Johann Sebastian Bach – Weihnachtsoratorium (Collegium Aureum) (1973)

frontcover1Das war jetzt aber neu Fleißausgabe … diees Triple-Vinyl-Album zu digitalisieren … aber die Mühe war es wert, denn hier haben wir es wohl mit einer Referenz-Aufnahme des  Meisterwerkes weihnachtlicher Barockmusik. Damals erhielt diese 3fach LP (in einer schicken Box verpack) immerhin den „Deutschen Schallplattenpreis“.

Das Weihnachtsoratorium BWV 248 ist ein sechsteiliges Oratorium für Soli (SATB), gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt. Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium. Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Von der musikalischen Gattung steht das Weihnachts-Oratorium Bachs oratorischen Passionen nahe. Es ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und zählt zu seinen berühmtesten geistlichen Kompositionen. Das Oratorium wird heute häufig in der Advents- und Weihnachtszeit ganz oder in Teilen aufgeführt. (Quelle. wikipedia)

Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ist ein sechsteiliges Oratorium für Gesangssolisten, gemischten Chor und Orchester. Die große Orchesterbesetzung mit Holzbläsern (2 Traversflöten, 2 Oboen, 2 Oboe d’amore, 2 Oboe da caccia), den sprichwörtlichen Pauken und (drei) Trompeten, Streichorchester und Continuo ist dem hochfestlichen Anlass angemessen. Zwei Hörner finden ausschließlich im vierten Teil des Oratoriums Verwendung.

War zu Zeiten Bachs eine Aufführung der einzelnen Teile in sechs Gottesdiensten des Weihnachtsfestkreises vorgesehen – erstmalig zwischen dem Ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 – werden heute ausgewählte Teile (besonders häufig: Teile I–III) oder – seltener – das gesamte Oratorium im Konzertrahmen aufgeführt, und für viele Menschen gehört der Konzertbesuch zum alljährlichen festen Ritual in der (vor‑)weihnachtlichen Zeit.

Grundlegend ist der episch geprägte Text der Heiligen Schrift, den je zweiten Kapiteln der Evangelien nach Lukas und Matthäus entnommen. Diese Textpassagen sind als Rezitative und Turba-Chöre vertont.

Die freien Dichtungen – Autor ist wahrscheinlich Christian Friedrich Henrici alias Picander, mit dem Bach häufig und fruchtbar zusammengearbeitet hat – sind als Arien (mitunter in Sonderform von Duett oder Terzett), Chöre und Accompagnato-Rezitative vertont.

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Eine dritte textliche Ebene stellen die – ebenfalls lyrisch geprägten – Choraltexte dar. Autoren sind unter anderem Paul Gerhardt, Johann Rist und Martin Luther.

Das Weihnachtsoratorium ist zu erheblichen Teilen im sogenannten Parodieverfahren entstanden. Dies meint, dass zahlreiche Sätze ursprünglich nicht für das Oratorium, sondern für andere, meist profane bzw. weltliche Kantaten komponiert wurden, um später mit geändertem Libretto in das Weihnachtsoratorium übernommen zu werden.1 Maßgebliche Grundlagen für die Teile I bis IV des Weihnachtsoratoriums sind die beiden Drammi per musica Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten! (BWV 214), 1733 anlässlich des Geburtstags Maria Josephas, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen, komponiert, sowie »Lasst uns sorgen, lasst uns wachen. Die Wahl des Herkules« (BWV 213) – auch bekannt als Herkules auf dem Scheideweg oder schlicht »Herkules-Kantate«.

Galt dieser Umstand in frühen Zeiten der Bach-Rezeption als anstößig, scheint diese Auffassung heute überwunden; denn

  • Bach verwendet nur eigene Musikwerke als Vorlage
  • Nicht nur ein grundlegender Habitus und Charakter, sondern auch der Detailbereich des Affekts ist dem neuen Text angemessen. Affekt meint hierbei, dass bestimmte musikalische Darstellungsmittel mit außermusikalischem Bedeutungsgehalt aufgeladen waren und definierten Gemütszuständen zugeordnet werden konnten, war doch der Barockkomponist nicht bemüht, seinem subjektiven Gefühlsleben mittels der komponierten Musik Ausdruck zu verleihen und auf das Auditorium zu transportieren, sondern vielmehr, dies mittels der eingesetzten Affekte rein handwerklich zu bewerkstelligen.
  • Als Vorlagen dienen selbstredend nur Werke herausragender Qualität.
  • Einzelne Sätze unterzieht Bach neben der Neutextierung grundlegender Revision, um sie optimal in sein Oratorium einzupasse

Gleichzeitig kann nicht verschwiegen werden, dass sich gewisse musikalische Phänomene einzelner Sätze unseres Oratoriums nur mit Kenntnis der Parodievorlage deuten lassen.

Wenngleich musikwissenschaftlich nicht belegt, darf vermutet werden, dass die beiden genannten Drammi per musica von Beginn an auch im Hinblick auf eine spätere Umarbeitung zu einem Weihnachtsoratorium komponiert worden waren – wohl auch, um die herrliche Musik zu bewahren, musste Bach seine für einen singulären Anlass komponierten Huldigungskantaten der baldigen Vergessenheit preisgegeben wähnen. (Markus Schönewolf)

bach

Gevatter Bach

Die einzelnen Teile des Oratoriums:

Teil I: Jauchzet, frohlocket
(
Vorgesehener Aufführungszeitpunkt: 1. Weihnachtstag)

Teil II: Und es waren Hirten in derselben Gegend
(Vorgesehener Aufführungszeitpunkt: 2. Weihnachtstag)

Teil III: Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen
(Vorgesehener Aufführungszeitpunkt: 3. Weihnachtstag)

Teil IV: „Fallt mit danken, fallt mit oben“
(Vorgesehener Aufführungszeitpunkt: Neujahrstag)

Teil V: „Ehre Sei Dir, Gott Gesung“
(Vorgesehener Aufführungszeitpunkt: Sonntag nach Neujahr)

Teil VI: Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben
(Vorgesehener Aufführungszeitpunkt: Epiphanias (6. Januar)

aufnahmesession

Für viele Menschen ist das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zum festen Bestandteil geworden, um sich auf das Fest einzustimmen. Anderen ist es gar ein würdiger Ersatz für den Gottesdienst und das christliche Fest selbst. Oft werden diese sechs Kantaten, aus denen das Weihnachtsoratorium besteht, gar nicht mehr als geistliche Musik wahrgenommen, so sehr ist das Bachsche Oratorium in das allgemeine Kulturgut eingegangen.

Hier also nun jene Version mit dem Collegium Aureum (aufgenommen in der Pfarrkirche St. Jakob, Lenggries)

Und: man muss kein gläubiger Christ sein, um nicht dieser Urgewalt der Musik zu erliegen ! Bloß: wann soll man das eigentlich mal in Ruhe hören können ? Viel trefflicher lässt sich die Frage mit unserem Umgang mit der Zeit nicht stellen.

Editorische Anmerkung: Ich habe es mir gespart, alle einzelnen Lieder zu separieren … das war mir dann doch zuviel Arbeit … von daher die jeweiligen Kantaten am Sück. Ich darf auch darauf hinweisen, dass wir es hier mit einem Vinyl-Rip der Kategorie „astrein“ zu tun haben.

pfarrkirche

Pfarrkirche St. Jakob, Lengires)

Besetzung:
Collegium Aureum unter der Leitung von Gerhard Schmidt-Gaden
+
Tölzer Knabenchor
+
Theo Altmeyer (Tenor)
Hans Buchhierl (Sopran)
Barry McDaniel (Baritone)
Andreas Stein (Alt)

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Titel:

Kantate No. 1 „Jauchzet, frohlocket“: (27.21)
Seite 1: 01. Jauchzet, frohlocket!     7:56
Seite 1: 02. Es begab sich aber zu der Zeit / Nun wird mein liebster Bräutigam 2.34
Seite 1: 03. Bereite dich, Zion!     6:03
Seite 1: 04. Wie soll ich dich empfangen 1.13
Seite 1: 05. Und sie gebar ihren ersten Sohn 0.30
Seite 1: 06. Es ist auf Erden kommen arm 3.20
Seite 1: 07. Großer Herr, o starker König 4.40
Seite 1: 08. Ach mein herzliebes Jesulein! 1.17

Kantate No. 2 „Und es waren Hirten in derselben Gegend“: (31.06)
Seite 2: 01. Sinfonia 6.07
Seite 2: 02. Un es waren Hirten in derselben Gegend 0.57
Seite 2: 03. Brich an, o schönes Morgenlicht! 0.56
Seite 2: 04. Und der Engel sprach zu ihnen  0.54
Seite 2: 05. Was Gott dem Abraham verhleißen 0.49
Seite 2: 06. Frohe Hirten, eilt, ach eilet! 3.53
Seite 2: 07. Und das habt zum Zeichen! 0.28
Seite 2: 08. Schaut hin, dort liegt im finstern Stall 0.39
Seite 2: 09. So geht denn hin, ihr Hirten, geht 0.58
Seite 2: 10. Schlafe, mein Liebster 10.18
Seite 2: 11. Und alsobald war da bei dem Engel 0.21
Seite 2: 12. Ehre sei Gott in der Höhe 3.01
Seite 2: 13. So recht, ihr Engel, jauchzt und singet 0.29
Seite 2: 14. Wir singen dir in deinem Heer 1.22

Kantate No. 3 „Herrscher des Himmels“: (26.30)
Seite 3: 01. Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen 2.03
Seite 3: 02. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren / Lasset uns nun gehen gen Bethlehem 2.00
Seite 3: 03. Dies hat er alles uns getan! 0.43
Seite 3: 04. Herr, dein Mitleid 8.17
Seite 3: 05. Und sie kamen eilend und fanden beide 1.40
Seite 3: 06. Schließe, mein Herze, dies selige Wunder 5.37
Seite 3: 07. Ja, ja, mein Herz soll es bewahren 0.32
Seite 3: 08. Ich will mit Fleiß bewahren 0.52
Seite 3: 09. Und die Hirten kehrten wieder um 0.32
Seite 3: 10. Seid froh dieweil / Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen 2.43

Kantate No. 4 „Fallt mit danken, fallt mit oben“: (26.39)
Seite 4: 01. Fallt mit danken, fallt mit loben 6.40
Seite 4: 02. Und da acht Tage um waren 0.42
Seite 4: 03. Immanuel, o süßes Wort 2.34
Seite 4: 04. Flößt, mein Heiland 6.09
Seite 4: 05. Wohlan! Dein Name soll allein 1.42
Seite 4: 06. Ich will nur dir zu Ehren leben 6.39
Seite 4: 07. Jesus richte mein beginnen 2.19

Kantate  No. 5 „Ehre Sei Dir, Gott Gesung“: (26.09)
Seite 5: 01. Ehre sei dir, Gott, gesungen 7.46
Seite 5: 02. Da Jesus geboren war zu Bethlehem / Wo ist der neugeborne König der Juden?     2.45
Seite 5: 03. Dein Glanz all Finsternis verzehrt 0.57
Seite 5: 04. Erleucht auch meine finstre Sinnen 4.19
Seite 5: 05. Da das der König Herodes hörte / Warum wollt ihr erschrecken? / Und ließ versammeln alle Hohenpriester 2.26
Seite 5: 06. Ach, wann wird die Zeit erscheinen 0.34
Seite 5: 07. Mein Liebster Herrschet schon 0.34
Seite 5: 08. Zwar ist sllche Herzensstube 0.50

Kantate No. 6 „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“: (25.44)
Seite 6: 01. Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben 4.45
Seite 6: 02. Da berief Herodes die Weisen heimlich 0.55
Seite 6: 03. Du Falscher, suche nur den Herrn zu fällen 1.07
Seite 6: 04. Nur ein Wink von seinen Händen 3.39
Seite 6: 05. Als sie nun den König gehöret hatten 1.34
Seite 6: 06. Ich steh an deiner Krippen hier 1.04
Seite 6: 07. Und Gott befahl ihnen im Traum / So geht! Genug, mein Schatz geht nicht von hier 2.37
Seite 6: 08. Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken 5.38
Seite 6: 09. Was will der Hölle Schrecken nun 0.47
Seite 6: 10. Nun seid ihr wohl gerochen 3.41

Musik: Johann Sebastian Bach

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