Charly Cotton und seine Twist-Makers – Der Liebestraum als Twist + Telefon Twist (1961)

FrontCover1Jetzt mach´ich es erst mal ein wenig spannend:

Am 17. Oktober 1934 wurde dem Ehepaar Max und Martha Bruhn zu Wentorf bei Hamburg ihr erstes Kind, ein ziemlich strammer Bub geboren, den es Hans Christian nannte. Da dieser Junge schon mit vier Jahren das häusliche Piano benutzte, um sich in romantischen Terzenfantasien daran zu ergehen, blieb seiner lieben Mutter nichts anderes übrig, als ihm alsbald fundiertere Kenntnisse der Musik zu vermitteln, und so lernte er das Notenlesen lange vor dem Alphabet.

Den Krieg verbrachten Mutter und die beiden Geschwister Christian und Cornelia in Kärnten, wo Christian starke musikalische Eindrücke durch die österreichische Volksmusik zuteil wurden, die bis heute nachwirken, wie er meint.

Zurück in Hamburg, gründete er eine Schülerkapelle und studierte später Komposition, Klavier und Klarinette. Professor Ernst Gernot Klussmann, dem er seine frühen Songschöpfungen im Unterricht vorspielen durfte, sagte ihm schon damals eine Schlagerkarriere voraus. Dann kam die Reisezeit als Pianist in verschiedenen Jazz-Combos, die 1956 in München, wo Christian bis heute lebt, ihr Ende fand. In der bayrischen Metropole jobbte er tagsüber im Studio einer Schallplattenfabrik, zunächst als Volontär, später als Arrangeur und Produzent, um nächtens in Schwabing zwecks Aufbesserung des Lebensunterhalts zu jazzen. »Damals war ich recht schlank«, sagt er.

Bruhn01Beim Luxemburger Schlagerfestival lernte er 1959 den Berliner Verleger Peter Meisel kennen, es ergab sich eine enge Zusammenarbeit, die beiden gründeten die Hansa-Musikproduktion und wurden in den folgenden Jahren das erfolgreichste deutsche Independant Producer Team. (offizielle biographische Notizen)

Tja, und die Rede ist von Hans Christian Bruhn – jenem Großmogul der deutschen Unterhaltungsmusik.

Und bevor er als Komponist und Produzent sich eine goldene Nase verdiente, dann noch so nebenbei die Katja Ebstein ehelichte …

Und wenn ich nicht ganz falsch liege, dürfte diese Single seine allererste Schallaufnahme gewesen sein … noch meilenweit von den späteren Erfolgen entfeernt.

Und man höre und staue: hier sind ihm zwei pfiffige Twist-Aufnahmen in der deutscher Sprache gelungen, die krachend, fetzend und ganz schön durchgeknallt noch heute gut anzuhören sind. Und man glaubt es kaum … eine nette Prise Humor it auch dabei, fast so, als wäre Bill Ramsey am Werke gewesen.

Und weil mir gerade danach war, habe ich vier Werbejingles als Bonus dazugepackt … auch diese Melodien haben sich eingeprägt.

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Mit Drafi Deutscher im Studio (1969)

Besetzung:
Charly Cotton und seine Twist-Makers

BackCover

Titel:
01. Der Liebestraum als Twist (Weinzierl/Rieden) 2.22
02. Telefon Twist (Bruhn/Buschor) 2.15
+
03. Creme 21 0.03
04. LBS 0.06
05. Milka 0.09
06. Vernel 0.09

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Autogrammkarte

Autogrammkarte (vermutlich frühe 70er Jahre)

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Fritz Schulz-Reichel – In der Bar nebenan (1961)

FrontCover1Und wieder mal ein Griff in die Mottenkiste deutscher Unterhaltungsmusik der frühen 60er Jahre:

Fritz Schulz-Reichel, genannt „Der schräge Otto“ und „Crazy Otto“ (* 4. Juli 1912 in Meiningen; † 14. Februar 1990 in Berlin) war ein deutscher Jazz-Pianist und Komponist.

Er begann als Konzertpianist und stieß im Jahr 1934 zum Tanzorchester des rumänischen Kapellmeisters James Kok, das nach dessen Emigration 1935 von Erhard Bauschke weitergeführt wurde. Schulz-Reichel spielte dann in der 1937 gegründeten Band von Kurt Hohenberger sowie bei Herb Flemming. Ab 1939 begleitete er Rosita Serrano und 1942 spielte er in Oslo bei Herbert Velmer; er galt zu dieser Zeit – zumindest im Ausland – bereits als bester deutscher Swing-Pianist.

Ab 1946 wirkte er in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone im Radio Berlin Tanzorchester mit, begleitete Walter Dobschinski, Johannes Rediske und Helmut Zacharias. Im selben Jahr komponierte er auch seinen ersten erfolgreichen Schlager Wenn ich dich seh‘, dann fange ich zu träumen an, dem unter anderem 1949 Im Café de la Paix in Paris, 1951 Am Samstag um vier und 1960 Zwei Verliebte in Paris folgten.

Fritz

Richtig populär wurde er seit 1952 als „Schräger Otto“. Er orientierte sich dabei wesentlich auch am Stil der damals in Großbritannien sehr populären Ragtime- und Honky-Tonk- Pianistin Winifred Atwell, im Gegensatz zu ihr spielte er allerdings den Nachkriegs-Deutschen bekannte Evergreens in einem ragtime-ähnlichen Rhythmus und das nicht auf einem Flügel, sondern auf einem Klavier, bei dem die jeweils mittlere Saite leicht nach oben verstimmt war (für die Aufnahme einiger Titel drückte er auch Reißzwecken in den Filz der Anschlagshämmer), so entstand ein ihm eigener, unverkennbarer – eben „schräger“ – Sound, der etwas an ein Kneipen-Klavier der Jahrhundertwende erinnerte.

1955 war er unter dem Künstlernamen Crazy Otto mit seinem gleichnamigen Album auch in den USA sehr erfolgreich. Mit Glad Rag Doll und Smiles, den Versionen zweier Hits aus den 20er Jahren, hatte er zwei Charthits, die Platz 19 bzw. 21 der US-Best-Seller-Charts erreichten. Ein Medley deutscher Melodien unter dem Titel The Crazy Otto im Stil von Fritz Schulz-Reichel vom amerikanischen Ragtime-Pianisten Johnny Maddox hielt sich im gleichen Jahr ganze 14 Wochen lang als Nummer 2 in den US-Charts und wurde die erste über eine Million mal verkaufte Ragtime-Aufnahme überhaupt.

Schulz-Reichel, der als Solist bei mehreren Rundfunkorchestern mitwirkte, komponierte auch einige Filmmusiken, trat in zahlreichen Filmen und regelmäßig in Unterhaltungssendungen des Fernsehens der 1960er- und frühen 1970er-Jahre auf. 1965 hatte er eine eigene Show namens Man müßte Klavier spielen können.

Er war schon ein Star zur Schelllackplatten-Zeit und machte Mitte der 1950er-Jahre ebenso erfolgreich den Wandel zur Vinyl-LP mit; seine Platten erschienen allesamt bei Polydor. (Quelle: wikipedia)

Und sein „In Der Bar Nebenan“ Album mit dem Untertitel „Tanzpotpourri im wechselnden Rhythmus“ … Und zugleich war dieses Album der Start für eine ganze Flut von „In der Bar … “ Alben, die, das darf man ja daraus schließen, sehr erfolgreich war und wohl dem geselligen Freizeitbedürfnis der damaligen Zeit entprach.. Irgendwie verwunderlich, dass die Hülle keine tanzenden Menschen zeigt, da sich die Platte selbst und ihre Musik über einzelnen Tanzstile definiert.

Und dass Fritz Schulz-Reichel im Rahmen seines Genres sein Handwerk meisterlich verstand, nun, davon kann man sich hier überzeugen.

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Besetzung:
Fritz Schulz-Reichel und das „Bristol“ Bar-Sextett

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Titel:

01. Foxtrot:  3.08
– Schön wie der gunge Frühling (Grothe/Hannes)
– Madonna, du bist schöner als der Sonnenschein (Katscher)
– Kann denn Liebe Sünde sein? (Brühne/Balz)
– In einer Nacht im Mai (Kreuder/Schröder/Beckmann)

02. Cha-Cha: 3.37  
– Ich hab‘ dich einmal geküsst (Hajon)
– Sing, Nachtigall, sing (Jary-Balz)
– La Paloma (Traditional)

03. Langsamer Walzer:  3.23
– Guten Tag, liebes Glück (Grothe/Dehmel)
– Einmal von Herzen verliebt sein (Kreuder/Beckmann)
– Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende (Winkler/Elsner)

04. Tango:  2.55
– Ich küsse ihre Hand, Madame (Rotter/Erwin)
– Roter Mohn (Jary/Balz)
– Schöner Gigolo (Casucci)
– Wenn du einmal dein Herz verschenkst (Rosen-Schwabach)

  05.  Slow:  3.38
– Es war einmal eine Liebe (Jack)
– Schliess deine Augen und träume (Grothe/Dehmel)
– Durch dich wird die Welt erst schön (Jary/v. Pinelli)

 06. Foxtrot:  2.55
– Zwei rote Rosen, ein zarter Kuss (Kollo/Robitschek)
– Für eine Nacht voller Seligkeit (Kreuder/Schwenn)
– Wenn ein junger Mann kommt (Grothe/Dehmel)
– Im Café De La Paix (Schulz-Reichel)

07.  Charleston:  3.03
– Charleston (Mack)
– Yes, Sir, That’s My Baby (Kahn/Donaldson)
– Toot-Toot-Tootsie, Good Bye (Kahn/Erdmann/Beda/Russo)
– If You Know Susi (de Sylva/Beda)
– Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘ (Katscher)

08.  Cha-Cha:  3.10
– Fräulein, Pardon (Meisel)
– Mein Liebling heisst Mädi (Rose/Beda)
– Hallo, was machst du heut‘, Daisy (Donaldson/Amberg/Till)

09.  Langsamer Walzer:  3.41
– Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt (Hollaender)
– Sag‘ beim Abschied leise Servus (Kreuder)
– Charmaine (Rappé/Pollack)

10.  Slow: 3.36
– Lass dein Herz bei mir zurück (Jary/Balz)
– Zwei in einer grossen Stadt (Kollo)
– Du, du gehst an mir vorbei (Misraki/Hess)

11.  Foxtrot: 2.32
– Ich Hab‘ dich und du hast mich (Igelhoff/Steimel/Kräutner/v. Pinelli)
– Sie will nicht Blumen und nicht Schokolade (Carste)
– Du hast so wunderschöne blaue Augen (Berking)
– Man kann sein Herz nur einmal verschenken (Grothe/Dehmel)

12. Rumba: 2.11
– La Cucaracha (Savino)
– Managua Nicaragua (Irving-Fields)
– Es war ein Mädchen und ein Matrose (Grothe)

 

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Die drei Nickels + Herbert Langnickel – Heimat, schöne Heimat – Schlesische Volksweisen (1965)

FrontCover1Und jetzt mal wieder Musik aus der Heimat meines Vaters: Musik aus Schlesien also.

Polydor hatte damals (also Anfang der 60er Jahre eine Single-Serie in Umlauf gebracht, die sich „Heimat, schöne Heimat“ nannte.

Hier nun die Ausgabe mit dem Titel „Schlesische Volksweisen“

Es musizieren „Die drei Nickels und das Akkordeon ist dabei das Hauptinstrument.

Anders als man vielleiht vermuten möche, hören wir hier allerdins keine rührseligen Lieder, sondern eher humoristisch-spitzbübischische Weisen. Entstanden sind diese Aufnahmen 1961, auf meiner Polydor Single steht als Erscheinungsdatum „02 – 65“

Von diesen „drei Nickels“ ist wenig bekannt. Ihre erste Aufnahme („Der alte Schimmel ist im Himmel“) entstand bereits im Jahre 1948 … scheint mir heute so ne kleine Kultplatte zu sein … bei so einem Haufen von ganz besonderen Musikliebhabern …

Und ihr Lied „Das Kanapee“ war dann später auch im Frankenlad stark verbreitet …

Geleitet wurde das Trio von dem Sänger Herbert Langnickel …

Ansonstzen verlieren sich nun die Spuren im Sand.

Aber hier kann man nochmals den schlesischen Dialekt hören und studieren … einen Dialekt, der am aussterben ist …

Aber so ganz lässt mir das noch keine Ruhe, dass ich über dieses Ensemble nicht mehr Informationen finden konnte.

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Besetzung:
Herbert Langnickel – Edi Köster – Paul Reischmann

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Titel:
01. Wenn wer Suntichs ei die Kerche gin (Traditional) 2.39
02. Das Kanapee (Tradtional) 2.44
03. Naz-Jusel und Naz-Julian (Traditional) 3.01
04. Die Draeckschänke (Günther) 2.26

Wiener Sängerknaben – Singen Volkslieder aus Österreich (1961)

FrontCover1Tja … so klingt dann ne Single aus dem Jahr 1961, wenn sie eben nicht mehr mit dem Prädikat „astrein“ versehen werden kann.

Die Wiener Sängerknaben singen Volkslieder aus Österreich … nicht gerade mein Spezialgebiet … aber dem Geist dieses Blogs wird diese Präsentation durchaus gerecht.

Und kein einziges dieser 8 Lieder waren mir bekannt … von daher … ein Beitrag für alle, die sich mit Liedern, die einem nicht bekannt sind, beschäftigen will … und mein Stapel an Singles reduziert sich wieder um ein Teil.

Glockenklarer Gesang und behagliches knistern … geben sich hier die Hand.

WienerSängerknaben1960

Was ist wohl aus ihnen geworden ?

Besetzung:
Die Wiener Sängerknaben unter der Leitung von Gerhard Lang

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Titel:

01. Volkslieder aus Österreich (Teil 1) 6.23
01.1. Rosestock, Holderblüh´
01.2. Hoatmatg´sang
01.3. Wann d´r Gugu schreit
01.4. Steirischer Glockenjodler

02. Volkslieder aus Österreich (Teil 2) 6.31
02.1. Schwefelhölzle
02.2. Wahre Freundschaft
02.3. ´s Bibihendi
02.4. Abschied von den Bergen

Alle Lieder sind Volksweisen

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(Diesmal ohne Passwort)

 

 

Die Volksmusikanten – Niederdeutsche Tänze (1961)

FrontCover1Wie fang ich jetzt an ?

Erste Variante: Also mit dem tanzen hab´ ich es ja so gar nicht – sehr zum Kummer meiner Frau Gemahlin …

Zweite und bessere Variante: Jetzt gibt es mal eine Produktion des Schallplattenverlages Walter Kögler, Stuttgart:

Und über den Walter Kögler gibt es nun folgendes zu berichten:

Walter Kögler, am 29.10.1929 in Stuttgart geboren, studierte in Esslingen/Neckar Elektrotechnik. Bereits seit 1948 war er Mitglied im Stuttgarter Spielkreis einem Verein zur Pflege von Volkstanz, Chorgesang, Laienspiel und Brauchtum und war 1952 beim Zusammenschluss gleich gesinnter Gruppen zur Arbeitsgemeinschaft der Sing-, Tanz- und Spielkreise in Baden- Württemberg e.V., Gründungsmitglied dieses Verbandes.

Beruf, Freude an der Musik und die Erkenntnis, dass großer Mangel an Schallplatten für den Volkstanz herrschte, lösten bei ihm den Wunsch zur Gründung eines Schallplattenverlages aus. 1955 machte er sich selbstständig auf den Gebieten Elektronik, Elektroakustik und Messtechnik. Als Firma war es ihm möglich die Lizenzen für Importe aus England, Schweden, USA und der Tschechoslowakei zu erwerben. 1956 begann die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Tanz im Bundesgebiet und dessen Fachgruppe Volkstanz.
Das war der Beginn seiner erstklassigen Volkstanzmusik auf Schallplatten. Nur wenige Gruppen hatten zu damaliger Zeit eigene Tanzmusikanten oder konnten sich einen Klavier- oder Akkordeon­spieler leisten. Daher waren viele Tanz- und Gruppenleiter froh als die ersten Köglerplatten erschienen.

Walter Kögler wollte nicht nur Platten herstellen sondern auch die Qualität musste stimmen. So suchte er die Zusammenarbeit mit der aus hervorragenden Solisten bestehenden Blaskapelle „Volksmusikanten“ des Süddeutschen Rundfunks unter der Leitung von Alfred Kluten. Das hervorstechende der neuen Tanzmusik der „Köglerplatten“ ist die Genauigkeit des Taktes von der ersten bis zur letzten Note und der Genuss des Hörens nicht nur für die Tänzer sondern auch die Zuschauer oder -hörer.
„Worin liegt nun das Besondere dieser Arrangements und Einspielungen? Zunächst geben Wechsel-Bass und Nachschlag den Impuls. Bei allen Tanzeinspielungen läuft dies wie selbstverständlich metronomisch exakt ab. Der Nachschlag kommt immer haargenau, auch bei schnellen Dreiertänzen wie etwa dem Lüneburger Windmüller oder dem Schlunz. Wer schon einmal Nachschläge, also den kurzen Ton nach der Zählzeit, geübt und gespielt hat, und dies zu zweit oder dritt, dass ein Nachschlag-Akkord daraus wird, der weiß um diese enorme Schwierigkeit. 

Walter Kögler

Walter Kögler

Wenn aber trotz aller Genauigkeit diese Bassgruppe zu schwingen beginnt und der Tanzmusik den Drive gibt, dann spricht das für die Meisterschaft des Musizierens eines Ensembles. Ebenso meisterlich sind die Melodie- und Begleitstimmen gesetzt und gespielt. Manchmal umspielen z.B. die Klarinetten in virtuosen Passagen die Melodie, die jedoch immer führend bleibt… Das war Kögler-Qualität vom Feinsten, aber eben beileibe kein Sonderfall sondern der hohe Standart des Verlags. Bewusst hat Alfred Kluten seine Volkstanzmusik ‚Musikanten’ genannt, denn das Musikantische, also die Freude am Musizieren, ist in jedem Takt herauszuhören.“(Auszug aus dem Referat “Ohne Tanzmusik kein Volkstanz – wie der Kögler-Verlag zur Volks­tanz­kultur beigetragen hat“ von Herbert Preisenhammer.)

Der bis heute gültige Schriftzug „tanz“ des Walter Kögler Verlages wurde zum Markenzeichen. Der Verlag wird unter der Firma „tanz – Verlag Reinhold Frank“ (

Tanzbuch

Der Walter Kögler Verlag veröffentlichte Tänze aus aller Welt

Homepage) von Reinhold Frank, einem früheren Mitarbeiter von Walter Kögler und erfahrenem Tanzleiter, weitergeführt.

Für seine eigenen Veröffentlichungen war er Produzent, Techniker, Verleger und Manager in einer Person. Zusammen mit seiner damaligen Frau gestalteten sie die Cover und klebten die Hüllen persönlich zusammen. Außerdem gab er selbst Tanzlehrgänge im In- und Ausland (Belgien, Niederlande, Kanada, Mexiko, Schweiz, USA) vermittelte andere Tanzleiter und organisierte Lehrgänge. Neu war, dass auf seinen Schallplatten die Tanz­beschreibungen aufgedruckt waren, die er meist selbst verfasst und teilweise auch aus Fremdsprachen übersetzt hatte.

1958 entwickelte er den ersten tragbaren Plattenspieler mit stufenlos regelbarer Geschwindigkeit in Deutschland, 1976 auch einen solchen Kassettenrekorder. Er war auch Mitglied und Förderer des Arbeitskreises Tanzdatenbank.
Schon in den achtziger Jahren, als der Verlag noch in voller Blüte stand, verfasste Walter Kögler ein Testament in dem er festlegte, dass nach seinem Tode sein gesamtes Vermögen in eine Stiftung zur Förderung der Volksmusik und des Volkstanzes eingebracht werden sollte. Da es bei seinem Tode 2007 kein anderes Testament gab, gründete der von ihm ausgesuchte Testamentsvollstrecker und Freund Albert Renz die Walter-Kögler-Stiftung, die am 10. November 2008 vom Regierungs­präsidium Stuttgart anerkannt wurde.
Am 29. Oktober 2009, dem 80. Geburtstag von Walter Kögler wurden die ersten Förder­preise ver­geben. (Quelle: koegler-stiftung.de/)
Und hier nun eine EP aus dem Hause Walter Kögel … fidele niederdeutsche Tanzlieder … und auf der Rückseite der Hülle kann mansich dann unterrichten lassen … was zu beachten ist …. beim tanzen:

Tanzanleitung
Aha … ist ja interessant …

Hab´ ich schon erwähnt …. dass ich es mit dem tanzen so gar nicht hab´?

Leider trüben akustische Beeinträchtigungen den Hörgenuss … den Rillenputzer konnte ich bis jetzt nicht installieren … bin wohl zu blöd dazu … *seufz*

Dennoch wollte ich dem Walter Kögler und seiner Leidenschaft ein wenig Platz hier geben ….

Tanzheft

Was es nicht alles gibt (Teil 1) … Tanzhefte zum Niederdeutschen Volkstanz

Besetzung:
Die Volksmusikanten unter der Leitung von
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Titel:
01. Henkenhagener Kegel (Traditional) 3.45
02. Pomehrendorfer (Traditional) 2.19
03. Wolgaster (Tradional) 7.11

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(Diesmal ohne Passwort)

Stiftungszweck

Was es nicht alles gibt (Teil 2) … wie z.B. die Walter Kögler Stiftung

Verschiedene Interpreten – Es leuchten die Sterne (1961)

frontcover1Da hat der Tonmeister wirklich ganze Arbeit geleistet. Er koppelte diverse Schlager aus der Welt des Films zu einem ganz feinen Potpourri …

Diese LP gab´s dann auch noch unter dem Titel „Unsterbliche Tonfilm-Melodien“ (erschienen auf dem Billiglabel „Die Volksplatte“)

Wir hören hier einen bunten Strauß köstlicher Herz-Schmerz und Sehnsuchtsmelodien.

Und obwohl das Cover meines Exemplars arg ramponiert ist, ist die LP selber noch ziemlich gut erhalten (sagen wir mal zu 95%) und von daher kann ich einen ungetrübten Hörgenuss versprechen.

Schade, dass den einzelnen Liedern die Sänger/innen nicht expliziert zugeordnet werden (okay, den Chris Howland  erkennt man sofort *ggg*). Und ich war jetzt zu faul, so ganz tief in die Recherche einzusteigen … man möge mir das verzeihen.

Köstlich nicht nur die Musik, köstlich auch die Titel der Lieder … ich bin ja nun kein Germanist, aber die Titel verraten schon ein wenig über die Hoffnungen und Sehnsüchte jener Jahre … Hoffnungen und Sehnsüchte, die sich vermutlich mehr als oft nicht erfüllt haben … das ist dann halt der kleine, bittere Beigeschmack jener Musik, dich ich gerne auch als Illusionsmusik bezeichne.

Und ich bin mir sicher: Ein Götz Alsmann hätte an dieser Rarität seine Freude !

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Die Volksplatte „Unsterbliche Tonfilm-Melodien“

Besetzung:
Angele Durand – Chris Howland – Astrid Brack – Paul Kuhn – Fred Bertelmann – Lale Andersen – Wolfgang Sauer
+
Renato Rappaini (violin)
Heinz Schachner (trumpet)
+
Hansen Boys und Girls

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Titel:

01. Es leuchten die Sterne (Teil 1) (21.23)
01.01. Es leuchten die Sterne (Leux/Hannes/Balz)
01.02. Was du mir erzählt hast von Liebe und Treu‘ (Kreuder/Beckmann)
01.03. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 (Kreuder/Beckmann)
01.04. Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein (Mackeben/Beckmann)
01.05. Ich hab‘ dich und du hast mich (Igelhoff/Steimel/Käntner/Pinelli)
01.06. Laß dein Herz bei mir zurück (Jary/Balz)
01.07. Eine Insel aus Träumen geboren (Kreuder/Schröder/Beckmann)
01.08. Es führt kein and’rer Weg zur Seligkeit (Heymann/Gilbert)
01.09. Le Premier Rendezvous (Sylviano/Busch/Poterat)
01.10. Merci, Mon Ami (v.Fenyes/Schachner)
01.11. Schließ deine Augen und träume (Grothe/Dehmel)
01.12. So schön wie heut‘ (Grothe/Dehmel)

02. Es leuchten die Sterne (Teil 2) (19.49)
02.01. Durch dich wird diese Welt erst schön (Jary/Pinelli)
02.02. Wozu ist die Straße da (Lang/Petrak)
02.03. Wenn es Frühling wird (Kreuder/Schwenn)
02.04. Du hast mir heimlich die Liebe ins Haus gebracht (Heymann/Gilbert)
02.05. Tango Notturno (Borgmann/Beckmann)
02.06. Wenn ein junger Mann kommt (Grothe/Dehmel)
02.07. Gnädige Frau, wo waren sie gestern (Schröder/Beckmann)
02.08. Zwischen Hamburg und Haiti  (Eisbrenner/Frank)
02.09. Heimat, deine Sterne (Bochmann/Knauf)
02.10. Ich tanze mit dir in den Himmel hinein (Schröder/Beckmann)
02.11. Einmal sagt man sich adieu (Schmidt/Genter)
02.12. Wir wollen Freunde sein (Meisel/Schwenn/Schäffers)

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Lauter bunte Platten

 

Eddie Wilson – Ich bin froh + Danke schön (1961)

frontcover1Jetzt ein ganz besonderes Kapitel bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte … die irgendwie fast zwingend in sentimental-kitscher Countrymusik enden musste:

Eddie Wilson (eigentlich Armin Edgar Schaible, geboren 1936 in Ludwigsburg) ist ein deutsch-amerikanischer Country-Musiker, der 1961 als Sänger mit den Liedern „Dankeschön – bitteschön – wiedersehn“ und „Ich bin froh“ in Deutschland Charterfolge erzielte.
Armin Edgar Schaible lernte die Country-Musik aus dem Rundfunksender American Forces Network (AFN) kennen. Er begann, Gitarre zu spielen und sprach bald fließend Englisch. Ab 1951 wirkte er in der Gruppe „Wagonmasters“ mit, deren Leadsänger er wurde und die auf AFN in der wöchentlichen Sendung „Hillibilly Gasthaus“ auftrat. Der mit Schaible befreundete Martin Haerle (1939–1990) organisierte Country-Konzerte, etwa in der Liederhalle Stuttgart. Haerle arbeitete ab 1959 in Nashville für die Plattenfirma Starday Records, wo er bald zu einem wichtigen Mitarbeiter des Geschäftsführers Don Pierce wurde. Um sich von den bei der Konkurrenz verbreiten Country-Singles in einfachen Covern abzuheben, führte Haerle bei Starday Langspiel-Alben in Covern im Vierfarbendruck mit Zusatzinformationen und Bildern ein.[Gibson 1] Haerle überzeugte Pierce auch, für den Vertrieb der Schallplatten den Versandhandel Country Music Club of America zu gründen.[Gibson 2]
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Eddie Wilson in Nashville (1962)

Im Jahr 1960 übersiedelte auch Schaible nach Nashville und arbeitete unter dem Namen Eddie Wilson bei Starday als Studiomusiker. Als Sänger veröffentlichte Eddie Wilson ab 1961 mehrere Singles, die mit einer Begleitband in den Studios von Starday produziert wurden. Die in Deutschland im Vertrieb von Ariola auf dem Label Top Rank erschienenen Lieder „Ich bin froh“ bzw. „Dankeschön – bitteschön – wiedersehn“ konnten 1961 die Positionen 25 bzw. 17 der deutschen Musikcharts erreichen. „Ich bin froh“ ist eine von Haenle verfasste deutsche Version zur Melodie des Liedes „It’s OK“, das Georg Jones im Juni 1956 bei Starday veröffentlicht hat. Pierce weigerte sich allerdings, das in englischer Sprache mit deutschen Fragmenten getextete „Dankeschön – bitteschön – wiedersehn“ auch in den USA zu veröffentlichen.
Eddie Wilson bildete ab 1964 mit Vic Willis (1922–1995) und Lee Emerson (1927–1978) den Stab der Songwriter von Starday Records.[Gibson 3] Nachdem Haerle kurzzeitig zu Pierce Stellvertreter bei Starday aufstieg, wurden er und Schaible jedoch gleichzeitig entlassen. Haerle gründete 1975 in Los Angeles das Bluegrass-Label CMH-Records, das von seinem Sohn David Haerle weitergeführt wird.
Schaible war später als Fabrikarbeiter tätig, ist als Musiker bei deutschen Volksfesten aufgetreten und ließ sich in Houston in Texas nieder. Im Jahr 1987 nahm er im Privatstudio des Gitarristen Jerry Cochran (geb. 1943) mehrere eigene Lieder auf, darunter „Ludwigsburg“. Zusammen mit dem in Walburg im Williamson County (Texas) ansässigen Akkordeonisten und Gastronomen Ronnie Tippelt (geboren 1958 in München) gründete Eddie Schaible als Gitarrist 1992 die alpine Volksmusikgruppe Walburg Boys, mit der er bei Festivals, in lokalen Fernsehsendungen und in Tippelts Restaurant auftrat. 2008 war Schaible an der Gründung der texanischen Band Enzian Buam beteiligt, die ebenfalls alpine Volksmusik spielt. Er trat dort bis Dezember 2012 auf.
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Eddie Wilson + Jim Glaser

Das Lied „Dankeschön – bitteschön – wiedersehn“ ist auch häufig von anderen Musikern interpretiert worden. Bereits Anfang der 1960er Jahre veröffentlichte Ariola neben Eddie Wilsons Fassung eine Version mit dem Schweizer Sänger Willy Schmid (Ariola 35 100 A). Auf den Covern beider Singles ist jeweils Schmid in der gleichen GI-Uniform abgebildet.
Ariola gab zunächst Martin Haerle als Autor des Stückes an. 1962 erschien Eddie Wilsons Einspielung des Liedes auf dem englischen Markt, jedoch mit dem Ukulele-Spieler und Sänger Willy „Uke“ Scott als Autor. Auch auf einer Wiederveröffentlichung von Eddie Wilsons Einspielung gab Ariola 1974 Scott als Autor und Komponisten an.
Der schwedischen Rock’n Roll-Sänger Lille Gerhard (1963), das aus Bremerhaven stammende Duo „The Happy Wanderers“[5] (1967 im australischen Fernsehen) und der schottische Country-Sänger Les Brown (1975) haben weitere Versionen eingespielt. Unter dem Titel „I Wish I Could … ‚Sprechen Sie Deutsch‘“ veröffentlichte der amerikanische Country-Sänger Dave Dudley 1984 auf Bellaphon eine Fassung, bei der Dudley als Autor und Komponist angegeben wurde. Die Band Freiwillige Selbstkontrolle spielte das Lied 1986 in John Peels Rundfunk-Sendung „Festive Fifty“ ein. (Quelle: Wikipedia)
Dieser „Eddie Wilson“ hatte wohl ein sehr bewegtes Leben … in einem einfühlsamen Portrait von Walter Fuchs (dem deutschen Country Papst) wird dies auch deutlich (liegt der Präsentation bei).
Wie oben beschrieben: sentimental-kitschige Countrymusik mit einem drolligen US-Deutsch Slang …
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Eddie Wilson + Larry Wheeler (90er Jahre)

Besetzung:
Eddie Wilson (vocals, guitar)
+
Begleitorchester
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Titel:
01. Ich bin froh (Jones/Haerle) 2.13
02. Danke schön – Bitte schön – Wiedersehen (Haerle) 2.14
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