Steffen Maretzke (Hrsg.) – Städte im demografischen Wandel – Wesentliche Strukturen und Trends des demografischen Wandels in den Städten Deutschlands (2008)

TitelSeit jeher interessieren mich sehr viele Themen (eigentlich bräuchte ich ja eh einen 48 Stunden Tag) und bereits in den frühen 70er Jahren begann ich micht intensiver mit Kommunalpolitik zu beschäftigen. Einfach deshalb, weil Kommunalpolitik an unmittelbarsten nicht nur in das Leben von Menschen einggreift, sondern das Leben von Menschen gestaltet und prägt.

Und zu einer „vernünftigen“ Kommunalpolitik gehört es halt unverzichtbar dazu, auch eine vorausschauende Städteplnung zu betreiben. Und die aktuelle Städteplanung steht wohl ganz im Zeichen des sog. „demographischen Wandels“.

Und mit diesem beschäftigte sich auch eine Fachtagung im Jahe 2008. Veranstalter war das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden.

Der dazu gehördene Materialband (125 Seiten) steht hier nun zur Einsicht bereit.

Aus der Ankündigung dieses Materialbandes:

Um ein realistischeres Bild über die demographische Entwicklung zu erhalten und die Vielfalt städtischer Entwicklungen zwischen Suburbanisierung und Reurbanisierung herauszuarbeiten, haben der Arbeitskreis „Städte und Regionen“ der Deutschen Gesellschaft für Demographie (DGD) und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) Bonn gemeinsam vom 6. – 7. Dezember 2007 in Berlin eine Tagung initiiert. Dort wurden auf die vielen offenen Fragen anhand von Fakten und Trends kompetente Antworten diskutiert.

In letzter Zeit mehren sich positive Aussagen über die Entwicklung der Städte: „Wohnen in der Stadt wird zunehmend wieder beliebt“; „Wir erleben eine Renaissance der Innenstädte“ − so oder ähnlich lauten die Überschriften vieler aktueller Beiträge.

Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre in Deutschland, dann zeigt sich eine Gleichzeitigkeit von Städten mit wachsender, stagnierender oder schrumpfender Bevölkerung. Die Prognosen unterschiedlicher Forschungsinstitute lassen erwarten, dass wir es auch in Zukunft mit einem Nebeneinander von Schrumpfung, Stagnation und Wachstum zu tun haben werden. Geht also die Zeit der Stadtflucht, der Prozess der Suburbanisierung allmählich zu Ende? Gibt es Anzeichen für eine anhaltende, echte Trendwende, für vermehrte Land-Stadt-Wanderungen, für eine Rückwanderung in die Stadt und damit für eine zunehmende Reurbanisierung?

Demographische Entwicklung in Deutschland

In der vorliegenden Arbeit stellen Referenten dieser Tagung die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten vor, die sie im Rahmen der Tagung präsentierten. Die Palette der Beiträge ist dabei groß. Neben zentralen Themen wie Suburbanisierung und Reurbanisierung werden auch kleinräumige Strukturen und Trends der demographischen Entwicklung diskutiert. Zahlreiche konkret stadtbezogene Analysen und Prognosen illustrieren, wie vielfältig die demografische Entwicklung der Städte ist. Die Strukturen und Trends der demographischen Entwicklung werden hier auch im innerstädtischen Kontext thematisiert. Hervorhebenswert ist im Zusammenhang mit dieser Tagung auch, dass es den Organisatoren im Vorfeld gelungen ist, gemeinsam mit der Mehrzahl der beteiligten Referenten eine kurze Diskussionsgrundlage zu den wesentlichen Strukturen und Trends des demographischen Wandels in den Städten Deutschlands zu formulieren, in der sie sich gemeinsam zu vielen der relevanten Fragen positionieren. Der Verlauf der Tagung zeigte, dass dieses Vorgehen von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen wurde, was sie den Beteiligten mit einer aktiven und differenzierten Diskussion dankten. Diese „Thesen“ wurden der vorliegenden Publikation vorangestellt.

Die Tagung, die von der Fachöffentlichkeit mit großem Interesse aufgenommen wurde, wird im Dezember 2008 ihre Fortsetzung finden. Dann werden die Ländlichen Räume im Mittelpunkt des Interesses stehen, die im Ergebnis der Bevölkerungsentwicklung ja vor nicht weniger großen Herausforderungen stehen.

Bei diesem Materialband handelt es sich um Heft 125 des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (2008).

Und weil die hier diskutierten Themen eben nicht stastisch sind, muss man ergänzen, dass sich die Frage des Einflusses der demographischen Entwicklung auf die Städteplanung nun um mindestens ein Thema erweitert haben muss: Durch den stark ansteigenden „Zustrom“ von Migraten (EU-Bürger und Asylbewerber) verändern sich die Fragestellung z.T. radikal.

So wird die Beschaffung von Wohnraum ein zunehmend drängenderes Thema, denn gerade Menschen mit eher geringem Erwerbseinkommen werden es zunehmend schwieriger haben, geeigneten Wohnraum zu finden. Und wenn dann diese noch spärlich vorhandene Wohnraum auch noch durch „Ausländer“ beansprucht werden wird, dann steckt hier ganz sicher ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotential. Ich kommen ja auch München und weiss, von was ich da rede.

Und wenn daher dieser Materialband ein wenig veraltet ist, es lohnt sich dennoch darin zu blättern. Bietet er doch neben allgemeinen, wissenschaftlich vermutlich fundierten Thesen auch ganz praktische Beispiele (z.B. aus den Städten Hamburg, Hannover, Kiel und Mannheim).

Klar, die Materie mag einem staubtrocken vorkommen, doch, es führt kein Weg daran vorbei: Eine verantwortungsvolle Städteplanung, die sich an den Bedrüfnissen der Menschen (gleichgülitg in welcher Lebensphase sie sich befinden) ist der Kern unserer Zukunft (und ich als Vertreter der reiferen Jugend füge hinzu: ist Kern der Zukunft meiner Kinder und Kindeskinder).

Hier ein paar erste Eindrücke zu diesem Band, bevor es dann zur Präsentation geht:

Beispiel03

Aus dem Inhaltsverzeichnis (Auszug)

Beispiel04Beispiel05

Many fantastic colors (fast schon ein Kunstwerk)

Many fantastic colors (fast schon ein Kunstwerk)

Beispiel07

Beispiel02

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Ein Gedanke zu “Steffen Maretzke (Hrsg.) – Städte im demografischen Wandel – Wesentliche Strukturen und Trends des demografischen Wandels in den Städten Deutschlands (2008)

  1. 2008 🙂

    2005-6 gab es von meinem Städtchen noch ein PDF wo vom Rückbau verschiedener Stadtteile geschrieben wurde, der natürlich heute im Orkus der Vergessenheit gelandet ist.

    Dafür kann man anhand der Statistik der Bfa selber ausrechnen das z.B. in meinem Städtle jeder vierte im arbeitsfähigem Alter nicht erwerbstätig ist.
    Die jetzige Rezession noch gar nicht berücksichtigt.

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