De Bläck Fööss – Op bläcke Föss noh Kölle – Bilder und Menschen unserer Stadt (1974)

FrontCover1Und nun wieder eine Würdigung einer anderen Region in Deutschland und mit De Bläck Fööss hatte Köln wirkliche Dialekt – Lokalmatadore in ihren Stadtmauern.

Die Bläck Fööss sind eine der erfolgreichsten Kölner Mundart-Musikgruppen.

Vor 1970 spielten die Mitglieder der Bläck Fööss in diversen Kölner Beat-Gruppen. Vorläufer-Bands der Bläck Fööss waren Singing End (Mitglieder: Rainer Pietsch, „Bömmel“ Lückerath und Hartmut Priess) und The Beat Stones (Erry Stocklosa, Peter Schütten und Tommy Engel). Engel spielte bei The Luckies und den Black Birds, danach Schlagzeug bei den Tony Hendrik Five, bevor er zu den Stowaways wechselte. Diese Bands traten im Vorprogramm berühmter Beatgruppen auf, so etwa die Beat Stones am 6. November 1966 bei The Who mit The Lords in Messehalle 8. Die Beat Stones stellten ihre erste Single What? Am I in Love? im Vorprogramm des Beach-Boys-Konzerts am 17. Mai 1967 in der Kölner Sporthalle vor.

Auf Karnevalsbällen spielten diese Gruppen die Hits der Beatles, der Kinks und der Hollies, jedoch gab es auch Nachfrage nach Karnevalsliedern, und so entschloss man sich, auch auf Kölsch zu singen. Graham Bonney, mit dem die Band im Studio arbeitete, schlug ihnen vor, einen kölschen Titel aufzunehmen. Doch die Band wollte ihren guten Namen als Beat-Gruppe nicht riskieren und erfand den Namen De Bläck Fööss (Die nackten Füße) als Parallelnamen, weil er sowohl Kölsch als auch Englisch klang. Die Kölner Plattenfirma Electrola veröffentlichte am 22. Oktober 1970 ihre erste Single Rievkooche-Walzer / Selverhuhzick. Da von der Platte nur 2.000 Exemplare verkauft wurden, produzierte Electrola vorerst keine weiteren mit der Band. Ihr zweiter Titel Mir drinken us einer Fläsch / Drink doch eine met wurde auch von anderen Plattenfirmen zunächst abgelehnt, weil diese englische Texte bevorzugten. Die im September 1971 in den Kölner Cornett-Studios aufgenommenen Titel wurden von Heinz Gietz produziert.

BläckFööss
Mit Heinz Gietz, der Electrola 1966 verlassen und sein eigenes Plattenlabel Cornet Records gegründet hatte, fanden sie schließlich einen erfahrenen Musikproduzenten. Sein kleines Label besaß einen Vertriebsvertrag mit BASF in Ludwigshafen und veröffentlichte 1972 den Titel, der sofort ein Publikumserfolg wurde. Cornet Records produzierte zwei Langspielplatten mit den Bläck Fööss, 1974 Op bläcke Fööss noh Kölle und 1975 Lück wie ich un du. Der Erfolg der Gruppe in den Sälen und beim regionalen Plattenverkauf ermutigte Electrola 1976, der Band erneut einen Plattenvertrag anzubieten. Bald war die Gruppe bei Karnevalssitzungen und -bällen sehr gefragt, nur die konservativen Karnevalsgesellschaften waren zunächst durch das Äußere der Gruppe irritiert: langhaarig, in Jeans und barfuß, um dem neuen Bandnamen gerecht zu werden (was man später wegen der Verletzungsgefahr durch Glasscherben wieder aufgab), tauchten die Bläck Fööss mit E-Gitarren und tragbaren Verstärkern auf den traditionellen Karnevalsveranstaltungen auf.

Hier also ihr Debütalbum aus dem Jahr 1974, wobei die mir vorliegende Vinly-Fassung als Datum 1977 ausweist … Der Grund ist einfach … Nachdem die Bläck Fööss nach diesem Debütalbum zumutlich erstmal in der Kölner Region wie ne Bombe einschlugen, konnten sie auch flugs das Label wechseln … und wer wollte nicht bei Polydor unter Vertrag stehen ?

Von daher ist diese Version eine Reissue … ändert aber nichts an der Musik, die damals die Massen verzückte… Aber die Zeiten ändern sich: ein Lied wie „De Mama kritt schon widder e Kind“ finde ich doch ziemlich frauenfeindlich … und im gleichen Jahr (also 1977) schnürrten BAP ihre Stiefel um in noch ganz andere Galaxien vorzudringen …

BASFFrontCover

Besetzung:
Tommy Engel (drums, vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, banjo, mandoline, violine, vocals)
Hartmut Reinhold Priess (guitar, mandoline, bass)

BackCover1
Titel:
01. Kölle, du uns Stadt am Rhein (Traditional/Priess) 0.40
02. Mer losse d’r Dom en Kölle (Knipp/Priess) 4.30
03. Leev Linda Lou (Knipp/Priess) 4.42
04. Drink doch eine met (Hoock) 4.22
05. Do beste fies op et Föttche jefalle (Priess) 3.37
06. Kumm zoröck noh Kölle (Priess) 3.01
07. Dat häste wirklich nit verdeent (Priess) 3.36
08. Rof mer ens e Taxi (Knipp) 3.08
09. De Mama kritt schon widder e Kind (Priess) 3.01
10. In unserem Veedel (Priess) 3.53
11. Heimweh nach Köln (Ostermann) 2.00

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