Marlon – Hallo, liebes Leben (2002)

FrontCover1.jpgJa da schau her … ein 15jähriger Knirps sorgte damals für jede Menge Furore:

Marlon (* 19. August 1987 in Berlin; bürgerlich Marlon Knauer) ist ein deutscher Sänger.

Knauer wurde in Berlin geboren, lebte eine Zeit lang mit seinen Eltern auf Gran Canaria und wohnt mittlerweile in Hannover. Mit 14 Jahren wurde er von Rolf Brendel, dem Ex-Schlagzeuger von Nena, entdeckt. 2002 gelang ihm mit seiner zweiten Single Lieber Gott, die er zusammen mit deutschen Musikgrößen wie Peter Maffay, Nena, Udo Lindenberg, Herbert Dreilich, Joachim Witt und Rolf Stahlhofen aufnahm, der Durchbruch. Die Single, die als Benefizsingle aufgenommen wurde und deren Reinerlös den Opfern der Flutkatastrophe 2002 zugutekam, kletterte bis auf Platz 6 der deutschen Charts. Im selben Jahr erschien sein Debütalbum Hallo liebes Leben.

Nach seinem Schulabschluss begann er wieder Musik zu machen, was er wie folgt begründet: „Ich hatte das Gefühl, dass Musikmachen nicht länger nur ein Wunsch oder Traum, sondern wirklich ein Teil von mir, von meinem Leben ist.“

Im Januar 2006 erschien unter dem Bandnamen „Marlon“ seine Single Was immer du willst, mit der er für Niedersachsen am 9. Februar 2006 beim Bundesvision Song Contest den sechsten Platz belegte.

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Peter Maffay, Marlon, Herbert Dreilich (Sänger Karat) und Udo Lindenberg

Im Frühjahr 2008 gründete Marlon zusammen mit Dennis Fechter (Gitarre) und Willy Klinger (Bass) die Band „Stabil“. Sie nahmen Demos auf und hatten Unterstützung von einem Management. Doch am 23. Dezember 2008 löste sich die Band wegen persönlicher Differenzen wieder auf.

Seit 2016 tritt Marlon wieder Live auf, als deutscher Liedermacher, mit eigenen neuen Stücken und Liedern aus seinem alten Repertoire. (Quelle: wikipedia)

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Natürlich erwärmte Marlon insbesondere die Herzen der weiblichen Fans … hier eine Fan-Collage

Marlon ist jung, hat Talent und eine für sein Alter ausgeprägte Stimme. Mit ein wenig Hilfe bekannter Stars und Produzenten ist aus ihm schon im zarten Alter von 14 Jahren schwupsdiwups ein Star gemacht. Zu diesem Zeitpunkt entdecken Produzenten wie Franz Plasa (Echt, Keimzeit, Selig, Sofaplanet) und Rolf Brendel (Nena) das Potential des geschmeidig blonden Knaben. Xavier Naidoos deutsche Soulstimme um zwei Oktaven erhöht ergibt Marlons Gesang, mit dem er in der ersten Single „Ich Hab Dich Zuerst Gesehen“ die Höhen und Tiefen eines banalen und gewöhnlichen Teenagerlebens wieder spiegelt.

Ursprünglich kommt Marlon aus Berlin, eine Weile hat er mit seinen Eltern auch auf Gran Canaria gelebt, den Karrierebeginn erlebt er allerdings in Hannover. Der Jongleur und Stepptänzer, der auch Gitarre und Schlagzeug spielt, veröffentlicht im September 2002 die zweite Single „Lieber Gott“. Dabei handelt es sich um eine Benefizsingle, deren Reinerlös den Opfern der Flutkatastrophe 2002 zu Gute kommt.

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Im Gespann mit bedeutenden Pop-Größen wie Peter Maffay, Nena, Udo Lindenberg, Herbert Dreilich (Sänger von Karat), Joachim Witt, Rolf Stahlhofen (Sänger der Söhne Mannheims) verzeichnet Marlon sein Debüt als angesehener Newcomer. Die sinnvolle Schnulzensingle erweicht Mutterherzen, lässt die erste Ahnung der Liebe unter mit Wattebäuschen ausstaffierte Büstenhalter dringen und gottesfürchtige Rentnerinnen frohlocken. (laut.de)

Und hier seit Debütalbum:

Peter Maffay hat seine helle Freude. Hymnischer Deutschrock mit anspruchsvollen Texten: „Warum gibt es Gewalt? Warum gibt es Menschen, die Soldaten sind?“, klagt Marlon in seiner Hochwasser-Benefizsingle. Hier stellt jemand die richtigen Fragen, legt den Finger in die Wunde, versteht die alltäglichen Ängste und Nöte der Menschen. Textliche Naivität, die tröstet. Ein lieber Junge. Musikalisch bietet das Debut des 15-Jährigen durchaus eine professionelle Melange aus Pop, Soul und Rock.

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Wen wunderts. Schließlich haben Fachleute wie Selig-Gitarrist Christian Neander, Echt-Komponist Michel van Dyke oder Sofaplanet-Produzent Franz Plasa ihre Finger im Spiel. Hookline folgt auf Hookline. Von einer guten Produktion und stilsicheren Arrangements ganz zu schweigen. Auch Marlon scheint alles andere als ein Stümper zu sein. Er spielt Gitarre und Schlagzeug, tanzt und geht mit seinem geschulten Organ um, als singe er die zigste Platte ein. Textlich beschäftigt ihn bevorzugt die Liebe. Und das geht ordentlich in die Hosen.

Während der Herzschmerz im beschwingten „Ich Hab‘ Dich Zuerst Gesehen“ noch Teenie-kompatibel aufbereitet wird, geraten die Relationen bei „Sie Tut Weh“ oder der dritten Single „Fragen, Fragen, Fragen“ völlig aus den Fugen. Marlon kennt die Liebe und kleidet sie in Worte, als blicke er auf das Leben eines abgeklärten Methusalems zurück, der noch an der schmerzvollen Trennung von seiner vierten Ehefrau knabbert, während er versucht, die Beziehung zu seiner zwölften Freundin zu retten. Derlei soulige Bestandsaufnahmen und emotionale Analysen nimmt man eventuell einem Xavier Naidoo, Maffay oder Combos wie Goldjunge ab, aber keinem Teenager.

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Musikalisch hätten es diese sicher nicht viel besser gemacht. Der funkige Titeltrack „Liebes Leben“ oder das rockigere, mit Bläsern versetzte „Entscheiden“ bilden da keine Ausnahmen. Beim lässigsten Stück der Platte, „Egal Wohin“, kommen gar elektronische Elemente zum Einsatz. Obwohl das Label übereifrig auf den weitgehend programmierungsfreien Charakter der Platte hinweist. In der Tat, Popfans sollten lieber zu Marlon als zu Bro’Sis greifen. Auch wenn die Songs für einen Teenager unerträglich erwachsen wirken. (Eberhard Dobler)

Und dazu zählen dann auch Textpassagen wie „Lass uns um die Häuser ziehen“ (aus „Fragen Fragen Fragen“.

Und wenn er dann singt …

und ich werde auf dich warten / selbst wenn man mir sagt /
dass du tot bist oder verheiratet / oder vom gesetzt gejagt

… dann wird es endgültig albern … wie gesagt: Diese Zeilen sang ein 15jähriger Knirps !

Aber es gibt auch ein Wiederhören mit so manch „alten und neuen Bekannten“:

Ein gewisser John O’Brien-Docker mischte als Komponist mit … na klar … Die „City Preachers“ in den 60er Jahren.

Und der Song „Lass mich allein“ stammt von einem Alexander Zuckowski (* 1974) … und der geneigte Leser ahnt es … hier handelt es sich um den Sohn von Rolf Zuckowski.

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Summa sumarum: Ein überraschend frisches Album … das natürlich auch an die Hansons („Mmmm-Bop“) erinnert und sein damaliges Vorbild Xavier Naidoo stand als eine Art Patenonkel  bei den Aufnahmen auch in einer Studioecke.

Aber, auch wenn ich eine gewisse Begeisterung für dieses Album nicht verleugnen kann … sie verfliegt dann bei den beiden Video-Clips … insbesondere bei „Lieber Gott“: denn hier zelebrierte man eine Beweihräucherungs-Show für den Marlon … angesichts des Textes eine völlige „Themaverfehlung“. Sehr ärgerlich !

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Besetzung:
Jens Carstens (drums)
Marlon Knauer (vocals)
Julian Maas (keyboards)
Jörg Sander (guitar)
Robbie Smith (percussion)
T.M. Stevens (bass)
+
Stephan Eggert (drums bei 02. + 09.)
Ian O’Brien-Docker (bass bei 01., 07. + 09., keyboards bei 07., talkbox bei 03. + 07.)
Christian Neander (guitar bei 06. + 09.)
Franz Plasa (guitar)
Leo Schmidthals (bass bei 08.)
+
Matterhorns (horn section)
+
background vocals:
Daniel Hall – Alexander Zuckowski – Nathalie Dorra – Michaela Wörlein
+
background vocals bei 01.:
Peter Maffay – Nena – Udo Lindenberg – Herbert Dreilich – Joachim Witt – Rolf Stahlhofen

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Titel:
01. Lieber Gott (Albumversion) (Biscan/Palm) 4.46
02. Ich hab‘ dich zuerst gesehen (Neander/Frevert) 3.45
03. Sie tut weh (O’Brien-Docker/Graalfs) 4.50
04. Liebes Leben (Hallgrimson/Fonkam/Jost) 3.55
05. Fliegen (Jost/Plasa/van Dyke) 5.35
06. Fragen Fragen Fragen (Neander/Frevert) 4.39
07. Warten (O’Brien-Docker/Graalfs) 5.36
08. Lass mich allein (Zuckowski/Maas) 4.19
09. Entscheiden (O’Brien-Docker/Graalfs) 4.23
10. Egal wohin (Zuckowski/Maas) 5.02
+
Video-Clips:
11. Lieber Gott 4.25
12. Ich hab‘ dich zuerst gesehen 3.43

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*
**

Fragen eines suchenden Christen:

Lieber Gott sag mir warum muss das sein
Leid wohin ich seh
Und meistens wo ich´s nicht versteh
Sag mir ist es gerecht das es manchen so schlecht und anderen viel zu gut geht
Hast du die Karten verteilt
Entscheidest du für wen die Sonne lacht
Und für wen es immer schneit
Lieber Gott frag mich wirklich nach dem Sinn
Ich denk so oft das was nicht stimmt
Bist du bei uns oder sind wir schon verloren warum gibt es gewalt
Warum gibt es Hass
Warum gibt es Menschen die Soldaten sind
Bitte sag mir den Grund
Bitte sag mir warum
Ich mich manchmal so allein fühl
Öffne mir die Augen
Bade mich im Licht
Ich würd so gerne an dich glauben
Sag hörst du mich nicht
Öffne mir die Augen
Bade mich im Licht
Ich würd so gern an etwas glauben
Sag hörst du mich nicht
Lieber Gott manchmal ist es wirklich schlimm
Und ich weiss nicht mehr wohin
Und dann kommt es mir vor
Als wenn die Welt in Trümmern liegt
Und ich seh mich um alles froh und bunt
Und ich frag mich sind sie alle taub und blind
Bitte sag mir den Grund
Bitte sag mir warum
Eh ich mich wieder so allein fühl
Öffne mir die Augen
Bade mich im Licht
Ich würd so gerne an dich glauben
Sag hörst du mich nicht
Öffne mir die Augen
Bade mich im Licht
Ich würd so gern an etwas glauben
Sag hörst du micht nicht

Und Gott schwieg beharrlich …

 

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2 Gedanken zu “Marlon – Hallo, liebes Leben (2002)

  1. Kurz gestutzt, dann erinnert: Ja, dieser Sänger ist mir noch dank des Benefiz-Songs angesichts der damaligen Flut in Erinnerung geblieben, das Video erhielt Airplay. Ein Song und das war´s. Ob der Song der Selbstpromotion oder dem „guten Zweck“ dienen sollte. ist natürlich diskutierbar.

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