Josef Lanner – Hofball-Tänze + Die Schönbrunner (1955)

FrontCover1Es mag ja sein, dass Josef Lanner neben Johann Strauß (Vater) der Begründer des Wiener Walzers war … Heutzutage ist er jedoch – im Gegensatz zu Strauß – so ziemlich in Vergessenheit geraten.

Joseph Lanner (* 12. April 1801 in Sankt Ulrich bei Wien; † 14. April 1843 Döbling bei Wien) war ein österreichischer Komponist und Violinist. Er gilt neben Johann Strauss (Vater) als Begründer des Wiener Walzers.

Geboren ist er im Haus an der Mechitaristengasse 5 im 7. Wiener Bezirk. Über seine Anfänge als Musiker ist sehr wenig bekannt. Bereits als Kind begann er Tanzstücke zu komponieren. Seine musikalische Laufbahn begann er nach Abschluss einer Ausbildung zum Graveur als Violinist. Im Alter von 12 Jahren trat er dem Orchester seines Lehrmeisters Michael Pamer bei, wo er später auch Johann Strauss sen. kennenlernte, dessen langjähriger Freund, aber auch musikalischer Konkurrent, er werden sollte. Später leitete er ein Orchester, das aus einem von ihm gegründeten Terzett hervorgegangen war.

Im Jahre 1829 wurde er zum Musikdirektor der Redoute berufen; kurze Zeit später nahm er zusätzlich die Leitung der Wiener Regimentskapelle wahr. Es folgten mehrere Anstellungen als Musikdirektor in verschiedenen Hotels.
Denkmal von Johann Strauss Vater (links) und Joseph Lanner im Wiener Rathauspark

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osef Lanner, Lithographie von Josef Kriehuber, um 1825

Joseph Lanner war ein sehr produktiver Komponist. Die Anzahl seiner Kompositionen geht in die Hunderte. Sein musikalisches Erbe umfasst vor allem Walzer, Ländler, Galoppe, Potpourris und Tänze sowie Märsche. In seinen Kompositionen ist erstmals auch die typische Struktur zu finden, die für den Wiener Walzer charakteristisch werden sollte. Seine bekanntesten Walzer sind der Pesther Walzer, Die Werber, Die Hofballtänze und Die Schönbrunner. Er zählte neben Johann Strauß sen. zu den herausragenden Tanzkapellmeistern Wiens seiner Zeit.

Joseph Lanner war ab 1828 mit Franziska Jahns verheiratet. Ihre Kinder waren die Tänzerin Katharina Lanner, der Komponist August Lanner und die ebenfalls hochbegabte, früh verstorbene Franziska Karoline Lanner (1836–1853). Lanner, der am 21. September 1842 von seiner Frau gerichtlich geschieden wurde, lebte ab ca. 1838 mit der Wiener Fleischhauerstochter Marie Kraus zusammen. Am 6. Oktober 1843 kam in Oberdöbling sein posthumer Sohn Joseph Carl Maria Kraus zur Welt.

Lanner verstarb 1843 im Alter von 42 Jahren an Typhus im Haus an der Gymnasiumstraße 87 im 18. Bezirk. Er wurde zuerst am alten Döblinger Friedhof in Oberdöbling beigesetzt, der später aufgelassen wurde. Nach seiner Exhumierung wurden er und Strauß-Vater am 13. Juni 1904 nebeneinander auf den Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 A, Nummer 16; Strauß: Nummer 15) in Ehrengräber umgebettet. Lanners Grabmal wurde vom k.u.k. Hof-Steinmetzmeister Sommer & Weniger gestaltet. Die alten Grabsteine von Lanner und Strauß-Vater wurden bei der Gestaltung des 1928 an Stelle des Friedhofs eröffneten Strauß-Lanner-Parks (Siehe Weblinks!) mit einbezogen.

Im Jahr 1894 wurde in Wien Döbling (19. Bezirk) die Lannerstraße nach ihm benannt. (Quelle: wikipedia)

Grab

Ehrengrab von Josef Lanner auf dem Wiener Zentralfriedhof

Auch wenn er heutzutage kaum noch bekannt ist, im Jahre 1955 veröffentlichte die Deutsche Grammophon Gesellschaft eine Single (!) mit zwei seiner wohl bekanntesten Werken. Und man muss kein begeisterter oder gar begnadeter Tänzer sein, um diesen Walzermelodien genussvoll lauschen zu können.

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Alternatives Frontcover

Besetzung:
Bavaria-Sinfonie Orchester unter der Leitung von Edmund Nick

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Titel:
01. Hofball – Tänze 6.53
02. Die Schönbrunner 7.13

Musik: Josef Lanner

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Verschiedene Interpreten – Wien singt – Wiener Lieder – Potpourri vom Oscar Reisinger (1955)

FrontCover1Ein wenig rätselhaft ist das schon mit dem Oscar Reisinger. Denn man findet eigentlich keinerlei biographische Informationen über ihn (aber jede Menge von Notenheften). Er war wohl ein Komponist und Arrangeur der leichten Muse und hatten neben Wiener Lieder dann auch „rheinisches Liedgut“ bearbeitet. Er war wohl in den 60er Jahren „Abteilungsleiter für gehobene Unterhaltungsmusik“ beim Westdeutschen Rundfunk, Köln.

Wie auch immer: Hier präsentiert er ein buntes Potpourri mit populären Liedern, die man halt so ganz und gar mit Wien verbindet:

„Das Wienerlied ist ein Lied, das aus Wien stammt und die Stadt Wien zum Thema hat oder etwas charakteristisch Wienerisches besingt (nach Harry Zohn ein Lied „aus, über und für Wien“). Daher ist der Text meist wienerisch. Es verbreitet Gemütlichkeit und Humor (auch schwarzen Humor und Spott), stammt aus der Welt der Kleinkunst in den Singspielhallen und wurde gelegentlich zum Volkslied. Leichtlebigkeit und Vergänglichkeit (Vanitas) werden melancholisch, unbeschwert oder auch satirisch betrachtet. Oft wird im Wienerlied selbstreferentiell das klingende Lied aus Wien besungen.

Am beliebtesten war das Wienerlied vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre.“ (Quelle: wikipedia)

Die Mitwirkenden waren allerdings z.T. auch waschechte Wiener/innen (Herbert Ernst Groh war allerdings Schweizer, Willy Hofmann wurde in Frankfurt geboren), und hatten damals allesamt in der Operetten-Szene einen guten Namen.

Thematisch handelt es sich bei den Lieder natürlich häufig um den guten Wein und die schönen Maderln … nun ja … nicht wirklich überraschend.

Und wenn man bedenkt, dass diese Single nun mehr als 60 Jahre alt ist … krieg ich schon ein wenig Ehrfurcht.

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Alternative Frontcover

Mitwirkende:
Herta Talmar – Herbert Ernst Groh – Willy Hofmann – Horst Winter – Das Sunshine-Quartett – Das Comedien Quartett – Hermann Hagestadt und sein Orchester

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Titel:

01. Wiener Lieder-Potpourri von Oscar Reisinger (Teil 1) (7.28):
01.1. Heut´kommen d´Engerl auf Urlaub nach Wien
01.2. Fein, fein, schmeckt uns der Wein
01.3. I hab die schönen Maderln net erfunden
01.4. Draußen im Sievering blüht schon der Flieder
01.5. Leichtes Blut
01.6. Es steht ein alter Nußbaum
01.7. Wien bleibt Wien
01.8. Ich kenn ein kleines Wegerl im Helental
01.9. Sag´ beim Abschied leise Servus

02. Wiener Lieder-Potpourri von Oscar Reisinger (Teil 2) (7.05):
02.1. Ich muß mal wieder in Grinzing sein
02.2. Jetzt trink ma noch a Flascherl Wein
02.3. Wiener Blut
02.4. Drunt´ in der Lobau
02.5. Mei Muatterl war a Weanerin
02.6. Ich weiß auf der Wieden ein kleines Hotel
02.7. Es wird a Wein sein
02.8. Wien, Wien, nur du allein

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Max Greger – Bayerisches Bilderbuch + Münchner Bilderbogen (1955)

FrontCover1Von Hamburg nach München:

Hm, der Max Greger … hat eine wahrlich bewegte Biographie … hier ein paar Daten bis zum Jahr 1955:

Max Greger ist ein deutscher Unterhaltungsmusiker, Big-Band Leader und Dirigent. Nach Kriegsende spielt der Saxophonist mit seinem Max-Greger-Sextett in amerikanischen Clubs sowie im Bayerischen Rundfunk. 1959 hat Greger mit seinem Orchester den Durchbruch, als er 36 ausverkaufte Konzerte in der Sowjetunion gibt. Es folgt ein langjähriger Vertrag mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen, wo Greger mit seiner Band ständiger Gast bei Live-Shows ist.

1926:
2. April: Max Greger wird in München-Giesing als Sohn eines Metzgermeisters geboren.

1936:
Sein Großvater schenkt ihm ein Akkordeon und legt damit den Grundstein für Gregers musikalische Entwicklung. Neben der Aufbau-Schule Studium der Klarinette und des Saxophons am Münchner Konservatorium.

1944/45:
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieg wird Greger noch zum Kriegsdienst eingezogen.

1945:
Nach Kriegsende spielt Greger in kleinen Jazz-Orchestern vor allem in amerikanischen Offzierscasinos.

1948 – 1955:
Gründung seines ersten Jazzorchesters unter dem Namen „Max-Greger- Sextett“. Greger spielt für den Bayerischen Rundfunk und in amerikanischen Clubs. Es folgen erste Schallplattenaufnahmen mit eigenen Tanz- und Schlagerkompositionen wie „Auf Bergeshöhen“, „Rock ’n‘ Roll Boogie“, „Verliebte Trompeten“, „Max & Sax“, „Looping Blues“, „Keiner küßt wie Du“, „Teenager Cha Cha“ und „Rock Twist“. (Quelle:

Und der Maxl Greger hat wohl einen gewaltigen Spaghat hingelegt, als er in diesen Jahren (und auch später) immer wieder zwischen versierter Jazzmusik und volkstümlichen Klängen hin- und her geschwankt ist.

Hier eine seiner Singles, in denen er das bayerische-volkstümliche Element geradezu zelebriert: „Bayerisches Bilderbuch + Münchner Bilderbogen“ heißen die Potpourri´s, die hier auf dieser Telefunken Single aus dem Jahr 1955 erklingen.

Geboten werden bekanntere („) und unbekanntere Lieder aus den bayerischen Breitengraden … und wie so oft bei solchen Klängen, denke ich mir … die Touristen werden sich erfreuen …

Und weil mir der Max Greger als Jazzmusiker viel sympathischer ist, habe ich noch eine kurze, aber heiße Session mit Max Greger und Louis Armstrong aus den 60er Jahren dazugepackt.

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Louis Armstrong + Max Greger (irgendwann in den 60er Jahren)

Irgendwie waren diese Klängen zumindest so erfolgreich, dass es nicht nur eine spanische Ausgabe im Jahre 1958 erschienen, sondern, dass man dann noch im Jahre 1963 eine weitere Veröffentlichung dieser Aufnahmen in die Tat umsetzte.

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Besetzung:
Max Greger und seine Münchner Musikanten
+
Otto Storr und die kleine Terz (vocals)

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Titel:
01. Bayerisches Bilderbuch (Teil 1) (3.37)
01.1. Haushammer Plattler (Traditional)
01.2. Weg zum Herzen (Freundorfer)
01.3. Klarinetten-Ländler (Traditonal)
01.4. Geh mach dei Fensterl auf (Jurek)
01.5. Berchtesgadener (Traditional)

02. Bayerisches Bilderbuch (Teil 2) (3.19)
02. 1. Bandl Tanz (Traditional)
02.2. Holzhacker-Buam (Wagner)
02.3. Gamsgebirg (Traditional)
02.4. Tölzer Schützenmarsch ( Krettner)
02.5. Bier her, Bier her (Traditional)
02.6. Ein Prosit (Traditional)

03. Münchner Bilderbogen (Teil 1) (3.10)
03.1. In München steht ein Hofbräuhaus (Gabriel)
03.2. Trink, trink, trink Brüderlein, trink (Lindemann)
03.3. Heut´ hab ich schon mein Fahnderl (Siely)
03.4. Geh ma´ mal nüber (Kreutzer)

04. Münchner Bilderbogen (Teil 2) (3.23)
04.1. So wie du … Schunkelwalzer (Waldmann)
04.2. Münchner Schäffler Tanz (Traditional)
04.3. A Maß Bier (Traditional)
04.4. So lang der alte Peter (Traditional)
04.5. Watschentanz (Traditional)
+
05. Darling Nelly Gray (max Greger + Louis Armstrong-live) (Handby) 2.29

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Wiederveröffentlichung1963

Vorder + Rückseite der Wiederveröffentlichung im Jahre 1963

Verschiedene Interpreten – Mozart – Flötenkonzert Nr. 2 + Hornkonzert Nr. 4 (1955)

FrontCover1Mindestens so interessant und spannend wie diese beiden Mozartwerke für Flöte und Horn ist das Label, auf dem diese Aufnahmen so ca. 1955 erschienen sind. Anfangs war ich ein wenig irritiert, eine deutsche Hülle und dann ein englischsprachiges Label, das brachte ich irgendwie nicht zusammen.

Also begann ich mich ein wenig mit dem Label „Musical Masterpiece Society“ zu beschäftigen. Und das kam dabei raus:

Nach dem zweiten Weltkrieg gründeten die Brüder Sam und David Josefowitz in New York das Unternehmen Musical Masterpiece Society als Tochterunternehmen der Concert Hall Society. Sie nahmen klassische Musik mit weniger bekannten Künstlern auf und konnten so ihre Schallplatten zu günstigen Preisen Abonnenten anbieten. Das Aufkommen von Vinyl, das im Gegensatz zum vorherigen Schellack unzerbrechlich war, machte es möglich, die Platten mit der Post zu verschicken.

Ab den 50er Jahren waren die Josefowitz-Brüder auch auf dem europäischen Markt tätig und hatten gerade hier in Deutschland viele Abonnenten. (der Radionist)

Und dann fand ich u.a.noch folgende Notiz aus dem Billboard Magazine (26. März 1955); dort wird berichtet, dass o“Concert Hall with its Musical Masterpiece Society, Opera Society and Jazztone is operating in virtually all European countries: Holland, France, Germany, Italy. The biggest operation is in West Germany. There most of the records are pressed“.

Soweit meine kleine Labelkunde.

Ich habe es vorhin schon erwähnt, die Aufnahmen sind Klasse und eingedenk der Tatsache, dass die Scheibe nun bald 60 Jahre alt ist, ist sie in einer exzellenten Verfassung.

Für den Schweizer Flötisten Aurèle Nicolet war es wohl eine seine ersten Aufnahmen (wenn ich eine französischsprachige Seite richtig verstanden habe, sind die Aufnahmen Anfang der 50er Jahre entstanden.

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Autogrammkarte

Aurèle Nicolet legte dann eine beeindruckende internationale Karriere hin. Das kann man von dem Hornisten Jan Zwagman der hier zusammen mit dem Niederländischem Symphonie Orchester musiziert, leider nicht behaupten. Ich glaube es noch eine zwei Schallplatte von ihm, dann versank er wohl in der Versenkung.

Der geneigte Leser dieses blogs wird vielleicht registriert haben, dass ich mich im zunehmenden Maße auch mit historischen Musikaufnahmen der Klassik beschäftige. Ich vermute mal, dieser Trend wird anhalten, ohne dass ich all jene anderen Sparten der Musik dabei vernachlässigen möchte.

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Anzeige, 1956

Besetzung:
Aurèle Nicolet (flute)
+
Symphonie Orchester Winterthur unter der Leitung von Henry Swoboda (01. + 03.)

Jan Zagman (horn)
+
Niederländisches Symphonie Orchester unter der Leitung von Otto Ackermann

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Titel:

Flötenkonzert Nr. in D-Dur, K.314:
01. Allegro Aperto 7.56
02. Andante Ma Non Troppo 4.42
03. Allegro 5.24

Hornkonzert Nr. 4 in Es-Dur, K.495:
04. Allegro Moderato 7.26
05. Romanza (Andante) 3.25
06. Rondo (Allegro vivace) 4.02

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

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Rundfunkkammerorchester Michael Scholowsky – Eine kleine Nachtmusik (ca. 1955)

FrontCover1.jpgSieht man auch nicht mehr alle Tage … ne Neckermann Single aus den 50er Jahren:

Die Geschichte des Neckermann Imperiums hat auch viel mit der sog. Arisierung im III. Reich zu tun:

„Wie viele strebsame junge Männer ging Neckermann im Dritten Reich nach Berlin. Dort hatte er den Referenten des Wirtschaftsministeriums schon vorher oft seinen Kummer über die „sturen“ Würzburger Händler geklagt. In Berlin bot ihm das Bankhaus Hardy & Co. im Jahre 1938 das der Arisierung unterworfene Textil-Versandgeschäft „Wäschemanufaktur Carl Joel“ zum Kauf an. Mit dem Kauf dieses Betriebes hatte der junge Neckermann nun endlich die passende Branche gefunden. Alles, was er sich wünschte – Massenproduktion, Massenabsatz und Verzicht auf Zwischenhandelsstufen – , war im Versandgeschäft möglich. Neckermann zahlte für Joels Betrieb rund eine Million Mark. Seine Neider sagen, er habe damit das Geschäft seines Lebens gemacht. “ (Der Spiegel, 44/1955; damals widmete Der Spiegel dem Neckermann eine Titelstory; diese liegt der Präsentation bei.)

Nun ja, und die Neckermänner wollten dann natürlich so ab 1953 auch Schallplatten verkaufen:

„Nach dem Radiogerät baute das Frankfurter Versandhaus einen Phono-Super (Radiogerät mit Plattenspieler). Und als auch die Schallplatten-Industrie sich weigerte, ihn zu beliefern, produzierte Neckermann kurzerhand Platten in eigener Regie. Das Ergebnis: Seine Langspielplatten sind um etwa die Hälfte billiger als die über den Ladentisch verkauften. Systematisch erweiterte der trutzige Kaufmann sein Elektro-Sortiment.“ (Der Spiegel, 44/1955)

NeckermannSchallplattenspieler

Ein Neckermann Schallplattenspieler aus den 50er Jhren

Und hier haben wir also so eine Schallplatten, sie kommt als Single daher, erfordert aber 33 Upm … das nannte man damals „Kleine Langspielplatte“.

Wir hören den klassischen  Gassenhauer „Eine kleine Nachtmusik“ von Mozart, dargeboten von dem „Rundfunkkammerorchester“ unter der Leitung von Michael DerSpiegel1955Scholowsky.

Über diesen Michael Scholowsky konnte ich jetzt erstmal nichts in Erfahrungen bringen, außer dass er in den 50er Jhren bei diverse Billigproduktionen diverser Labels mitgewirkt hat.

Und hier hören wir auch ganz sicher keine Referenzaufnahme dieses Klassikers; aber immerhin die Klangqualität hat fast das Prädikat „astrein“ … schon ein wenig verwunderlich, bedenkt man, wieviele Jahrzehnte diese Single auf dem Buckel hat.

Ansonsten istz dies halt ein kleiner Beitrag zur Geschichte der Schallplatte im Nachkriegsdeutschland.

Ach ja … der Josef Neckermann war mir in alle den Jahren nie sonderlich sympahtisch …

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Alternatives Front + Back Cover

Besetzung:
Rundfunkkammerorchester Michael Scholowsky

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Titel:

Eine kleine Nachtmusik (KV. 525)
01. Erster Satz 4.12
02. Zweiter Satz 4.23
03. Dritter Satz 2.17
04. Vierster Satz 4.10

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

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EliteLabel

Diese Aufnahme erschien dann selbst in Dänemark und zwar auf dem Elite Label

Die Colorados – Die allerbeste Baiao Band – Schon in der Schule (1955)

FrontCover1Eine etwas sehr rätselhafte Single aus dem Jahr 1955 …

Dieses Combo nannte sich „Die Colorados und die Colorado Band“ und man zelebrierte auf beiden Seiten der Single dem brasilianischen Tanzstil „Baião)

Baião (auch baiano oder abaianado) ist ein Tanz und sehr einflussreicher Rhythmus in der brasilianischen música nordestina, der Musik des Nordostens. Dieser Grundrhythmus liegt mit variierenden Instrumentierungen den meisten Stilen dieser Region zugrunde: Forró, Côco, Ciranda und Embolada. Der Baião ist aus dem Volkstanz Baiano hervorgegangen, der aus Bahia stammt und erstmals 1842 erwähnt wurde. Typische Instrumente des Baião sind das Pandeiro, Zabumba, Akkordeon (Sanfona), Triangel und Gitarre (Violão). (Quelle: wikipedia)

Nun und diese Single ist für ihr Alter nicht nur erstaunlich gut erhalten, sondern sie klingt auch erstaunlich gut, zumindest für jene Zeitgenossen, die mit südamerikanischen Rhythmen und Klängen was anfangen können.

Leider finden sich über diese Single so gar keine Informationen. Erst dachte ich, es könnte sich um ein Frühwerk von Ronny handeln (der ja Anfang der 60er Jahre zusammen mit Rolf Simson eine gleichnamige Band gegründet hat). Aber angesichts der so ganz anderen Musik (mit Verlaub: Ronny war ganz sicher keiner, der südamerikanische Lieder zum besten geben konnte), war das eine Täuschung.

Es bleibt also rätselhaft, wer sich hinter diesem Namen verbirgt. Aber eins ist sicher: irgendwie waren sie ihrer Zeit voraus; die Deutschen hatten damals ja erst Bella Italia zu entdecken … da musste Südamerika erstmal hinten anstehen.

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Mein Flohmarkt – Exemplar steckt „fälschlicherweise“ in einer Firmenhülle von Electrola

Besetzung:
Die Colorados und die Colorado Band

Single

Titel:
01. Die allerbeste Baiao Band (D´Arena/Bradtke) 2.50
02. Schon in der Schule (Oldörp/Niessen/Bradtke) 2.48

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Münchner Bach Orchester (Karl Richter) – Wolfgang Amadeus Mozart – Konzert für Flöte – Harfe und Orchester C-Dur, KV 299 (1955)

FrontCover1Das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur KV 299 ist ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart für Flöte, Harfe, und Orchester. Es ist das zweite von insgesamt drei Doppelkonzerten, die Mozart schrieb (ein viertes blieb Fragment). Außerdem ist es das einzige Werk des Komponisten, in dem eine Harfe besetzt ist.[1]. Das Stück gehört zum festen Repertoire beider Instrumente und ist oft auf Aufnahmen und im Konzert zu hören.

Mozarts zweiter Parisaufenthalt vom 23. März bis zum 26. September 1778 war der Tiefpunkt einer knapp eineinhalb Jahre dauernden, zusammen mit der Mutter unternommenen Reise durch Deutschland und Frankreich, die der erfolglos gebliebenen Suche nach einer Stelle als Kapellmeister diente. Abgesehen vom Tod der Mutter am 3. Juli zeugen die erhaltenen Briefe aus dieser Zeit von fehlgeschlagenen Aufführungen (nur die Ballettmusik Les petits riens KV 299b wurde öffentlich zu Gehör gebracht), persönlichen Zurücksetzungen und unbezahlten Unterrichtsstunden und Kompositionsaufträgen. Mozart verkehrte ab März oder April mit Adrien-Louis Bonnières de Souastre, Comte (oder Duc) de Guines, und seiner Tochter, der er Kompositionsunterricht erteilte. Seine Eindrücke waren ambivalent. Am 14. Mai 1778 schrieb er an Leopold Mozart:

Notenblatt  „[…] ich glaube, ich habe ihnen schon im lezten brief geschrieben, das der Duc de guines, dessen tochter meine scolarin in der Composition ist, unvergleichlich die flöte spiellt, und sie magnifique die Harpfe; sie hat sehr viell talent, und genie, besonders ein unvergleichliches gedächtnüß, indemm sie alle ihre stücke, deren sie wircklich 200 kann, auswendig spiellt. sie zweifelt aber starck ob sie auch genie zur Composition hat – besonders wegen gedancken – idéen, – ihr vatter aber der (unter uns gesagt, ein bischen zu sehr in sie verliebt ist) sagt, sie habe ganz gewis idéen, es seye nur blödigkeit – sie habe nur zu wenig vertrauen auf sich selbst. Nun müssen wir sehen. wenn sie keine idéen oder gedancken bekömmt (denn itzt hat sie würcklich gar – keine), so ist es umsonst, denn – ich kann ihr weis gott keine geben. […]“

Offenbar auf den Comte de Guines und seine Tochter bezieht sich, was die Mutter Maria Anna Mozart am 5. April an Leopold Mozart schrieb: „[…] hernach hat er für einen duc 2 Consert zu machen, eins für die flautraver, und eines für die harpfe“. Wenn man annimmt, dass die „2“ Konzerte eine Irrtum sind, könnte sich diese Briefstelle auf das Doppelkonzert KV 299 beziehen, das demnach im Frühjahr 1778 entstanden wäre. Kurze Zeit später war Mozart bereits gründlich enttäuscht; am 9. Juli 1778 schrieb er über die Tochter, sie sei „von herzen dumm, und dann von herzen faul“, und am 31. Juli über den Vater: „er wollte mir also für 2 stunden eine stunde zahlen – und dieß aus égard [„Rücksicht“, wohl ironisch], weil er schon 4 Monath ein Concert auf die flöte und harpfe von mir hat, welches er mir noch nicht bezahlt hat.“ Auch diese Briefstelle weist auf eine Entstehungszeit im Frühjahr 1778 hin.

Zu Mozarts Zeit wurden wenige Konzerte für Harfe komponiert. Die Komponisten der überlieferten Werke waren meist selbst Harfenisten (z.B. Johann Baptist Krumpholtz) oder arrangierten Klavier- oder Cembalokonzerte für die Harfe (z.B. Carl Ditters von Dittersdorf). Lediglich der österreichische Komponist Johann Georg Albrechtsberger, der Lehrer von Mozarts Sohn und später Ludwig van Beethovens, schrieb in den Jahren 1772/73 ein paar Werke für Harfe und Orchester. (Quelle: wikipedia)

KarlRichterDiese Fassung entstand unter der Leitung des Dirigentzen Karl Richter, die ja eigentlich sich eher mit seinen Bach-Interpretationen einen Namen gemacht hat:

Karl Richter (* 15. Oktober 1926 in Plauen; † 15. Februar 1981 in München) war ein deutscher Dirigent, Chorleiter, Organist und Cembalist.

1926 wurde Karl Richter, Sohn eines evangelischen Pfarrers, Kruzianer in Dresden, geboren. Nach dem Krieg studierte er am Konservatorium Leipzig und am Institut für Kirchenmusik bei Karl Straube und Günther Ramin und entwickelte sich dort zum Bachinterpreten. 1949 wurde er Thomasorganist. 1951 wechselte er als Kantor an die Markus-Kirche nach München. In München lehrte er an der Musikhochschule und wurde 1956 zum Professor ernannt. 1951 übernahm er den Heinrich-Schütz-Kreis, den späteren Münchener Bach-Chor, 1953 das Münchener Bach-Orchester und wurde damit einer der international bekanntesten Bachinterpreten.

Karl Richter leitete 1968 in Moskau und Leningrad Aufführungen der Johannes-Passion und der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Seine Interpretation des 2. Brandenburgischen Konzertes führt den musikalischen Teil der Schallplatte Voyager Golden Record an, die als Botschaft der Menschheit an Bord der Sonden Voyager 1 und Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen hat. Richter baute seinen Ruf als Bachinterpret kontinuierlich aus. Seine Auffassungen waren dabei durch seine Herkunft aus der Leipziger Schule bestimmt: Vergleichsweise große Instrumental- und Chorbesetzung, von spätromantischer Musiziertradition geprägte Ausdrucksmittel, hochexpressive Gestaltung. Der bereits zu seiner Zeit einsetzenden, musikwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehenden „historischen Aufführungspraxis“ stand Richter fern. So setzte er durchgehend modernes Instrumentarium ein. Schüler von ihm sind Hedwig Bilgram, Günter Jena, Walther R. Schuster, Albrecht Haupt und Rudolf Kelber. Mit dem Münchner Geiger Otto Büchner (Musiker) (1924-2008) bestand eine besonders gute musikalische und persönliche Partnerschaft.

Richter starb 1981 an Herzversagen. Er wurde auf dem Friedhof Enzenbühl (FG 81163) in Zürich beerdigt. (Quelle: wikipedia)

Dieses 10 inch Album erschien in der Edition „Berühmte Künstler – Unsterbliche Musik“; weitere Aufnahmen dieser Edition werden hier folgen. Und: auch wenn ich wahrlich kein Klassik-Kenner bin: Der Mozart hatte schon ein verdammt gutes Gespür für diese Musik ! Und: Aufnahmen wie diese … können einem die klassische Musik näher bringen.

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Immer wieder nett anzusehen: Die Innenhülle mit vielen weiteren Schallplatten des Labels

Besetzung:
Aurélle Nicolet (flute)
Rose Stein (harp)
+
Das Münchner Bach Orchester unter der Leitung von Karl Richter

BackCover1

Titel:
01. Erster Satz: Allegro 10.15
02. Zweiter Satz: Andantino 9.01
03. Dritter Satz: Rondo – Allegro 7.49

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