Engerling – So oder so (1988)

EngerlingFrontCover1Keine Frage:Engerling – eine meiner Lieblings Blues-Rock Bands, deren Wurzeln in der DDR waren:

„Wir wünschen Ihnen einen Guten Morgen“ grüßen Engerling mit dem Frühprogramm. Das Eröffnungsstück ihres 1988 erschienenen Albums „So oder so“ zeigt wo es langgeht: lyrisch und rockend durch den grauen Alltag.

Es ist die große Stärke von Engerling, dass sie Geschichten erzählen, die zwar irgendwie immer in der DDR zu Hause waren die aber auch jenseits der Mauerzeiten noch immer Alltagssituationen bis in den Kern treffen. Die laute Musik die man braucht, um wieder runter zu kommen nach einem harten Tag, die verschlossenen Gesichter am morgen, die verzweifelte Suche nach dem Unmöglichen.

Musikalisch hatte Engerling die Blueswurzeln zwar nicht verraten. Doch spielen die zwölf Takte in den Liedern nicht mehr diese Rolle, wie noch auf den ersten Alben. Doch dafür hatte Bodag Melodien gefunden, die ohne Anbiederung an irgendwelche jemals aktuellen Trends einfach zeitlos und gut sind.

Engerling1986

Engerling, 1986

Als 1988 „So oder so“ erschien, da waren es vor allem Lieder wie „Nr. 48“ und der „Narkose Blues“, die nicht nur im Radio nicht zu überhören waren. Sie waren auch bei der Bluesgemeinde echte Hits wegen ihrer Texte. (Nur das Muschellied von der „Tagtraum“ und „Gleichschritt“ vom ersten Album sind in ihrer Vieldeutigkeit dem zu vergleichen.) Als die Platte nach der Wende auf CD wiederveröffentlicht wurde, spendierte man ihr als Bonus zwei Titel: Die weiße Ziege und Da hilft kein Jammern waren bislang nur als Single erschienen und die wurde offiziell nicht mehr gespielt. Denn bei einer Melodie hatte sich Bodag zu deutlich bei einer Komposition von Willie Dixon bedient. (Quelle: wasser-prawda.eu)

Und der Wolfram Bodag konnte ja nicht nur komponieren, seine Texte sind auch heute noch mehr als hörenswert.

Und wenn man weiß, dass Engerling die europäische Tourband von Mitch Ryder ist … man wundert sich nicht …

AlternativeFrontCover

Alternative Frontcover

Besetzung:
Wolfram Bodag (keyboards, vocals, harmonica)
Manfred Pokrandt (bass)
Friedemann Schulz (drums)
Heiner Witte (guitar, slide-guitar)

BackCover1

Titel:
01. Frühprogramm 5.33
02 Pfeif drauf 3.24
03 Moll’s Party 3.41
04 Nr. 48 4.21
05. Hat nichts gebracht 3.50
06. Narkose Blues 5.34
07. So oder so 4.27
08. Die anderen 5.03
09. Das letzte Lied 4.47

Musik + Texte: Wolfram Bodag

LabelB1

*
**

Und hier ein Portrait der Band aus ihren frühen Jahren, einfach nur ganz und gar großartig … man lausche z.B. der slide-guitar bei er Instrumentalfassung von „Can´t Find My Way Home“ von Blind Faith !) … man lausche, was Wolfram Bodag über den Blues zu saen hat ….  Aufgenommen überwiegend in ihrem Proberaum in der Dunckerstraße, Berlin)

Ein Gedanke zu “Engerling – So oder so (1988)

  1. Jau, feine Platte, lange nicht mehr auf CD erhältlich, außer – man kauft den Gesamtwerkschuber.
    Genehmigt und gepresst mag sie 88 sein, aber ehe sie in den Läden lag, war schon 89.
    Ich hab sie in Vinyl aus der Erstausgabe; gekauft im März oder April 89, gemeinsam mit der „Aufruhr in den Augen“ von Pankow.
    Wendemusike sozusagen. „Die 48“ ist ja sooooo genial! Aber Sandow setzten auf diese Textidee im Herbst noch einen drauf mit „Herbstfinale“, musikalisch allerdings auf den Spuren der Einstürzenden Neubauten.

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