Das Heide-Männerquartett – Auf der Lüneburger Heide – Lieder von Hermann Löns) (1961)

FrontCover1.jpgAlso, über das Heide-Männerquartett ist mir nichts bekannt … mehr bekannt ist natürlich über den Schriftsteller Hermann Löns:

Hermann Löns (* 29. August 1866 in Culm, Westpreußen; † 26. September 1914 bei Loivre in der Nähe von Reims, Frankreich) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Schon zu Lebzeiten wurde Löns, dessen Landschaftsideal die Heide war, als Jäger, Natur- und Heimatdichter sowie als Naturforscher und -schützer zum Mythos.

Hermann Löns gilt als Heide-Dichter und Heimatschriftsteller. Er selbst war Stadtmensch und Intellektueller. Als Reaktion auf die aufkommende Verstädterung zu Beginn des industriellen Massenzeitalters hing sein Herz am kargen Sandboden der Heide und ihren Bauern. Er wohnte wochenlang in seiner Jagdhütte im Westenholzer Bruch. Von dort ging er auf die Pirsch in Wald, Heide und Moor und verfasste mehrere seiner Werke. Unter anderem In der Jagdbude aus Mein grünes Buch oder Der Porst aus Mein buntes Buch. Viele Werke beinhalten Tier- und Jagdgeschichten sowie Landschaftsschilderungen. Seine Prosa ist von Natureindrücken geprägt. Dass die Jäger zu Hegern wurden, wird auf die Aktivitäten des passionierten Jägers Hermann Löns zurückgeführt. Seinen Schriften kann man entnehmen, dass ihm lebende Wildtiere

HermannLönsca1900

Herman Löns, ca. 1900

wichtiger waren als die tote Jagdbeute. Löns setzte sich 1911 für die Gründung des Naturparks Lüneburger Heide ein, des ersten deutschen Naturparks.

Heute gründet sich der Fremdenverkehr in der Lüneburger Heide auch auf den Mythos Hermann Löns. Nach seinem Tod war Löns nicht vergessen: Seine Natur- und Tiergeschichten wurden gelesen, seine Lieder wurden gesungen, einige Gedichte auswendig gelernt, Jäger, Naturschützer und Wanderfreunde verehrten ihn. Er war ein früher Verfechter des Naturschutzes und war so Wegbereiter des heutigen Umweltschutzes.

Einzelne seiner Werke wurden auch für das Kino adaptiert. Der Heimatfilm Rot ist die Liebe (1956) ist eine Verfilmung seines erfolgreichen Romans Das zweite Gesicht. Die Hauptfigur in dem melodramatischen Film, ein Poet und Schriftsteller, weist autobiographische Züge von Löns auf. In der Filmhandlung ist die Hauptfigur zwischen Ehefrau und früherer Freundin hin- und hergerissen und zieht sich in seine Hütte in der Heide zurück.

Der sehr populär gewordene Kinofilm Grün ist die Heide (1951), ebenfalls aus dem Heimatfilmgenre, beruht auf Motiven von Hermann Löns. Weitere Verfilmungen unter diesem Titel, die auch in der Lüneburger Heide spielen, gab es 1932 und 1972. Besondere Bekanntheit erlangten seine vertonten Gedichte, die später als Heidelieder beinahe den Status von Volksliedern erlangten, so wie das Abendlied (Rose Marie)[7] mit der Melodie von Fritz Jöde. (Quelle: wikipedia)

Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass Hermann Löns seinen Tod im I. Weltkrieg fand und das nur, weil er auf Teufel komm raus, unbedingt an diesem Krieg teilnehmen wollte, obwohl als als damals 48jähriger und bar jeder militärischen Ausbildung eigentlich völlig ungeeignet war. Und da hält sich dann mein Mitleid in Grenzen.

HermannLöns

Über diesen Gesangsverein ist nichts bekannt, aber der Chorleiter Willy Sommerfeld scheint jener Sommerfeld zu sein, der sich nicht nur 1933 weigerte, den Hitlergruß zu zeigen, sondern der sich als deutscher Stummfilm-Pianist einen Namen gemacht hat:

Willy Sommerfeld (* 11. Mai 1904 in Danzig; † 19. Dezember 2007 in Berlin) war ein bis zu seinem Tod im Alter von 103 Jahren aktiver deutscher Stummfilm-Pianist.

Willy Sommerfeld kam schon sehr jung mit der Musik in Kontakt: Im Alter von drei Jahren erkrankte er so schwer, dass ihn der Arzt schon aufgegeben hatte. Ein Freund seiner Schwester spielte ihm damals täglich auf seiner Zither etwas vor. Als Willy Sommerfeld dann unerwarteterweise doch noch gesund wurde, hatte er den Wunsch, Musiker zu werden.

Sein erstes Instrument war eine Geige, wobei ihm aber die Töne nicht vielfältig genug waren. Schließlich lernte er Klavier spielen.

Im jungen Erwachsenenalter machte er dann in seiner Geburtsstadt Danzig eine Ausbildung zum Musiklehrer, anschließend begab er sich Anfang der 1920er Jahre nach Berlin. Dort absolvierte er ein Studium der Komposition am Stern’schen Konservatorium.

WillySommerfeld2

Willy Sommerfeld (40er Jahre)

Während jener Zeit verdiente er sich Geld in einem Stummfilm-Kino, wo er zunächst seinen Professor vom Konservatorium, der dort Klavier spielte, auf der Geige begleitete. Da sich der Kinobesitzer aber nicht zwei Musiker gleichzeitig leisten konnte, übernahm schließlich Willy Sommerfeld allein die Filmbegleitung auf dem Klavier. Zu den Filmen spielte er dann rein intuitiv und nicht nach Noten. Laut eigener Aussage schießen ihm die Bilder, die er auf der Leinwand sieht, ins Gehirn, und von dort aus in seine Hände. Da er sehr klein ist, geht das sehr schnell. (Zitat) Damals traf er auch auf viele Schauspieler, er lernte aber nur sehr wenige von ihnen kennen.

Ende der 1920er Jahre übernahm er bei einem Musikverlag in Braunschweig die Stelle eines Lektors. Nach Feierabend begleitete er dann auch dort Filme in den Braunschweiger Kinos.

Anfang der 1930er Jahre wechselt er an das Braunschweiger Staatstheater; zu Beginn hatte er dort die Stelle des Kapellmeisters inne, später arbeitete er sich nach oben, bis er sogar das Orchester dirigierte. Als er sich 1933 nach einer Vorstellung weigerte, den Hitlergruß zu zeigen, wurde er entlassen.

Um 1933 suchte der Regisseur Helmut Käutner einen Pianisten für seine Kabarett-Gruppe Vier Nachrichter. Willy Sommerfeld ging schließlich mit dieser Gruppe auf Deutschlandtournee, bis sie von den Nationalsozialisten verboten wurde.

Anschließend kehrte er nach Berlin zurück. Die darauffolgenden drei Jahrzehnte arbeitete er dann als Komponist und Dirigent, musikalischer Leiter, Hörspiel- und Dokumentarfilmvertoner, Theatermusikschreiber und Musiktherapeut.

WillySommerfeld

Willy Sommerfeld bei der Arbeit

Zu Beginn der 1970er Jahre traf er einen Kollegen, der im Berliner Kino Arsenal Stummfilme begleitete. Obwohl sich Willy Sommerfeld damals gerade auf den Ruhestand vorbereitete, sprang er für ihn ein und setzte diese Auftritte danach regelmäßig bis ins zweite Halbjahr 2007 fort. Er spielte ohne Noten und erklärte, er wolle vor einer Vorstellung nur wissen, ob der Film lustig oder traurig sei. (Quelle: wikipedia)

Und auf dieser EP (veröffentlicht von dem „Club“ der Europäischen Musikgemeinschaft, Stuttgart) hören wir also nun  – frei nach dem Motto – mein lieber Herr Gesangsverein … deutsche Heimatlieder, verfasst von diesem Heimatdichter, der wahrlich besseres zu tun gehabt hätte, als in den Schützengräben Frankreichs zu verrecken.

Hermann Löns Statue Walsrode

Eine Hermann Löns Statue in Walsrode

Besetzung:
Das Heide-Männerquartett
+
Orchester und Chort unter der Leitung von Willy Sommerfeld

BackCover1.jpg

Titel:
01. Heiß ist die Liebe (Löns/Traditional) 1.37
02. Ich bin ein freier Wildbrettschütz (Löns/Traditional) 3-42
03. Rosemarie (Löns/Jöde) 2.36
04. Auf der Lüneburger Heide (Löns/Licht) 2.39

LabelB1

*
**

Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide

Verschiedene Interpreten – Saison in Salzburg (Fred Raymond) (1961)

FrontCover1Fred Raymond (* 20. April 1900 in Wien als Friedrich Raimund Vesely; † 10. Januar 1954 in Überlingen) war ein in seiner Zeit überaus erfolgreicher österreichischer Schglager- und Operetten – Komponist.

Hier eine Single (extended play) mit einem Querschnitt aus seiner Operette „Saison in Salzburg“ (Alternativtitel: „Salzburger Nockerln)“:

Das Werk erlebte seine Uraufführung am 31. Dezember 1938 an den Städtischen Bühnen in Kiel.

Die Operette spielt in der österreichischen Stadt Salzburg und im nahegelegenen Wallfahrtsort Maria Plain zur Zeit der Uraufführung, also in den späten 1930er Jahren.

Der Eigentümer des Gasthauses „Zum Salzburger Nockerl“, Alois Oberfellner, hat sein Lokal vollkommen heruntergewirtschaftet, sodass er jetzt pleite ist. Morgen soll die Wirtschaft versteigert werden. Toni Haberl, der Wirt vom „Blauen Enzian“, rechnet sich gute Chancen aus, den Zuschlag zu bekommen. Allerdings fehlt ihm noch das geeignete Personal, vor allem für die Geschäftsführung und die Küche. Als Kandidatin für diese Aufgaben hat er Vroni Staudinger ins Auge gefasst. Sie hat den Ruf, die beste Mehlspeisköchin von Salzburg zu sein. Er weiß auch, dass er ihr nicht unsympathisch ist. Was also liegt näher, als ihr einen Heiratsantrag zu machen? Vroni ist gleich Feuer und Flamme, als sie Tonis Absichten vernimmt. Rasch inszeniert sie ein Zerwürfnis mit ihrem Chef. Dies hat zur Folge, dass ihr fristlos gekündigt wird.

Fred RaymondDer Parfümeriefabrikant Max Liebling hat ein Auge auf Erika Dahlmann geworfen. Die aber schwärmt nur für den Rennfahrer Frank Rex. Der wiederum verehrt Steffi Oberfellner, die Nichte des insolventen Nockerlwirts. Steffi ist gerade aus Wien angereist, um ihrem Onkel in der Hauptsaison tatkräftig unter die Arme zu greifen. Dass dessen Gasthaus unter den Hammer kommen soll, erfüllt sie mit Sorge.

Um Erikas penetranten Nachstellungen zu entgehen, hat Frank mit einem Bergführer die Kleidung getauscht. Unter dem Namen „Franz Rieger“ schmeichelt er sich bei Steffi ein und hört sich ihre Sorgen an. Dann beauftragt er seinen Mechaniker F. W. Knopp, das „Salzburger Nockerl“ zu ersteigern und Steffi als Wirtschafterin anzuwerben. Dies gelingt ihm auch, was bei Toni und Vroni Unmut hervorruft. Auf Steffis Bitten hin stellt Knopp auch noch den „Bergführer Franz Rieger“ als Hausbursche ein.

Während sich Toni immer mehr zu Steffi Oberfellner hingezogen fühlt, bändelt Vroni ungeniert mit dem Parfümeriefabrikanten an. Darüber geraten Toni und Vroni in Streit, der damit endet, dass Vroni ihrem frisch Verlobten den Laufpass gibt und zur Konkurrenz überläuft.

Mittlerweile haben Christian Dahlmann und seine Tochter Erika herausgefunden, wo sich Frank Rex vor ihnen versteckt. Unverblümt sagen sie Steffi Oberfellner, wer ihr angehimmelter „Franz Rieger“ in Wirklichkeit ist. Steffi glaubt jetzt, einem Betrüger auf den Leim gegangen zu sein. Flugs lässt sie sich als Köchin im „Blauen Enzian“ anheuern. Das Ergebnis dieses Tohuwabohus sind drei Paare, von denen jeweils zumindest ein Teil für den andern nichts empfindet.

Tags darauf treffen alle Beteiligten im Wallfahrtsort Maria Plain wieder aufeinander, wo ein Fest mit Tanz gefeiert wird. Olga Rex, die lebenskluge und praktisch veranlagte Tante des Rennfahrers, zieht nun die Fäden und sorgt dafür, dass sich der Knäuel entwirrt und sich die richtigen Paare in Eintracht wieder zusammenfinden: Frank und Steffi, Toni und Vroni sowie Max und Erika. (Quelle: wikipedia)

Notenheft02

Bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 1961 wirkten etliche populäre Sänger mit, allen voran Peter Alexander und Renate Holm. Und die Veröffentlichung stand damals ganz sicher im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Film, der Mit Peter Alexander als Hauptdarsteller ebenfalls 1961 in die Kinos kam. Aufmerksam lauschens sollten wir bei „Und die Musik spielt dazu“ … da gibt es feine Anleihen an den Jazz.

Alternatives Front+Back Cover

Besetzung:
Peter Alexander
Franz Fehringer
Renate Holm
Ralf Paulsen
+
Grosser Chor und grosses Operetten-Orchester unter der Leitung von Franz Marszalek

 

BackCover1

Titel:
01. Einleitung + Wenn der Toni mit der Vroni 2.37
02. Warum denn nur bin ich in dich verliebt 0.59
03. Reich mir die Hände 1.05
04. Enzian Marsch 2.12
05. Salzburger Nockerln-Walzer 1.22
06. Der Grosspapa von Grossmama 1.39
07. Weisst du denn, wie schwer es ist 1.15
08. Und die Musik spielt dazu 3.53

Musik. Fred Raymond:
Libretto: Max Wallner und Kurt Feltz

LabelB1

*
**

4711 – Immer dabei + Eau de Cologne (1961)

FrontCover1Wieder mal ein kleines Beispiel aus dem Schallarchiv deutscher Werbeplatten.

Und wer kennt dieses Parfüm nicht, zumindest vom Namen … und vermutlich verbinden viele mit dieser Marke den Hauch von Biederkeit und altbackener Lebensweise. Daran hat vermutlich auch diese drollige Single nichts geändert.

Hier ein wenig geschichtliches zu 4711:

Alles begann mit einem ganz besonderen Geschenk: Am 8. Oktober 1792 erhielt der junge Kaufmann Wilhelm Muelhens zur Hochzeit von einem Kartäusermönch die Geheimrezeptur eines „aqua mirabilis“, eines Wunderwassers für die äußere und innere Anwendung.

Schon bald eröffnete Wilhelm Muelhens in der Kölner Glockengasse eine kleine Manufaktur. 1796 erhielt das Haus von den französischen Besatzern die Nummer 4711 – eine Zahl, die den Namen von Muelhens‘ Duftwasser für immer prägen sollte. Den 4711 Ingredienzien werden heilende Kräfte zugesprochen. Als Napoleon 1810 die Offenlegung aller medizinischen Rezepturen verlangt, deklariert Muelhens – zum Schutz seiner geheimen Rezeptur – Echt Kölnisch Wasser zum äußerlich anwendbaren Duft, der wirkt. Zum Markenzeichen wurde auch das Äußere von 4711 Echt Kölnisch Wasser: Die sechseckige Molanusflasche, 1820 von dem Destillateur Peter Heinrich Molanus entwickelt, sowie die Farben Bremerblau und Gold sorgen noch heute für den unverwechselbaren Look.

Werbung1Schnell entwickelte sich 4711 Echt Kölnisch Wasser zum Bestseller: Vertreter von Adels- und Königshäusern wie der Zar von Russland oder der Prince of Wales, aber auch Berühmtheiten wie Johann Wolfgang von Goethe und Richard Wagner gehörten zu den bekennenden Verwendern des Duftwassers.

Es beginnt der Siegeszug einer Marke, die zur „Zahl der Welt“ wird. Vertretungen in Wien und New York folgen ebenso wie Dependancen rund um den Globus. Bereits 1840 verlassen vollbeladene Handelsschiffe mit 4711-Kisten die Nordseehäfen zu den Hafenorten des Indischen Ozeans. 4711 ist in kürzester Zeit zu einer internationalen Größe der Parfum-Welt erwachsen. Jahrzehnte später, zur Weltausstellung in New York 1936, wird man sogar eine der berühmten 4711-Flaschen mit anderen Gegenständen einmauern lassen, um nachfolgenden Generationen einen Eindruck vom Leben zu jener Zeit zu vermitteln.

Noch heute ist die Marke 4711 der Inbegriff eines Eau de Cologne – und der Mythos um seine geheime Rezeptur ist so lebendig geblieben wie eh und je. In 222 Jahren Geschichte ist 4711 zu einer Ikone der Markenwelt geworden. 222 Jahre Kulturgeschichte, Leidenschaft und Passion. All dies hatte stets nur ein Ziel: Die Welt mit besonderen Düften zu verschönern.

Für die Musik (Walzer, bzw. Marsch-Fox) zeichneten Gerhard Jussenhoven und Just Scheu („2 Großmeister der leichten Muse“) verantwortlich, die eher schlichten Texte stammten von Theo Rausch und Ernst Nebhut. Und die ausführenden Musiker werden mal wieder nicht genannt.

Werbung2

Nun gut … ein kleines Schmankerl halt aus der bunten Welt der Reklame (wie man vermutlich damals auch noch sagte).

BackCover1

Titel:
01. 4711 – Immer dabei (Jussenhoven/Scheu/Rausch) 2.15
02. Eau de Cologne (Jussenhoven/Nebhut) 2.39

LabelA1

*
**

Werbung3

Max Greger und sein großes Tanz-Turnier-Orchester – Weltmeisterschafts-Tanzturnier (1961)

FrontCover1Als der Maxl Greger diese LP „im strikten Tempo“ 1961 veröffentlichte, hatte er schon bald 15 Jahre Bühnenerfahrung hinter sich !

Max Greger (* 2. April 1926 in München-Giesing – 15. August 2015 in München/Grünwald) ist deutscher Jazz-Musiker, Saxophonist, Big-Band-Leader und Dirigent.

Eigentlich hätte Max das elterliche Metzgereigeschäft übernehmen sollen. 1936 schenkte ihm sein Großvater jedoch ein Akkordeon und legte damit den Grundstein zur musikalischen Entwicklung des damals zehnjährigen Max. Neben dem Besuch einer Aufbauschule absolvierte Max Greger ein Studium der Klarinette und des Saxophons am Münchner Konservatorium.

Als 18-Jähriger wurde Max Greger 1944/45 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen. Doch bereits kurz nach Kriegsende spielte er als einer der ersten Deutschen vor allem in amerikanischen Offizierscasinos und wurde somit, gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Hugo Strasser, zu einem Pionier der deutschen Swing- und Jazzszene der Nachkriegszeit. 1948 erfolgte die Gründung seines ersten eigenen Ensembles unter dem Namen Max-Greger-Sextett. Er spielte tagsüber hauptsächlich volkstümliches für den Bayerischen Rundfunk und abends in amerikanischen Clubs, wo ab und zu auch Größen wie Duke Ellington oder Ella Fitzgerald im Publikum saßen. Erste Schallplattenaufnahmen mit eigenen Tanz- und Schlagerkompositionen wie Auf Bergeshöhen, Rock’n’Roll Boogie, Verliebte Trompeten, Max & Sax, Looping Blues, Keiner küßt wie Du, Teenager Cha Cha und Rock Twist folgten alsbald, ebenso wie ausgedehnte Tourneen durch Deutschland und Europa. Als erste westliche Band seit 35 Jahren durfte Max Greger 1959 eine Tournee in die Sowjetunion starten. (Quelle: wikipedia)

MaxGreger1959

Max Greger und sein Orchester vor dem Abflug in die Sowjetunion, 1959

Und der Greger Max hatte sich scheinbar auch einen guten Ruf bei der tanzenden Zunft gemacht, denn 1960 spielte er bei dem Weltchampionat der Amateur-Turnier-Tänzer im Deutschen Theater zu München auf. Und hier kann man sich von der dort gespielten Musik ein akustisches Bild machen … Nicht dass jemand glaubt, ich würde gerne tanzen, aber die Musik, die hat schon was.

Bei „Blue Moon“ oder auch „Fascination“ würde ich schon gerne mit einem Whsiky-Glas in der Hand an der Theke einer kleinen Bar sitzen … Ja, ja, ich schwelge mal wieder …

Von dieser Platte gab es dann übrigens auch eine „Sonderauflage für die Mitglieder des Bertelmann Schallplattenringes“, bei der wurden aber glatt 4 Titel unterschlagen … Also: besser zum Original greifen … dann hat man den ganzen augenzwinkernden Genuss !

LabelA+BSonderauflage

Label A + B der Sonderauflage

Ach ja, wer den Max Greger gerne mal live erleben will, bitteschön: Am 19.06.2014 kann man ihn zusammen mit seinem Sohn im „Olymp Gelände“, in Bietigheim-Bissingen sehen … Da sag´ ich nur eins: Respekt !


BackCover1

Besetzung:
Max Greger und sein großes Tanz-Turnier-Orchester

AlternativeCover

Vorder- und Rückseite der Sonderauflage für die Mitglieder des
Bertelmann Schallplattenringes

Titel:
01. Blue Moon (Rodgers) 1.43
02. September In The Rain (Warren) 1.38
03. Fascination (Marchetti) 2.12
04. Moulin Rouge (Auric) 2.10
05. Tanzen möcht‘ ich (Kálmán) 2.08
06. Wiener Blut (Strauss) 1.54
07. Some Of These Days (Brooks) 1.52
08. Bei mir bist du schön (Secunda) 2.02
09. El Cumbanchero (Hernandez) 1.45
10. Manana (Harbour/Lee) 1.39
11. Besame Mucho (Velasquez) 1.57
12. Mucho-Mucho (Grever) 2.03
13. Olé Guapa (Malando) 2.12
14. A Media Luz (Donato) 1.53
15. Spanischer Zigeuner-Tanz (Maraquina) 2.04
16. Malaga (Rixner) 2.08

LabelB1

*
**

Das Jochen Brauer Sextett – Blue Moon + Sombrero (1961)

FrontCover1.jpgTja … was wäre das Jochen Brauer Sextett ohne diesen Jochen Brauer gewesen:

Joachim „Jochen“ Brauer (* 25. Januar 1929 in Görlitz) ist ein deutscher Jazz- und Unterhaltungsmusiker (Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon, Flöte, Klarinette, Akkordeon), Arrangeur und Bandleiter.

Brauer wurde von 1943 bis 1948 an den Musikschulen in Braunschweig und Halle (Saale) in Komposition, Klarinette und Cello ausgebildet. Mit eigener Band spielte er bis Ende der 40er Jahre regelmäßig Jazz-Matinees in Görlitz. Er war dann Mitglied der Melodia-Rhythmiker beim Sender Halle und des Tanzorchesters von Kurt Henkels beim Sender Leipzig, bevor er nach Westdeutschland übersiedelte. Im Jahr 1954 gründete er eine Jazz-Combo; auf dem Deutschen Jazzfestival 1956 trat er mit seiner New Jazz Group auf und konnte anschließend erste Cool Jazz-Aufnahmen für Brunswik einspielen. Aufgrund der schlechten ökonomischen Situation für Jazzmusiker in Deutschland wendete er sich jedoch trotz der Erfolge auf der Jazzszene verstärkt der Unterhaltungsmusik zu. 1958 ermöglichte Willy Berking eine erste Rundfunkproduktion seines Quartetts.

USSingleALabel

Diese Single wurde doch glatt auch in den USA veröffentlicht

Im nächsten Jahr wurde er für die musikalische Untermalung der Fernseh-Quizsendung Der große Wurf von Hans-Joachim Kulenkampff engagiert. Seit 1961 wurde die Band auch zu Einsätzen in deutschen und österreichischen Spielfilmen engagiert, so in den Filmen Ramona (1961), Schlagerparade 1961 und Sing, aber spiel nicht mit mir (1963). Andere Fernsehsendungen wie Showbusiness, Show Hin-Show Her und vor allem Dalli Dalli und Die Montagsmaler folgten, in denen Brauer regelmäßig mit seinem Sextett auftrat. Daneben war er an zahlreichen Schlagerproduktionen beteiligt und spielte 1977 Dieter Reiths Musik des Durbridge-Fernsehfilms Die Kette ein; 1980 begleitete er mit seinem Sextett Joy Fleming bei deren Tournee durch die DDR.

JochenBrauerSextett02

In den 1990er-Jahren konzentrierte der in Mannheim lebende Brauer sich wieder auf die Jazzmusik. Er nahm mit dem Hammondorgel-Trio The Organizers ein von der Kritik lobend erwähntes Album auf. Aktuell tritt er mit dem Swing-Quartett The Big Easy oder der RhineStream JazzBand auf. Mit der RhineStream JazzBand trat Brauer 2012 auch in der Bühnenproduktion Salto Postmortale nach Werken von Peter Wilhelm auf.

Brauer veröffentlichte 15 Alben und etwa 70 Singles. Er spielte mit Chet Baker und Gerry Mulligan ebenso wie mit Kenny Rogers, Tony Christie, Harald Juhnke, Peter Alexander, Katja Ebstein und Udo Jürgens. (Quelle: wikipedia)

Tja, und hier eine kleine aber feine Single aus dem Jahr 1961 … und es zeigt sich mal ieder, dass die Jazzer ein feines Händchen auch für die Unterhaltugsmusik hatten … das hört man dann insbesondere bei „Sombrero“, instrumental eingespielt. Könnte man doch glatt auch auf einer Party spielen …

JochenBrauerSextett01.jpg

Besetzung:
Jochen Brauer Sextett

BackCover1

Titel:
01. Blue Moon (Rodgers/Hart) 2.03
02. Sombrero (Maduri/Kohler) 2.41

LabelB1

*
**

Etikett

Dieses Etikett konnte und sollte man wohl auch ausschneiden, um es in der Juke-Box zu präsentieren … tja, so was das halt damals …

Freddy Quinn – Freddy auf hoher See (1961)

FrontCover1Bei der Vorstellung der Freddy Quinn LP „Freddy Live (1968)“ schrieb ich einleitend: „Also, ein bewegtes Leben hatte er schon, der Freddy Quinn“ …

Und ich hebe mir eben noch mal eine Biographie durchgelesen … mein lieber Herr Gesangsverein, da war was geboten, an abenteuerlichen Wendungen … die man dann auch erst mal verdauen/verkraften muss.

Nun ja … hier ist eine LP aus dem Jahr 1961 … und natürlich hören wir hier jene Musik, die ihn damals so populär gemacht hat.

Ih spreche hier ja öfters von dieser „Illussionsmusik“, meist im Zusammenhang mit den weiblichen Illusionen. Hier aber werden mit all derwohl notwendigen Rührseeligkeit männliche Illussionen bedient …

Und ich gestehe, das Fahrtenlied „Wir lagen vor Madagaskar“ habe ich damals inbrünstig geliebt und in meiner damaligen Ministranten Gruppe lautstarkt (und vermutlich ziemlich schräg) geschmettert.

Wir hören also etliche Klassiker des „frühen“ Freddy Quinn, und der Pathos trieft qusi aus den Rillen.

Freddy Quinn01

Aber dann bin ich über ein Lied gestolpert, erst habe ich gedacht, ich höre nicht richtig und das Lied heißt „In Hamburg, da bin ich gewesen“:

Dieses Lied erlangte Ende des 19. Jahrhunderts eine große Bekanntheit und wurde häufig textlich abgewandelt. Aufgrund der Schlusszeile der ersten Strophe wurde es oft auch als „Dirnenlied“ bezeichnet. Und es gab  viele Textvarianten und warum, sich Freddy Quinn justament für diese Textvariante entschieden hat, ist mir ein Rätsel, denn dieser Text … ähm … hätte eigentlich einen handfesten Skandal auslösen müssen, damals, im Jahr 1961:

In Hamburg, da bin ich gewesen
Erzählte der Mann an der Bar
Er hing ziemlich müde am Tresen
Und fuhr sich durchs schüttere Haar.

In Hamburg, da bin ich gewesen
Und traf dort die schönste der Frau’n
Ich machte gewaltige Spesen
Um ihr in die Augen zu schau’n

Ich hörte ihm zu und sah staunend
Wie er heimlich mein Whiskyglas nahm
Er leerte es, während ich lachte
Denn ich wusste genau was dann kam

(im Original von Freddy in bayrisch gesprochen):

Er sagte: „Sie, Herr Nachbar, sie haben keine Ahnung,
Der Wind der kam von Lee nicht von Luv
Aber ich hab, ich hab ganz schön zahlen müssen, ja
Aber dann, dann sah ich sie, so wie Gott sie erschuf
Es war kein Scherz

Ich musste noch reichlich bezahlen
Und ich sah sie, wie Gott sie erschuf.
In Hamburg, da bin ich gewesen
Erinnert mich bloß nicht daran
Ich dachte ich fress’ einen Besen
Die Schöne war leider ein Mann

 

Da bleibt einem doch die Spucke weg, da besingt der Freddy das Thema Transvestie …

Aber bei einem der als Österreicher , daer sich erfolgreich als waschechter Seebär aus St. Pauli verkaufen konnte, sollte einen das auch nicht mehr wundern.

Freddy Quinn02

Besetzung;
Freddy Quinn (vocals)
+
in Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCover1.JPG

Titel:
01.  In Hamburg, da bin ich gewesen (Traditional) 3.16
02. Wo die Nordseewellen … (Friesenhausen/Müller-Grählert/Krannig) 2.32
03. Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise (Grasshoff/Schultze) 5.12
04. De Hamborger Veermaster (Traditional) 2.50
05. Heut geht’s an Bord (Traditional) 2.39
06. Rolling Home (Traditional) 3.37
07. Auch Matrosen haben eine Heimat (Büsing/Olias) 3.14
08. Wir lagen vor Madagaskar/Wenn das Schifferklavier (Scheu) 2.45
09. La Paloma (Yradier) 3.48
10. What Shall We Do With The Drunken Sailor (Traditional) 2.36
11. Wolken, Wind und Wogen (Olias/Rothenberg) 3.21
12. Die Gitarre und das Meer (v. Pinelli/Olias)
13. Heimweh nach St. Pauli (Schwabach/Olias) 4.49

LabelB1

*
**

Singles

Singel-Hüllen aus dem Jahr 1961

Charly Cotton und seine Twist-Makers – Der Liebestraum als Twist + Telefon Twist (1961)

FrontCover1Jetzt mach´ich es erst mal ein wenig spannend:

Am 17. Oktober 1934 wurde dem Ehepaar Max und Martha Bruhn zu Wentorf bei Hamburg ihr erstes Kind, ein ziemlich strammer Bub geboren, den es Hans Christian nannte. Da dieser Junge schon mit vier Jahren das häusliche Piano benutzte, um sich in romantischen Terzenfantasien daran zu ergehen, blieb seiner lieben Mutter nichts anderes übrig, als ihm alsbald fundiertere Kenntnisse der Musik zu vermitteln, und so lernte er das Notenlesen lange vor dem Alphabet.

Den Krieg verbrachten Mutter und die beiden Geschwister Christian und Cornelia in Kärnten, wo Christian starke musikalische Eindrücke durch die österreichische Volksmusik zuteil wurden, die bis heute nachwirken, wie er meint.

Zurück in Hamburg, gründete er eine Schülerkapelle und studierte später Komposition, Klavier und Klarinette. Professor Ernst Gernot Klussmann, dem er seine frühen Songschöpfungen im Unterricht vorspielen durfte, sagte ihm schon damals eine Schlagerkarriere voraus. Dann kam die Reisezeit als Pianist in verschiedenen Jazz-Combos, die 1956 in München, wo Christian bis heute lebt, ihr Ende fand. In der bayrischen Metropole jobbte er tagsüber im Studio einer Schallplattenfabrik, zunächst als Volontär, später als Arrangeur und Produzent, um nächtens in Schwabing zwecks Aufbesserung des Lebensunterhalts zu jazzen. »Damals war ich recht schlank«, sagt er.

Bruhn01Beim Luxemburger Schlagerfestival lernte er 1959 den Berliner Verleger Peter Meisel kennen, es ergab sich eine enge Zusammenarbeit, die beiden gründeten die Hansa-Musikproduktion und wurden in den folgenden Jahren das erfolgreichste deutsche Independant Producer Team. (offizielle biographische Notizen)

Tja, und die Rede ist von Hans Christian Bruhn – jenem Großmogul der deutschen Unterhaltungsmusik.

Und bevor er als Komponist und Produzent sich eine goldene Nase verdiente, dann noch so nebenbei die Katja Ebstein ehelichte …

Und wenn ich nicht ganz falsch liege, dürfte diese Single seine allererste Schallaufnahme gewesen sein … noch meilenweit von den späteren Erfolgen entfeernt.

Und man höre und staue: hier sind ihm zwei pfiffige Twist-Aufnahmen in der deutscher Sprache gelungen, die krachend, fetzend und ganz schön durchgeknallt noch heute gut anzuhören sind. Und man glaubt es kaum … eine nette Prise Humor it auch dabei, fast so, als wäre Bill Ramsey am Werke gewesen.

Und weil mir gerade danach war, habe ich vier Werbejingles als Bonus dazugepackt … auch diese Melodien haben sich eingeprägt.

Bruhn02.jpg

Mit Drafi Deutscher im Studio (1969)

Besetzung:
Charly Cotton und seine Twist-Makers

BackCover

Titel:
01. Der Liebestraum als Twist (Weinzierl/Rieden) 2.22
02. Telefon Twist (Bruhn/Buschor) 2.15
+
03. Creme 21 0.03
04. LBS 0.06
05. Milka 0.09
06. Vernel 0.09

LabelB1

*
**

Autogrammkarte

Autogrammkarte (vermutlich frühe 70er Jahre)