Siegfried Fink – Drums + Orchestra (Benguerel / Soler) (1977)

FrontCover1.JPGUnd gleich noch ein Requiem … zumindest teilweise … und Dreh- und Angelpunkt dieser avantgardistischen Aufnahmen ist Siegfried Fink:

Siegfried Fink (* 8. Februar 1928 in Zerbst/Anhalt; † 3. Mai 2006 in Würzburg) war ein deutscher Schlagzeuger und Komponist. Er gilt als wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung der Perkussion in Deutschland.

Siegfried Fink studierte von 1948 bis 1951 an der Musikhochschule Weimar bei Alfred Wagner Pauken / Schlagzeug und bei Helmut Riethmüller Komposition. Über Orchester- und Lehrtätigkeiten in Weimar, Magdeburg, Lübeck und Hannover kam er 1965 als Dozent für Pauken und Schlaginstrumente an das damalige Bayerische Staatskonservatorium für Musik in Würzburg. 1974 folgte die Berufung zum Professor an die neu gegründete Hochschule für Musik Würzburg, an der er bis 1993 das renommierte „Studio für Perkussion“ führte.

Unter seiner Leitung entwickelte sich das Fach in Würzburg zu einem internationalen Anziehungspunkt für Perkussionisten. Während seiner dreißigjährigen Hochschularbeit durchliefen mehr als 100 Studenten aus aller Welt seine Ausbildungs-, Fortbildungs- und Meisterklassen. Er ist auf mehr als 20 Schallplatteneinspielungen als Konzertschlagzeuger zu hören, sowie auf zahlreichen weiteren Tonträgern als Leiter und Dirigent verschiedener Ensembles.

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Siegfried Fink

Er gründete Perkussionsserien bei mehreren europäischen Musikverlagen und wurde damit einer der meist veröffentlichten Perkussionisten der Welt. Unter seiner Federführung entstand der erste Lehrplan für Schlaginstrumente des Verbandes deutscher Musikschulen. Er unterstützte in Kooperation mit Instrumentenherstellern die Gründung von Fortbildungseinrichtungen wie der Internationalen Gesellschaft für musikpädagogische Fortbildung, beteiligte sich am Aufbau der Perkussionsabteilungen an den Berufsfachschulen für Musik sowie des Diplomstudiengangs Musiktherapie in Heidelberg.

Schwerpunkte in seinen über 160 Kompositionen, für Schlagzeug solo und Percussionensembles über Kammermusik bis hin zu Ballett- und Filmmusik, liegen in der Emanzipation der Klangfarbe sowie der rhythmischen Struktur.

Viele seiner ehemaligen Studenten arbeiten als international bekannte Soloperkussionisten oder als Solopaukist oder Schlagzeuger im Orchester oder sind im Bereich der Musikpädagogik tätig.

Am 3. Mai 2006 starb Siegfried Fink in seiner Heimatstadt Würzburg.

Seine Arbeit wird heute von seiner Tochter Cornelia C. Fink fortgesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Auf diesem Album hören wir zwei Urauführungen zeitgenössischer Avantgardmusik, die ursprünglich vom Hessischen Rundfunk durchgeführt und mitgeschnitten wurden.

Das ist zum einen ein Werk von Xavier Benguerel i Godó:

Xavier Benguerel i Godó (* 9. Februar 1931 in Barcelona; † 10. August 2017) war ein spanischer Komponist.

Xavier Benguerels Vater, der Schriftsteller Xavier Benguerel i Llobet, war nach Beendigung des spanischen Bürgerkriegs gezwungen, ins Exil nach Südamerika zu gehen. Sein Sohn Xavier Benguerel erhielt seine erste musikalische Ausbildung 1941 bis 1945 in Santiago de Chile. Auf dem Gebiet der Komposition war er jedoch weitgehend Autodidakt. Nach seiner Rückkehr nach Barcelona 1954 erhielt er Unterricht bei Cristòfor Taltabull. 1955 gewann er den ersten Preis beim Kompositionswettbewerb der Juventudes Musicales de Barcelona, deren Mitglied er 1959 wurde. Benguerels Karriere begann 1960 mit einer Aufführung während des Festivals der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik in Köln.

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Xavier Benguerel

Seitdem wurden seine Werke regelmäßig aufgeführt und vielfach in Deutschland verlegt. 1963 gründete er das Festival Internacional de Música de Barcelona mit. In den folgenden Jahren erhielt er bedeutende Kompositionsaufträge, unter anderem der Stadt Den Haag, des Schütz Festivals in Berlin, des Südwestfunks Baden-Baden, der Biennale in Noten1Zagreb, des English Bach Festivals in London sowie des Orquesta National Madrid und des spanischen Rundfunks RTVE. 1977 wurde ihm für sein Gesamtwerk der Premio Luigi Dallapiccola verliehen. Benguerel war Mitglied von Confluèncias, einer unabhängigen Gruppe katalanischer Komponisten. Er lebte als freischaffender Komponist in Barcelona. (Quelle: wikipedia)

Sein Werk „Concierto para Percusion“ erhält von mir das Prädikat „sperrig“, aber war natürlichfür den Siegfried Fink auch eine besondere Herausforderung.

Gleiches gilt wohl auch für das nächste Werk, „Requiem para Percusion, Orchestra y Chorus“ aus der Feder von Josep Soler:

Josep Soler (*1935 in Vilafranca del Penedès, Spanien) war nicht nur ein zeitgenössischer  und fleißiger Komponist (u.a. 16 Opern, 7 Symphoniekonzerte, diverse Streich- und Piano-Konzerte …. ), er veröffentlichte zudem auch jede Menge musiktheoretische Abhandlungen.

Als Schüler von Rosa Lara, René Leibowitz und C. Taltabull wurde er dann später nachhaltig von Komponisten wie Arnold Schönberg und Alban Berg beeinflußt.

Sein „Requiem“ ist keine Vertonung des liturgischen Textes, wie der Titel zunächst vermuten läßt. „Requiem“ deutet auf einen geistlichen Gehalt dieses Konzer-:-tes für Schlagzeug und Orchester hin und entspricht, nach den Worten des Komponisten, sei-nen „Gefühlen bei der Komposition des Werkes“, dessen Beginn und Schluß von je einem musikalischen Zitat gebildet wird, als bekenntnishafte Bekräftigung der Intentionen des

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Josep Soler

Komponisten sowohl in inhaltlicher als auch in musikalisch-technischer Hinsicht. So ist am Schluß ein Teil einer „Improperia“ -ein Gesang aus der Karfreitagsliturgie -von Tomas Luis de Victoria in das Werk eingefügt. Diese Totenklage des stilistisch in großer Nähe zu Palestrina stehenden spanischen Renaissance-Komponisten verdeutlicht durch ihre Ruhe und Klarheit die geistliche Aussage des Werkes. Die Kompositionsweise dagegen wird durch ein einleitendes Schönberg-Zitat gleichsam deklariert: die ersten beiden Takte des „Requiem“ sind identisch mit denen der Oper „Von heute auf morgen“. Wie diese beruht auch das Werk Solers auf der Zwölftontechnik, wobei die ersten beiden Töne der Schönberg-Reihe von Soler beibehalten werden. Auf der Zwölftontechnik als kompositorischem Mittel aufbauend, entwickelt Soler eine expressive Musik, die sich vor allem durch großintervallige Melodik und vielfältiges Instrumentarium auszeichnet: neben dem Schlagzeug-Solo, Streichern und zahl-reichen Bläsern umfaßt dieses einen großen Schlagzeugapparat -u.a. Vibraphon, Glocken-spiel, javanische Gongs, antike Zimbeln -, Klavier, Celesta, Orgel, Harfen, Windmaschine und zwei Chöre. Das Stück ist Siegfried Fink gewidmet. (Quelle: aus dem Programmheft der „Kassler Musiktage“, 1977)

Mit beiden Werken werd´ ich nicht wirklich warm (manche behaupten doch glatt, man bekäme bei dieser Musik Zahnweh !), aber zumindest eins haben beide gemeinsam:

Will man sich der eigenen Zerrissenheit stellen, sind beide der fast optimale Soundtrack dazu.

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Besetzung:
Siegfried Fink (drums, percussion)
+
Radio Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Eliahu Inbal (bei 01.)
Orchester des Staatstheaters Kassel unter der Leitung von James Lockhart (bei 02.)
Berner Bachchor (bei 02.)

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Titel:

Xavier Benguerel:
01. Concierto para Percusion 21.33

Josep Soler:
02. Requiem para Percusion, Orchestra y Chorus 31.02

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