Rudolf Schock – Wenn ich König wär (1960)

FrontCover1.jpgIrgendwann musste er ja mal wieder kommen: Hier darf ich erneut einen Sänger präsentieren, der damals vermutlich von vielen Damen (darunter auch ganz sicher meine Mutter) angeschwärmt wurde:

Rudolf Schock (* 4. September 1915 in Duisburg; † 13. November 1986 in Düren) war ein deutscher Opern-, Lied- und Operettensänger in der Stimmlage lyrischer Tenor. (Quelle wikipedia)

Und auf dieser EP gibt er vier Lieder aus der französischen Oper „Si j’étais roi“ zum Besten:

Wenn ich König wär’ (französischer Originaltitel: Si j’étais roi) ist eine Opéra-comique in drei Akten, die zur französischen Romantik gehört. Die Komposition stammt von Adolphe Adam; das Libretto verfassten Adolphe d’Ennery und Jules-Henri Brésil. Das Werk erlebte seine Uraufführung am 4. September 1852 im Théâtre-Lyrique in Paris. In Deutschland wurde die Oper das erste Mal am 21. Januar 1904 in Breslau aufgeführt. Gelegentlich hat man sie im deutschen Sprachraum auch unter dem Titel König für einen Tag gespielt.

Die Oper spielt im frühen 16. Jahrhundert in einem fantastischen Königreich, das Zugang zum Meer hat.
Erster Akt
Meeresstrand mit Fischerhütte

Adolphe Adam

Adolphe Adam

Schon viele Jahre sind vergangen, seit der arme Fischer Zephoris einem Mädchen das Leben gerettet hat. Ohne sein beherztes Eingreifen hätte das Geschöpf ertrinken müssen. Es ist ihm bis heute nicht gelungen, ihren Namen und ihren Aufenthalt herauszubekommen. Er würde ihr nämlich gerne den kostbaren Ring zurückgeben, der ihr bei der Rettungsaktion vom Finger geglitten war.

Gerade jetzt kommt der König an seiner Hütte vorbei. In seinem Gefolge entdeckt Zephoris ein Gesicht, das ihn an die Schöne von damals erinnert, und er täuscht sich nicht: Sie ist es! Außerdem ist sie auch noch die Tochter des Königs. In seiner Naivität wendet sich Zephoris an den Begleiter der Prinzessin, Prinz Kadoor, und berichtet ihm von seinem lange zurückliegenden Erlebnis. Dieser befiehlt ihm, Stillschweigen zu bewahren, wenn ihm sein Leben lieb sei. Dann beauftragt er seinen Diener, Zephoris den Ring zu entwenden. Er hegt den Gedanken, mit Hilfe des Rings die Prinzessin zur Frau zu bekommen, weil er sich dann selbst als ihr Retter ausgeben kann. Insgeheim hat er vor, nach seiner Hochzeit den König zu stürzen und selbst die Herrschaft an sich zu reißen. Diese Absicht hat Zephoris durchschaut, und fortan hütet er den Ring wie seinen Augapfel.

Als die hohen Herrschaften verschwunden sind, schreibt er „Wenn ich König wär’ …“ in den Sand, legt sich schlafen und träumt davon, was er dann machen würde.

RudolfSchock01

Rudolf Schock als armer Fischer

Kurz darauf führt des Königs Weg nochmals an Zephoris’ Hütte vorbei. Als er den schlafenden Fischer und die von ihm in den Sand gekritzelten Worte bemerkt, kommt ihm eine Idee: Er befiehlt, ihn auf sein Schloss zu bringen. Wenn er dann am nächsten Tag erwacht, soll er einen Tag lang zeigen, was er als „König“ kann.
Zweiter Akt
Prunkvoller Raum im Schloss
Zephoris glaubt, er träume, als er nach seinem Erwachen vom Hofstaat wie ein König behandelt wird. Aber im Traum darf man ja alles machen. Weil der König zugleich oberster Befehlshaber der Armee und sein Reich gerade von den Portugiesen belagert Notenheftwird, ersinnt er einen Plan, die Feinde zu vertreiben. Und siehe da – der Plan gelingt! Er deckt auch auf, dass sich sein Widersacher, Prinz Kadoor, heimlich mit den Feinden verschworen hat. Auch den Stand der Fischer hat er nicht vergessen: Per Dekret verfügt er, dass sie mehr Rechte bekommen. Prinzessin Nemea offenbart er, dass sie ihr Leben nicht Kadoor, sondern ihm zu verdanken habe. Als Beweis zeigt er ihr den Ring. In diesem Moment fällt es der Prinzessin wie Schuppen von den Augen. Sie weiß nun, dass sie die ganze Zeit von Kadoor getäuscht worden ist. Für ihn empfindet sie jetzt nur noch Verachtung; ihr Herz schlägt jetzt für Zephoris. Dieser will die Gunst der Stunde nutzen und gleich die Hochzeit mit seiner Angebeteten in die Wege leiten, aber diese Gedanken schlagen aus der Sicht des Königs dem Fass den Boden aus. Jetzt reicht’s ihm! Er lässt Zephoris ein Schlafmittel verabreichen und ihn in seine armselige Hütte zurückbringen.
Dritter Akt
Meeresstrand mit Fischerhütte
Nach dem Aufwachen befällt Zephoris ein ganz schrecklicher Liebeskummer. Nicht einmal seine geliebte Schwester Zelide vermag ihn zu beruhigen. Plötzlich entdeckt er Prinz Kadoor, der mit ein paar bewaffneten Helfern auf seine Hütte zukommt. Zephoris wird gewahr, was sein Widersacher im Schilde führt. Er muss jetzt um sein Leben bangen. Glücklicherweise naht auch Prinzessin Nemea. Ihr gelingt es, das Schlimmste zu verhindern.

Inzwischen hat auch der König selbst erfahren, welchen Schurken er unter seinem Dach beherbergt hat. Er lässt Kadoor verhaften und weist ihn aus seinem Reich. Den armen Fischer, dem er so viel zu verdanken hat, erhebt er in den Adelsstand und gibt ihm seine Tochter zur Frau.

Das Werk gehört zu jenen heiteren, typisch französischen Opern, die sich auch dem

Stina-Britta Melander

Stina-Britts Melamder

ungeübten Hörer sehr leicht erschließen. Es stellt an ihn keine höheren Ansprüche, was aber nicht heißen soll, dass das Werk anspruchslos sei. Es will nur gut unterhalten, und das gelingt ihm auch. Zu den musikalischen Höhepunkten gehören die Ouvertüre, Zephoris‘ Romanze „Kenn nicht ihren Stand, ihren Namen“ im ersten Akt, Nemeas Arie „Ihr seid der glückliche Fürst“ im zweiten Akt und das Finale „Dankt dem allmächtigen Gott“ im dritten Akt. (Quelle: wikipedia)

Nun gut, hier schmettert als erneut der Rudolf Schock und bei „Mein Herz ist noch beklommen“ kommt dann noch trällernde die Schwedin Stina-Britta Melander zum Einsatz.

Damit ich jetzt nicht falsch verstanden werde: Keine Frage, Rudolf Schock verstand sein Hanwerk … dennoch bleibt mir diese Art von Musik weiterhin sehr fremd.

Ach ja … diese Oper wurde damals auch in der gleichen Besetzung im Fernsehen gezeigt.

Aber: wenn ich König wär … da würden mir schon ein paar feine Sachen einfallen. Aber so sitz´ich nun hier, ich armer Tor.

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Besetzung:
Rudolf Schock (Tenor)
+
Stina-Britts Melamder (Sopran bei 04.)
+
Orchester der Städtischen Oper Berlin  unter der Leitung von Ernst Märzendorfer

Ernst Märzendorfer

Ernst Märzendorfer

Titel:
01. Kenn‘ nicht ihren Stand, ihren Namen 2.35
02. Sie ist Prinzessin 3.40
03. Hier sitz ich nun, ich Tor 3.34
04. Mein Herz ist noch beklommen 1.46

Musik: Adolphe Adam
Libretto: Adolphe d’Ennery und Jules-Henri Brésil
Deutsches Libretto: Paul Wolff

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Und auch diese Rudolf Schock Single stammt aus dem fulminanten Fundus der Graugans Vielen Dank !!!

Siegfried Behrendt – Nicanor Zabeleta – Rodrigo (1975)

FrontCover1Mitte der 70er Jahre begann mein Interesse anklassischer Musik zu wachsen … und da kam mir das Billig Label „Resonance“ der Deutschen Grammophon Gesellschaft ganz recht. Denn in dieser Reihe kamen hochwertige Klassikaufnahmen für den schmalen Geldbeutel heraus.

Hier ein Beispiel mit den Interpreten Siegfried Behrendt und Nicanor Zabeleta (jeweils auf einer Seite der LP)

Siegfried Behrend (* 19. November 1933 in Berlin; † 20. September 1990 in Hausham) war ein deutscher Gitarrist und Komponist.

Behrend erhielt am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin eine Ausbildung in den Fächern Klavier, Cembalo, Dirigieren und Komposition. Das Gitarrenspiel erlernte er autodidaktisch. Bereits als 30-Jähriger hatte er mehr als 1000 Kompositionen und Bearbeitungen, größtenteils folkloristisch oder von alten Meistern inspiriert, vorzuweisen. Er gab Konzerte in Moskau, Rom und Madrid, er spielte vor dem Schah in Persien, vor dem Kaiser in Tokio und vor Gamal Abdel Nasser in Kairo.

1962 lernte der Gitarrist während der Aufnahmen zu der Personality-Show Belina – Porträt einer Sängerin die Hauptdarstellerin näher kennen. Die beiden gingen fortan künstlerisch gemeinsame Wege. Belina und Siegfried Behrend repräsentierten mit ihren Folk-Songs, Chansons, jiddischen Liedern als Botschafter deutscher Kultur die damals Siegfried Behrendt01noch junge Bundesrepublik Deutschland und führten mit Unterstützung des Goethe-Instituts mehrere ausgedehnte Konzertreisen durch. Die beiden gastierten in mehr als 120 Ländern. In dieser erfolgreichen Zeit nahm das Duo mehrere LPs auf und war in mehreren Fernseh-sendungen zu Gast (z. B.: Lieder am Kamin bei SWF). Siegfried Behrend heiratete in den 1970er-Jahren die Schauspielerin Claudia Brodzinska und wandte sich mit ihr als Sängerin/Interpretin der avantgardistischen Musik zu.

Siegfried Behrend war ein vielgefragter Gitarrenlehrer. Martin Maria Krüger erhielt von ihm den ersten Gitarrenunterricht. In späteren Jahren traten beide weltweit als Deutsches Gitarrenduo auf. An den von Behrend in den 1970er-Jahren im bayrischen Riedenburg abgehaltenen „Internationalen Meisterkursen für künstlerisches Gitarrespiel“ nahmen auch Michael Tröster, Matthias Henke, Helmut Richter und Manuel Negwer teil. Behrend war (Mit-)Herausgeber vieler musikalischer Fachbücher, beispielsweise des mehrbändigen Werkes Volkslieder aus aller Welt oder Gitarrenstunden für Kinder etc. 1963 moderierte Siegfried Behrend die Fernsehsendung Die Geschichte der Gitarre[1], 1971 moderierte er eine dreizehnteilige Fernsehsendung mit dem Titel „Instrumente – Klänge – Strukturen“ beim Hessischen Rundfunk über die Gitarre und ihre Verwendung in der Kammermusik.

Von 1960 bis 1973 leitete Behrend das Saarländische Zupforchester (SZO) und von 1968 bis 1990 das Deutsche Zupforchester (DZO) In dieser Zeit prägte er maßgeblich die Repertoire-Entwicklung der Zupfinstrumente. Dabei setzte er neben zahlreichen Bearbeitungen barocker und folkloristischer Werke durch Eigenkompositionen und Kompositionsaufträge einen Schwerpunkt auf zeitgenössisch-avantgardistische Musik.

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Er leitete zahlreiche Uraufführungen von Werken von Anestis Logothetis, Klaus Hashagen, Heinrich Konietzny, Dietrich Erdmann, Friedrich Gaitis und anderen. Mit seiner Frau Claudia Brodzinska-Behrend (Sprechstimme) brachte er regelmäßig experimentelle Werke zur Aufführung, darunter die Uraufführung von Sylvano Bussottis Ultima Rara[4]; es entstand auch eine Aufnahme wo er Ultima Rara mit Bussotti zusammen interpretierte[5]. Für diese Duobesetzung schrieb Klaus Hinrich Stahmer Canti della vita (1980; Texte: Eugenio Montale). Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Siegfried Fink spielten Claudia Brodzinska und Siegfried Behrend auch Stahmers radiophone Komposition tre paesaggi (1976; Texte: Cesare Pavese) für den Bayerischen Rundfunk ein. In Verbindung mit live-elektronischer Klangverwandlung brachte er 1980 in Zagreb die für das dort ansässige Tanzensemble „savremeni ples“ komponierte Ballettkomposition espace de la solitude von Klaus Hinrich Stahmer zur Uraufführung.

Siegfried Behrend erhielt 1981 auf Vorschlag Franz Josef Strauß‘ das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. (Quelle: wikipedia)

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Hier hören wir ihn mit einer meisterlichen Version des legendären „Concierto de Aranjuez“ (ursprünglich aufgenommen im Jahr 1966):

Das Concierto de Aranjuez ist ein Solokonzert für Gitarre und Orchester von Joaquín Rodrigo (1901–1999). Es wurde im Frühjahr 1939 in Paris komponiert und am 9. November 1940 in Barcelona uraufgeführt. Es ist nicht nur das mit Abstand populärste Werk Rodrigos, sondern auch eines der bekanntesten klassischen Musikstücke des 20. Jahrhunderts.

Das Konzert hat äußerlich die klassische Konzertform in drei Sätzen. Bei der Komposition stand Rodrigo vor dem Problem, die Gitarre, die als Soloinstrument gegenüber einem Sinfonieorchester viel zu leise ist, in einen ausgewogenen Zusammenklang mit dem Orchester zu integrieren. Rodrigo gelang dies, indem er die Gitarre nie mit dem vollen Orchester zugleich spielen ließ, sondern weitgehend nur mit kleinen Gruppen leiserer Instrumente.

Noten

1. Allegro con spirito
Der 1. Satz (D-Dur) in klassischer Sonatenhauptsatzform ist ein lebhafter Fandango im 6/8-Takt, der von mitreißenden Betonungswechseln bestimmt ist.

2. Adagio
Der 2. und populärste Satz des Konzerts ist ein langsames, in klagendem Ton gehaltenes Stück in h-Moll. Die Hauptmelodie des Englischhorns ist eine Reflexion der Saeta, des Klagegesangs während der alljährlichen andalusischen Prozession in der Semana Santa (Karwoche).

3. Allegro gentile
Ein heiterer Rondo-Satz in H-Dur im Stil eines höfischen Tanzes, der wiederum von unregelmäßigen Takt- und Rhythmuswechseln lebt, beendet das Werk.

Rodrigo komponierte das Concierto de Aranjuez auf Anregung seines Freundes, des Gitarristen Regino Sáinz de la Maza (1896–1981), der auch den Solopart in der Uraufführung spielte.

Notenheft

Notenheft

Rodrigo beschreibt in dem Werk die Gärten des Königlichen Palastes von Aranjuez südlich von Madrid, der Frühjahrsresidenz der spanischen Könige. Aranjuez verkörperte für Rodrigo eine von ihm geschätzte Epoche der Geschichte: die Regierungszeit der letzten spanischen Herrscher vor Napoléon Bonaparte.

Der Komponist fühlte sich dem Palast sehr verbunden: Er war in den Gärten mit seiner zukünftigen Ehefrau oft spazieren gegangen. Im zweiten Satz des Werkes beschrieb Joaquín Rodrigo seine Gefühle rund um das einschneidendste Erlebnis in seinem Leben: die Totgeburt seines erstgeborenen Sohnes und damit verbunden den Schmerz, die unendliche Trauer, die Wut, das Loslassen und die Bitte an Gott, er möge seine geliebte Ehefrau Victoria (Vicky) am Leben lassen. Victoria war das „Augenlicht“ von Joaquín Rodrigo; er selbst war 1906 infolge einer Diphtherie-Epidemie in seiner Geburtsstadt Sagunto erblindet. Eine Hommage an Joaquín Rodrigo anlässlich seines 90. Geburtstages erlebt man in dem Kurzfilm Concierto de Aranjuez (Shadows and Light) von Larry Weinstein (1993).

César de Mendoza Lassalle leitete die Uraufführung am 9. November 1940 im Palau de la Música Catalana in Barcelona mit dem Orquesta Filharmónica de Barcelona. (Quelle: wikipedia)

Auf der Seite 2 dann ein weiteres Werk dieses großartigen Komponisten, eingespielt von Nicanor Zabaleta (ursprünglich aufgenommen im Jahr 1960), Es heißt „Konzert Serenade für Harfe und Orchester“ (Originaltitel: Concierto Serenata para Arpa y Orquesta)

Nicanor Zabaleta (* 7. Januar 1907 in San Sebastián; † 31. März 1993 in San Juan (Puerto Rico) war ein baskischer Harfenist.

Nicanor Zabaleta studierte Harfe zunächst in Spanien bei Vincenta Tormo de Calvo und Luisa Menarguez, gefolgt von Privatunterricht bei Marcel Tournier in Paris, wo er 1926 auch sein offizielles Konzertdébut hatte, an das sich eine 66-jährige Solokarriere anschloss. Nach kurzer Militärzeit übersiedelte Zabaleta in die USA und trat 1934 erstmals in New York auf, es folgten Tourneen nach Kuba und Mexiko. 1950 lernte er bei einem Konzert in Puerto Rico seine spätere Frau Graziela Torres kennen, die er 1952 heiratete. 1951 kehrte Zabaleta nach Spanien zurück und konzertierte in zahlreichen europäischen Städten. Sein letztes Konzert gab Zabaleta im Juni 1992 in Madrid.

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Ab den 1960er-Jahren entstanden zahlreiche Plattenaufnahmen für die Deutsche Grammophon. 1983 wurde Zabaleta mit dem spanischen Premio Nacional de Música ausgezeichnet, 1988 wurde er in die Real Academia de Bellas Artes de San Fernando gewählt.

Zabaletas Repertoireschwerpunkt galt dem 18. Jahrhundert und dem Neoklassizismus, er setzte sich aber auch intensiv für das Werk des romantischen Komponisten Elias Parish Alvars ein und brachte zudem eine Reihe zeitgenössischer Werke zur Uraufführung, so die Harfenkonzerte von Alberto Ginastera und Xavier Montsalvatge sowie das Konzert für Harfe und Elektronik von Josef Tal. Auf seine Bitte hin arrangierte Joaquín Rodrigo sein Concierto de Aranjuez für die Harfe. (Quelle: wikipedia)

Auch wenn diese „Konzert Serenade für Harfe und Orchester“ weitaus weniger bekannt ist …. so kann gar kein Zweifel darin bestehen, dass auch diese Komposition ein Kleinod der klassischen Musik ist.

Und zu verdanken haben wir die dem Joaquín Rodrigo:

Joaquín Rodrigo Vidre (* 22. November 1901 in Sagunt, Valencia; † 6. Juli 1999 in Madrid) war ein spanischer Komponist.

Rodrigo, als jüngstes von zehn Kindern eines wohlhabenden Weinhändlers geboren, erblindete in seinem vierten Lebensjahr infolge einer Diphtherie-Erkrankung beinahe vollständig, zog 1906 mit seiner Familie nach Valencia um, studierte bis 1927 Rodrigo01Komposition und Harmonielehre in Valencia und ging anschließend nach Paris, wo er seine musikalische Ausbildung in den Fächern Komposition, Klavier und Harmonielehre an der Ecole Normale de Musique unter anderem bei Paul Dukas bis zum Jahre 1932 vervollkommnete.

In Paris hatte er auch 1928 seine zukünftige Ehefrau, die türkische Pianistin Victoria Kamhi (1905–1997), kennengelernt. Sie entstammte einer sephardischen Familie. Das Paar heiratete 1933 in Valencia. Cecilia ist die gemeinsame Tochter.

In den folgenden Jahren unternahm Rodrigo zahlreiche Reisen, die ihn nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz führten, außerdem kehrte er 1934 für ein Jahr nach Paris zurück, um dort Musikgeschichte zu studieren. Am 6. Mai 1936 hielt Rodrigo in Paris einen Vortrag über Vihuela-Musiker des 16. Jahrhunderts, bei dem Emilio Pujol auf zwei nachgebauten Instrumenten musikalische Beispiele beisteuerte. Im September 1939 ließ Rodrigo sich mit seiner Frau in Madrid nieder, unternahm jedoch weiterhin ausgedehnte Reisen, unter anderem nach England, Italien, Griechenland und Südamerika.

1948 wurde Rodrigo Professor für Musikgeschichte am Konservatorium in Madrid. Daneben beschäftigte er sich als Musikkritiker und war beim Radio als Leiter der Musikabteilung tätig. Trotz mehrerer Augenoperationen erblindete er zu dieser Zeit vollständig. Seine Kompositionen entwarf er in Blindenschrift und diktierte sie Rodrigo03anschließend einem Kopisten oder seiner Frau, die auch zunächst Korrektur las.

Er erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter 1942 und 1982 den Premio Nacional de Música. Außerdem ernannten ihn sieben Universitäten zum Ehrendoktor, unter anderem die Polytechnische Universität Valencia. Am 30. Dezember 1991 wurde Rodrigo durch König Juan Carlos I. in den erblichen spanischen Adelsstand erhoben und erhielt den Titel eines Marqués de los Jardines de Aranjuez. Im Jahre 1996 erhielt er den Premio Príncipe de Asturias. Rodrigo starb am 6. Juli 1999 in Madrid. (Quelle: wikipedia)

Nach dem Motto „Musik zum Sonntag“ haben wir hier zauberhafte Musik im Angebot.

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Besetzung:

Concierto de Aranjuez:
Siegfried Behrend (guitar)
+
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Reinhard Peters

Konzert Serenade für Harfe und Orchester:
Nicanor Zabaleta (harp)
+
Radio-Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Ernst Märzendorfer

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Titel:

Siegfried Behrend: Concierto De Aranjuez:
01.  Allegro con spirito 5.27
02. Adagio 9.32
03. Allegro gentile 4.47

Nicanor Zabaleta: Konzert Serenade für Harfe und Orchester: 
04. Estudiantina: Allegro 8:11
B2 2. Intermezzo: Molto Tranquillo 8:07
B3 3. Sarao: Allegro Deciso 6:18

Musik: Joaquín Rodrigo

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Jo Basile – Berlin With Love (1960)

FrontCover1.jpgUnd jetzt wieder mal etwas ganz anderes: Ein Franzose interpretiert deutsche Gassenhauer:

Er heißt Jo Basile (1926 Somain, France – 05. September 1982)  und das ist seine kleine Geschichte (diesmal auf Englisch):

Rio with Love coverJo Basile was the pseudonym of Joss Baselli, accordionist and veteran of the French music scene in the 1950s and 1960s.

Basile’s parents were Italian emigrants to northern France, part of the large wave of Italians who came to work the coal mines in the Pas de Nord and Belgium. Although his parents ran a cafe, they were also great music enthusiasts, and Baselli began taking music lessons at the age of six. He and his brother Enrico both studied the accordion and, after a few years of serenading patrons in their parents‘ cafe, began playing on a semi-professional basis by their late teens.

After World War Two, Baselli met an accomplished accordion player and pioneer of the bal musette style, Gus Viseur, who encouraged him to pursue a career in music. Baselli moved to Paris in 1950 and several years later, while working a summer job in Pau, near the Spanish border, met the rising young chanteuse, Patachou. She offered him the job of principal accompanist, and as her career took off, rivalling Edith Piaf’s in popularity, he became a recognized soloist in his own right. Patachou opened a cafe in the Montmartre section of Paris, which became the center of the bal musette scene. Around the same time, Joss married Gus Viseur’s daughter.

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Jo Basile

In 1958, Patachou toured the U.S. and Baselli attracted the attention of Sid Frey, owner of the Audio Fidelity record label. Frey was about to release the first series of long-playing stereo records and was signing numerous international artists. Renaming him Jo Basile, Frey first recorded Baselli straight, playing instrumental versions of Patachou’s hits and other French cafe tunes.

Then Baselli suggested he do some of the Italian songs he grew up playing in his parents‘ cafe, and the album, Rome with Love was released, with a cover featuring a sexy babe in Capri pants riding on the back of a Lambretta. Whether the cover had anything to do with the success of the record, Frey figured it was a winning combination, and most of the two dozen albums Basselli recorded for Audio Fidelity over the next five years followed a standard formula. Basselli played a dozen or so tunes associated with a particular country or city, and Frey slapped on a cover featuring another sexy babe in national garb riding on the back of the same red Vespa–with an appropriate license plate.

For the quantity of material reflected in this series, the quality of performances is quite high. Baselli was a virtuoso accordion player, whose talents are now comemorated in France by an annual award that bears his name, given for the best accordion performance. For the most part, though, the material doesn’t match the musicianship.

Jo Basile2A couple of the series, however, deserve a closer listen. Swingin‘ Latin is actually a set of early bossa nova tunes performed with the excellent Brazilian trio, Bossa Tres, and it’s been reissued on CD recently as Jo Basile and Bossa Tres by Ubatuqui Records.

My favorite is Foreign Film Festival album, on which he swings through a set of tunes by Nino Rota and others with a crack group of New York session men that includes Bobby Rosengarden, Dick Hyman, Al Caiola, Milt Hinton, and Phil Kraus. It’s a jazzy take on theme music from such early 1960s classics as „La Dolce Vita,“ „Rififi,“ and „8½“ that shows Basselli could easily hold his own among players with such impeccable jazz chops and studio experience.

In all, Basselli’s Audio Fidelity albums sold over 4 million copies in the U.S. He was awarded a prize by the American Accordion Association, and undoubtedly inspired many young men to take up the squeezebox–at least, until they discovered it tended not to attract sexy chick in Capri pants the way an electric guitar did.

Back in France, Basselli parted ways with Patachou and joined the studio team of the singer Barbara, who launched an enormously successful variety series on French television. Basselli not only performed on screen as both accompanist and soloist, he also worked as musical director and arranged hundreds of songs for the show.

He stayed with the show until 1967, when he reunited with Patachou for another tour of the U.S. When he returned to France, he began to turn his attention to composing and arranging. He wrote the score for the movie, „L’astragale,“ as well as for numerous television shows. One of the most notable of these was „Le Manège Enchanté,“ a stop-action animated series by Serge Danot. A BBC producer asked actress Emma Thompson’s father, Eric, to translate and record an English language narration, but Thompson decided the scripts just didn’t work in English, and he wrote his own story, even renaming the characters. As „The Magic Roundabout,“ the series was an even bigger success in the U.K. Basselli also composed the score for the full-length film Danot produced as a spin-off from the series, „Dougal and the Blue Cat“.

Throughout the 1960s, Baselli also worked as a songwriter, and his best-known tune, „Free Again,“ was recorded by numerous Anglophone singers–most notably, Barbra Streisand, on the first track of her 1966 album, My Name is Barbra.

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Und auch die Irma La Douce wurde von den Akkordeonklängen des J Basile angeschwärmt… 

In 1972, Basselli hosted a series on French television titled, „Le monde de l’accordeon,“ which featured masters of the instrument and encouraged young people to take up and learn the instrument. This time, no chick in Capri pants was promised. He also founded his own music publishing company, Opaline, to oversee the rights to his various compositions, and wrote a popular set of music instruction books on playing the accordion. He died suddenly of a heart attack in 1982. (Quelle: spaceagepop.com)

Und natürlich hören wir hier gepflegte Unterhaltungsmusik …allerdings garniert meinen feinen Jazzanleihen … und so gesehen ist dieses Album einerseits gar nicht so schlecht, und andererseits eine Begegnung mit deutschem Liedgut, das zwar überwiegend in den 30er Jahren entstanden ist, andererseits irgendwie bis heute nachklingt (Stichwot: „Lili Marlene“)

Übrigens: vielleicht war es für einen Franzosen 1960 noch gar nicht so einfach, deutsche Melodien zu spielen, bedenkt man, was „unsere Nation“ für ein Unheil (nicht nur) über die französische Nation gebracht hat.

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Alternatives Frontcover aus Spanien

Besetzung:
Jo Basile (accordeon)
+
Jo Basile Orchester

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Titel:
01. Lili Marlene (Schultze/Leip) 2.32
02. Liebe war es nie (Mackeben) 2.22
03. Macki Messer (Brecht/Weill) 2.59
04. Auf Wiederseh’n Sweetheart (Storch) 2.45
05. Trink‘, trink‘, trink‘ (Traditional) 2.01
06. Bel Ami (Mackeben) 2.29
07. Das ist die Liebe der Matrosen (Heyman) 2.06
08. Stern von Rio (Engel/Berger) 2.28
09. Ich küsse ihre Hand, Madame (Erwin/Rotter) 2.24
10. Hörst du mein heimliches Rufen (Plato) 2.51
11. Ich spür in mir (Kreuder) 2.24
12. Wenn‘ es Frühling wird (Kreuder) 3.21

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Heidi Brühl – Ich liebe den Mondschein + Geh nicht vorbei (1960)

FrontCover1Heidi Rosemarie Brühl (* 30. Januar 1942 in München; † 8. Juni 1991 in Starnberg) war eine deutsche Schlagersängerin und Schauspielerin.

Bereits als Fünfjährige nahm Heidi Brühl Tanzunterricht. Der Produzent und Regisseur Harald Braun erkannte ihr Talent und gab ihr eine kleine Rolle in dem 1954 erschienenen Film Der letzte Sommer als kleine Schwester der Hauptdarstellerin (gespielt von Liselotte Pulver). Doch erst die Immenhof-Filme machten sie in Deutschland bekannt.

Sie spielte dort die junge und lebenslustige Dalli und sang mit den Kindern aus Malente (in der Holsteinischen Schweiz zwischen Lübeck und Kiel gelegen) das „Ponylied“ (eigentlich gesungen von den Schöneberger Sängerknaben). Die drei Filme Die Mädels vom Immenhof (1955), Hochzeit auf Immenhof (1956) und Ferien auf Immenhof (1957) wurden ein kommerzieller Erfolg. Danach beschloss Brühl, eine Ausbildung zu absolvieren. Sie studierte fünf Jahre Gesang, Tanz, nahm Schauspielunterricht und ließ sich in Englisch und Französisch ausbilden.

HeideBrühl19591959 schickte Brühls Vater ein Demoband seiner Tochter zur Plattenfirma Philips, die nach weiteren Probeaufnahmen einen Plattenvertrag mit ihr abschloss. Zuerst wurde sie zusammen mit Corina Corten als die Dolly Sisters vermarktet. Bereits im August 1959 kam Brühls erste Soloplatte Chico Chico Charlie in die deutschen Hitparaden, wo sie bis zum fünften Platz aufstieg.

Bis 1967 konnte sie zwölf weitere Titel in den deutschen Hitlisten platzieren. Den größten Erfolg erreichte Heidi Brühl mit dem Titel Wir wollen niemals auseinandergehn von Michael Jary. Mit diesem Lied trat sie in der Schlagerparade , der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision 1960 an, landete aber hinter Wyn Hoop nur auf Platz zwei. Beim Grand Prix Eurovision 1963 vertrat sie Deutschland und belegte mit dem Titel Marcel von Charly Niessen den 9. Platz.

In der Folgezeit widmete sie sich dem Musical. Sie spielte und sang vor allem in Annie Get Your Gun von Irving Berlin. (Quelle: wikipedia)

Hier ein Beispiel aus ihren frühen Jahren, ich nenne sie mal die „naiven Jahre“. eben mit jenen Texten, die damals (und heute ?) die deutsche Schlagerszene prägten.

Dass sie dann später auch noch ganz anders konnte, belegt dieses Bild:

HeidiBrühl

Heidi Brühl, lasziv

Besetzung:
Heidi Brühl (vocals)
+
Orchester Heinz Alisch + Chor

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Die drei Erstplatzierten beim deutschen Vorentscheid für den Grand Prix 1960: Gerhard Wendland, Heidi Brühl und Wyn Hoop (v.l.)

Titel:
01. Ich liebe den Mondschein (Niessen) 2.18
02. Geh nicht vorbei (Lonely Guitar) (Dodd/Blecher) 2.40

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Gus Backus – Ich hab‘ mein Herz in Germany verloren (1962)

FrontCover1Ich sag´s mal mit einer gewissen nostalgischen Verklärung: Der Mann war einfach nur Klasse ! Und er wicklte die Damen jener Zeit mit seinem spitzbübischem Charme so ganz einfach um den Finger:

Gus Backus, eigentlich Donald Edgar Backus (* 12. September 1937 in Southampton auf Long Island im Staat New York; † 21. Februar 2019 in Germering), war ein US-amerikanischer Musiker und Schlagersänger. Mit Titeln wie Der Mann im Mond, Da sprach der alte Häuptling der Indianer und Sauerkraut-Polka verzeichnete er im Deutschland der 1960er-Jahre große Erfolge.

Der Hobbymusiker Backus wurde Mitte der 1950er Jahre von der United States Army in Pittsburgh, Pennsylvania eingezogen. Dort schloss er sich der Doo-Wop-Gruppe The Del-Vikings an, die 1957 mit den Titeln Come Go With Me und Whispering Bells zwei Top-Ten-Notierungen in den US-Charts verbuchen konnten. Noch im selben Jahr, am 28. Juli 1957, wurde der GI Backus nach Wiesbaden in Deutschland verlegt. Dort gründete er die Vokalgruppe „Vidells“ und nahm ein Jahr später während eines Heimaturlaubs zwei eigene Lieder in Chicago auf. Auf Anraten seines Schwagers bewarb sich Backus 1959 schriftlich bei der Plattenfirma Polydor, deren Produzent Gerhard Mendelson ihm Probeaufnahmen und schließlich einen Vertrag anbot. Es folgten einige Singles, die vorwiegend deutschsprachige Coverversionen amerikanischer und britischer Erfolgstitel, unter anderem von Elvis Presley, Paul Anka und Conway Twitty enthielten. In Wiesbaden lernte er seine erste Frau Karin kennen, mit der er drei Kinder bekam. Die Ehe wurde geschieden.

Gus Backus

Der Durchbruch gelang Backus 1960 mit den Titeln Brauner Bär und weiße Taube und Da sprach der alte Häuptling. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre folgten weitere erfolgreiche Singles sowie unzählige Auftritte in Musiksendungen und -filmen, mit denen Backus zu einem beliebten Unterhaltungskünstler im deutschsprachigen Raum avancierte. Obwohl er 1964 für die Polydor in Nashville unter anderem jeweils eine Hillbilly-LP in deutscher und englischer Sprache aufnahm, bestimmten zunehmend Stimmungs-, Trink- und Faschingslieder das Repertoire von Backus. 1965 landete Backus mit dem Titel Bohnen in die Ohr’n noch einen großen Erfolg. Außerdem musste sich deutschsprachige Musik in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zunehmend gegen die aufkommende Beat-Welle behaupten.

Autogrammkarte1965

Autogrammkarte, 1965

Nachdem auch seine zweite Ehe mit Balletttänzerin Heidelore gescheitert war, kehrte Backus 1973 dem Showgeschäft den Rücken und ging in die USA zurück, wo er unter anderem als Vorarbeiter auf Ölfeldern in Texas arbeitete. In Deutschland galt er zeitweise als verschollen und wurde sogar totgesagt.

Nach dem Tod seiner dritten Ehefrau Byra im Jahre 2001 kehrte Backus nach Deutschland zurück, wo er mit neuen und alten Musiktiteln weitgehend vergeblich versuchte, am Erfolg der Oldie-Welle teilzuhaben. Backus, der Vater von vier Kindern und mehrfacher Großvater war, versöhnte sich mit seiner zweiten Ehefrau Heidelore und heiratete diese 2002 erneut. Er lebte mit ihr in Germering in der Nähe von München, wo er nach schwerer Krankheit verstarb. (Quelle: wikipedia)

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Zur Erinnerung an dieses Unikum hier mal seine erste LP, über die man in der WDR Schallplattenbar dann folgendes lesen kann:

„Polydor veröffentlicht 1962 die LP „Ich hab‘ mein Herz in Germany verloren“. Gus Backus bringt keine Erfolgssongs zu Gehör, sondern präsentiert altbekannte Volkslieder und Evergreens im neuen Gewand.

Der smarte Sunnyboy aus Amerika hatte das deutsche Publikum im Sturm erobert und gehörte damals zu den beliebtesten Interpreten der hiesigen Schlagerszene. Mit heute noch populären Hits wie „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“, „Der Mann im Mond“ oder „Sauerkraut Polka“ belegte er wochenlang Spitzenplätze in den Bestseller-Listen. Auf der Kinoleinwand sah man ihn in vielen Schlagerfilmen, und bei Auftritten und Tourneen wurde er von den Fans begeistert umjubelt. Nebenbei sammelte er Preise und Auszeichnungen, beispielsweise den Goldenen Löwen von Radio Luxemburg und den Silbernen Otto der Jugendzeitschrift „Bravo“.

Gus Backus3

Auf der Rückseite der Plattenhülle erfährt man Näheres über den Werdegang des Interpreten, der als „sympathischer Prophet aus der Neuen Welt“ bezeichnet wird. Eine Formulierung, die uns heute eher schmunzeln lässt.
Man kann lesen, dass er in den USA ein Medizinstudium begann und als Mitglied der Gesangsgruppe „The Del-Vikings“ bereits einen Hit verbuchen konnte. In Anlehnung an den Titel dieser Langspielplatte heißt es abschließend: „Heute hat die Schar seiner ungezählten Freunde ganz offensichtlich auch das Herz an diesen sympathischen ‚Amerikaner in Germany‘ verloren, der hiermit einen modern arrangierten evergreenenden Liederstrauß überreichen möchte.“
Für die LP wählte Produzent Gerhard Mendelson zwölf Titel aus: Volksweisen, Stimmungsschlager, Trinklieder und Evergreens, die von Gus Backus in bewährter Manier mit seinem unverkennbaren amerikanischen Akzent vorgetragen werden. Begleitet wird der Sänger vom Orchester Johannes Fehring und den Travellers.

Unsere tollen Nichten / Unsere tollen Nichten

Im Filmgeschäft. An der Seite von Udo Jürgens (2.v.l.) spielte Backus (1.v.r.) in Komödien wie „Unsere tollen Nichten“ (1963) mit.

Natürlich sprach man mit dieser Produktion nicht unbedingt die jüngeren Fans von Gus Backus an. Da aber Langspielplatten damals ohnehin fast ausschließlich vom „erwachsenen“ Publikum gekauft wurden, musste man nicht befürchten, ein Risiko einzugehen. Besondere Mühe gab man sich auch bei der Gestaltung der Plattenhülle. Sie zeigt den Sänger mit einem Glas Rotwein in der Hand und einem schicken Trachtenhütchen auf dem Kopf. Darüber spannt sich ein bunter Bilderbogen mit Fotos jener Städte, die auf der Platte besungen werden. Die Titel der zwölf Lieder sind natürlich auch aufgeführt.“ (Quelle: WDR Schallplattenbar)

Nun ja, hier hören wir ganz sicher nicht seine besten Songs … aber was nicht ist, kann ja noch werden …

Sâ°nger Gus Backus USA auf einer gr¸nen Wiese

Besetzung:
Gus Backus (vocals)
+
Die Travellers
Orchester Johannes Fehring

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Titel:
01. Auf der Reeperbahn Nacht úm halb eins (Roberts) 2.29
02. Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren (Beda/Neubach/Raymond) 2.32
03. Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin (Siegel/Pinelli) 3.00
04. Du, du liegst mir im Herzen (Traditional) 2.04
05. Muss i denn zum Städtele hinaus (Traditional) 2.06
06. Du kannst nicht treu sein (Ebeler/Otten) 2.25
07. In München steht ein Hofbräuhaus (Gabriel/Richter) 2.34
08. Der treue Husar (Frantzen) 2.12
09. Trink, trink, Brüderlein, trink (Lindemann) 2.20
10. Schöner Gigolo (Brammer/Casucci) 2.27
11. Wer soll das bezahlen (Schmitz/Stein) 3.34
12. Auf Wiedersehn (Storch) 2.14

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Gus Backus2

Gus Backus (* 12. September 1937 –  21. Februar 2019)

Chor der Münchner Gewerkschaften – Freie Welt (1960)

FrontCover1Politische Lieder und Gesänge waren vermutlich Ende der 50er Jahre – zumindest in der BRD – nicht gerade der Hit. Umso erstaunlicher und vor allem bemerkenswerter ist diese rare EP aus dem Jahr 1960.

Der „Chor der Münchner Gewerkschaften“ unter der Leitung von Rudolf Lamy (das war der, bei dem ein kleiner Junge namens Konstantin Wecker als Chorknabe seine ersten Lektionen lernte)

Und natürlich sind diese Lieder aus anderem Schrott und Korn, als die damaliger Schlager (die dennoch auch sehr zu schätzen weiss).

Das bekanntes Lied ist natürlich das „Lied der Moosoldaten“. Ein kurzer Blick zurück in jene Zeit, also das Lied entstand:

Das Moorsoldatenlied, Börgermoorlied oder kurz Moorlied wurde 1933 von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor bei Papenburg im Emsland geschaffen. In diesem Lager wurden vorwiegend politische Gegner des Nazi-Regimes gefangen gehalten. Mit einfachen Werkzeugen wie dem Spaten mussten diese dort das Moor kultivieren.

Texter des Liedes waren der Bergmann Johann Esser und der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Langhoff, die Musik stammt von dem kaufmännischen Angestellten Rudi Goguel. Das Lied wurde am 27. August 1933 bei einer Veranstaltung namens Zirkus Konzentrazani von 16 Häftlingen, überwiegend ehemaligen Mitgliedern des Solinger Arbeitergesangvereins, aufgeführt.

Zwei Tage nach der ersten Aufführung wurde das Lied von der Lagerleitung verboten. Trotzdem war es das Wachpersonal des Lagers, das wiederholt verlangte, dass das Lied von den Häftlingen auf ihren Märschen zum Arbeitsplatz gesungen wurde.

Moorsoldaten

Durch entlassene oder in andere Lager verlegte Gefangene wurde das Lied über Börgermoor hinaus bekannt. 1935 lernte es der Komponist Hanns Eisler in London kennen. Er überarbeitete die Melodie für den Sänger Ernst Busch. Dieser schloss sich während des Spanischen Bürgerkrieges (1936–1939) den Brigadas Internacionales, den Internationalen Brigaden an, die die Spanische Republik gegen den Putschisten Franco verteidigten. Dadurch wurde das Lied verstärkt international bekannt. Doch der originale Anfang der Melodie von Rudi Goguel mit drei gleichen Tönen klingt nicht so zuversichtlich wie die Version von Eisler. Goguel hatte mit drei gleichen Tönen die hoffnungslose Stimmung, aus der heraus das Lied entstand, besser eingefangen, als die von Eisler abgeänderte Melodie.

Heute existieren Versionen des Liedes in mehreren Sprachen, zu den bekanntesten Interpreten gehören Ernst Busch, Hein und Oss Kröher, Paul Robeson, Pete Seeger, Perry Friedman, The Dubliners und Hannes Wader. Neuere Bearbeitungen stammen von der Kölner Saxophon Mafia, Welle: Erdball, Liederjan, Die Toten Hosen, Die Schnitter, Michael von der Heide und Helium Vola. (Quelle: wikipedia)

1.Maifeier1960

Die 1. Mai Veranstaltung in München im Jahre 1960

Und eben auch von diesem Chor der Münchner Gewerkschaften.  Und das wahrlich nicht schlecht.

Und auch die anderen Lieder haben Substanz. Das optimistische „Ein guter Tag zu ende geht“ basiert auf der schottischen Volksweise „Auld Lang Syne“ und das ist schon irgendwie witzig, dass Münchner Gewerkschaftsmitglieder im Jahre 1960 ein schottisches Volkslied singen.

Und die ukrainische Volksweise „Unvergängliche Opfer“ hat auf erschreckende Weise wieder einen ganz aktuellen Bezug.

Klar, der Chorgesang mag antiquiert wirken und/oder klingen. Aber er war wirklich gut aufgestellt und natürlich sind die Inhalte dieser Lieder Teil der deutschen Gewerkschafts- und Arbeiterbewegung und damit ein verdammt wichtiger Teil deutscher Geschichte.

Eine der zentralen Forderungen der deutschen Gewerkschaften in jener Zeit.

Besetzung:
Chor der Münchner Gewerkschaften unter der Leitung von Rudolf Lamy

BackCover1Titel:
01. Schaffende Hände (Weiß/Adametz) 2.44
02. Ein guter Tage geht zu Ende (Auld Lang Syne) (Schottische Volksweise 2.59
03. Lieder der Moosoldaten (Goguel/Esser) 3.12
04. Unvergängliche Opfer (Ukrainische Volksweise) 3.15

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Streik 1963

Streik der Metallarbeiter in Württemberg-Nordbaden, 29. April 1963

Claude-Pali Guestros & seine Zigeuner – Puszta-Klänge aus dem Zigeunerkeller (1964)

FrontCover1Tja, mit sonderlich vielen Informationen kann ich bei dieser LP nicht aufwarten.

Ich konnte nur ganz wenige Informationen über diesen Claude-Pali Guestros zusammentragen.

Mir scheint, er kommt aus Frankreich und mir scheint desweiteren, dass diese Aufnahmen in Frankreich bereits 1960 entstanden sind. Erschienen ist dann dieses Album unter dem Titel „Les Nuits Du Ciro’s“ auf dem mir unbekanntem Omega Label.

Für die deutsche Ausgabe hat man sich dann die „Mühe“ gemacht, die meisten Titel einzudeutschen, so wurde z.B. aus „Les acacias blanc“ das „Die weißen Akazien“ … usw.

Und es gab mindestens eine weitere Auflage mit anderem Cover.

Tja, aber dennoch ist dieses Album wirklich eine kleine Perle, denn die dargebotene Musik hat es schon in sich. Ich behaupte mal, wäre dieses Album auf Saba oder dem späteren MPS Label erschienen (versehen mit profunden Texten) hätte das Album auch heute noch einen ganz anderen Stellenwert.

LesNuitsDuCizo´s1

Original-LP aus Frankreich (1960)

Aber so … bleibt die Erkenntnis, dass Claude-Pali Guestros & seine Zigeuner z.T. ganz schön avantgardistisch aufspielen … aber natürlich sind auch jene sehnsuchtsvollen Klänge zu hören, die man der „Zigeuner-Musik“ gerne zuschreibt.

Und das noch: Es gab damals ja viele LP´s dieser Art und irgendwie sind sie für mich ein beredtes Beispiel, für die Zwiespältigkeit (nicht nur der Deutschen) gegenüber dieser Volksgruppe … Faszination, Scheu, Abscheu … wobei die Musik wohl eher für die Faszination steht. Und diese Faszination ist vermutlich der Empfindung geschuldet, dass genau diese Musik eine Lebendigkeit und eine Lebenslust versprühen kann, aber vielleicht jener Müßiggang, den man dieser Volksgruppe unterstellt,  dass den fleißigen Deutschen vermutlich richtig schwindlig wurde … damals in jenen Jahren des Wirtschaftswunders …

Alternatives Frontcover (Teil dieser LP: "Zauberklänge aus dem Zigeunerkeller")

Alternatives Frontcover (Teil dieser LP: „Zauberklänge aus dem Zigeunerkeller“)

Besetzung:
Claude-Pali Guestros & seine Zigeuner

BackCover1

Titel:
01. Die Lerche (rumänische Volksweise) 2.42
02. Ungarischer Tanz Nr. 4 (Brahms) 2.05
03. Die weißen Akazien (russische Volksweise) 3.15
04. Csak is egv kis leany (ungarische Volksweise) 3.28
05. Der verliebte Zigeuner (Volksweise) 4.09
06. Lied und rumänischer Tanz (Volksweise) 5.17
07. Indicative (Volksweise) 1.02
08. Hora spiccato (rumänische Volksweise) 3.01
09. Csárdás – Variationen (Volksweise) 2.45
10. Für dich (Boulanger) 3.19
11. Zwei Gitarren (russische Volksweise) 5.44
12. Fallende Zypressenblätter (Volksweise) 2.26

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Labels einer weiteren französischen Ausgabe (diesmal ebenfalls auf Decca)

Labels einer weiteren französischen Ausgabe (diesmal ebenfalls auf Decca)