11 Freunde / Lorenz Pfeiffer und Henry Wahlig – Verlorene Helden (2014)

TitelEine bemerkenswerte Beilage, die die Macher das famosen Fußball-Magazins „11 Freunde“ ihrer Februar 2014 Ausgabe (Nr. 148) beigefügt haben.

Aus dem Vorwort dieser Beilage:
Als der 13 Jahre alte Leo Weinstein im Frühjahr 1934 zum Training der Nachwuchsmannschaft des SV Werder Bremen kam, erlebte er den Schock seines jungen Lebens. Der Trainer teilte dem schon seit fünf Jahren im Klub aktiven Jungen mit,dass er ab sofort nicht mehr mitspielen dürfe: weil er Jude sei.
Ausgrenzungen solcher Art erlebten in Deutschland ab dem Frühjahr 1933 tausende jüdische Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Funktionäre, Mäzene oder
einfache Mitglieder. Dabei hatten viele von ihnen sich in ihren Klubs über viele, hatten mitgeholfen, Deutsche Meisterschaften zu gewinnen, waren Nationalspieler oder sogar Gründungsmitglieder großer Vereine wie dem FC Bayern München, Eintracht Frankfurt oder dem 1. FC Nürnberg gewesen.
Die Vertreibung der Juden aus dem Sport ist die Geschichte eines großen Verlustes der jahrzehntelang fast vergessen gewesen ist. Das hat sich in den letzten
15 Jahren durch engagierte Forscher und Fan-Initiativen glücklicherweise allmählich geändert.

LeoWeinstein

Leo Weinstein (1921 – 2009)

Deshalb haben sich 11 FREUNDE und die Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes entschlossen, erstmals einen Überblick über die Lebensläufe von Juden im deutschen Fußball zu geben.
Die Sporthistoriker Professor Lorenz Peiffer und Henry Wahlig von der Universität Hannover haben auf Basis eigener Forschungen und dank der Vorarbeit und
Unterstützung vieler anderer Forscher die Biografien von 192 jüdischen Fußballern zusammengetragen, die Opfer der NS -Verfolgung waren. Diese Übersicht
jüdischer Protagonisten in den damals großen Vereinen kann und will nicht vollständig sein. Sie soll dazu anregen, weitere Nachforschungen anzustellen,
mit Zeitzeugen zu sprechen und dazu beizutragen, die jüdische Geschichte des deutschen Fußball fortzuschreiben.
Ermöglicht wurde die vorliegende Publikation durch die DFB -Kulturstiftung, eine Anzeige des Verlags »Die Werkstatt« sowie ein Preisgeld der Stiftung »Gegen Vergessen. Für Demokratie«, von der 11 FREUNDE für »die vorbildliche redaktionelle Arbeit« in Bezug auf Vergangenheitsaufarbeitung und Engagement gegen rechte Tendenzen im Fußball ausgezeichnet worden ist.

Diese Beilage fand eigentlich überall großen Beifall:

„Der DFB und die deutschen Fußballvereine haben erst spät damit begonnen, ihre nationalsozialistische Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Fußball-Magazin 11 Freunde hat nun 192 Lebensläufe jüdischer Fußballer und deren Verdrängung aus ihren Vereinen zusammengetragen.

Als Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische Okkupation des Fußballs ist der legendäre Josef „Sepp“ Herberger nicht gerade in Erinnerung geblieben. Bereits am 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei und erhielt dort die Partei-Mitgliedsnummer 2 208 548. Später kamen Mitgliedschaften in der deutschen Arbeitsfront, der NS-Volkswohlfahrt und dem Reichschutzbund hinzu. Ein ergebener Nazi war er deswegen wohl nicht. Vielmehr bemühte er sich als Assistent des Nationaltrainers Otto Nerz, den er nach dem Versagen der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen von 1936 ablöste, alles für den Aufbau einer funktionierenden Fußball-Elite zu tun. Dazu gehörten auch geschickte Abwehrkämpfe gegen verschiedene Gliederungen des NS-Apparats, die den Fußball gern für sich eingespannt hätten. Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), allen voran ihr opportunistischer Präsident Felix Linnemann, taten ohnehin das meiste dafür, dass der Fußball ein emsiges Rädchen im NS-Getriebe abgab.

Nach 1945 kam es dann darauf an, umfangreiche Entlastungserzählungen in Umlauf zu bringen. So heißt es, dass Herberger bis zu seinem Tod eine Freundschaft zum früheren Nationalspieler Gottfried Fuchs unterhielt. Dieser war neben Julius Hirsch einer von zwei jüdischen Sportlern, die je das Trikot des DFB übergestreift hatten. Als Herberger 1972 vorschlug, Fuchs zu den Olympischen Spielen nach München einladen zu lassen, stieß er jedoch auf Ablehnung. Beim DFB war man der Ansicht, „dass ein Präzedenzfall geschaffen würde, der auch für die Zukunft noch erhebliche Belastungen mit sich bringen könnte.“ Zu den DFB-Mannen, die derlei befürchteten, gehörten mehrere Funktionäre mit ambitionierter NS-Vergangenheit.

Fans des FC Bayern München würdigen ihren ehemalien (jüdischen) Präsidenten Kurt Landauer (2014)

Fans des FC Bayern München würdigen ihren ehemalien (jüdischen) Präsidenten Kurt Landauer (2014)

Die Aufarbeitung derselben durch den DFB musste noch einige Jahrzehnte warten. Eine verdienstvolle Recherche dazu hat nun die Fußballzeitschrift „11 Freunde“ in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung des DFB veröffentlicht. In einer Beilage des aktuellen Heftes rekonstruieren sie 192 Lebensläufe jüdischer Fußballer, die zunächst aus ihren Vereinen verdrängt und viele von ihnen und später in deutschen Konzentrationslagern umgebracht wurden. In der Einleitung skizzieren die Sporthistoriker Lorenz Pfeiffer und Henry Wahlig den systematischen Verlauf dieser tödlichen Ausgrenzung. Ein Beitrag im regulären Heft gibt aber auch Auskunft darüber, welch enormen Zulauf die Vertreibung der Juden aus den deutschen Vereinen der Makabi-Bewegung jüdischer Vereine brachte. Der DFB hat sich sehr lange schwergetan, sich aufklärerisch zu seiner Institutionengeschichte zu verhalten. Die Beilage von „11 Freunde“ verweist nicht nur auf die „verlorenen Helden“, sondern auch auf die noch immer große Forschungslücke zu den Verstrickungen des deutschen Sports in die NS-Verbrechen.“

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Dieser Text ist - angesichts der geplannten Fußball-WM in Katar (2022) der reinste Hohn.

Mittlerweile haben wohl viele Vereine damit angefangen, ihre Vereinsgeschichte auch im Hinblick auf die Geschehnisse im III. Reich aufzuarbeiten … lang´ genug hat´s ja gedauert … und eine Broschüre wie sie von der Redaktion 11 Freunde veröffentlicht wurde, ist einfach nur vorbildlich !

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Philipp Köster + Jens Kirschneck – 11 Freunde – 50 Jahre Bundesliga – Das Hörbuch (2013)

FrontCover1Mein Gott – da merkt man, dass man langsam alt wird … 50 Jahre Bundesliga und ich hab´ all diese Jahre miterlebt … mehr oder weniger intensiv !

Das Jubiläum war im Jahr 2013 und das famose Fußball-Magazin „11 Freunde“ haben das gefeiert, und wie !

Hamburg, 23. April 2013 – Am Donnerstag erscheint die Ausgabe 138 von 11FREUNDE mit dem Themenschwerpunkt „50 Jahre Bundesliga“ im Handel und versammelt auf 130 Seiten die bislang noch nicht erzählten Geschichten aus fünf Jahrzehnten Eliteklasse des deutschen Fußballs. In limitierter Stückzahl von 10.000 Exemplaren wird die Ausgabe in Bahnhofsbuchhandlungen auch mit beigelegtem Hörbuch „50 Jahre Bundesliga!“ zu einem Aufpreis von 1,50 Euro erhältlich sein. Die CD umfasst 13 Anspielpunkte, auf denen 11FREUNDE-Chefredakteur Philipp Köster und Chef vom Dienst Jens Kirschneck die skurrilsten Geschichten aus der Historie der Lieblingsliga zusammentragen, aber auch Protagonisten wie Walter Eschweiler, Ansgar Brinkmann oder Heribert Fassbinder kommen zu Wort. Alle Inhaber der 11FREUNDE-Dauerkarte bzw. Abonnenten des Magazins bekommen die Ausgabe inklusive Hörbuch ohne Aufpreis schon einen Tag vor Verkaufsstart am Kiosk per Post zugeschickt. (Pressemitteilung)

Und wenn in der gleichen Pressemitteilung dann über das Magazin 11 Freunde zu lesen ist …

Heft1„11FREUNDE, das Magazin für Fußballkultur, bereitet die schönste Nebensache der Welt anders auf: intelligent, vereinsunabhängig und aus der Perspektive der Fans. Monat für Monat liefert das Magazin eine ungewöhnliche Themenmischung in unkonventionellem und innovativem Schreibstil zusammen mit qualitativ hochwertigen Fotos und eigenem Look. Die verkaufte Auflage von 11FREUNDE liegt bei 74.444 Exemplaren (IVW I/2013)“ …

… dann kan man diesem Text nur beipflichten.  Und getreu dieser hohen Qualität des Magazins in der Sportberichterstattung ist auch dieses kleine Hörbuch (Gesamtdaur: ca. 66 Minuten) ein kleiner, feiner Juwel zu all den Publikationen, die zu diesem Jubiläum erschienen ist. Angefangen mit dser wunderbaren Satire „Was wäre, wenn Schalke 2001 Meister geworden wäre“ bis hin zu all den schrägen Vögeln, die die Bundesliga farbenfroher gemacht haben. Aber, was schreib ich hier … anhören !

Zum lesen gibt´s dann noch eine Beilage (48 Seiten) der Wochenzeitschrift „Das Parlament“ vom 01.07.2013, das sich ebenfalls mit dem Jubiläum beschäftigt. Herausgegeben wurde diese Schrift von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Und: weitere Dokumente aus 50 Jahren Bundesliga sind in Vorbereitung, denn die „schönste Nebensache der Welt“ kann mich auch heute noch ganz schön packen …
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Sprecher:
Philipp Köster
Jens Kirschneck
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desweiteren treten auf: Ansgar Brinkmann, Walter Erschweiler, Charly Neumann, Herbiert Fassbender u.v.m.

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Titel:
01. Was wäre wenn Schalke 2001 Meister geworden wäre 6.55
02. Schräge Vögel : Charly Neumann 2.43
03. Zeitzeichen 1963: Meidereicher SV 2.45
04. Ein Gefängnis für Breno 4.12
05. Im Puff erwischt: Hermann Lindemann 2.03
06. Schräge Vögel: Ansgar Brinkmann 3.18
07. Brinkmann über das Abstiegsdrama 98/99 3.58
08. Helden für einen Tag 5.24
09. Die Maskottchen der Liga 7.25
10. Walter Eschweiler über Schwalbenkönige 3.00
11. Skurille Trainerentlassungen 9.41
12. Herzensbrecher Dr. Mull 9.32
13. Heribert Fassbender über Günther Netzer 4.42

Texte: Philipp Köster + Jens Kirschneck
Interviews: Benjamin Kühlhoff

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11 – Freunde – Auf zum fünften Stern (WM 2018 Werbe-Sonderheft) (2018)

TitelDieses kleine Heft (36 Seiten) lag gestern ungefragt in meinem Briefkasten. Die Redaktion „11 Freunde“ lud zu einem kurzweiligen Trip durch die Welt der Fussball-WM ein.

Dieses kleine Heft zeigt dabei zum einen, dass es dieses „alternative“ Fussball-Magazin schon ganz schön weit gebracht hat, denn eine solche gewaltige Werbeaktion, das muss man sich schon leisten können.

Freilich, man hatte als prominenten Werbepartner die Firma Vodafone an seiner Seite … von daher wird man in diesem Heft mit Werbung von vodafone zugeschissen.

Aber dieses kleine Heft zeigt auch, dass die Rdaktion von „11 Freunde“ weiterhin sehr pfiffigen Sportjournalismus betreiben kann.

Kann man gut und gerne in Werbepausen oder sonstigem Überflüssigkeiten bei den Fernsehprogrammen durchblättern … Kurzweilige und gepflegte Untrhaltung ist angesagt.

Und nebenbei soll der Leser sich doch auch überlegen, ob er zukünftig nicht doch mal ein „11 Freunde“ Magazon käuflich erwirbt.

Und ob der Griff zum fünften Stern gelingt … nun ja, erscheint mir sehr fraglich, aber morgen abend so um 22.00 Uhr sind wir zumindest diesbezüglich ein bisschen schlauer.

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Mein Gott ! Die armen Fussball-Profis … das ist ja ein Martyrium !

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Noch immer ein Thema: Die WM 1966 in Egland – Mein Gott, was war ich damals als 11jähriger Knirpsfertig mit der Welt

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Die Verwandschaft drückt den Daumen

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Immer wieder beliebt: Die skurillsten Sprüche aus dem Mund von Fussballern …

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11 Freunde Special – Die wunderbare Welt der Amateure (2017)

TitelEine ganz und gar runde Angelegenheit, dieses Sonderheft der „11 Freunde“ Redaktion … so rund, wie halt nur ein Fußball sein kann.

Hier ein paar Zeilen aus dem Vorwort:

„Kreisliga ist nicht sexy, ihr fehlt der Eventcharakter.« Als Hans-Joachim Watzke diesen Satz vor zwei Jahren in einem Interview sagte, ging ein Aufschrei über die Sportplätze Deutschlands. Der BVB-Chef, so der Tenor, sitze da oben in seiner Loge und kanzele die Kleinen da unten ab! Dabei war die Aufregung gar nicht angebracht. Denn sexy ist die Kreisliga wirklich nicht. Genauso wenig wie die Verbands- oder die Landesliga. Und natürlich fehlt auch der Eventcharakter im unterklassigen Fußball. Nur zieht es die Leute gerade deshalb dort hin. Genau darum geht es. Um einen Fußball, der unperfekt und hässlich sein darf. Der ohne Helene Fischer und Videobeweis auskommt. Der bei Rot-Weiß Mülheim nach nasser Asche riecht und beim SV Bergedorf nach der grasbewachsenen Stehtribüne. Bei dem die Gäste im Vereinsheim von BW Berolina Mitte sagen: »Aber das hier, das is’ Familie«, was ein wenig kitschig klingt, aber eben auch voll okay ist. Einen Fußball, der Typen hervorbringt, die sogar in ihrem Größenwahn noch liebenswert sind. So wie der Malergeselle Günther Storbeck, der 1979 im Lotto gewann und davon träumte, mit seinem Kreisligaklub in die Bundesliga aufzusteigen. Die Realität: Pleite und Arbeitslosigkeit nach drei Jahren. Später blickte er trotzdem nie zurück im Zorn. Er sprach lieber von seinen alten Freunden, schwärmte von den Spielen in der Bezirksliga, und am Ende sagte er stets: »Ach, war doch ’ne geile Zeit!“

Und genau davon handelt dieses famose Heft: Von schrägen und skurrilen Typen, deren Leidenschaft halt das runde Leder ist … von schier unglaublichen Geschichten aus der wunderbaren Welt des Amateurfußballs.

Geschichten aus der Provinz, abseits des Millionengeschäfts …

Und es spricht für diese „alternative“ Fußballzeitschrift … dass sie mit Sonderheften wie diesem, dem Fußball in seiner ursprünglichen Form (die zweitwichtigste Nebensache der Welt !) wieder ein wenig Gehör verschafft.

Und nicht nur die Texte, auch all die Fotografien …  zeugen von der Liebe zu diesem Sport !

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Persönliche Erinnerung zum Thema Amateurfußball:

Irgendwann mal in den 70er Jahren gründeten wir – ein Haufen undogmatischer Linker -auch einen Fußballverein. Wir nannten uns „Lokomotive Hollerbusch“ (der Hollerbusch war ne Wiese in München-Harlaching und meldeten uns beim DFB ordnungsgemäß an.

Es folgte eine schriftliche Auseinandersetzung, da der Begriff „Lokomotive“ an Vereine wie „Lokomotive Leipzig“ erinnere und man von daher – seitens des DFB den Verdacht hatte, wir seien Kommunisten, die man daher nicht für den Spielbetrieb zulassen könne.

Einer aus unserer Schar studierte gerade Jura und konnte so mit wohlfeilen Worten, die Bonzen des DFB dazu bringen, uns für die passende C-Klasse zuzulassen.

Dort spielten wir dann eine Saison … dass wir dabei nicht sonderlich erfolgreich waren, lag nicht an mir … ich wurde eher selten aufgestellt *ggg*