Alexis Korner – Live im DDR Fernsehen (1980)

FrontCover1Weil ich ja gerade beim Blues war: Gleich noch einen Beitrag über einen Musiker, der hier eigentlich gar nichts verloren hat: Alexis Korner. Aber nachdem es sich hier um einen vermutlich arg raren Mitschnitt aus dem DDR Fernsehen handelt, passt dieses tape doch wieder hier herein.

In den Achtzier Jahre stand ich im regen Kontakt mit all diesen irren Sammlern, der ich auch war (und bin). Und so kam es, dass wir tapes tauschten und dieses tape habe ich dann irgendwann mal von irgendwem zugesandt bekommen. Verwunderlich, dass über diesen Auftritt im Internet so gut wie nichts zu finden ist … Eine Petra M. glaubt sich in tv.foren.de daran zu erinnern dass er entweder in der Sendung „11-00“ oder auch in „Rund“ aufgetreten sei. Das war´s dann auch schon.

Imso erfreulicher, dass dieser Mitschnitt noch erhalten geblieben ist und das — obwohl in Mono – in recht guter Qualität.

Alexis Korner führt durch das Programm – und das durchgehend in deutsch … und zu Beginn sagt er dann:

„Es ist wirklich sehr schön, hier zu sein. Endlich muss sowas klappen. Man versucht, man versucht es … endlich.“ (Beifall Publikum)

Und dann folgt eine Parade-Auftritt von Alexis Korner (leider ohne seinen damaligen Bassisten Colin Hodgkinson). Und es mag ja immer wieder kolportiert werden, dass Alexis Korner ein schlechter Gitarrist war. Klar, ein virtuoser Eric Clapton war er nie, aber seine Art, die Bluesgitarre zu spielen – mit all diesen sperrigen Ecken und Kanten – war schon auch mehr als bemerkenswert ein einmalig.

Von daher: eine Perle für all die Freunde jenes Mannes, der entscheidenden Anteil daran hatte, dass der „British Blues“ so überzeugend Fuß fassen konnte … damals 1962/63 … der Rest ist Geschichte.

Auf der A-Seite der MC ist dann noch ein Konzert (Radiomittschnitt) von ihm im Audimax, Hamburg … denn gibt´s vielleicht mal irgenwann in einem internationen blog  … so haben dann alle was von diesem rarem tape.

Label

Besetzung:
Alexis Korner (guitar, vocals, piano bei 05. + 06.)

TitellisteTitel:
01. Roberta (Ledbetter) 4.33
02. Precious Lord (Traditional) 5.12
03. Rock Me Baby (Broonzy) 6.38
04. Big Mama Blues (Traditional)
05. Honey Drippin´(Turner) 5.50
06. How Long, How Long Blues (Carr) 3.05
07. Robert Johnson (Korner/Edwards) 10.38
08. Mighty Mighty Spade (Mayfield) 7.03

Tape1
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Verschiedene Interpreten – Juwelen des Barock (80er Jahre)

FrontCover1Einerseits nur ein Billig-Sampler mit „Juwelen der Barockmusik“:

Barockmusik, auch bezeichnet als Generalbasszeitalter, ist eine Periode in der abendländischen Kunstmusik, die sich an die Renaissancemusik anschließt und sich vom Beginn des 17. bis etwa zur Mitte des 18. Jahrhunderts erstreckt. Sie zählt heute zur Alten Musik.

Der Beginn des musikalischen Barocks wird durch die Einführung des Generalbasses in den Kompositionen Claudio Monteverdis markiert. Die Verwendung des durchgehenden Generalbasses kennzeichnet die Barockmusik sowie die Musik der nachfolgenden Übergangszeit, des Rokoko. Eine mögliche weitere Unterteilung, die jedoch nur als ungefähr betrachtet werden kann, ist:

Frühbarock (etwa 1600 bis 1650), unter italienischer Dominanz;
Hochbarock (etwa 1650 bis 1710), mit bedeutenden französischen Einflüssen;
Spätbarock (etwa 1710 bis 1750), mit Tendenz zur Vereinigung regionaler Stile.

Häufig werden Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel als Vollender des musikalischen Barocks betrachtet. Bei den Bachsöhnen und ihrem Umkreis etablierte sich bereits ab den 1730er-Jahren der so genannte empfindsame Stil, der über die Vorklassik der Mannheimer Schule zur Wiener Klassik mit Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart führte.

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Schon damals gab´s langhaarige Musiker … 

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufkommende Merkmale, die als Beginn eines neuen Musikzeitalters betrachtet werden können, sind außer dem Generalbass die Monodie (Sologesang oder -instrumentalstimme mit Begleitung) und die neu entstandenen Gattungen Oper sowie später Instrumentalkonzert und Oratorium. (Quelle: wikipedia)

Wie gesagt: Einerseits nur ein billiger Sampler, andererseits zum einen eine prachtvolle Einführung in diese Musikgattung und dann andererseits (und da freut sich der Archivar) eher seltene Aufnahmen aus den Jahren 1964 – 1975.

Man lasse sich von dieser Musik betören ….

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Besetzung:
Bachorchester des Gewandhausorchesters Leipzig unter der Leitung von Helmut Koch (01. – 03.)
Die Wiener Solisten unter der Leitung von Wolfrid Boettcher (04.)
Zagreber Solisten unter der Leitung von Antonio Janigro
Züricher Kammerorchester unter der Leitung von Edmond de Stoutz (05. – 07., 09., 10. – 14.)

BookletA

Titel:

Johann Sebastian Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 2 (1966):
01. 1. Satz 5.36
02. 2. Satz 4.03
03. 2. Satz 2.57

Georg Philipp Telemann (1964):
04. Konzert a-moll für Altblockflöte in F 16.03

Georg Friedrich Händel: Concerto grosso D-dur op. 6 Nr. 5 (1965):
05. 1. Satz 2.27
06. 2. Satz 2.21
07. 3. Satz 2.51

Antonio Vivaldi (1975):
08. Die vier Jahreszeiten: 1. Der Frühling 9.26

Henry Purcell (1965):
09. Chaconne g-moll für 3 Violinen und Baß 7.42

Jean Philippe Ramaeu: Suite für Streichorchester (1968):
10. 1. Satz 2.36
11. 2. Satz 2.36
12. 3. Satz 3.46
13. 4. Satz 1.31
14. 5. Satz 2.30

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Die damals üblichen „Verbraucherinformationen“ zum neuen Medium  CD

James Last – James Last spielt Bach (1987)

FrontCover1James Last hat vermutlich keine musikalische Gattung in seinem langen Leben als Musiker ausgelassen. Und vor dieser LP hat er schon diverse „Classix“ Alben aufgenommen. Hier widmet er das ganze Album dem großen Johann Sebastian Bach und da kann man schon mal ins schwärmen kommen:

Von einer „besten“ Platte zu sprechen ist natürlich auch irgendwo Geschmackssache, was für Musik man selbst besonders liebt…aus musikalischer Sicht ist es aber meiner Meinung nach zumindest eine Platte, die zu den Top Ten der James-Last-Alben auf jeden Fall gehört, auch wenn sie nicht sehr erfolgreich gewesen sein soll, von den Verkaufszahlen her gesehen…

Bach eigent sich hervorragend, ihn in einen moderneren Sound zu bringen….viele haben dies gemacht und versucht, mal schlecht, mal weniger schlecht…..James Last ist dies mit dieser Platte bis zur Perfektion gelungen.

Es sind einige wunderschöne Präludien und Fugen aus dem „Wohltemperierten Klavier Teil I“ die der Meister sich hier vorgenommen hatte. Manchem mögen sich die komplexen Klangarchitekturen Bach’s nicht gleich ins Ohr drehen…aber je öfter man diese Platte hört…je mehr kann man sich der Faszination Bach’s kaum entziehen…
Es sind ja wohlgemerkt eigentlich reine Klavierstücke, zum Teil gewaltig anspruchsvoll, die dem Pianisten absolutes Können abverlangen, da in teilweise Tonarten mit 6 oder 7 Vorzeichen geschrieben.
James Last gelingt es hier geradezu genial, Bach’s Fugenthemen auseinanderzunehmen und instrumental so zu besetzen, daß eine Transparenz da ist in einem bis dato noch nie dagewesenen Sound oder entsprechender Interpretation. Eine audiophile akustische Meisterleistung!

JamesLast
Es ist natürlich keine Musik zum so Nebenher-Dahindudeln….man muß sich die Zeit nehmen und sich auf diese besondere Scheibe einlassen…dann ist ein Genuss eigentlich vorprogrammiert und die Platte könnte zudem noch einen positiven Nebeneffekt mit sich bringen: Nämlich als eine Art „Schlüssel“ zu fungieren, um neugierig zu werden auf weitere Musik von Bach, für Leute, die sich sonst damit schwertun…

Als Musiker bin ich schwer begeistert von dieser Produktion. Schade, das es bei dieser einen Platte blieb und es keine Fortsetzung von einer Art „Bach II“ gab… (eilertmusic)

Und beim „Praeludium VI“ lässt er so richtig krachen … ! Superb !

PlaysBach

Erschien auch unter dem Titel „James Last Plays Bach“

Besetzung:
James Last und sein Orchester

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Titel:
01. Praeludium II 3.05
02. Praeludium VIII 5.12
03. Fuga II 2.36
04. Praeludium I 5.54
05. Fuga VII 2.14
06. Praeludium VI 3.15
07. Fuga VIII 4.05
08. Fuga IV 4.01
09. Praeludium V 2.36
10. Fuga XII 5.09
11. Praeludium XV 3.11
12. Fuga XIX 2.57

Musik: Johann Sebastian Bach

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Bert Kaempfert And His Orchestra – Dancing In Wonderland (1961)

OriginalFrontCover1Und wieder mal so ein Beitrag aus der Rubrik „den müsste ich ja auch endlich mal vorstellen“ und diesmal trifft es den begnadeten Schmeichler Bert Kaempfert:

Bert Kaempfert (* 16. Oktober 1923 in Hamburg, eigentlich Berthold Heinrich Kämpfert; † 21. Juni 1980 in Llucmajor, Mallorca) war ein deutscher Orchesterleiter, Musikproduzent, Arrangeur und Komponist. Kurzfristig trat er auch unter den Pseudonymen Raimondo[1], Bob Parker und Marc Bones in Erscheinung. Er ist neben James Last der erfolgreichste deutsche Orchesterchef nach dem Zweiten Weltkrieg. Als ein Pionier des Easy Listening, einer „Musik, die nicht stört“, wie er es selbst formulierte[2], gilt er heute zudem als einer der Urväter und als Legende der Lounge-Musik.

In Deutschland hatte er in den 1950er Jahren mit seinen Arrangements der Freddy-Quinn- und Ivo-Robić-Hits Die Gitarre und das Meer respektive Morgen erste große Erfolge. Mit Wonderland by Night war er 1961 der erste Deutsche, der in den USA den ersten Platz der Single-Charts erreichte. Seine Kompositionen Strangers in the Night (gesungen von Frank Sinatra), Spanish Eyes (Al Martino, Elvis Presley) und L-O-V-E (Nat King Cole), wurden zu Welterfolgen und Evergreens.

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Berthold Kämpfert wurde 1923 in Hamburg-Barmbeck (im heutigen Stadtteil Barmbek-Nord) als Sohn eines Malergesellen geboren. Im Alter von sechs Jahren begann er, Klavier zu spielen. Er studierte auf der Musikschule in Hamburg Klavier, Klarinette, Saxophon und Akkordeon und begann seine Laufbahn als Saxophonist im Orchester beim Danziger Radio-Orchester Hans Busch, wo er laut eigenem Bekunden in einer regelrechten Ausbildung sein Handwerk von Grund auf lernte. Dort bekam er auch seinen Spitznamen „Fips“, den er zeitlebens behielt. Während des Zweiten Weltkrieges in Dänemark bei einem Musikzug stationiert, verliebte er sich dort in eine junge Dänin. Aus dieser Verbindung stammt seine älteste Tochter Renate. Seine erste Big Band Pik Ass gründete er in der Gefangenschaft in Dänemark. Nach seiner Entlassung tingelte er mit dieser Band durch britische Offiziersclubs in Norddeutschland. 1945 lernte er die Zahnarzttochter Hannelore Winkler kennen. Sie sprach ein hervorragendes Schul-Englisch und konnte somit die Conférence übernehmen. Am 14. August 1946 heirateten die beiden und zogen nach Bremerhaven. Nach der Geburt ihrer Tochter Marion zogen sie zurück nach Hamburg; 1951 kam Tochter Doris zur Welt.

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In den frühen 50er Jahren

Ende der 1940er Jahre begann Kaempfert in erster Linie für den NWDR und die Polydor zu komponieren und zu arrangieren. 1959 arrangierte er für Freddy Quinn Die Gitarre und das Meer und für Ivo RobićMorgen. Beide Stücke wurden zu Hits und waren in englischsprachigen Cover-Versionen auch international erfolgreich, Morgen erreichte die nordamerikanischen Top 20. Das Lied Muss i denn zum Städtele hinaus bearbeitete Kaempfert für Elvis Presley, dem damit unter dem Titel Wooden Heart 1961 ein großer Erfolg in den Charts gelang. Kaempfert zeigte damals bereits Symptome einer Alkoholsucht und konsumierte, um sein Arbeitspensum von 16 Stunden pro Tag zu bewältigen, das Aufputschmittel Preludin.

1959 produzierte Kaempfert den instrumentalen Titel Wunderland bei Nacht, den jedoch keine Plattenfirma herausbringen wollte, auch nicht Polydor, für die er zuvor Stücke arrangiert hatte. Er bot ihn dem New Yorker Produzenten Milt Gabler an, und als Wonderland by Night brachte er Kaempfert nach Veröffentlichung am 22. August 1960 den internationalen Durchbruch. Fünf Wochen war dieser Hit die Nummer eins in den USA,[5] der erste Nummer-eins-Hit eines Deutschen dort. Die Hommage auf Manhattan entwickelte sich mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren (davon eine Million in den USA) zum Millionenseller. Auch das gleichnamige Album Wonderland by Night erreichte Platz eins der US-Charts – Kaempfert war nach Crazy Otto alias Fritz Schulz-Reichel (1955) der zweite Deutschen, dem dies gelang.

Weitere Titel wie Afrikaan Beat, A Swingin‘ Safari und Red Roses for a Blue Lady waren danach sehr erfolgreich, werden bis heute oft gespielt und als Hintergrundmusik verwendet. Bis 1966 hatten unter anderem Billy Vaughn (A Swingin’ Safari), Wayne Newton (Danke Schoen, Remember When), Nat King Cole (L-O-V-E) und Baby Washington (Only Those in Love) Hits in den USA mit Kaempferts Kompositionen.

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Mit King Curtis in den USA, 1960

Im Juni 1961 produzierte Kaempfert in Hamburg-Harburg für Polydor Aufnahmen mit dem von ihm im Top Ten Club entdeckten englischen Sänger Tony Sheridan und der noch unbekannten Begleitband The Beat Brothers – den späteren Beatles. Die erste gemeinsame Single My Bonnie (mit The Saints auf der Rückseite) erschien im Oktober 1961, im Januar 1962 folgte eine Polydor-LP gleichen Titels, später noch die Single Ain’t She Sweet. Kaempfert kann als Entdecker und erster Produzent der Beatles gewertet werden, noch bevor deren späterer Manager Brian Epstein und Produzent George Martin 1962 ins Spiel kamen.

Bert Kaempferts Instrumentalplatten kamen in Deutschland nicht an; in den USA dagegen wurden seine fünfzehn Big-Band-LPs rund 4 Millionen Mal verkauft. Allein seine LP Blue Midnight (Dezember 1964; Rang 5 der US-LP-Hitparade) verkaufte sich dort 800.000 mal, in Deutschland lediglich 8.000. Dem Spiegel zufolge hatte Kaempfert in den USA 1965 rund 3,5 Millionen Mark verdient.
Das Lied Spanish Eyes wurde 1965 als Moon Over Naples veröffentlicht.

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Mit dem TRompeter Mnfred Moch, frühe 60er Jahre

1966 hatte er weltweit große Erfolge, als Al Martino mit Spanish Eyes und Frank Sinatra mit Strangers in the Night Kompositionen von ihm sangen. Letzterer Titel ist aus dem Soundtrack zum Film A Man Could Get Killed (deutscher Titel: Willkommen Mr. B. von 1966), wo er jedoch nur als instrumentale Hintergrundmusik eingesetzt wurde; den englischen Text schrieben 1966 Charles Singleton und Eddie Snyder. Für dieses Stück erhielt Kaempfert seine einzige Grammy-Nominierung – in der Kategorie „Song des Jahres“.[9] Er musste sich den Beatles geschlagen geben, die den Preis für ihre Hit-Single Michelle in Empfang nahmen. Sinatra behielt Strangers in the Night bis zuletzt in seinen Konzertprogrammen, und nahm mit The World We Knew (1967), My Way of Life (1968) und You Turned My World Around (1974) später noch drei weitere Melodien von Kaempfert auf.

Nach dem Aufkommen der Disco-Musik in den 1970er Jahren ging das Interesse an Kaempferts Orchestermusik zunächst zurück. Es gelang ihm dennoch erneut, mit Live- und Fernsehauftritten zusammen mit Freddy Quinn oder Sylvia Vrethammar für Begeisterung zu sorgen, indem er geschickt die Show-Komponente des jungen Farbfernsehens nutzte. 1979 erschien ein gemeinsam mit Hildegard Knef aufgenommenes Album.

Am 16. Juni 1980 gab Kaempfert in der ausverkauften Londoner Royal Albert Hall sein letztes Konzert. Fünf Tage später, am 21. Juni 1980, starb er in Cala Blava auf Mallorca an den Folgen eines Schlaganfalls. Seine Asche wurde auf seinen Wunsch in den Everglades verstreut, wo er häufig Urlaub bei amerikanischen Freunden gemacht hatte und seinem größten Hobby, dem Angeln, nachgegangen war.

„Ich möchte Musik machen, die nicht stört.“ (Bert Kaempfert)

Kaempfert schrieb an die 400 Kompositionen und 750 Orchesterarrangements; bis zu seinem Tod wurden weltweit 150 Millionen Platten mit seinen Melodien verkauft.[12] Er ist einer der Väter des Easy Listening und gilt als der einzige Künstler, der sowohl für Frank Sinatra als auch für Elvis Presley und die Beatles komponiert hat.1993 wurden Kaempfert und sein Co-Autor Herbert Rehbein, der mit ihm zusammen viele Hits komponiert hatte, postum in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Aus Anlass seines 85. Geburtstages wurde im Oktober 2008 im Hamburger Stadtteil Barmbek-Nord, in dem Kaempfert geboren wurde und seine Kindheit verbracht hatte, der Platz vor dem Museum der Arbeit „Bert-Kaempfert-Platz“ benannt.

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Viele Einspielungen von Kaempfert sind an ihrem typischen Klangbild erkennbar. Maßgeblich dafür ist die Rhythmusgruppe aus Rolf Ahrens (Schlagzeug), Karl-Heinz „Kuddel“ Grewe (Kontrabass) und Ladislav „Ladi“ Geisler (Gitarre & Bass-Gitarre): Ahrens spielt fast ausschließlich mit Besen und setzt mit der Basstrommel kontrapunktische Akzente, Grewe spielt Walking Bass (ähnlich wie Leroy Vinnegar), Geisler erzeugt mit der Bass-Gitarre den berühmten „Knack-Bass-Effekt“ (besonders effektreich in dem Stück „The Bass Walks“). Bei den Melodieinstrumenten dominieren Blechbläser (Posaunen einschl. Bassposaunen und Trompeten). In den Stücken „A Swingin‘ Safari“, „Zambesi“ und „That Happy Feeling“ kommen maßgeblich Tin Whistles oder Piccoloflöten zum Zuge. Streicher (Violinen und Celli) und gemischte Chöre tauchen oft in den Mittelteilen auf.

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Als Soloinstrumente werden vorwiegend Trompete (oder Flügelhorn) und Posaune eingesetzt. Zu den namhaften Musikern, die bei Kaempfert gespielt haben, gehören außer den bereits genannten Lucas Lindholm (Kontrabass), Manfred Moch, Charly Tabor, Tony Fisher und Ack van Rooyen (Trompete oder Flügelhorn), Herb Geller (Saxophone und Flöten), Waldemar Erbe, Jiggs Whigham und Peter Herbolzheimer (Posaune). Auch der Toningenieur Peter Klemt hat durch Mikrofonierung und Abmischung einen wichtigen Anteil am Kaempfert-typischen Klang.

Der Chor singt bei Kaempfert (bis auf wenige Ausnahmen, z. B. Morgen und Wimoweh) keinen Text, sondern lang gehaltene Vokale mit wenigen Konsonanten zur Strukturierung („Uamm…, Duuh-duaa…“)[16]. Dadurch behalten auch die Stücke, die von anderen Interpreten in gesungener Form bekannt wurden, ihren Charakter als Instrumentalstück. Typisch sind auch Solopassagen im Mittelteil mit einer hohen Frauenstimme als Höhepunkt.

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Auch in der Werbung werden Kaempferts Kompositionen verwendent, z. B. That Happy Feeling aus dem Album A Swingin’ Safari (1962) in einem Cola-Werbespot von 2015 (Quelle: wikipedia)

Und hier eines seiner zahlreichen Alben … wie gesagt: Der Schmeichler hat das musikalische Wort … und all die Inkredenzien, die vermutlich damals eher die Damenherzen höher schlagen ließen sind dabei … und für den Herren gab´s dann diesen legendären „Knack-Bass“ (z.B. bei „Twilight Time“ und “

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Alternative Frontcover

Besetzung:
Bert Kaempfert And His Orchestra

OriginalBackCover

Titel:
01. Dancing In The Dark (Schwartz/Dietz) 2.35
02. Twilight Time (Nevins/Dunn/Ram/Nevins) 2.38
03. Unchained Melody (North/Zaret) 2.44
04. Funny Talk (Kaempfert/Brüsewitz) 2.32
05. Only Those In Love (Kaempfert/Singleton) 3.11
06. There, I’ve Said It Again (Mann/Evans) 2.34
07. Now And Forever (Kaempfert/Gabler) 2.47
08. Somebody Loves Me (Mac Donald/De Sylva/Gershwin) 3.14
09. Blue Moon (Hart/Rodgers) 1.59
10. When I Fall In Love (Heyman/Young) 2.49
11. I’ll Get By (Ahlert/Turk) 2.22.
12. How Deep Is The Ocean (Berlin) 2.34

OriginalLabelB1

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Bert Kaempfert (* 16. Oktober 1923 – † 21. Juni 1980)

Ich bin dann mal wieder unterwegs …

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Colmar

…und diesmal führt mich mein Weg ins Elsass/Frankreich … jene Region mit einer ganz besonders bewegten Geschichte:

Das Elsass (in älterer Schreibweise auch Elsaß – französisch Alsace) ist eine Landschaft und ehemalige Verwaltungsregion im Osten Frankreichs. Es erstreckt sich über den südwestlichen Teil der Oberrheinischen Tiefebene und reicht im Nordwesten mit dem Krummen Elsass bis auf das lothringische Plateau. Im Norden und Osten grenzt das Elsass an Deutschland und im Süden an die Schweiz.

Landschaftlich wird das Elsass meist als die Gegend zwischen Vogesen und Rhein beschrieben. Die politischen Grenzen, die das Elsass definieren, haben sich dagegen im Verlauf seiner Geschichte mehrfach geändert. Historisch bedeutend sind hier vor allem das Herzogtum Elsass (7. und 8. Jahrhundert), die beiden Landgrafschaften des Elsass (12.–17. Jahrhundert) innerhalb des Heiligen Römischen Reiches und die erstmals französische Provinz Elsass (17.–18. Jahrhundert).

Die gegenwärtigen Grenzen der Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin, die im aktuellen Sprachgebrauch gemeinsam Elsass genannt werden, beruhen auf den Grenzziehungen der Französischen Revolutionszeit (Départementgrenzen, Krummes Elsass) und des Frankfurter Friedens 1871 (Belfort wird vom Elsass abgetrennt).

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Straßburg

Seit dem 17. Jahrhundert wechselte das Elsass mehrmals die politische Zugehörigkeit zwischen dem Heiligen Römischen Reich bzw. Deutschen Reich und Frankreich.

Zwischen 1973 und 2015 bildeten die beiden elsässischen Départements eine eigene französische Verwaltungsregion Elsass (Région Alsace). Mit 8280 km² war sie die flächenmäßig kleinste Region auf dem französischen Festland und hatte 1.884.150 Einwohner (Stand 1. Januar 2016). Hauptstadt der Region war Straßburg. Im Rahmen der Regionsfusionen wurde am 1. Januar 2016 die Region Grand Est (Großer Osten) mit der Hauptstadt Straßburg gegründet. Diese umfasst das Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne. (Quelle: wikipedia)

Das Elsass war also über viele Jahrhunderte auch ein Spielball zweier Nationen.

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Das Freilichtmuseum „Ecomusée d’Alsace“

Am 24.6. bin ich dann  wieder „dahoam“ … und dann geht´s hier auch wieder munter weiter.

Bis dahin wünsche ich allen Lesern dieses blogs eine wunderbare Zeit.

Nordsee (Fast-Food-Kette) – Aerobic fit mit Nordsee (irgendwann in den frühen 80er Jahren)

FrontCover1Vielleicht erinnert sich noch einer an diesen Aerobic-Irrsinn, der in den 80er Jahren durch Deutschland tobte.

Und davon profitieren wollte auch die Fast-Food-Kette „Nordsee“ … und von daher haben wir wieder mal ne Werbeplatte im Angebot, die eigentlich keiner braucht, aber dennoch ein schmunzeln auslösen kann. Und natürlich löste dieses Album bei mir den Impuls aus, wieder mal ein wenig Firmengeschichte zu treiben:

Die Nordsee GmbH (ehemals Nordsee Fischspezialitäten GmbH) betreibt unter der Bezeichnung Nordsee eine Schnellrestaurantkette mit den Schwerpunkten Fisch und Meeresfrüchte. Sie entstand aus dem Frischfischhandel, der durch Salate und Fischbrötchen (z.B. mit Fischfrikadelle als Bremer) ergänzt wurde. Später kamen auch gegrillter, gedünsteter und gebratener Fisch, Fischnuggets und ähnliche Snacks sowie Wraps ins Sortiment.

Die Filialstruktur von Nordsee teilt sich in die drei Bereiche Snack (397 Standorte), Restaurant (386 Standorte) und Meeresbuffet (168 Standorte), die häufig in einer Filiale kombiniert auftreten.

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Die Anfänge … 1896

Nordsee wurde am 23. April 1896 in Bremen von einer Gruppe Bremer Reeder und Kaufleute unter Führung des Reeders Adolf Vinnen (1868–1926) als Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee gegründet. Sie gingen auf Fischfang, um den Menschen im Binnenland auf schnellstem Wege frischen Fisch anbieten zu können, und eröffneten noch im gleichen Jahr das erste Nordsee-Restaurant in Bremen. Die Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft Nordsee hatte ihren Sitz in Nordenham, wo das Unternehmen vom Land Oldenburg ein Gelände pachtete und einen Fischereihafen baute.

Im Laufe der Zeit schaffte es Nordsee, eine der größten Fischfangflotten Deutschlands aufzubauen, von der jedoch bis zum Ende des Ersten Weltkrieges viele Schiffe versenkt oder enteignet wurden. Nach dem Krieg fusionierte Nordsee mit verschiedenen Fischerei- und Fanggesellschaften, so dass 1931 fast die Hälfte aller deutschen Fischereifahrzeuge für Nordsee auf Fischfang gingen. 1932 gab es in Deutschland bereits 128, in Österreich 32 Filialen. 1934 siedelte das Unternehmen von Nordenham nach Bremerhaven über.

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1894 ließ der Reeder Heinrich Hohnholz bei den Werften von Georg Seebeck und Schichau Seebeck seine ersten Fischdampfer zum Hochsee-Fischfang bauen. 1905 wurde seine Reederei zur Hochseefischerei Bremerhaven AG, mit einer besonderen Sparte für die Heringsfischerei. 1914 hatte die Reederei 24 Fischdampfer für die Fischerei in der Nordsee aber auch an der westafrikanischen Küste und vier Herings-Dampflogger. 1929 ging die Reederei in die Reederei Nordsee auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Expansion fort. Es wurden nach und nach immer mehr Fischläden (Meeresbüffets) eröffnet. Ende der 1950er Jahre kam es dann zu einem Verkauf an eine Käufergemeinschaft aus Dresdner Bank und Unilever. Unilever hielt seine Anteile bis 1997.

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Ein Nordsee-Fahrer, 1939

In der Mitte der 1960er Jahre kam das neue Nordsee-Konzept, Nordsee-Quick, hinzu. Das erste Restaurant dieser Art wurde in Darmstadt eröffnet. 1964 wurde das erste Nordsee Quick-Restaurant eröffnet; zehn Jahre später entstand in Göttingen die 100. Filiale dieser Art.

Ab 1997 wurde die Nordsee an Apax Partners verkauft. Diese spalteten die Nordsee-Tochterfirmen ab, darunter die Deutsche See Fischmanufaktur und Frozen Fish International, Hersteller der bekannten Iglo-Tiefkühlfischprodukte.
Die verbleibenden Unternehmen wurden unter dem Dach der Nordsee Holding zusammengeführt. 1999 führte Nordsee den so genannten Snack Shop als kleinere Verkaufsstelle im Vergleich zu den Restaurants ein.
2004 kam es zu einer Neuaufstellung des Sortimentes. Mit neuen Produkten und neuem Auftreten versuchte Nordsee, ihr Image zu verbessern.

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Ein Nordsee-Laden, 1955

004 wurden zwei Nordseefilialen in Tschechien in Prag und Brünn eröffnet. Auch in Rumänien und Ungarn gibt es Filialen.
In der Schweiz gibt es Nordseefilialen, es handelt sich dabei aber um Franchisingfilialen, die rechtliche Inhaberin ist die Candrian Seafood AG. Die Restaurants befinden sich an von Candrian Catering bevorzugten Lokalitäten wie Zürich Hauptbahnhof und dem Flughafen Zürich.
2011 wurde eine Filiale in der Provinz Novara bei Mailand im Shoppingcenter in Vicolungo eröffnet.

2005 wurde durch die Heiner Kamps gehörende Kamps Food Retail Investment SA (KFRI) gemeinsam mit dem japanischen Bankhaus Nomura die Nordsee GmbH vom bisherigen Eigentümer Apax erworben. Kamps war bereits seit vielen Jahren Minderheitsgesellschafter.

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Noch ein Nordsee-Laden, 1964

2006 verkaufte Nomura ihren Anteil von 19,5 Prozent an die KFRI, die dadurch fast 100 Prozent der Anteile besaß. Im Dezember 2006 wurde bekannt, dass KFRI für 130 Millionen Euro an International Food Retail Capital (IFRC) mit Sitz in Zypern verkauft wird. Die Anteilseigner von KFRI waren neben Kamps das Molkereiunternehmen Müller Milch, der Finanzinvestor APC Capital und der Formel-1-Manager Willi Weber. Kamps und Müller sind ebenfalls bei IFRC beteiligt.

Im Mai 2009 wurde im Columbus-Center Bremerhaven das erste unternehmenseigene Strandcafe in eine Filiale integriert.

2013 hatte das Unternehmen ca. 6000 Beschäftigte in weltweit 397 Filialen. Die Filialen verteilen sich auf Deutschland (335), Österreich (36), Schweiz, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Slowakei, Bulgarien, Dubai, Ägypten, Belgien und Polen. Der Umsatz belief sich auf 349 Mio. Euro im Jahr 2012.

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Und noch ein Nordsee-Laden, 1994

Nordsee hat aktuell in den Berufen Systemgastronomie und Einzelhandel etwa 150 Auszubildende. In der Hauptverwaltung in Bremerhaven werden zudem Ausbildungsplätze für die Berufe Bürokaufmann und Informatikkaufmann angeboten. (Quelle: wikipedia)

Seit „Nordsee“ auch im Besitz von dem unsäglich/unerträglichem „Molkereiunternehmen Müller Milch“ ist, meide ich dieses Etablisment durchgehend.

Und nun zu dieser Aerobic LP:

Es war wohl Jane Fonda, die damals mit ihrem Videos zu diesem Thema speziell die Frauen motivierte … sich diesem Metier zuzuwenden.

JaneFonda

Und wer den Disco-Sound diser Zeit mag, findet hier diverses rares Material, neben so einigen Stars dieser Zeit (u.a. „Kool & The Gang)“) sind auch diverse Songs zu hören … die man wohl anonymen Studiomusikern zuschreiben muss.

Aber selbst ich konnte ein wenig Gefallen an dieser LP finden: Sätze wie – „Macho Modus an“ – „Und jetzt die Beine weit auseinandergrätschen und und ganz tief in die Hocke gehen, der Oberkörper wird dabei aufrechtgehalten und die Hände liegen locker auf dem Boden, jetzt mit dem ganzen Körper leicht auf und ab wippen … und wippen“ oder „wir bewegen die Hüfte abwechselnd links und recht … in der gleichen Haltung klappen wir die Hüfte vor und zurück“ oder „wir lassen die Hüfte locker von links nach rechts schwingen“   finde ich einfach nur genial …„Macho Modus aus“

eins, zwei, drei, vier, fünf,  sechs, sieben, acht … vergessen sie das gleichmäßige atmen nicht … tief durchatmen … immer weiterhüpfen … schön locker bleiben …

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Titel:
01. Work That Body (Dehnung) 3.49
02. Passion (Dehnung) 3.45
03. Maneater (Kopf/Schulter) 4.12
04. Wot (Hüfte) (Captain Sensible) 3.10
05. Aerobic Dancing (Bauch) 5.50
06. Saddle Up (Beine) (David Christie) 3.07
07. Can’t Take My Eyes Off You (Gesäss) (Boys Town Gang) 3.43
08. (Ooh La La ) Let’s Go Dancin‘ (Fussgelänke)  (Kool & The Gang) 3.55
09. Do You Wanna Funk ? (Patrick Cowley feat. Sylvester) (Joging) 3.21
10. Don’t Go (Joging)  2.40
11. Aerobic Disco (Joging)  6.53
12. Just An Illusion (Entspannung) 3.54

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