Severine – Ich glaub‘ an meine Träume + Mein Märchenstern (1982)

FrontCover1Und wieder mal heiße ich alle Leser willkommen in dieser brutalen Welt der Illusionsmusik, diesmal bis zum Exzess betrieben von Severine:

Séverine (* 10. Oktober 1948 in Paris; eigentlich: Josiane Grizeau) ist eine französische Schlagersängerin, die vor allem in den 1970er Jahren auch im deutschsprachigen Raum erfolgreich war. Sie hat einen Sohn (* 1975), mit dem sie im 18. Pariser Arrondissement am Montmartre lebt.

Séverine wollte zunächst Lehrerin für Französisch und Englisch werden. Schon mit 14 Jahren sang sie jedoch in ihrer Freizeit in verschiedenen Amateurbands und 1967 nahm sie unter dem Pseudonym „Celine“ ihre erste Schallplatte auf.

Ab 1968 trat sie als „Robbie Lorr“ im Pariser Musikklub Golf Drouot auf. 1969 bekam sie unter ihrem bekanntesten Künstlernamen „Séverine“ von Georges Aber einen Schallplattenvertrag und es erschien die erste Single. Der Erfolg kam 1970 mit dem Titelsong des Films Der aus dem Regen kam. Ihren Durchbruch hatte sie dann 1971 beim Eurovision Song Contest, als sie mit Un banc, un arbre, une rue (deutsche Aufnahme Mach die Augen zu) den 1. Platz für Monaco belegte. Das Lied nahm sie in mehreren Sprachen auf und es wurde zum Millionenhit.

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Sie ging mit großen Stars wie Joe Dassin, Sacha Distel und Michel Sardou auf Tournee. 1972 vertrat sie mit Là où l’amour s’en va ihr Heimatland beim Chansonfestival im chilenischen Viña del Mar. Daraufhin durfte sie im legendären Pariser Olympia auftreten.

Bis 1973 erschienen in Frankreich noch einige Schallplatten. Doch dann verhinderte eine sich bis in die 1980er Jahre hinziehende juristische Auseinandersetzung mit ihrem Entdecker und Manager Georges auf längere Zeit weitere Veröffentlichungen von Séverine in ihrem Heimatland.

Gezwungenermaßen, aber auch begründet durch großen Publikumserfolg, verlegte Séverine ihren Gesangsschwerpunkt nach Deutschland. Dort hatte sie bereits durch den Grand-Prix-Sieg von 1971 einige Singles veröffentlicht mit Titeln wie Monsieur le General, Ja der Eiffelturm, Olala l’amour oder Was wird aus einer verlorenen Liebe, die fast alle zu Hits wurden. Einige ihrer Songs gehören heute zu den Evergreens des deutschen Schlagers. Séverine war bei zahlreichen Musiksendungen zu Gast, darunter auch mehrmals in der ZDF-Hitparade. Auch in der DDR war sie ein gefeierter Star.

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1975 bewarb sich Séverine mit dem Lied Dreh dich im Kreisel der Zeit bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest und belegte den 7. Platz. Nach der Geburt ihres Sohnes war sie seltener in der Öffentlichkeit zu sehen. 1977 moderierte sie eine Ausgabe des ZDF-Sonntagskonzerts.

1981 hatte sie ihren letzten großen Erfolg mit der deutschen Aufnahme des Hits der Goombay Dance Band Seven Tears (Sieben Tränen). Damit war sie nochmals Gast in der ZDF-Hitparade. 1982 bewarb sie sich mit dem Titel Ich glaub’ an meine Träume erneut bei der Deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest, erreichte jedoch nur Platz 10.

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Vom Ende der 1980er Jahre bis 2003 erschienen nochmals weitere Singles von ihr, doch konnte sie nicht mehr an ihre alten Erfolge anknüpfen.

1999 erschien nach vielen Jahren die erste CD in Frankreich. Daraufhin trat sie im Dezember 2000 wieder in Paris auf. Séverine hatte ihr lang ersehntes Comeback. Seit 2002 gibt sie dreimal wöchentlich Gesangsunterricht in einer Musikschule in Paris. (Quelle: wikipedia)

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mit wem wohl ???

Und hier hören wir – wie aus dem Schulbuch – jene für mich doch sehr fatale Illusionsmusik … z.B.:

Ich wart‘ auf dich schon den ganzen Tag,
ich wund’re mich, wie ich das ertrag‘.
Die Einsamkeit ist für mich so schwer,
doch ich träum‘ von dir, und das hilft mir sehr.
Die Tür geht auf, und du kommst herein,
die Angst verfliegt, ich bin nicht allein.
Ich glaub‘ es kaum, daß du vor mir stehst,
ich weiß, es kann nicht sein, daß du wieder gehst.

Ich glaub‘ an meine Träume, denn ich glaub‘ an dich.
Ich denk‘ mir, du kannst auch nicht leben ohne mich.
Der Strom fließt in das Meer, doch er braucht seine Zeit,
wie der Weg von meinen Träumen zur Wirklichkeit.

Ich glaub‘ an meine Träume, und ich glaub‘ daran,
daß man nicht ohne schöne Träume leben kann.
Solang‘ du mir nicht ganz gehörst, bin ich allein
und ich brauche meine Träume zum Glücklichsein.

Ich seh‘ zwei Schatten hier an meiner Wand,
dann spür‘ ich meine Hand in deiner Hand.
Ich fühl‘, wie zärtlich du dann bist
und ich weiß nicht, ob es Traum oder Wahrheit ist.

Ich glaub‘ an meine Träume, denn ich glaub‘ an dich.
Ich denk‘ mir, du kannst auch nicht leben ohne mich.
Der Strom fließt in das Meer, doch er braucht seine Zeit,
wie der Weg von meinen Träumen zur Wirklichkeit.

Ich glaub‘ so fest an dich
und darum glaube ich, an meinen Traum.

Nicht besser ist dann „Mein Märchenstern“:

Lass mich doch träumen,
lach mich nicht aus,
auf meinem Märchenstern
bau ich ein Sonnenhaus.

Dort möchte‘ ich leben,
doch nicht allein.
So einen ganz, ganz kleinen Stern
Such ich für mich und gute Menschen,
dort möchte‘ ich sein,
gerne sein, glücklich sein.

Lass mich doch träumen,
komm doch mit mir,
auf meinen Märchenstern
gefällt es bestimmt auch dir.

Dort gibt es Frieden,
nie gibt es Streit.
Nie muss ein Kind mehr weinen,
niemand hat mehr Angst und Sorgen,
jeder hat jeden gern
auf dem Stern, Märchenstern.

Was da die Severine (die durchaus eine gute Stimme hat und sich für mich mit solchen Schlagern deutlich unter Wert verkauft hat) singt, ist jene Musik, die – verdammt noch mal – Menschen, die sich diesen Texten hingeben, eben in eine Illusionswelt führen, die dann dazu führt, dass Frustration, möglicherweise permanente Frustration zum Begleiter des Lebens wird.

Und deshalb ist diese Art von Illusionsmusik so verdammt brutal. Und vielleicht werd´ ich auch deshalb so zornig, weil ich in meinem Leben, beruflich wie privat genug Menschen (vornehmlich Frauen) getroffen habe, die „Dank“ ihrer Illusionen dieser Art so brutal abgestürzt und gescheitert sind.

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Besetzung:
Severine (vocals)
+
eine Schar unbekannter Studiomusiker

BackCover1.jpg

Titel:
01. Ich glaub‘ an meine Träume (White/Hertha) 3.12
02. Mein Märchenstern (White/Zimber) 4.19

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