Bläserkorps der Jägerschaft Duderstadt – Jagdhorn-Klänge (1987)

FrontCover1.jpgAlso, da gibt es die Jägerschaft Duderstadt und die scheint es schon vor dem II Weltkrieg gegeben zu haben, aber da schweigt sich die Jubiläumsbroschüre irgendwie verdächtig dezent aus. Und so lesen wir folgendes über die Anfänge:

Die meisten können sich die Verhältnisse und ebensumstände unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr vorstellen, da sie in einer glücklichen Zeit aufwuchsen, die ihnen Frieden und Wohlstand brachte. Die Zeiten, in denen die Jägerschaft Duderstadt neu gegründet wurde, waren unruhig. Deutschland war geteilt und von den Siegermächten besetzt. Das Unter-Eichsfeld war britisch.
Überfälle und Plünderungen fanden statt. Die Briten konnten diese Überfälle
nicht verhindern, verfolgten sie oftmals aber auch nicht konsequent genug. So
wurde die von den Briten ausquartierte Familie Hollenbach aus Duderstadt, die
zu dieser Zeit im Jagdhaus Desingerode lebte, dort am 30.06.45 überfallen und
ausgeraubt.
Noch 1948 organisierten die Gemeinden nächtliche Wachdienste zum Schutz
ihrer Ernten, wofür eigens ein Gesetz geschaffen worden war. Kriege und
Revolutionen waren oft verbunden mit Not. Auf die Jagd hatte dies stets
negative Auswirkungen, da immer dann vermehrt gewildert wurde, ob mit
Waffe oder Schlinge. Auch einige einheimische Jäger sahen nicht ein, daß sie
auf die Jagd verzichten sollten und jagten gelegentlich mit versteckten Waffen,
ein lebensgefährliches Spiel, denn auf – zu der Zeit illegalen – Waffenbesitz
stand die Todesstrafe. Die inzwischen unter britischer Aufsicht neu organisierte
Polizei drückte jedoch meistens die Augen zu, bis auf einen Fall, der aber
glimpflich ausging …

JägerschaftDuderstadt01

Gegründet wurde dann dieser Verein am 29. März 1947 (Die Chronik des Vereins ist wirklich arg verwirrend)

Das Jagdhornbläserkorps der Jägerschaft Duderstadt ist zweifellos das Aushängeschild der Jägerschaft. Kein anderer Organisationszweig hat derartig gute Möglichkeiten, für die Jägerei effektive und von positiven Inhalten geprägte Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, wie das Jagdhornbläserkorps. Die Duderstädter Bläser leisten diese Arbeit, indem sie nicht nur bei Veranstaltungen der Jägerschaft auftreten, sondern auch in der
Öffentlichkeit und bei befreundeten Institutionen und Verbänden. Jahrelang war es z.B. üblich, daß das Jagdhornbläserkorps der Jägerschaft das Schützenfest der Schützengesellschaft Duderstadt eröffnete. Darüber hinaus
ist unser Bläserkorps Dank des Engagments und der Leistung ihres langjährigen Leiters Rudi Lindner bei Wettbewerben außergewöhnlich erfolgreich, die Frucht kontinuierlich betriebener und zeitweiser harter Arbeit. Dies führte dazu, daß die Duderstädter Bläser inzwischen schon einige Repräsantationsauftritte für die Landesjägerschaft Niedersachsen wahrnahmen.

Nachdem die einheimischen Jäger sich 1949 in der Kreisgruppe Duderstadt zusammengefunden hatten, kam bald der Wunsch auf, das jagdliche Brauchtum, insbesondere das Jagdhornblasen, wieder mehr zu pflegen. Der Vorstand bemühte sich, Jäger und bläserisch erfahrene Freunde für das Führen des Jagdhorns zu inteessieren. Die Entwicklung schritt zunächst nur langsam voran, und bis zur Bildung einer Gruppe, wie wir sie heute haben, war es noch ein weiter Weg.
Im Jahre 1952 beschloß der Vorstand erstmalig den Kauf von ”2 Signalhörnern für die Hornisten”. Bei der 0Jahreshauptversammlung am 30.07.54 wurde bekanntgegeben, daß Jagdhornblasen unterrichtet wird. Noch 1955 wurde seitens der Führung des Bläserkorps ́ und des Vorstandes eine schlechte Übungsbeteiligung beklagt.

JägerschaftDuderstadt03.jpg

Als das Jagdhornblasen sich immer größerer Beliebtheit erfreute, wurden Landes
– und Bundeswettbewerbe veranstaltet.
Auch die Duderstädter Bläser wollten an solchen Wettbewerben teilnehmen. Um einen entsprechenden Leistungsstand zu erreichen, übten die Bläser der ersten Stunde an vielen Tagen bei den Waidgesellen Walter Zinserling und Ernst Georg
Wüstefeld. (Jubiläums Chronik; liegt der Präsentation bei)

Es folgen dann etwas wirre Angaben, wann man denn nun eine eigene Unform hatte und wann man denn nun an den ersten Wettbewerben teilgenommen habe …

Aber dann:

Der Wunsch, eine Plattenaufnahme durchzuführen, existierte im Bläserkorps
schon lange. Für die Realisierung dieses zunächst kostspieligen Vorhabens sorgte
Thomas Ehbrecht im Jahre 1987. Im Frühjahr dieses Jahres setzten sich die
Bläser an mehreren Wochenenden mit den Tücken von Mikrofon und Tonband
auseinander. Heraus kam eine Aufnahme, die mehr ist, als eine schöne
Erinnerung, sich bis zum heutigen Tage sehr gut verkauft und mittlerweile die
Kosten wieder eingespielt hat. (Jubiläums Chronik)

JägerschaftDuderstadt04.jpg

Und das Ergebnis können wir hier nachhören … Da geht´s um diverse Signal-Klänge im Laufe einer Jagd, aber auch um klassicghe Jaglieder …

Und so sehr ich den Klang eines Jagdhorns mag und schätze … und hier wurde dieses Instrument nun wahrlich souverän eingespielt, so sehr bleib ich zurück mit gemischten Gefühlen.

Denn die Jagd und all die damit verbundenen Rituale und Sitten … die mir weiterhin arg patriachalisch vorkommen, sind mir weiterhin fremd … und geheuer sind sie mir auch nicht … obwohl ich natürlich mittlerweise auch weiß, dass die Jagd oftmals für ein ökologisches Gleichgewicht nicht unwichtig ist.

JägerschaftDuderstadt02

Man beachte die Augen des Schützen …

Besetzung:
Blästerkorps der Jägerschaft Duderstadt: unter der Leitung von Rudi Lindner:
Dieter Bömeke – Thomas Ehbrecht – Christian Gödeke -Erich Hagemann – Hermann-Josef Hotze – Elmar Kohlrautz – Ludger Kohlrautz -Manfred Krell – Hans-Adolf Kurth – Frank Lindner – Rudi Lindner – Otto Mühe – Holger Rümenapf – Bernward Schneegans -Friedbert Wandt – Markus Wucherpfennig – Jürgen Wüstefeld – Ralph Wüstefeld -Wolfgang Wüstefeld

Booklet01A

Titel:
01. Auf, auf zum fröhlichen Jagen (Traditional) 1.48
02. Hubertusgruß (Traditional) 1.49
03. Begrüßung (Traditional) 1.11
04. Das Ganze – Anblasen des Treibens (Traditional) 0.24
05. Aufmunterung zum Treiben (Traditional) 0.16
06. Treiber in den Kessel (Traditional) 0.19
07. Aufhören zu Schießen (Traditional) 0.13
08. Sammeln der Jäger (Traditional) 0.17
09. Hisch tot (Traditional) 0.34
10. Sau tot (Traditional) 0.30
11. Reh tot (Traditional) 0.25
12. Fuchs tot (Traditional) 0.29
13. Jagd vorbei – Halali (Traditional) 0.38
14. Eichsfelder Jägermarsch (Lindner) 1.18
15. Sollingfanfare (Traditional) 1.14
16. Jägermarsch ‚Der Tutterige‘ (Corneli/Lindner) 1.06
17. Ehrenfanfare (Traditional) 1.00
18. Hubertusmarsch 1.36
19. Hundefanfare (Traditional) 1.02
20. Hessischer Jägermarsch (Friedl) 0.46
21. Der Jäger aus Kurpfalz (Traditional) 0.45
22. Jägermarsch Nr. 1 (Traditional) 0.45
23. Alpenjägermarsch (Traditional) 1.48
24. Ländler (Traditional) 1.23
25. Auf Wiedersehen (Galetti) 1.11
26. Anjagd – Gute Jagd (Haydn) 0.44
27. Ich ging durch ein grasgrünen Wald (Traditional) 1.59
28. Kurpfälzer Halali (Stief) 3.21
29. Wie lieblich schallt (Silcher) 1.54
30. Jagdstück (Traditional) 2.11
31. Kein schöner Land (Volkslied um 1807) (Traditional) 2.09
32. Jägerchor aus der Oper ‚Der Freischütz‘ (v.Weber) 1.33
33. Sanctus und Hymne an St. Hubertus (Traditional) 3.02
34. Hubertusmarsch (Traditional) 1.37
35. Kurfürstenfanfare (Traditional) 3.41
36. Fürstengruß (Traditional) 0.43

CD1

*
**

Und hier liegt Duderstadt:

Karte

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