätig. Am 7. Juli 1948 benannte Grundig die „RVF Elektrotechnische Fabrik“ in „Grundig Radio-Werk-GmbH“ um, schon am 1. Dezember kam es zu einer weiteren geringfügigen aber vielsagenden Änderung, aus dem „Werk“ wurden „Werke“. Am 15. November 1948 begann der Bau des ersten Verwaltungs- und Direktionsgebäudes, in dem sich heute das Rundfunkmuseum Fürth befindet.

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Das Grundig Werk im Jahre 2008

Im Februar 1949 verließ das 100.000 Radio die Kurgartenstraße, 800 Beschäftigte produzierten in 25 Werkshallen und Verwaltungsgebäuden, die Monatsproduktion belief sich auf 12.000 Rundfunkgeräte, der Marktanteil betrug 20 Prozent, Grundig war damit Marktführer. Ein sichtbares Zeichen für die Verbindung mit der Stadt Fürth war die Aufnahme des Fürther Wappens mit dem Kleeblatt in das Unternehmenslogo.

Der Werkssender im Direktionsgebäude an der Fürther Kurgartenstraße – maßgeblich vom Rundfunkpionier Walter Mayer konstruiert – sendete im September und Oktober 1951 eventuell das erste regelmäßige deutsche Fernsehprogramm der Nachkriegszeit.

1951 wurden die ersten Fernsehempfänger in einer neuen Fabrikhalle gefertigt – der Standort und das Unternehmen wuchsen rasant. Grundig war zu dieser Zeit Europas größter Rundfunkgerätehersteller. Unternehmen aus Nürnberg, Frankfurt am Main und Karlsruhe wurden aufgekauft, darunter die Adlerwerke und Triumph. Beide Werke fusionierten 1956 zur Triumph-Adler AG und produzierten seither nur noch Büromaschinen, jedoch nicht unter der Bezeichnung Grundig, sondern mit eigenen Namen. 1955 war Grundig der größte Tonbandgerätehersteller der Welt und beschäftigte 8.600 Arbeitskräfte, der Umsatz belief sich auf 150 Millionen Mark.

1960 entstand das erste Grundig-Werk im Ausland – in Belfast (Nordirland) wurden Tonbandgeräte gefertigt. 1965 folgte eine Fabrik für Autoradios in Braga (Portugal). Auch auf der Fürther Hardhöhe und in Nürnberg-Langwasser entstanden neue Fertigungshallen. 1965 war Grundig der größte deutsche Fernsehgeräteproduzent, 1966 verließ das 16 Millionste Gerät seit 1945 die Werke. (Quelle: wikipedia)

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Lehrlingsausbildung im Jahr 1959

Nun ja … und der Rest ist Geschichte … bis hin zum Niedergang der Firma …

Zur Geschichte der Firma Grundig gehören natürlich auch die Kataloge für die Verbraucher und hier ist ein ganz feines Beispiel aus dem Jahr 1959.

Ein wenig verblüfft ist man schon, wie viele unterschiedliche Produkte in den Sparten Fernseher und Radio damals im Angebot waren …

Und eine Fernsehkamera hatten sie auch schon im Angebot …

Für alle Freunde der gepflegten Nostalgie ein wunderbares Angebot … ein herzlichen Dank an den Leser dieses blogs, der mir es möglich gemacht hat, diesen Katalog (42 Seiten !) hier zu präsentieren !!!

 

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Ja, ja … Robert Lemke & Co. ….

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Das war ein Modell für die oberen Zehntausend … 3.650 DM … das war mehr als ne Stange Geld damals …

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Noch so ein Ungetüm …

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Illustrationen und Witzchen wie diese sollten den Katalog wohl auflockern …

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Die Rückseite des Katalogs

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Heute werden solche Prozesse zertifiziert …

 

 

 

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