Klaus Hoffmann – Erzählungen (1995)

FrontCover1Für mich der Klaus Hoffmann einfach ein ganz und gar wunderbarer Geschichtenerzähler und Liedermacher und das gilt uch für dieses Album, wenngleich es damals bei der Kritik nicht sonderlich gut ankam:

Einst wurde er als der deutsche Jacques Brel gefeiert. 1995 wirkt Klaus Hoffmann eher wie ein schlagerseliges Überbleibsel des Liedermacher-Booms. Der kritische Wohlklang für den emanzipierten Germanisten, den Hoffmann auch diesmal zelebriert, findet aber nach wie vor Fans – ein Stück Anerkennung für einen, der im deutschsprachigen Genre einiges bewegt hat. An Arrangements und Produktion gibt’s ebenfalls nichts zu mäkeln. Doch das allein hift einer Platte, die das textliche Wehleid so sehr in den Mittelpunkt stellt, nicht recht über die Hürden. (Audio)

Mit seinen 15 „Erzählungen“ beendet Klaus Hoffmann eine Entwicklungsphase, die von „Ciao Bella“ (1983) bis „Sänger“ (1993) reichte: vom Reinhard Mey der Intellektuellen zum Jacques Brel der Lebensfrohen. Heute schöpft Hoffmann gewagte Sprachbilder aus seiner leicht verdrehten Weltsicht. Als Poprocker mit Schlagerleidenschaft taucht der singende Dichter musikalisch wie textlich in ein Wechselbad. Unfreiwillige Komik hält etwa die Kinder-Lovestory „Tilly“ bereit. Andererseits haben Titel wie „Von Tag zu Tag“ oder das freche „Zittern vor den Frauen“ höchste Songwriter-Klasse. (Stereoplay)

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Nun gut, schlagerhafte Elemente nehm´ ich billigend in Kauf (einfach weil ich zum Schlager mittlerweile ein geordnetes Verhältnis habe) und auch deshalb, weil seine Texte auch hier zu überzeugen wissen … man muss ja nicht immer nur abgrundtief tiefsinnig sein. Keine Sorge: Banalitäten sind auch auf diesem Album nicht zu erwarten …

Also: ein gutes Album von diesem Poeten … der bis heute noch aktiv ist !

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Ja, ja, damals gab´s noch die DM

Besetzung:
Wim Bath (trumpet)
Hawo Bleich (keyboards, accordeon)
Lex Bolderdijk (guitar)
Michael Brandt (guitar)
Rund Breuls (trumpet)
Eddie Conrad (percussion)
Klaus Hoffmann (vocals, guitar)
Rami Koch (violin)
Philip Kolb (clarinet, saxophone)
Peter Keiser (bass)
Walter Keiser (drums)
David Rothschild (trombone)

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Titel:
01. Von Tag zu Tag (Hoffmann) 4.47
02. Bin ein Fremder (Hoffmann) 5.01
03. Wohin gehst du (Hoffmann) 3.51
04. Tilly (Hoffmann) 4.26
05. Unser Traum (Hoffmann) 4.49
06. Zittern vor den Frauen (Hoffmann) 3.44
07. Der Himmel schaut zu (Hoffmann) 5.09
08. Land des Lächelns (Hoffmann) 3.35
09. Der Zorn der bösen Affen (Bleich/Hoffmann) 3:10
10. Ich hab es niemandem erzählt (Bleich/Hoffmann) 4.14
11. Wenn (Hoffmann) 4.25
12. Der Diamant (Hoffmann) 4.03
13.  Diese Nacht wird uns verwöhnen (Brandt/Hoffmann) 3.47
14.  Gesucht und auch gefunden (Hoffmann) 4.05
15.  Ich werde wie ein Seemann gehn (Hoffmann) 4.55

CD1

 

*
**

Ich sitze vor ’nem Kaffee hier bei Franco
und ich versuchs, ich schreib dir einen Brief
doch mir fallen nicht die Worte ein
es liegt sicher nicht am Wein
es sind die Geister, dich ich rief

Soviele Worte, die wir sagen
soviele Dinge, die wir tun
und die sollen alle richtig sein
und ganz bestimmt auch wichtig sein
was hat das mit uns zu tun

Von Tag zu Tag
läuft unsre Uhr ein wenig ab
und ich schau wie die Wolken ziehn
ich seh, wie sich die Räder drehn
soviel bleibt noch ungesagt
von Tag zu Tag

Der alte Mann dort an der Ecke
wieviel Zeit hat er vertan
und er schaut sich meine Augen an
und er fängt mit der Geschichte an
und er sagt „Sohn, erst Liebe macht den Mann“

Von Tag zu Tag
läuft unsre Uhr ein wenig ab
schau nur, wie schnell die Leute gehn
sieh doch, wie sich die Räder drehn
warum hab ich es ihr nie gesagt

Von Tag zu Tag
warum hab ich es dir nie gesagt
und jetzt fällt es mir wieder ein
ich schreib es in den Brief hinein
ich weiß nur, dass ich dich mag
von Tag zu Tag

So wie du bist, so lieb ich dich
du bist für mich so wesentlich
und das soll der Anfang sein
einer Geschichte sein
nur drei Worte
du und ich

Von Tag zu Tag
warum hab ich es dir nie gesagt

Sag nicht für immer

Von Tag zu Tag
so wie du bist, so lieb ich dich
du bist für mich so wesentlich

Sag nicht für immer

von Tag zu Tag

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