Otto Waalkes – Ottocolor (1978)

FrontCover1Aus Gründen der Ausgewogenheit mal wieder ein humoristischer Betrag aus dem Norden unserer Republik (ich kann ja nicht immer nur bayerische Gaudiburschen hier präsentieren):

Otto Gerhard Waalkes, häufig einfach nur Otto genannt, (* 22. Juli 1948 in Emden) ist ein deutscher Komiker, Comiczeichner, Musiker, Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher. Der gebürtige Ostfriese gilt als einer der erfolgreichsten Vertreter des deutschen Humors. Im Jahr 2007 belegte Otto Waalkes bei der Wahl zum besten deutschsprachigen Komiker in der ZDF-Sendung Unsere Besten – Komiker & Co hinter Loriot und Heinz Erhardt den dritten Platz.

Otto Waalkes wurde als zweiter Sohn des Malermeisters Karl Waalkes und seiner Frau Adele, geb. Lüpkes, geboren. Otto wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz im Emder Arbeiterstadtteil Transvaal auf. Die Eltern waren streng gläubige Baptisten und Mitglieder der Emder Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, deren Sonntagsschule Otto besuchte. Das erste Mal trat er im Alter von elf Jahren öffentlich auf, als er in einem Emder Kaufhaus u. a. den Babysitter-Boogie vortrug und dafür mit einem Gutschein über 30 Mark und dem Buch Meuterei auf der Bounty belohnt wurde. Im Alter von zwölf Jahren bekam er seine erste Gitarre, und 1964 trat er erstmals mit seiner Band The Rustlers, die vorwiegend Lieder der Beatles spielte, im Raum Emden öffentlich auf. Otto war der Kopf der Musikertruppe, Leadsänger und Leadgitarrist zugleich. Fünf Jahre tourte die Band vorwiegend durch Ostfriesland.

Otto Waalkes in den 60er Jahren

1968 bestand Otto Waalkes am Gymnasium für Jungen in Emden die Abiturprüfung. 1970 nahm er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg – nachdem er keinen Studienplatz in Freier Malerei erhalten hatte – ein Kunstpädagogikstudium auf, übte den Lehrerberuf jedoch nie aus. Unter anderem lernte er bei Hans Thiemann und Maltechnik bei Rainer Noeres.

Seinen ersten Auftritt auf einer Bühne absolvierte er im Hamburger Folkloreklub Danny’s Pan, wo man für fünf Mark zehn Minuten lang sein Können zeigen konnte. In Hamburg wohnte er in der WG „Villa Kunterbunt“ mit vierzehn Mitbewohnern, unter ihnen Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.

Zur Finanzierung seines Studiums trat Otto Waalkes mit der Gitarre weiter in kleinen Clubs in Hamburg auf. Er erzählte zu seinen Liedern ein paar Witze und wenn er mal ganz nervös das Mikrofon fallen ließ, dann entschuldigte er sich dafür. Irgendwann kamen die Entschuldigungen besser an als seine Musik und so entwickelte sich langsam seine Bühnenshow. Die Clubs wurden immer größer – und hießen plötzlich nicht mehr Onkel Pö, sondern Westfalenhalle.

1972 lernte Waalkes seinen späteren Manager Hans Otto Mertens kennen, hatte mit seiner Band „The Rustlers“ sein erstes großes Konzert in Hamburg, wobei er live und auf eigene Kosten mitschnitt, und gründete mit Mertens das Label Rüssl Räckords. Das Label wurde gegründet, da keine Plattenfirma die Live-Mitschnitte Waalkes’ veröffentlichen wollte. Noch im gleichen Jahr erschien die LP „Otto“, die sich 500.000 Mal verkaufte.

Waalkes’ Humor beruht auf Kalauern und Wortspielen sowie albern-witziger Sprache, Geräuschen und Körpersprache. Ein stilistisches Mittel seiner Vorträge sind Parodien, beispielsweise Überarbeitungen bekannter Lieder, die er mit der Gitarre begleitet. In die humoristischen Vorträge bettet er Satire, politische Anspielungen, Zeit- und Gesellschaftskritik ein.

Die regelmäßig veröffentlichten Otto-Bücher und vor allem die Otto-Langspielplatten wurden Verkaufsschlager, viele erreichten Spitzenpositionen in den Hit- bzw. Verkaufslisten.

Waalkes gehört zu den Unterhaltungskünstlern, die den allgemeinen Sprachgebrauch beeinflusst haben; einen beträchtlichen Teil davon machen die frühen Jahre aus, in denen er überwiegend Texte der Neuen Frankfurter Schule verwendete. So geht der Ausspruch „Hast du mal ’ne Zigarette? Meine Schachtel steckt noch im Automaten!“ auf ihn zurück. Auch die Floskel „Einen hab’ ich noch!“ wird ihm häufig zugeschrieben, geht aber tatsächlich – wie viele seiner Sprüche – auf Heinz Erhardt zurück. (Quelle: wikipedia)

Keine Fragen: Otto hat mit seinem ganz speziellem Humor mehr als eine Generation geprägt und natürlich darf man da jetzt nicht vergessen, sehr deutlich zu betonen, dass er mit Textern wie Robert Gernhardt, Pit Knorr und Bernd Eilert (auch ne Art „Frankfurter Schule“) kogeniale Unterstützung hatte, die dann freilich er entsprechend kauzig zum besten gab.

Der "frühe" Otto Waalkes

Dementsprechend kann ich auch folgenden Zeilen ein wenig was abgewinnen:

Der „Heilige Hein“ ist sicherlich Ideengeber für viele Witze über Religion und Spaßpredigten und „Hohes Gericht“ wird auch heute noch von neukomikern immer mal wieder neu aufgelegt, so dass man hier wirklich von zeitloser Comedy reden kann aus der Zeit, wo man deutschen Humor noch mit Vinyl wahrnahm. Mit viel Können auf mehreren Instrumenten, einer überaus flexiblen Stimme und grundlegenden Angriffen auf die Lachmuskeln zeigt uns Otto hier, was die heutigen Vertreter der Comedy-Ringen teilweise vielleicht noch ein wenig üben muss – die handwerklichen „Basics“. (K. Beck-Ewerhardy)

Folgende Pointe wurde mir übrigens im Laufe des Lebens mehrfach vorgetragen: „Man sagt, in Deutschland werden 3 neue Irrenanstalten gebaut. Eine in Hamburg, eine in Frankfurt und Bayern wird überdacht.“ (zu hören auf diesem Album) … ha ha ha … ich werf mich weg vor lachen *ggg*

Die Otto Show VI (1978)

Besetzung:
Otto Waalkes (guitar, vocals)

BackCover1

Titel:
01. Hipp-Hipp-Hurra (Waalkes) 0.34
02. Intro (Waalkes) 2.13
03. Drunt im Tal (Waalkes) 1.24
04. Kalte Liebe (Waalkes) 0.08
05. Heiliger Hein (Eilert/Waalkes/Knorr/Gernhardt) 3.23
06. Der Henker (Waalkes) 0.33
07. Schwamm-drüber-Blues (Eilert/Waalkes/Knorr/Gernhardt) 2.57
08. Pornosan (Knorr/Gernhardt) 0.52
09. Musikalische Leidenschaften (diverse Komponisten) 6.08
10. Konzertreportage (Eilert/Knorr/Gernhardt) 1.45
11. Ostfriesische Freikörperkultur (Waalkes) 1.22
12. Only You (Buckram) 1.14
13. Weißt du noch? (Waalkes) 0.46
14. Herr Jansen (Waalkes) 0.25
15. Hohes Gericht (Eilert/Knorr/Gernhardt) 1.34
16. Der Kleinwagenfahrer (Waalkes) 0.34
17. Gruselwusel (Waalkes) 3.12
18. Im Frühtau zu Berge (Traditional/Waalkes) 5.24
19. Wackadack (Waalkes) 1.59

LabelB1

*
**

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s