Dresdner Philharmonie & Dresdner Kreuzchor – Messe g moll – Messe G Dur (1973)

FrontCover1.JPGDer Gevatter Bach hat ja komponiert, was das Zeug hält. Und natürlich – wie es damals so üblich war – neben all seinen großartigen Konzerten – auch jede Menge liturgische Musik.

Und hier hören wir mal ein entsprechendes Beispiel:

Als Johann Sebastian Bachs Lutherische Messen oder Kleine Messen bezeichnet man seine vier Kyrie-Gloria-Messen in F-Dur, A-Dur, g-Moll und G-Dur, BWV 233 bis 236. Sie vertonen das Kyrie und Gloria der Lateinischen Messe und werden daher auch Missa brevis genannt. Zur selben Gattung zählt auch die Missa aus Kyrie und Gloria, die Bach 1733 komponierte und die er später zur h-Moll-Messe erweiterte.

Die vollständige Vertonung aller Teile der Messe („Missa tota“) besteht aus dem fünfteiligen Ordinarium: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus mit Hosanna und Benedictus sowie Agnus Dei. Demgegenüber wird die Komposition von Kyrie und Gloria als „Missa brevis“ (Plural: Missae breves) und in der protestantischen Kirchenmusik auch als „lutherische Messe“ bezeichnet. Eine einheitliche Deutsche Messe konnte sich im Protestantismus nicht durchsetzen; weder war die Sprache noch der genaue Umfang festgelegt.

Der Name „Lutherische Messen“ knüpft zum einen an diese protestantische Tradition an, vorzugsweise Kyrie und Gloria zu vertonen. Kyrie-Gloria-Messen waren im 18. Jahrhundert „in Italien wie auch in Deutschland durchaus gebräuchlich“ und wurden „choraliter oder still zu Ende geführt“. In der protestantischen Kirchenmusik ist bereits früh eine Beschränkung auf die Vertonung von Kyrie und Gloria zu verzeichnen.[2] Zum anderen bringt der Name zum Ausdruck, dass Bachs lateinische Messkompositionen für den lutherischen Gottesdienst konzipiert worden sind. Dem Bachforscher Christoph Wolff zufolge hat Bach die Figuralmessen für hohe kirchliche Feiertage in den Leipziger Gottesdiensten komponiert, möglicherweise auch für den protestantischen Hofgottesdienst in Dresden.

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Johann Sebastian Bach hatte ja 20 Kinder, fleißig, fleißig … 

Insbesondere seit der Urtextausgabe der Neuen Bach-Ausgabe, der wissenschaftlichen Standardedition des Johann-Sebastian-Bach-Instituts Göttingen und des Bach-Archivs Leipzig, ist der Name „Lutherische Messen“ in der Musikwissenschaft und bei CD-Einspielungen nahezu zu einem Synonym für Bachs lateinische Messen BWV 233–236 geworden: „Da für die protestantische Messe, die lediglich aus den beiden Teilen Kyrie und Gloria besteht, ein verbindlicher Begriff fehlt, hat sich – sowohl im deutschen als auch im englischen Sprachgebrauch – der Begriff ‚lutherisch‘ eingebürgert.“

Der Begriff „Lutherische Messen“ kann missverständlich sein, da es sich bei Bachs Werken um Kompositionen in lateinischer Sprache handelt. Zum anderen wurden während Bachs Kantorat in Leipzig auch andere Teile des Ordinariums wie das Credo gesungen. Als Alternative wurde deshalb von Konrad Küster die Bezeichnung „Kyrie-Gloria-Messen“ vorgeschlagen, die deskriptiv den Umfang der Messen angibt. „Missa brevis“ erscheint für Bachs Kompositionen weniger passend, weil hiermit in katholischer Tradition in der Regel kurze Vertonungen des vollständigen Ordinariums verstanden werden, „anstatt der, wie hier, sehr ausführlichen Vertonung nur des Kyrie und des Gloria, die man im lutherischen Bereich ebenfalls als „Missae“ bezeichnet (deshalb auch so die Titel der 4 Messen)“.

Notenblatt

Ein Originalnotenblat von Johann Sebastian Bach

Die Lutherischen Messen sind wahrscheinlich einige Jahre nach der Missa für den Hof zu Dresden (1733), später Kyrie und Gloria der h-Moll-Messe, entstanden und werden heute spätestens um 1738/39 datiert.[10] Arnold Schering vertrat die heute als überholt geltende These, dass Graf Franz Anton von Sporck der Auftraggeber von Bachs lateinischen Messen war und sie von diesem in Böhmen aufgeführt wurden.

Das Kyrie ist in diesen Kurzmessen jeweils ein einsätziger, dreiteiliger Chorsatz, der Gloria-Text ist jedoch in fünf Sätze aufgeteilt, mit Chorsätzen zu Beginn und Schluss und dazwischen eingeschobenen Soloarien. Die Gesamtdauer entspricht etwa der einer durchschnittlichen Kantate, – das lässt auf den praktischen Gebrauch im Gottesdienst schließen.

Ähnlich wie die h-Moll-Messe bestehen die Kleinen Messen fast ausschließlich aus Parodien, also Überarbeitungen von bereits vorhandenen Chören und Arien. Die herangezogenen Kantaten stammen überwiegend aus Bachs Zeit in Leipzig. Dazu waren

Martin Flämig

Martin Flämig

Neufassungen der Singstimmenpartien notwendig, um den ursprünglichen deutschen Kantatentext durch lateinische Prosa zu ersetzen.

Diese Arbeiten lassen sich als Beleg für Bachs Bestreben in seinen späteren Jahren deuten, Werke, die ihm besonders wertvoll erschienen, in einen zeitenthobenen Zusammenhang zu stellen. (Quelle: wikipedia)

Und hier hören wir 2 dieser Messen aus jenem Zyklus der „Lutherischen Messen“, eingespielt von der bedeutendem Dresdner Philharmonie und dem Dresdner Kreuzchor (Leitung: Martin Flämig) begleitet von namhaften Solisten, von denen natürlich der Peter Schreier sich über all die Jahre einen ganz besonderen Namen gemacht hat.

Und auch wenn mir der christliche Kontext dieser Kompisitionen mittlerweile auf den Senkel geht, so komme ich nicht daran vorbei, dass diese Aufnahmen schon beeindruckende sind … erhaben und majestätisch … das gilt insbesondere für die Instrumentalpassagen, aber auch für diese Chorgesänge …

Und es bestätigt sich mal wieder, dass all die Etern Aufnahmen jener Jahre v on besonderer Güte waren.

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Eterna Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1977

Besetzung:
Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Martin Flämig
Dresdner Kreuzchor unter der Leitung von Martin Flämig
+
Herbert Collum (organ)
Gerhard Hauptmann (oboe)
Helmut Radatz (bassoon)
Manfred Reichelt (cello)
Heinz Schmidt (bass)
+
Theo Adam (Bass)
Annelies Burmeister (Alto)
Renate Krahmer (Sopran)
Peter Schreier (Tenor)

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Titel:

Messe G-moll BWV 235:
01. Kyrie (Chor) 7.17
02. Gloria (Chor) 4.06
03. Gratias agimus tibi (Baß) 3.34
04. Domine fili (Alt) 5.44
05. Qui tollis (Tenor) 4.08
06. Cum sancto spiritu (Chor) 5.41

Messe G-dur BWV 236:
07. Kyrie (Chor) 4.11
08. Gloria (Chor) 5.00
09. Gratias agimus tibi (Baß) 5.14
10. Domine Deus (Sopran, Alt) 4.17
11. Quoniam (Tenor) 4.54
12. Cum sancto spiritu (Chor) 4.32

Musik: Johann Sebastian Bach

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Bach2

Darf ja auch mal sein … 

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