Udo Jürgens – Das Blaue Album (1988)

FrontCover1Ich weiß nicht, das wievielte Album das jetzt ist …  Die Zahl seiner Alben ist ja nur noch für hartgesottene Udo Jürgens zu überscheuen …

Aber ich weiß, dass ist wieder mal so ein Album, das den Udo Jürgens als bemerkenswerten Entertainer ausweist, wenngleich die ganz zündenden Songideen hier nicht zu finden sind. Dafür aber hören wir wieder so etliche Liedertexte, die es in sich haben …

Das geht schon mit dem ersten Song los … Musik als Überlebensstrategie … Oder aber auch „Hallo, ich bin’s“ … der von einem Telefonat zwischen Sohn und Vater handelt …

Und dann natürlich noch jenes Lied, das damals für ziemlich viel Wirbel ausgelöst hat: „Gehet hin und vermehret euch“ eine unverhohlene und bittere Anklage gegen jene katholische Kirche, die Geburtenverhütung für Teufelszeug hält und entsprechendes an die Gläubigen kommuniziert … bis zum heutigen Tage …

Und das Saxophon bei „Flieg‘, Flamingo“ ist ganz und gar großartig …

Und das Album endet mit dem nachdenklichem „“Da Capo“ … man weiß ja, dass Udo Jürgens seine Texte intensiv ausgesucht hat und so ist es auch sein Verdienst (wenngleich er die Texte ja nicht selbst geschrieben hat), dass wir sie zu hören bekommen.

SingleFront+BackCover

Die Single zum Album

Besetzung:
Franz Bartzsch (keyboards)
Udo Jürgens (vocals, piano)
Frank Lüdeke (saxophone)
Ralph Rudnik (guitar)
George Walther (keyboards)
+
Das Orchester Pepe Lienhard
+
Streicher der Deutschen Oper Berlin
+
Blue Voices Chor
Gropiuslerchen Chor
+
Madeleine Lang (vocals bei 03.)
Katharina Lehmann (vocals bei 10.)
+
Hans Joachim Friedrichs (Sprechstimme bei 06.)

BackCover1

Titel:
01. Die Welt braucht Lieder (Jürgens/Lehmann) 4.43
02. Thema in Blau I  (Jürgens) 1.55
03. Eis zu Feuer (Jürgens/Kunze) 4.35
04 .Die Zeit der Zärtlichkeit (Jürgens/Kunze) 3.41
05. Flieg‘, Flamingo (Jürgens/Lehmann) 3.51
06. Gehet hin und vermehret euch (Jürgens/Lehmann) 5.20
07. Hast du heute schon gelebt (Jürgens/Walther/Kunze) 4.16
08. Die verbotene Stadt (Jürgens/Kunze) 3.06
09. Wir zwei (Jürgens/Christen) 4.13
10. Hallo, ich bin’s  (Jürgens/Lehmann) 4.31
11. Thema in Blau II (Jürgens) 1.36
12. Moskau – New York (Jürgens/Christen) 5.10
13. Da Capo (Jürgens/Christen) 4.22

LabelB

*
**

Es ist Zeit Alarm zu schlagen:
An jedem Tag wächst die Zahl der Menschen
auf unserem Planeten um 300.000,
in jeder Woche über 2 Millionen.
In jedem Monat kommen mehr Menschen
neu auf diese Welt,
als in New York zuhause sind.
Aber wir wollen das nicht wissen,
noch ist es nicht unser Problem,
und was uns nicht berührt,
das geht uns auch nichts an.

Wenn wir es merken, wird es zu spät sein.
Wo die Menschen am ärmsten sind,
vermehren sie sich am schnellsten.
Es ist schon jetzt zu wenig Platz auf dieser Erde.
Und es wird immer weniger Platz sein.
Nicht Kriege, Seuchen und Naturkatastrophen,
es sind die Menschen selbst,
die ihren Lebensraum vernichten.
Wer die Umwelt schützen will,
der muß die Welt bewahren:
Fünf Milliarden sind genug!

Hurra, die 5. Milliarde ist voll!
Und die Bild-Zeitung jubelt: „Ist das nicht toll?“
Neuer Geburtenweltrekord!
Lieb‘ deinen Nächsten und pflanze dich fort!
Jetzt wird dem Hunger der Welt vorgebeugt!
Jetzt wird die nächste Milliarde gezeugt!

Und da hat einer gütige Hände
und ein gutes, kluges Gesicht,
aber denkt er das Diesseits zuende,
wenn er vom Jenseits spricht?

Kondom tabu und Pille verpönt –
denn aus beruf’nem Munde ertönt:
Gehet hin und vermehret euch!
Gehet hin und vermehret euch!

Im Nu ist die 6. Milliarde erreicht.
Aller Anfang ist schwer – alles Ende ist leicht.
Jetzt wird die Erde mit Menschen besatzt,
bis sie aus sämtlichen Nähten platzt.
Die Mächtigen tun, als gäb’s keine Gefahr,
als wäre der Globus aufblasbar.

Und die Welt hat so herrliche Kinder.
Viele nagen am Hungertuch.
Trotzdem freuen sich die armen Sünder
auf den nächsten hohen Besuch.

Noch ist die Show nicht aus und vorbei –
noch sind genügend Stehplätze frei:
Gehet hin und vermehret euch!
Gehet hin und vermehret euch!

Die 10. Milliarde ist vorprogrammiert.
So schnell ist die Menschheit noch nie explodiert.
Werft ja keinen Blick in die Zukunft zurück,
nach uns die Sintflut – vor uns das Glück!
Zum Leben zuwenig, zum Sterben zuviel!
Hat da nicht der Teufel die Hände im Spiel?

Denn der hat ja soviele Gesichter –
schöne Masken der Niedertracht.
Und der Schöpfer wird zum Vernichter,
wenn er so weiter macht.

Hereinspaziert – ob arm oder reich!
Rein ins Vergnügen, alle zugleich!
Gehet hin und vermehret euch!
Gehet hin und vermehret euch!

MCCover

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