Otto Waalkes – Ottocolor (1978)

FrontCover1Aus Gründen der Ausgewogenheit mal wieder ein humoristischer Betrag aus dem Norden unserer Republik (ich kann ja nicht immer nur bayerische Gaudiburschen hier präsentieren):

Otto Gerhard Waalkes, häufig einfach nur Otto genannt, (* 22. Juli 1948 in Emden) ist ein deutscher Komiker, Comiczeichner, Musiker, Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher. Der gebürtige Ostfriese gilt als einer der erfolgreichsten Vertreter des deutschen Humors. Im Jahr 2007 belegte Otto Waalkes bei der Wahl zum besten deutschsprachigen Komiker in der ZDF-Sendung Unsere Besten – Komiker & Co hinter Loriot und Heinz Erhardt den dritten Platz.

Otto Waalkes wurde als zweiter Sohn des Malermeisters Karl Waalkes und seiner Frau Adele, geb. Lüpkes, geboren. Otto wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz im Emder Arbeiterstadtteil Transvaal auf. Die Eltern waren streng gläubige Baptisten und Mitglieder der Emder Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, deren Sonntagsschule Otto besuchte. Das erste Mal trat er im Alter von elf Jahren öffentlich auf, als er in einem Emder Kaufhaus u. a. den Babysitter-Boogie vortrug und dafür mit einem Gutschein über 30 Mark und dem Buch Meuterei auf der Bounty belohnt wurde. Im Alter von zwölf Jahren bekam er seine erste Gitarre, und 1964 trat er erstmals mit seiner Band The Rustlers, die vorwiegend Lieder der Beatles spielte, im Raum Emden öffentlich auf. Otto war der Kopf der Musikertruppe, Leadsänger und Leadgitarrist zugleich. Fünf Jahre tourte die Band vorwiegend durch Ostfriesland.

Otto Waalkes in den 60er Jahren

1968 bestand Otto Waalkes am Gymnasium für Jungen in Emden die Abiturprüfung. 1970 nahm er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg – nachdem er keinen Studienplatz in Freier Malerei erhalten hatte – ein Kunstpädagogikstudium auf, übte den Lehrerberuf jedoch nie aus. Unter anderem lernte er bei Hans Thiemann und Maltechnik bei Rainer Noeres.

Seinen ersten Auftritt auf einer Bühne absolvierte er im Hamburger Folkloreklub Danny’s Pan, wo man für fünf Mark zehn Minuten lang sein Können zeigen konnte. In Hamburg wohnte er in der WG „Villa Kunterbunt“ mit vierzehn Mitbewohnern, unter ihnen Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.

Zur Finanzierung seines Studiums trat Otto Waalkes mit der Gitarre weiter in kleinen Clubs in Hamburg auf. Er erzählte zu seinen Liedern ein paar Witze und wenn er mal ganz nervös das Mikrofon fallen ließ, dann entschuldigte er sich dafür. Irgendwann kamen die Entschuldigungen besser an als seine Musik und so entwickelte sich langsam seine Bühnenshow. Die Clubs wurden immer größer – und hießen plötzlich nicht mehr Onkel Pö, sondern Westfalenhalle.

1972 lernte Waalkes seinen späteren Manager Hans Otto Mertens kennen, hatte mit seiner Band „The Rustlers“ sein erstes großes Konzert in Hamburg, wobei er live und auf eigene Kosten mitschnitt, und gründete mit Mertens das Label Rüssl Räckords. Das Label wurde gegründet, da keine Plattenfirma die Live-Mitschnitte Waalkes’ veröffentlichen wollte. Noch im gleichen Jahr erschien die LP „Otto“, die sich 500.000 Mal verkaufte.

Waalkes’ Humor beruht auf Kalauern und Wortspielen sowie albern-witziger Sprache, Geräuschen und Körpersprache. Ein stilistisches Mittel seiner Vorträge sind Parodien, beispielsweise Überarbeitungen bekannter Lieder, die er mit der Gitarre begleitet. In die humoristischen Vorträge bettet er Satire, politische Anspielungen, Zeit- und Gesellschaftskritik ein.

Die regelmäßig veröffentlichten Otto-Bücher und vor allem die Otto-Langspielplatten wurden Verkaufsschlager, viele erreichten Spitzenpositionen in den Hit- bzw. Verkaufslisten.

Waalkes gehört zu den Unterhaltungskünstlern, die den allgemeinen Sprachgebrauch beeinflusst haben; einen beträchtlichen Teil davon machen die frühen Jahre aus, in denen er überwiegend Texte der Neuen Frankfurter Schule verwendete. So geht der Ausspruch „Hast du mal ’ne Zigarette? Meine Schachtel steckt noch im Automaten!“ auf ihn zurück. Auch die Floskel „Einen hab’ ich noch!“ wird ihm häufig zugeschrieben, geht aber tatsächlich – wie viele seiner Sprüche – auf Heinz Erhardt zurück. (Quelle: wikipedia)

Keine Fragen: Otto hat mit seinem ganz speziellem Humor mehr als eine Generation geprägt und natürlich darf man da jetzt nicht vergessen, sehr deutlich zu betonen, dass er mit Textern wie Robert Gernhardt, Pit Knorr und Bernd Eilert (auch ne Art „Frankfurter Schule“) kogeniale Unterstützung hatte, die dann freilich er entsprechend kauzig zum besten gab.

Der "frühe" Otto Waalkes

Dementsprechend kann ich auch folgenden Zeilen ein wenig was abgewinnen:

Der „Heilige Hein“ ist sicherlich Ideengeber für viele Witze über Religion und Spaßpredigten und „Hohes Gericht“ wird auch heute noch von neukomikern immer mal wieder neu aufgelegt, so dass man hier wirklich von zeitloser Comedy reden kann aus der Zeit, wo man deutschen Humor noch mit Vinyl wahrnahm. Mit viel Können auf mehreren Instrumenten, einer überaus flexiblen Stimme und grundlegenden Angriffen auf die Lachmuskeln zeigt uns Otto hier, was die heutigen Vertreter der Comedy-Ringen teilweise vielleicht noch ein wenig üben muss – die handwerklichen „Basics“. (K. Beck-Ewerhardy)

Folgende Pointe wurde mir übrigens im Laufe des Lebens mehrfach vorgetragen: „Man sagt, in Deutschland werden 3 neue Irrenanstalten gebaut. Eine in Hamburg, eine in Frankfurt und Bayern wird überdacht.“ (zu hören auf diesem Album) … ha ha ha … ich werf mich weg vor lachen *ggg*

Die Otto Show VI (1978)

Besetzung:
Otto Waalkes (guitar, vocals)

BackCover1

Titel:
01. Hipp-Hipp-Hurra (Waalkes) 0.34
02. Intro (Waalkes) 2.13
03. Drunt im Tal (Waalkes) 1.24
04. Kalte Liebe (Waalkes) 0.08
05. Heiliger Hein (Eilert/Waalkes/Knorr/Gernhardt) 3.23
06. Der Henker (Waalkes) 0.33
07. Schwamm-drüber-Blues (Eilert/Waalkes/Knorr/Gernhardt) 2.57
08. Pornosan (Knorr/Gernhardt) 0.52
09. Musikalische Leidenschaften (diverse Komponisten) 6.08
10. Konzertreportage (Eilert/Knorr/Gernhardt) 1.45
11. Ostfriesische Freikörperkultur (Waalkes) 1.22
12. Only You (Buckram) 1.14
13. Weißt du noch? (Waalkes) 0.46
14. Herr Jansen (Waalkes) 0.25
15. Hohes Gericht (Eilert/Knorr/Gernhardt) 1.34
16. Der Kleinwagenfahrer (Waalkes) 0.34
17. Gruselwusel (Waalkes) 3.12
18. Im Frühtau zu Berge (Traditional/Waalkes) 5.24
19. Wackadack (Waalkes) 1.59

LabelB1

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In eigener Sache: Ich bin ratlos …

… was das Problem mit der mangelhaften oder gar nicht möglichen Lieferungen meiner Präsentationen betrifft:

Ich bin da auch nicht der ganz große Experte … Es könnte sein, dass man die neuste Flash-Version braucht …

Aber ich bin dennoch ein wenig ratlos und bedauere natürlich diese Lieferschwierigkeiten.

Hier mal Purpe Schulz von einem einen anderen Lieferanten …

Testlieferung

Klappt denn diese Lieferung ?

 

Bläck Fööss – Ein musikalischer Karnevalsgruß Köln 1981 – Jecke Tön in Blau und Gold (1981)

FrontCover1Nicht, dass ich noch die „närrische Zeit“ so ganz aus den Augen verlieren …

Hier wieder mal so ne kleine Rararität aus der Kölner Karnevals-Szene:

Die Filiale von Saturn in Köln ließ sich damals nicht lumpen und veröffentlichte diese Sonderpressung, speziell für die „GAE Bürgergarde blau-gold“.

Ganz genau genommen heißt dieser Karnevalsverein „Bürgergarde „blau-gold“ von 1904 e.V. Köln“:

Die Karnevalsgesellschaft Bürgergarde „blau-gold“ von 1904 e.V. Köln ist eines der neun Traditionskorps im Kölner Karneval sowie ordentliches Mitglied im Festkomitee Kölner Karneval und Mitglied im Bund Deutscher Karneval.

Die Bürgergarde „blau-gold“ ist eine Ehrenfelder Karnevalsgesellschaft. Ehrenfeld erhielt 1867 das Stadtrecht und wurde 1888 nach Cöln eingemeindet. Die Stadtfarben waren blau-gold. Die Bürgergarde ist ein Zusammenschluss der Großen Cöln-Ehrenfelder C.G. von 1904, der Allgemeinen Ehrenfelder K.G. von 1911 und der Ehrenfelder K.G. „Funkengarde blau-gold“ von 1951. Auf Wunsch des Festkomitee Kölner Karneval sollten sich die drei Ehrenfelder Karnevalsgesellschaften zusammenschließen. So entstand 1955 die „Große Allgemeine Ehrenfelder K.G. blau-gold“. 1971 hatte dann der langjährige Präsident der Gesellschaft, Hans Wallpott, den Gedanken, ein Korps in den traditionellen friederizianischen Uniformen, wie es die anderen Korps auch haben, zu gründen. Die Farben sollten „blau-gold“ sein. 1981 änderte die Gesellschaft noch einmal ihren Namen in Bürgergarde „blau-gold“.

BürgergardeBlauGold01

Die Bürgergarde ist Gründungsmitglied des 1953 gegründeten Festausschuss Ehrenfelder Karneval und Trägergesellschaft des am Veilchendienstag stattfindenden Ehrenfelder Dienstagszuges, der 1954 erstmals als „Ihrefelder Kinderzog“ startete und einer der größten Stadtteilzüge Kölns ist. Zudem hat der Festausschuss Ehrenfelder Karneval, dem die Bürgergarde federführend angehört, 1965 das Kölner Kinderdreigestirn ins Leben gerufen. In den ersten Jahren wurde das Kinderdreigestirn von der Bürgergarde ausgesucht und betreut. Vor einigen Jahren hat das Festkomitee Kölner Karneval die Schirmherrschaft für das Kinderdreigestirn übernommen.

Am 10. Februar 2001 wurde die Bürgergarde vom damaligen Festkomitee-Präsidenten Hans-Horst Engels zum Traditionskorps ernannt.

In der Session 2010/2011 stellte die Bürgergarde „blau-gold“ mit Frank Steffens als Prinz Frank I., Günter Flüch als Bauer Günter und Hans René Sion als Jungfrau Reni erstmals ein Dreigestirn im Kölner Karneval.

Das Korps der Gesellschaft gliedert sich in Tanz-, Begleit- und Offizierskorps, den Regimentsmusikzug und den Spielmannszug. Seit 2000 gibt es die „Tanzmüüs“, eine Tanzgruppe für Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 Jahren, und seit 2011 gibt es in der Bürgergarde ein eigenes Reiterkorps.

BürgergardeBlauGold02

Na, das schaut zumindest ganz nett aus …

Wie auch die anderen Traditionskorps ist die Bürgergarde eine reine Männergesellschaft, in der Frauen nicht Mitglied werden können. Die Musikerinnen und Tänzerinnen sind als „förderndes Mitglied“ in die Garde aufgenommen worden und haben einen eigenen Prunkwagen im Kölner Rosenmontagszug. (Quelle: wikipedia)

Ja, ja … der Karneval ist schon ne ernste Angelegenheit …  da braucht man schon paramilitärische Strukturen ! Und Frauen dürfen da auch schon mal den Can-Can tanzen …

Gott sei Dank, dass diese Single nicht  ganz so staubdrucken und ernst, denn wir hören zwei Bläck Föss Lieder, die natürlich wie keine andere Combo in den letzten Jahrzehnten das musikalische Köln zur Karnevalszeit bereichert haben.

Beide Lieder stammen übrigens aus dem Jahre 1977.

Bläck Föss 1977

Bläck Föss, 1977

Besetzung:
Tommy Engel (vocals)
Dieter „Joko“ Jaenisch (piano, accordeon)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, vocals)
Hartmut Reinhold Priess (bass, percussion)
Franz Peter Schütten (guitar, vocals)
Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (guitar, violin, vocals)

 

BackCover1

Titel:
01. Et Spanien-Leed (Priess) 3.39
02. Ming eetste Fründin (Knipp) 3.26

LabelB1

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David Oïstrach u.a. – Triplekonzert C-dur op. 56 (Herbert von Karajan – Beethoven) (1969)

FrontCover1Vermutlich zu recht wird diese Aufnahme landauf, landab euphorisch gefeiert, frühere Kritiken sind so weit ich das überblikcken kann – mittlerweile Vergangenheit.

Mstislav Rostropowitsch beschrieb die hier zu hörende Aufnahme von Beethovens Tripelkonzert aus dem Jahr 1969 in seinen Memoiren mit folgendem Bonmot:

„Ich habe versucht, Beethoven zu spielen. David (Oistrach) hat geglaubt, er spielt Beethoven. Svjatoslav (Richter) spielte wie immer nur sich selbst und Karajan glaubte, er ist Beethoven.“

Eine schöne Annekdote mit einem wahren Kern: So feierlich, so voll und weich im Klang wie von diesen vier Superstars der klassischen Musik und den süffig spielenden Berliner Philharmonikern habe ich Beethovens Version der klassischen sinfonia concertante nie gehört. Das macht natürlich Spaß, insbesonders wenn sich ein Virtuose wie Richter an dem relativ leichten Klavierpart ababeitet, der für den Widmungsträger, Beethovens damals 16-jährigen Klavierschüler Erzherzog Rudolf von Österreich komponiert war.

Ich vermisse allerdings etwas die Verspieltheit des relativ frühen Beethoven, die rhythmische Stringenz, auch die Aggressivität. Tatsächlich hat dieses großbögige Musizieren teilweise mehr von Tschaikowski als von Wiener Klassik. (vully)

Sviatoslav Richter + Mstislav Rostropovitch

Sviatoslav Richter + Mstislav Rostropovitch

Diser LP-Ausgabe von Beethovens Tripelkonzert ist ein ausführlicher Beitrag mitgegeben, dem man entnehmen kann, welche enormen politischen und logistischen Stolpersteine überwunden werden mußten, bevor der britische EMI-Produzent Peter Andry mitten im Kalten Krieg im geteilten Berlin mit der Aufnahme beginnen konnte. Schließlich waren nicht weniger als drei sowjetische Meistersolisten an der Einspielung maßgeblich beteiligt, die zusammen mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem im September 1969 endlich realisiert werden konnte. Die Mühen waren aber nicht umsonst, denn Svjatoslav Richter (Klavier), David Oistrach (Violine) und Mstislav Rostropovitch (Cello) haben im Verein mit dem Berliner Eliteorchester eine großartige Leistung vollbracht, eine Interpretation von einzigartiger Kultur, die Zeugnis ablegt von einem schier mirakulösen Zusammenspiel. Man höre nur das wundervolle, der Welt entrückte Largo, das für mich den Höhepunkt der Einspielung darstellt.

Das Quartett

Trotzdem will ich nicht unterschlagen, daß gerade diese Aufnahme seit ihrem ersten Erscheinen sehr kontrovers beurteilt wird. So listet sie z.B. der Londoner Musikkritiker Norman Lebrecht in seinem Buch „Ausgespielt“ unter die „20 Aufnahmen, die nie hätten gemacht werden sollen“ und nennt sie „ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch für mangelnde musikalische Kommunikation“, während die englische Moderatorin und Redakteurin des „BBC Music Magazine“, Harriet Smith, zu ganz anderen Eindrücken kommt: „….. Unzulänglichkeiten gibt es in dieser Aufnahme nicht. Drei feurige russische Solisten und die Berliner Philharmoniker unter Karajans Leitung ….. dieses Trio strahlt vor gemeinsamer Lebensfreude, und Karajan sorgt für gefühlvollste Begleitung. In solchen Händen kommt nie der leiseste Zweifel an der Großartigkeit dieses Werkes auf.“ So unterschiedlich können Experten urteilen!
Es ist auch bekannt, daß sich vor allem Svjatoslav Richter später negativ über diese Aufnahme geäußert hat, weil er mit Karajans Dominanz Probleme hatte, der vor allem wenig nachträgliche Änderungen gestattete und stattdessen den Termin für das Titelfoto für wichtiger hielt, und genau dieses Foto fand der Pianist scheußlich und unangemessen. Trotzdem glaube ich, daß diese Aufnahme durchaus ihre Meriten hat und in den Katalogen verbleiben wird, so lange es überhaupt Tonträger zu kaufen gibt. (K.H. Friedgen)

Das Quartett2

Besetzung:
David Oïstrach (violin)
Sviatoslav Richter (piano)
Mstislav Rostropovitch (violoncello)
+
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan

Booklet03A

Titel:
01. Allegro 17.37
02. Largo 5.32
03. Rondo alla polacca 12.58
+
04. Triplekonzert C-dur op. 56 (ungeschnitten) 36.15

Musik: Ludwig van Beethoven

LabelB1

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Das Quartett3

Bayerische Landesschule für Blinde – Eine Reise durchs Jahr (1990)

FrontCover1Das neue Jahr ist nicht mehr weit und da dachte ich mir, passt diese CD sehr gut als nächste Präsentation, heißt doch diese CD „Eine Reise durchs Jahr“, eingespielt von den Musikern der Bayerischen Landesschule für Blinde in München.

Diese CD muss quasi der Startschuß für das bis heute erfolgreiche Projekt „Blinde Musiker München“ gewesen sein, denn …

„… seit 1995 musizierten blinde Berufsmusiker in dem Ensemble „Blinde Musiker München“. Sie traten als Blaskapelle, Jazzband, Blockflötengruppe und Chor auf. Ihr Repertoire reichte von der Klassik über Volksmusik bis hin zur modernen Unterhaltungsmusik.

Ursprünglich als „Projekt“ Berufsausbildung für junge blinde Menschen 1991 vom Bayerischen Blinden und Sehbehinderten Bund e.V. geplant und gestartet, wurde die gemeinnützige GmbH Blinde Musiker 1995 als vom BBSB e. V. getragene Selbsthilfefirma in das Handelsregister eingetragen und mittlerweile schon mehrfach ausgezeichnet u. a. 2007 mit dem Sozialpreis der Bayerischen Landesstiftung.“ (Selbstdarstellung des Ensembles)

Dieses Erstlingswerk hat viele musikalische Facetten, von pastoralem Gelabere bis hin zu beschwingten Jazzmelodien und auch „Rock Around The Clock“ ist zu hören … und selbt die deutsche Nationalhymne klingt kurz auf … kurz und gut: Ein munteres „Stell-Dich-Ein“ diverser Musikstile und das ist schon auch meine Kragenweite und dennoch: Warum verdammt nochmal war mal damals nicht in der Lage, die Musiker ordentlich vorzustellen und nicht nur ihre Namen … über die musikalischen Begleiter und Förderer dieses Projektes ist hingegen weitaus mehr in dem booklet zu lesen … Schade, denn so bleibt der fahle Nachgeschmack, dass die eigentlichen Musiker eher das Beiwerk sind … und das kanns ja wohl nicht sein …

Booklet1

Besetzung:
Stefan Albershauser – Hans Alram – Kartin Aich – Willi Brem – Andreas Dialer – Natascha Heinhaus – Assim Khan – Georg Kellerer – Gerhard Koller – Markus Ludwing – Olivber Möckel – Markus Quenzer – Johanna Riedl – Klaus Rippel – Alexandra Ritzler – Thomas Schadwinkel – Jörg Schiener – Rosario Sciacco – Daniela Stoikovic – Stefan Unterstraßer – Karin Waidner – Peter Weiler – Dilek Yumak
+
Anton Betzl – Andreas Hoffmann – Georg Kläne – Annette Landauer – Ingeborg Lutz – Monika Schuster
+
Stefan Wunderlich (organ)

Musikalische Leitung: Franz L. Schachtner

BookletBackCover1

Titel:
01. Trompetenaufzug aus Weyarn (Brand) 1.11
02. Maria Lichtmeß 0.34
03.  Choralvorspiel (Wunderlich) 1.53
04. Ein Haus voll Glorie schauert (unbekannt) 0.44
05. Lied des Prinzen Karneval (Krüss) 1.45
06. Teddy’s Dixie (Sandleben) 1.37
07. Rock Around The Clock (Freedman/Myers) 1.44
08. Muskrat-Ramble (Ory) 1.26
09. An der schönen blauen Donau (Strauß) 4.11
10. Er ist´s (Mörike) 0.32
11. An hellen Tagen (Gastoldi) 0.40
12. Gegrüßet seist du Königin (unbekannt) 0.41
13. Hausmusik (Brem) 0.21
14. Sonata Nr. 1 (Traditional) 1.34
15. Preludio (Correlli) 2.18
16. Zweistimmige Invention Nr. 8 F-Dur (Bach) 1.21
17. Love Changes Everything (Webber) 1.54
18. Pomp And Cicumstance (Elgar) 2.48
19. Abendserenade (unbekannt) 0.24
20. Der Mond ist aufgegangen (Schulz) 0.36
21. Guten Abend, gute Nacht (Brahms) 1.17
22. Sommerzeit – Ferienzeit (unbekannt) 0.32
23. Auf großer Fahrt (Traditional) 2.14
24. Fjählin vingad syns pà Haga (Bellmann) 1.14
25. Nationalhymne von Malta (Samut) 1.25
26. Bayernlied (Traditional) 1.09
27. Festtage im Herbst (unbekannt) 0.16
28. Das höchste sind die Berge (Thusek) 1.26
29. Nun danket alle Gott (unbekannt) 0.45
30. Deutsche Nationalhymne (Haydn) 0.58
31. Intrada (Griebler) 1.32
32. Vergängliches und Ewiges (Claudius) 0.24
33. Jésus que ma joie demeure (Bach) 3.12
34. Alte Spielmusik (Susato) 1.14
35. Menuett aus der Suite h-Moll (Bach) 1.28
36. St. Martin (unbekannt) 1.28
37. Seht unsere Laterne/Ich geh mit meiner Laterne (Traditional) 0.57
38. Weihnachtsfanfare (Köll) 0.53
39. Altes Weihnachtsgedicht (Traditional) 0.48
40. Andachtsjodler (Traditional) 0.58
41. Worte des Dankes (Hofmann) 2.30
42. Muss i denn … (Traditional) 1.29

CD1

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Käte Beutler – Hatha Yoga (Ende 60er/Anfang 70er Jahre)

FrontCover1Jetzt fang ich mal ganz ernsthaft an:

Yoga, auch Joga (Sanskrit, m., योग, yoga; von yuga ‚Joch‘, yuj für: ‚anjochen, zusammenbinden, anspannen, anschirren‘), ist eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken wie Yama, Niyama, Asanas, Pranayama, Pratyahara, Kriyas, Meditation und Askese umfasst. Der Begriff Yoga kann sowohl „Vereinigung“ oder „Integration“ bedeuten, als auch im Sinne von „Anschirren“ und „Anspannen“ des Körpers an die Seele zur Sammlung und Konzentration bzw. zum Einswerden mit dem Bewusstsein verstanden werden. Da jeder Weg zur Selbsterkenntnis als Yoga bezeichnet werden kann, gibt es im Hinduismus zahlreiche Namen für die verschiedenen Yoga-Wege, die den jeweiligen Veranlagungen der nach Selbsterkenntnis Strebenden angepasst sind.

Yoga ist eine der sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie. Es gibt viele verschiedene Formen des Yoga, oft mit einer eigenen Philosophie und Praxis. In Europa und Nordamerika wurden bis vor kurzem unter dem Begriff Yoga oft nur körperliche Übungen verstanden – die Asanas oder Yogasanas – und der Begriff somit weitgehend mit Hatha Yoga gleichgesetzt.

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Einige meditative Formen von Yoga legen ihren Schwerpunkt auf die geistige Konzentration, andere mehr auf körperliche Übungen und Positionen sowie Atemübungen (Pranayama), andere Richtungen betonen die Askese. Die philosophischen Grundlagen des Yoga wurden vor allem von Patanjali im Yogasutra zusammengefasst, auch die Bhagavad Gita und die Upanishaden informieren über Yoga.

Yoga, wie er im Westen gelehrt wird, beruht auf einer modernen Form, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist, oft gekennzeichnet durch eine Übernahme westlicher esoterischer Ideen, westlicher Psychologie, physischen Trainings und wissenschaftlicher Annahmen durch englischsprachige und westlich ausgebildete Inder. In diesen Fällen stellt moderner Yoga eher eine New-Age-Lebenseinstellung dar als eine Form hinduistischer Spiritualität. Traditioneller, indischer Yoga unterscheidet sich grundsätzlich vom westlichen, modernen Yoga und enthält sehr viel komplexere Lehren und Praktiken als die modernen Formen.

Yoga2

Der Yoga-Praktizierende und insbesondere ein Meister des Yoga wird Yogī (Sanskrit योगी) oder Yogin (योगिन्) genannt. Die weibliche Form ist Yoginī (योगिनी), was allerdings auch „Zauberin“ bedeutet (siehe Yogini).

Am 1. Dezember 2016 wurde Yoga als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. (Quelle: wikipedia)

Und dann gibt´s da so ne Unterform des Yoga, die nennt sich „Hatha Yoga“:

Der westliche Sprachgebrauch fasst eher körperbetonte Yoga-Praktiken unter dem Oberbegriff Hatha Yoga zusammen. Eine Richtung des Hatha Yoga in Europa und Nordamerika ist Iyengar Yoga, eine sehr körperbetonte Art, bei der bei Bedarf auch einfache Hilfsmittel eingesetzt werden, um Ungeübten das Ausführen der Übungen zu erleichtern. Sie unterstützen zugleich das Anliegen, sehr genau und subtil zu arbeiten.(Quelle: wikipedia)

Hatha Yoga

Warum werden bei Yoga Werbebildchen immer diese jungen und knackigen Frauenkörper gezeigt ?

Und genau diese Hatha-Yoga will uns diese LP näher bringen … eine Käte Beutler (Yoga Studio Baden-Baden) leitet uns dabei an.

Und sobald ich die Einleitung zu dieser LP höre, kann ich nicht mehr ernst bleiben, denn bereits die Einleitung ist ein Brüller.

Da klärt uns ein mämmlicher Sprecher im Stil der Fox Tönenenden Wochenschau mit markigem Tonfall darüber auf, dass wir in der westlichen Welt, eigentlich an Yoga nicht mehr vorbei kommen:

„Yoga, die uralte indische Lehre wird in der westlichen Welt immer mehr bekannt. Warnend weisen die Ärzteauf den ständigen Stress hin  als Ursache für Managerkrankheit, Herzinfarkt und Schlaflosigekeit, denn der Mensch kann die vielen äußeren Eindrucke nicht mehr verarbeiten, er ist immer außer sich. Yoga weist ihnen den Weg nach innen, den Weg zum eigenen Ich, Yoga fördert innere Kräfte, sie werden mit dem Leben besser fertig, werden ruhig, lernen ihre Atmung kontrollieren und ihren Körper beherrschen. Yoga führt zur Steigerung ihrer Lebensfreude, Gesundheit, Elastizität und Leistung. Üben sie deshalb regelmässig mit dieser Schallplatte. Beachten sie dabei die schriftliche Anleitung auf der Hülle. Ihre Yoga-Stunde beginnt. Sie haben sich auf ihre decke gelegt und folgen von nun an den Weisungen der ruhigen Stimme.“

Diese Einleitung wird in einem Ton vorgetragen, dass man fast den Eindruck haben könnte, sich auf eine paramilitätischen Übung vorzubereiten. … Wie gesagt: Ein erster Höhepunkt.

Und dann kommt die „ruhige Stimme“ der Yogalehrerin Käte Beutler, die nun mit beschwörend-suggestiver Stimme, durch die einzelnen Übungen führt …

Selten soviel unfreiwillige Komik in einer derartig geballten Ladung gehört. Sie mag´s ja gut  gemeint haben, aber diese Stimme mit jenem beschwörenden Tonfall (den Körper heeebeeen“) … da wurde mein Zwerchfell anz besonders stimuliert …

Man verstehe mich nicht falsch … selbstverständlich hat Yoga nicht nur seine Berechtigung, sondern auch seine Bedeutung, wenngleich ich ein wenig Skepsis in mir verspüre, wenn man früher (wie vermutlich auch heute noch), versuchte, fernöstliche „Heilslehren“ in unsere Zivilisation zu importieren.

Daran sind aus meinen Sicht schon die Beatles gescheitert.

Die „Atemübung“ bietet dann Gegensatzpaare der positiven wie negativen Art … hier könnte dann ne spannende Diskussion entstehen, was denn positiv bzw.negativ ist … das würde hier aber zu weit führen …

Humoristischer Höhepunkt dieser LP ist dann die sog. „Tiefenentspannung“ … mehr sag ich nicht …

Aber auch das muss gesagt werden: hier hören wir Heilsversprechen, die aus meiner Sicht mehr als problematisch sind. (Am Ende dieser Übung wird dann behauptet: “ … sie kehren wieder in ihr Alltagsleben zurück … entspannt, elastisch, frisch und gesund“)

Oder, um mit Goethe zu sprechen: „Die Wörter hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“.

Und wer diese Käte Beutler tatsächlich war ? Ich habe es nicht herausgefunden …

AlternativeFrontCover

Alternative Frontcover (man glaubt es kaum … )

Besetzung:
Käte Beutler (Sprecherin)
+
imbekannter männlicher Sprecher

BackCover1

Titel:
01. Einleitung 1.08
02. Vorbereitung 0.53
03. Winkelübung 2.19
04. Kobra 1.58
05. Heuschrecke 2.08
06. Yoga Mudra 2.28
07. Rückenbeugehaltung 3.05
08. Halbkerze 2.31
09. Pflug 1,52
10. Atemübung 3.49
11. Tiefenentspannung 11.12

Alle Texte: Käte Beutler

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