Charly Antolini – Soul Beat (1968)

FrontCover1.jpgFür mich ist er das Urgestein des Jazz-Schlagzeuges im deutschsprachigen Raums und weil das so ist, darf er sich gleich mal selber vorstellen:

Seit 59 Jahren wirbelt Charly Antolini als professioneller Schlagzeuger über die Jazz-Bühnen dieser Welt! Geboren in Zürich, erhielt er in einer der berühmten Tambourenschulen der Stadt das handwerkliche Rüstzeug, die Grundausbildung als Trommler. Bereits 1956 startete er in Paris seine Profikarriere als Schlagzeuger und spielte dort als bald mit so berühmten amerikanischen Jazz Musikern wie Sidney Bichet , Albert Nickolas , Bill Coleman und verschiedenen Musikern aus der Pariser Jazz Szene . Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Auftritte bei Festivals in Paris, Biarritz, Barcelona, Mailand, Brüssel machten in schnell bekannt, und verschiedene führende Jazz-Formationen in Europa sicherten sich die Künste des swingenden Trommel -Tausendsassas. 1962 übersiedelte er nach Stuttgart und spielte dort unter anderem 5 Jahre in der Big Band von Erwin Lehn. Weitere Engagements in den Big Bands von Peter Herbolzheimer, Kurt Edelhagen, Max Greger und in der NDR Big Band. Während dieser Zeit entstanden zahlreiche Aufnahmen mit führenden Jazzmusikern aus Swing und Bebop, wie z.B. Roy Eldrige, Earl “Father “ Hines, Buddy de Franco, Jimmy Giuffre, Dusko Goykovich, Art van Damme, Art Farmer, Baden Powel, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Stuff Smith, Oliver Nelson und vielen anderen mehr.

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1976 gründete Charly Antolini seine eigene Formation – „JAZZ POWER“ und gastierte mit dieser Band auf allen bedeutenden Bühnen und in Jazz Clubs in Europa. Neben der Stamm-Besetzung Steve Hooks ( Ts) , Andrei Lobanov (Trp) , David Gazarov (Piano) und Rocky Knauer (Bass), lädt Charly immer wieder internationale Spitzenmusiker ein – die besten Jazzer aus USA und Europa sind ihm gerade gut genug. Durch die Zusammenarbeit von „JAZZ POWER“ mit Gästen wie Benny Bailey, Danny Moss, Brian Lemon Jiggs Whigham, Joe Gallardo, Aladar Pege, Len Skeat, Glenn Zottolla, Sal Nistiko, Steve Gut und Dick Morrissey – um nur einige zu nennen -, entstehen immer wieder musikalischen Highlights und mitreißende Jazz-Erlebnisse.1979 machte Charly Antolini Furore mit der Langspielplatte „Knock Out“ , die nach ihrem erscheinen innerhalb weniger Tage in den Plattenläden vergriffen war. Immer größere Erfolge und internationale Anerkennung als Schlagzeugvirtuose stellten sich ein. Der Altmeister Lionel Hampton engagierte in für Konzertauftritte in Kopenhagen und auf der Insel Sylt.

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In drei aufeinander folgenden ( 1983-85 ) wurde Charly von der Zeitschrift „Drums&Percusion“ zum „Jazz-Drummer des Jahres“ gekürt, vor so bedeutenden Musikern wie Jack DeJohnette, Billy Cobham, Elvin Jones und Buddy Rich!Ein weiterer Höhepunkt der Karriere stellte sich 1981 ein: kein geringerer als „The King Of Swing“ – Benny Goodman – holte ihn in seine Band zu einer Konzertreihe durch Deutschland und Italien – und zudem bereits legendären TV-Konzert in Koppenhagen, mit dem Benny Goodman Quintett welches als Eurovisions-Sendung am 25.Dezember 1982 europaweit ausgestrahlt wurde.Ein Vielzahl von Jazz-Sendungen im Fernsehen des In- und Auslandes, u.a. auch ein „Special TV-Feature“ über Charly im Bayerischen Rundfunk 1989, geben Zeugnis von der großen Bedeutung Charly Antolinis und seiner Musiker. Ebenso die Auftritte bei europäischen Jazz-Festivals in Berlin, Nizza, Koppenhagen, Mailand, Warschau, Rom, Moskau, Genf und in vielen anderen Städten. Seine in limitierter Auflage erschienen Direktschnitt-Platten und die LPs „Knock Out“ und „Direct to Disc“ wurden große Erfolge und machten ihn sogar weit über die Jazz Szene hinaus bekannt. Charly Antolini ist einer der großen Schlagzeugvirtuosen unserer Zeit, in der Tradition von Buddy Rich, Louie Bellson, Gene Krupa, Sam Woodjard und Jo Jonnes – ein Solist mit enormer Power und Ausdauer! Musikalische Leidenschaft und eine unglaubliche Technik sind sein Markenzeichen – eben Charly Antolini! Er ist aber auch ein einfühlsamer Begleiter seiner Musikerkollegen, um gleich darauf wieder mit ungeheurer Dynamik förmlich zu explodieren – getreu dem Leitsatz des genialen Duke Ellington:
„It don`t mean a thing if it ain´t got that swing“.

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Und hier sein zweites Album für das legendäre MPS Label … wobei der Titel „Soul Beat“ einzig und allein dem damaligem Zeitgeist geschuldet war, denn die LP hat weder mit Soul und erst recht nichts mit Beat zu tun, sondern ist lupenreiner Jazz der Extraklasse.

Und da kann ich es wieder mal drehen und wenden wie ich will … dieser Jazz ist und bleibt zeitlos  … will sagen: Auch heute noch klingen die Aufnahmen sensationell frisch, lebendig und mitreißend.

Wer´s nicht glauben soll … soll reinhören, ganz einfach.

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Besetzung:
Charly Antolini (drums)
Francis Coppieters (piano)
Werner Dies (bass)
Wilton Gaynair (saxophone, flute)
Karlheinz Kästel (guitar)
Shake Keane (trumpet, flugelhorn)
Jean Warland (bass)
Jiggs Whigham (trombone)

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Titel:
01. St. James Blues (Coppieters) 4.25
02. Locomotion (Coppieters) 3.24
03. Wiener Blues (Coppieters) 3.15
04. Things (Pronk) 3.12
05. La Belle (Coppieters) 5.29
06. Dear Charles (Pronk) 4.41
07. Woe’s All Over Me (Pronk) 5.10
08. Skin Burns (Coppieters) 3.33
09. What Cha Gonna Do Without Me (Pronk) 3.42

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Und eben lese ich gerade:

„Das Charly Antolini Groovin’ Hard Jazzquintet begeisterte bei seinem Auftritt das Publikum im Neuburger Jazzclub Birdland.“
(Augsburger Allgemeine, 22. September 2019)

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