Hannes Wader & Allan Taylor – Old Friends In Concert (2013)

FrontCover1Apropos: alte Männer. Da wollten es zwei nochmal wissen. Der eine war der Hannes Wader:

Zunächst bekannt geworden als sozialkritischer Chansonnier, der Einfluss auf die Studentenbewegung ausübte, wandte er sich später dem traditionellen deutschen und plattdeutschen Liedgut zu. Seit Ende der 1970er Jahre engagierte er sich verstärkt als DKP-Mitglied und trat auf zahlreichen politischen Veranstaltungen auf. Arbeiterlieder und sozialistische Hymnen machten damals einen wichtigen Teil seines Repertoires aus. Seit den 1990er Jahren interpretierte Wader verstärkt Werke von Dichtern früherer Epochen wie Joseph von Eichendorff und dem schwedischen Dichter und Komponisten Carl Michael Bellman.

Ursprünglich war Wader vom französischen Chansonnier Georges Brassens und von Bob Dylan beeinflusst. Seine lyrischen Texte sind meist mit eigenen Kompositionen unterlegt und oft autobiographisch geprägt. Einige Vertonungen Waders wurden Volkslieder und finden sich in einschlägigen Publikationen wie der Mundorgel. Sein bekanntestes Stück ist Heute hier, morgen dort.

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Und der andere war dann der Allan Taylor:

Allan Taylor (* 30. September 1945 in Brighton, England) ist ein britischer Singer-Songwriter.

Taylor wurde 1945 in Brighton, England geboren. 1961 verließ er die Schule, absolvierte eine Ausbildung als Telekommunikationstechniker und arbeitete in diesem Bereich bis 1965. Während seiner Teenagerjahre begann er, in den Folk-Clubs von Brighton zu singen und Gitarre zu spielen. 1966 wurde er Vollzeitmusiker und verließ Brighton. Er spielte in allen bedeutenden Folk-Clubs, zunächst in London, z. B. im Troubadour Club und später in ganz Großbritannien. 1970 tourte er mit Fairport Convention und unterschrieb im selben Jahr einen Plattenvertrag bei United Artists Record Company. 1970/71 spielte er seine ersten beiden LPs in London ein, Sometimes und The Lady. Dann zog es ihn nach New York City, wo er Teil der Singer-Songwriter-Szene in Greenwich Village wurde, und spielte dort in Clubs wie Gerde’s, The Gaslight, The Bitter End, The Mercer Arts Center und The Bottom Line. Taylor tourte durch ganz Amerika und nahm 1973 The American Album in Nashville und Los Angeles auf. 1974 unterschrieb er als Songwriter bei Island Records.

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Mitte der siebziger Jahre kehrte er nach England zurück, gründete die Band Cajun Moon, unterschrieb bei Chrysalis Records einen Plattenvertrag und spielte 1976 die LP Cajun Moon ein. Im gleichen Jahr verließ er die Band und wurde Solokünstler. Von 1978 bis 1983 erschienen drei Alben mit Black Crow/Rubber Records – The Traveller (gewann den Grand Prix du Disque de Montreux für das beste europäische Album), Roll on the Day und Circle ’Round Again. 1980 gründete Allan Taylor T Records und veröffentlichte Win or Lose (1984), Lines (1988), Out of Time (1991), So Long (1993), Faded Light (1995) und The Alex Campbell Tribute Concert (1997).

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Seinen Universitätsabschluss (Bachelor of Arts, Master of Arts und Doktor der Philosophie (Ph.D. Ethnomusikologie)) erlangte Taylor von 1980 bis 1992, während er weiter als Singer-Songwriter arbeitete und gelegentlich für die BBC Dokumentationsprogramme präsentierte. 1995 begann er, mit der deutschen Plattenfirma Stockfisch Records aus Northeim zusammenzuarbeiten und veröffentlichte dort die Alben Looking for You (1996), Colour to the Moon (2001), Hotels and Dreamers (2003), Old Friends New Roads (2007), Leaving at Dawn (2009) und Songs for the Road (2010). 2013 veröffentlichte er zusammen mit Hannes Wader den Mitschnitt einer gemeinsamen Konzerttournee aus dem Jahr 2011, außerdem erschien am 1. November sein Album All Is One. (wikipedia)

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Und der Hannes Wader erzählt, wie es zu dieser gemeinsamen Tournee gekommen ist:

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Und natürlich gab auch der Allan Taylor seinen Senf dazu:

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Freundschaft kann man sehen. Freundschaft kann man spüren. Dass man Freundschaft auch hören kann beweisen Hannes Wader und Allan Taylor, zwei große Liedermacher, mit ihrem ersten gemeinsamen Album, aufgenommen während ihrer erfolgreichen Konzert-Tournee 2011. Hannes Wader ist mit seinem aktuellen Album „Nah dran“, das im vergangenen Jahr passend zu seinem 70. Geburtstag erschien, mal wieder in aller Munde. Allan Taylor ist bekannt durch seine Zusammenarbeit mit der Band Fairport Convention und eine Größe der internationalen Folk-Szene. Wader + Taylor kennen sich seit Jahrzehnten und sind sich immer wieder auf Reisen und Festivals begegnet. Zur Freude ihrer Fans kam es kürzlich endlich zu den gemeinsamen Konzerten, die dieses Album festhält. Zu hören sind die bekanntesten Titel aus der Feder beider Künstler, von „Heute hier, morgen dort“ bis „It’s Good To See You“, aber auch Klassiker wie „Where Have All the Flowers Gone“. Hannes Wader meint: „Liedermacher sind letztendlich alle Einzelgänger, umso schöner ist es, wenn sie dann doch mal zusammenkommen.“ Das können die Hörer dieses Albums nur bestätigen! (Pressetext)

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Zwei Gitarren, zwei Stimmen, zwei Sprachen – ein außergewöhnliches Live-Album

“We’ll play some of my songs, some of Hannes’s songs… We’ll do some solo songs… And sometimes when we play together we _might_ get it right”: So stellt Allan Taylor mit einem Augenzwinkern das Konzept des Abends – und damit dieser Live-CD – vor. Und das Konzept geht auf!

Es trifft sich gut, dass mancher Song aus Hannes Waders Standardrepertoire eine englischsprachige Vorlage hat: Diese Lieder bieten sich förmlich dazu an, dass Strophen abwechselnd, deutsch von Hannes und englisch von Allan, gesungen zu werden – mit gelegentlichen zweistimmigen Passagen. Bei “Kleine Stadt / The Town I Loved So Well” haben der englische Originaltext von Phil Coulter über die militärische Situation im nord-irischen Derry und Hannes Waders melancholischen Verse über das Zusammenkommen an einem Urlaubsort sogar recht unterschiedliche Inhalte, was aber nicht unpassend wirkt, sondern dem geistigen Auge des Zuhörers einen interessanten Episodenstil vorgibt.

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Hannes Wader, der bei seinen Solo-Konzerten natürlich immer für die komplette Gitarrenbegleitung zuständig ist, zeigt sich hier auch mal von einer anderen Seite, wenn er bei Allan Taylors Songs die subtile, aber ausgefeilte zweite Gitarre spielt. Ein Hörgenuss. Man merkt, dass es sich die beiden nicht bequem und einfach gemacht haben, sondern ihren Spaß am Spielen mit hohen musikalischen Anspruch verbinden.

Die Freunde gehen hörbar aufeinander zu. Allan Taylor hat einige Passagen in deutsch lernen müssen, und natürlich übernimmt Hannes auch die eine oder andere englische Strophe in Allans Songs. Die Wader-Experten merken sicherlich, dass dieser sich in Tempo und/oder Tonart bisweilen von seinen Gewohnheiten löst (vgl. z.B. “Heute hier, morgen dort“, “Schon so lang“), um sich Allan Taylor anzupassen.

Der Song, der die beiden Musiker am meisten verbindet, ist “It’s Good to See You / Gut wieder hier zu sein“, der seinen Höhepunkt in einer Acapella-Passage hat, wenn Allan seinen Original- und Hannes den vom ihm übersetzten Refrain übereinander singen: Zwei unterschiedliche und doch so harmonische Stimmen. Dieser Moment war live im Konzert ganz gewaltig und wurde vom Publikum mit großem Applaus gewürdigt. Eine Aufnahme kann dem kaum gerecht werden; gute Soundanlage bzw. Kopfhörer sind hier dringend zu empfehlen.

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Ben Ahrens hat bei der Aufnahme und Produktion exzellente Arbeit geleistet. Diese Art von Musik erfordert einen kristallklaren Sound von Gitarren und Stimmen, der hier in der Tat erreicht wird.

Die CD ist liebevoll aufgemacht, kommt mit Vorworten der zwei Künstler, Liedtexten (nicht selbstverständlich bei Live-Alben!) und einem angenehmen Layout.

Das Live-Album, das lange auf sich warten ließ, ist rundum gelungen und dürfte Fans von Hannes und Allan gleichermaßen ansprechen, denn keiner der beiden drängt sich in den Vordergrund. Wer bei der Tournee dabei war, wird hier nichts vermissen, denn zumindest von den gemeinsam gespielten Songs wurde nichts ausgelassen – und wer das Zusammenspiel hier zum ersten Mal hört, bekommt einen umfassenden Eindruck davon, wie gut das “Old Friends In Concert”-Konzept aufging. (Jan Viktor)

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Und mehr als einmal viel mir der Vergleich mit Whisky ein, der ja auch etliche Jahre zu reifen hat …oder aber auch jenes Bild, eines knisternden Kamines (wer mag, darf sich auch ein Lagerfeuer vorstellen), dessen Feuer einen behaglich wärmt.

Und genauso ging es mir bei diesem Album und viel besseres kann einem in diesen Tagen nicht passieren.

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Besetzung:
Allan Taylor (vocals, guitar)
Hannes Wader (vocals, guitar)

Booklet04A

Titel:
01. Heute hier, morgen dort (Bolstad /Wader) 4.41
02. Ansage (1) 1.41
03. Los Companeros (Taylor) 5.39
04.  Schwestern, Brüder / What’s The Life Of A Man (Traditional/Wader) 3.27
05. Banjo Man (Taylor) 5.10
06. Kleine Stadt / The Town I Loved So Well (Coulter/Wader) 5.03
07. Leaving At Dawn (Taylor) 4.35
08. Ansage (2) 0.51
09. Es ist an der Zeit / The Green Fields Of France (Bogle/Wader) 5.32
10. Unterwegs nach Süden (Wader) 5.16
11. Kerouac’s Dream (Taylor) 4.22
12. Ansage (3) 1.04
13. It’s Good To See You / Gut wieder hier zu sein (Taylor/Wader) 5.21
14. Sag’ mir wo die Blumen sind / Where Have All The Flowers Gone (Seeger/Colpet) 4.35
15. I Am Going Home (Taylor) 5.59
16. Dat du min Leefste büst / Night Visiting Song (Traditional/Wader/Furey) 2.58
17. Schon so lang / Been On The Road So Long (Campbell/Wader) 4.53

CD1

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