Freya Klier – Matthias Domaschk und der Jenaer Widerstand (2007)

TitelFür mich haben Dokumentationen wie diese einen sehr hohen Stellenwert, sind sie doch Beiträge gegen das Vergessen.  Und wer ist nun Matthias Domaschk ?

Matthias Domaschk (* 12. Juni 1957 in Görlitz; † 12. April 1981 in Gera) war ein Vertreter der Bürgerrechtsbewegung der DDR und Stasiopfer.

Domaschk begann 1974 eine Ausbildung zum Feinmechaniker beim VEB Carl Zeiss Jena. Seit 1975 war er in der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte engagiert. 1976 beteiligte er sich an Protesten gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR, es kam zu ersten Verhören durch das MfS. 1977 organisierte er Hilfsaktionen (Briefe und Pakete) für verhaftete Jenaer Oppositionelle und fuhr mit seiner damaligen Lebensgefährtin Renate Groß nach Prag, wo beide der neu gegründeten Charta 77 in Prag über die Ereignisse in Jena berichteten. Die Reise wurde von staatlichen Organen als konspirative Tat wahrgenommen. Wegen seines politischen Engagements wurde er vom Abiturkurs exmatrikuliert, konnte jedoch seine Facharbeiterausbildung zu Ende bringen.

Danach leistete er bis 1979 Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee und arbeitete anschließend als Maschinist im Zentralinstitut für Mikrobiologie und experimentelle Therapie in Jena. 1980 nahm er an Treffen der Initiativgruppe für einen Sozialen Friedensdienst sowie an Ost-West Treffen zwischen ehemaligen Jenaern und Akteuren der Jungen Gemeinde in Polen teil. Mit seinem Jenaer Freund Peter Rösch besuchte er Danzig, wo Kontakte zur polnischen Solidarność hergestellt werden sollten. Ein Spitzel der Staatssicherheit berichtete am 23. März 1981 seinem Führungsoffizier Roland Mähler, Domaschk wolle den politisch zwangsexmatrikulierten Philosophiestudenten Siegfried Reiprich als „ideologischen Kopf“ einer Terrorgruppe nach dem Vorbild der italienischen Roten Brigaden gewinnen. Der Bericht war falsch.

Beispiel10Am 10. April 1981 war Domaschk mit Rösch unterwegs zu einer Geburtstagsfeier nach Ost-Berlin. Am gleichen Wochenende sollte hier der X. Parteitag der SED stattfinden. Auf Befehl des MfS wurden Domaschk und Rösch im Zug verhaftet und nach ersten Verhören in Jüterbog am nächsten Tag in die Untersuchungshaftanstalt des MfS nach Gera verbracht. Der Vorwurf: sie hätten Störaktionen während des Parteitages geplant.

In Gera schrieb Domaschk dann am 12. April nach stundenlangen Verhören eine handschriftliche Verpflichtungserklärung zur inoffiziellen Mitarbeit für das MfS. Kurz danach, vor seiner offiziellen Entlassung gegen 14 Uhr, kam er im Besucherraum der MfS-Untersuchungshaftanstalt unter ungeklärten Umständen ums Leben. Die Angaben zur Todeszeit variieren in den MfS-Akten um 15 Minuten. Laut offizieller Version des MfS beging Domaschk Suizid. Das wird von Freunden bis heute stark bezweifelt.
Wirkungsgeschichte

Die Nachricht von Domaschks Tod sprach sich wie ein Lauffeuer in den oppositionellen Kreisen in Jena herum und gelangte in andere Städte der DDR.  Obwohl es die Staatssicherheit zu verhindern suchte, kamen zu Matthias Domaschks Beerdigung am 16. April 1981 mehr als hundert Freunde zum Friedhof (die Stasi zählt 107 Trauergäste).

Die Zahl der Ausreiseanträge in Jena stieg nach dem Tod von Matthias Domaschk rapide an.

Domaschks Freunde Roland Jahn, Petra Falkenberg und Manfred Hildebrandt machten zu seinem ersten Todestag mit einer Trauerannonce, die sie zudem heimlich an gut frequentierten Orten im Stadtgebiet anbrachten, auf seinen ungeklärten Tod aufmerksam.

Eine Gedenk-Plastik, die der Jenaer Bildhauer Michael Blumhagen Ostern 1982 auf dem Johannisfriedhof aufstellte, wurde vier Tage später von einem Einsatzkommando im Auftrag der Staatssicherheit gestohlen. Roland Jahn fotografierte den Abtransport.

Die Frage, ob Domaschk wirklich Suizid beging, einem Unfall zum Opfer fiel oder aber ermordet wurde, konnte bis heute nicht zweifelsfrei geklärt werden, weil die verantwortlichen MfS-Offiziere nach wie vor schweigen oder ihrerseits von der „Domaschk-Lüge“ sprechen. Im November 2000 kam es zum letzten Prozess, bei dem sein Freund Peter Rösch als Zeuge aussagte. Die Anklage der Freiheitsberaubung wurde nach DDR-Polizeigesetz verhandelt, da aus den vorhandenen Indizien, die gegen Suizid sprachen, weder eine von außen Grabstätteherbeigeführte Todesfolge noch eine eindeutige Rechtsbeugung nachgewiesen werden könne, so die damals zuständige Staatsanwaltschaft Gera. Sie hat deshalb die Strafanzeige der Freiheitsberaubung mit Todesfolge abgewiesen. Die MfS-Offiziere wurden zu geringen Tagessätzen wegen Freiheitsberaubung verurteilt. Für die Hinterbliebenen und Freunde steht fest, dass das MfS für den Tod Domaschks verantwortlich ist.

In Jenaer Stadtteil Lobeda-West ist eine Straße nach Matthias Domaschk benannt. An seinem 30. Todestag wurde auf dem Jenaer Nordfriedhof im Urnenhain IIIa ein Ehrengrab eingeweiht.

Zwei aus der DDR-Opposition hervorgegangene Archive, die sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur verschrieben haben, tragen seinen Namen: das Matthias-Domaschk-Archiv in der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. in Berlin und das Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“, e. V. in Jena. (Quelle: wikipedia)

Freya Klier hat in dieser bemerkenswerten Dokumentation nicht nur die Lebensstationen von Matthias-Domaschk nachgezeichnet, sondern sie darüber hinaus in die sehr aktive Widerstandsbewegung in Jena eingebettet. Dabei hat sie für mich historisch völlig korrekt bereits auf die ersten Wurzeln dieses Widerstands in den 60er Jahren hingewiesen: Der eher leise Protest gegen die Verdammung der „Beatmusik“ (freilich – siehe 17. Juni – gab es natürlich schon in den 50er Jahren Proteste gegen diese Form des „Sozialismus“).

Und sie begleitet nicht nur den Lebensweg von Matthias-Domaschk, sondern auch von wichtigen Weggefährten von ihm wie Peter Rösch (der ist heute Restaurator im Technikmuseum Berlin) und Roland Jahn (und der ist heute „Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)“). Und natürlich ist auch die Rede von der Autorin Doris Liebermann und erst recht von seiner Partnerin Renate Groß (mit der ein Kind, Tochter Julia hatte).

Und beim mehrfachem Lesen dieser Dokumentation wurde mir ein ums andere Mal meine Kehle sehr trocken … angesichts diese Tragödie … da halte ich inne … da muss ich inne halten …

Und auch bei dieser Dokumentation ein paar Illustrationen aus dem Buch (146 Seiten):

Beispiel01

Matthias Domaschk (2.v.r.) während seiner Konfirmation, 1972

Matthias Domaschk (2.v.r.) während seiner Konfirmation, 1972

Beispiel03

X. Weltfestspiele der DDR - FDJ-Aufmarsch in Ostberlin, 1973

X. Weltfestspiele der DDR – FDJ-Aufmarsch in Ostberlin, 1973

Renate Groß und Matthias Domaschk am 2. Mai 1976 mit Freunden auf dem Jenaer Altmarkt

Renate Groß und Matthias Domaschk am 2. Mai 1976 mit Freunden auf dem Jenaer Altmarkt

Matthias Domaschk und Renate Groß

Matthias Domaschk und Renate Groß

Matthias Domaschk mit seiner Tochter Julia, Februar 1977

Matthias Domaschk mit seiner Tochter Julia, Februar 1977

Beispiel07

 

Julia Elmenreich (23) und Peter Rösch (47) 20 Jahre später am Grab von Matthias Domaschk (2001)

Julia Elmenreich (23) und Peter Rösch (47) 20 Jahre später am Grab von Matthias Domaschk (2001)

Die Autorin, Freya Klier war ebenfalls Teil der Widerstandsbewegung in der DDR (und ihr Lebenslauf ist nicht minder bewegend) … und auch wenn sie sich im Bundestagswahlkampf 2009 für Angela Merkel engagierte (was ihr bei mir keine Sympathiepunkte einbrachte) … hat mit dieser Dokumentation einen wirklich bedeutsamen Beitrag zur Widerstandsbewegung in der DDR erstellt.

Ich habe dieser Präsentation noch drei kleine Ergänzungen beigelegt:

  • Ein Tod in der DDR (taz 2006)
  • Peter Rösch im Interview (Thüringer Allgemeine 2011)
  • Prozess gegen ehemalige MfS-Mitarbeiter der Bezirksverwaltung Gera (ein Beitrag der Robert Havelmann-Stiftung e.V. zur juristischen Aufarbeitung des Todesfalles von Matthias Domaschk)

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Die Autorin Freya Klier mit ihrem Buch

Die Autorin Freya Klier mit ihrem Buch

Franz Lehár – Querschnitte aus den Operetten „Das Land des Lächelns“ + „Die lustige Witwe“ (1956)

FrontCover1Ja, ja, der Franz Lehár … und seine Operetten … diverse Veröffentlichungen seiner Melodien durften natürlich in den 50er Jahren nach der Nazi-Barberei nicht fehlen.

Den Werdegang von Franz Lehár kann man online ausführlich recherchieren … mich hat dieser Auszug aus wikipedia wieder mal besonders beschäftigt/bewegt:

„Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland hatte auch für Lehár große Auswirkungen, da er „sich ausnahmslos jüdischer Textbuchverfasser bei seinen Operetten bedient: Leo Stein, Bela Jenbach, Bodanzky, Reichert, Julius Bauer, Julius Brammer, Alfred Grünwald, Herzer, Löhner-Beda, Marton, Willner“ und „in Wien ausschließlich in jüdischen Kreisen“ verkehre. Einen Ariernachweis hatte Lehár für sich und seine Frau mit dem Hinweis, sie seien beide katholisch, nie erbracht.Er war aber wegen seiner jüdischen Gattin Sophie (geborene Paschkis) angreifbar und erhielt nur wegen Hitlers besonderem Interesse eine Sondergenehmigung zur Berufsausübung. Die anfänglichen Anfeindungen gegen ihn und sein Werk, die vor allem vom Amt Rosenberg ausgingen, verstummten dank der Interventionen von Goebbels, und seine Operetten wurden dann wieder auf den Spielplänen der deutschen Theater geduldet.

1938 wurde Lehárs Frau zur „Ehrenarierin“ erklärt. Im selben Jahr denunzierte Lehár den jüdischen Rechtsanwalt Eitelberg bei dem Staatsrat und SS-Sturmbannführer Hans Hinkel, der Lehárs Gönner im Reichspropagandaministerium war. Von Hinkel erhält er noch Anfang Januar 1945 einen herzlichen Heil-Hitler!-Neujahrsgruß. Am 12. Januar 1939 und am 30. April 1940 empfing Lehár in Berlin beziehungsweise Wien Auszeichnungen aus Hitlers Hand, darunter eine Goethemedaille. Zu Hitlers Geburtstag 1938 schenkte Lehár seinem berühmten Verehrer ein in rotes Maroquin-Leder gebundenes Bändchen zur Erinnerung an die 50. Aufführung der Lustigen Witwe. 1941 stellte er sich für Propagandakonzerte im besetzten Paris zur Verfügung. Ende 1942 weilte er in Budapest, um die Aufführung seiner alten Zigeunerliebe vorzubereiten – in einer wohlweislich vollständig „arisierten“ Textfassung. Gleichwohl wurde einmal versucht, Lehárs Gattin zu deportieren.

Löhner-Beda

Lehárs Freund, der Librettist Fritz Löhner-Beda, wurde am 4. Dezember 1942 im KZ Auschwitz ermordet. Zwar findet sich in der Literatur die Behauptung, Lehár habe sich erfolglos um die Freilassung Löhners durch eine persönliche Vorsprache bei Hitler bemüht, aber hierfür gibt es bislang keine Belege. Jüngere Recherchen ergaben im Gegenteil, dass Lehár nichts unternahm und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beteuerte, von nichts gewusst zu haben.“

Und wenn ich solche Zeilen lese … wird mir nicht nur speiübel, sondern ich verliere jede Lust, auf diese EP näher einzugehen … sorry !

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Besetzung:

„Das Land des Lächelns“:
Peter Anders – Dipperle Trude – Willy Hoffman – Anneliese Rothenberger
+
Großes Operttenorchester unter der Leitung von Franz Marszalek

„Die lustige Witwe“:
Valerie Bak – Hoffmann Willy – Walter Ludwig –  Elfriede Trötschel
+
Chor der Bayerischen Staatsoper
+
Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Edmund Nick

FranzLehár

Franz Lehár

Titel:
01. Querschnitt durch die Operette „Das Land des Lächelns“ (Lehár/Herzer/Löhner-Beda) 15.42
02. Querschnitt durch die Operette „Die lustige Witwe“ (Lehár/Léon/Stein) 15.42

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Wieder lieferbar: Deutsches High-Fidelty Institut e.V. – Die djfi Schallplatte 1 – Eine Einführung in die Hi-Fi-Stereophonie (Neufassung) (1972)

Wie gewünscht, nun wieder lieferbar (click on the pic)

Wieder lieferbar

Wer sich über einen Beitrag, der nicht mehr lieferbar ist, dennoch gerne nochmals informieren möchte, schreibe bitte an:

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

Ich werde dann natürlich versuchen, solche Wünsche zeitnah zu erledigen, okay ?

Auch weitere (Musik) Wünsche kann man mir gerne mitteilen; ich schau dann, was sich machen lässt.

Guido Manacorda – Italienische Madonnen des Quattrocento (1942)

TitelMan glaubt es kaum, oder … das muss man sich auf der Zunge vergehen lassen: Fast ganz Europa liegt aufgrund des II. Weltkriefes in Schutt und Asche und da gibt der Berliner „Woldemar Klein Verlag“ in seiner Serie „Die silbernen Bü cher“, einBuch mit dem Titel „Italienische Madonnen des Quattrocento“ (16 Seiten mit 6 Abbildungen + 10 Farbtafeln).

Und präsentiert dann in diesem Büchlein diverse Modonnenabbildung des 14. Jahrhunderts in einem hochwertigen Farbdruck ? Damals … wo es mirt der Versorgung der Menschen schon kanpp wurde … damals … man glaubt es kaum.

Mir liegt die sog. „zweite, veränderte Auflage“ vor.

Nun, dieses Woldemar Klein muss ein begeisterter Kunstfreak gewesen sein.

Woldemar Klein betrieb bereits in München, anschließend seit 1934 in Berlin einen Verlag, in dem er vornehmlich russische Literatur und später zunehmend Kunstbücher und Kunstpostkarten herausbrachte. 1943 siedelte er aus dem zerbombten Berlin nach Baden-Baden auf die Leisberghöhe über. Geboren wurde Klein am 7. Mai 1892 ins Sankt Petersburg, er war verheiratet mit Ruth Klein (geb. Thierfelder). Er studierte an der Technischen Hochschule Karlsruhe, wo er als Dipl. Ing abschloss und deren Ehrenbürger er 1960 wurde. Klein wurde 1955 Mitglied des P.E.N.-Zentrums. Nach Kleins Tod 1962 führte seine Witwe Ruth, eine Autorin, den Buchverlag weiter und kooperierte seit Mitte der 1970er Jahre mit dem Aachener Verlag von Rudolf Georgi, der daraufhin als Verlag Woldemar Klein/Dr. Rudolf Georgi firmierte. (Quelle: wikipedia)

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Links die Erstausgabe der Zeitschrift „Das Kunstwerk“, 1946

Beim Betrachten all dieser Madonnen-Bilder kam mir in den Sinn, warum in Teufels Namen wurde und wird wohl noch, dieser Madonnenkult insbesondere in der katholischen Kirche betrieben ?

Nun, da dachte ich an diesen köstlich-kuriosen Jungfrauenmythos und dann natürlich auch an jenes Bild der Frau, wie sie die katholische Kirche jahrhundetelang nur zu gerne zelebrierte.

Kleines Beispiel gefällig ?

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Quelle: gottliebtuns.com)

Nun gut, unter diesem Aspekt kann einer wie ich all diesen MMadonnen-Abbildungen so gar nichts mehr abgewinnen (natürlich sind die künstlerischen Fertigkeiten der Maler unbestritten !).

Über den Autor gibt es auch ein wenig zu berichten:

Guido Manacorda: italienischer Germanist, * 5. 6. 1879 Acqui Terme,  25. 2. 1965 Florenz; gilt als Verfasser bedeutender Beiträge über die Verbreitung der deutschen Kultur in Italien.

Aber auch das gehört dazu:

Er war Kopf der  katholisch-faschistischen Intellektuellengruppe um den Germanisten Guido Manacorda: diese spielte dank großer Nähe zu Mussolini im Regime in Bildung, Propaganda und Wissenschaft eine gewichtige Rolle. Diplomatiegeschichtlich kommt Manacorda 1935/37 das zweifelhafte Verdienst zu, als Vermittler des „Duce“ in mehreren Audienzen bei Hitler die Annäherung Italiens an das „Dritte Reich“ vorbereitet zu haben.

Was bin ich froh, dass dieses Buch nun meinen Haushalt verlassen wird !

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Da wird aber das Leben der edlen Gesellschaft geschildert … 

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Aha … also mir fehlt das diese Begeisterung …

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Warum schaut denn diese eine Madonna rechts so griesgrämig ?

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Die Rückseite des Buches

 

In eigener Sache …

Mich erreichen momentan sehr viele Wünsche nach den sog. „Wiederveröffentlichungen“ … auch etliche mails haben mich erreicht.

Sämtliche Wiederveröffentlichungswünsche werden erledigt, und auch all die mails werden beantwortet … da dauert momentan nur ein wenig …

Ich bitte um Verständnis !

Karl May – Winnetou – Folge 6 – (Auf Leben und Tod) (Hörspiel) (1963)

FrontCover1Also … vor ein paar ‚Wochen  war ich mal ein wenig länger im Keller (da war es ein wenig kühler) und ich habe versucht, dem Prinzip Ordnung ein wenig Gehör zu verschaffen. Ob das ne gute Idee  war, ich weiß es nicht. Der Keller ist aufgräumter, mein Arbeitszimmer ein wenig voller … denn so etliche „Schmuckstücke“ meines persönlichen Werdegangs durften mal wieder ans Tageslicht.

Darunter diese 6teilige EP-Serie „Winnetou“ aus dem Jahr 1965. Diese Serie war ein Glanzstück meiner Kindheit im Jahre 1965, und klar, dass Winnetour-Fieber hatte sich längst bei uns ausgebreitet und auch mich erfasst.

Aber nicht nur ich war und bin begeistert:

Klasseklasseklasse! Unter Offenbachs Regie entstand eine wunderbare Winnetou-Adoption (die einen Teil des Buches „Winnetou I“ beinhaltet). Winnetou und Sam Hawkens sind vorbildlich gesprochen und Erik Brädt setzt ein Glanzlich als unübertroffen fieser Tangua, dem man einfach nur die Pest an den Hals wünscht. (Das Fehlen der ersten Single der Philips-Aufnahme macht sich hier zum Glück nicht störend bemerkbar – bei der Fass-Produktion von „Der Schatz im Silbersee“ sieht das leider anders aus.) (Cartman)

Die Hörspielfassung verrät den professionellen Dramaturgen: Uwe Storjohann hat die Marterung Rattlers (unglaublich intensiv: Reinhard Brox) vor den alles entscheidenen Kampf zwischen Intsch-tschuna und Old Shatterhand vorgezogen, sodaß der Spannungsbogen bis zum Ende erhalten bleibt. Bedauerlich bleibt allein, daß in der gekürzten LP-Version neben der 1.Single-Folge ‚Der Grizzly und das Greenhorn‘ auch die Pueblo-Szenen mit Nscho-tschi und Old Shatterhand (Single-Folge 5, Seite 1) unter den Schneidetisch fielen.

Jenseits der unterhaltenen Abenteuer-Aspekte nimmt diese vorzügliche Fassung die Thematiken von Recht und Unrecht, Töten und Getötetwerden, von Liebe und Hass reclativ ernst, und so ist etwa auch Offenbachs Hawkens ein mitunter nachdenklicher Charakter mit mehr Tiefe als die doch etwas schablonenhafte Figur bei May vorgibt.
Diesem frommen Wunsch wurde bisher nicht entsprochen … dafür gibt es hier aber alle Original-Single Aufnahmen (bei der o.g. besprochenen LP Ausgabe – die mir nicht bekannt ist), fehlen wohl einige Teile (wie z.B. die 1. Folge).Mit anderen Worten: Der ‚Winnetou‘-Klassiker schlechthin – und bislang unerreicht: also eigentlich 6 Punkte wert. Es wäre mehr als wünschenswert, daß die Gesamtaufnahme aller 6 Singlefolgen nochmals als CD wiederveröffentlicht würde. (thoschw)

Regie führte ein gewisser Joseph Offenbach (der auch die Rolle des kauzigen Sam Hawkins mübernommen hat) … Experten unter uns werden ihn noch kennen, als den Vati Kurt Scholz bei der großartigen TV-Serie „Die Unverbesserlichen“.

Mich überzeugen diese Aufnahmen heute noch … ganz sicher werden aber viele diese Aufnahmen eher als antiquiert betrachten … aber wenn man mit glühenden Backen – damals … long time ago … gehört hat, dann ist das halt einfach so.

Wohlan .. .hier nun die sechste und letzte Folge und nun beginnt das dramatische Finale … Pathis der feinsten Art inklusive … Musste halt so sein …

Unabhängig von dem ganzen Winnetou Hokuspokus jener Jahre … diese EP Serie zeigt auf sehr eindrucksvolle Weise … welche Werte dem Karl May wohl schon sehr bedeutsam waren: Gerechtigkeit, Verständigung der Völker, Solidarität, Freundschaft und Zutrauen …

Werte, die mich – wenn ich es recht besehe -mein ganzen Leben begleitet haben …. von daher sind meine erste Begegnungen mit diesenSWerten via Karl May gar nicht hoch genug zu bewerten.

Und Old Shatterhand bediente sich einer Liste, um sich und seine Freunde zu retten …  *ggg*

AlleFolgen

Alle Folgen dieser EP-Serie

Besetzung:
Jörg Behringer (Howard)
Volker Brandt (Old Shatterhand)
Erik Brädt (Tangua)
Charles Brauer (Winnetou)
Reinhard Brox (Rattler)
Rudolf Dobersch (Klekih-petra)
Benno Gellenbeck (Intschu tschuna)
Gisela Greßmann (Nscho-tschi)
Heinz-Horst Hofmann (Will Parker)
Immo Kroneberg (Dick Stone)
Joseph Offenbach (Sam Hawkens)
Mariette Termer (Alte Squaw)
Karlheinz Wüpper (Bancroft)
+
andere Mitglieder der Hamburger Bühnen
+
Geräuscheffekte: Willy Wany

Regie: Joseph Offenbach

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Titel:
01. Auf Leben und Tod (Teil 1) 6.55
02. Auf Leben und Tod (Teil 2) 6.21

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Kleine Korrektur: bei all den bisherigen Ausgabe habe ich das Jahr 1965 als Aufnahme- und Erscheinungsjahr angegeben, da habe ich mich geirrt; die richtige Jahreszahl lautet 1963, wenn ich mich nicht irre … kicher