Rainhard Fendrich – Auf und davon (1983)

FrontCover1Ein aus meiner Sicht eher schwächeres Album des österreichischen Musikers Rainhard Fendrich:

Rainhard Jürgen Fendrich (* 27. Februar 1955 in Wien) ist ein österreichischer Liedermacher, Moderator und Schauspieler. Er zählt zu den erfolgreichsten Vertretern des Austropop und prägte dieses Genre entscheidend.

Fendrichs Mutter war Sudetendeutsche, die Familie seines Vaters stammt aus Serbien. Sein Vater war Maschinenbauingenieur, seine Mutter Mannequin. Er hat einen um sechs Jahre jüngeren Bruder, Harald Fendrich, der auch Musiker ist, in seiner Band die Bass-Gitarre spielte und nun bei WIR4 (Ulli Bäer, Gary Lux, Harry Stampfer) ist. Im Alter von zehn Jahren kam Fendrich auf ein katholisches Internat, in welchem er bis zum Alter von 17 Jahren wohnte. Auf dem Internat war er Ministrant und sang im Chor. Sein Klavierunterricht wurde gestrichen, weil er in Mathematik zu schlecht war. Er fand sich nach eigenen Angaben als Kind „dicklich“ und wenig attraktiv. Als er mit 15 eine Gitarre bekam, brachte er sich selbst die Griffe bei und begann auch zu texten. Damalige frustrierende Erfahrungen mit Mädchen finden ihren Ausdruck später, beispielsweise in Cyrano (1991) oder Frieda (2001). Ein Jusstudium brach er ab, um mit verschiedenen Jobs Schauspiel- und Gesangsunterricht zu finanzieren.

Fendrich1980Fendrich trat ab 1980 am Theater an der Wien auf (in Die Gräfin vom Naschmarkt) und gab dort 1982 den Judas im Erfolgsmusical Jesus Christ Superstar. 1980 war er auch von Hans Gratzer für eine Aufführungsserie des Hamlet im Schauspielhaus verpflichtet worden, hatte einen seiner ersten Fernsehauftritte als Sänger in der ORF-Sendung Wir-extra zugunsten von Kindern in der dritten Welt und bekam den ersten Plattenvertrag.

In Tritsch Tratsch folgte 1981 ein weiterer Auftritt mit dem Lied Zweierbeziehung (eines Mannes mit seinem Auto)[9]. Das Debütalbum Ich wollte nie einer von denen sein erschien im Mai desselben Jahres, konnte aber zunächst keine hohen Verkaufszahlen erzielen.

Monate später, im August 1981, landete er mit Strada del sole (in ähnlichem Stil, über eine „Urlaubs-Beziehungskiste“) den österreichischen Sommerhit des Jahres. Die Single verkaufte sich in Österreich 99.000 Mal, was dem heutigen Status von 3-fach Platin entsprechen würde. Ebenso erfolgreich war das zweite Album Und alles ist ganz anders word’n. Mit Schickeria und Oben Ohne folgten 1982 die nächsten Nummer-eins-Hits. Zu dieser Zeit wurde Fendrich bereits als Shooting-Star des Austropop gefeiert.

Fendrich02

1983 präsentierte Fendrich seine erste Kompilation mit dem Namen A winzig klaner Tropfen Zeit. Außerdem trat er im selben Jahr mit Wolfgang Ambros beim Schulschluss-Open-Air im Wiener Gerhard-Hanappi-Stadion auf. Dieses Konzert wurde auf einer Live-Kompilation mit dem Album Open Air veröffentlicht.

Mit Auf und davon war Fendrich 1983 ein nächster Erfolg gelungen. Obwohl der Longplayer die kommerziellen Erwartungen des Vorgängeralbums nicht ganz erfüllen konnte und die Singleauskoppelungen das ebenfalls nicht schafften, trat Fendrich auf mehreren ausverkauften Konzerten auf seiner Tour auf. Das führte dazu, dass der Song Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk zweimal als Single erhältlich war in einer Studio- und in einer Live-Version. (Quelle: wikipedia)

Singles

Wenn ich vorhin schrieb, „ein aus meiner Sicht eher schwächeres Album“, dann bezieht sich das eigentlich ausschließlich auf die Musik, die war doch sehr dem damaligen Synthie-Pop Zeitgeist verbunden (damit verbinde ich jenen „glitzernden“ Sound der allerdings kaum Tiefgang hat, weil eben zu oberflächlich), nur hin und wieder blitzen musikalische Einfälle der besonderen Art auf. Aber textlich ist er durchaus voll auf der Höhe (siehe „Alte Helden“).

Aber es gibt da natürlich auch andere Einschätzungen:

Ich bin ja kein Fan des heutigen Fendrich (von den Austria 3 – Beiträgen abgesehen), sondern des früheren. Hier liegt nach den ersten drei wunderbaren Platten die erste m.E. etwas schwächere vor. Er fängt an, den elektronischen Klängen zu verfallen und wird mir zu rhythmusbetont, zu poppig. Das macht er toll, Lieder wie „Auf und davon“ und „Ich bin ein Negerant“ sind gut arrangierte Popsongs mit ausreichend Kritik und Ironie im Text, aber mir im ganzen eben zu poppig. Ebenso fangen seine ruhigeren Lieder an, schwülstiger zu werden, aufwendiger instrumentiert, die längeren Melodiebögen, schwülstiger vorgetragen. Aber alles in allem immer noch gut und „Schlafengeh’n“ ist eines meiner Lieblingslieder von ihm. Alles in allem also eine Hörempfehlung. (Grüner Baum)

Rainhard Fendrich

Nun ja, zur Person Reinhard Fendrich kann man jetzt sagen, was man will…aber dieses Album ist sicher eines seiner Besseren, auch sind mit „Es tuat so weh“, „Negerant“ und natürlich dem „Bergwerk“, daß auf keinem Austropop-Konzert fehlen darf, einige Hits enthalten.

Allerdings muss man sagen, daß Fendrich mit diesem Album auch zum Klugscheißen begonnen hat. „Lügen, die nach Wahrheit schmecken“, „Alte Helden“…KOTZ!!!! Ja, die „Bösen“ da oben, und die ganzen Ewiggestrigen sowieso… „Schlafengehen“ ist hingegen wieder eine tolle Nummer, man kann sich beim Anhören richtig vorstellen, wie ein übernachtiger Fendrich über seinem Klavier hängt und ihm nichts einfällt…

Fazit: KANN, MUSS man aber nicht haben. Neben den ohnehin bekannten Hits sind schon noch 2, 3 gute Nummern am Album (Kilroy Was Here)

BackCover1

Besetzung:
Christian Falke (clarinet)
Christian Felke (saxophone, background vocals)
Harald Fendrich (bass, background vocals)
Rainhard Fendrich (vocals, guitar)
Axel Heilhecker (guitar)
Christian Kolonovits (synthesizer, piano)
Jürgen Zöller (drums)

LPBooklet1

Titel:
01, Intro/Auf und davon 5.34
02. Es tuat so weh, wenn ma verliert 3.42
03. Sekt und Kaviar 3.27
04. Lügen die nach Wahrheit schmecken 3.47
05. Ich bin ein Negerant (*) Madam 3.27
06. Der letzte Tag 6.49
07. Schlafengeh’n 2.50
08. Sorglos und blind 4.06
09. Alte Helden 3.51
10. Wenns’d a Herz hast wia a Bergwerk 3.33

Musik und Texte: Rainhard Fendrich

(*) österreichisch, veraltend: Pleitier; Person, die ständig ohne Geld ist

LabelA1

*
**

Booklet09

Wer auch immer das geschrieben haben mag, lesen kann man es nicht …vielleicht ist ja auch ne Art Kunstschrift

Mehr vom Reinhard Fendrich:

Mehr

A klaner Bua dazöt er mecht amoe
genauso wia sei Vatta wean
er tramt von ana Uniform
und Marschmusik
die heat a hoit so gean
in ana klanen Schachtel findt a Fotos
ganz vergilbg und voller Staub
glei neben dem Kamin
hängt an da Wand
a Ritterkreuz mit Eichenlaub

Da Vatta glänzt voll Stolz
und er dazöt daß alles anders gwesen is
a Kriag is ka Verbrechen
weu es san halt
manchen Menschen feig und mies
was euch heut fehlt
is strenge Disziplin
und starke Männer die euch fian
dann schaut a ume zum Kamin
und mant es miaßert
irgendwas passiern
Da Bua wird größa mit der Zeit
und unaufhaltsam arbeits in sein Hirn
sei Vatta war amoe a Höd
und er soltats halt wenigstens probiern
es gibt ja kana Männer mehr
die kämpfen können für ihr Vaterland
er wü sei armes Volk
vom Schmutz befrein
mit schwarze Kettn in da Hand

Er bleibt net lang alanich
seine Freund
die denkn ganz genau wie er
für Heimatland und reines Bluat
fallns wia verruckt
über die Tschuschen her

Jetzt hat a Kettn an die Hand
sein Vatta den verfluacht a tausendmal
und von die alten Hödn
wü a nix mehr wissen
ein für allemal

2 Gedanken zu “Rainhard Fendrich – Auf und davon (1983)

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