Max Greger und sein großes Tanz-Turnier-Orchester – Weltmeisterschafts-Tanzturnier (1961)

FrontCover1Als der Maxl Greger diese LP „im strikten Tempo“ 1961 veröffentlichte, hatte er schon bald 15 Jahre Bühnenerfahrung hinter sich !

Max Greger (* 2. April 1926 in München-Giesing – 15. August 2015 in München/Grünwald) ist deutscher Jazz-Musiker, Saxophonist, Big-Band-Leader und Dirigent.

Eigentlich hätte Max das elterliche Metzgereigeschäft übernehmen sollen. 1936 schenkte ihm sein Großvater jedoch ein Akkordeon und legte damit den Grundstein zur musikalischen Entwicklung des damals zehnjährigen Max. Neben dem Besuch einer Aufbauschule absolvierte Max Greger ein Studium der Klarinette und des Saxophons am Münchner Konservatorium.

Als 18-Jähriger wurde Max Greger 1944/45 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen. Doch bereits kurz nach Kriegsende spielte er als einer der ersten Deutschen vor allem in amerikanischen Offizierscasinos und wurde somit, gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Hugo Strasser, zu einem Pionier der deutschen Swing- und Jazzszene der Nachkriegszeit. 1948 erfolgte die Gründung seines ersten eigenen Ensembles unter dem Namen Max-Greger-Sextett. Er spielte tagsüber hauptsächlich volkstümliches für den Bayerischen Rundfunk und abends in amerikanischen Clubs, wo ab und zu auch Größen wie Duke Ellington oder Ella Fitzgerald im Publikum saßen. Erste Schallplattenaufnahmen mit eigenen Tanz- und Schlagerkompositionen wie Auf Bergeshöhen, Rock’n’Roll Boogie, Verliebte Trompeten, Max & Sax, Looping Blues, Keiner küßt wie Du, Teenager Cha Cha und Rock Twist folgten alsbald, ebenso wie ausgedehnte Tourneen durch Deutschland und Europa. Als erste westliche Band seit 35 Jahren durfte Max Greger 1959 eine Tournee in die Sowjetunion starten. (Quelle: wikipedia)

MaxGreger1959

Max Greger und sein Orchester vor dem Abflug in die Sowjetunion, 1959

Und der Greger Max hatte sich scheinbar auch einen guten Ruf bei der tanzenden Zunft gemacht, denn 1960 spielte er bei dem Weltchampionat der Amateur-Turnier-Tänzer im Deutschen Theater zu München auf. Und hier kann man sich von der dort gespielten Musik ein akustisches Bild machen … Nicht dass jemand glaubt, ich würde gerne tanzen, aber die Musik, die hat schon was.

Bei „Blue Moon“ oder auch „Fascination“ würde ich schon gerne mit einem Whsiky-Glas in der Hand an der Theke einer kleinen Bar sitzen … Ja, ja, ich schwelge mal wieder …

Von dieser Platte gab es dann übrigens auch eine „Sonderauflage für die Mitglieder des Bertelmann Schallplattenringes“, bei der wurden aber glatt 4 Titel unterschlagen … Also: besser zum Original greifen … dann hat man den ganzen augenzwinkernden Genuss !

LabelA+BSonderauflage

Label A + B der Sonderauflage

Ach ja, wer den Max Greger gerne mal live erleben will, bitteschön: Am 19.06.2014 kann man ihn zusammen mit seinem Sohn im „Olymp Gelände“, in Bietigheim-Bissingen sehen … Da sag´ ich nur eins: Respekt !


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Besetzung:
Max Greger und sein großes Tanz-Turnier-Orchester

AlternativeCover

Vorder- und Rückseite der Sonderauflage für die Mitglieder des
Bertelmann Schallplattenringes

Titel:
01. Blue Moon (Rodgers) 1.43
02. September In The Rain (Warren) 1.38
03. Fascination (Marchetti) 2.12
04. Moulin Rouge (Auric) 2.10
05. Tanzen möcht‘ ich (Kálmán) 2.08
06. Wiener Blut (Strauss) 1.54
07. Some Of These Days (Brooks) 1.52
08. Bei mir bist du schön (Secunda) 2.02
09. El Cumbanchero (Hernandez) 1.45
10. Manana (Harbour/Lee) 1.39
11. Besame Mucho (Velasquez) 1.57
12. Mucho-Mucho (Grever) 2.03
13. Olé Guapa (Malando) 2.12
14. A Media Luz (Donato) 1.53
15. Spanischer Zigeuner-Tanz (Maraquina) 2.04
16. Malaga (Rixner) 2.08

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Das Jochen Brauer Sextett – Blue Moon + Sombrero (1961)

FrontCover1.jpgTja … was wäre das Jochen Brauer Sextett ohne diesen Jochen Brauer gewesen:

Joachim „Jochen“ Brauer (* 25. Januar 1929 in Görlitz) ist ein deutscher Jazz- und Unterhaltungsmusiker (Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon, Flöte, Klarinette, Akkordeon), Arrangeur und Bandleiter.

Brauer wurde von 1943 bis 1948 an den Musikschulen in Braunschweig und Halle (Saale) in Komposition, Klarinette und Cello ausgebildet. Mit eigener Band spielte er bis Ende der 40er Jahre regelmäßig Jazz-Matinees in Görlitz. Er war dann Mitglied der Melodia-Rhythmiker beim Sender Halle und des Tanzorchesters von Kurt Henkels beim Sender Leipzig, bevor er nach Westdeutschland übersiedelte. Im Jahr 1954 gründete er eine Jazz-Combo; auf dem Deutschen Jazzfestival 1956 trat er mit seiner New Jazz Group auf und konnte anschließend erste Cool Jazz-Aufnahmen für Brunswik einspielen. Aufgrund der schlechten ökonomischen Situation für Jazzmusiker in Deutschland wendete er sich jedoch trotz der Erfolge auf der Jazzszene verstärkt der Unterhaltungsmusik zu. 1958 ermöglichte Willy Berking eine erste Rundfunkproduktion seines Quartetts.

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Diese Single wurde doch glatt auch in den USA veröffentlicht

Im nächsten Jahr wurde er für die musikalische Untermalung der Fernseh-Quizsendung Der große Wurf von Hans-Joachim Kulenkampff engagiert. Seit 1961 wurde die Band auch zu Einsätzen in deutschen und österreichischen Spielfilmen engagiert, so in den Filmen Ramona (1961), Schlagerparade 1961 und Sing, aber spiel nicht mit mir (1963). Andere Fernsehsendungen wie Showbusiness, Show Hin-Show Her und vor allem Dalli Dalli und Die Montagsmaler folgten, in denen Brauer regelmäßig mit seinem Sextett auftrat. Daneben war er an zahlreichen Schlagerproduktionen beteiligt und spielte 1977 Dieter Reiths Musik des Durbridge-Fernsehfilms Die Kette ein; 1980 begleitete er mit seinem Sextett Joy Fleming bei deren Tournee durch die DDR.

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In den 1990er-Jahren konzentrierte der in Mannheim lebende Brauer sich wieder auf die Jazzmusik. Er nahm mit dem Hammondorgel-Trio The Organizers ein von der Kritik lobend erwähntes Album auf. Aktuell tritt er mit dem Swing-Quartett The Big Easy oder der RhineStream JazzBand auf. Mit der RhineStream JazzBand trat Brauer 2012 auch in der Bühnenproduktion Salto Postmortale nach Werken von Peter Wilhelm auf.

Brauer veröffentlichte 15 Alben und etwa 70 Singles. Er spielte mit Chet Baker und Gerry Mulligan ebenso wie mit Kenny Rogers, Tony Christie, Harald Juhnke, Peter Alexander, Katja Ebstein und Udo Jürgens. (Quelle: wikipedia)

Tja, und hier eine kleine aber feine Single aus dem Jahr 1961 … und es zeigt sich mal ieder, dass die Jazzer ein feines Händchen auch für die Unterhaltugsmusik hatten … das hört man dann insbesondere bei „Sombrero“, instrumental eingespielt. Könnte man doch glatt auch auf einer Party spielen …

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Besetzung:
Jochen Brauer Sextett

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Titel:
01. Blue Moon (Rodgers/Hart) 2.03
02. Sombrero (Maduri/Kohler) 2.41

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Etikett

Dieses Etikett konnte und sollte man wohl auch ausschneiden, um es in der Juke-Box zu präsentieren … tja, so was das halt damals …

Freddy Quinn – Freddy auf hoher See (1961)

FrontCover1Bei der Vorstellung der Freddy Quinn LP „Freddy Live (1968)“ schrieb ich einleitend: „Also, ein bewegtes Leben hatte er schon, der Freddy Quinn“ …

Und ich hebe mir eben noch mal eine Biographie durchgelesen … mein lieber Herr Gesangsverein, da war was geboten, an abenteuerlichen Wendungen … die man dann auch erst mal verdauen/verkraften muss.

Nun ja … hier ist eine LP aus dem Jahr 1961 … und natürlich hören wir hier jene Musik, die ihn damals so populär gemacht hat.

Ih spreche hier ja öfters von dieser „Illussionsmusik“, meist im Zusammenhang mit den weiblichen Illusionen. Hier aber werden mit all derwohl notwendigen Rührseeligkeit männliche Illussionen bedient …

Und ich gestehe, das Fahrtenlied „Wir lagen vor Madagaskar“ habe ich damals inbrünstig geliebt und in meiner damaligen Ministranten Gruppe lautstarkt (und vermutlich ziemlich schräg) geschmettert.

Wir hören also etliche Klassiker des „frühen“ Freddy Quinn, und der Pathos trieft qusi aus den Rillen.

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Aber dann bin ich über ein Lied gestolpert, erst habe ich gedacht, ich höre nicht richtig und das Lied heißt „In Hamburg, da bin ich gewesen“:

Dieses Lied erlangte Ende des 19. Jahrhunderts eine große Bekanntheit und wurde häufig textlich abgewandelt. Aufgrund der Schlusszeile der ersten Strophe wurde es oft auch als „Dirnenlied“ bezeichnet. Und es gab  viele Textvarianten und warum, sich Freddy Quinn justament für diese Textvariante entschieden hat, ist mir ein Rätsel, denn dieser Text … ähm … hätte eigentlich einen handfesten Skandal auslösen müssen, damals, im Jahr 1961:

In Hamburg, da bin ich gewesen
Erzählte der Mann an der Bar
Er hing ziemlich müde am Tresen
Und fuhr sich durchs schüttere Haar.

In Hamburg, da bin ich gewesen
Und traf dort die schönste der Frau’n
Ich machte gewaltige Spesen
Um ihr in die Augen zu schau’n

Ich hörte ihm zu und sah staunend
Wie er heimlich mein Whiskyglas nahm
Er leerte es, während ich lachte
Denn ich wusste genau was dann kam

(im Original von Freddy in bayrisch gesprochen):

Er sagte: „Sie, Herr Nachbar, sie haben keine Ahnung,
Der Wind der kam von Lee nicht von Luv
Aber ich hab, ich hab ganz schön zahlen müssen, ja
Aber dann, dann sah ich sie, so wie Gott sie erschuf
Es war kein Scherz

Ich musste noch reichlich bezahlen
Und ich sah sie, wie Gott sie erschuf.
In Hamburg, da bin ich gewesen
Erinnert mich bloß nicht daran
Ich dachte ich fress’ einen Besen
Die Schöne war leider ein Mann

 

Da bleibt einem doch die Spucke weg, da besingt der Freddy das Thema Transvestie …

Aber bei einem der als Österreicher , daer sich erfolgreich als waschechter Seebär aus St. Pauli verkaufen konnte, sollte einen das auch nicht mehr wundern.

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Besetzung;
Freddy Quinn (vocals)
+
in Haufen unbekannter Studiomusiker

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Titel:
01.  In Hamburg, da bin ich gewesen (Traditional) 3.16
02. Wo die Nordseewellen … (Friesenhausen/Müller-Grählert/Krannig) 2.32
03. Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise (Grasshoff/Schultze) 5.12
04. De Hamborger Veermaster (Traditional) 2.50
05. Heut geht’s an Bord (Traditional) 2.39
06. Rolling Home (Traditional) 3.37
07. Auch Matrosen haben eine Heimat (Büsing/Olias) 3.14
08. Wir lagen vor Madagaskar/Wenn das Schifferklavier (Scheu) 2.45
09. La Paloma (Yradier) 3.48
10. What Shall We Do With The Drunken Sailor (Traditional) 2.36
11. Wolken, Wind und Wogen (Olias/Rothenberg) 3.21
12. Die Gitarre und das Meer (v. Pinelli/Olias)
13. Heimweh nach St. Pauli (Schwabach/Olias) 4.49

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Singles

Singel-Hüllen aus dem Jahr 1961

Charly Cotton und seine Twist-Makers – Der Liebestraum als Twist + Telefon Twist (1961)

FrontCover1Jetzt mach´ich es erst mal ein wenig spannend:

Am 17. Oktober 1934 wurde dem Ehepaar Max und Martha Bruhn zu Wentorf bei Hamburg ihr erstes Kind, ein ziemlich strammer Bub geboren, den es Hans Christian nannte. Da dieser Junge schon mit vier Jahren das häusliche Piano benutzte, um sich in romantischen Terzenfantasien daran zu ergehen, blieb seiner lieben Mutter nichts anderes übrig, als ihm alsbald fundiertere Kenntnisse der Musik zu vermitteln, und so lernte er das Notenlesen lange vor dem Alphabet.

Den Krieg verbrachten Mutter und die beiden Geschwister Christian und Cornelia in Kärnten, wo Christian starke musikalische Eindrücke durch die österreichische Volksmusik zuteil wurden, die bis heute nachwirken, wie er meint.

Zurück in Hamburg, gründete er eine Schülerkapelle und studierte später Komposition, Klavier und Klarinette. Professor Ernst Gernot Klussmann, dem er seine frühen Songschöpfungen im Unterricht vorspielen durfte, sagte ihm schon damals eine Schlagerkarriere voraus. Dann kam die Reisezeit als Pianist in verschiedenen Jazz-Combos, die 1956 in München, wo Christian bis heute lebt, ihr Ende fand. In der bayrischen Metropole jobbte er tagsüber im Studio einer Schallplattenfabrik, zunächst als Volontär, später als Arrangeur und Produzent, um nächtens in Schwabing zwecks Aufbesserung des Lebensunterhalts zu jazzen. »Damals war ich recht schlank«, sagt er.

Bruhn01Beim Luxemburger Schlagerfestival lernte er 1959 den Berliner Verleger Peter Meisel kennen, es ergab sich eine enge Zusammenarbeit, die beiden gründeten die Hansa-Musikproduktion und wurden in den folgenden Jahren das erfolgreichste deutsche Independant Producer Team. (offizielle biographische Notizen)

Tja, und die Rede ist von Hans Christian Bruhn – jenem Großmogul der deutschen Unterhaltungsmusik.

Und bevor er als Komponist und Produzent sich eine goldene Nase verdiente, dann noch so nebenbei die Katja Ebstein ehelichte …

Und wenn ich nicht ganz falsch liege, dürfte diese Single seine allererste Schallaufnahme gewesen sein … noch meilenweit von den späteren Erfolgen entfeernt.

Und man höre und staue: hier sind ihm zwei pfiffige Twist-Aufnahmen in der deutscher Sprache gelungen, die krachend, fetzend und ganz schön durchgeknallt noch heute gut anzuhören sind. Und man glaubt es kaum … eine nette Prise Humor it auch dabei, fast so, als wäre Bill Ramsey am Werke gewesen.

Und weil mir gerade danach war, habe ich vier Werbejingles als Bonus dazugepackt … auch diese Melodien haben sich eingeprägt.

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Mit Drafi Deutscher im Studio (1969)

Besetzung:
Charly Cotton und seine Twist-Makers

BackCover

Titel:
01. Der Liebestraum als Twist (Weinzierl/Rieden) 2.22
02. Telefon Twist (Bruhn/Buschor) 2.15
+
03. Creme 21 0.03
04. LBS 0.06
05. Milka 0.09
06. Vernel 0.09

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Autogrammkarte

Autogrammkarte (vermutlich frühe 70er Jahre)

Fritz Schulz-Reichel – In der Bar nebenan (1961)

FrontCover1Und wieder mal ein Griff in die Mottenkiste deutscher Unterhaltungsmusik der frühen 60er Jahre:

Fritz Schulz-Reichel, genannt „Der schräge Otto“ und „Crazy Otto“ (* 4. Juli 1912 in Meiningen; † 14. Februar 1990 in Berlin) war ein deutscher Jazz-Pianist und Komponist.

Er begann als Konzertpianist und stieß im Jahr 1934 zum Tanzorchester des rumänischen Kapellmeisters James Kok, das nach dessen Emigration 1935 von Erhard Bauschke weitergeführt wurde. Schulz-Reichel spielte dann in der 1937 gegründeten Band von Kurt Hohenberger sowie bei Herb Flemming. Ab 1939 begleitete er Rosita Serrano und 1942 spielte er in Oslo bei Herbert Velmer; er galt zu dieser Zeit – zumindest im Ausland – bereits als bester deutscher Swing-Pianist.

Ab 1946 wirkte er in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone im Radio Berlin Tanzorchester mit, begleitete Walter Dobschinski, Johannes Rediske und Helmut Zacharias. Im selben Jahr komponierte er auch seinen ersten erfolgreichen Schlager Wenn ich dich seh‘, dann fange ich zu träumen an, dem unter anderem 1949 Im Café de la Paix in Paris, 1951 Am Samstag um vier und 1960 Zwei Verliebte in Paris folgten.

Fritz

Richtig populär wurde er seit 1952 als „Schräger Otto“. Er orientierte sich dabei wesentlich auch am Stil der damals in Großbritannien sehr populären Ragtime- und Honky-Tonk- Pianistin Winifred Atwell, im Gegensatz zu ihr spielte er allerdings den Nachkriegs-Deutschen bekannte Evergreens in einem ragtime-ähnlichen Rhythmus und das nicht auf einem Flügel, sondern auf einem Klavier, bei dem die jeweils mittlere Saite leicht nach oben verstimmt war (für die Aufnahme einiger Titel drückte er auch Reißzwecken in den Filz der Anschlagshämmer), so entstand ein ihm eigener, unverkennbarer – eben „schräger“ – Sound, der etwas an ein Kneipen-Klavier der Jahrhundertwende erinnerte.

1955 war er unter dem Künstlernamen Crazy Otto mit seinem gleichnamigen Album auch in den USA sehr erfolgreich. Mit Glad Rag Doll und Smiles, den Versionen zweier Hits aus den 20er Jahren, hatte er zwei Charthits, die Platz 19 bzw. 21 der US-Best-Seller-Charts erreichten. Ein Medley deutscher Melodien unter dem Titel The Crazy Otto im Stil von Fritz Schulz-Reichel vom amerikanischen Ragtime-Pianisten Johnny Maddox hielt sich im gleichen Jahr ganze 14 Wochen lang als Nummer 2 in den US-Charts und wurde die erste über eine Million mal verkaufte Ragtime-Aufnahme überhaupt.

Schulz-Reichel, der als Solist bei mehreren Rundfunkorchestern mitwirkte, komponierte auch einige Filmmusiken, trat in zahlreichen Filmen und regelmäßig in Unterhaltungssendungen des Fernsehens der 1960er- und frühen 1970er-Jahre auf. 1965 hatte er eine eigene Show namens Man müßte Klavier spielen können.

Er war schon ein Star zur Schelllackplatten-Zeit und machte Mitte der 1950er-Jahre ebenso erfolgreich den Wandel zur Vinyl-LP mit; seine Platten erschienen allesamt bei Polydor. (Quelle: wikipedia)

Und sein „In Der Bar Nebenan“ Album mit dem Untertitel „Tanzpotpourri im wechselnden Rhythmus“ … Und zugleich war dieses Album der Start für eine ganze Flut von „In der Bar … “ Alben, die, das darf man ja daraus schließen, sehr erfolgreich war und wohl dem geselligen Freizeitbedürfnis der damaligen Zeit entprach.. Irgendwie verwunderlich, dass die Hülle keine tanzenden Menschen zeigt, da sich die Platte selbst und ihre Musik über einzelnen Tanzstile definiert.

Und dass Fritz Schulz-Reichel im Rahmen seines Genres sein Handwerk meisterlich verstand, nun, davon kann man sich hier überzeugen.

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Besetzung:
Fritz Schulz-Reichel und das „Bristol“ Bar-Sextett

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Titel:

01. Foxtrot:  3.08
– Schön wie der gunge Frühling (Grothe/Hannes)
– Madonna, du bist schöner als der Sonnenschein (Katscher)
– Kann denn Liebe Sünde sein? (Brühne/Balz)
– In einer Nacht im Mai (Kreuder/Schröder/Beckmann)

02. Cha-Cha: 3.37  
– Ich hab‘ dich einmal geküsst (Hajon)
– Sing, Nachtigall, sing (Jary-Balz)
– La Paloma (Traditional)

03. Langsamer Walzer:  3.23
– Guten Tag, liebes Glück (Grothe/Dehmel)
– Einmal von Herzen verliebt sein (Kreuder/Beckmann)
– Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende (Winkler/Elsner)

04. Tango:  2.55
– Ich küsse ihre Hand, Madame (Rotter/Erwin)
– Roter Mohn (Jary/Balz)
– Schöner Gigolo (Casucci)
– Wenn du einmal dein Herz verschenkst (Rosen-Schwabach)

  05.  Slow:  3.38
– Es war einmal eine Liebe (Jack)
– Schliess deine Augen und träume (Grothe/Dehmel)
– Durch dich wird die Welt erst schön (Jary/v. Pinelli)

 06. Foxtrot:  2.55
– Zwei rote Rosen, ein zarter Kuss (Kollo/Robitschek)
– Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder/Schwenn)
– Wenn ein junger Mann kommt (Grothe/Dehmel)
– Im Café De La Paix (Schulz-Reichel)

07.  Charleston:  3.03
– Charleston (Mack)
– Yes, Sir, That’s My Baby (Kahn/Donaldson)
– Toot-Toot-Tootsie, Good Bye (Kahn/Erdmann/Beda/Russo)
– If You Know Susi (de Sylva/Beda)
– Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘ (Katscher)

08.  Cha-Cha:  3.10
– Fräulein, Pardon (Meisel)
– Mein Liebling heisst Mädi (Rose/Beda)
– Hallo, was machst du heut‘, Daisy (Donaldson/Amberg/Till)

09.  Langsamer Walzer:  3.41
– Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt (Hollaender)
– Sag‘ beim Abschied leise Servus (Kreuder)
– Charmaine (Rappé/Pollack)

10.  Slow: 3.36
– Lass dein Herz bei mir zurück (Jary/Balz)
– Zwei in einer grossen Stadt (Kollo)
– Du, du gehst an mir vorbei (Misraki/Hess)

11.  Foxtrot: 2.32
– Ich Hab‘ dich und du hast mich (Igelhoff/Steimel/Kräutner/v. Pinelli)
– Sie will nicht Blumen und nicht Schokolade (Carste)
– Du hast so wunderschöne blaue Augen (Berking)
– Man kann sein Herz nur einmal verschenken (Grothe/Dehmel)

12. Rumba: 2.11
– La Cucaracha (Savino)
– Managua Nicaragua (Irving-Fields)
– Es war ein Mädchen und ein Matrose (Grothe)

 

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Die drei Nickels + Herbert Langnickel – Heimat, schöne Heimat – Schlesische Volksweisen (1965)

FrontCover1Und jetzt mal wieder Musik aus der Heimat meines Vaters: Musik aus Schlesien also.

Polydor hatte damals (also Anfang der 60er Jahre eine Single-Serie in Umlauf gebracht, die sich „Heimat, schöne Heimat“ nannte.

Hier nun die Ausgabe mit dem Titel „Schlesische Volksweisen“

Es musizieren „Die drei Nickels und das Akkordeon ist dabei das Hauptinstrument.

Anders als man vielleiht vermuten möche, hören wir hier allerdins keine rührseligen Lieder, sondern eher humoristisch-spitzbübischische Weisen. Entstanden sind diese Aufnahmen 1961, auf meiner Polydor Single steht als Erscheinungsdatum „02 – 65“

Von diesen „drei Nickels“ ist wenig bekannt. Ihre erste Aufnahme („Der alte Schimmel ist im Himmel“) entstand bereits im Jahre 1948 … scheint mir heute so ne kleine Kultplatte zu sein … bei so einem Haufen von ganz besonderen Musikliebhabern …

Und ihr Lied „Das Kanapee“ war dann später auch im Frankenlad stark verbreitet …

Geleitet wurde das Trio von dem Sänger Herbert Langnickel …

Ansonstzen verlieren sich nun die Spuren im Sand.

Aber hier kann man nochmals den schlesischen Dialekt hören und studieren … einen Dialekt, der am aussterben ist …

Aber so ganz lässt mir das noch keine Ruhe, dass ich über dieses Ensemble nicht mehr Informationen finden konnte.

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Besetzung:
Herbert Langnickel – Edi Köster – Paul Reischmann

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Titel:
01. Wenn wer Suntichs ei die Kerche gin (Traditional) 2.39
02. Das Kanapee (Tradtional) 2.44
03. Naz-Jusel und Naz-Julian (Traditional) 3.01
04. Die Draeckschänke (Günther) 2.26

Wiener Sängerknaben – Singen Volkslieder aus Österreich (1961)

FrontCover1Tja … so klingt dann ne Single aus dem Jahr 1961, wenn sie eben nicht mehr mit dem Prädikat „astrein“ versehen werden kann.

Die Wiener Sängerknaben singen Volkslieder aus Österreich … nicht gerade mein Spezialgebiet … aber dem Geist dieses Blogs wird diese Präsentation durchaus gerecht.

Und kein einziges dieser 8 Lieder waren mir bekannt … von daher … ein Beitrag für alle, die sich mit Liedern, die einem nicht bekannt sind, beschäftigen will … und mein Stapel an Singles reduziert sich wieder um ein Teil.

Glockenklarer Gesang und behagliches knistern … geben sich hier die Hand.

WienerSängerknaben1960

Was ist wohl aus ihnen geworden ?

Besetzung:
Die Wiener Sängerknaben unter der Leitung von Gerhard Lang

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Titel:

01. Volkslieder aus Österreich (Teil 1) 6.23
01.1. Rosestock, Holderblüh´
01.2. Hoatmatg´sang
01.3. Wann d´r Gugu schreit
01.4. Steirischer Glockenjodler

02. Volkslieder aus Österreich (Teil 2) 6.31
02.1. Schwefelhölzle
02.2. Wahre Freundschaft
02.3. ´s Bibihendi
02.4. Abschied von den Bergen

Alle Lieder sind Volksweisen

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(Diesmal ohne Passwort)