Amnesty Journal – Fussball und Menschenrechte (Sonderheft) (2014)

TitelBei uns nagen und knabbern wir ja noch an der verkorksten WM in Russland, einschließlich der unsäglichen Causa Özil …

Und da erinnerte ich mich an dieses Amnesty Intgernational Sonderheft, aus dem Jahr 2014, bei dem auch um das damalige Austragungsland Brasilien ging.

Aber dieses Sonderheft „bietet“ weitaus mehr, als nur eine kritische Betrachtung der Ereignisse, Vorgänge und soziale Spannungen anlässlich dieser WM. Es zeigt u.a. auch den emanzipatorischen Ansatz den just eine Sportart wie Fußball bietet, nämlich dann, wenn z.B. in der  Türkei eine ganz spezielle Liga gegründet wurde.

„Bağış Erten, der Lektor im linken İletişim-Verlag war, bevor er sein Fußballhobby zum Beruf machte, begann also zu suchen. Im Mai 2010 reiste schließlich eine Gruppe von Autoren, Musikern, Cartoonisten und Schauspielern nach Hamburg. Die Istanbuler verloren zwar im Millerntor-Stadion haushoch, doch die Idee des symbolischen Freundschaftsspiels hatte sie überzeugt. „Zurück in Istanbul haben wir einfach weitergespielt“, erinnert sich Erten an die Anfänge der Efendi Lig.

Ayazma ist die Abkürzung für „Die ballspielenden Strolche der Anatolischen Autoren und Musiker“. Weitere Teams kamen hinzu, etwa die der Anwälte oder der Sozialisten, sodass eine Liga gegründet werden konnte. „Efendi Lig haben wir sie genannt, weil Efendi für einen fairen Fußball der Gentlemen steht“, so Erten. In der Liga geht es neben Fußball vor allem um politische Korrektheit. Als während der Gezi-Proteste ein allgemeines Verbot für politische Sprechchöre bei Fußballspielen erlassen wurde, übernahm die Efendi Lig die Slogans aus dem Gezi-Park. Nach jedem Spiel riefen Zuschauer und Spieler minutenlang gemeinsam: „Der Taksim-Platz ist überall, überall herrscht Widerstand!“

Tatsächlich besitzt die Efendi Lig eine gewisse politische Autorität, weil viele Prominente dort aktiv sind. Erten selbst wird in fußballbegeisterten Kreisen als Kommentator sehr geschätzt, der Spieler Hayko Cepkin ist ein bekannter Rockmusiker, Torwart Ender Özkahraman ein kurdischer Kultautor anspruchsvoller Graphic Novels. „Wir wollen einen Fußball ohne Korruption, ohne Ausschluss von Ethnien oder von Homosexuellen, wir stehen für Frieden, Freiheit und Demokratie als Vision für eine bessere Türkei“, erklärt Bağış Erten.“

Oder, um ein 2. Beispiel zu nennen, wenn lesbischen Frauen in Südafrika Fußball spielen:

„Fußball kann etwas Befreiendes haben. Weniger im sportlichen Sinne, das schon auch, sondern vor allem als emotionales Gegengewicht zu den Belastungen des Alltags. Zweimal die Woche mit dem 18-köpfigen Team über den Platz zu jagen, zweimal im Monat ein Fußballwochenende, dann und wann ein Freundschaftsspiel, ein Turnier oder gar ein internationaler Wettbewerb – für Dikeledi Sibanda und ihr Team Chosen FEW, zu Deutsch „Die wenigen Auserwählten“, ist dies echte Freizeit. Freie Zeit, in der sie keine Beleidigungen hören. Freie Zeit, in der sie nicht an die Konflikte in ihrer Familie denken müssen. Freie Zeit, in der sie keine Angst vor Übergriffen haben müssen.

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Chosen FEW ist eine Frauenfußballmannschaft aus den Townships von Johannesburg – allein das ist in einer patriarchalen Gesellschaft wie der südafrikanischen schon eine Besonderheit. Bei den Chosen FEW kommt eine zweite hinzu: Die Mitglieder des Teams sind durchweg lesbisch. Und das ist in Südafrika trotz einer liberalen Gesetzgebung immer noch ein gesellschaftliches Stigma und ein hohes persönliches Risiko.

„Wir müssen täglich mit der Homophobie in diesem Land umgehen“, sagt Dikeledi Sibanda, die mit ihren 30 Jahren und aufgrund einer Verletzung nicht mehr aktive Spielerin ist, das Team aber seit sechs Jahren trainiert. „Wir müssen umgehen mit dem Hass, mit der Diskriminierung, mit der Marginalisierung.“ Zwar haben sexuelle Minderheiten wie Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle (LGBTI) formal die gleichen Rechte wie die heterosexuelle Mehrheit der südafrikanischen Bürger, doch sie können sie nicht leben.“

Und viele weitere Beispiele folgen in diesem bemerkenswertem Sonderheft.

Aber natürlich wird auch jener braune Sumpf, der sich in unseren Stadien (aber auch anderswo) niedergelassen hat thematisiert … Von daher: ein wichtiges Heft über Fussball- nicht nur weil die WM in Brasilien ansteht.

Vermutlich werde ich dann, wenn´s los geht auch wieder ein wenig mitfiebern (wobei ich der deutschen Mannschaft heuer kaum nennenswerte Chancen einräume), aber der Blick über den Fernsehrand hinaus möchte ich mir schon noch erhalten.

Hier ein paar Seiten/Illustrationen aus dem Heft:

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Und so bereitete sich damals der deutsche Einzelhandel auf die WM in Brasilien vor:

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Amnesty Journal (Zeitschrift) – Juni + Juli 2017

TitelAmnesty International (von englisch amnesty‚ Begnadigung, Straferlass, Amnestie) ist eine nichtstaatliche (NGO) und Non-Profit-Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt. Grundlage ihrer Arbeit sind die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und andere Menschenrechtsdokumente, wie beispielsweise der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte und der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte. Die Organisation recherchiert Menschenrechtsverletzungen, betreibt Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit und organisiert unter anderem Brief- und Unterschriftenaktionen für alle Bereiche ihrer Tätigkeit.

Amnesty International wurde 1961 in London von dem englischen Rechtsanwalt Peter Benenson gegründet. Ihm soll die Idee zur Gründung gekommen sein, als er in der Zeitung zum wiederholten Mal von Folterungen und gewaltsamer Unterdrückung las, mit der Regierungen gegen politisch andersdenkende Menschen vorgingen. In einem 1983 geführten Interview erinnerte sich Benenson, dass der Artikel von zwei portugiesischen Studenten gehandelt habe, die in einem Restaurant in Lissabon auf die Freiheit angestoßen hatten und daraufhin zu Haftstrafen verurteilt worden waren. Nachträgliche Recherchen ergaben, dass es sich möglicherweise um eine Notiz in The Times vom 19. Dezember 1960 handelte, die allerdings keine Details über die „subversiven Aktivitäten“ der Verurteilten enthielt.

Peter Benenson

Peter Benenson

Am 28. Mai 1961 veröffentlichte Benenson in der britischen Zeitung The Observer den Artikel „The Forgotten Prisoners“ („Die vergessenen Gefangenen“), in dem er mehrere Fälle nennt, darunter Constantin Noica, Agostinho Neto und József Mindszenty, und die Leser aufrief, sich durch Briefe an die jeweiligen Regierungen für die Freilassung dieser Gefangenen einzusetzen.[3] Er schrieb: „Sie können Ihre Zeitung an jedem beliebigen Tag der Woche aufschlagen und Sie werden in ihr einen Bericht über jemanden finden, der irgendwo in der Welt gefangen genommen, gefoltert oder hingerichtet wird, weil seine Ansichten oder seine Religion seiner Regierung nicht gefallen.“ Die aus diesem Artikel entstandene Aktion Appeal for Amnesty, 1961 gilt als der Anfang von Amnesty International. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Eric Baker und der irische Politiker Seán MacBride, der von 1961 bis 1974 auch Präsident der Organisation war.

Obwohl sich Amnesty International als Organisation beschreibt, die für Menschen aller Nationalitäten und Religionen offensteht, kamen die Mitglieder anfangs vor allem aus der englischsprachigen Welt und Westeuropa. Diese Beschränkung ließ sich mit dem Kalten Krieg erklären. Versuche, Amnesty-Gruppen in Osteuropa zu gründen, stießen auf große Schwierigkeiten. Das lag nicht nur an der staatlichen Repression, sondern auch an unterschiedlichen Interessen, die westliche und osteuropäische Menschenrechtsaktivisten verfolgten.

Logo

Das Logo ist eine mit Stacheldraht umwickelte Kerze. Es wurde von der englischen Künstlerin Diana Redhouse geschaffen, die sich durch das Sprichwort Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu beklagen inspirieren ließ.

Die deutsche Sektion hatte bereits in den 1970er Jahren beschlossen, dieses Logo für sich nicht mehr zu verwenden. Stattdessen wurde bis 2008 ein blau-weißes Logo mit Kleinbuchstaben genutzt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde bis Mitte 2008 eine heute nicht mehr verwendete Schreibweise mit Kleinbuchstaben und Abkürzungen verwendet: amnesty international, ai oder amnesty. Mitte 2008 wurde international ein neues, einheitliches Layout eingeführt, das die Farben Gelb und Schwarz verwendet. Das Logo enthält den Schriftzug Amnesty International in Großbuchstaben und die mit Stacheldraht umwickelte Kerze.

Die bundesdeutsche Sektion wurde Ende Juni 1961, zwei Monate nach Gründung der internationalen Organisation, von Gerd Ruge, Carola Stern und Felix Rexhausen in Köln gegründet und im Juli 1961 als erste Sektion anerkannt. Damals hieß sie „Amnestie-Appell“. Sie setzte sich zum Beispiel für in der DDR inhaftierte politische Gefangene ein. Nach dem Fall der Mauer wurde die Organisation auch in den neuen Bundesländern aktiv, wo sie bis dahin verboten war. (Quelle: wikipedia)

Amnesty

Und die Mitglieder dieser unverzichtbaren Organisation bekommen eben diese Zeitschrift geliefert.

Hier präsentiere ich mal die Ausgabe Juni/Juli 2017. Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das Thema Meinungsfreiheit:

„Mit allen Mitteln versuchen autoritäre Machthaber und bewaffnete Gruppen, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Mit roher Gewalt – oder ganz subtil: Das Ausspähen der Accounts von Aktivisten und Journalisten gehört längst zum gängigen Repertoire repressiver Regimes weltweit.“

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Ausnahmsweise mal ein erfreulicher Trend …

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Ein Plädoyer für Bildung

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Ein Bericht über die documenta in Kassel im Jahr 2017

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Amnesty International – Besser schenken (2013)

Titel1Unausweichlich: Weihnachten 2017 … Fügen wir uns also dem Lauf des Jahres … und genauso unausweichlich wird es sein, dass ich den Monat Dezember 2013 auch dazu nutzen werde, nützliches und weniger nützlicher zu diesem Thema hier zu präsentieren (bevor ich dann just am 24.12. nach Sri Lanka fliegen werde).

Nicht die schlechteste Idee ist es, sich mit dem Thema „Besser schenken“ zu beschäftigen. Und dies ist dann auch das Titelthema der aktuellen Amnesty International Mitgliederzeitschrift „Amnesty Journal“.

Ich zitiere mal aus der Einleitung dieses Titelstory:

„Die Herstellung vieler Produkte, die wir kaufen, um anderen eine Freude zu machen, verletzt die Rechte derer, die sie produzieren.
Wer die Menschenrechte schützen will, kann damit beim Einkauf beginnen“

Liest man sich die Beiträge durch, so kommt einem das Grausen … und man schwört sich, zukünftig anders einzukaufen …

Doch, so konsequent, wie dies die Autorinnen und Autoren von Amnesty fordern, kann man das ganz sicher nicht durchhalten, zumal es ja auch ne Frage des Geldbeutels ist, aber dennoch: Bewußter Einkaufen kann auch ein Baustein für eine sich bewußter verhaltende Gesellschaft sein.

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Und hier geht´s zur Präsentation:

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Der Schutz der Menschenrechte fängt beim Einkauf an