Verschiedene Interpreten – Starparade 1972 (1972)

FrontCover1.JPGUnd wieder mal so eine Benefiz-LP, diesmal galt es, dem Weltkinderhilfswerk der Veinten Nationen (UNICEF) zu unterstützen … mit dem klassischem Slogan „Der Reinerlös aus dem Verkauf dieser Langspielplatte fließt … “
Schirmherrin war die Frau des damaligen Bundespräsidenten, Frau Hilda Heinemann und dann noch dieser „Senator e.h. Dr. Franz Burda“, der dann auch gleich seine Zeitschrift „Die Bunte“ in die Waagschale warf.

Und auch diese LP bringt so ne bunte Mischung aus populären Melodien, die sich zum Teil noch heute ganz gut anhören lassen.

Klar, da schmettert der Heino („… und der Blacky mischte Karten … und Johnny saß schon wieder bei der Tänzerin … „), da präsentiert sich der Christian Anders als veritabler Gospelsänger (und der Bläser-Riff dieses Gospel-Songs erinnert doch verdammt an „Satisfaction“ von den Rolling Stones), Udo Jürgens versuchte sich bei seinem „…Und dann sagt man sich Goodbye“ (war mir bis dato so gar nicht bekannt), auch als Texter und versuchte dabei an seine „Merci Cherie“ Tradition anzuknüpfen.

Der olle Bill Ramsey schmettert das Liedchen über den „Trödler Abraham“ (abgewandelt wohl die Titelmusik für diesen blog… siehe unten)

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Ebenfalls selten das deutschsprachige Liedchen „Concerto“ von Cliff Richard und auch Adamo hatte schon bessere Lieder im Gepäck gehabt; gleiches gilt übrigens auch für den Sacha Distel … wobei dessen Lied durchaus so mancher Dame das Herz zu überlaufen bringen könnte … ja, ja, dieser alte Charmeur.

Aber dann kommt der Reinhard Mey mit seinem Klassiker „Ankomme, Freitag, den 13.“: noch heute kann ich mir über diese schelmische Ballade köstlich amüsieren …

Ebenfalls ein Klassiker: „Sag mir wo die Blumen sind“ von der großen Marlene Dietrich … noch heute beeindruckend in seiner Schlichtheit, ohne dass dadurch die Tiefe dieses Anti-Kriegs-Liedes leidet.

Ein wenig bombastischer dann die deutschsprachige Version von „Nathalie“, auch textlich hörenswert.

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Ein wenig überraschend taucht dann noch die Anneliese Rothenberger auf … keine Frage: die konnte schon singen … hier singt sie ja schon fast wie ein Engel aus anderen Sphären …

Also ein nette musikalische Zeitreise in eine Epoche, in der durchaus auch anspruchsvollere Lieder Platz auf so einer Benefiz finden konnten.

Interessieren würde mich, wie viele Einnahmen dann tatsächlich an die UNICEF überwiesen wurden …

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Titel:
01. Heino: In einer Bar in Mexico (v.Kleebsattel) 3.17
02. Christian Anders: Du hast sie verloren (Anders/Jay) 3.12
03. Howard Carpendale: Wenn unsere Liebe ewig so bliebe (Clan/Springbock) 2,41
04. Udo Jürgens: …Und dann sagt man sich Goodbye (Jürgens) 3.01
05. Bill Ramsey: Abraham (Hofer) 3.16
06. Cliff Richard: Concerto (Gordoni/Hertha) 2.59
07. Adamo: Komm in mein Boot (Adamo/Brandin) 4.08
08. Reinhard Mey: Ankomme, Freitag, den 13. (Mey) 4.52
09. Sacha Distel: Deine heimlichen Träume (Mayer/Kunze) 2.49
10. Marlene Dietrich: Sag mir wo die Blumen sind (Colpe/Seeger) 3.37
11. Gilbert Becaud: Nathalie (Becaud/Hertha/Delanoe) 2.49
12. Anneliese Rothenberger: Romance Espagnole (Traditional/Grund) 2.01

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Hey Leute, hört beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Zog einst bis an der Erde Ende,
ob ich Sonderbares fände,
Gaben, Lichter, Götter, oder Tand,
fand in Stein gehau´ne Fragen,
Zauberkunst aus alten Tagen,
fand die Weisheit am Poseidon Strand.

Hey Leute, hört beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Narrenspiel und hehre Dramen,
all das trug ich wohl zusammen
für die Jahrmarktsbude dieser Welt.
Wahrheit, Schein, Gerüchte, Lügen,
und kein Jota wird verschwiegen
wenn Abraham den Kirmes hält.

Hey Leute, hört beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Schönes aus den alten Zeiten,
edle Werte, die uns leiten,
und ein gutes Werk, das Heil erbringt.
Was noch für den Schwärmer bliebe,
ein paar Töne zarter Liebe,
wie´s der Gondoliere wohl besingt.

Tschumbamba, ba-tschumbamba, ba-tschumbambambaba!
Ja, kommt und wühlt in Kitsch und Künsten,
Abraham ist stets zu Diensten,
nehmt den Kram und werdet froh damit!
Bam Bam Bam tschumbamba…

Hey Leute, lest beim Trödler Abraham,
seht euch mal um beim alten Abraham!

Christian Anders – Ich kann dich nicht vergessen (1978)

frontcover1Der Christian Anders war ganz sicher eine der schrägsten und durchgeknalltesten Schlagersänger in unseren Breitengraden.

Christian Anders (* 15. Januar 1945 in Bruck an der Mur, Steiermark, als Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo) ist ein österreichischer Schlagersänger, Musiker und Komponist. Er ist auch im Filmgeschäft und als Autor esoterischer und verschwörungstheoretischer Bücher tätig.

Ende des Zweiten Weltkrieges wanderten seine Eltern mit ihm nach Italien, der Heimat seines Vaters, aus. Die ersten neun Jahre seines Lebens verbrachte er auf der Mittelmeerinsel Sardinien, wo er in Cagliari eine italienische Klosterschule besuchte. Als er zehn Jahre alt war, zog seine Familie mit ihm nach Deutschland und lebte in einem Asylheim in Offenbach am Main. Anders schloss die mittlere Reife ab und begann eine Ausbildung zum Elektroinstallateur.

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Christian Anders als Gitarrist der Band The Tonics, ca. 1965

In seiner ersten Band Christian Anders and the Tonics spielte er Gitarre, sang in einem amerikanischen Klub und schloss sich einer Band an, mit der er umherreiste und sein erstes Geld verdiente. 1966 nahm er ein Tonband auf, schickte es an eine Plattenfirma und erhielt einen ersten Schallplattenvertrag.

Anders erlernte die asiatischen Kampfsportarten Karate, Taekwondo und Aikidō, errang den Schwarzen Gürtel in ersterem, wurde Lehrer in diesem Sport und leitete in München eine eigene Karateschule.

1968 erhielt er für den Titel Als wir uns trafen einen neuen Plattenvertrag. 1969 war Anders mit dem Schlager Geh’ nicht vorbei der erfolgreichste deutsche Nachwuchssänger. In nur fünf Monaten wurden mehr als eine Million Schallplatten verkauft. 1971 gründete er seinen ersten eigenen Musikverlag in Berlin, Chranders Records.

Seinen ersten Fernsehauftritt hatte er in der ZDF-Sendung drehscheibe. Er war oft zu Gast in der ZDF-Hitparade und in den Hitlisten von Radio Luxemburg, wo er auch als Diskjockey tätig war. Es folgten rund 25 Hits; der bekannteste ist Es fährt ein Zug nach Nirgendwo aus dem Jahre 1972.

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Single, 1968

Anders spielte nicht nur Gitarre, sondern schrieb auch eine Beatgitarre-Schule; er sang nicht nur, sondern textete, komponierte und arrangierte seine Lieder selbst.

Insgesamt schrieb Anders etwa 1.100 Lieder und Gedichte. Weiterhin schrieb er Romane, vor allem Krimis, die in Zeitschriften und als Bücher veröffentlicht wurden.

Als Darsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent oder Komponist wirkte er in mehreren Filmen mit. Dabei spielte er unter anderem neben Uschi Glas, Peter Weck und Peggy March. Seine beiden Regiearbeiten – der Actionfilm Die Brut des Bösen und der Erotikfilm Die Todesgöttin des Liebescamps – wurden von der Kritik verrissen und waren auch kommerziell nur mäßig erfolgreich.

1987 verkaufte er seinen Musikverlag und siedelte in die USA über. 1991 kam seine erste amerikanische CD Lanoo – Alive in America heraus.

1993 kehrte er nach Deutschland zurück und feierte gleichzeitig sein 25-jähriges Schallplattenjubiläum. Sein Musical Der Untergang des Taro Torsay wurde in Hamburg, Köln und München aufgeführt.

Anders, der zu Zeiten seiner Erfolge einen vergoldeten Rolls-Royce fuhr, brachte ein Vermögen von 25 Millionen Euro durch und war am Tiefpunkt seiner Karriere obdachlos, mit Millionenschulden. Erst seine zweite Ehe lenkte sein Leben ab 2004 wieder in geordnete Bahnen.

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Eine Best Of aus dem Jahr 1994

Anfang 2013 gab er zahlreiche Konzerte in SB-Warenhäusern, unter anderem in Göttingen, Duisburg, Leißling, Erfurt, Schwedt und Sankt Augustin. Im Herbst 2013 tourte er durch die Berliner Vitanas-Seniorenresidenzen.

Anders spricht nach eigener Darstellung Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und etwas Japanisch.

Unter dem Pseudonym Lanoo veröffentlichte Anders mehrere Bücher zu Esoterikthemen und Verschwörungstheorien. In The Man W.H.O. Created AIDS spekulierte er darüber, dass HIV unter Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation WHO künstlich geschaffen und gezielt auf Homosexuelle und Schwarze angesetzt worden sei.

Darüber hinaus verfasst er Lieder mit politischen Bezügen, z. B. Der Hai, dessen ursprünglicher Text folgende Passage enthielt:

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Eines seiner zahlreichen Bücher

„Ich hab die Macht, ich hab das Geld, ich bin der Herrscher dieser Welt. / Ich schick euch täglich auf die Rolle, ihr kennt sie nicht, ‚die Protokolle‘. […] Auf sieben Säulen ruht die Welt, sieben Familien haben das Geld / Ob Rothschild, Cohn oder Donati, man nennt uns auch Illuminati / Mit Aids verseuchen wir die Welt, und machen mit der ‚Heilung‘ Geld.“

Da von verschiedener Seite der Liedtext als Propagierung antisemitischer Stereotype (z. B. Protokolle der Weisen von Zion oder Jüdische Weltverschwörung) betrachtet wurde und Anders zudem George W. Bush mit Adolf Hitler verglichen hatte, wurde er – nach eigener Aussage angeblich selbst „jüdischer Abstammung“ – kritisiert. In einer später verbreiteten Version enthält der Text nicht mehr die jüdischen Namen Rothschild, Cohn und Donati.

Anders ist Impfgegner und bezeichnete in einem Interview „Kinder-Impfer“ als „Kinderschänder“, da ausnahmslos alle Impfungen völlig wirkungslos seien und erst die Krankheit auslösen und verbreiten würden, die sie eigentlich verhindern sollten. Wirtschaftlich bezieht er für die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells Position.

2009 griff Anders Bundeskanzlerin Angela Merkel auf YouTube mit den Worten an: „… für mich sind Sie eine Lügnerin, Betrügerin und haben sogar hohe kriminelle Energie … Ihre Unattraktivität, Frau Merkel, wird nur noch übertroffen von Ihrer Inkompetenz.“ Die Kanzlerin könne ihn „auch gerne anzeigen deswegen“. An anderer Stelle behauptete Anders „Angelika Merkel und der Rest“ seien „Bilderbergerpuppen, die überhaupt nichts zu sagen haben“; die Welt werde „regiert von sieben Familien“, die er in seinem Buch des Lichts benenne.

Auf seinem Youtube-Kanal verbreitete Anders auch 2015 Verschwörungstheorien, so zum Beispiel, dass Michelle Obama ein Mann sei, Adolf Hitler Kommunist und Albert Einstein geistig behindert gewesen sei, oder die Behauptung, dass der ertrunkene zweijährige Alan Kurdi in Wahrheit kein Flüchtlingskind sei. Einige seiner entsprechenden Videos löschte er nach einer Medienanfrage. Ein Clip, in dem er die Behauptung aufstellte, dass die Seuche Ebola nur erfunden sei, blieb unter anderem jedoch im Netz.

Zum durch erweiterten Suizid des Piloten verursachten Absturz von Germanwings-Flug 9525 vertrat Anders die These, dass die Passagiere bereits vor Flugantritt durch Organentnahme getötet worden seien.

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Christian Anders kämpft für seinen Bruder Dieter Schinzel

Anders ist Bruder des SPD-Politikers Dieter Schinzel. Als gegen diesen 1994 ein Verfahren wegen versuchter Hehlerei anhängig war, demonstrierte Anders nackt und angekettet für seinen Bruder vor dem Aschaffenburger Gefängnis. Das Verfahren wurde eingestellt.

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Christian Anders mit Heather Thomas

Als er in Amerika lebte, war er mit der Schauspielerin Heather Thomas liiert, die durch ihre Rolle als Jody in der Serie Ein Colt für alle Fälle in den 1980er Jahren bekannt wurde. Beide kannten einander bereits von den Dreharbeiten zum Film Der Stein des Todes (Death Stone) aus dem Jahr 1986. Um 1999 war Anders mit der Schlagersängerin Jennah Karthes verlobt und trat mit ihr in diversen Boulevard-Sendungen auf. Im Jahr 2006 heiratete er Birgit Diehn. (Quelle: wikipedia)

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Hört man sich diese LP mal an, da keinem schon die Spucke wegbleiben. Er setzt einerseits geschickt seine Fähigkeit ein, im Falsett zu singen:

Im weiteren Sinne wird der Begriff als das verstanden, was landläufig Kopfstimme oder auch manchmal (fälschlich) „Fistelstimme“ genannt wird, also die um eine Oktave hochgestellte männliche Sprech- oder Gesangsstimme, bei der die Stimmbänder nicht vollständig, sondern nur an ihren Rändern schwingen, wodurch ein weicher und grundtöniger Klang zustande kommt. Im engeren (musikalischen) Sinne schließt der Begriff Falsett die Verstärkung dieser Randschwingungsstimme in der Tiefe durch die klangliche Beimischung der Brust- und Kopfstimme ein. Diese Technik ermöglicht es Countertenören, den Übergang zu tieferen Lagen dynamisch auszugleichen. Beim Jodeln ist der ständige Wechsel zwischen Normalstimme und Falsett kennzeichnend. (Quelle: wikipedia)

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Christian Anders mit Birgit Diehn

Er jodelt aber nicht, sondern singt und was er da singt, spottet eigentlich jeder Beschreibung.

Aber er hat es ja selbst auf den Punkt gebracht:

Bunte Seifenblasen voller Illusionen … eigentliche müsste man prüfen, ob für so eine Musik nicht das Strafgesetzbuch angepasst werden müsste.

Und seine vermutlich überwiegenden weiblichen Fans .. Gott bewahre, wenn sie auf diese Illusionen reingefallen sind …

Warnhinweis: Für Risiken und Nebenwirkungen gleichgültig welcher Art, übernehme ich keine Haftung.

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Besetzung:
Christian Anders (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01. Verliebt in den Lehrer (Anders) 2.54
02. Endstation für uns’re Liebe (Anders/Power-Team) 4.10
03. Bunte Seifenblasen voller Illusionen (Anders/Power-Team) 3.15
04. Am Strand von Las Chapas (Anders/Holm) 3.11
05. If I Could Choose Again (Anders/Power/Jonas) 3.32
06. Wir tanzten einen Sommer lang (Anders/Power-Team) 4.16
07. Die Gitarren von Bali (Anders/Power-Team) 4.20
08. Ich kann dich nicht vergessen (Anders/Power/Jonas) 3.23
09. Weisst du noch, als wir noch Kinder waren? (Anders/Power-Team) 4.07
10. Johnny Johnny (Anders/Power-Team) 3.32
11. Wie wird die nächste Liebe sein? (Anders/Power-Team) 4.05
12. Spanish Discoteque (Anders/Holm) 3.11

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Seine erste LP: eine Beat-Gitarren-Schule (1965) !

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Christian Anders – Beat Gitarren Schule, Vol. 1 (1965)

FrontCover1Und jetzt steigen wir mal wieder ganz tief in den Keller der extremen Raritäten deutscher Musikgeschichte:

Es begab sich in jenen Tages des Jahres 1965, dass ein junger Mann namens Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo sich daran machte, seinen Altersgenossen das Gitarrenspiel beizubringen, damit man auch ordentlich eine „Beat-Gitarre“ spielen konnte.

Und so erschien dann im gleichem Jahr die „Beat Gitarren Schule“ auf dem Label „Joker Schallplatten“.

Und ein kleiner Rückblick auf die frühen Jahre des Herrn Schinzel-Tenicolo:

Christian Anders (* 15. Januar 1945 in Bruck an der Mur, Deutsches Reich, heute Österreich als Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo) ist ein österreichischer Schlagersänger, Musiker und Komponist. Er wirkt auch im Filmgeschäft und als Schriftsteller.

ChristianAnders1965Zum Kriegsende wanderten seine Eltern mit ihm nach Italien, der Heimat seines Vaters, aus. Die ersten neun Jahre seines Lebens verbrachte er auf der Mittelmeerinsel Sardinien, wo er in Cagliari eine italienische Klosterschule besuchte. Als er zehn Jahre war, zog seine Familie mit ihm nach Deutschland und lebte in einem Asylheim in Offenbach am Main. Anders schloss die mittlere Reife ab und begann eine Ausbildung zum Elektroinstallateur.

In seiner ersten Band Christian Anders and the Tonics spielte er Gitarre, sang in einem amerikanischen Klub und schloss sich einer Band an, mit der er umherreiste und sein erstes Geld verdiente. 1966 nahm er ein Tonband auf, schickte es an eine Plattenfirma und erhielt einen ersten Schallplattenvertrag. (Quelle: wikipedia)

Aber bevor er eben zu diesem ersten Schallplattenvertrag kam, hatte er bereits diese LP veröffentlicht:

Mit einer für sein Alter erstaunlichen Seriosität und Ernsthaftigkeit wird dem Hörer nun das kleine ABC des Gitarrenspiels erläutert. Das geht bei den Grundlagen los („Sie sehen hier eine sogenannte Halbresonanz Gitarre, die es Ihnen ermöglicht mit oder ohne Verstärkung zu spielen. Nachdem Sie sich die Erklärungen der Begriffe Hals, Kopf, Schallkörper, Schlagbrett, Bund, Tonabnehmer und Plektrum durchgelesen haben, wenden wir uns nun den 6 Saiten der Gitarre zu“)

Und so geht´s dann weiter. Heute klingt das ganze ziemlich schulmeisterlich („Ich hoffe Sie haben Ihre Lektion gelernt und können G7 und C-Dur einigermaßen greifen“), aber das erhöht den Amüsier-Faktor nur.

Und unweigerlich erinnert man sich an die ersten eigenen Gehversuche, so eine Beat-Gitarre zum klingen zu bringen. Verkrampfte Finger, hochroter Kopf und 07AVerzweiflung im Gesicht.

Immerhin kann man dann am Schluß der 40 Minuten die Begleitgitarre zu den Hits  „Green Green Grass Of Home“ (Tom Jones) und „Memphis Tennessee“ (Chuck Berry) spielen.

Und natürlich konnte sich dieses Projekt nur realisieren lassen, wenn der LP auch ein ausführliches Begleitheft beigelegt wurde, in dem man nicht nur die gesamten Texte nachlesen konnte, sondern auch viele Detailfotografieren das Lernen erleichtern sollten.

Von daher gesehen war das schon ein verdammt ambitioniertes Projekt, wenngleich es sicherlich kein sonderlich großer Erfolg war. Die LP wurde scheinbar von Framus Gitarrenbau unterstützt, denn Christian Anders spielt nicht nur auf einer Framus Gitarre, sondern es wurde der LP auch ein 6seitiger Framus-Katalog beigelegt.

Aber die Erfolge stellten sich für Christian Anders dann ja weniger Jahre später umso heftiger ein.

Und: wie sollte es anders sein, dass auch diese Rarität aus dem Fundes von Mr. Jancy stammen und ich mich mal wiederganz, ganz herzlich bei ihm für diese Leihgabe bedanken möchte !!! Einfach nur super !

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Besetzung:
Christian Anders (guitar)
+
ein paar Studiomusiker zur Begleitung bei „Green Green Grass Of Home“ und „Memphis Tennessee“

 

Titel:

Seite 1:
01. Lektionen 01 – 04

Seite 2:
02. Lektionen 05 – 08

Und hier noch ein paar Beispiele aus dem Beiheft:

10A
21A
23ADie angekündigte „nächste Folge“ der Beat-Gitarren-Schule ist dann übrigens nie erschienen.

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Übrigens, noch einfacher als der C-Dur Griff ist der E moll Griff zu spielen !

Verschiedene Interpreten – Weißt Du noch (70er Jahre)

FrontCover1Also, dieser Sampler, der unter dem Motto „Das teuerste Programm der Welt“ vermarktet wurde, ist schon eine besonders drollige Angelegenheit.

Das Album enthält „Goldene Schallplatten und Super-Oldies der 50er- und 60er Jahre“ und dabei ist eine höchst skurille Mixtur aus unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen entstanden.

Da ist zum einen das höchst laszive „Fever“ von Peggy Lee zu geniessen, um anschließend den albernen Fred Bertelmann mit seinem „Singenden Vagagund“ zu hören.

Im Prinzip hören wir hier eben jede Menge jener Lieder, die sich oftmals ins kollektive Gedächtnis eingeprägt haben wie z.B. „Milord“ von Edith Piaf oder „Ein Schiff wird kommen“ (Lale Andersen)

Aber dann auch Knaller wie den „Babysitter-Boogie“ (von dem unvergessenem Ralf Bendix) oder gar das exotische, weil aus Japan stammende „Sukiyaki“ Lied.

Ach … es gäbe ja so viel zu schreiben, zu vielen Liedern gäbe es zu viele persönliche Geschichten …

Aber, die Macher dieser LP schwankten wohl ein wenig hin und her: So etliche der Lieder (oder auch Schmachtfetzen) waren alles andere als Hits … Wer kennt z.B. die Chaplin Komposition „Konzert für Dirigent und Orchester“ inder Fassung des Das Hoffnung Sinfonie Orchester (anhören !), oder eine Alma Cogan, die den „Tennessee Waltz“ auf deutsch trällert … oder gar einen Hans-Arno Simon ?

Alma Cogan

Alma Cogan

Und zum anderen hat man all die Hits und Schlager so zusammengeschnitten, dass daraus letztlich nur kleine Appetithäppchen geworden sind … kein Wunder, wenn man versucht sage und schreibe 28 Lieder auf eine LP zu bringen.

Das nenn´ ich dann einen musikalischen coitus interruptus … oder aber auch: eine musikalische Reise der besonderen Art, die Lust darauf macht … so manch, so etliche der Künstler wieder mal genauer unter die Lupe zu nehmen … Belina, Esther Ofarim und Gilbert Becaud z.B. …

Und dann am Ende dieser abenteuerlichen, schon fast aberwitzigen Reise (bei der dann u.a. plötzlich auch noch Yehudi Menuhin & Stephane Grapelli auftauchen) dann auch noch das Lied „Kinderspiele“ von Esther Ofarim … und da taucht in meiner Erinnerung meine erste Ehefrau auf, die damals, in den 80er Jahren dieses Lied mit all ihrer mütterlichen Liebe unseren Töchtern immer und immer wieder vorgesungen hat …. und ich empfinde für all diese Stunden des gemeinsamen musizierens (ich war als Gitarrist beteiligt) tiefe Dankbarkeit.

Und so kommt es, dass ich dieses Album, so billig es auch konzipiert wurde (diese LP war Teil einer 5 LP´s umfassenden Box) , in mein Herz geschlossen habe.

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Titel:
01. Les Paul & Mary Ford: The World Is Waiting For The Sunrise (Seitz/Lockhart) 1.40
02. Die Schaumburger Märchensänger: Der fröhliche Wanderer (Müller/Siegesmund) 1.13
03. Hans-Arno Simon: Anneliese (Simon) 1.39
04. Peggy Lee: Fever (Davenport/Cooley) 1.30
05. Fred Bertelmann: Der lachende Vagabund (Lowe/Moesser) 1.34
06. Tony Renis: Quando, Quando, Quando (Renis/Testa) 1.37
07. Ralf Bendix und die kleine Elisabeth: Babysitter-Boogie (Parker/Relin) 1.09
08. Edith Piaf: Milord (Moustaki/Monnot) 1.37
09. Nat King Cole: Ramblin´Rose (J.Sherman/N.Sherman) 1.25
10. Lale Andersen: Ein Schiff wird kommen (Hadjidakis/Busch) 1.44
11. Kyu Sakamot: Sukiyaki (Ei/Nakamura) 1.46
12. Heino: Jenseits des Tales (Götz/Münchhausen) 1.40
13. Bobbie Gentry: Ode To Billie Joe (Gentry) 1.01
14. Christian Anders: Geh nicht vorbei (Heider/Relin) 1.40
15. Das Hoffnung Sinfonie Orchester: Konzert für Dirigent und Orchester (Chaplin) 1.04
16. 3 Travellers: Cement Mixer (Gaillard/Ricks) 1.40
17. Marlene Dietrich: Puff, der Zauberdrachen (Yarrow/Lipton/Oldorp) 1.40
18. Golden Gate Quartett: Joshua Fit The Battle Of Jericho (Traditional) 1.41
19. Yehudi Menuhin & Stephane Grapelli: Jealousy (Gade) 1.41
20. Liza Minelli: Gypsy In My Soul (Bolland(Jaffe) 1.59
21. Larry Adler: Le Rififi (Phillipe/Gérard) 1.36
22. Botho Lucas Chor: Danke (Schneider) 1.42
23. Alma Cogan: Tennessee Waltz (Stuart/King/Hansen) 1.42
24. Adamo: Inch´Allah (Adamo) 1.39
25. Belina: Man hat uns nicht gefragt (Hollaender) 1.44
26. Gilbert Becaud: Nathalie (Becaud/Delanoe) 1.38
27. The Beach Boys: Sloop John B. (Traditional) 1.03
28. Esther Ofarim: Kinderspiele (Ferstl/Heine) 1.34

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