Unbekannte Interpreten – Die aktuelle Hitparade (1969)

FrintCover1Eine der rätselhaftesten Schallplatten, die ich je in meinem langen Sammlerleben in der Hand gehalten habe.

Veröffentlicht wurde sie von „RS Schallplatten, Frankfurt“, einem Label, von dem ich nur weiss, das sie im gleichen Jahr, also 1969 noch eine rare Jazzscheibe mit Live-Aufnahmen deutscher Jazzmusiker (wie z.B. Rolf Kühn, Peter BRötzmann oder Joki Freund)

Vom Jazz kann hier allerdings keine Rede sein, denn hier hören wir nun Instrumentalversionen von damaligen Songs, die es irgendwie in die Hitparade gebracht haben.

Aber: dass da jemand am Werke war, der vom Jazz viel Ahnung hatte, dass kann man durchaus hören …

Und dieser jemand war vermutlich ein gewisser Bert Loska (der auf diesem Album sehr häufig als Komponist, aber auch als Arrangeur auftaucht). Bert Loska war damals so ne Art hans Dampf in der Unterhaltungsmusik, seine Handschrift finden sich auf diversen Alben von Billig-Labels … Irgendwie ist er für mich noch ne ungeschriebene Geschichte der  damaligen Unterhaltungsmusik …

Besonders beeindruckend seine Version von „Come Together“, man könnte fast glauben, da hat jemand kurz zuvor „Blood, Sweat & Teas“ gehört.

Von daher, nicht nur rar, sondern auch interessant, zumindest für diejenigen, die diesem damals zuweilen ein wenig jazzigen Sound der Instrumentalmusik etws abgewinnen kann.

Na ja … und sein „Geh nicht vorbei“ ist geradezu ne Perle der schnulzige Trash-Musik …

Und auf einen Titel mit dem Namen „Wodka Wolga Casatschok“ muss man auch erstmal kommen.

In diesem Sinne: Tara-Ting Tara-Tong !

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Titel:
01. Sugar Sugar (Kim) 2.39
02. Weine nicht kleine Eva (Hengst/Halmich) 2.12
03. Abendstunde hat Gold im Munde (Schmidt/Bradtke) 2.38
04. Geh nicht vorbei (Heider/Relin) 4.05
05. Jesus Fought The Battle Of Jericho (Traditional) 1.57
06. Black Venus (Loska/Laube) 2.58
07. Dein schönstes Geschenk (Twardy) 2.48
08. Come Together (Lennon/McCartney) 3.00
09. Als ich noch ein Junge war (Messer/Holm) 2.38
10. Good Morning Sunshine (Loska/Laube) 2.52
11. Wodka Wolga Casatschok (Loska/Laube)  2.04
12. Tara-Ting Tara-Tong (Bruhn) 2.38

LabelB1

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Manfred Krug – Und die Modern Jazz Big Band 65 (1965)

FrontCover1Und ein weiteres Kapitel zum Themenkreis „früher Jazz in der DDR“. Diesmal mit der Modern Jazz Big Band und Manfred Krug:

Der Berliner Trompeter und Bandleader Klaus Lenz kannte von seiner Tätigkeit im Orchester Eberhard Weise die musikalischen Qualitäten des Manfred-Ludwig-Sextetts. Er formierte um diesen Görlitzer Kern mit weiteren herausragenden Jazzmusikern aus verschiedenen Bands seine Modern Jazz Bigband. Er selbst schrieb die meisten Arrangements, in Görlitz wurde geprobt und im Januar 1963 liefen die ersten Konzerte. (Quelle: Jazz in Görlitz)

Und Manfred Krug war damals nicht nur ein bereits sehr bekannter Schauspieler sondern darüber hinaus auch ein begeisterter Jazz-Entertainer, der 1965 bereits ein paar Amiga-Singles veröffentlicht hatte.

Gemeinsam entdeckte man die Freude am gemeinsamen Musizieren und so stand man am 22.  Januar 1965 auf den Brettern des Theater der Freundschaft in Berlin.

Was soll man sagen ? Das Konzert wurde zu einem Triumpf hochwertiger Big Band Jazz Musik mit einer famosen aufspielendem Ensemble und einem Manfred Krug, der nun wirklich sein Metier verstand. Und ganz begeistert kann man sich nun ( 50 Jahre nach der Entstehung) diesen Klängenhingeben, bei denen die solistischen Höhepunkte wahrlich nicht rar sind. Herz, was willst du mehr ?

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Besetzung:
Armin Baptist (piano)
Peter Baptist (trombone)
Heinz Becker (trumpet)
Karl-Heinz Fabian (trombone)
Jens Glevke (saxophone)
Günter Gocht (trumpet)
Bojidar Hristoff (trumpet)
Hubert Katzenbeier (trombone)
Klaus Lenz (trumpet)
Manfred Krug (vocals)
Horst Krüger (bass)
Ernst-Ludwig Petrowsky (saxophone)
Herbert Rößner (trumpet)
Ali Schilling (trombone)
Heinz Schröter (saxophone)
Manfred Schulze (saxophone)
Günter Simmer (drums)
Klaus Smesny (saxophone)
Ulli Türkowsky (bass)
Wolfgang Winkler (drums)

ModernJazzBigBand65

Titel:
01. On The Sunny Side Of The Street (MacHugh) 3.05
02. Georgia (Carmichael/Gorrell) 3.34
03. Rosetta (Hines/Wood) 2.27
04. The Preacher (Silver) 3.32
05. Sister Salvation (Hampton) 4.41
06. You Come A Long Way From St. Louis (Bailey) 5.06
07. Hallelujah, I Just Love Her So (Charles) 2.33
08. Blues In F (Krug/Lenz) 5.00
09. Blues-March (Schulze) 8.00

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Alexander C. Stenzel – Dossier Erinnerung (TV rip) (2012)

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Heute nachmittag: Großes Familientreffen … es sitzen 3 Generationen um den Tisch … und es leibnt nicht aus, dass wir „Alten“ auch ein wenig von früher erzählen … wir tauchen „Erinnerungen“ aus und auch die „Jungen“ beginnen zu erzählen … ihre Erinnerungen, die sie z.B.mit mir als Vater abgespeichert haben … oder aber auch, wie sie aus eigenem Antrieb Familienforschung betreiben … der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm …

Und so kommt diese Sendung des Hessischen Rundfunks gerade recht:

Und darum geht´s:

Millionen Handyfotos, digitale Tagebücher, Facebook-Einträge. Die Informationsmenge, der wir täglich begegnen, die wir selbst erzeugen und speichern, verdoppelt sich mindestens alle fünf Jahre. Was macht dieses explosionsartige Wachstum mit unseren Erinnerungen? Jugendliche erzählen, woran sie sich heute erinnern und stellen Prognosen auf, woran sie sich in 20 Jahren erinnern werden. Hirnforscher und Nobelpreisträger Eric Kandel erklärt, warum wir ohne Erinnerungen nichts sind und dass Erinnerungen nicht wie Filme funktionieren. Dabei geht es auch um die Frage, wie unser Gehirn eigene Erinnerungen so gut fälschen kann, dass wir sie für die Wahrheit halten. Und warum sich fast jeder so gern an die gute alte Zeit erinnert – egal, wie schön oder schrecklich er sie ursprünglich erlebt hat. (Ankündigung des Senders)

Alexander C. Stenzel

Alexander C. Stenzel

Also, diese „Schulsendung“ hat insgesamt 4 Teile:

  • Wie die „Facebook-Generation“ mit Erinnerungen umgeht
  • Nobelpreisträger Eric Kandel erklärt, warum wir ohne Erinnerungen nichts sind
  • Warum Archive so wichtig sind
  • Die Lust am Sammmeln als Ausdruck der Erinnerung

Besonders beeindruckt haben mich die interviewpassagen mit Eric Kandel … dess Biographie ist eh mehr als bemerkenswert:

Eric Kandel wurde 1929 in Wien geboren. Beim Novemberpogrom 1938 war die Wohnung der Familie geplündert worden, im April 1939 gelang ihm und seinen Bruder die Flucht in die Vereinigten Staaten (ohnde die Eltern). Seine Erfahrungen in Wien waren durchweg negativer Art: „Es gab niemand, der den Juden half“, erinnert sich der Wissenschaftler. In Harvard studierte er zeitgenössische europäische Geschichte und Literatur. Später begann Kandel eine Ausbildung zum Psychoanalytiker und schließlich als Psychiater, beschloss dann aber die biologischen Vorgänge des Gehirns genauer erforschen zu wollen. Was er herausfinden sollte, ist heute Grundlagenwissen.(Quelle: 3sat.de)

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Eric Kandel

Na ja, und dann die Sammler … ausnahmsweise werden in diesem Beitrag Schallplatten-Sammler nicht explizit erwöhnt …

Wenn ich nicht gesundheitlich lädiert (you know: Schulterbeinbruch … tippen geht nur mit der linken Hand) wäre, könnte oder müsste ich gar etliche Zitate hier noch einfügen … geht aber nicht, von daher; anschauen.

Mir wurde bei diesem Film (Dauer: 28.32) vieles klarer, bewußter … z.B., dass etliche der blogs, die ich verfolge 8siehe meine blog-list) genau auch oftmals mit Erinnerungen zu tun haben …

Hier findet man einen kleinen theoretischen Überbau, warum es z.B. einen blog wie diesen  überhaupt gibt …

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Ziemlich „altmodisch“: Tagebuch schreiben …

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Eric Kandel erhält den Nobelpreis (2000) für seine Hornforschungen

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Nervenstränge in unserem Gehirn …

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Drei Generationen erinnern sich anhand von alten Fotos

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Das Filmarchiv im Hessischen Rundfunk

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Ein alter Film wird digitalisiert

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In der sog. „Stasi-Behörde“: zerrissene Schnipsel werden zusammengefügt …

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Die „gute, alte Zeit“ …

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*seufz*

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Novalis – Vielleicht bist du ein Clown (1978)

NovalisClownFCNovalis war der Name einer deutschen Rockband aus den 1970er-Jahren. Zu den bekanntesten Werken der Band zählen die Titel Sommerabend und Wer Schmetterlinge lachen hört.

Mit einer Zeitungsanzeige suchten 1971 der Sänger Jürgen Wenzel und der Bassist Heino Schünzel Interessenten an einer gemeinsamen Band. Es meldeten sich der Organist Lutz Rahn und der Schlagzeuger Hartwig Biereichel. Zusammen mit Gitarrist Carlo Karges bildete man die Hamburger Gruppe Mosaik, die sich bald in Novalis umbenannte. Nach dem Debütalbum 1973 verließ Wenzel die Band und Heino Schünzel übernahm den Gesangspart. Carlo Karges, der später bei Nena spielte, wurde durch Detlef Job ersetzt. 1976 kam als weiteres Mitglied der österreichische Sänger Fred Mühlböck hinzu.Auf ihrem ersten Album sang die Gruppe noch auf Englisch, 1975 wechselte man auf Vorschlag des neuen Produzenten, des früheren Rattles-Musikers Achim Reichel, zu deutschen Texten. Neben eigener Lyrik verwendete man unter anderem auch Gedichte des Namensgebers Novalis (Wunderschätze, Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren …).

Mit den Alben Sommerabend, Brandung und Vielleicht bist du ein Clown? und der unverwechselbaren, eindringlichen Stimme von Fred Mühlböck erreichte die Gruppe ihre größten Erfolge und erlangte auch internationale Beachtung (Quelle: wikipedia)

Und in der Tat: Das Album „Vielleicht bist du ein Clown“ hat seine magische Momente und braucht wahrlich keine Vergleiche mit „internationalen“ Acts zu scheuen; dies gilt zumindest für die instrumentalen Teile des Albums.

Produziert wurde das Album übrigens von Achim Reichel und der Text von „Die Welt wird alt und wieder jung“ stammt von dem deutschen Dichterfürsten Friedrich Schiller.

Der New Musical Express schrieb: „“Hammond-Töne von Keith Emerson, Gitarrenphrasen von Wishbone Ash und Sphärenklänge wie bei Yes“.

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Besetzung:
Hartwig Biereichel (drums)
Detlef Job (guitar)
Fred Mühlböck (vocals)
Lutz Rahn (organ)
Heino Schünzel (bass)

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Titel:
01. Der Geigenspieler (Job) 8.14
02. Zingaresca (Mühlböck) 5:12
03. Manchmal fällt der Regen (Mühlböck) 3.50
04. Vielleicht bist du ein Clown? (Rahn/Mühlböck) 6.22
05. City-Nord (Rahn) 6.07
06. Die Welt wird alt und wieder jung (Schiller/Mühlböck) 4.30

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Star-Club News Nr. 3 (März 1965)

Titel1Höchste Zeit den Star Club News wieder ein wenig Platz einzuräumen … war der Starclub in Hamburg doch das frühe Mekka der deutschen und internationalen Beatmusik in Deutschland, zumal mir erst neulich durch einen aufmerksamen Leser ein pralles Päckchen von raren Starclub Alben der Frühzeit ins Hau flatterte …

Der Star-Club war ein Musikclub im Hamburger Stadtteil St. Pauli, der am 13. April 1962 eröffnet und am 31. Dezember 1969 geschlossen wurde. Die Adresse war Große Freiheit 39. Bekannt wurde der Club vor allem durch die Auftritte der Beatles, aber auch anderer bekannter Künstler.

Vor der Gründung des Star-Clubs befand sich an dieser Adresse das von Manfred Weissleder betriebene Stern-Kino. Auf Vorschlag des Musikpromoters Horst Fascher wurde dieses zu einem Musikclub umgestaltet. Die Räume des Kinos einschließlich Eingang und Balkon wurden nur wenig umgebaut. Das Gebäude stand direkt neben dem Grundstück der barocken St.-Josephs-Kirche. Betrieben wurde der Star-Club vom Gründer Manfred Weissleder; Geschäftsführer war Hans Bunkenburg, danach Horst Fascher nach seiner Kellner-Tätigkeit. In den sieben Jahren seines Bestehens gastierten viele bekannte Größen der Rockmusik im Star-Club. Danach zog das Erotik-Nachtlokal Salambo ein. Das Gebäude, das nach einem Brand 1983 brachlag, wurde schließlich 1987 abgerissen …

Mehr Infos hier

Und bei dieser dritten Ausgabe (ertmals mit Farbtitelbild) standen erneut  die „Liverbirds“ im Rampenlicht, zierten sie doch das Titelbild.

Ansonsten bot das Heft Stories über

  • Fats Domino
  • Udo Jürgns (!)
  • Fats Hagen
  • King James
  • Alain Delon
  • Aus Wissenschaft und Technik

sowie diverse Info-Schnipsel über Star-Club Größen wie den Rattles, den Liverbirds oder den Rivets …

Eine ganz und gar großartige Zeitreise. ..

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“ … weil er die väerliche Drogerie übernehmen soll … „

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Das ist die Quintessence eines Essays, das sich mit Elvis Presley und Freddy Quinn beschäftigt

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Scjräer von Natalie Wood und nein, das war damals ein anderer Gerhard Schröder …

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Mehr Star-Club News:

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Tony Marshall – Schöne Maid (1972)

FrontCover1Musikalisch ganz sicher kein Höheounkt  in diesem blog, aber dennoch der Erwähnung wert:

Tony Marshall (* 3. Februar 1938 in Baden-Baden als Herbert Anton Bloeth) ist ein deutscher Schlagersänger.

Tony Marshall wurde 1938 als Herbert Anton Bloeth geboren; er änderte seinen Nachnamen vor der Geburt seines ersten Kindes in Hilger. 1965 bestand er sein Staatsexamen als Opernsänger an der Karlsruher Musikhochschule. Bekannt wurde er 1971 mit dem vom Erfolgskomponisten Jack White produzierten Lied Schöne Maid. Eigentlich wollte er das Lied nicht singen, darum hatte er sich vor der Aufnahme mit Chianti einen Schwips angetrunken. Er hoffte, Jack White würde ihn aus dem Studio werfen. Er hatte zunächst zugesagt, weil seine erste ambitionierte Platte ein Flop war, er aber für seine Familie das Geld brauchte. Die Platte, deren Melodie ursprünglich ein Traditional aus Tahiti ist (Nau Haka Taranga), wurde im selben Jahr mehr als eine Million Mal verkauft. Insgesamt verkaufte sich das Lied bis heute über drei Millionen Mal weltweit (in den USA und in Australien unter dem Titel Pretty Maid) und wurde mit sechs goldenen Schallplatten ausgezeichnet.

Tony Marshall1Fortan wurde Marshall zum „Fröhlichmacher der Nation“ und zählte zu den Top-Entertainern Deutschlands. Er ging weltweit auf Tourneen (Japan, Afrika, Kanada, USA, unter anderem). 1976 gewann er mit Der Star die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest; das Lied wurde aber kurz darauf disqualifiziert, weil die israelische Sängerin Nizza Thobi es schon vorher öffentlich gesungen hatte, was gegen die Wettbewerbsregeln verstieß.

2003 wurde der Tony-Marshall-Weg in Baden-Baden nach ihm benannt. 2004 feierte Tony Marshall sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. 2005 spielte der ausgebildete Opernsänger im Frankfurter Volkstheater die Rolle des Tevje im Musical Anatevka, 2008 die des Papageno in der Zauberflöte. Im selben Jahr wurde er wegen seines gleichnamigen Hits aus dem Jahr 1978 zum Ehrenbürger von Bora Bora ernannt,[3] nachdem er im Jahr 2007 mit dem Münchhausen-Preis der Stadt Bodenwerder ausgezeichnet worden war. Wie 2012 bekannt wurde, leidet Marshall unter einer Polyneuropathie, die zeitweise zu Lähmungserscheinungen in den Beinen führt. Im März 2012 musste er deswegen ein Konzert abbrechen. Entgegen der landläufigen Bezeichnung „Trinkerbein“ ist ein überhöhter Alkoholkonsum jedoch nur eine von zahlreichen möglichen Ursachen einer Polyneuropathie.

Anlässlich seines 80. Geburtstags ernannte ihn seine Geburts- und Heimatstadt Anfang 2018 zum Ehrenbürger.

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1962 heiratete er seine Freundin Gabi aus Kindertagen. Er ist Vater zweier Söhne, Marc Marshall (* 1963) und Pascal (* 1967), und einer Tochter, Stella (* 1979). Pascal und Marc standen schon im Kindesalter mit ihm auf der Bühne und sind heute beide erfolgreich im Musikgeschäft tätig, Marc auch als Teil des Duos Marshall & Alexander.

Mit seiner Tochter Stella, die seit ihrer Geburt an Infantiler Zerebralparese und Epilepsie leidet, gründete Tony Marshall im Dezember 1999 die „Tony-Marshall-Stiftung“, die sich neben anderen Projekten für Menschen mit Behinderung gezielt der Schaffung von behindertengerechten Wohn- und Arbeitsplätzen und dem Bau von Einrichtungen für die Behindertenhilfe annimmt. (Quelle: wikipedia)

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Tony Marshall mit Tochter Stella

Also: da haben wir einen gelernten Operbsänger, der dann später zur Rampensau mutierte und der dann später – ausgelöst durch die eigene Betroffenheit – sich den Lebensbedingungen behinderter Menschen annahm … das nenn ich ne Entwickling …

Zur Musik dieses Debütalbums äussere ich jetzt mal nicht, nicht dass ich noch die Voraussetzungen des § 185 StgB erfülle.

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Quelle: Stuttgarter Zeitung, 2012

Singles

Besetzung:
Tony Marshall (vocals)
+
unbekanntes Orchester

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Titel:
01. Komm gib mir deine Hand (White) 4.16
02. Zwischen heute und morgen (White/Jay) 3.16
03. Ich hol‘ dir vom Himmel die Sterne (White/Hein) 2.62
04. Wir bleiben noch auf (White/Heilburg) 2.07
05. Was der Wind erzählt (White/Jay) 2.57
06. Schöne Maid (White) 3.13
07. Junge, die Welt ist schön (White) 3.05
08. Majka (White/Weigel) 3.01
09. Hans im Glück (Zill/Weigel) 2.39
10. Mein Talisman mit btaunen Augen (Austin/Sapaugh/Loose) 2.23
11. Aus lauter Liebe zu dir (White/Hein) 3.04
12. Mein Elternhaus (White/Weigel) 3.24

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TonyMarshallStiftung

Sebastiano Gianni + Felix Schröder – Träumereien am Kamin (Ende der 50er Jahre)

FrontCover1Der gute alte Bertelsmann Schallplattenring möchte man nostalgisch gestimmt ausrufen.

Und ganz sicher hat diese Initiative der Bertelsmänner die musikalischen Ambitionen „der Deutschen“ in den 50er und 60er Jahren entscheidend geprägt.

Hier eine dieser kleinen Scheiben, die zwar im Single-Format daherkamen, die man aber dennoch als „Langspielplatte“ bezeichnete, die mit 45 U/min abzuspielen war.

Geboten wird durchaus anspruchsvolles, denn für die träumerein am Kamin bediente man sich Klassiker der romantischen Klassik und durch die sparsame Instrumentierung (Klavier und Violoncello) kommen diese Instrumente so richtig tragen … was insbesondere für das Violoncello gilt … so entstanden wirklich intensive Momente.

Warum allerdings auf der Rückseite die Sänger Rudolf Schock und Renate Holm abgebildet wurden, ist erstmal völlig unverständlich, denn beide haben mit dieser EP so gar nichts zu tun. Es sind schlicht und ergreifend Instrumentalaufnahmen.

Warnhinweis

Und wirklich nett und drollig lesen sich heute diese „Bedienungshinweise“ für den sachgerechten Gebrauch dieser „Langspielplatte …

Und wie so oft bei Schallplatten dieser Zeit fehlt auf dem Cover das Jahr der Veröffentlichung und auf die schnelle habe ich auch keine weiteren Informationen auftreiben können: Ich tippe also mal auf Ende der 50er Jahre …

Besetzung:
Sebastiano Gianni (violoncello)
Felix Schröder (piano)

BackCover1

Titel:
01. Träumerei (Schumann) 2.44
02. Ave Maria (Schubert) 3.02
03. Berceuse (Godard) 3.33
04. Wiegenlied (Brahms) 2.08

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