Verschiedene Interpreten – Dieter Thomas Heck präsentiert Stars und Hits – Tag des deutschen Schlagers `82 (1982)

FrontCover1Auf den ersten Blick eine ganz normale Schlagerplatte, präsentiert von dem großen Dieter Thomas Heck und auch auf den zweiten Blick bleibt es eine ganz normale Schlagerplatte … Man feierte den Tag des Schlagers anläßlich der Verleihung der „Goldenen Stimmgabel“:

Die Goldene Stimmgabel war eine Auszeichnung der deutschen Musikbranche für deutschsprachige Interpreten, die von 1981 bis 2007 vergeben wurde.

Die Preisträger wurden anhand der verkauften Tonträger (LP, CD) bestimmt, deren Verkaufszahlen jeweils vom Oktober des Vorjahres bis zum Juni des laufenden Jahres von der Media Control ermittelt wurden. Im Jahr 2007 wurde die Goldene Stimmgabel zum 22. Mal in der Friedrich-Ebert-Halle in Ludwigshafen am Rhein verliehen. Es war die 27. und letzte Verleihung der Goldenen Stimmgabel insgesamt.

Durch die Fernsehgalas beim ZDF führte Dieter Thomas Heck, der Erfinder der Veranstaltung. Nach seinem Ausscheiden beim ZDF wurde die Verleihung nicht fortgeführt. (Quelle: wikipedia).

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Diese Platte präsentiert also die Sieger der 2. Veranstaltung dieser Art und natürlich tauchen da viele Namen auf, die die Schlagerszene  z.T, sehr lange geprägt haben, wie Rex Gildo Karel Gott, Gitte oder Roland Kaiser.

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Aber auch unbekanntere Interpreten wie Christian Franke, Hanne Haller, Gottlieb Wendehals, Peter Petrel oder Fred Sonnenschein (alias Frank Zander) und seine Freunde erklingen hier in ihrer ganzen Pracht.

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Textlicher Tiefpunkt ist ganz sicher die Polonäse Blankenese und überraschenderweise ist der Text von „Der Teufel und der junge Mann“ von Paola irgendwie zumindest ein wenig pfiffig.

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Also: eine ganz normale Schlagerplatte aber zwei Songs fallen dann schon gewaltig aus dem Rahmen. Da ist zum einen der Ted Herold Song „Bill Haley“ (was machte denn der bei den Schlagerstars ?) und dann als eindeutiger Höhepunkt, der Grusel-Song „Es ist Mitternacht, John“ von Mr. Dieter Thomas Heck himself!

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In bester Edgar Wallace Manier erzählt und „singt“ Heck die Geschichte von Dave Walton und seinem Nebenbuhler John Robertson … Ich weiß nicht, welchen Teufel den Dieter Thomas Heck geritten hat, diese eher parodistische Single aufzunehmen (das dazugehörige Album gibt es demnächst hier), aber dieser Song ist sowas von abstrus und schräg, dass er schon wieder gut ist (zumindest für Leute wie mich, die mit einer gehörigen Portion von schrägem Humor ausgestattet sind).

Und von daher ist diese “ ganz normale Schlagerplatte“ schon irgendwie interessant.

Und natürlich war „Bild am Sonntag“ nur zu gerne bereit, als Pate für diese LP zur Verfügung zu stehen.

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Titel:
01. Christian Franke: Ich wünsch dir die Hölle auf Erden (Wenn du heut´gehst) (Schikora/Andergast) 3.42
02. Andrea Jürgens: Mama Lorraine (Dietrich/Busse/Kunze) 3.31
03. Karel Gott: Wenn ich dich nicht hätte (Siegel/Meinunger) 3.42
04. Hanne Haller: Samstag abend (Haller/Meinunger) 4.22
05. Rex Gildo: Wenn ich je deine Liebe verlier (Haller/Meinunger) 4.25
06. Nicole: Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund (Frankfurter/Jung) 3.11
07. Dschinghis Khan: Loreley (Siegel/Meinunger) 3.57
08. Gottlieb Wendehals: Polonaise Blankenese (Böhm-Thom/Jud) 4.12
09. Roland Kaiser: Liebe mich ein letztes Mal (Grabowski/Dietrich/Michalski/Hammerschmidt) 4.24
10. Gitte: Die Frau, die dich liebt (B.Gibb/R.Gibb/Kunze) 4.01
11. Peter Petrel: Ich bin viel zu bescheiden (Davis/Preuß/Thorsten) 3.36
12. Lena Valaitis: Johnny Blue (Siegel/Meinunger) 3.02
13. Ted Herold: Bill Haley (Seelenmeyer/Krüger/Erek) 3.52
14. Paola: Der Teufel und der junge Mann (Heck/Kunze) 3.53
15. Dieter Thomas Heck: Es ist Mitternacht, John (Pacemaker) 3.46
16. Fred Sonnenschein & seine Freunde: Ja, Wenn Wir Alle Englein Wären (Dance Little Bird) (Thomas/Rendall/Marcard/Zander) 3.10

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Viele bunte Schallplatten

In Extremo – Sünder ohne Zügel (2001)

FrontCover1.jpgJetzt wird´s ganz schön heftig:

In Extremo ist eine deutsche Band, die dem Mittelalter-Rock zugeordnet wird. Die siebenköpfige Gruppe wurde 1995 in Berlin gegründet. Mit über 1,5 Millionen verkauften Tonträgern ist sie die kommerziell erfolgreichste Formation im Bereich des Mittelalter-Rock/Mittelalter-Metal.

In Extremo (kurz InEx) entstand aus zwei anfangs voneinander unabhängigen Projekten: einer namenlosen reinen Mittelalter-Band und einer Rockband. Bekannt wurde die Formation durch häufige Präsenz auf Mittelaltermärkten und anderen Veranstaltungen, auf denen die Musiker ihre Akustikstücke spielten. Während der Proben für die Saison 1995 erfand Michael Robert Rhein (alias Das Letzte Einhorn) den lateinischen Projektnamen „In Extremo“, der auf Deutsch „zu guter Letzt“ beziehungsweise „in Vollendung“ bedeutet. Die Band ist bekannt für die auf ihren Konzerten verwendete Pyrotechnik.

Gründungsmitglieder der Mittelalter-Band waren: Das letzte Einhorn, Flex der Biegsame, Conny Fuchs, die allerdings schon vor dem offiziellen Gründungsdatum aufgrund ihrer Schwangerschaft für Dr. Pymonte Platz machte, und Sen Pusterbalg, der kurze Zeit nach der offiziellen Gründung durch Yellow Pfeiffer ersetzt wurde. Die Rockband bestand ursprünglich auch aus den Mitgliedern mit den Bühnennamen Thomas der Münzer, der Morgenstern und die Lutter.

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Die steigenden Besucherzahlen, Druck vom damaligen Plattenlabel und das eigene Interesse brachten In Extremo schon im Jahr 1995 dazu, einen Versuch zu starten, Dudelsäcke mit Rockgitarren zu verbinden. Dafür wurde eine Rockgruppe dazugeholt, die moderne Instrumente wie Schlagzeug, E-Bass und E-Gitarre in die Akustikstücke integrierte.

Im August 1996 begannen die Arbeiten für das erste In-Extremo-Album, das bereits zwei Tracks des neuen Rockprogramms beinhaltete. Da das Album keinen offiziellen Namen hatte, wurde es wegen des goldenen Covers In Extremo Gold genannt. Erst bei der Wiederveröffentlichung im Jahr 2006 erhielt das Album später den offiziellen Namen Die Goldene. Ab Februar 1997 wurde es, ebenso wie die Single Der Galgen, in Eigenregie auf Mittelaltermärkten vertrieben.

In Extremo spielten weiter getrennt als Mittelalter- und als Rockformation, bis sie am 29. März 1997 ihr erstes gemeinsames Live-Rock-Konzert gaben; daher gibt die Band dieses Datum als Gründungsdatum an. 1998 wurde das zweite Mittelalter-Album Hameln veröffentlicht sowie das Mittelalter-Live-Album Die Verrückten sind in der Stadt.
1998–2000: Erste Jahre als Mittelalter-Rock-Band.

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Im Januar 1998 wurden die beiden Projekte offiziell zusammengelegt und am 11. April 1998 fand auf Burg Rabenstein in Brandenburg das erste In Extremo-Konzert in „großer Besetzung“ statt. Das Berliner Independent-Label Vielklang wurde daraufhin auf In Extremo aufmerksam, die Band unterschrieb ihren ersten Künstlervertrag und nahm zwei Monate nach ihrem letzten Studioaufenthalt in nur zwölf Tagen ihr Mittelalterrock-Debüt Weckt die Toten! auf. Das Album besteht hauptsächlich aus mittelalterlichen Liedern, die teilweise in mittelalterlichen Sprachen verfasst sind. Nur wenige Lieder wurden von In Extremo selbst geschrieben. Darauf folgte eine Tour in Deutschland, während die Leser des Magazins Rock Hard die Band zum „Newcomer des Jahres“ wählten.

Zum Jahreswechsel nahm man das nächste Album in Angriff. Im Frühjahr 1999 unterschrieben In Extremo beim Major-Label Mercury/Universal. Zum zweijährigen Geburtstagskonzert der Band erlitt der Frontmann Michael Robert Rhein alias „Das letzte Einhorn“ im Mannheimer Capitol schwerste Verbrennungen bei einer Feuerspuck-Showeinlage. Zwei Monate später betrat „Das letzte Einhorn“ auf dem Dynamo-Festival in Holland wieder die Bühne zum ersten Auslandskonzert der Band.

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Die Promo-CD, eine Cover-Version des The-Sisters-of-Mercy-Klassikers This Corrosion mit zugehöriger Videoclip-Premiere, läutete das folgende Album Verehrt und angespien ein. Überraschend erreichte das Album Platz 11 in den deutschen Charts. Nach der Veröffentlichung des letzten Albums ging In Extremo in Deutschland und im Ausland auf Tour. Der Gitarrist Thomas Mund alias Thomas der Münzer litt an schweren Depressionen, so dass er sich in eine Klinik einweisen ließ. Sein Nachfolger wurde Sebastian Oliver Lange alias Van Lange.

Mit der Veröffentlichung der Single Vollmond wurde das nächste Studioalbum Sünder ohne Zügel angekündigt, welches 2001 erschien. Erstmals erreichten In Extremo die Top Ten der deutschen Albumcharts und die Albumcharts von Österreich. Danach hatten In Extremo ihren ersten und einzigen virtuellen Auftritt in dem deutschen Erfolgscomputerspiel Gothic des deutschen Computerspieleentwicklers Piranha Bytes mit der Akustikversion des Lieds Herr Mannelig vom Album Verehrt und Angespien. In Extremo gaben daraufhin eine kleine Festival-Tournee, während der auch das Live-Video zur Promo Wind entstand. Bassist Lutter ließ sich einen Tag vor Beginn der Herbsttournee ins Krankenhaus einliefern und erhielt die Diagnose Darmkrebs. Die Tour wurde vorerst verschoben, später aber, mit dem Bassisten Toddy von der Band BOON, als Vertretung doch noch durchgeführt. Bei der nächsten Weihnachtstournee stand der Bassist Die Lutter wieder auf der Bühne. Die Band wurde für den ‘Echo’ in der Sparte ‘National NU Metal/ Alternative Rock’ nominiert, den aber Rammstein gewann. Daraufhin wurde die erste Live-DVD Live – 2002 veröffentlicht, welche Konzerte vom Kyffhäuser- und vom Taubertal-Festival enthielt. Parallel dazu wurde auch eine passende Live-CD sowie -DVD veröffentlicht. Für die DVD wurde der Band 2011 die Goldene Schallplatte verliehen.

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Das nächste und insgesamt siebte Studioalbum wurde 2003 unter dem Titel Sieben veröffentlicht. Es erreichte Platz 3 der deutschen, der schweizerischen und der österreichischen Albumcharts. Für das Album wurde der Band noch im selben Jahr die Goldene Schallplatte verliehen. Die Videos zu den Singles Küss mich und Erdbeermund wurden oft im Fernsehen gesendet. Die darauf folgende Tour war die bis dato erfolgreichste von In Extremo.

2005 wurde dann das nächste Studioalbum Mein rasend Herz mit der Single Nur ihr allein veröffentlicht, zu dem ein Musikvideo mit echten japanischen Touristen gedreht wurde. Im Video spielte auch Michael Robert Rheins Tochter Jaella mit. Das gleichnamige Album erreichte wie Sieben Platz 3 der deutschen, der schweizerischen und der österreichischen Album-Charts. Die nächste Tour war noch erfolgreicher und anschließend wurde die Single Horizont veröffentlicht. Die Band veröffentlichte eine Live-CD und -DVD von der Tournee mit dem Titel Raue Spree 2005; für die DVD wurde im Jahr 2007 eine Goldene Schallplatte vergeben.

Im Juni 2005 spielten In Extremo ein etwa einstündiges Set beim Vaya-con-Tioz-Festival auf dem Lausitzring, welches gleichzeitig das Abschiedskonzert der Band Böhse Onkelz war.

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Anfang 2006 spielte In Extremo erstmals in Russland. Im Februar waren In Extremo bei TV Total zu Gast, um die nächste Single Liam, ein Song vom letzten Album Mein rasend Herz, und die Teilnahme am Bundesvision Song Contest mit diesem Titel sowie die Live-DVD Raue Spree vorzustellen. Die DVD und die parallel veröffentlichte Doppel-CD verkauften sich sehr gut und das Video zur Single Liam war der Live-Mitschnitt von der letzten DVD. Beim Bundesvision Song Contest erreichte In Extremo für Thüringen den 3. Platz.

Später ging man wieder auf Tour, unter anderem auf dem Wacken Open Air (kurz W:O:A). Nach der Tour entschied sich In Extremo, die ersten beiden Studioalben In Extremo – Gold und Hameln unter den Namen Die Goldene 2006 und Hameln 2006 wiederzuveröffentlichen. Gleichzeitig wurde das Best of-Album Kein Blick zurück herausgebracht, welches neben von In Extremo neu eingespielten Liedern auch von den Fans ausgewählte sowie zwei bisher unveröffentlichte Lieder enthielt. Zudem wurde eine Limited-Edition-CD veröffentlicht. Auf dieser CD wurden bekannte In-Extremo-Lieder von anderen Bands und Musikern gecovert.

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Am 9. Mai 2008 wurde das neue Album Sængerkrieg veröffentlicht. Vorab erschien am 25. April 2008 die Single Frei zu sein, dessen Musikvideo eine Hommage an den Hollywood-Klassiker Einer flog über das Kuckucksnest ist. Mit dem Album Sængerkrieg (2008) kehrt In Extremo zu einem rockigen Stil zurück. Das Album erreichte als erstes Platz 1 der deutschen Charts und zusätzlich noch im Jahr 2010 die Verleihung einer goldenen Schallplatte. Im Sommer 2008 startete eine Tour unter dem Motto: Ius primae noctis – Das Recht der ersten Nacht, deren Auftrittsorte (unter anderen Merseburg, Creuzburg, Wasserschloss Klaffenbach) nach Angabe der Band vor allem im Hinblick auf ein stimmungsvolles Umfeld und die Publikumsreaktionen bei früheren Auftritten ausgewählt wurden. Am 31. Juli wurde ein Konzert in Bonn unverzögert im Internet übertragen.[1] Außerdem spielten In Extremo 2008 Konzerte in Österreich und Russland. Am 17. Oktober erschien die Single Neues Glück sowie am 28. Oktober das Akustikalbum Sængerkrieg Akustik Radio-Show, welches am 16. Oktober beim Radio Fritz Konzert aufgezeichnet und im Anschluss als CD veröffentlicht wurde. Im Dezember 2008 fand eine weitere Sængerkrieg-Tour statt, bei der die Band ihren Auftritt im Kölner Palladium aufzeichnete. Die zugehörige DVD mit dem Namen Am goldenen Rhein wurde am 15. Mai 2009 veröffentlicht.[2] Das Live-Album erreichte Platz 8, hielt sich insgesamt 12 Wochen in den Charts und errang im Jahr 2012 eine Platin-Schallplatte.

Im Februar 2010 verließ Der Morgenstern die Band wegen musikalischer Differenzen. Auf der folgenden sog. „Tranquilo“-Akustik-Tour sprang der Roadie Adrian Otto für ihn ein. Bei Rock im Park 2010 stellten In Extremo ihren neuen Schlagzeuger Specki T. D. (Florian Speckardt) vor, vormals Letzte Instanz.

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2010 spielten In Extremo ein 15-Jahre-Jubiläumsfestival in Erfurt mit Grüßaugust, Oomph!, Pothead, Fiddler’s Green, Korpiklaani und Ohrenfeindt als Vorbands. Während des Konzerts wurde die Band von Joey Kelly, In Extremo Gründungsmitglied Conny Fuchs und von Götz Alsmann unterstützt.

Am 25. Februar 2011 erschien das neue Album Sterneneisen, welches sich wie der Vorgänger auf dem ersten Platz der deutschen Album Charts platzieren und ebenfalls – im Jahr 2012 – eine goldene Schallplatte erringen konnte. Im April ging die Band auf große Sterneneisen-Tour quer durch Deutschland und Österreich und die Schweiz. Im November 2011 begab sich In Extremo auf große Europa-Tournee durch Russland, Ukraine, Tschechien, Slowakei, Niederlande, Portugal und Spanien. Im Dezember setzte die Gruppe ihre Sterneneisen-Tour mit einem zweiten Teil in den deutschsprachigen Ländern fort.

2012 spielten In Extremo u. a. auf dem 70000-Tons-of-Metal-Festival in der Karibik, auf dem Hellfest in Frankreich sowie als Headliner auf dem Metalfest. Weitere Konzerte gaben sie zudem in Italien, Tschechien, Deutschland (darunter das Wacken Open Air), Polen, Österreich, Ungarn, Kroatien und Mexiko.

Auf der Full Metal Cruise, dem Kreuzfahrt-Festival der Wacken-Open-Air-Veranstalter, gaben In Extremo am 19. Mai 2013 bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz bekannt, dass im September 2013 das neue Album Kunstraub erscheinen wird, im gleichen Atemzug folgte auch eine Tourbestätigung. Am 27. September 2013 wurde nach der Vorab-Single Feuertaufe das Album Kunstraub dann auch veröffentlicht. Eine dazugehörige gleichnamige Tour durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Frankreich, Tschechien und Luxemburg folgte dann von Ende Oktober bis Mitte Dezember. Das Jahr 2014 wurde durch die erste große Tour durch Russland und die Ukraine eröffnet (sechs Konzerte in Russland, zwei in der Ukraine), woraufhin die Festivalsaison folgte, unter anderem mit Rock am Ring, Rock im Park und dem Deichbrand Festival sowie 14 weiteren Festivals im In- und Ausland. Am 24. März 2014 sagte die Band aufgrund der unsicheren politischen Lage in der Ukraine die beiden geplanten Konzerte ab.

Nachdem In Extremo im Dezember 2014 eine Wintertour absolviert hatten und 2015 auf dem Wacken Open Air aufgetreten waren, führten sie am 4. und am 5. September 2015 auf der Freilichtbühne der Loreley zum 20-jährige Bestehen der Band ein Festival unter dem Namen 20 Wahre Jahre durch. Dabei waren als Gäste unter anderem: Schandmaul, Eisbrecher, Eluveitie, Fiddler’s Green, Die Krupps, Dritte Wahl, Russkaja, Omnia und Orphaned Land. Aus Anlass ihres Jubiläums veröffentlichte die Band am 4. September 2015 das Boxset 20 Wahre Jahre 1995–2015, das alle bis zu diesem Zeitpunkt erschienen Studio-Alben, das Album Die Verrückten sind in der Stadt, ein Raritäten-Album sowie das sonst unveröffentlichte Live-Album Tranquilo, einen nummerierten Kunstdruck und ein 60-seitiges Hardcoverbuch enthielt.

Am 24. Juni 2016 ist das Album Quid pro quo erschienen, das Platz 1 der deutschen Albumcharts belegte. Am 2. Dezember erschien das Livealbum Quid pro quo live, welches im Palladium in Köln aufgenommen wurde.

2017 spielte die Band als Vorgruppe von KISS. Am 15. September 2017 wurde das Best-Of-Album 40 wahre Lieder in mehreren Versionen veröffentlicht.

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Neben E-Gitarre, Bass und Schlagzeug zeichnen sich In Extremo durch – für eine Rockband – unkonventionelle Instrumente hauptsächlich mittelalterlicher Herkunft aus. Zu nennen sind Drehleier, Sackpfeife (ugs. Dudelsack), Schalmei, Nyckelharpa, Harfe, Cister, Trumscheit, Hackbrett, Tabla, Davul und Klangbaum.

Die Dudelsäcke wurden zum Teil selbst angefertigt (Dr. Pymonte), werden aber zum Teil auch von einem bekannten Sackpfeifenbauer gebaut. Selbstgebaut ist auch eine mit einer ganzen Pferdehaut bespannte Rahmentrommel, genannt „Das Pferd“. Die meisten anderen Instrumente werden nur noch von wenigen Instrumentenbauern gefertigt.
Texte
Viele Texte der ersten Alben und ein paar Texte der neueren Alben sind nicht von der Band selbst gedichtet, sondern stammen – wie die Instrumente – aus verschiedenen Regionen des europäischen Mittelalters (8. bis 15. Jahrhundert) und der frühen Neuzeit (bis 18. Jahrhundert). Daher sind sie in vielen verschiedenen Sprachen abgefasst, die von den Bandmitgliedern nicht alle beherrscht werden. Zu den Sprachen gehören Isländisch, Schwedisch (genauer Nysvenska), Alt-Französisch, Mittelhochdeutsch und Althochdeutsch, Latein, Hebräisch und viele weitere. Als bekanntester Verfasser einiger Texte ist der französische Dichter François Villon zu nennen (z. B. Rotes Haar oder Erdbeermund, in der deutschen Nachdichtung von Paul Zech). Aber auch Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe (Rattenfänger), Ludwig Uhland (Des Sängers Fluch – das In Extremo leicht veränderten und Spielmannsfluch nannten) und Frank Wedekind (Der Tantenmörder, von In Extremo in Albtraum umbenannt) sowie Texte aus dem mittelalterlichen Textbuch Carmina Burana wurden verwendet. Auf dem Album Mein rasend Herz haben In Extremo den selbstverfassten Text des Songs Liam erst auf Deutsch geschrieben und dann von Rea Garvey, der auch Gastsänger bei diesem Lied ist, ins Gälische übersetzen lassen. (Quelle: wikipedia)

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Und hier mal zum Einstieg in diese mir doch sehr fremde Welt ihr drittes Album:

Wenn eine Band wie IN EXTREMO ihr drittes Album vorlegt, das bekanntlich als das wichtigste gilt, weiß der Deibel warum, dann muß was Innovatives her. Und was gibt es an „Innovation“ auf dem Bereich des Mittelalter-Rocks? Richtig – SUBWAY TO SALLY haben es vorgemacht, IN EXTREMO ziehen nach: Moderne, hier in Form von moderneren Riffs und stellenweisem Einsatz von Elektronik. Innovativ ist das im übrigen nicht, im Gegenteil, es war vielmehr extrem vorhersehbar. Allerdings, schlecht ist das ebenfalls nicht, und so wich meine Skepsis bezüglich der ersten Klänge von „Sünder ohne Zügel“, dem „newmetallischen“ Riff von „Wind“, einer wohlwollenden Sympathie. „Weckt die Toten!“ war ein brilliantes Album, „Verehrt und Angespien“ wirkte ein wenig gelangweilt, einfallslos, und nun kommt „Sünder ohne Zügel“ zwar immer noch mit denselben Zutaten (wirklich verändert wurde am Konzept nämlich gar nichts), aber deutlich frischer daher. Songs wie das hymnische „Vollmond“ oder das ergreifende „Le ´or Chiyuchech“ sind spannend, und mit „Der Rattenfänger“ hat man zudem noch eine ausgezeichnete Mitsingnummer am Start, die bar aller moderner Stilmittel daherkommt und einfach nur Spaß macht.

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Auch der zweite Teil der „Merseburger Zaubersprüche“ ist gelungen. Woran das liegt? Nun, offenbar bringt der neue Gitarrist „Der Lange“ neue Einflüsse in die Band, sei es in den Harmonien oder bei den Riffs, welche nicht mehr so stumpf wirken wie noch bei einigen Songs des letzten Albums („In Extremo“ z.B.). Dies steht der Band gut zu Gesicht, und so wäre dies eigentlich ein wirklich gutes Album – wären da nicht stellenweise diese Momente, in denen man nur an die Skip-Taste denkt, beispielsweise Songs wie das lahme „Krummavisur“ oder „Nature nous semont“, die im Grunde nur biedere Rockmusik, aufgepeppt mit Dudelsäcken, bieten. Und eine Art BÖHSE ONKELZ mit Dudelsack braucht nun wirklich niemand – dafür aber sicherlich Songs wie die mitreißende Ballade „Die Gier“, bei der IN EXTREMO beweisen, daß sie auch wirklich gefühlvolle Songs schmieden können. Zwar wird das Album schwach beschlossen, aber dank einiger wirklich großer Lieder kann ich hier bedenkenlos von einem guten Album sprechen. Der Hype um die Band ist trotzdem unsinnig und muß wohl als gute Promotion verstanden werden, um ihn zu ertragen. Sei´s drum. Textlich griffen IN EXTREMO diesmal übrigens wieder viel auf alte Texte zurück, dafür wurde der Großteil der Musik von der Band selbst komponiert. Eine beachtliche Leistung. (Andreas Holz)

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Nun … für meinen Geschmack ist dieser eigentlich interessante Ansatz der Band auf diesemAlbum gründlich in die Hosen gegangen. Betrachtet man sic mal, die durchaus imposante Zahl von unterschiedlichen Instrumenten, über die die Musiker verfügen und hört man sich dann mal den heavy-Soundbrei ein … wünscht man sich auf der Stelle ein wesentlich differenzierteres Klangbild.

Statt dessen wird alles durch die übermächtige und verzerrte E-Gitare niedergeknüppelt, was sich ihr in den Weg stellt. Schade eigentlich. Und da hilfe es auch nichts mehr dass man aus „Carminia Burana“ zitiert und selbst der olle Goethe zu Wort kommt.

Von daher ist dieses Album wirklich nur was für hartgesottene … ich hab´ nun das Gefühl, ich bin ganz blöd im Kopf und das Heavy-Metal-Gewichse und dieser Mittelalter Hokuspokus geht mir nun ganz gewaltig auf den Senkel.

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Besetzung:
Sebastian Oliver „Der Lange“ Lange (guitar)
Kay „Die Lutter“ Lutter (bass, trumscheid)
Boris „Yellow Pfeiffer“ Pfeiffer (bagpipes, c-sack, schawm, flute, nyckelharpa)
Michael Robert „Das letzte Einhorn“ Rhein (vocals, arp, cyster)
Florian „Specki T.D.“ Speckardt (drums, percussion)
André „Dr. Pymonte“ Strugala  (bagpipes, shawn, flute, harp)
Marco Ernst-Felix „Flex der Biegsame“ Zorzytzky (bagpipes, d-sack, shawn, flute)
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Philipp Groth (synthesizer, programming)

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Titel:
01. Wind (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky) 4.25
02. Krummavísur (Traditional/Thoroddsen) 3.49
03. Lebensbeichte (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky) 4.40
04. Merseburger Zaubersprüche II (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky) 4.22
05. Stetit Puella (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky) 4.05
06. Vollmond (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky/Kay) 4.01
07. Die Gier (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky) 3.47
08. Omnia Sol Temperat (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky) 4.14
09. Le’Or Chiyuchech (Neemann) 3.11
10. Der Rattenfänger (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky/Goethe) 4.14
11. Óskasteinar (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky)/ Halldórsdóttir) 3.24
12. Nature Nous Semont (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky/ Beaumont) 4.32
13. Unter dem Meer (Lange/Lutter/Pfeiffer/Rhein/Speckardt/Strugala/ Zorzytzky) 5.12

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Ludwig Hoffmann + Bamberger Symphoniker – Konzert für Klavier und Orchester Nr 1 b-moll (Peter Tschaikowsky) (1973)

FrontCover1Man stelle sich vor: Sonntag nachmittag in einer gutbürgerlichen Stube. Der Herr des Hauses legt diese LP auf … freut sich auf Kaffee und Kuchen … und betrachtet das Cover dieser LP verträumt … und kann dabei nur hoffen, dass die Herrin des Hauses nicht mit bekommt …

Dass Sex ein beliebtes Stilmittel für die Covergestaltung vornehmlich für Pasrty-LP´s war, ist bekannt, dass dieses Stilmittel auch für klassische Musik verwendet wurde, ist wohl eher die Ausnahme.

Hier haben wir so eine Ausnahme. In den Jahren 1973/1974 gab es von dem Billig-Label „Europa“ die Serie „exquisit“, die ursprünglich für klassische Musik konzipiert war (später gab es dann auf diesem Sub-Label „exquisit“ auch Aufnahmen von „Hanni und Nanni“ (Enid Blyton).

Mal unabhängog von dieser missglückten Covergestaltung ist dieses „Konzert für Klavier und Orchester Nr 1 b-moll“ eines der genialsten Klavierkonzerte überhaupt:

Das 1. Klavierkonzert op. 23 in b-Moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowski entstand 1874. Uraufgeführt wurde es 1875 in Boston mit Hans von Bülow am Klavier, dem das Konzert auch gewidmet ist.

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1868)

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1868)

Ursprünglich wollte Tschaikowski das Klavierkonzert seinem Freund und Mentor Nikolai Rubinstein widmen, dem er viel zu verdanken hatte, hatte dieser ihm doch nicht nur eine musikalische Ausbildung ermöglicht, sondern dem mittellosen Tschaikowski auch ein paar Jahre kostenlos Logis und Verpflegung geboten. Doch als er es Rubinstein am Klavier vorspielte, äußerte dieser lediglich maßlose Kritik und Verachtung, hielt das Werk für unrettbar, riet Tschaikowski aber schließlich, es gründlich umzuarbeiten. Rubinsteins Reaktion ging Tschaikowski so sehr zu Herzen, dass er sich noch Jahre später in einem Brief an seine Gönnerin Nadeschda von Meck (1831–1894) mit Entsetzen an diese Szene erinnerte:

„Ich spielte den ersten Satz. Nicht ein Wort, nicht eine Bemerkung … Ich fand die Kraft, das Konzert ganz durchzuspielen. Weiterhin Schweigen. ,Nun?‘ fragte ich, als ich mich vom Klavier erhob. Da ergoss sich ein Strom von Worten aus Rubinsteins Mund. Sanft zunächst, wie wenn er Kraft sammeln wollte, und schließlich ausbrechend mit der Gewalt des Jupiter Tonans. Mein Konzert sei wertlos, völlig unspielbar. Die Passagen seien so bruchstückhaft, unzusammenhängend und armselig komponiert, dass es nicht einmal mit Verbesserungen getan sei. Die Komposition selbst sei schlecht, trivial, vulgär. Hier und da hätte ich von anderen stibitzt. Ein oder zwei Seiten vielleicht seien wert, gerettet zu werden; das Übrige müsse vernichtet oder völlig neu komponiert werden.“

Tschaikowski änderte an dem Konzert nicht eine Note, sondern schickte es dem Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow mit der Bitte zu, sich ein Urteil zu bilden. Dieser hatte an dem Konzert nichts auszusetzen und antwortete dem Komponisten: „Ich bin stolz auf die Ehre, die Sie mir mit der Widmung dieses herrlichen Kunstwerkes erwiesen haben, das hinreißend in jeder Hinsicht ist.“ Anschließend ließ er es vom Orchester einstudieren und saß bei der Uraufführung 1875 in Boston persönlich am Klavier. Zu wahrem Erfolg verhalf ihm dann doch noch Rubinstein, der seine Meinung zu dem Werk geändert hatte und 1878 eine legendäre Aufführung in Paris gab. Von dort trat das Werk einen regelrechten Siegeszug an; es wurde zu dem am häufigsten eingespielten Klavierkonzert überhaupt und wird darin bis heute von keinem anderen Konzert übertroffen.Noten
Welch großer Beliebtheit sich das Konzert nicht nur unter Liebhabern der sog. Klassischen Musik erfreut, zeigt auch die Tatsache, dass seine Einspielung durch den Pianisten Van Cliburn als Schallplatte Ende 1961 mehr als eine Million Mal verkauft wurde, ein bis dahin von keinem anderen klassischen Werk erreichter Rekord. Die Begeisterung für das Werk dürfte maßgeblich durch das Eingangsthema des ersten Satzes geprägt sein, das vom Klavier mit wuchtigen, über alle 7½ Oktaven reichenden Akkorden begleitet wird.

Die Satzbezeichnungen des Konzerts lauten:

Allegro non troppo e molto maestoso
Andantino semplice
Allegro con fuoco

Der Kopfsatz des Konzerts weicht von der in der Wiener Klassik geprägten starren Form des Sonatenhauptsatzes ab. Er beginnt in Des-Dur, der Paralleltonart zu b-Moll, mit einer weit ausladenden pathetischen Einleitung, die fast schon als eigenes Thema gelten kann und anfänglich den Eindruck erweckt, hier handele es sich um ein Konzert in Des-Dur. Dieses Anfangsthema wird im späteren Verlauf und auch in den anderen Sätzen des Konzerts zwar nicht wörtlich wieder aufgegriffen, hat aber sein aus dem gleichen Geist geborenes, triumphales Gegenstück in der Coda des dritten Satzes, wodurch ein zwingender dramaturgischer Bezug und ein großer inhaltlicher Bogen von Anfang bis Ende des Werkes entsteht.

Geprägt ist diese Einleitung (Anfangsteil) durch eine vom Orchester intonierte Melodie,

HansVonBülow

Hans von Bülow

die vom Klavier mit wuchtigen, sich über die 7½ Oktaven der Klaviatur erstreckenden Akkorden begleitet wird. Bereits in diesem Teil gibt es eine dem Charakter einer Kadenz ähnelnde Passage (Takt 40), in welcher das Klavier einen solistischen Part hat.Eindruck erweckt, hier handele es sich um ein Konzert in Des-Dur. Dieses Anfangsthema wird im späteren Verlauf und auch in den anderen Sätzen des Konzerts zwar nicht wörtlich wieder aufgegriffen, hat aber sein aus dem gleichen Geist geborenes, triumphales Gegenstück in der Coda des dritten Satzes, wodurch ein zwingender dramaturgischer Bezug und ein großer inhaltlicher Bogen von Anfang bis Ende des Werkes entsteht.

Der Einleitung folgen nacheinander die zwei kopfsatztypischen Themen: Das dynamische Thema in b-Moll (Takt 108) ist unisono in rechter wie linker Hand gehalten, beginnt triolisch (dieses Thema ist ein russisches Volkslied) und erfährt eine erste Durchführung durch Auflösung der Triolen in Sechzehntel-Bewegungen (Takt 160) noch vor Einsatz des zweiten, lyrischen Themas (Takt 184). Dieses wiederum ist verwoben mit einem dritten Thema (Takt 205), das eigentlich eher als ein Themenbruchstück beginnt, in der Durchführung aber gleichwertig neben den zwei Hauptthemen behandelt wird. Die Reprise kommt etwas überraschend im Wiederaufgreifen des dynamischen, zu Sechzehntel-Noten aufgelösten ersten Themas (Takt 445). Die solistische Kadenz (Takt 539) hat das dritte und schließlich das zweite Thema zum Schwerpunkt und führt in die Schluss-Sequenz, in welcher Klavier und Orchester den Satz mit dem dritten Thema ausklingen lassen. Der Kopfsatz endet in der Tonart B-Dur.

Der zweite Satz in Des-Dur beginnt mit einer solistischen Melodie in der Querflöte, die vom Klavier aufgegriffen wird. In scharfem Kontrast zu diesem lyrischen Thema steht in der Mitte des 2. Satzes ein schneller Abschnitt über die französische Chansonette „Il faut s’amuser, danser et rire“ (Man muss sich vergnügen, tanzen und lachen). Dieses Lied im Satzmittelpunkt bildet gleichsam die Spiegelachse einer Symmetrie, denn am Ende wird das Eingangsthema wieder aufgegriffen und von Klavier und Oboe zu Ende geführt.

Der dritte Satz ist in Form eines Rondos angelegt, seine Themen haben ihren Ursprung in ukrainischen Volkstänzen. Das erste Thema kehrt im Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester immer wieder. Dazwischenliegende Passagen aus Läufen und akkordischen Sprüngen verlangen dem Solisten einiges an Können ab und verleihen dem Schlusssatz seine Brillanz. Der Pianist Alexander Siloti, ein Cousin Sergei Rachmaninows, hat aufgrund der übermäßigen Länge des Satzes eine Bearbeitung in Form einer drastischen Kürzung einer Passage vorgenommen. Noch heute wird das Konzert meist in dieser verkürzten Version aufgeführt. (Quelle: wikipedia)

SilotiTschaikowsky

Alexander Siloti und Pjotr (Peter) Tschaikowski

Und auch über die Pianisten dieser Aufnahme mag ich ein paar Informationen anfügen:

Ludwig Hoffmann (* 11. Juni 1925 in Berlin; † 1999 in München) war ein deutscher Pianist.

Ludwig Hoffmann erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Bruno Hinze-Reinhold, Paul Weingarten, Richard Rössler und Hans-Otto Schmidt-Neuhaus. Meisterkurse belegte er unter anderem bei Marguerite Long und Arturo Benedetti Michelangeli. 1947 gewann er den Liszt-Preis Weimar, weitere Preise folgten in den nächsten Jahren. Mit dem Jahr 1954 begann er eine rege Konzerttätigkeit rund um den Globus. Zahlreiche Einspielungen, die er für verschiedene Radiostationen aufnahm, harren noch ihrer Wiederentdeckung. Auf Schallplatte ist sein Schaffen nur ungenügend dokumentiert, da er zu Beginn seiner Karriere zwar bei Telefunken, danach aber bei keinem der Major-Labels dauerhaft unter Vertrag war. Der hochvirtuose Pianist war häufiger Duopartner Ingrid Haeblers. Er führte neben Standardwerken auch seltener gespielte Stücke moderner Komponisten auf. Sein Liszt-Spiel setzte Maßstäbe und ist auch heute noch hörenswert. Von 1970 bis 1991 war er Professor an der Musikhochschule München. Seine Nachfolgerin ist Margarita Höhenrieder. Er war Jurymitglied bei über 25 renommierten internationalen Wettbewerben, u.a. dem Chopin-Wettbewerb in Warschau, dem Liszt-Wettbewerb in Budapest, sowie Wettbewerben in St. Petersburg, Montreal, Sydney, Bozen, Genf. Außerdem leitete er Meisterklassen in Maryland, München, Rotterdam und Weimar. Ludwig Hoffmann war lange Jahre Mitglied der European Piano Teacher Association (EPTA) und hat diese, als Gegenspieler von Karl-Heinz Kämmerling, als Gründungsmitglied entscheidend geprägt. (Quelle: wikipedia)

AlternativesFrontcover

Alternatives Frontcover (1979)

Besetzung:
Ludwig Hoffmann (piano)
+
Bamberger Symphoniker unter der Leitung von Horst Stein

BackCover1

Titel:
01. Allegro Non Troppo E Molto Maestoso – Allegro Con Spirito 18.37
02. Andantino Simplice – Allegro Con Fuoco 13.22

Musik: Peter Tschaikowsky

LabelA1

 

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Dario Domingues – Die Reise der Yahgan ist zu Ende (1981)

FrontCover1Einen tiefen Eindruck hat diese LP auf mich schon damals gemacht. Der Musiker Dario Domingues hat nicht nur mich beeindruckt und auch sein Lebenslauf ist bewegend:

Sein Debut gab der Indianer aus Chiles Anden in Deutschland. Es war das Album „The End of the Yagans‘ Journey„, 1981 bei Trikont-Unsere Stimme. Die Yagan lebten in Feuerland; sollten sie tatsächlich über Sibirien und Nordamerika an den amerikanischen Südzipfel Terra Del Fuego gewandert sein, dann war dies das Ende ihrer Reise. Die Yagans wurden Opfer eines Völkermords; in den Siebziger Jahren verschwand der letzte Nachfahre des Stammes aus dieser Welt. Damit war die Reise endgültig zu Ende. Die Titel des Albums, das er den Yagan widmete, waren Stationen einer persönlichen Reise des Musikers Dario Domingues. Das Erstlingswerk erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Dario wurde 1950 als Sohn einer Mapuche-Indianerin und eines Italieners in Chile geboren. Als er sich, im Studentenalter bereits, in den Bergen als Schafhirte etwas Geld verdiente, griff er in der Einsamkeit erstmals zur Flöte. Das war der Beginn seiner Karriere. Gefragt, wie er sein Geld verdiene, antwortete er von nun an: „Ich blase in einen Grashalm.„ Er entkam dem Pinochet-Regime und machte sich auf die Reise hinauf in den hohen Norden. In der kanadischen Hauptstadt Ottawa ließ er sich nieder. Hier wurde der indianische Folksänger Willie Dunn auf ihn aufmerksam und holte ihn zu sich ins Studio. Auf Willie Dunns viel beachtetem Album „The Pacific„ war der Mapuche-Flötenspieler erstmals zu hören.

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Dario Domingues / Regensburg, Alte Mälzerei / 1994 (c) Bernd Schweinar (*)

Bald war er ein fester Bestandteil der Konzertszene zwischen Kiel und Klagenfurt. Kurz betrat er auch, an die Hand genommen von Eberhard Schöner, die TV-Pop-Landschaft. Doch im Großen und Ganzen blieb er sich treu und näherte sich nach sieben Alben wieder den puren Formen des Anfangs.Er begleitete Willie Dunn auf einer Deutschlandtournee und begeisterte sofort das Publikum. Dario bot nicht die Andentöne, die in deutschen Fußgängerzonen zum Inventar gehören, sondern formte aus spanischen und indianischen Elementen seine eigene Musik und sparte dabei nicht mit kritischen Tönen. Für sein erstes Album kam er mit Rohmaterial angereist und ergänzte es mit Musikern der Münchner Szene; Sparifankal gehörten ebenso dazu wie die Fraunhofer Stubnmusi. Dario übte sich in Weltmusik, als es sie offiziell noch gar nicht gab.

Gegen Ende der 90er Jahre wurde seine Arbeit als Musiker und Komponist gewaltsam unterbrochen: Betrunkene hatten ihn überfallen und lebensgefährlich verletzt. Nur langsam kam er wieder auf die Beine – gestützt von seinem 13jährigen Sohn, den er alleine aufzog. Davon erzählte er und von anderen schwierigen Phasen, als er im Herbst 1999 wieder durch Deutschland und Österreich reiste. Er erzählte davon wie einer, der nach einer beschwerlichen Reise, wieder heil bei sich gelandet war. ‚Mein Sohn ist der Inhalt meines Lebens‘, sagte er,’er ist mein bester Freund‘.

Am Ostermontag rief mich Willie Dunn aus Ottawa an. Dario hatte sich das Leben genommen. Wir wissen nicht, was ihm das Dasein auf Erden unerträglich werden ließ. Seine Reise ist zu Ende, und wir sind froh, daß wir ihm manchmal auf seinen Wegen begegnet sind. (Claus Biegert)

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Dario Domingues: „Die Reise der Yaghan ist zu Ende“ – und dies ist gleichsam das letzte Lied, das ihnen gesungen wird, einem Indianerstamm, der von Asien her über die Beringstraße gekommen war und sich Feuerland, „dieses unwirtliche Land vor Tausenden von Jahren ausgesucht“ hatte, um hier „– bis zur Ankunft der Europäer – in ungetrübter Harmonie mit den Elementen zu leben“. Als Anfang des vorigen Jahrhunderts, wie man weiter liest, Darwin mit dem Segler „Beagle“ hierher kam, lebten noch an die dreitausend Yaghan hier, 1908 waren es noch 170 und 1932 nur mehr 43. „Der letzte vom Stamm der Yaghan verließ diese Welt in den siebziger Jahren.“ Dario Domingues, Nachfahr der Feuerland-Indianer, hat ihnen diese Schallplatte zugedacht. So erklärt sich der Titel; der Musik, die in europäischen Ohren unüberhörbar lateinamerikanisch klingt, bleibt gleichwohl etwas Geheimnisvolles. Es ist eine von Melancholie durchzogene, an Stimmungen reiche, sehr poesievolle Musik, in der mit viel Klangphantasie und Geduld Naturerinnerungen weniger gemalt als reflektiert werden. Domingues und seine acht empfindsamen Mitspieler verwenden dabei ein exotisches, überaus farbenreiches Instrumentarium. Die Neugier beim Zuhören erlahmt nicht einen Augenblick. (Manfred Sack; Die Zeit, 16. April 1982)

Und die Zeit vergab dann das einzig mögliche Prädikat: „Hervorragend“

Diese Aufnahmen haben verdammt viel mit der Würde der Menschen zu tun und eine respektvollere musikalische Verneigung vor einem untergegangem Volkstamm ist nicht möglich. Und zudem ist dann die Musik von einer traumhaften Ausstrahlung und Harmonie.

Und wohl kurz vor Ostern 2000 hat er sich dann das Leben genommen … Seine Musik ist auch 19 Jahre nach diesem Tode mehr als bedeutsam !

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Besetzung:
Ulrich Bassenge (bass)
Claus Biegert (jews harp)
Phil Bova (bass)
Dario Domingues (many different flutes, percussion, vocals, african xylophone)
Richard Kurländer (austrian harp)
Florian Laber (african xylophone)
Robert Libbey (surdo, xylophone, percusion)
Roger Rainbow (guitar)
Ian Tamblyn (guitar, harmonium)

BackCover1Titel:
01. Johannisnacht (The Night Of San Juan) (Domingues) 4.00
02. Blauer Limay (Azul Limay) (Domingues) 5.57
03. Straße des Todes (Teotihuacan) (Domingues) 4.05
04. Wenn die Erde weint (Cuando Llora La Tierra) (Domingues) 4.47
05. Der Guillatun (El Guillatun) (Parra) 3.00
06. Die Quelle aller Wasser (The Source Of All Waters) (Domingues) 7.05
07. Kleiner Levkojenstrauch (Plantida De Aleli) (Traditional) 2.45
08. Ihr Kinder dieser Welt kommt und tanzt… (Children Of The World Come To Dance…) (Domingues) 3.32
09. Wind der Anden (Wind Of The Andes) (Domingues)  2.45
10. Die Reise der Yangan ist zu Ende ( The End Of The Yahgan’s Journey) (Domingues) 5.30

LabelB1
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(*) (mit freundlicher Genehmigung von www.allmusic.de)

Ulrik Remy – Apfelsaftballade + Die Ballade vom Spieler (1975)

FrontCover1Und jetzt mal wieder ein Liedermacher aus den 70er Jahren, den ich erst neulich entdeckte … (es ist ja nie zu spät):

Ulrik Remy (* 24. Februar 1949 in Gelsenkirchen-Buer) ist ein deutscher Schriftsteller, Komponist und Liedermacher.

Remy wuchs die ersten Jahre in Wattenscheid auf. 1956 zog seine Familie mit ihm nach Weiden bei Köln. Ab 1960 besuchte er das Internat Landheim Schondorf. Im Nachbardorf wohnte der Komponist Carl Orff. Mit ihm und dem Dirigenten Rafael Kubelík begann seine musikalische Ausbildung. Nachdem er im Januar 1966 sein Debütkonzert dirigiert hatte, wurde er nach Köln geholt und machte dort 1969 sein Abitur. Während seines Jurastudiums in Köln erlebte er ab 1971 erste Erfolge als Liedermacher. Er wechselte dort als Künstler ins Profilager, schrieb Lieder, Gedichte, Drehbücher und Geschichten, moderierte, schauspielerte, führte Regie und trat auch als Sänger auf. 1974 erschien sein Debütalbum Jeder kommt irgendwoher, noch unter dem Namen „Ulrik“. 1978 gründete er „Remy Music“ und produzierte seine Platten selbst. 1981 zog er sich von der Bühne zurück und übersiedelte nach Italien.

1982 übernahm er eine Stelle als Radiomoderator bei einer Lokalradiostation in Portoferraio, Italien. Er erhielt einen Linguistik-Lehrauftrag an der Universität Siena, wo er 1985 ein Doktorat erreichte.

UlrikRemy11983 war er Gründer und Betreiber von RadioMar in Alicante, Spanien. 1990 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete als Schriftsteller und Sprachenlehrer, bevor er 1994 in die Vereinigten Staaten auswanderte, wo er als Manager in verschiedenen Software- und Telekommunikationsunternehmen tätig war.

Nachdem die Anlage seiner Firma MacroTEL 2004 durch einen Hurrikan zerstört wurde, arbeitet er nur noch als Komponist und Schriftsteller. Im August 2015 kehrte er nach Deutschland zurück; zurzeit lebt er in Aachen. (Quelle: wikipedia)

Hier eine seiner frühen Singles … und wäre man böse, dann könnte man sagen, das ist ja ein Reinhard Mey für Arme … und in der Tat: Beide Texten sind so stark von der Diktion des Mey geprägt … und dann kamen seine Aufnahmen damals auch noch von Intercord veröffentlicht, jenem Label, bei dem damals auch der Reinhard Mey  publizierte.

Übrigens: die obige Kurzbiographie ist nun wirklich eine Kurzbiographie …bei meinen Recherchen bin ich auf einen Lebenslauf gestoßen, der es wieder mal in sich hat … Höhen und Tiefen gaben sich da regelmäßig die Hand …

Und weil mich Biographien mit Brüchen sehr interessieren … idst das nur der ersten Beitrag über einen Liedermacher namens Ulrik Remy

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Besetzung:
Ulrik Remy (vocals, guitar)

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Titel:
01. Apfelsaftballade (Remops) 3.18
02. Die Ballade vom Spieler (Remops) 3.30

LabelA1

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Siegfried Niedergesäss – Kraut-Rock – Die deutschen Supergruppen (1976)

Kraut-Rock01AVermutlich kann man es an einer Hand abzählen, dass ich in meinem Leben ein Produkt des Magazins „Bravo“ gekauft habe.

Hier haben wir so ein – bemerkenswertes und verblüffendes  – Produkt aus dem Hause „Bravo“:

„Kraut-Rock – Die deutschen Supergruppe“ lautet der Titel des schmalen Büchleins (124 Seiten). Und, dass ein solches Thema von der „Bravo“ damals thematisiert wurde, zeigt nur eins. Der Deutsch-Rock war wohl in einer sehr erfolgreichen Phase (zeit sich z.B. auch daran, dass Gruppe wie Atlantis oder Randy Pie Tournee durch den englischpsrachigen Raum unternehmen konnten).

Verblüffend ist desweiteren, dass man nicht annehmen sollte, es handelte sich hier um ein oberflächliches, ohne Substanz erstellte Büchlein. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Die hier vorgestellten Bands (Amon Düll II – Atlantis – Can – Randy Pie) werden mit großer Sachkenntnis vorgestellt, und behaupte mal, jeder, der sich für eine dieser 4 Bands intensiver interessiert, wird hier Neuigkeiten und Informationen finden, die ihm vorhin nocht nicht bekannt waren.

Bemerkenswert mit welche Akribie der Autor hier zu Werke gegangen ist und so entstehen dichte Portrait, bei denen auch all die menschlichen Konflikte innerhalb von Bands thematisiert werden; genauso wie das geschachere um Geld und Rechteverwertung etc.)

Tja, der Autor: viel konnte ich nicht über ihn in Erfahrung, aber zumindest dieses:

„Siegfried Niedergesäß

Geboren am 5. Mai 1945 in Detmold. Verwaltungslehre bei einer Krankenkasse in Detmold. Bundeswehrzeit. Volontariat bei der Lippischen Rundschau/Westfalenblatt. Redakteur beim Westfalenblatt, Bielefeld. Später bei Bravo in München. Seit 1970 freier Journalist. Er lebt in Eichenried.

Pseudonyme: K.E. Siegfried, Henry S. Eve, Jo Burger.

Selbständige Veröffentlichungen: i.c.h. Gedichte. Starnberg: Raith 1970 – Die Beatles. Biogr. Hamburg: Dressler 1976; 6. Aufl. 1981; Ravensburg: Maier 1987, [1988], [1990], [1992], [1994] – Krautrock. Biogr. o.O. 1976 – Rolling Stones. o.O. 1982 – Stars aus Film und TV. o.O. 1982 – Louis de Funès. König der Spaßmacher. 1983 – Sinéad O’Connor. Nothing compares 2 U. Hamburg: Edel Company 1990 – Bon Jovi. Ebd. 1991 – Erasure. Andy Bell & Vince Clarke. Ebd. 1992 – James Dean. München: Compact 1992 – Sandra. Stationen einer Karriere. Hamburg: Edel Company 1992 – Dieter Bohlen. Der Macher. Ebd. 1993 – Marilyn Monroe. München: Compact 1993 – Hanson. Hamburg: Ideal 1997.

Unselbständige Veröffentlichungen in: A. Schmid (Hg.): Primanerlyrik, Primanerprosa. Reinbek 1965 – W. Neumann (Hg.): Im Bunker. Recklinghauen 1974 – K. Kusenberg: Mal was anderes. Reinbek 1974 – Eastside. Prosa 75 – Star-Alphabet. Wiesbaden 1976ff. – Pop-Musik. Hamburg 1981.

Redaktion: 20 Jahre The Beatles. Das größte musikalische Phänomen des Jhs. München-Grünwald: AC [1983] – Nastassja Kinski. Unser rätselhafter Weltstar. Karriere, Probleme, Filme, Liebe, Enttäuschung, Zukunft. Ebd. [1983].

Nachschlagewerke: Kürschner: Dt. Lit.-Kalender 1978-1984 – Who’s Who in Literature? Bd. 1, 1978/79 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 11, 1988 – Lipp. Autorenlex., Bd. 1, 1985 – Dt. Bibliothek.“ (Quelle: Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren – 1759 – 1959; siehe: hier)

Besonders viel Freude machen natürlich die wenigen Seiten mit Farbphotographie über die Bands (die man auch nicht alle Tage sieht. Und dann abschließend eine Bemerkung zur scan-Qualität: Die ist manchmal arg schräg, aber bei Heftchen dieser Art lässt es sich vermeiden, dass sich die Doppelseiten irgenwie verschieben: Aber besser so als, gar nicht, denke ich mir mal.

Vorab ein paar Eindrücke von dem Büchlein und dann geht´s ab zur Präsentation:

Kraut-Rock02A

Kraut-Rock03A

Kraut-Rock04A
Kraut-Rock34A
Kraut-Rock36A
Kraut-Rock38A

Ganz schön schräg ...

Ganz schön schräg …

 

Werbung: nicht unbedingt zielgruppenorientiert

Werbung: nicht unbedingt zielgruppenorientiert

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Lily – VCU (we see you) (1973)

FrontCover1.jpgLiest man sich die internationalen Prog-Rock SEiten durch, dann überschlagen sich die Reviews nur so:

Z.B.:
„Brilliant progressive rock with a canterbury blend“ (rockasteria.blogspot.com)

Die Rede ist von der Eintagsfliege „Lily“:

Lily war eine deutsche Rockband der 1970er Jahre, die man dem Krautrock zuordnet. Stilmäßig spielten sie eine schroffe und unkonventionelle Version von Jazzrock.

Als Monsun hatten sie Ende 1969 in Frankfurt am Main begonnen, doch als sie einen Vertrag bei Bellaphon unterschrieben hatten, änderten sie auf deren Wunsch hin 1973 ihren Namen zu Lily und schmückten sich mit Glitzerzeugs. Ihre einzige LP erschien 1973 (Bacillus BLPS 19144), aufgenommen im Dierks-Studio von Dieter Dierks, in einer Auflage von 1000 Stück und ist geprägt durch Steinbergs Saxophonspiel. Für die CD-Wiederveröffentlichung in Zusammenarbeit mit dem Label Garden of Delights kamen noch vier lange unveröffentlichte Stücke, die 1971 ohne Klaus Lehmann in einem Tonstudio in Detmold aufgenommen worden waren, hinzu. E In veränderter Besetzung spielte die Band bis 1976. (Quelle: wikipedia)

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Wie gesagt, die internationalen Lobeshymnen überschlagen sich … einzig und alleine diese Besprechung sieht das ein wenig anders:

„Raider heißt jetzt Twix – sonst bleibt alles beim Alten“. Was hat nun dieser etwas alte Werbespruch mit dieser CD zu tun? Ganz einfach, mit den fast ähnlichen Worten „Lily hieß eigentlich Monsun“ beginnt die Bandgeschichte im Booklet dieses Reissues, aber musikalisch blieb alles ebenfalls beim Alten. Wie so viele Bands in den 70ern durchlebten die Mitglieder von Lily respektive Monsun eine wilde Bandgeschichte, die letztendlich in einem Vertrag bei Bacillus / Bellaphon endete. Und wie bei so vielen Geschichten gab es auch hier kein Happy End. Keine Promotion, gerade mal 1000 Exemplare verkauft, Plattenvertrag futsch, persönliche Auseinandersetzungen, Auslösungserscheinungen und letztendlich das endgültige Ende der Band im Jahr 1976.

Booklet08A

Entgegen dem Glam-Rock-Image, das die Plattenfirma der Band wie die kurzfristige Namensänderung aufdrückte, geht es musikalisch in ganz andere Bereiche. Fünf Querköpfe an Gesang, Bass, Gitarre, Schlagzeug und Saxophon legen eine psychedelisch angehauchte Mischung aus moderatem Jazz Rock und frühen Progressive-Rock-Elementen hin, der man aber durchaus die ehemalige Beatverwandtschaft noch anmerkt. Sich nicht unbedingt um die innere Spannung kümmernd, gibt es jede Menge ausgiebige Soloteile, auch wenn die Gesangspassagen einen ausgleichenden Gegenpol schaffen. Jazzige Saxophontupfer und psychedelische Atmosphäre geben der Musik von Lily einen vernebelten Grundcharakter.

Und so wirkt auch einiges in den zehn Titel leicht unentschlossen, auf der Suche nach einer Richtung. In den solistischen Ausflügen findet sich durchaus verklärte Spannung, doch irgendwie kommt diese Scheibe trotz ausgezeichneten instrumentalen Könnens nicht so recht in Schwung, manch expressiver Gedanke verpufft in der eigenen Improvisierfreudigkeit. Mehr in jener Zeit Verwurzelte mögen das durchaus anders sehen. (Kristian Selm)

Klaus Lehmann

Genau so isses … dank des „ausgezeichneten instrumentalen Könnens“ hebt die Band ein ums andere mal ab … das sind Höhenflüge, die heute noch fesseln …

Und selen habe ich es einer Band so sehr verziehen, dass sie (wiedermal) gesanglich mit ihrem instrumentalem Können nicht mithalten können-.

Und das beilieende Begleitheft schildert die Stationen dieser Band mit verdammt viel Potential akribisch … einschließlich all der menschlichen Tragödien, die sich dann abspielten, als Manfred Schmid die Band verließ …

BackCover

Besetzung:
Wilfried Kirchmeier (bass, vocals)
Klaus Lehmann (guitar)
Manfred Schlagmüller (drums)
Manfred-Josef Schmid (guitar)
Hans-Werner Steinberg (saxophone, flute)

Booklet07A

Titel:
01. In Those Times 9.06
02. Which Is This 4.24
03. Pinky Pigs 6.38
04. Doctor Martin 4.36
05. I’m Lying On My Belly (including ‚Tango Atonale‘) 5.57
06. Eyes Look From The Mount Of Flash 9.43
+
07. Chemical New York (bonus track) 8,15
08. Adlerbar (bonus track) 5.46
09. Catch Me (bonus track) 8.13
10. The Wanderer (bonus track) 16.30

Musik und Texte:
Wilfried Kirchmeier – Klaus Lehmann – Manfred Schlagmüller – Manfred-Josef Schmid – Hans-Werner Steinberg

LabelB1

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