Rundfunkkammerorchester Michael Scholowsky – Eine kleine Nachtmusik (ca. 1955)

FrontCover1.jpgSieht man auch nicht mehr alle Tage … ne Neckermann Single aus den 50er Jahren:

Die Geschichte des Neckermann Imperiums hat auch viel mit der sog. Arisierung im III. Reich zu tun:

„Wie viele strebsame junge Männer ging Neckermann im Dritten Reich nach Berlin. Dort hatte er den Referenten des Wirtschaftsministeriums schon vorher oft seinen Kummer über die „sturen“ Würzburger Händler geklagt. In Berlin bot ihm das Bankhaus Hardy & Co. im Jahre 1938 das der Arisierung unterworfene Textil-Versandgeschäft „Wäschemanufaktur Carl Joel“ zum Kauf an. Mit dem Kauf dieses Betriebes hatte der junge Neckermann nun endlich die passende Branche gefunden. Alles, was er sich wünschte – Massenproduktion, Massenabsatz und Verzicht auf Zwischenhandelsstufen – , war im Versandgeschäft möglich. Neckermann zahlte für Joels Betrieb rund eine Million Mark. Seine Neider sagen, er habe damit das Geschäft seines Lebens gemacht. “ (Der Spiegel, 44/1955; damals widmete Der Spiegel dem Neckermann eine Titelstory; diese liegt der Präsentation bei.)

Nun ja, und die Neckermänner wollten dann natürlich so ab 1953 auch Schallplatten verkaufen:

„Nach dem Radiogerät baute das Frankfurter Versandhaus einen Phono-Super (Radiogerät mit Plattenspieler). Und als auch die Schallplatten-Industrie sich weigerte, ihn zu beliefern, produzierte Neckermann kurzerhand Platten in eigener Regie. Das Ergebnis: Seine Langspielplatten sind um etwa die Hälfte billiger als die über den Ladentisch verkauften. Systematisch erweiterte der trutzige Kaufmann sein Elektro-Sortiment.“ (Der Spiegel, 44/1955)

NeckermannSchallplattenspieler

Ein Neckermann Schallplattenspieler aus den 50er Jhren

Und hier haben wir also so eine Schallplatten, sie kommt als Single daher, erfordert aber 33 Upm … das nannte man damals „Kleine Langspielplatte“.

Wir hören den klassischen  Gassenhauer „Eine kleine Nachtmusik“ von Mozart, dargeboten von dem „Rundfunkkammerorchester“ unter der Leitung von Michael DerSpiegel1955Scholowsky.

Über diesen Michael Scholowsky konnte ich jetzt erstmal nichts in Erfahrungen bringen, außer dass er in den 50er Jhren bei diverse Billigproduktionen diverser Labels mitgewirkt hat.

Und hier hören wir auch ganz sicher keine Referenzaufnahme dieses Klassikers; aber immerhin die Klangqualität hat fast das Prädikat „astrein“ … schon ein wenig verwunderlich, bedenkt man, wieviele Jahrzehnte diese Single auf dem Buckel hat.

Ansonsten istz dies halt ein kleiner Beitrag zur Geschichte der Schallplatte im Nachkriegsdeutschland.

Ach ja … der Josef Neckermann war mir in alle den Jahren nie sonderlich sympahtisch …

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Alternatives Front + Back Cover

Besetzung:
Rundfunkkammerorchester Michael Scholowsky

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Titel:

Eine kleine Nachtmusik (KV. 525)
01. Erster Satz 4.12
02. Zweiter Satz 4.23
03. Dritter Satz 2.17
04. Vierster Satz 4.10

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

LabelB1

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EliteLabel

Diese Aufnahme erschien dann selbst in Dänemark und zwar auf dem Elite Label

Die Colorados – Die allerbeste Baiao Band – Schon in der Schule (1955)

FrontCover1Eine etwas sehr rätselhafte Single aus dem Jahr 1955 …

Dieses Combo nannte sich „Die Colorados und die Colorado Band“ und man zelebrierte auf beiden Seiten der Single dem brasilianischen Tanzstil „Baião)

Baião (auch baiano oder abaianado) ist ein Tanz und sehr einflussreicher Rhythmus in der brasilianischen música nordestina, der Musik des Nordostens. Dieser Grundrhythmus liegt mit variierenden Instrumentierungen den meisten Stilen dieser Region zugrunde: Forró, Côco, Ciranda und Embolada. Der Baião ist aus dem Volkstanz Baiano hervorgegangen, der aus Bahia stammt und erstmals 1842 erwähnt wurde. Typische Instrumente des Baião sind das Pandeiro, Zabumba, Akkordeon (Sanfona), Triangel und Gitarre (Violão). (Quelle: wikipedia)

Nun und diese Single ist für ihr Alter nicht nur erstaunlich gut erhalten, sondern sie klingt auch erstaunlich gut, zumindest für jene Zeitgenossen, die mit südamerikanischen Rhythmen und Klängen was anfangen können.

Leider finden sich über diese Single so gar keine Informationen. Erst dachte ich, es könnte sich um ein Frühwerk von Ronny handeln (der ja Anfang der 60er Jahre zusammen mit Rolf Simson eine gleichnamige Band gegründet hat). Aber angesichts der so ganz anderen Musik (mit Verlaub: Ronny war ganz sicher keiner, der südamerikanische Lieder zum besten geben konnte), war das eine Täuschung.

Es bleibt also rätselhaft, wer sich hinter diesem Namen verbirgt. Aber eins ist sicher: irgendwie waren sie ihrer Zeit voraus; die Deutschen hatten damals ja erst Bella Italia zu entdecken … da musste Südamerika erstmal hinten anstehen.

ElectrolaHülle1

Mein Flohmarkt – Exemplar steckt „fälschlicherweise“ in einer Firmenhülle von Electrola

Besetzung:
Die Colorados und die Colorado Band

Single

Titel:
01. Die allerbeste Baiao Band (D´Arena/Bradtke) 2.50
02. Schon in der Schule (Oldörp/Niessen/Bradtke) 2.48

LabelA1

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Münchner Bach Orchester (Karl Richter) – Wolfgang Amadeus Mozart – Konzert für Flöte – Harfe und Orchester C-Dur, KV 299 (1955)

FrontCover1Das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur KV 299 ist ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart für Flöte, Harfe, und Orchester. Es ist das zweite von insgesamt drei Doppelkonzerten, die Mozart schrieb (ein viertes blieb Fragment). Außerdem ist es das einzige Werk des Komponisten, in dem eine Harfe besetzt ist.[1]. Das Stück gehört zum festen Repertoire beider Instrumente und ist oft auf Aufnahmen und im Konzert zu hören.

Mozarts zweiter Parisaufenthalt vom 23. März bis zum 26. September 1778 war der Tiefpunkt einer knapp eineinhalb Jahre dauernden, zusammen mit der Mutter unternommenen Reise durch Deutschland und Frankreich, die der erfolglos gebliebenen Suche nach einer Stelle als Kapellmeister diente. Abgesehen vom Tod der Mutter am 3. Juli zeugen die erhaltenen Briefe aus dieser Zeit von fehlgeschlagenen Aufführungen (nur die Ballettmusik Les petits riens KV 299b wurde öffentlich zu Gehör gebracht), persönlichen Zurücksetzungen und unbezahlten Unterrichtsstunden und Kompositionsaufträgen. Mozart verkehrte ab März oder April mit Adrien-Louis Bonnières de Souastre, Comte (oder Duc) de Guines, und seiner Tochter, der er Kompositionsunterricht erteilte. Seine Eindrücke waren ambivalent. Am 14. Mai 1778 schrieb er an Leopold Mozart:

Notenblatt  „[…] ich glaube, ich habe ihnen schon im lezten brief geschrieben, das der Duc de guines, dessen tochter meine scolarin in der Composition ist, unvergleichlich die flöte spiellt, und sie magnifique die Harpfe; sie hat sehr viell talent, und genie, besonders ein unvergleichliches gedächtnüß, indemm sie alle ihre stücke, deren sie wircklich 200 kann, auswendig spiellt. sie zweifelt aber starck ob sie auch genie zur Composition hat – besonders wegen gedancken – idéen, – ihr vatter aber der (unter uns gesagt, ein bischen zu sehr in sie verliebt ist) sagt, sie habe ganz gewis idéen, es seye nur blödigkeit – sie habe nur zu wenig vertrauen auf sich selbst. Nun müssen wir sehen. wenn sie keine idéen oder gedancken bekömmt (denn itzt hat sie würcklich gar – keine), so ist es umsonst, denn – ich kann ihr weis gott keine geben. […]“

Offenbar auf den Comte de Guines und seine Tochter bezieht sich, was die Mutter Maria Anna Mozart am 5. April an Leopold Mozart schrieb: „[…] hernach hat er für einen duc 2 Consert zu machen, eins für die flautraver, und eines für die harpfe“. Wenn man annimmt, dass die „2“ Konzerte eine Irrtum sind, könnte sich diese Briefstelle auf das Doppelkonzert KV 299 beziehen, das demnach im Frühjahr 1778 entstanden wäre. Kurze Zeit später war Mozart bereits gründlich enttäuscht; am 9. Juli 1778 schrieb er über die Tochter, sie sei „von herzen dumm, und dann von herzen faul“, und am 31. Juli über den Vater: „er wollte mir also für 2 stunden eine stunde zahlen – und dieß aus égard [„Rücksicht“, wohl ironisch], weil er schon 4 Monath ein Concert auf die flöte und harpfe von mir hat, welches er mir noch nicht bezahlt hat.“ Auch diese Briefstelle weist auf eine Entstehungszeit im Frühjahr 1778 hin.

Zu Mozarts Zeit wurden wenige Konzerte für Harfe komponiert. Die Komponisten der überlieferten Werke waren meist selbst Harfenisten (z.B. Johann Baptist Krumpholtz) oder arrangierten Klavier- oder Cembalokonzerte für die Harfe (z.B. Carl Ditters von Dittersdorf). Lediglich der österreichische Komponist Johann Georg Albrechtsberger, der Lehrer von Mozarts Sohn und später Ludwig van Beethovens, schrieb in den Jahren 1772/73 ein paar Werke für Harfe und Orchester. (Quelle: wikipedia)

KarlRichterDiese Fassung entstand unter der Leitung des Dirigentzen Karl Richter, die ja eigentlich sich eher mit seinen Bach-Interpretationen einen Namen gemacht hat:

Karl Richter (* 15. Oktober 1926 in Plauen; † 15. Februar 1981 in München) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Organist und Cembalist.

1926 wurde Karl Richter, Sohn eines evangelischen Pfarrers, Kruzianer in Dresden, geboren. Nach dem Krieg studierte er am Konservatorium Leipzig und am Institut für Kirchenmusik bei Karl Straube und Günther Ramin und entwickelte sich dort zum Bachinterpreten. 1949 wurde er Thomasorganist. 1951 wechselte er als Kantor an die Markus-Kirche nach München. In München lehrte er an der Musikhochschule und wurde 1956 zum Professor ernannt. 1951 übernahm er den Heinrich-Schütz-Kreis, den späteren Münchener Bach-Chor, 1953 das Münchener Bach-Orchester und wurde damit einer der international bekanntesten Bachinterpreten.

Karl Richter leitete 1968 in Moskau und Leningrad Aufführungen der Johannes-Passion und der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Seine Interpretation des 2. Brandenburgischen Konzertes führt den musikalischen Teil der Schallplatte Voyager Golden Record an, die als Botschaft der Menschheit an Bord der Sonden Voyager 1 und Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen hat. Richter baute seinen Ruf als Bachinterpret kontinuierlich aus. Seine Auffassungen waren dabei durch seine Herkunft aus der Leipziger Schule bestimmt: Vergleichsweise große Instrumental- und Chorbesetzung, von spätromantischer Musiziertradition geprägte Ausdrucksmittel, hochexpressive Gestaltung. Der bereits zu seiner Zeit einsetzenden, musikwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehenden „historischen Aufführungspraxis“ stand Richter fern. So setzte er durchgehend modernes Instrumentarium ein. Schüler von ihm sind Hedwig Bilgram, Günter Jena, Walther R. Schuster, Albrecht Haupt und Rudolf Kelber. Mit dem Münchner Geiger Otto Büchner (Musiker) (1924-2008) bestand eine besonders gute musikalische und persönliche Partnerschaft.

Richter starb 1981 an Herzversagen. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich beerdigt. (Quelle: wikipedia)

Dieses 10 inch Album erschien in der Edition „Berühmte Künstler – Unsterbliche Musik“; weitere Aufnahmen dieser Edition werden hier folgen. Und: auch wenn ich wahrlich kein Klassik-Kenner bin: Der Mozart hatte schon ein verdammt gutes Gespür für diese Musik ! Und: Aufnahmen wie diese … können einem die klassische Musik näher bringen.

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Immer wieder nett anzusehen: Die Innenhülle mit vielen weiteren Schallplatten des Labels

Besetzung:
Aurélle Nicolet (flute)
Rose Stein (harp)
+
Das Münchner Bach Orchester unter der Leitung von Karl Richter

BackCover1

Titel:
01. Erster Satz: Allegro 10.15
02. Zweiter Satz: Andantino 9.01
03. Dritter Satz: Rondo – Allegro 7.49

LabelA1
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Werner Krauss – Verteidigungsrede des Sokrates (1955 – 1959)

FrontCover1Heute würde man Hörbuch dazu sagen, damals hatte die Telefunken eine Serie namens „Wort und Stimme“ und im Rahmen diese Serie erschien 1959 eine Wiederveröffentlichung einer Aufnahme aus dem Jahr 1956. Anlass dafür war ganz sicher die Tatsache, dass der Schauspieler Werner Krauss in diesem Jahr und um genauer zu sein, am 20. 10.1959 verstorben war.

Hier trägt er die „Verteidungsrede des Sokrates“ vor,

Die Apologie des Sokrates (griechisch Ἀπολογία Σωκράτους Apología Sōkrátous) ist ein Werk des antiken Philosophen Platon. Es handelt sich um eine literarische Gestaltung der Verteidigungsrede (Apologie), die Platons Lehrer Sokrates vor dem athenischen Volksgericht hielt, als er im Jahr 399 v. Chr. wegen Asebie (Gottlosigkeit) und Verführung der Jugend angeklagt war. Angefügt sind seine Stellungnahmen zum Strafmaß und zum Ausgang des Verfahrens. Die Apologie besteht somit aus drei aneinandergereihten Reden, die der Angeklagte nach dieser Darstellung am selben Tag in verschiedenen Phasen des Gerichtsverfahrens hielt. Seine Argumentation beeindruckte die Mehrheit der Richter nicht, sie konnte das Todesurteil nicht verhindern.

Stark umstritten ist in der modernen Forschung die Frage, inwieweit Platons Apologie trotz ihres literarischen, fiktionalen Charakters auch eine zumindest teilweise verlässliche Quelle darstellt, deren historischer Kern brauchbare Informationen über den Prozess liefert. Strittig ist auch, inwieweit sie einen zutreffenden Eindruck von den Motiven und Überzeugungen des historischen Sokrates vermittelt. Die Diskussion dieser Thematik ist Teil der allgemeinen Debatte darüber, mit welcher Zuverlässigkeit das Leben und die Philosophie des historischen Sokrates aus den überlieferten Berichten rekonstruiert werden können. (Quelle: wikipedia)

AnfangDerApologie

Der Anfang der Apologie in der ältesten erhaltenen mittelalterlichen Handschrift,
dem 895 geschriebenen Codex Clarkianus

Unabhängig von den weiterhin offenen Fragen zur Geschichtlichkeit gilt die Apologie als das bedeutendste Werk aus der Frühzeit der klassischen griechischen Philosophie. Sie beschreibt und begründet die Haltung eines gesetzestreuen Bürgers, der schuldlos in einen tragischen Konflikt mit der Justiz geraten ist und dabei unerschütterlich an seinen Grundsätzen festhält. Die Konsequenz und Furchtlosigkeit von Platons Sokrates-Gestalt hat die Nachwelt tief beeindruckt. Das Auftreten des Sokrates vor Gericht wurde zum klassischen Muster für die praktische Umsetzung philosophischer Einsicht in einer Krisensituation. Auch als literarische Schöpfung wird die Apologie sehr geschätzt, sie zählt zur Weltliteratur.

WernerKraussKeine Frage: Werner Krauss war ein bedeutender deutscher Schauspieler. Und zugleich war seine Rolle im III. Reich eine sehr unrühmliche. Es passt zu unserer Nachkriegsgeschichte, dass er dennoch und zwar bereits im Jahr 1954 das Bundesverdienstkreuz überreicht bekam.

Ein paar Schlaglichter über die Haltung dieses Künstlers, die man nur als unverantwortlich bezeichnen kann:

„Als Krauß die Rolle in Jud Süß annahm, fragte ihn der Regisseur Wolfgang Liebeneiner: „Werner, warum machst du das?“ „Weißt du, wie viele Juden ich in diesem Film spiele? Fünf! Und jeden anders“, gab Krauß zur Antwort. „Aber weißt du nicht, welchen Schaden du damit anrichtest?“ „Das geht mich nichts an – ich bin Schauspieler!“

Und so urteilten Kollegen:

Gad Granach, der Sohn von Alexander Granach (ebenfalls ein Schaupieler dieser Zeit), schrieb: „Werner Krauß war zwar kein Nazi, aber immer schon ein wütender Antisemit gewesen (…) Den Shylock konnte ein Schauspieler so spielen, daß die Leute ergriffen waren, er konnte ihn aber auch so spielen wie Werner Krauß. Bei ihm sind die Leute jeden Abend als Antisemiten aus dem Theater gegangen.“

Fritz Kortner urteilte: „Ein Nazi und ein Schweinehund – aber ein großer Schauspieler.“

Hans Söhnker sagte über Werner Krauß: „Über den einsamen Rang des Künstlers Krauß gibt es keine Diskussion. Nur an dem Menschen scheiden sich die Geister.“

Und von daher wieder mal so ein Beitrag in diesem blog, der bei mir ein mehr als schales Gefühl hinterläßt.

BackCover1

Besetzung:
Werner Krauss (Sprecher)

OriginalFrontCover

Originalcover aus dem Jahr 1955

Titel:
01. Verteidungsrede des Sokrates 26.51
02. Schlußwort des Sokrates nach dem Todesurteil 13.01

Text: Platon in der Bearbeitung von Mathias Wieman

LabelB1

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Tonhalle Orchester Zürich – Symphonie Nr. 7 (Beethoven) (1955)

FrontCover1.JPGUnd hier hab´ ich nun eine feine historische Aufnahme aus den 50er Jahren:

Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie in A-Dur op. 92 entstand in den Jahren 1811–1812. Die autographe Partitur ist datiert auf den 13. Mai 1812. Der Widmungsträger ist Moritz Reichsgraf von Fries.

Als Beethoven mit der Komposition der 7. Sinfonie begann, plante Napoleon seinen Feldzug gegen Russland. Nach der 3. Sinfonie – und möglicherweise auch der Fünften – scheint die 7. Sinfonie eine weitere musikalische Auseinandersetzung Beethovens mit Napoleon und dessen Politik zu sein, dieses Mal im Kontext der europäischen Befreiungskriege von der jahrelangen napoleonischen Besatzung. „Das Datum der begonnenen Partiturniederschrift ‚Sinfonie 1812, 13ten May‘ war in jeder Hinsicht historisch. Eine Woche darauf verpflichtete Napoleon die in Dresden versammelten Fürsten Deutschlands zur Teilnahme an seinem Überfall auf Russland.“

Beethovens Leben war zu dieser Zeit unter anderem von seiner immer stärker werdenden und durch Otosklerose verursachten Taubheit geprägt, die auch nicht von einer vom Metronom-Erfinder Johann Nepomuk Mälzel konstruierten „Hörmaschine“ gemildert werden konnte. Sie machte schließlich 1819 die Verwendung von „Konversationsheften“ nötig, mit deren Hilfe Beethoven und seine Gesprächspartner schriftlich kommunizierten.

Partitur

Zur Musik:
Erster Satz
In den ersten 62 Takten des ersten Satzes bildet sich immer mehr der das ganze Werk bestimmende Rhythmus heraus, bis er sich in den ersten vier Takten des Vivace endgültig manifestiert. Dieser Rhythmus veranlasste Richard Wagner, die Sinfonie als „Apotheose des Tanzes“ zu bezeichnen[5]; Hector Berlioz wiederum verglich den ersten Satz mit einer „ronde de paysans“ (deutsch: „Bauerntanz“). Das Hauptmotiv im 1. Satz weist Ähnlichkeiten mit dem 2. Thema des 4. Satzes der Sinfonie D-Dur KV 97 auf, die möglicherweise von Wolfgang Amadeus Mozart komponiert wurde. Der Musikwissenschaftler Neal Zaslaw schrieb über diese Ähnlichkeit:

„Gespenstisch ist die Vorwegnahme einer Passage im 1. Satz von Beethovens 7. Sinfonie, nicht nur des Themas wegen, sondern auch wegen seiner ebenfalls sofortigen Wiederholung in Moll. Beethoven kann dieses unveröffentlichte Werk nicht gekannt haben. Wir müssen also entweder an einen erstaunlichen Zufall glauben oder annehmen, dass sie beide von einem Werk eines uns unbekannten Dritten inspiriert wurden.“ (Neal Zaslaw: Mozarts früheste Sinfonien. Sinfonie in D-dur, KV 73m/97; London 1986)

Zweiter Satz:
Wie der erste, so wird auch der zweite Satz vor allem vom Rhythmus bestimmt. Wolfgang Osthoff setzt den feierlichen Charakter dieses Satzes in Bezug zur Litaneiformel „Sancta Maria, ora pro nobis“ und vergleicht ihn mit einer Prozession.[8][9] Beethoven bricht in diesem Satz mit der Tradition, indem er ihn mit einem Quartsextakkord, der traditionsgemäß lediglich im Solokonzert zur Kadenz überleiten durfte, beginnen und enden lässt.

Fünf Jahre vor der Komposition der 7. Sinfonie hatte Beethoven ursprünglich geplant, das Thema des zweiten Satzes für den langsamen Satz in seinem Streichquartett Nr. 9 C-Dur op. 59,3 einzusetzen. Karl Nef zufolge enthält der Mittelteil des Satzes mit einer Melodie von Klarinette und Fagott eine motivische Anleihe an die Arie »Euch werde Lohn in besseren Welten« aus Beethovens Oper „Fidelio“.

Beethoven1

Dritter Satz:
Der dritte Satz beginnt mit dem abgewandelten Thema der Einleitung und bildet mit seinem lebhaften Charakter einen Kontrast zum Allegretto. Die thematische Arbeit besteht aus Wiederholungen, die in keiner Stimme zu Ende geführt werden. Das aus fünf Teilen (A-B-A-B-A) bestehende Scherzo (eine solche Fünfteilung findet sich auch in Beethovens vierter Sinfonie sowie auch einigen weiteren Werken aus Beethovens mittlerer Periode) endet relativ abrupt mit fünf Orchesterschlägen, was von Robert Schumann mit den Worten „Man sieht den Komponisten ordentlich die Feder wegwerfen“ beschrieben wurde.

Vierter Satz:
Der stürmische Charakter des vierten Satzes veranlasste Carl Maria von Weber angeblich, Beethoven „reif fürs Irrenhaus“ zu erklären (nach anderen Quellen war es der erste Satz); Clara Schumanns Vater Friedrich Wieck mutmaßte, „daß diese Sinfonie nur im unglücklichen – im trunkenen Zustand komponiert sein könne, namlich der erste und der letzte Satz“. Es gilt als unsicher, ob Beethoven von dem irischen Volkslied Nora Creina, von Csárdás-Rhythmen oder von dem von François Joseph Gossec verfassten Triumphmarsch Le Triomphe de la République inspiriert wurde. In seinem Buch Von Beethoven bis Mahler schreibt Musikwissenschaftler Martin Geck, dass „die Verkündigung des Ethos“ aus den Finalsätzen von Beethovens dritter, fünfter, sechster und neunter Sinfonie im Finale der 7. Sinfonie ausbleibt: „Mit seinem Hauptthema […] wendet es sich eher an die Sinne als an den Geist, fordert eher zum Sich-Gehenlassen als zur Sammlung auf, ist eher auf körperlichen Ausdruck denn auf innere Sublimierung gerichtet.“ Auch hier arbeitet Harry Goldschmidt die politische Semantik dieser „rasenden Finalgestalt“ heraus: „Einen reißenderen Finalsatz hat Beethoven nicht mehr komponiert. In riesigen Leiterfiguren, die sich kreuzweise über das ganze Orchester legen, werden die Feinde zuletzt buchstäblich ‚zu Paaren getrieben‘. Man begreift die junge Bettina von Arnim, als sie an den Dichter des Egmont schrieb, beim Anhören dieser Musik habe sie sich vorgestellt, ‚den Völkern mit fliegender Fahne voranziehen zu müssen‘. […] So erscheint Beethovens A-Dur-Sinfonie […] als sein großer Appell zur Völkerbefreiung.“

Die Sinfonie wurde anderthalb Monate nach der Völkerschlacht bei Leipzig am 8. Dezember 1813 zusammen mit Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria im großen Redoutensaal der Wiener Universität als Benefizkonzert zugunsten der Beethoven2antinapoleonischen Kämpfer unter Beethovens Dirigat uraufgeführt und war ein außerordentlich großer Erfolg. Im nach Beethovens Anweisungen umfangreich ausgestatteten Orchester[16] saßen namhafte Musiker wie Romberg, Spohr, Hummel, Meyerbeer, Salieri und wahrscheinlich auch Mauro Giuliani, der Cello spielte. Bei dieser ersten Aufführung und auch bei der zweiten am 12. Dezember desselben Jahres wurde der zweite Satz vom Publikum da capo verlangt. Von Beethovens Adlatus Schindler erfahren wir: „Die Jubelausbrüche während der A-Dur-Sinfonie und der ‚Schlacht von Vittoria‘ […] übertrafen alles, was man bis dahin im Konzertsaal erlebt hatte.“ In Beethovens Dankadresse an die Mitwirkenden werden die Motive offen ausgesprochen: „Uns alle erfüllt nichts als das reine Gefühl der Vaterlandsliebe und des freudigen Opfers unserer Kräfte für diejenigen, die uns so viel geopfert haben.“

Die Allgemeine musikalische Zeitung schrieb über die 7. Sinfonie:

„Vor allem verdiente die neue, zuerst genannte Sinfonie jenen großen Beyfall und die ausserordentlich gute Aufnahme, die sie erhielt. Man muss dies neueste Werk des Genie’s B.’s selbst, und wohl auch so gut ausgeführt hören, wie es hier ausgeführt wurde, um ganz seine Schönheiten würdigen und recht vollständig geniessen zu können. Ref. hält diese Symphonie, nach zweymaligem Anhören, […] für die melodiereichste, gefälligste und fasslichste unter allen B.schen Symphonien. […] Das Andante [sic!] (A moll) musste jedesmal wiederholt werden und entzückte Kenner und Nichtkenner.“ (Allgemeine musikalische Zeitung«: 26. Januar 1814)

Tonhalle Zürich1

Postkarte der Tonhalle von 1895

Otto Ackermann

Otto Ackermann

Soweit die Historie. Und eingespielt wurde dieser Klassiker vom Tonhalle Orchester Zürich (wahrlich ein drolliger Name):

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Zürich der Ruf nach einem ständigen professionellen Orchester immer lauter. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurde 1862 ein erster Orchesterverein ins Leben gerufen. Nach dem Schweizerischen Musikfest 1867 in Zürich gelang es interessierten Kreisen, die Begeisterung zu nutzen und 1868 eine Aktiengesellschaft zu gründen mit dem Ziel, das Musikleben durch ein ständiges Orchester zu fördern: die Tonhalle-Gesellschaft Zürich, die bis heute Trägerin des Tonhalle-Orchesters Zürich ist und als Verein organisiert ist.

Unter dem ersten Dirigenten Friedrich Hegar wurde das Tonhalle-Orchester Zürich endgültig zum Berufsorchester. Er stand dem Orchester während beinahe vier Jahrzehnten vor. Auch sein Nachfolger Volkmar Andreae blieb dem Orchester über 40 Jahre lang treu.
1944 stiessen die 48 Musiker des Radioorchesters Beromünster zum Tonhalle-Orchester Zürich, das damals gleichzeitig Konzert- und Theater-/Opernorchester war. Anfang der 1980er-Jahre gehörten den beiden Formationen 167 fest verpflichtete Musikerinnen und Musiker an. Das änderte sich allerdings bald: 1985 wurde das Orchester geteilt und das Orchester der Oper, heute Philharmonia Zürich, eigenständig.

Dirigenten, Intendanten und Musikerpersönlichkeiten sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Umstände haben das Tonhalle-Orchester Zürich geprägt und zu dem gemacht, was wir heute sind: ein Orchester, das mit Leidenschaft auf höchstem Niveau spielt.

Wohlan … man lausche ergeben den Klängen des ehrwürdigen Meisers, dargeboten von einem Traditionsorchester und das mit einem Vinylmitschnitt der Qualität „astrein“ !

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Besetzung:
Tonhalle Orchester Zürich unter der Leitungvon Otto Ackermann

Booklet1

Titel:
01. Poco Sostenuto 11.34
02. Allegretto 6.47
03. Presto 8.00
04. Allegro Con Brio 8.15

Komposition: Ludwig van Beethoven

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Tonhalle Zürich2

Die Tonhalle, Zürich um 1900

Verschiedene Interpreten – Hits im Doppelpack (2013) (CD 1)

FrontCover1Die Grundidee dieser CD Edition ist schon amüsant:

Man nehme: Original-Schlager und Hits der 50er  vornehmlich aus den USA und stelle sie den dann später folgenden deutschen Cover-Versionen gegenüber und dann gibt es nicht nur ein buntes Stell-Dich-Ein mit Stars dieser Jahre (Willy Hagara, Bibi Johns etc.), sondern es laufen einem auch jede Menge unbekannte Musikanten über den Weg (Jörg Maria Berg, Bob & Eddy, Hula Hawaiian Quartett9

Und wenn auch die meisten Original-Versionen geschmeidiger sind, so gibt es immer wieder deutsche Interpretationen, die einen aufhorchen lassen, z.B. die von der Evelyn Künnecke und natürlich die famose Inge Brandenburg.

Und so manche Songs sind schon ein wenig keck, man ist fast geneigt zu vermerken, dass sich hier ein unsittliches Gedankengut breit gemacht hat, dass doch sehr bedenklich ist !

Und somit ist diese Präsentation durchaus vergnüglich … mehr als eine Prise Nostalgie wird frei Haus geliefert und das schönste ist, ja, dass weitere 9 Exemplare dieser Art folgen werden !

SingelHüllen01
SingelHüllen02
SingelHüllen03
KünneckeBoogieFC

Titel:
01 . Mcguire Sisters: Sugartime (Phillips/Echols) (1957) 2.32
02. Willy Hagara: Nur In Portofino (Phillips/Echols/?) (1957) 2.20

03. Glenn Miller: Chattanooga Choo Choo (Gordon/Warren) (1941) 3.16
04. Bully Buhlan: Kötschenbroda Express (Gordon/Warren(?) (1947) 5.14

05. Dean Martin: Bella Bimba (DeMejo) (1952) 2.47
06. Bibi Johns: Bella Bimba (DeMejo/Feltz) (1953) 3.07

07. Johnny Ray: Hernando’s Hideaway (Ross) (1954) 2.24
08. Evelyn Künneke: Hernando’s Hideaway (Ross/Adler/Neumann (1956) 3.01

09. Jimmie Rodgers: Woman From Liberia (Whiting/Rodgers) (1958) 2.07
10. Ted Herold: Isabell (Whiting/Rodgers/Bradtke) (1960) 2.01

11. Franky Lymon: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer) (1957) 2.12
12. Inge Brandenburg: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer/Holland) (1960) 2.08

13. Perez Prado: Patricia (Prado) (1958) 2.20
14. Jörg Maria Berg: Prado (Prado/Beckmann) (1958) 2.52

15. Kay Starr: Rock And Roll Waltz (Allen) (1955) 2.58
16. Evelyn Künneke: Boogie im Dreivierteltakt (Allen/Bradtke) (1956) 2.50

17. Ken Colyer´s Skiffle Group: Casey Jones (Traditional) (1954) 2.33
18. Bob & Eddy: Casey Jones (Traditional/Roda/Petersen) (1959) 2.42

19. Bing Crosby: Jim, Johnny & Jonas (Bond) (1954) 3.03
20. Hula Hawaiian Quartett: Jim, Johnny & Jonas (Bond/Heinzli) (1954) 3.09

CD1
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Giuseppe Verdi – La Traviata – Querschnitt durch die Oper (1957)

FrontCover1Das war damals einfach so üblich: Von großén Opernwerke gab es so ne Art „Best Of“ Fassungen, hier „Querschnitt“ genannt.

Die Handlung dieser Oper von Giuseppe Verdi ist schnell erzählt:

La Traviata (italienisch für Die vom Wege Abgekommene) ist eine Oper von Giuseppe Verdi (Musik) und Francesco Maria Piave (Libretto) nach dem Roman Die Kameliendame (1848), den der Autor Alexandre Dumas der Jüngere im Februar 1852 auch als Schauspiel auf die Bühne gebracht hatte. Die Oper wurde am 6. März 1853 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt und fiel zunächst beim Publikum durch, bevor sie überarbeitet zu einer der erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte wurde.

Wie zuvor in Rigoletto und Il trovatore stellte Verdi eine von der Gesellschaft geächtete und abgelehnte Person ins Zentrum des Geschehens. Eine Oper über eine Edelprostituierte (damals Kurtisane), die noch dazu sehr realistisch an der Lungentuberkulose zugrunde geht, war für die damalige Zeit eine unerhörte Neuerung. (Quelle: wikipedia)

Nun, soweit so gut … Die hier vorliegende Kurzfassung der Oper (eine 10 inch Scheibe) entstand 1955 und eigentlich umfasst dieses Werk 3 LP´s. Nun, mir genügt die Kurzfassung: da wird geträllert, gezwitschert und geschmettert, dass es eine wahre Freude ist. Gelegentlich musste ich ob der pathetischen Theatralik (z.B. bei „Trinklied“) herzhaften lachen. Na, das ist ja auch was wert.

Ein wenig drollig ist die Tatsache, dass – obwohl die Titel in deutsch gelistet werden, man dann naürlich in italienisch singt.

BackCover1

Besetzung:
Rina Cavallari (mezzo-sopran; Annina, Violettas Dienerin
Gianni Poggi (tenor; Alfred Germont)
Aldo Protti (bariton; Georg Germont, sein Vater)
Ivan Sardi (bass)
Renata Tebaldi (sopran; Violetta Valéry)
+
Chor und Orchester der Accademia Di Santa Cecilia, Rom unter der Leitung von Francesco Molinari-Pradelli

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Titel:
01. Vorspiel 3.33
02. Trinklied (Auf, schlürfet in durstigen Zügen) 2.59
03. Die Hand, nichts mehr von Liebe 2.52
04. Er ist es, dessen wonnig Bild/Von der Freude Blumenkränzen (Finale I. Akt) 4.36
05. Hat dein heimatliches Land 2.03
06. O laß uns fliehen aus diesen Mauern 3.43
07. Teurer, hier nimm dies Bild von mir (Finale III: Akt) 4.41

Musik: Giuseppe Verdi – Libretto: Francesco Maria Piave

LabelA1

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