Andrea Schmidt-Niemeyer – Frauen zwischen Petticoat und Werkbank (2001)

TitelDass Dissertationen (diese hat 340 Seiten !) immer so sperrige Titel haben müssen ! Denn eigentlich heißt diese Dissertation: „Frauen zwischen Petticoat und Werkbank – Geschlechterverhältnisse in der deutschen Nachkriegsgesellschaft – Eine Analyse anhand exemplarischer Paardarstellungen (Schwerpunkt 1945-1960).“ Aber das ist auch nur eine Marginalie im Vergleich zu dem, was diese Dissertation aus dem Jahr 2001 zu bieten hat:

„Die vorliegende Arbeit versucht anhand des Motivs der Paardarstellungen in der Bildenden Kunst die Frage zu beantworten, ob und inwieweit sich die Sozialisation der Frauen in der Nachkriegszeit in den beiden deutschen Staaten unterscheidet. Bildanalysen und Exkurse, die z.B. die rechtliche Stellung der Frauen in der DDR und der BRD genauer untersuchen, wechseln dabei einander ab, sollen sich gegenseitig ergänzen und erweitern. Da in den frühen bundesrepublikanischen Jahren die ungegenständliche Kunst vorherrschend war, sind in manchen Zeitbereichen die DDR-Beispiele quantitativ überlegen – das wird u.a. dadurch etwas ausgeglichen, dass bei der „West-Kunst“ noch Bildmaterial aus dem Film- und Werbebereich hinzugezogen wird. Im Gesamten ist die Arbeit chronologisch gegliedert und dann nochmals in verschiedenen Themenschwerpunkten (Trümmerfrauen, Liebespaare, Artistendarstellungen o.ä.) unterteilt.“

Andrea Schmidt-Niemeyer leistet sich am Anfang ihrer Arbeit den notwendigen Luxus, auf die „Geschlechterkonstellationen in den dunklen Jahren des Nationalsozialismus“ hinzuweisen und bereits da springt einen geradezu diese großartige Liebe zum Detail an.

Beispiel01Und so geht es dann weiter. Mit Akribie studiert sie die Geschlechterverhältnisse jener Jahre anhand der darstellender Kunst und es ist einfach nur ein Genuss, dieses Werk zu lesen .. das kann man auf einmal kaum bewältigen, aber in Häppchen ist das möglich und mehr als gewinnbringend für jemanden, der sich für geschichtliche Entwicklungen – die ja auch ihren Bedeutung für private Beziehungen hat – interessiert.

Und ganz besonders imponiert hat mir ihr Schluss-Plädoyer:

Beispiel02

Und nun noch ein paar Illustrationen (insgesamt sind es 166 Illustrationen) aus dieser mehr als wertvollen Dissertation (leider in eher geringer graphischer Qualität, das ist aber auch der einzige Schwachpunkt dieser Dissertation):

Beispiel03
Beispiel04
Beispiel05
Beispiel06
Beispiel07
Beispiel08
Beispiel09
Beispiel10
Beispiel11
Beispiel12

Nun aber zur Präsentation:

*
**

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s