Die Kilima-Hawaiians + Alfred Hause + Das Tanzstreich-Orchester des NDR und Chor – Traumland Hawaii (1957)

FrontCover1Das Fernweh der Deutschen in den 50er Jahren trieb schon so manch seltene Blüte.

Eine davon haben wir hier.

Die Kilima Hawaiians waren eine Schlagerband aus den Niederlanden, die in Deutschland 1953 mit dem Lied Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand einen Nummer-Eins-Hit hatte.

Die Band zählte in den Niederlanden zu den beliebtesten Gesangsgruppen und war auch in Deutschland erfolgreich. Gegründet wurde sie am 26. Juni 1934 von Bill Buysman und seiner Frau Mary, die beide der vierköpfigen Gruppe bis zu deren Auflösung angehörten. Bill Buysman spielte Gitarre, Mary spielte Ukulele und sang. Weitere zeitweilige Mitglieder waren Rudi Wairata, Frans van Oirschot, Smoke van der Elst, Willem Ruivenkamp, Theo Ehrlicher und Jo de Gast.

In den ersten Nachkriegsjahren trafen sie mit Hawaii-Liedern den Nerv der Zeit und spielten außerdem Western-Songs, bei denen sie oft in Cowboy-Kostümen auftraten.

Das Lied wurde später auch von Bruce Low gesungen, wodurch ihm sein Durchbruch als Schlagersänger gelang. Ronnie war ein weiterer Sänger, der diesen Song interpretierte.

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Die KilimaHawaiians, 1959

1948 veröffentlichten sie in den Niederlanden das Lied „Er hangt een paardenhoofdstel aan de muur“, welches eine Coverversion von Carson Robisons Bridle Hanging On The Wall war. Einige Jahre später produzierte die Kilima Hawaiians den Song dann in deutscher Sprache mit dem Titel Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand. Der Westernsong wurde dann 1953 in Deutschland ein großer Hit und über eine Million mal verkauft, was 1954 eine Goldene Schallplatte einbrachte. In der gerade neu geschaffenen Boxen-Parade wurde Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand als erster Nummer-Eins-Hit überhaupt in den deutschen Charts gelistet.

Mit dem Aufkommen populärer Musikstile wie dem Rock ’n‘ Roll ließ die Popularität der Kilima Hawaiians in Deutschland ab Ende der 1950er Jahre nach. In den Niederlanden traten sie jedoch bis Mitte der 1970er Jahre auf und waren erfolgreich.

Bill Buysman starb am 23. Juni 1991, seine Frau Mary am 17. Februar 2002. (Quelle: wikipedia)

Und gemeinsam mit dem Tanzstreich-Orchester des NDR  unter der Leitung von Alfred Hause (schon wieder der !) verenigte man sich dann musikalisch vor dem „Traumland Hawaii“ …

Es überrascht das nicht, dass man von herrlich süßlich-kitschigen Klängen (jede Menge pedal-steel-guitar !) umgarnt wurde … tgextlich bedarf es keiner weiteren Erläuterungen, er ist selbsterklärend … (grins) …

Aber das Cover ist schon wirklich vom Feinsten … oder ?

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Besetzung:

Die Kilima-Hawaiians:
Bill Buysman (guitar, vocals)
Mary Buysman (mandolin, vocals)
Wim van Herpen (bass)
Frans van Oirschot (pedal steel guitar)
+
Tanzstreich-Orchester des NDR + Chor unter der Leitung von Alfred Hause

BackCover1Titel:

01. Traumland Hawaii (Teil 1) (3.26)
01.1. Steig in das Traumboot der Liebe
01.2. Ein Schiff fährt nach Tahiti

02. Traumland Hawaii (Teil 2) (3.01)
02.1. Stern meiner Liebe
02.2. Eine kleine Serenade
02.3. Hilu-Hula Mädchen

03. Traumland Hawaii (Teil 3) (2.21)
03.1. Wenn Matrosen Abschied nehmen von Hawaii
03.2. Aloahe (Leb wohl, du braunes Mädel von Hawaii)

04. Traumland Hawaii (Teil 4) (2.59)
04.1. Hula Samba
04.2. Südsee, sing dein altes Lied
04.3. Lieder der Liebe
04.4. Ade, ade

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Verschiedene Interpreten – Bertelsmann Schallplattenring – Werbeplatte (50er Jahre)

FrontCover1Als zu Beginn der 1950er Jahre die bis dahin marktbeherrschende Schellackplatte von der Vinyl-Schallpatte technisch abgelöst wurde, sorgte der neue Tonträger rasch für eine ungemeine Belebung des deutschen Musikgeschäfts. Unter dem Eindruck der Erfolgsgeschichte des 1950 gegründeten Bertelsmann Leserings, der innerhalb von 4 Jahren auf über eine Million Mitglieder angewachsen war, reiften auch im Hause Bertelsmann die ersten Pläne, sein Buchprogramm durch ein ausgewähltes Musikprogramm harmonisch zu ergänzen. Zudem war die robuste Kunststoffplatte gegenüber der leicht zerbrechlichen Schellackplatte ideal geeignet für den Postversand, auf dem das Clubgeschäft in der Hauptsache basierte. Bertelsmann startete 1955 eine erste Testphase: Lesering-Mitglieder konnten über das zum Buchclub gehörende Versandhaus Heim und Buch eine Auswahl an Schallplatten der Marken Orbis und Diamant günstig erwerben. Diese Schallplatten wurden in der Sammlung mit dem Vermerk „Altbestand Versandhaus Heim und Buch“ gekennzeichnet. Der Testlauf zeigte, dass auch im Lesering das Interesse an Schallplatten groß war. Am 1. Juli 1956 nahm der Bertelsmann Schallplattenring offiziell seine Tätigkeit auf.

Schallplattenring Illustrierte

‚Frühe Exemplare der Klubzeitschrift “ Schallplattenring Illustrierte“

Er übernahm das Sortiment von Heim und Buch und präsentierte zum Start rund 150 Schallplatten aus Klassik und Unterhaltung, die über einen eigenen Katalog, der Schallplattenring-Illustrierten, beworben wurden. Die vielen Erfahrungen aus der Leseringarbeit ließen sich jedoch nicht wie erhofft auf den Schallplattenring übertragen. Die Großfirmen der Schallplattenindustrie waren zunächst nicht bereit Lizenzen aus ihrem Repertoire an den Club abzutreten. Über die eigene Bertelsmann-Clubproduktion ließen sich neben Lale Andersen, Zarah Leander und dem Pianisten Alexander Jenner SingleASeite1kaum weitere umsatzbringende Künstler exklusiv verpflichten. Daraufhin gründete Bertelsmann 1958 mit der Ariola GmbH eine eigene Schallplattenfirma, welche die bisherigen Künstlerverträge des Schallplattenrings übernahm und diesen in enger Abstimmung zukünftig mit Eigen- und Lizenzproduktionen versorgen sollte. Die Laufnummern der bisherigen Schallplattenring-Veröffentlichungen wurden im III. Quartal 1958 einheitlich auf die Ariola-Systematik umgestellt. Ariola zur Seite stand die im gleichen Jahr gegründete Schallplattenfabrik Sonopress, welche fortan die technische Produktion der schwarzen Scheibe übernahm. (Quelle: vinyl.bertelsmann.com)

Soweit zu den Anfängen, wie sie von dem Bertelsmann Konzern selber dargestellt wird.

Nachdem der Lesering erfolgreich bei uns eingeführt wurde, musste nun ein wenig die Werbetrommel gerührt werden, um aus „uns“ auch regelmäßige Schallplatten-konsumenten zu machen. Ich behaupte mal, dass der Bertelsmann Schallplattenring einen nicht unerheblichen Anteil daran hatten, dass wir dann auch Schallplatten-sammler wurden, jedenfallsbei der Generation die in den 50er Jahren dann auch schon alt genug waren (was bei mir noch nicht der Fall war gggg).

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Eine dieser Werbeaktionen war dann wohl die Verteilung dieser einseitigen Flexi-Single (Tonfolie), bei der ein Sprecher mit seriösem Timbre in der Stimme Werbung für diesen Klub machte und dabei natürlich eine handvoll Musikbeispiele anspielen ließ. Diese Single gab´s dann „mit freundlichen Grüßen“ aus dem Musikhaus Fackler, Traunstein / Bad Reichenhall.

Tja, ein kleines, aber sehr feines Beispiel der frühen Unterhaltungsmusik aus den 50er Jahren in der „aufstrebenden“ Bundesrepublik Deutschland … noch dröhnte der Rock n Roll noch nicht.

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Titel:
01. Kostproben 5.09
01.1. Einleitung
01.2. RIAS Tanzorchester/(Werner Müller: Cherokee (Noble)
01.3. Freddy Quinn: Einmal in Tampico (Olias/Moesser)
01.4. Caterina Valente: Tipitipitipso (Gietz/Feltz)
01.5. Peter Alexander: O Josefin, die Nacht in Napoli (Gietz/Feltz)
01.6. Helmut Zacharias: Spatz und Spätzchen (Poliakin)
01.7. Max Greger: Hula Baby (Knox/Bradtke)
01.8. Helmut Zacharias: Boogie für Geige (Zacharias)

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Hüllentext1

Diese Präsentation wurde nur möglich, weil die Graugans wieder mal tief  in ihr Schallarchiv gegriffen hat und mir dieses seltene Stück überlassen hat … Dafür ein herzliches Dankeschön !

Fritz Wunderlich – Die schöne Müllerin (Franz Schubert) (1957/1995)

FrontCover1Ein Klassiker deutscher Liedkunst:

Die schöne Müllerin (op. 25, D. 795) ist ein Liederzyklus für Singstimme und Klavier von Franz Schubert, der 1823 komponiert wurde.

Textbasis des Zyklus ist die Gedichtsammlung Die schöne Müllerin von Wilhelm Müller, die in den 1821 erschienenen Sieben und siebzig nachgelassenen Gedichten aus den Papieren eines reisenden Waldhornisten enthalten ist. Schubert hat von den 25 Gedichten 20[1] vertont, wodurch die vom Dichter intendierte Ironie im romantischen Sinne und der pessimistische Schluss aufgehoben wurden. Der Inhalt bezieht sich – biographischen Quellen und Briefen zufolge – auf Müllers unerfüllte Liebe zu Luise Hensel.

Der Inhalt ist typisch romantisch: Ein junger Müllersgeselle befindet sich auf Wanderschaft. Er folgt dem Lauf eines Baches, der ihn schließlich zu einer Mühle führt. Dort verliebt er sich in die Tochter seines neuen Meisters. Doch die angestrebte Liebesbeziehung zur schönen und für ihn unerreichbaren Müllerin scheitert. Zwar scheint sie ihm vielleicht zunächst nicht abgeneigt. Doch dann wendet sie sich einem Jäger zu, denn dieser hat den angeseheneren Beruf und verkörpert Maskulinität und Potenz. Aus Verzweiflung darüber ertränkt sich der unglückliche Müller in dem Bach, der im Liederzyklus selbst den Rang einer teilnehmenden „Figur“ einnimmt: Er wird häufig vom Müller direkt angesprochen; im vorletzten Lied (Der Müller und der Bach) singen beide im Wechsel, im letzten Lied schließlich (Des Baches Wiegenlied) singt der Bach ein wehmütiges Schlaf- und Todeslied für den Müller, der in ihm ruht wie im Totenbett. Der Bach wird als Freund des Müllers angesehen, aber er kann auch als Feind gedeutet werden, denn er führt den Müller in den Tod.

OriginalNotenBlatt

Die ersten Lieder des Zyklus sind freudig und vorwärts drängend komponiert, was sich auch in der schnellen – meist in 32-teln gehaltenen – Klavierbegleitung niederschlägt. Der zweite Teil des Liederzyklus schlägt in Resignation, Wehmut und ohnmächtigen Zorn um und ähnelt in seiner Todessehnsucht dem zweiten großen vokalen Werk Schuberts: Die Winterreise. Die Hälfte der Titel des zweiten Teils sind deshalb bezeichnenderweise in Moll gehalten. Die Grenzen zwischen unbändigem Lebenswillen, Angst und Verzagtheit, Wehmut bis hin zur Depression sind in beiden Werken weit ausgelotet. In der Komposition spiegelt sich neben Schuberts eigener unglücklicher Liebe auch seine von schwerer Krankheit (Syphilis) geprägte Lebensstimmung. (Quelle: wikipedia)

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Hier nun die Interpretation des Liederzyklus durch einen der wohl bekanntesten deutschen Tenor Sänger  des letzten Jahrhunderts:

Fritz Wunderlich (* 26. September 1930 in Kusel im heutigen Rheinland-Pfalz; † 17. September 1966 in Heidelberg), eigentlich Friedrich Karl Otto Wunderlich, war ein deutscher Sänger im Stimmfach Lyrischer Tenor.

Fritz Wunderlich wuchs in einfachen Verhältnissen in Kusel in der Pfalz auf. Sein aus Thüringen stammender Vater Paul war Cellist, Kapellmeister und Chordirigent, seine im Erzgebirge geborene Mutter Anna Violinistin. In Kusel betrieben sie kurzzeitig die Gastwirtschaft Emrichs Bräustübl. Der Vater, mittlerweile wieder musikalisch tätig, wurde von örtlichen Nationalsozialisten um seine Stellung gebracht und litt außerdem an einer schweren Kriegsverletzung. In dieser hoffnungslosen Lage nahm er sich das Leben, als FritzWunderlichFritz Wunderlich erst fünf Jahre alt war. Daraufhin verarmte die Familie vollständig. Die Mutter gab Musikunterricht, und schon früh lernte Wunderlich verschiedene Musikinstrumente und begleitete Mutter und Schwester, wenn sie abends zur musikalischen Unterhaltung aufspielten. Später konnte er sich so auch sein Musikstudium mit Tanzmusik selbst finanzieren.

1956 heiratete er die Harfenistin Eva Jungnitsch. Die Kinder Constanze, Wolfgang und Barbara kamen 1957, 1959 und 1964 zur Welt. Die Familie wohnte zunächst in Stuttgart, später in München.

Fritz Wunderlich spielte von Jugend an Unterhaltungsmusik in verschiedenen Gruppen und erhielt ersten Gesangsunterricht in Kaiserslautern. Er studierte von 1950 bis 1955 an der Musikhochschule Freiburg zunächst Horn, später bei Margarethe von Winterfeldt Gesang. Seinen ersten offiziellen Opernauftritt hatte er 1954 bei einer Hochschulaufführung in Freiburg als Tamino in Mozarts Zauberflöte. Daraufhin wurde er schon 1955 an die Württembergische Staatsoper in Stuttgart engagiert. Als er dort – ebenfalls als Tamino – für einen erkrankten Kollegen, den ersten Tenor Josef Traxel, einspringen durfte, weil der eigentlich als Ersatz vorgesehene Wolfgang Windgassen zugunsten des Anfängers verzichtete, wurde er praktisch über Nacht zum Star.

Ab 1959 war er zunächst mit einem Gastvertrag, ab 1960 als festes Ensemblemitglied an der Bayerischen Staatsoper München verpflichtet. Ab 1962 gastierte er an der Wiener Staatsoper, deren Ensemble er ab 1963 bis zu seinem Tod angehörte. Seit 1959 war er regelmäßig Gast der Salzburger Festspiele, Engagements führten ihn unter anderem nach Berlin, Aix-en-Provence, Venedig, Buenos Aires, London, Edinburgh und Mailand.

Wunderlich war auf dem Höhepunkt seiner Karriere – er sollte wenige Tage später sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York geben – als er sich, kurz vor seinem 36. Geburtstag, beim Sturz von einer Treppe im Haus von Heinz Blanc in Derdingen im Kraichgau einen Schädelbruch zuzog, an dem er am darauffolgenden Tag in einer Klinik in Heidelberg verstarb. Er wurde in München im Alten Teil des Waldfriedhofs beigesetzt (Grab Nr. 212-W-18).

Berühmt wurde Wunderlich durch seine strahlende, klare, über zwei Oktaven ausgeglichene Stimme, die von Anfang an einen natürlichen, ungekünstelten Sitz besaß und diesen auch bei aller technischen Durchbildung nie verlor. Außergewöhnlich waren seine sängerische Intensität und sein Vermögen, sich in eine Rolle einzufühlen. Bis heute gilt er als vielleicht größter lyrischer Tenor des 20. Jahrhunderts, mit Sicherheit aber als einer der bedeutendsten deutschen Sänger. Als Luciano Pavarotti während eines Interviews im Jahre 1990 gefragt wurde, wer für ihn der herausragendste Tenor der Geschichte sei, antwortete er: „Fritz Wunderlich“.

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Einige seiner berühmtesten Rollen waren der Tamino in Mozarts Zauberflöte, der Belmonte in Die Entführung aus dem Serail, der Almaviva in Rossinis Der Barbier von Sevilla und der Henry in Die schweigsame Frau von Richard Strauss. Als bedeutendster Mozartsänger seiner Zeit setzte er neue Maßstäbe, die bis heute noch Gültigkeit haben. In Stuttgart und bei den Schwetzinger Festspielen wirkte er auch an Uraufführungen moderner Opern mit (z. B. Der Revisor von Werner Egk). Erwähnenswert sind auch sein Lenski in Tschaikowskis Eugen Onegin sowie seine herausragende, für einen jungen Sänger ungewöhnlich reife Interpretation des Palestrina in der gleichnamigen Oper von Hans Pfitzner. Nicht zu vergessen auch sein Hans in B. Smetanas Verkaufter Braut. Neben der Oper umfasste sein großes Repertoire auch die Tenorpartien der großen Oratorien, Operetten (hier einige Gesamtaufnahmen unter Franz Marszalek), Lieder und Unterhaltungsmusik. Wunderlichs Interpretationen von Liedern von u. a. Schubert, Schumann und Beethoven, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Liedbegleiter Hubert Giesen, finden auch heute noch einhellige Bewunderung. Wunderlichs große sängerische Leistungen sind auf zahlreichen Rundfunkaufnahmen (vor allem des SWF, des WDR, des SDR und des BR) und Schallplatten dokumentiert, die auch Jahrzehnte nach seinem tragischen Unfalltod immer wieder neu veröffentlicht werden.

Freundschaftlich verbunden war er mit dem Bariton Hermann Prey, der oft mit ihm auf der Bühne stand. Einen väterlichen Freund fand Wunderlich, der seinen eigenen Vater in jungen Jahren verloren hatte, in dem Bassisten Gottlob Frick, in dessen Haus er immer wieder zu Gast war. Mit Frick ging er dem gemeinsamen Hobby, der Jagd, nach. Seine Heimatverbundenheit zeigte Wunderlich mit dem von ihm im Alter von 20 Jahren getexteten und vertonten „Kusellied“, das er Mitte der 1960er Jahre bei einem Auftritt in Robert Lembkes Rateshow „Was bin ich?“ vorstellte und das seither quasi die Kuseler „Nationalhymne“ geworden ist. (Quelle: wikipedia)

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Original Front + Cover aus dem Jahre 1957

Und ein Kunde von amazon ist angesichts dieser Aufnahmen fast rasend vor Begeisterung:

„Beim Hören der Lieder ist man davon überzeugt, dass diese Lieder auf Wunderlich als Interpreten gewartet haben. Einmal Wunderlich mit der Schönen Müllerin gehört und alle anderen Interpretationen verblassen. Der Schmelz der Stimme Wunderlichs ist jedoch niemals kitschig oder pathetisch und bis dato unerreicht! Man verfällt dieser Stimme ob man möchte oder nicht, unbewusst vergleicht man jeden Sänger mit Wunderlich und immer zu dessen Nachteil! Man bekommt diese Lieder mit der Stimme Wunderlichs niemals satt, jedes neue Hineinhören bringt neue Entdeckungen! “

Nun, den dem so ist, dann will ich diese Aufnahmen (entstanden im Hotel Esplanade, Berlin, August 1957) hier auch mal präsentieren. Ergänzt werden sie durch 2 weitere Titel: „Ständchen“ und „Der Musensohn“

Und das Lied „Das Wandern (ist des Müllers Lust)“ kennt ja nun vermutlich jeder …

FranzSchubert

Franz Schubert

Besetzung:
Kurt Heinz Stolze (piano)
Fritz Wunderlich (vocals)
+
Rolf Reinhardt (piano bei 17. + 18.)

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Titel:
01. Das Wandern (ist des Müllers Lust) 3.00
02. Wohin?  2.14
03. Halt! 1.40
04. Danksagung an den Bach 1.46
05. Am Feierabend 2.41
06. Der Neugierige 3.53
07. Ungeduld 3.06
08. Morgengruß 4.14
09. Der Müllers Blumen 3.37
10. Tränenregen 4.38
11. Mein 2.33
12. Pause 4.13
13. Mit dem grünen Lautenbande 1.20
14. Der Jäger 1.20
15. Eifersucht und Stolz 1.47
16. Die liebe Farbe 4.09
17. Die böse Farbe  2.17
18. Trockene Blumen 3.54
19. Der Müller und der Bach 4.19
20. Des Baches Wiegenlied 7.30
+
21. Ständchen 4.15
22. Der Musensohn 2.33

Musik: Franz Schubert
Text: Wilhelm Müller

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Erika Köth, Rudolf Schock u.a. – Lucia di Lammermoor (1957)

FrontCover1Wenn ich mich recht erinnere, war meine Mutter (die hätte übrigens heute ihren 99. Geburtstag gehabt) eine glühende Verehrerin der Opern-Sängerin Erika Köth:

Erika Köth (* 15. September 1925 (in manchen Musiklexika wird 1927 als Geburtsjahr genannt) in Darmstadt; † 20. Februar 1989 in Speyer) war eine deutsche Kammersängerin und Sopranistin. Mit ihrem Koloratur­sopran wurde sie in Mozart-Opern berühmt, besonders als Königin der Nacht in Die Zauberflöte. Breite Bekanntheit erreichte sie auch durch Rollen in Opern und Operetten von Albert Lortzing, Robert Stolz, Johann Strauß und Franz Lehár. Sie gehörte zu den großen Koloratursopranistinnen des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Ihre Stimme zeichnete sich aus durch „höchste Virtuosität, exquisite Klangschönheit und besondere Leuchtkraft in den höchsten Lagen“ (Herrmann/Hollaender 2007, S. 35).

Erika Köth erkrankte mit acht Jahren an Kinderlähmung, von der sie sich nach einer langwierigen Therapie weitgehend erholte. Mit 17 Jahren erhielt sie ein Stipendium ihrer

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Autogrammkarte, ca. 1965

Heimatstadt, aber der Krieg verhinderte die Karriere als Sängerin und sie landete in einer Munitionsanstalt statt im Theater. Nach Kriegsende verdiente sich Erika Köth ihren Lebensunterhalt als Schlager- und Schnulzensängerin für die amerikanischen Armee und studierte Gesang an der Darmstädter Akademie für Tonkunst.

Im Jahr 1947 gewann sie unter 300 Bewerbern einen Gesangswettbewerb von Radio Frankfurt mit der Arie der Königin der Nacht. Daraufhin erhielt sie ihr erstes Engagement am Pfalztheater in Kaiserslautern, wo sie 1948 debütierte.

Köth wechselte 1953 an die Bayerische Staatsoper in München, zu deren Ensemble sie bis 1978 gehörte. In der Landeshauptstadt Bayerns hatte sie als Lucia di Lammermoor einen ihrer ersten Erfolge. Dort waren ihre Gesangspartner Sari Barabas, Hertha Töpper, Lilian Benningsen, Hans Hotter sowie Fritz Wunderlich und Hermann Prey.Um 1950 lernte sie auf dem Fußballplatz ihren zukünftigen Ehemann kennen, den Schauspieler und Regisseur Ernst Dorn, der sie später auch managte. Zudem erhielt sie ein Engagement an das Badischen Staatstheater in Karlsruhe, unter der Leitung von Generalmusikdirektor Otto Matzerath. Die drei Jahre am Karlsruher Theater waren bestimmend für ihre Karriere zur gefeierten Koloratursopran­istin. Über ihre Zeit in Karlsruhe äußerte sich die Künstlerin rückblickend: „Das war meine schönste Zeit, wo ich so arm war und nie Geld hatte… Otto Matzerath in Karlsruhe verdanke ich alles.“

Zudem trat Erika Köth regelmäßig in Produktionen der Hamburger und der Wiener Staatsoper auf. Daneben war sie noch am Staatstheater am Gärtnerplatz tätig. Erika Köth sang über 270 mal die Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte, darunter 1953 an der Wiener Staatsoper und 1956 an der Mailänder Scala. 1960 wurde sie Mitglied der Deutschen Oper Berlin und erweiterte ihr Repertoire ins lyrische Fach: Rollen wie Mimi, Antonia, Liù oder Micaela kamen als neue Partien hinzu. 1955 bis 1960 und 1962/1963 sang Erika Köth bei den Salzburger Festspielen. 1958 unternahm sie eine USA-Tournee, 1961 eine Tournee durch die Sowjetunion und 1963, 1966 und 1971 durch Japan, u. a. mit den Opern Le Nozze di Figaro, Die Zauberflöte und Falstaff. Sie wirkte in drei Spielfilmen mit und war 1958 an der Seite von Wolf Albach-Retty Hauptdarstellerin in Mein ganzes Herz ist voll Musik. Darin spielte sie eine Frau, die ein seltsames Doppelleben führte.

Bei den Bayreuther Festspielen sang Erika Köth die Partie des Waldvogels in Richard Wagners Siegfried. Weitere Auftritte folgten im Londoner Covent Garden, in Rom, Los Angeles, San Francisco und Budapest, hauptsächlich in Richard-Strauss-Rollen. Außerdem sang sie die Lucia di Lammermoor und die Mimi in Puccinis La Bohème.

Ihren letzten viel umjubelten Auftritt auf einer Opernbühne hatte sie 1978 in München als Mimi in Puccinis La Bohème. Danach arbeitete sie bis 1988 als Dozentin an den Musikhochschulen von Köln und Mannheim, gab Meisterkurse in ihrem Wohnort Neustadt an der Weinstraße und engagierte sich ferner bei August Everding „Singschul“ in München. Zu ihren Schülern gehörten unter anderem Anna Maria Kaufmann sowie Ruth Frenk.

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Rudolf Schock (als Lyonel) und Erika Köth (als Lady Harriet) in Martha, 1965

Abseits der Opernbühne war sie auch einige Male Gast in der Fernsehsendung Zum Blauen Bock mit Heinz Schenk. Hier sang sie Lieder der leichten Muse.

Im Jahr 1989 erlag die Künstlerin einem Krebsleiden. Am 23. Februar 1989 wurde sie auf dem Alten Friedhof (Grabstelle: 1 A 121) in Darmstadt vom Bischof des Bistums Speyer, Anton Schlembach, beerdigt. Die Trauerrede hielt der vormalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel.

In Darmstadt, Baldham bei München sowie Neustadt an der Weinstraße wurden Straßen nach Erika Köth benannt.
Erika-Köth-Kette

Die Stiftung zur Förderung der Semperoper in Dresden verleiht in unregelmäßiger Folge an hervorragende Sängerinnen die Erika-Köth-Kette. Damit wurden bisher Birgit Fandrey (1994) und Christiane Hossfeld (2001) ausgezeichnet. (Qulle: wikipedia)

ErikaKöth

Aber nun erstmal zur Handlung dieser Oper:

Enrico Ashton, ein verarmter schottischer Adliger, will seine Schwester Lucia mit dem vermögenden Lord Bucklaw verheiraten. Er befürchtet zudem, dass der lange verschollen geglaubte Edgardo von Ravenswood, dessen Vater ihm einst die Herrschaft entrissen hatte, unter Wahrung des Inkognitos wieder in das Hügelland von Lammermuir zurückgekehrt ist und auf Rache sinnt. Edgardo ist tatsächlich zurückgekehrt und trifft sich heimlich mit Lucia. Enrico, der von der Romanze zwischen Lucia und Edgardo Wind bekommen hat, spielt Lucia einen gefälschten Brief zu, welcher Edgardo der Untreue überführt. Verzweifelt willigt Lucia in die Hochzeit mit Lord Bucklaw ein. Just als die Unterschrift unter den Ehevertrag gesetzt ist, stürmt Edgardo herein. Er begreift, dass er zu spät gekommen ist, und zieht wieder von dannen. Enrico setzt Edgardo nach und fordert ihn zum Duell. Währenddessen ersticht Lucia in der Hochzeitsnacht in einem Anfall von Wahnsinn ihren Bräutigam. Im Morgengrauen wartet Edgardo vergeblich auf das Eintreffen Enricos. Als ihm schließlich die Botschaft zugetragen wird, dass Lucia dahingeschieden sei, nicht ohne zuvor vergeblich nach dem Geliebten gerufen zu haben, setzt der verzweifelte Edgardo seinem Leben ein Ende.

In einer Atmosphäre von nebelverhangener Landschaft, halbverfallenen Burgen und uralter Fehden zwischen Clans siedelten Cammarano und Donizetti die Handlung ihrer ersten gemeinsamen Oper an. Donizetti gestaltete neben der bildmächtigen Todesvision der Lucia vor allem den Augenblick ihrer Umnachtung nach dem Gattenmord in der Hochzeitsnacht durch betörenden Koloraturengesang derart packend aus, dass er sich gleichsam zum Idealbild einer opernhaften „Wahnsinnsszene“ verfestigte. (Quelle: Staatstheater Darmstadt)

Notenblatt
Wie bereits oben erwähnt, war die Rolle der Lucia di Lammermoor für Köth der Durchbruch für ihre beeindruckende Karriere. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb damals anlässlich der Premiere dieser Oper (Bayerische Staatsoper, München, Dezember 1956) u.a. folgendes:

„Das Phönomen der jungen Sopranistin Erika Köth beruht darauf, daß hier eine völlige Integrität von Stimme und Persönlichkeit, von Timbre und Charakter, von Musikalität und Ausdrucksvermögen vorliegt.“ (weitere Informationen dazu auf der Rückseite der Plattenhülle.

Nun, ich fühle mich nicht berufen, dies zu kommentieren, aber … ich glaubs jetzt einfach mal … Von daher: ein Leckerbissen für Opernfans, die dann auch noch in den Genuß kommen, auch einen Rudolf Schock hören zu können. Von dem kommt übrigens demnächst mehr.

Aufgenommen am 30. und 31. Januar 1957 in der Grunewaldkirche, Berlin

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Besetzung:
Lord Henry (Enrico) Ashton: Josef Metternich, Bariton
Lucia, seine Schwester: Erika Köth, Sopran
Edgard (o) von (di) Ravenswood: Rudolf Schock, Tenor
Lord Arthur (Arturo) Bucklaw: Manfred Schmidt, Tenor
Raimondo Bidebent, Erzieher Lucias: Gottlob Frick, Bass
Alisa, Lucias Zofe: Hertha Töpper, Alt
+
Chor der Städtischen Oper Berlin unter der Leitung von Leitung Hermann Lüddecke
Berliner Symphoniker unter der Leitung von Wilhelm Schüchter Dirigent WILHELM SCHÜCHTER

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Titel:
01. Noch ist er ferne 11.31
02. Schweigende, dunkle Mitternacht 3.28
03. Wer vermag´s, den Zorn zu hemmen 15.40

Musik:  Gaetano Donizetti – Libretto: Salvadore Cammarano

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Joseph Haydn – Symphonie Nr 94 G-Dur („Mit dem Paukenschlag“) (Wiener Philharmoniker Josef Krips) (1957)

FrontCover1Ein weiteres Beispiel für die allseits beliebte Edition „Berühmte Künstler – Unsterbliche Musik von Decca Schallplatten aus den 50er Jahren.

Diesmal wird Joseph Haydn mit seiner Symphonie Nr. 94 G-Dur vorgestellt, die auch den Untertitel „Mit dem Paukenschlag“ trägt.

Und hier der Versuch einer musikhistorischen Betrachtung:

Die Sinfonie Nr. 94 G-Dur komponierte Joseph Haydn im Jahr 1791. Das Werk entstand im Rahmen der ersten Londoner Reise, wurde am 23. März 1792 uraufgeführt und trägt den Titel mit dem Paukenschlag bzw. Surprise (englisch: Überraschung). Insbesondere der langsame Satz zählt zu den bekanntesten Werken Haydns.

Zu allgemeinen Angaben bezüglich der Londoner Sinfonien vgl. die Sinfonie Nr. 93. Der deutsche Titel mit dem Paukenschlag bezieht sich auf einen unerwarteten Fortissimoschlag im zweiten Satz. Er ist insofern „etwas unpräzise“, da sich neben den Pauken auch alle anderen Instrumente an dem entsprechenden Schlag beteiligen. In England wurde die Sinfonie mit dem Titel „The Surprise“ (Die Überraschung) bekannt, wobei dieser Titel vermutlich auf den Flötisten Andrew Ashe zurückgeht.

Die beiden zeitgenössischen Haydn-Biographen, Georg August Griesinger und Albert Christoph Dies, berichten in verschiedener Weise zum Hintergrund des Andante:

„Ich fragte Haydn einst im Scherz, ob es wahr wäre, dass er das Andante mit dem Paukenschlag komponiert habe, um die in seinem Konzert eingeschlafenen Engländer zu wecken? „Nein“, erhielt ich zur Antwort, „sondern es war mir daran gelegen, das Publikum durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brillante Art zu debütieren, um mir nicht den Rang von Pleyel ablaufen zu lassen, der zur nämlichen Zeit bey einem Orchester in London angestellt war.“

Haydn „Haydn machte mit Verdruß die Bemerkung, daß selbst im zweiten Akt [der Konzerte] der Gott des Schlafs seine Flügel über die Versammlung ausgebreitet hielt. Er sah das für eine Beschimpfung seiner Muse an, gelobte, dieselbe zu rächen, und komponierte zu diesem Endzwecke eine Symphonie, in welcher er da, wo es am wenigsten erwartet wird, im Andante, das leiseste Piano mit dem Fortissimo im Kontrast brachte. Um die Wirkung so überraschend als möglich zu machen, begleitete er das Fortissimo mit Pauken. (…) Haydn hatte die Paukenschläger vorzüglich gebeten, dicke Stöcke zu nehmen und recht unbarmherzig dreinzuschlagen. Diese entsprachen auch völlig seiner Erwartung. Der urplötzliche Donner des ganzen Orchesters schreckte die Schlafenden auf, alle wurden wach und sahen einander mit verstörten und verwunderten Mienen an. (…) Da aber während dem Andante ein empfindsames Fräulein von der überraschenden Wirkung der Musik hingerissen, derselben nicht hinlängliche Nervenkräfte entgegenstellen konnte, deswegen in eine Ohnmacht viel und an die frische Luft geführt werden mußte, so benützten einige diesen Vorfall als Stoff zum Tadel und sagten, Haydn habe bisher immer auf eine galante Art überrascht, doch dieses Mal sei er sehr grob gewesen. Haydn bekümmerte sich wenig um den Tadel; sein Endzweck, gehört zu werden, war vollkommen und selbst für die Zukunft erreicht.

Die große Bekanntheit der Sinfonie beruht in erster Linie auf dem zweiten Satz. Dieser war auch für sich in zahlreichen Instrumentierungen und Bearbeitungen verbreitet, von denen die meisten noch in den ersten Jahren nach der Uraufführung entstanden. U. a. handelt es sich dabei um Textierungen der Hauptmelodie und z. T. auch einiger Variationen in verschiedenen Sprachen. Eine der frühesten Bearbeitung für Klavier und Gesang ist in englisch und italienisch mit den Texten Hither com ye blooming fair bzw. Per compenso offir non sò. Das Menuett wurde 1811 als Teil eines Quodlibets unter dem Namen Rochus Pumpernickl in Bonn veröffentlicht. Hier ist die Melodie verändert und mit einem fremden Trio zusammengestellt worden. Auch Haydn selbst hat den Satz bearbeitet: In der Arie seines 1801 komponierten Oratoriums Die Jahreszeiten lässt er den Ackermann die Melodie dieses Satzes bei der Arbeit auf dem Felde flöten.

Unklar ist, ob Haydn die Melodie des Andante vollständig selbst komponiert oder ganz bzw. teilweise aus einem Volkslied übernommen hat. Ein Kandidat dafür ist bspw. das österreichische Lied Geh im Gässle auf und n’unter. Einerseits eignet sich die Melodie ihren einfachen Intervallen und wiederholten Tönen gut zum Vortrag eines Textes, andererseits sprechen aber gerade die vielen Textierungen gegen die Existenz eines allgemein bekannten Liedes.

NotenIn der ersten Fassung des zweiten Satzes war der namensgebende Paukenschlag nicht vorgesehen. Nachdem allerdings gemäß den zeitgenössischen Zeitungsberichten der Paukenschlag bei der ersten Aufführung eine große Wirkung erzielte, muss Haydn ihn schon vorher angebracht und den zweiten Satz aus dem Autograph entfernt haben. Die betreffende Seite ist im enthaltenen Fragment auch durchgestrichen, aber die geänderte Fassung in der Eigenschrift des Komponisten ist bis heute nicht aufgefunden worden.

Beispiele für Aussagen zur Sinfonie Nr. 94:

„Die Symphonie […] weist […] eine einfache und klare tonale Struktur auf. Von ihren vier Sätzen stehen drei in der Haupttonart, G-Dur. Die Einfachheit geht so weit, dass selbst die Einleitung zum ersten Satz und das Trio des Menuetts in G-Dur geschrieben sind. Allein für den zweiten […] Satz wählte Haydn eine andere Tonart, nämlich die Subdominant-Tonart C-Dur, und dieser Satz ist auch der einzige, in dem ein längerer Moll-Abschnitt vorkommt. Im ganzen Werk werden also tonale Spannungen geradezu vermieden.“ (Marie Louise Martinez-Göllner)

„Insgesamt ist die Sinfonie Nr. 94 zwar nicht übermäßig komplex, aber doch auch weniger leicht zu durchschauen, als dies der Beiname suggeriert, der nicht wenige Interpreten dazu bewog, sich allein dem Überraschungseffekt des Paukenschlags zuzuwenden. Die im Vergleich zu den früher angeführten „Londoner Sinfonien“ schwerere Verständlichkeit der Nr. 94 dürfte auch der Grund sein, warum Haydn die schon 1791 komponierte Sinfonie zunächst zurückhielt und erst 1792 als fünfte Sinfonie der Serie aufführen ließ.“ (Michael Walter)

„[Die Sinfonie] hat im Laufe der Haydn-Rezeptionsgeschichte eine für ein tieferes Verständnis dieses Werkes geradezu ruinöse Popularität erlangt: Die ‚Paukenschlag‘-Symphonie nimmt im gängigen Haydn-Repertoire etwa dieselbe Stelle ein wie ‚Eine kleine Nachtmusik‘ im Mozart- oder die ‚Schicksalssymphonie‘ im Beethoven-Repertoire.“  (nformationstext zur Aufführung der Sinfonie Nr. 94 am 2. Oktober 2010 der Haydn-Festspiele-Eisenstadt)

Nun, soweit so gut.

Eingespielt wurde dieses 10″ Album von den sicherlich schon damals angesehenen Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Josef Krips.

Und auch über diesen Josef Krips mag ich ein wenig informieren:

Josef Alois Krips (* 8. April 1902 in Wien; † 13. Oktober 1974 in Genf) war ein österreichischer Dirigent.

Krips war ein Schüler von Eusebius Mandyczewski und Felix Weingartner. Von 1921 bis 1924 wirkte er zunächst als Korrepetitor und Weingartners Assistent, später als Chorleiter und Dirigent an der Wiener Volksoper. Nach einjährigen Engagements als Opernchef in Aussig und erster Kapellmeister in Dortmund wurde er 1926 zum Hofkapellmeister an der Badischen Hofkapelle Karlsruhe und kurze Zeit später zum damals jüngsten Generalmusikdirektor Deutschlands ernannt. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 kehrte er als Dirigent nach Wien zurück und wurde 1935 auch Professor an der Wiener Akademie.

AutogrammkarteKripsNach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 zog Krips nach Belgrad, wo er ein Jahr als Gastdirigent arbeitete. 1939 ging er nach Wien zurück, erhielt aber wegen der jüdischen Herkunft seines Vaters Berufsverbot. Nach einem kurzen Engagement in Budapest arbeitete er heimlich als Korrepetitor und gab Privatstunden, 1943 erhielt er durch einen Freund eine Stelle in einer Lebensmittelfirma und wurde daher nicht zur Wehrmacht eingezogen.

Nach dem Krieg war Krips der einzige österreichische Dirigent, der als unbelastet galt und sofort wieder arbeiten durfte. So wurde Krips zu einem der meistgefragten Dirigenten. Er war der Erste, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Wiener Philharmoniker leitete, und dirigierte bei den ersten Salzburger Festspielen der Nachkriegszeit. In den Jahren 1946 und 1947 leitete er das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Von 1950 bis 1954 war Josef Krips Chefdirigent des London Symphony Orchestra, anschließend, in gleicher Funktion, neun Jahre Leiter des Buffalo Philharmonic Orchestra in New York sowie, von 1963 bis 1970, Chef des San Francisco Symphony Orchestra. Seine letzte Stelle trat er 1970 an, als er Dirigent der Deutschen Oper Berlin wurde. Von 1970 bis 1973 war er Hauptdirigent der Wiener Symphoniker. Als erster österreichischer Dirigent unternahm er eine Tournee durch die Sowjetunion. Krips’ letzter großer Erfolg, Anfang 1974, war eine Neuinszenierung von Così fan tutte an der Grand Opéra Paris.

Eine große Zahl der Aufnahmen von Krips ist immer noch beliebt, beispielsweise die Sinfonien von Beethoven mit dem London Symphony Orchestra, die 1960 aufgenommen wurden und in den 1990er Jahren auf CD erschienen. Bekannt sind auch seine Interpretationen von Mozart-Opern wie Don Giovanni oder Die Entführung aus dem Serail. Mit dem Amsterdamer Concertgebouw-Orchester nahm er 1972–1974 einen acht Langspielplatten umfassenden Zyklus von Mozarts späten 20 Sinfonien auf.

Krips war drei Mal verheiratet: In erster Ehe (1925) mit Maria Heller († 1930) aus Aussig, in zweiter (1947) mit Maria(nne) (Mitzi) Weinlinger geborener Willheim (* 1897, † 9. April 1969), in dritter (9. Oktober 1969) mit Harrietta Procházka (* 1938)

Josef Krips wurde auf dem Neustifter Friedhof in einem Ehrengrab bestattet (Gruppe 16, Reihe 4, Nummer 30). 1988 wurde die Kripsgasse in Wien-Liesing nach ihm benannt. (Quelle: wikipedia)

Anzumerken gilt es noch, dass die Klangfülle dieser Aufnahme schon recht beeindruckend ist und dass diese Symphonie wahrlich seine eindrucksvollen Momente hat.

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Besetzung:
Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Josef Krips

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Titel:
01. Satz 1: Adagio cantabile – Vivace assai 6.44
02. Satz 2: Andante 6.11
03. Satz 3: Menuett (Allegro molto) 5.10
04. Satz 4: Finale (Allegro molto) 3.54

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Dietrich Fischer-Dieskau – Hugo Wolf – Mörike Lieder (1957)

FrontCover1Und nun wenden wir uns wieder mal dem Kunst-Lied zu …

Hier hören wir Kompositionen von Hugo Wolf:

Hugo Wolf (* 13. März 1860 in Windischgrätz; † 22. Februar 1903 in Wien) war ein österreichischer Komponist und Musikkritiker, der insbesondere mit seinen „Möriker Liedern“ zu großer Popularität kam:

„Die insgesamt 53 Mörike-Lieder, die alle zwischen Februar und November 1888 entstanden sind, zählen zu den Höhepunkten des rund 300 Titel umfassenden lyrischen Œuvres von Hugo Wolf. Mit ihnen sind seine Künstlerpersönlichkeit und musikalische

Hugo Wolf

Hugo Wolf

Schaffensweise voll ausgeprägt. Originalität und Avanciertheit mancher dieser Lieder hat er später nicht mehr überboten.“ (Kurt Malisch)

Und dann der Eduard Friedrich Mörike: (* 8. September 1804 in Ludwigsburg, Kurfürstentum Württemberg; † 4. Juni 1875 in Stuttgart, Königreich Württemberg) war ein deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer. Er war auch evangelischer Pfarrer, haderte aber bis zu seiner frühen Pensionierung stets mit diesem „Brotberuf“.

Mörike wurde zu Lebzeiten als bedeutendster deutscher Lyriker nach Goethe bezeichnet. Trotz der späten Ehrungen erkannten aber nur wenige seine literarische Bedeutung. Jakob Burckhardt gehörte zu ihnen, oder Theodor Storm und Iwan Turgenew. Mörike galt lange Zeit als ein typischer Vertreter des Biedermeier, der die vertraute und enge Heimat besingt. Georg Lukács tat ihn ab als einen der „niedlichen Zwerge“ unter den Dichtern des 19. Jahrhunderts.[30] Heute erkennt man das Abgründige in Mörikes Werk und die Modernität seiner radikalen Weltflucht. (Quelle: wikipedia)

Eduard Mörike

Eduard Mörike

Interpretiert wurden auf dieser EP insgesamt 5 Lieder aus dem Hugo Wolf Zyklus von Dietrich Fischer-Dieskau:

Dietrich Fischer-Dieskau (* 28. Mai 1925 in Berlin; † 18. Mai 2012 in Berg) war ein deutscher Sänger (Bariton), Dirigent, Maler, Musikschriftsteller und Rezitator.

Fischer-Dieskau gilt als einer der bedeutendsten Lied- und Opernsänger des 20. Jahrhunderts. Mit über 400 Schallplatten ist er der Sänger, von dessen Interpretationen die meisten Einspielungen auf Tonträgern überhaupt existieren dürften.

Nach seinem Tod lobte sein Kollege René Kollo Fischer-Dieskau als „stimmlich einfach prädestiniert für das Lied“ und vom Wesen her als „sehr reizend, sehr hilfreich, sehr freundschaftlich“.[8] Brigitte Fassbaender sagte, der Sänger sei „ein hoch empfindsamer Mensch von großer geistiger Klarheit“ gewesen. „Für alle, die mit ihm gearbeitet haben, war er immer in hohem Maße auch Vorbild. Er war einfach eine natürliche, große Autorität.“ (Quelle: wikipedia)

Dieter Fischer-Dieskau

Dietrich Fischer-Dieskau

Nun gut … hören wir hier also prachtvolle Lieder für das Bürgerbildungstum … vergangene romantische Empfindungen könnten wach werden … ich suche sie allerdings noch. Will sagen: Mir bleibt diese musikalische Welt verschlossen. Und ich glaub, als Schüler haben wir ganz albern über diese Texte gekichert …

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Alternatives Backcover

Besetzung:
Dietrich Fischer-Dieskau (vocals)
Gerald Moore (piano)

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Titel:
01. Fussreise (Am frisch geschnittenen Wanderstab) 2.31
02. Der Gärtner (Auf ihrem Leibrößlein) 1.23
03. Begegnung (Was doch heut nacht ein Sturm gewesen) 1.25
04. Gesang Weyla’s (Du Bist Orplid) 1.48
05. Verborgenheit (Laß, o Welt, o laß mich sein) 2.51

Musik: Hugo Wolf
Texte: Eduard Mörike

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Malcom Arnold + Orchester Mitch Miller – Die Brücke am Kwai + 4 (1957)

FrontCover1… kicher …

Und da schrieb die Graugans:

„… sag mal, haste den River Kwai Marsch womöglich auch … nein, kann nicht sein oder?“

Und deshalb mal wieder ein wenig Filmmusik aus den 50er Jahren und zwar von einem Film, der auch in Deutschland beeindruckte:

Die Brücke am Kwai ist ein Spielfilm von David Lean aus dem Jahre 1957, der auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle basiert. Zum Teil weichen Roman und Film jedoch voneinander ab. Die titelgebende Brücke ist historisch, sie überquert in der thailändischen Stadt Kanchanaburi den Fluss Khwae Yai.

Der Film handelt von einer Gruppe britischer Kriegsgefangener in einem japanischen Lager in Burma. Die Gefangenen sollen eine hölzerne Eisenbahnbrücke über den Kwai errichten. Damit die Brücke termingericht fertiggestellt wird, teilt der japanische Lagerkommandant (Oberst) Saito auch die britischen Offiziere zur Arbeit ein. Der Kommandeur des gefangengenommenen Bataillons, der Offizier Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) Nicholson, widersetzt sich diesem Befehl. Er beruft sich dabei auf die zweite Genfer Konvention von 1929, die Japan allerdings nicht unterschrieben hatte. Saito reagiert mit drastischen Strafen. Nicholson lenkt schließlich ein.

IllustrierteFilm-Bühne1Nicholson bemüht sich darum, dass seine Soldaten ihren Stolz und ihre Würde behalten und sich nicht wie einfache Sklavenarbeiter von den japanischen Bewachern erniedrigen lassen. Er will Saito die Überlegenheit der britischen Soldaten beweisen, indem er eine technisch aufwendigere Brücke in kürzerer Zeit errichtet, obwohl er sich bewusst sein muss, damit dem Feind zu helfen. Nicholson setzt sich schließlich durch, die Offiziere werden von der körperlichen Arbeit befreit und erhalten Führungstätigkeiten. Die Aufgabe treibt die Soldaten zu Höchstleistungen, und die Brücke wird rechtzeitig fertiggestellt. Saito muss nach der Fertigstellung indirekt die Überlegenheit der Gefangenen eingestehen.

Zur gleichen Zeit ist Commander Shears aus dem Gefängnislager geflohen. Er wird von den Einwohnern gepflegt, aber als er sich erholt hat, wird er sofort wieder rekrutiert, um bei der Sprengung der Brücke mitzuhelfen, da er sich in diesem Gebiet besonders gut auskennt.

Die Handlung des Films endet (im Unterschied zum Buch) mit der Zerstörung der erbauten Holzbrücke durch die Alliierten, welche Nicholson zu verhindern sucht, weil die Brücke für ihn mehr geworden ist als eine Brücke für den Feind: Für ihn ist sie ein Symbol des Widerstandes und des Überlebenswillens seiner Soldaten.

Tatsächlich wurden in Kanchanaburi, 111 km WNW von Bangkok, Kriegsgefangene zum Bau von zwei Brücken gezwungen. Zuerst wurde eine Holzbrücke errichtet und fünf Monate später zusätzlich eine stählerne Brücke. Beide wurden durch die Alliierten zerstört, die Holzbrücke zuerst. Die Stahlbrücke wurde 1946 von einer japanischen Firma wiederaufgebaut. 1971 wurde sie instand gesetzt; sie ist heute noch in Betrieb (♁14° 2′ 27″ N, 99° 30′ 13″ O). (Quelle: wikipedia)

Filmbild

Dass der Film in Deutschland erfolgreich war, zeigt ja auch diese Single/EP (mit 5 Titeln), der dann auf den Markt gebracht wurde, handelte es sich doch den „besten Film des Jahres !“.

Und natürlich kennen wir alle den River Kwai-Marsch … denn diese Musik tönte jahrelang als Werbemusik für die Marke „Underberg“ im Fernsehen. Dass auch die andere Kompositionen sich stark an der Marschmusik orientieren, verwundert angesichts des Filmes nicht wirklich.

Filmplakat

Besetzung:
Mitch Miller Orchester unter der Leitung von Malcolm Arnold

BackCover1Titel:
01. River Kwai-Marsch 2.25
02. Der Sieg des Colonel Nicholson 1.54
03. Der Bau der Brücke 2.55
04. Die Feier im Lager 1.22
05. Finale 2.13

Musik: Malcolm Arnold

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