Bayerisches Rundfunkorchester (Willy Mattes) – Warschauer Konzert (ca. 1958)

FrontCover1Eine spannende Entdeckung, dieses Werk des britischen Komponisten Richard Addinsell (* 13. Januar 1904 in London; † 14. November 1977 ebenda), hier dargeboten in einer Einspielung des Bayerischen Rundfunkorchesters unter der Leitung von Willy Mattes und damals (in einem Land vor unserer Zeit) vom „Bertelsmann Schallplattenring“ unters Volks gebracht.

Es zählt zu den bekanntesten Werke Addinsells und wurde für den Film Dangerous Moonlight (1941) komponiert, eine dem Stil Sergei Rachmaninows angenäherte Rhapsodie für Klavier und Orchester, die unter dem Namen Warsaw Concerto (Warschauer Konzert) Weltruhm erlangte.

Auf der Rückseite dieser „Hi Fi Langspielplatte“ (mit 45 U/m) ist dann dazu zu lesen:

„Es ist eine Komposition voll sattem Farbenglanz und reich zerklüfteter Seelenlandschaften, eine ungewöhnliche Elegie von jäh aufbrechender und dunkel glühender Leidenschaft, die dann plötzlich zurücksingt in eine bezaubernde Lyrik, die in reicher Nuancierung ungestillte Sehnsucht, süßen Schmerz und neue Hoffnung empfinden läßt“.

Da stellt man sich dann schon ein wenig die Frage: „Was hat denn der Autor dieser Zeilen frühmorgens für ein Kraut geraucht“ ?

Unabhängig davon: Es ist wirklich eine packende Komposition und von daher bin ich den Bertelsmännern doch recht dankbar, dass sie damals diese Single unters Volk gebracht haben … Und hier feiert sie ihre Auferstehung …

Richard Addinsell

Richard Addinsell

Noch ein Wort zu dem Dirigenten Willy Mattes:

Willy Mattes (* 4. Januar 1916 in Wien als Wilhelm Franz Josef Mattes; † 30. Juli 2002 in Salzburg) war ein österreichischer Komponist, Arrangeur und Dirigent, der sowohl bekannte Schlager, als auch zahlreiche Filmmusiken komponierte.

Nach Absolvierung der Matura 1935 und der Dirigentenklasse 1937 in Wien, ist Mattes bis 1939 Theaterkapellmeister in Oldenburg und Leipzig. Anschließend arbeitet er als Arrangeur und Komponist bei den Filmgesellschaften Ufa und Tobis, für die er seine ersten eigenständigen Filmmusiken schreibt.

Von 1944 bis 1951 ist Mattes als Dirigent bei Sveriges Radio in Stockholm tätig, anschließend beim Bayerischen Rundfunk in München und von 1964 bis 1974 beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Dort hat 1964 auch das von Mattes komponierte Konzertstück für Klavier und Orchester Swedish Rapsody seine Uraufführung, das 1966 in dem US-amerikanischen MGM-Film Madame X zu hören ist. In den Credits verbirgt er sich hinter dem Pseudonym Charles Wildman, das er gelegentlich bei internationalen Filmarbeiten benutzte. Von 1975 bis 1980 ist er Abteilungsleiter für U-Musik beim RIAS in Berlin. Ab 1981 ist er Gastdirigent beim Norddeutschen Rundfunk in Hannover.

Mattes war in erster Ehe mit der Schauspielerin und Tänzerin Margit Symo und in zweiter Ehe mit der ehemaligen Miss Germany und Miss Europa Christel Schaack verheiratet. Er ist der Vater der Schauspielerin Eva Mattes. (Quelle: wikipedia)

Und die Eva Mattes, nun ja, das ist ein anderes Kapitel bundesdeutscher Kulturgeschichte …

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Besetzung:
Christian Schmitz-Steinberg (piano)
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Das Bayerischer Rundfunkorchester unter der Leitung von Willy Mattes

 

WillyMattes

Titel:
01. Warschauer Konzert (Teil 1) 3.38
02. Warschauer Konzert (Teil 2) 4.31

Komposition: Richard Addinsell

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