Erika Köth, Rudolf Schock u.a. – Lucia di Lammermoor (1957)

FrontCover1Wenn ich mich recht erinnere, war meine Mutter (die hätte übrigens heute ihren 99. Geburtstag gehabt) eine glühende Verehrerin der Opern-Sängerin Erika Köth:

Erika Köth (* 15. September 1925 (in manchen Musiklexika wird 1927 als Geburtsjahr genannt) in Darmstadt; † 20. Februar 1989 in Speyer) war eine deutsche Kammersängerin und Sopranistin. Mit ihrem Koloratur­sopran wurde sie in Mozart-Opern berühmt, besonders als Königin der Nacht in Die Zauberflöte. Breite Bekanntheit erreichte sie auch durch Rollen in Opern und Operetten von Albert Lortzing, Robert Stolz, Johann Strauß und Franz Lehár. Sie gehörte zu den großen Koloratursopranistinnen des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Ihre Stimme zeichnete sich aus durch „höchste Virtuosität, exquisite Klangschönheit und besondere Leuchtkraft in den höchsten Lagen“ (Herrmann/Hollaender 2007, S. 35).

Erika Köth erkrankte mit acht Jahren an Kinderlähmung, von der sie sich nach einer langwierigen Therapie weitgehend erholte. Mit 17 Jahren erhielt sie ein Stipendium ihrer

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Autogrammkarte, ca. 1965

Heimatstadt, aber der Krieg verhinderte die Karriere als Sängerin und sie landete in einer Munitionsanstalt statt im Theater. Nach Kriegsende verdiente sich Erika Köth ihren Lebensunterhalt als Schlager- und Schnulzensängerin für die amerikanischen Armee und studierte Gesang an der Darmstädter Akademie für Tonkunst.

Im Jahr 1947 gewann sie unter 300 Bewerbern einen Gesangswettbewerb von Radio Frankfurt mit der Arie der Königin der Nacht. Daraufhin erhielt sie ihr erstes Engagement am Pfalztheater in Kaiserslautern, wo sie 1948 debütierte.

Köth wechselte 1953 an die Bayerische Staatsoper in München, zu deren Ensemble sie bis 1978 gehörte. In der Landeshauptstadt Bayerns hatte sie als Lucia di Lammermoor einen ihrer ersten Erfolge. Dort waren ihre Gesangspartner Sari Barabas, Hertha Töpper, Lilian Benningsen, Hans Hotter sowie Fritz Wunderlich und Hermann Prey.Um 1950 lernte sie auf dem Fußballplatz ihren zukünftigen Ehemann kennen, den Schauspieler und Regisseur Ernst Dorn, der sie später auch managte. Zudem erhielt sie ein Engagement an das Badischen Staatstheater in Karlsruhe, unter der Leitung von Generalmusikdirektor Otto Matzerath. Die drei Jahre am Karlsruher Theater waren bestimmend für ihre Karriere zur gefeierten Koloratursopran­istin. Über ihre Zeit in Karlsruhe äußerte sich die Künstlerin rückblickend: „Das war meine schönste Zeit, wo ich so arm war und nie Geld hatte… Otto Matzerath in Karlsruhe verdanke ich alles.“

Zudem trat Erika Köth regelmäßig in Produktionen der Hamburger und der Wiener Staatsoper auf. Daneben war sie noch am Staatstheater am Gärtnerplatz tätig. Erika Köth sang über 270 mal die Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte, darunter 1953 an der Wiener Staatsoper und 1956 an der Mailänder Scala. 1960 wurde sie Mitglied der Deutschen Oper Berlin und erweiterte ihr Repertoire ins lyrische Fach: Rollen wie Mimi, Antonia, Liù oder Micaela kamen als neue Partien hinzu. 1955 bis 1960 und 1962/1963 sang Erika Köth bei den Salzburger Festspielen. 1958 unternahm sie eine USA-Tournee, 1961 eine Tournee durch die Sowjetunion und 1963, 1966 und 1971 durch Japan, u. a. mit den Opern Le Nozze di Figaro, Die Zauberflöte und Falstaff. Sie wirkte in drei Spielfilmen mit und war 1958 an der Seite von Wolf Albach-Retty Hauptdarstellerin in Mein ganzes Herz ist voll Musik. Darin spielte sie eine Frau, die ein seltsames Doppelleben führte.

Bei den Bayreuther Festspielen sang Erika Köth die Partie des Waldvogels in Richard Wagners Siegfried. Weitere Auftritte folgten im Londoner Covent Garden, in Rom, Los Angeles, San Francisco und Budapest, hauptsächlich in Richard-Strauss-Rollen. Außerdem sang sie die Lucia di Lammermoor und die Mimi in Puccinis La Bohème.

Ihren letzten viel umjubelten Auftritt auf einer Opernbühne hatte sie 1978 in München als Mimi in Puccinis La Bohème. Danach arbeitete sie bis 1988 als Dozentin an den Musikhochschulen von Köln und Mannheim, gab Meisterkurse in ihrem Wohnort Neustadt an der Weinstraße und engagierte sich ferner bei August Everding „Singschul“ in München. Zu ihren Schülern gehörten unter anderem Anna Maria Kaufmann sowie Ruth Frenk.

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Rudolf Schock (als Lyonel) und Erika Köth (als Lady Harriet) in Martha, 1965

Abseits der Opernbühne war sie auch einige Male Gast in der Fernsehsendung Zum Blauen Bock mit Heinz Schenk. Hier sang sie Lieder der leichten Muse.

Im Jahr 1989 erlag die Künstlerin einem Krebsleiden. Am 23. Februar 1989 wurde sie auf dem Alten Friedhof (Grabstelle: 1 A 121) in Darmstadt vom Bischof des Bistums Speyer, Anton Schlembach, beerdigt. Die Trauerrede hielt der vormalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel.

In Darmstadt, Baldham bei München sowie Neustadt an der Weinstraße wurden Straßen nach Erika Köth benannt.
Erika-Köth-Kette

Die Stiftung zur Förderung der Semperoper in Dresden verleiht in unregelmäßiger Folge an hervorragende Sängerinnen die Erika-Köth-Kette. Damit wurden bisher Birgit Fandrey (1994) und Christiane Hossfeld (2001) ausgezeichnet. (Qulle: wikipedia)

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Aber nun erstmal zur Handlung dieser Oper:

Enrico Ashton, ein verarmter schottischer Adliger, will seine Schwester Lucia mit dem vermögenden Lord Bucklaw verheiraten. Er befürchtet zudem, dass der lange verschollen geglaubte Edgardo von Ravenswood, dessen Vater ihm einst die Herrschaft entrissen hatte, unter Wahrung des Inkognitos wieder in das Hügelland von Lammermuir zurückgekehrt ist und auf Rache sinnt. Edgardo ist tatsächlich zurückgekehrt und trifft sich heimlich mit Lucia. Enrico, der von der Romanze zwischen Lucia und Edgardo Wind bekommen hat, spielt Lucia einen gefälschten Brief zu, welcher Edgardo der Untreue überführt. Verzweifelt willigt Lucia in die Hochzeit mit Lord Bucklaw ein. Just als die Unterschrift unter den Ehevertrag gesetzt ist, stürmt Edgardo herein. Er begreift, dass er zu spät gekommen ist, und zieht wieder von dannen. Enrico setzt Edgardo nach und fordert ihn zum Duell. Währenddessen ersticht Lucia in der Hochzeitsnacht in einem Anfall von Wahnsinn ihren Bräutigam. Im Morgengrauen wartet Edgardo vergeblich auf das Eintreffen Enricos. Als ihm schließlich die Botschaft zugetragen wird, dass Lucia dahingeschieden sei, nicht ohne zuvor vergeblich nach dem Geliebten gerufen zu haben, setzt der verzweifelte Edgardo seinem Leben ein Ende.

In einer Atmosphäre von nebelverhangener Landschaft, halbverfallenen Burgen und uralter Fehden zwischen Clans siedelten Cammarano und Donizetti die Handlung ihrer ersten gemeinsamen Oper an. Donizetti gestaltete neben der bildmächtigen Todesvision der Lucia vor allem den Augenblick ihrer Umnachtung nach dem Gattenmord in der Hochzeitsnacht durch betörenden Koloraturengesang derart packend aus, dass er sich gleichsam zum Idealbild einer opernhaften „Wahnsinnsszene“ verfestigte. (Quelle: Staatstheater Darmstadt)

Notenblatt
Wie bereits oben erwähnt, war die Rolle der Lucia di Lammermoor für Köth der Durchbruch für ihre beeindruckende Karriere. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb damals anlässlich der Premiere dieser Oper (Bayerische Staatsoper, München, Dezember 1956) u.a. folgendes:

„Das Phönomen der jungen Sopranistin Erika Köth beruht darauf, daß hier eine völlige Integrität von Stimme und Persönlichkeit, von Timbre und Charakter, von Musikalität und Ausdrucksvermögen vorliegt.“ (weitere Informationen dazu auf der Rückseite der Plattenhülle.

Nun, ich fühle mich nicht berufen, dies zu kommentieren, aber … ich glaubs jetzt einfach mal … Von daher: ein Leckerbissen für Opernfans, die dann auch noch in den Genuß kommen, auch einen Rudolf Schock hören zu können. Von dem kommt übrigens demnächst mehr.

Aufgenommen am 30. und 31. Januar 1957 in der Grunewaldkirche, Berlin

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Besetzung:
Lord Henry (Enrico) Ashton: Josef Metternich, Bariton
Lucia, seine Schwester: Erika Köth, Sopran
Edgard (o) von (di) Ravenswood: Rudolf Schock, Tenor
Lord Arthur (Arturo) Bucklaw: Manfred Schmidt, Tenor
Raimondo Bidebent, Erzieher Lucias: Gottlob Frick, Bass
Alisa, Lucias Zofe: Hertha Töpper, Alt
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Chor der Städtischen Oper Berlin unter der Leitung von Leitung Hermann Lüddecke
Berliner Symphoniker unter der Leitung von Wilhelm Schüchter Dirigent WILHELM SCHÜCHTER

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Titel:
01. Noch ist er ferne 11.31
02. Schweigende, dunkle Mitternacht 3.28
03. Wer vermag´s, den Zorn zu hemmen 15.40

Musik:  Gaetano Donizetti – Libretto: Salvadore Cammarano

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Joseph Haydn – Symphonie Nr 94 G-Dur („Mit dem Paukenschlag“) (Wiener Philharmoniker Josef Krips) (1957)

FrontCover1Ein weiteres Beispiel für die allseits beliebte Edition „Berühmte Künstler – Unsterbliche Musik von Decca Schallplatten aus den 50er Jahren.

Diesmal wird Joseph Haydn mit seiner Symphonie Nr. 94 G-Dur vorgestellt, die auch den Untertitel „Mit dem Paukenschlag“ trägt.

Und hier der Versuch einer musikhistorischen Betrachtung:

Die Sinfonie Nr. 94 G-Dur komponierte Joseph Haydn im Jahr 1791. Das Werk entstand im Rahmen der ersten Londoner Reise, wurde am 23. März 1792 uraufgeführt und trägt den Titel mit dem Paukenschlag bzw. Surprise (englisch: Überraschung). Insbesondere der langsame Satz zählt zu den bekanntesten Werken Haydns.

Zu allgemeinen Angaben bezüglich der Londoner Sinfonien vgl. die Sinfonie Nr. 93. Der deutsche Titel mit dem Paukenschlag bezieht sich auf einen unerwarteten Fortissimoschlag im zweiten Satz. Er ist insofern „etwas unpräzise“, da sich neben den Pauken auch alle anderen Instrumente an dem entsprechenden Schlag beteiligen. In England wurde die Sinfonie mit dem Titel „The Surprise“ (Die Überraschung) bekannt, wobei dieser Titel vermutlich auf den Flötisten Andrew Ashe zurückgeht.

Die beiden zeitgenössischen Haydn-Biographen, Georg August Griesinger und Albert Christoph Dies, berichten in verschiedener Weise zum Hintergrund des Andante:

„Ich fragte Haydn einst im Scherz, ob es wahr wäre, dass er das Andante mit dem Paukenschlag komponiert habe, um die in seinem Konzert eingeschlafenen Engländer zu wecken? „Nein“, erhielt ich zur Antwort, „sondern es war mir daran gelegen, das Publikum durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brillante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel ablaufen zu lassen, der zur nämlichen Zeit bey einem Orchester in London angestellt war.“

Haydn „Haydn machte mit Verdruß die Bemerkung, daß selbst im zweiten Akt [der Konzerte] der Gott des Schlafs seine Flügel über die Versammlung ausgebreitet hielt. Er sah das für eine Beschimpfung seiner Muse an, gelobte, dieselbe zu rächen, und komponierte zu diesem Endzwecke eine Symphonie, in welcher er da, wo es am wenigsten erwartet wird, im Andante, das leiseste Piano mit dem Fortissimo im Kontrast brachte. Um die Wirkung so überraschend als möglich zu machen, begleitete er das Fortissimo mit Pauken. (…) Haydn hatte die Paukenschläger vorzüglich gebeten, dicke Stöcke zu nehmen und recht unbarmherzig dreinzuschlagen. Diese entsprachen auch völlig seiner Erwartung. Der urplötzliche Donner des ganzen Orchesters schreckte die Schlafenden auf, alle wurden wach und sahen einander mit verstörten und verwunderten Mienen an. (…) Da aber während dem Andante ein empfindsames Fräulein von der überraschenden Wirkung der Musik hingerissen, derselben nicht hinlängliche Nervenkräfte entgegenstellen konnte, deswegen in eine Ohnmacht viel und an die frische Luft geführt werden mußte, so benützten einige diesen Vorfall als Stoff zum Tadel und sagten, Haydn habe bisher immer auf eine galante Art überrascht, doch dieses Mal sei er sehr grob gewesen. Haydn bekümmerte sich wenig um den Tadel; sein Endzweck, gehört zu werden, war vollkommen und selbst für die Zukunft erreicht.

Die große Bekanntheit der Sinfonie beruht in erster Linie auf dem zweiten Satz. Dieser war auch für sich in zahlreichen Instrumentierungen und Bearbeitungen verbreitet, von denen die meisten noch in den ersten Jahren nach der Uraufführung entstanden. U. a. handelt es sich dabei um Textierungen der Hauptmelodie und z. T. auch einiger Variationen in verschiedenen Sprachen. Eine der frühesten Bearbeitung für Klavier und Gesang ist in englisch und italienisch mit den Texten Hither com ye blooming fair bzw. Per compenso offir non sò. Das Menuett wurde 1811 als Teil eines Quodlibets unter dem Namen Rochus Pumpernickl in Bonn veröffentlicht. Hier ist die Melodie verändert und mit einem fremden Trio zusammengestellt worden. Auch Haydn selbst hat den Satz bearbeitet: In der Arie seines 1801 komponierten Oratoriums Die Jahreszeiten lässt er den Ackermann die Melodie dieses Satzes bei der Arbeit auf dem Felde flöten.

Unklar ist, ob Haydn die Melodie des Andante vollständig selbst komponiert oder ganz bzw. teilweise aus einem Volkslied übernommen hat. Ein Kandidat dafür ist bspw. das österreichische Lied Geh im Gässle auf und n’unter. Einerseits eignet sich die Melodie ihren einfachen Intervallen und wiederholten Tönen gut zum Vortrag eines Textes, andererseits sprechen aber gerade die vielen Textierungen gegen die Existenz eines allgemein bekannten Liedes.

NotenIn der ersten Fassung des zweiten Satzes war der namensgebende Paukenschlag nicht vorgesehen. Nachdem allerdings gemäß den zeitgenössischen Zeitungsberichten der Paukenschlag bei der ersten Aufführung eine große Wirkung erzielte, muss Haydn ihn schon vorher angebracht und den zweiten Satz aus dem Autograph entfernt haben. Die betreffende Seite ist im enthaltenen Fragment auch durchgestrichen, aber die geänderte Fassung in der Eigenschrift des Komponisten ist bis heute nicht aufgefunden worden.

Beispiele für Aussagen zur Sinfonie Nr. 94:

„Die Symphonie […] weist […] eine einfache und klare tonale Struktur auf. Von ihren vier Sätzen stehen drei in der Haupttonart, G-Dur. Die Einfachheit geht so weit, dass selbst die Einleitung zum ersten Satz und das Trio des Menuetts in G-Dur geschrieben sind. Allein für den zweiten […] Satz wählte Haydn eine andere Tonart, nämlich die Subdominant-Tonart C-Dur, und dieser Satz ist auch der einzige, in dem ein längerer Moll-Abschnitt vorkommt. Im ganzen Werk werden also tonale Spannungen geradezu vermieden.“ (Marie Louise Martinez-Göllner)

„Insgesamt ist die Sinfonie Nr. 94 zwar nicht übermäßig komplex, aber doch auch weniger leicht zu durchschauen, als dies der Beiname suggeriert, der nicht wenige Interpreten dazu bewog, sich allein dem Überraschungseffekt des Paukenschlags zuzuwenden. Die im Vergleich zu den früher angeführten „Londoner Sinfonien“ schwerere Verständlichkeit der Nr. 94 dürfte auch der Grund sein, warum Haydn die schon 1791 komponierte Sinfonie zunächst zurückhielt und erst 1792 als fünfte Sinfonie der Serie aufführen ließ.“ (Michael Walter)

„[Die Sinfonie] hat im Laufe der Haydn-Rezeptionsgeschichte eine für ein tieferes Verständnis dieses Werkes geradezu ruinöse Popularität erlangt: Die ‚Paukenschlag‘-Symphonie nimmt im gängigen Haydn-Repertoire etwa dieselbe Stelle ein wie ‚Eine kleine Nachtmusik‘ im Mozart- oder die ‚Schicksalssymphonie‘ im Beethoven-Repertoire.“  (nformationstext zur Aufführung der Sinfonie Nr. 94 am 2. Oktober 2010 der Haydn-Festspiele-Eisenstadt)

Nun, soweit so gut.

Eingespielt wurde dieses 10″ Album von den sicherlich schon damals angesehenen Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Josef Krips.

Und auch über diesen Josef Krips mag ich ein wenig informieren:

Josef Alois Krips (* 8. April 1902 in Wien; † 13. Oktober 1974 in Genf) war ein österreichischer Dirigent.

Krips war ein Schüler von Eusebius Mandyczewski und Felix Weingartner. Von 1921 bis 1924 wirkte er zunächst als Korrepetitor und Weingartners Assistent, später als Chorleiter und Dirigent an der Wiener Volksoper. Nach einjährigen Engagements als Opernchef in Aussig und erster Kapellmeister in Dortmund wurde er 1926 zum Hofkapellmeister an der Badischen Hofkapelle Karlsruhe und kurze Zeit später zum damals jüngsten Generalmusikdirektor Deutschlands ernannt. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 kehrte er als Dirigent nach Wien zurück und wurde 1935 auch Professor an der Wiener Akademie.

AutogrammkarteKripsNach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 zog Krips nach Belgrad, wo er ein Jahr als Gastdirigent arbeitete. 1939 ging er nach Wien zurück, erhielt aber wegen der jüdischen Herkunft seines Vaters Berufsverbot. Nach einem kurzen Engagement in Budapest arbeitete er heimlich als Korrepetitor und gab Privatstunden, 1943 erhielt er durch einen Freund eine Stelle in einer Lebensmittelfirma und wurde daher nicht zur Wehrmacht eingezogen.

Nach dem Krieg war Krips der einzige österreichische Dirigent, der als unbelastet galt und sofort wieder arbeiten durfte. So wurde Krips zu einem der meistgefragten Dirigenten. Er war der Erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Wiener Philharmoniker leitete, und dirigierte bei den ersten Salzburger Festspielen der Nachkriegszeit. In den Jahren 1946 und 1947 leitete er das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Von 1950 bis 1954 war Josef Krips Chefdirigent des London Symphony Orchestra, anschließend, in gleicher Funktion, neun Jahre Leiter des Buffalo Philharmonic Orchestra in New York sowie, von 1963 bis 1970, Chef des San Francisco Symphony Orchestra. Seine letzte Stelle trat er 1970 an, als er Dirigent der Deutschen Oper Berlin wurde. Von 1970 bis 1973 war er Hauptdirigent der Wiener Symphoniker. Als erster österreichischer Dirigent unternahm er eine Tournee durch die Sowjetunion. Krips’ letzter großer Erfolg, Anfang 1974, war eine Neuinszenierung von Così fan tutte an der Grand Opéra Paris.

Eine große Zahl der Aufnahmen von Krips ist immer noch beliebt, beispielsweise die Sinfonien von Beethoven mit dem London Symphony Orchestra, die 1960 aufgenommen wurden und in den 1990er Jahren auf CD erschienen. Bekannt sind auch seine Interpretationen von Mozart-Opern wie Don Giovanni oder Die Entführung aus dem Serail. Mit dem Amsterdamer Concertgebouw-Orchester nahm er 1972–1974 einen acht Langspielplatten umfassenden Zyklus von Mozarts späten 20 Sinfonien auf.

Krips war drei Mal verheiratet: In erster Ehe (1925) mit Maria Heller († 1930) aus Aussig, in zweiter (1947) mit Maria(nne) (Mitzi) Weinlinger geborener Willheim (* 1897, † 9. April 1969), in dritter (9. Oktober 1969) mit Harrietta Procházka (* 1938)

Josef Krips wurde auf dem Neustifter Friedhof in einem Ehrengrab bestattet (Gruppe 16, Reihe 4, Nummer 30). 1988 wurde die Kripsgasse in Wien-Liesing nach ihm benannt. (Quelle: wikipedia)

Anzumerken gilt es noch, dass die Klangfülle dieser Aufnahme schon recht beeindruckend ist und dass diese Symphonie wahrlich seine eindrucksvollen Momente hat.

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Besetzung:
Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Josef Krips

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Titel:
01. Satz 1: Adagio cantabile – Vivace assai 6.44
02. Satz 2: Andante 6.11
03. Satz 3: Menuett (Allegro molto) 5.10
04. Satz 4: Finale (Allegro molto) 3.54

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Dietrich Fischer-Dieskau – Hugo Wolf – Mörike Lieder (1957)

FrontCover1Und nun wenden wir uns wieder mal dem Kunst-Lied zu …

Hier hören wir Kompositionen von Hugo Wolf:

Hugo Wolf (* 13. März 1860 in Windischgrätz; † 22. Februar 1903 in Wien) war ein österreichischer Komponist und Musikkritiker, der insbesondere mit seinen „Möriker Liedern“ zu großer Popularität kam:

„Die insgesamt 53 Mörike-Lieder, die alle zwischen Februar und November 1888 entstanden sind, zählen zu den Höhepunkten des rund 300 Titel umfassenden lyrischen Œuvres von Hugo Wolf. Mit ihnen sind seine Künstlerpersönlichkeit und musikalische

Hugo Wolf

Hugo Wolf

Schaffensweise voll ausgeprägt. Originalität und Avanciertheit mancher dieser Lieder hat er später nicht mehr überboten.“ (Kurt Malisch)

Und dann der Eduard Friedrich Mörike: (* 8. September 1804 in Ludwigsburg, Kurfürstentum Württemberg; † 4. Juni 1875 in Stuttgart, Königreich Württemberg) war ein deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer. Er war auch evangelischer Pfarrer, haderte aber bis zu seiner frühen Pensionierung stets mit diesem „Brotberuf“.

Mörike wurde zu Lebzeiten als bedeutendster deutscher Lyriker nach Goethe bezeichnet. Trotz der späten Ehrungen erkannten aber nur wenige seine literarische Bedeutung. Jakob Burckhardt gehörte zu ihnen, oder Theodor Storm und Iwan Turgenew. Mörike galt lange Zeit als ein typischer Vertreter des Biedermeier, der die vertraute und enge Heimat besingt. Georg Lukács tat ihn ab als einen der „niedlichen Zwerge“ unter den Dichtern des 19. Jahrhunderts.[30] Heute erkennt man das Abgründige in Mörikes Werk und die Modernität seiner radikalen Weltflucht. (Quelle: wikipedia)

Eduard Mörike

Eduard Mörike

Interpretiert wurden auf dieser EP insgesamt 5 Lieder aus dem Hugo Wolf Zyklus von Dietrich Fischer-Dieskau:

Dietrich Fischer-Dieskau (* 28. Mai 1925 in Berlin; † 18. Mai 2012 in Berg) war ein deutscher Sänger (Bariton), Dirigent, Maler, Musikschriftsteller und Rezitator.

Fischer-Dieskau gilt als einer der bedeutendsten Lied- und Opernsänger des 20. Jahrhunderts. Mit über 400 Schallplatten ist er der Sänger, von dessen Interpretationen die meisten Einspielungen auf Tonträgern überhaupt existieren dürften.

Nach seinem Tod lobte sein Kollege René Kollo Fischer-Dieskau als „stimmlich einfach prädestiniert für das Lied“ und vom Wesen her als „sehr reizend, sehr hilfreich, sehr freundschaftlich“.[8] Brigitte Fassbaender sagte, der Sänger sei „ein hoch empfindsamer Mensch von großer geistiger Klarheit“ gewesen. „Für alle, die mit ihm gearbeitet haben, war er immer in hohem Maße auch Vorbild. Er war einfach eine natürliche, große Autorität.“ (Quelle: wikipedia)

Dieter Fischer-Dieskau

Dietrich Fischer-Dieskau

Nun gut … hören wir hier also prachtvolle Lieder für das Bürgerbildungstum … vergangene romantische Empfindungen könnten wach werden … ich suche sie allerdings noch. Will sagen: Mir bleibt diese musikalische Welt verschlossen. Und ich glaub, als Schüler haben wir ganz albern über diese Texte gekichert …

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Alternatives Backcover

Besetzung:
Dietrich Fischer-Dieskau (vocals)
Gerald Moore (piano)

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Titel:
01. Fussreise (Am frisch geschnittenen Wanderstab) 2.31
02. Der Gärtner (Auf ihrem Leibrößlein) 1.23
03. Begegnung (Was doch heut nacht ein Sturm gewesen) 1.25
04. Gesang Weyla’s (Du Bist Orplid) 1.48
05. Verborgenheit (Laß, o Welt, o laß mich sein) 2.51

Musik: Hugo Wolf
Texte: Eduard Mörike

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Malcom Arnold + Orchester Mitch Miller – Die Brücke am Kwai + 4 (1957)

FrontCover1… kicher …

Und da schrieb die Graugans:

„… sag mal, haste den River Kwai Marsch womöglich auch … nein, kann nicht sein oder?“

Und deshalb mal wieder ein wenig Filmmusik aus den 50er Jahren und zwar von einem Film, der auch in Deutschland beeindruckte:

Die Brücke am Kwai ist ein Spielfilm von David Lean aus dem Jahre 1957, der auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle basiert. Zum Teil weichen Roman und Film jedoch voneinander ab. Die titelgebende Brücke ist historisch, sie überquert in der thailändischen Stadt Kanchanaburi den Fluss Khwae Yai.

Der Film handelt von einer Gruppe britischer Kriegsgefangener in einem japanischen Lager in Burma. Die Gefangenen sollen eine hölzerne Eisenbahnbrücke über den Kwai errichten. Damit die Brücke termingericht fertiggestellt wird, teilt der japanische Lagerkommandant (Oberst) Saito auch die britischen Offiziere zur Arbeit ein. Der Kommandeur des gefangengenommenen Bataillons, der Offizier Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) Nicholson, widersetzt sich diesem Befehl. Er beruft sich dabei auf die zweite Genfer Konvention von 1929, die Japan allerdings nicht unterschrieben hatte. Saito reagiert mit drastischen Strafen. Nicholson lenkt schließlich ein.

IllustrierteFilm-Bühne1Nicholson bemüht sich darum, dass seine Soldaten ihren Stolz und ihre Würde behalten und sich nicht wie einfache Sklavenarbeiter von den japanischen Bewachern erniedrigen lassen. Er will Saito die Überlegenheit der britischen Soldaten beweisen, indem er eine technisch aufwendigere Brücke in kürzerer Zeit errichtet, obwohl er sich bewusst sein muss, damit dem Feind zu helfen. Nicholson setzt sich schließlich durch, die Offiziere werden von der körperlichen Arbeit befreit und erhalten Führungstätigkeiten. Die Aufgabe treibt die Soldaten zu Höchstleistungen, und die Brücke wird rechtzeitig fertiggestellt. Saito muss nach der Fertigstellung indirekt die Überlegenheit der Gefangenen eingestehen.

Zur gleichen Zeit ist Commander Shears aus dem Gefängnislager geflohen. Er wird von den Einwohnern gepflegt, aber als er sich erholt hat, wird er sofort wieder rekrutiert, um bei der Sprengung der Brücke mitzuhelfen, da er sich in diesem Gebiet besonders gut auskennt.

Die Handlung des Films endet (im Unterschied zum Buch) mit der Zerstörung der erbauten Holzbrücke durch die Alliierten, welche Nicholson zu verhindern sucht, weil die Brücke für ihn mehr geworden ist als eine Brücke für den Feind: Für ihn ist sie ein Symbol des Widerstandes und des Überlebenswillens seiner Soldaten.

Tatsächlich wurden in Kanchanaburi, 111 km WNW von Bangkok, Kriegsgefangene zum Bau von zwei Brücken gezwungen. Zuerst wurde eine Holzbrücke errichtet und fünf Monate später zusätzlich eine stählerne Brücke. Beide wurden durch die Alliierten zerstört, die Holzbrücke zuerst. Die Stahlbrücke wurde 1946 von einer japanischen Firma wiederaufgebaut. 1971 wurde sie instand gesetzt; sie ist heute noch in Betrieb (♁14° 2′ 27″ N, 99° 30′ 13″ O). (Quelle: wikipedia)

Filmbild

Dass der Film in Deutschland erfolgreich war, zeigt ja auch diese Single/EP (mit 5 Titeln), der dann auf den Markt gebracht wurde, handelte es sich doch den „besten Film des Jahres !“.

Und natürlich kennen wir alle den River Kwai-Marsch … denn diese Musik tönte jahrelang als Werbemusik für die Marke „Underberg“ im Fernsehen. Dass auch die andere Kompositionen sich stark an der Marschmusik orientieren, verwundert angesichts des Filmes nicht wirklich.

Filmplakat

Besetzung:
Mitch Miller Orchester unter der Leitung von Malcolm Arnold

BackCover1Titel:
01. River Kwai-Marsch 2.25
02. Der Sieg des Colonel Nicholson 1.54
03. Der Bau der Brücke 2.55
04. Die Feier im Lager 1.22
05. Finale 2.13

Musik: Malcolm Arnold

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Verschiedene Interpreten – Nächte in Rio (1957)

FrontCover1.JPGIn den 50er Jahren war ja die Bundesrepublik voller Begeisterun für die Exotik aus aller Welt … das galt natürlich auch für Südamerika und vermutlich insbesondere für Brasilien, zumindest für jenes Brasilien, wie es sich Lieschen Müller vorstellte.

Diese Faszination wurde natürlich auch von diversen Orchestern genutzt, um mit „exotischen“ Melodien auf sich aufmerksam zu machen.

So ist auch dieses 10″ Album zu erklären und zu vertehen.

Eingespielt wurde es von den Orchestern Max Greger, Kurt Edelhagen sowie Horst Wende und seinen Solisten.

Und wir hören hier eben verträumt-schwungvolle Melodien vom „Zuckerhut“, der Max Greger nützt seinen Tanztee in Rio zu ein paar „avantgardistischen“ Ausflügen und so haben wir eine nette nostalgische Erinnerung in der Hand.

Und wenn man mal ehrlich ist: Im Grunde genommen machen Quado Nuevo heue nichts anders, freilich auf einem ganz anderen musikalischem Niveau … sie verwenden exotische Klänge wie den Tango für ihre großrtig Musik …

Und auf einen Titel wie „Rumba Kautschuk“ muss man auch erstmal kommen.

Ach ja … und diese alten Cover-Illusrationen … mir gefallen sie noch heute.

Horst Wende

Horst Wende

Titel:
01. Orchester Max Greger: Rumba Kautschuk (Bochmann) 1.58
02. Horst Wende und seine Solisten: Mexico-Mambo (del Gado) 2.57
03. Orchester Kurt Edelhagen: Barcelona (Wilczek) 2.52
04. Orchester Max Greger: Tanztee in Rio (Teil 1) 3.06
04.1. Mambo-Italiano
04.2.Mambo-Jambo
04.3.Cherry-Pink Mambo
05. Orchester Kurt Edelhagen: Guatemala (Farguarsan) 2.26
06. Horst Wende und seine Solisten: Das sind die Nächte von Rio (Jary) 2.45
07. Orchester Max Greger; Tanztee in Rio (Teil 2) 3.02
07.1. Die Carmen sagt si-si
07.2. Yours
07.3. La Cucaracha
08. Horst Wende und seine Solisten: Loca-Rumba (Calle) 2.43

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Verschiedene Interpreten – Hits im Doppelpack (2013) (CD 1)

FrontCover1Die Grundidee dieser CD Edition ist schon amüsant:

Man nehme: Original-Schlager und Hits der 50er  vornehmlich aus den USA und stelle sie den dann später folgenden deutschen Cover-Versionen gegenüber und dann gibt es nicht nur ein buntes Stell-Dich-Ein mit Stars dieser Jahre (Willy Hagara, Bibi Johns etc.), sondern es laufen einem auch jede Menge unbekannte Musikanten über den Weg (Jörg Maria Berg, Bob & Eddy, Hula Hawaiian Quartett9

Und wenn auch die meisten Original-Versionen geschmeidiger sind, so gibt es immer wieder deutsche Interpretationen, die einen aufhorchen lassen, z.B. die von der Evelyn Künnecke und natürlich die famose Inge Brandenburg.

Und so manche Songs sind schon ein wenig keck, man ist fast geneigt zu vermerken, dass sich hier ein unsittliches Gedankengut breit gemacht hat, dass doch sehr bedenklich ist !

Und somit ist diese Präsentation durchaus vergnüglich … mehr als eine Prise Nostalgie wird frei Haus geliefert und das schönste ist, ja, dass weitere 9 Exemplare dieser Art folgen werden !

SingelHüllen01
SingelHüllen02
SingelHüllen03
KünneckeBoogieFC

Titel:
01 . Mcguire Sisters: Sugartime (Phillips/Echols) (1957) 2.32
02. Willy Hagara: Nur In Portofino (Phillips/Echols/?) (1957) 2.20

03. Glenn Miller: Chattanooga Choo Choo (Gordon/Warren) (1941) 3.16
04. Bully Buhlan: Kötschenbroda Express (Gordon/Warren(?) (1947) 5.14

05. Dean Martin: Bella Bimba (DeMejo) (1952) 2.47
06. Bibi Johns: Bella Bimba (DeMejo/Feltz) (1953) 3.07

07. Johnny Ray: Hernando’s Hideaway (Ross) (1954) 2.24
08. Evelyn Künneke: Hernando’s Hideaway (Ross/Adler/Neumann (1956) 3.01

09. Jimmie Rodgers: Woman From Liberia (Whiting/Rodgers) (1958) 2.07
10. Ted Herold: Isabell (Whiting/Rodgers/Bradtke) (1960) 2.01

11. Franky Lymon: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer) (1957) 2.12
12. Inge Brandenburg: Goody Goody (Vars/Dunham/Mercer/Holland) (1960) 2.08

13. Perez Prado: Patricia (Prado) (1958) 2.20
14. Jörg Maria Berg: Prado (Prado/Beckmann) (1958) 2.52

15. Kay Starr: Rock And Roll Waltz (Allen) (1955) 2.58
16. Evelyn Künneke: Boogie im Dreivierteltakt (Allen/Bradtke) (1956) 2.50

17. Ken Colyer´s Skiffle Group: Casey Jones (Traditional) (1954) 2.33
18. Bob & Eddy: Casey Jones (Traditional/Roda/Petersen) (1959) 2.42

19. Bing Crosby: Jim, Johnny & Jonas (Bond) (1954) 3.03
20. Hula Hawaiian Quartett: Jim, Johnny & Jonas (Bond/Heinzli) (1954) 3.09

CD1
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Wolfgang Sauer – Tammy + Dir gehört mein Herz (1957)

FrontCover1Höchste Zeit, dass hier auch mal dem Wolfgang Sauer ein wenig Platz eingeräumt wird:

Wolfgang Sauer (* 2. Januar 1928 in Elberfeld[1]; † 26. April 2015 in Köln) war ein deutscher Jazz- und Schlagersänger, Pianist, Musiker und Rundfunkmoderator.

 

Wolfgang Sauer wuchs in Wuppertal auf, wo seine Eltern ein Elektrogeschäft führten. Bereits im Alter von sieben Monaten erkrankte er am Grünen Star. Als er schulpflichtig wurde, war er bereits fast erblindet. Seither trug er eine dunkle Sonnenbrille, die später zu seinem Markenzeichen wurde. Mit zwölf Jahren kam er in die Deutsche Blindenstudienanstalt nach Marburg, wo er unter anderem Musikunterricht nahm und Klavier, Chorgesang und Kompositionslehre studierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er 1946 das Abitur. Nebenher trat er mit einer Studentenkapelle in amerikanischen Clubs auf, wo er meist Jazzmusik darbot. 1948 hatte Sauer seinen ersten Auftritt im Rundfunk. Da Sauer politischer Journalist, dann Übersetzer werden wollte, studierte er ab 1949 Anglistik und Germanistik an der Universität Köln. In jener Zeit gründete er die No Name Band, ein Jazzensemble, mit dem er 1951 auf Tournee ging.

Wolfgang Sauer01Er musste jedoch das Studium 1952 aus finanziellen Gründen abbrechen. Anschließend widmete er sich wieder der Musik und bekam sein erstes Engagement beim damaligen NWDR in Köln in der Sendung Teemusik. Zusammen mit dem Eilemann-Trio durfte er 14-täglich im Radio Musik machen. Ferner produzierte er Rundfunkaufnahmen mit Kurt Edelhagen in Baden-Baden und Erwin Lehn in Stuttgart. 1953 ging er mit Will Glahé auf Tournee und wurde zum Deutschen Jazzsänger Nr. 1 gewählt. Auf Vermittlung von Nils Nobach erhielt er seinen ersten Plattenvertrag. Für die Electrola nahm er jedoch keine Jazz-Titel, sondern deutsche Schlager auf. Seine ersten Erfolge hießen Eine Melodie geht um die Welt, Du hast ja Tränen in den Augen, Ein kleiner Hund oder Glaube mir, der sich 500.000 Mal verkaufte und zu seinem erfolgreichsten Titel werden sollte, wenngleich dieser Titel wenige Jahre vorher bereits als Mütterlein von Leila Negra und Rudi Schuricke veröffentlicht worden war.

Dennoch sang Sauer neben seinen Schlagererfolgen auch weiterhin Jazz-Titel. Seine Aufnahme von For You My Love (1955) mit einer Combo um Carlo Bohländer, Werner Dies, Glen Buschmann und Hans Podehl verkaufte sich in der Bundesrepublik Deutschland 30.000 Mal und war damit die erfolgreichste deutsche Jazzplatte. Die Platte Night Train mit dem Orchester Erwin Lehn konnte jedoch daran nicht anschließen. Auch führte er 1955 das von Heinz Werner Zimmermann komponierte Geistliche Konzert für Bass, Bariton und Jazz-Orchester auf. Mit Glen Buschmann trat er bis 1958 mehrfach auf dem Deutschen Jazzfestival auf. Sein Jazz-Album Sweet and Swing mit den Orchestern von Paul Kuhn und Berry Lipman aus dem Jahr 1959 verkaufte sich in Australien besser als in Deutschland und wurde erst 2010 wieder veröffentlicht. Es folgten zahlreiche Tourneen und Gastspiele. Er war bis in die 1980er Jahre Stargast als Jazz-Sänger bei den Konzerten der Jazzband Kreisjazzwerkerschaft & Rose Nabinger.

Wolfgang Sauer02

1962 bekam Sauer von Camillo Felgen das Angebot, als Moderator für Radio Luxemburg zu arbeiten. Prominenz am Plattenteller hieß seine Sendung. Es folgten weitere Verpflichtungen bei der Deutschen Welle und beim Deutschlandfunk. 1964 machte er mit Kurt Edelhagen eine Tournee durch die DDR. Ab 1965 spielte er – bis zum Ende des Jahres 2006 – die Überleitungen am Klavier innerhalb der Sendung Wiederhören macht Freude beim Westdeutschen Rundfunk. 1966 vertrat Sauer die Bundesrepublik Deutschland beim Schlagerfestival in Zoppot/Polen mit dem Titel Mädchen ohne Namen. Ende der 1960er Jahre besang er zwei Langspielplatten mit Volksliedern zusammen mit einem Männergesangverein.

In den 1970er Jahren hatte sich Sauer als Schlagersänger eher der moderneren Musik verschrieben. In jener Zeit hatte er einen weiteren Erfolg mit Tango für den Kommissar. Bei diversen Oldiesendungen im Fernsehen sang er jedoch meist seine alten Erfolgstitel wie Ach, man braucht ja so wenig um glücklich zu sein und Cindy, Oh Cindy. 1982 ging er mit seinen Gesangkollegen Gerd Böttcher, Rocco Granata und Fred Bertelmann auf Oldie-Tour.

Wolfgang Sauer03Außerdem war Sauer in den 1980er Jahren Stammgast in diversen Unterhaltungssendungen, wie Zum Blauen Bock und Melodien für Millionen, in denen er meist seinen größten Hit Glaube mir! sang. Er war später noch gelegentlich im Fernsehen zu sehen. Von März 2007 bis 2010 arbeitete er beim Kanal4-Patientenfunk der Paracelsus-Klinik in Marl und präsentierte dort jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 18:00 bis 19:00 Uhr die Sendung Die schönen Zeiten der Erinnerung.

Mit seiner ersten Ehefrau Gisela († 1988), mit der er seit 1954 verheiratet war, hatte er einen gemeinsamen Sohn. In zweiter Ehe heiratete er 1992 Ingeborg Sauer († 2012). Am 26. April 2015 starb Wolfgang Sauer im Alter von 87 Jahren.

Sauer erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz. (Quelle: wikipedia)

Also, bei dieser Single ist vom profilierten Jzz so rein gar nichts zu hören … wohl aber vom gepflegten Schnulzensänger mit dieser samtweichen Stimme … kann man ja auch mal hören …

Aber die ganze Bandbreite des Wolfgang Sauer … die muss hier noch dargestellt werden.

Wolfgang Sauer04

Wolfgang Sauer, 1990

Besetzung:
Wolfgang Sauer (vocals)
+
Hanssen Quartett (background vocals)
+
Paul Kuhn Ensemble

BackCover
Titel:
01. Tammy (Livingston/Evans/Bradtke) 2.29
02. Dir gehört mein Herz (Cole/Hawkins/Weingarten) 2.08

LabelB1
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