Gerd Böttcher und Detlef Engel – Weil du meine große Liebe bist + Heim, heim möcht‘ ich ziehen (1961)

FrontCover1Eigentlich hatte ja jeder von den beiden eine große Solokarriere vor Augen. Dennoch versuchten sie es auch mal gemeinsam, und zwar für insgesamt 6 Singles und für damalige Verhältnisse waren sie damit auch relativ erfolgreich. Werfen wir also einen Blick auf zwei Schlagersänger jener Jahre und achten auch darauf, was aus ihnen geworden ist:

Detlef Engel (* 13. Januar 1940 in Berlin) ist ein ehemaliger deutscher Schlagersänger.

Detlef Engel ist der Sohn des Xylophon-Spielers Kurt Engel, der als Lehrer an einer Musikhochschule arbeitete und ein namhafter Solist war. Sein Vater ließ ihn Klavier und Kompositionslehre studieren und schickte ihn zum Gesangsunterricht zur Wagner-Sängerin Elsa Varena, zu deren Schülern auch René Kollo zählte. Engel schwärmte jedoch für Rock ’n’ Roll und Elvis Presley, dessen Titel er heimlich auf Tonbändern nachsang. 1958 folgte beim Bertelsmann Schallplattenring seine erste Plattenaufnahme, ein Nachzieher des Peter-Kraus-Hits Sugar Baby.

DetlefEngelAls Engel nach vier Semestern sein Musikstudium abbrach, empfahl sein Vater ihn bei Werner Müller, dem Chef des RIAS-Tanzorchesters. Müller war auch Produzent bei Teldec (Telefunken-Decca), wo der Nachwuchskünstler 1959 einen Plattenvertrag erhielt. Die Plattenfirma wollte Engel als deutschen Ricky Nelson aufbauen. Noch im gleichen Jahr wurde die Fleetwoods-Coverversion Mister Blue zum großen Hit. Mit diesem Titel kam Detlef Engel bis auf Platz sieben der Hitparaden und ließ Gerhard Wendland, der den gleichen Titel aufgenommen hatte, weit hinter sich.

Damit war Engel im Schlagergeschäft fest etabliert, absolvierte zahlreiche Tourneen, trat im Fernsehen auf und erhielt Filmrollen, so zum Beispiel in Schlagerparade 1960 und Das Rätsel der grünen Spinne (beide 1960). 1961 trat er mit dem Titel Nach Mitternacht bei der Deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest auf. Gewinner des Wettbewerbs wurde jedoch Lale Andersen mit dem Lied Einmal sehen wir uns wieder. Vertragsgemäß produzierte Telefunken jährlich vier Platten mit Detlef Engel, doch ließen sich keine großen Top-Ten-Hits mehr erzielen. Fünf Titel konnten sich noch unter den Top 50 platzieren, aber es reichte nicht mehr für Spitzenplätze. Erfolgreicher liefen dagegen die sechs Duett-Platten mit Gerd Böttcher, die seit 1961 auf dem Decca-Label der Teldec veröffentlicht wurden. Der Titel „Weil du meine große Liebe bist“, nach dem DetlefEngel2.jpgneapolitanischen Volkslied Santa Lucia, stieg in den Bestenlisten bis zum achten Platz auf.

Mit Beginn der Beat-Ära war Detlef Engels Musikkarriere, bis auf zwei Veröffentlichungen 1966 und 1968, beendet. Er heiratete und nahm eine Tätigkeit bei den Berliner Wasserwerken auf. Ohne Erfolg brachte er in der ersten Hälfte der 1980er Jahre seine letzte Single unter dem Motte „Mister Blue ist wieder da“ heraus. Im Zuge des Rock ’n’ Roll-Revivals wurde in den 1980er und 1990er Jahren ein Großteil von Detlef Engels Teldec-Aufnahmen auf LP und CD wiederveröffentlicht. (Quelle: wikipedia)

Und nun zu dem anderen:

Gerd Böttcher (* 18. Juli 1936 in Berlin; † 26. Februar 1985 in Dortmund) war ein deutscher Schlagersänger.

Gerd Böttcher wuchs in Berlin auf und machte nach dem Schulabschluss zunächst eine Gärtnerlehre. Anschließend nahm er Gesangsunterricht, trat unter dem Pseudonym Tino Merano mit Schlagern in Kneipen auf und war Sänger des Tanzorchesters von Hans Karbe. Der Komponist, Orchesterleiter und Musikproduzent Werner Müller vermittelte ihm 1960 einen Plattenvertrag bei der Decca.

Seine erste Single mit der deutschen Version des Klassikers Jambalaya von Hank Williams wurde noch unter Böttchers Künstlernamen aufgenommen. Produzent Müller entschied jedoch, dass letztlich Böttchers echter Name auf dem Plattenetikett zu lesen war. Die Schallplatte schaffte den Sprung in die deutsche Hitparade. Eine textgleiche Version von Gerhard Wendland war bereits 1953 ein großer Hit. Gleichzeitig veröffentlichte die Decca unter dem Namen Werner Müller und Chorus eine Single, auf der Gerd Böttcher als Solosänger zu hören war.

Im Herbst 1960 wurde Gerd Böttchers Lied Ich komme wieder, eine Adaption des Hits It’s Now or Never (’O sole mio) von Elvis Presley, veröffentlicht.

Bis 1962 nahm Böttcher die folgenden fünf Presley-Titel auf:

Ich komme wieder (Original: It’s Now or Never)
Adieu, Lebewohl, Goodbye (Original: Tonight’s so Right for Love)
Ich such dich auf allen Wegen (Original: Surrender)
Rock-A-Hula-Baby (mit Detlef Engel; Original: Rock A Hula Baby)
Du schaust mich an (Original: She’s Not You)

GerdBöttcherErstmals unter die ersten zehn Hitparadenplätze kam Böttcher 1961 mit Adieu, Lebewohl, Goodbye, dessen Melodie auf der Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach basierte. Das Label Fontana brachte wenig später eine textgleiche, jedoch langsamer arrangierte Version von Peter Beil auf den Markt.

Böttchers erfolgreichstes Jahr war 1962, als er mit Geld wie Heu, der Coverversion von Pat Boones Johnny Will, bis auf Platz 2 der Hitlisten vorstieß und insgesamt 25 Wochen notiert wurde. Ähnlich erfolgreich war Für Gaby tu’ ich alles (Platz 4 und 23 Wochen notiert), bei dem es sich um einen Titel handelte, den Werner Müller unter seinem Pseudonym Heinz Buchholz komponierte. Den Text schrieb Hans Bradtke.

Zu Böttchers populärsten Decca-Aufnahmen gehörten auch zehn Duette mit Detlef Engel. Erfolgreich war Böttcher vor allem mit Coverversionen US-amerikanischer Hits von Burt Bacharach, Chubby Checker, The Everly Brothers, Ricky Nelson, Buck Owens, Cole Porter, Johnny Tillotson und anderen. 1963 trat Böttcher mit dem von Alexander Gordan komponierten Schlager Mach nicht Hochzeit ohne mich bei den Schlager-Festspielen in Baden-Baden an. Obwohl das Lied nur auf dem 12. und damit letzten Platz landete, wurde die Single in den Hitparaden notiert. Auf der B-Seite befand sich der Titel Auf der Hacienda fehlt eine Frau von Billy Mo, der beim Wettbewerb auf dem achten Platz landete. Bis 1965 produzierte Werner Müller insgesamt 24 Singles mit Gerd Böttcher. Die Hälfte davon schafften den Sprung in die Charts. Damit war Böttcher der erfolgreichste deutsche Vertreter des sogenannten Highschool-Rock ’n‘ Roll. Er trat in populären Fernsehsendungen auf, wie 1961 in der Treffpunkt Telebar und 1963 in der Caterina Valente-Show Bonsoir Kathrin

1966 wechselte Böttcher kurzzeitig zur Plattenfirma Polydor. Dort entstanden zwei Singles mit Kompositionen von Joachim Heider und Michael Holm, von denen eine in die Hitparade gelangte. 1967 unterschrieb Böttcher einen Plattenvertrag bei der erst 1964 gegründeten Hansa Musik Produktion. Mit den von Dieter Zimmermann produzierten und komponierten Liedern Bitte sag mir noch nicht gute Nacht und Romantische Stunden verbuchte Böttcher letztmals Erfolge in den Charts. Sein 1968 veröffentlichtes Stück Wenn die Sehnsucht beginnt, eine Coverversion des britischen Nummer-eins-Hits Let the Heartaches Begin, geriet zu einem erneuten Misserfolg.

GerdBöttcher1Im gleichen Jahr erfolgte ein erneuter Wechsel, diesmal zum Plattenlabel Metronome. Obwohl Böttcher mit jungen Komponisten wie Dieter Zimmermann, Michael Holm oder Giorgio Moroder zusammenarbeitete und in diesem Zeitraum zahlreiche Auftritte in Diskotheken absolvierte, gelang ihm kein nennenswerter Erfolg mehr. Daran konnten auch mehrere Auftritte in der ZDF-Drehscheibe und am 18. Oktober 1969 in der ZDF-Hitparade nichts ändern. Ab 1970 erschienen vier, unter anderem von Howard Carpendale produzierte Singles bei EMI Columbia. Aber auch mit diesen Liedern blieb Böttcher ein Comeback verwehrt. Ab 1972 war Böttcher ohne Plattenvertrag. Es folgten Probleme mit Alkohol und dem Finanzamt sowie die Scheidung seiner ersten Ehe. 1974 arbeitete der einst erfolgreiche Sänger wieder in seinem gelernten Beruf als Gärtner. 1976 veröffentlichte die Ariola mit dem von Drafi Deutscher komponierten Schlager Tanz noch einmal Rock ’n’ Roll mit mir Böttchers letzte aufwendig produzierte Single.

Im Zuge des 50er-Jahre-Revivals in den frühen 1980er Jahren trat Böttcher wieder mit seinen alten Hits auf Konzerten und im Fernsehen auf. Es entstanden auch wieder Schallplattenaufnahmen, darunter ein Duett mit seiner Stieftochter Silke. 1985 plante man die Produktion einer Langspielplatte, zu deren Realisierung es jedoch nicht mehr kommen sollte. Kurz nach einem Auftritt als Karnevalsprinz seines Wohnortes Werne beim WDR starb Gerd Böttcher in einem Dortmunder Krankenhaus an Nierenversagen. (Quelle: wikipedia)

Geboten wird auf dieser Single jene Musik, die vermutlich den weiblichen Backfischen jener Tage direkt ins Herz ging. Schmachtende Liebesschwüre, wobei die B-Seite dann noch jenen aufregenden Touch des Wilden Westens hatte …

Und weil ich solche Fußnoten zur deutschen Musikgeschichte einfach mag, habe ich noch zwei sehr ausführliche Biographien von Gerd Böttcher und Detlef Engel der Präsentation beigelegt.

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Besetzung:
Gerd Böttcher (vocals)
Detlef Engel (vocals)
+
Addy Flor und sein Orchester

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Titel:
01. Weil du meine große Liebe bist (Santa Lucia) (Buchholz/Berling) 2.20
02. Heim, heim möcht‘ ich ziehen (Home On the Range) ( (Flor Oldörp) 2.23

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Weitere Singles des Duos

Willy Millowitsch – Die Liebe ist vergänglich, der Durst bleibt lebenslänglich + Das sollte man als Huhn doch überhaupt nicht tun (1961)

FrontCover1.jpgNoch tobt ja die närrische Zeit weitere 4 Wochen und so habe ich noch ein wenig die Gelegenheit, weitere „lustige Karneval-Schlager“ zum Besten zu geben.

Und da kommt mir der Willy Millowitsch gerade recht.

Er ist wohl das Sinnbild rheinischer Fröhlichkeit und so kam es auch zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln:

Am 17. März 1989 bekam der Volksschauspieler Willy Millowitsch (8. Januar 1909 bis 20. September 1999) die Kölner Ehrenbürgerwürde verliehen.

In seiner Ansprache zur Verleihung der Urkunde hob Oberbürgermeister Norbert Burger insbesondere hervor, dass der Volksschauspieler in Deutschland und über Deutschland hinaus wohl der bekannteste Kölner überhaupt sei. Die Popularität Millowitschs als „wandelndes Wahrzeichen Kölns“ und als dessen Botschafter außerhalb des Rheinlands ist vor allem auf hunderte Fernsehproduktionen, zahllose Filme, mehrere Dutzend

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Juli 1960

Langspielplatten und mehrere Bücher zurück zu führen.

Die Grundlage für seinen Ruhm legte Willy Millowitsch durch das Volkstheater Millowitsch, welches mit Charme, Witz und bodenständigen Stücken die Entwicklung der kölschen Volkskultur repräsentiert. (Quelle: stadt-koeln.de)

Weitere Informationen über seinen Werdegang findet man dann hier.

Hier eine kleine Kostprobe seines Könnens:

Tja … ich bin halt kein Rheinländer und so fehlt mir vermutlich das entscheidende Gen … diese beiden Lieder sind sehr schlicht und die Texte passen in die Kategorie albern … und ja, sie sind auch tendenziell frauenfeindlich.

Aber gut … meine Single-Sammlung ist wieder um ein Exemplar ärmer … und diese närrische Jahreszeit kommt hier auch nicht zu kurz.

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In dem Film „Der Zigeunerbaron“ (1962)

Besetzung:
Willy Millowitsch (vocals)
+
Willy Hoffmann Orchester
+
Background vocals:
Die Sunnies & das Cornel-Trio

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Titel:
01. Die Liebe ist vergänglich, der Durst bleibt lebenslänglich (Hoffmann/Schwabach) 2.37
02. Das sollte man als Huhn doch überhaupt nicht tun (Korn) 2.44

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Das Willy Millowitsch Denkmal in Köln

Die Mainzer Hofsänger vom M.C.V. – Die beste Medizin ist doch das Lachen – Auf wiedersehen

FrontCover1.jpgNicht, dass mir die närrische Zeit gänzlich durch die Lappen geht. Hier eine fidele Karneval-Single  der Mainzer Hofsänger:

Die Mainzer Hofsänger sind ein semiprofessioneller Laienchor aus Mainz am Rhein. Der Chor gründete sich 1926 unter dem Namen Musik-Hochschul-Sänger als Fastnachtschor, der sich aus Mitgliedern des Extra-Chors des Mainzer Konservatoriums zusammensetzte. Das seriöse Institut für klassische Musik wollte aber nicht mit Fastnacht und Persiflage in Verbindung gebracht werden, so entschied man sich – unter Beibehaltung der Initialen „MHS“ – für den bis heute bekannten Namen.

Es folgten erste Auftritte bei kleineren Fastnachtsvereinen in und um Mainz; den ersten Auftritt beim Mainzer Carneval-Verein hatte der Chor 1934.

Nach dem Zweiten Weltkrieg interpretierte der Chor 1947 den Titel Sassa aus der Fred-Raymond-Operette Maske in Blau. Es folgte 1955 die Interpretation des Schlagers So ein Tag, so wunderschön wie heute … von Walter Rothenburg (Text) und Lotar Olias (Musik). Im gleichen Jahr erfolgte der erste Fernsehauftritt bei einer Kölner (sic!) Karnevalsveranstaltung im Williamsbau, im Jahr darauf bei der Fernsehsitzung „Mainz, wie es singt und lacht“. Das als Karnevalslied interpretierte Stück verkaufte mehr als 300.000 Exemplare.

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Die Mainzer Hofsänger im Jahr 1959

Ab den 1960er Jahren fanden Konzertreisen nach Amerika und in nahezu alle Nachbarländer der Bundesrepublik Deutschland statt. Da der Chor mittlerweile vorwiegend auf Kreuzfahrtschiffen auftritt, wird gerne mit der Aussage, der Chor habe bereits auf allen Kontinenten gesungen, geworben.

Gehörten früher hauptsächlich Titel aus den Bereichen Oper und Operette zum Repertoire des Chores, versucht man seit einigen Jahren sich auch die Marktsegmente „kirchliche Musik“ und „Schlager“ zu erschließen. Für jede Fastnachtskampagne wird ein musikalisch-politisches Potpourri einstudiert, in welchem die Titel, die während des Jahres gesungen werden, mit neuen persiflierten Texten versehen werden. Hatte man über Jahrzehnte hinweg hierbei ausschließlich auf Opern- und Operettentitel zurückgegriffen, werden in letzter Zeit immer häufiger auch Titel aus den Genres Pop und Schlager verwendet.

Seit 1956 gehörte der Chor zum festen Bestandteil der Sendungen „Mainz, wie es singt und lacht“ und der Nachfolgesendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“. In den Jahren 1981 und 2008 wurden die politischen Einlagen seitens des produzierenden Senders und der Verantwortlichen der beteiligten Fastnachtsvereine gestrichen und dem Chor ausschließlich Sendezeit für Stimmungslieder zur Verfügung gestellt. Beide Male wurden die Auftritte seitens der Mainzer Hofsänger komplett abgesagt.

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Die Mainzer Hofsänger im Jahr 1981

Neben der Berichterstattung der örtlichen Presse, in welcher die Nichtteilnahme des Chores an der Fernsehsitzung bedauert wurde, wurden auch wiederholt kritische Stimmen laut, in welchen sich vor allem Zeitungsleser zu dem „Vorfall“ äußerten. Hierin spiegelt sich auch die auf der Homepage des Chores getroffene Aussage wider, dass der Chor in Mainz nicht unumstritten ist.

Im Zusammenhang mit dem Verzicht auf den Auftritt bei Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht ist darauf hinzuweisen, dass es in der Zusammenarbeit zwischen den ausführenden Vereinen und den Fernsehsendern ein „ungeschriebenes Gesetz“ gibt, nach dem Redner oder Sänger bei einer unbefriedigenden Leistung im Vorfeld der Sendung niemals seitens der Sender ausgeladen werden, sondern man den betroffenen Aktiven nahelegt, selbst auf ihre Auftritte zu verzichten, damit niemand das Gesicht verliert.

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Die Mainzer Hofsänger im Jahr 2016

Bei der Fernsehsendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vom 8. Februar 2013 präsentierte der Chor allerdings, entgegen der bisherigen Aussage, für ein reines Stimmungsprogramm nicht zur Verfügung zu stehen, nur ein kurzes Potpourri von Stimmungsliedern. Diese Verkürzung des Auftrittes der Hofsänger wurde von der Presse als „der Sendung gut tuend“ kommentiert.

Der Chor, welcher als GbR geschäftlich tätig ist, ist mit diversen Programmen ganzjährig tätig und als mittelständisches Wirtschaftsunternehmen anzusehen.

Dies führte dazu, dass es wiederholt zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen kam zwischen Sängern, die den Chor verließen bzw. ausgeschlossen wurden, und dem Restchor. Diese wurden gerne durch die Boulevardpresse aufgegriffen. So war der Chor im Jahre 1998 über Wochen hinweg in den Schlagzeilen, als man den Vorsitzenden Hans-Albert Dehmer ausschloss, und dieser sich per einstweiliger Verfügung das Recht sicherte, weiter an Proben und Konzerten teilnehmen zu können und Verdienstausfall geltend machte. Der Rechtsstreit wurde durch Zahlung einer nicht näher bezifferten Ausgleichssumme im „oberen fünfstelligen Bereich“ beigelegt. Im Laufe der Streitigkeiten kamen immer merkwürdigere Ausschlußpraktiken zu Tage. So wurde zum Beispiel ein Sänger wegen seiner Homosexualität aus dem Chor ausgeschlossen, ein anderer, weil er an Hyperhidrosis pedis (= übermäßige Schweißabsonderung im Bereich der Füße) litt. Ähnliche Aufmerksamkeit in der Boulevardpresse fand der Wechsel an der Spitze des Chores im Jahr 2001. (Quelle: wikipedia)

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Und die gibt´s heute noch

Ergänzt sei, dass dieses Ensemble nicht nur die närrischen Lieder rauf und runter singen können; nen sie haben in ihrem Programm auch geistliche Lieder, Weihnachtslieder und klassische Chorgesänge …

Zurück zu dieser Single: Ich geh´ nun wirklich nicht zum Lachen in den Keller, aber was man hier zu hören bekommt, kann einen schon sprachlos machen.

Ich weiß nicht, welche Art von Humor man braucht, um z.B. die A-Seite auch nur ansatzweise witzig zu finden … und die B-Seite – da bleibt einem die Spuke weg –  ist ein sentimentaler Heuler, der seinesgleichen sucht. Der perfekte Rausschmeißer für jede Party … da gehen die Gäste dann gern. Karneval ist schon ne sehr ernste Angelegenheit !

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Besetzung:
Die Mainzer Hofsänger

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Titel:
01. Die beste Medizin ist doch das Lachen (Lachpolka) (Henning) 2.37
02. Auf wiedersehen (Storch) 2.31

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Das Heide-Männerquartett – Auf der Lüneburger Heide – Lieder von Hermann Löns) (1961)

FrontCover1.jpgAlso, über das Heide-Männerquartett ist mir nichts bekannt … mehr bekannt ist natürlich über den Schriftsteller Hermann Löns:

Hermann Löns (* 29. August 1866 in Culm, Westpreußen; † 26. September 1914 bei Loivre in der Nähe von Reims, Frankreich) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Schon zu Lebzeiten wurde Löns, dessen Landschaftsideal die Heide war, als Jäger, Natur- und Heimatdichter sowie als Naturforscher und -schützer zum Mythos.

Hermann Löns gilt als Heide-Dichter und Heimatschriftsteller. Er selbst war Stadtmensch und Intellektueller. Als Reaktion auf die aufkommende Verstädterung zu Beginn des industriellen Massenzeitalters hing sein Herz am kargen Sandboden der Heide und ihren Bauern. Er wohnte wochenlang in seiner Jagdhütte im Westenholzer Bruch. Von dort ging er auf die Pirsch in Wald, Heide und Moor und verfasste mehrere seiner Werke. Unter anderem In der Jagdbude aus Mein grünes Buch oder Der Porst aus Mein buntes Buch. Viele Werke beinhalten Tier- und Jagdgeschichten sowie Landschaftsschilderungen. Seine Prosa ist von Natureindrücken geprägt. Dass die Jäger zu Hegern wurden, wird auf die Aktivitäten des passionierten Jägers Hermann Löns zurückgeführt. Seinen Schriften kann man entnehmen, dass ihm lebende Wildtiere

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Herman Löns, ca. 1900

wichtiger waren als die tote Jagdbeute. Löns setzte sich 1911 für die Gründung des Naturparks Lüneburger Heide ein, des ersten deutschen Naturparks.

Heute gründet sich der Fremdenverkehr in der Lüneburger Heide auch auf den Mythos Hermann Löns. Nach seinem Tod war Löns nicht vergessen: Seine Natur- und Tiergeschichten wurden gelesen, seine Lieder wurden gesungen, einige Gedichte auswendig gelernt, Jäger, Naturschützer und Wanderfreunde verehrten ihn. Er war ein früher Verfechter des Naturschutzes und war so Wegbereiter des heutigen Umweltschutzes.

Einzelne seiner Werke wurden auch für das Kino adaptiert. Der Heimatfilm Rot ist die Liebe (1956) ist eine Verfilmung seines erfolgreichen Romans Das zweite Gesicht. Die Hauptfigur in dem melodramatischen Film, ein Poet und Schriftsteller, weist autobiographische Züge von Löns auf. In der Filmhandlung ist die Hauptfigur zwischen Ehefrau und früherer Freundin hin- und hergerissen und zieht sich in seine Hütte in der Heide zurück.

Der sehr populär gewordene Kinofilm Grün ist die Heide (1951), ebenfalls aus dem Heimatfilmgenre, beruht auf Motiven von Hermann Löns. Weitere Verfilmungen unter diesem Titel, die auch in der Lüneburger Heide spielen, gab es 1932 und 1972. Besondere Bekanntheit erlangten seine vertonten Gedichte, die später als Heidelieder beinahe den Status von Volksliedern erlangten, so wie das Abendlied (Rose Marie)[7] mit der Melodie von Fritz Jöde. (Quelle: wikipedia)

Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass Hermann Löns seinen Tod im I. Weltkrieg fand und das nur, weil er auf Teufel komm raus, unbedingt an diesem Krieg teilnehmen wollte, obwohl als als damals 48jähriger und bar jeder militärischen Ausbildung eigentlich völlig ungeeignet war. Und da hält sich dann mein Mitleid in Grenzen.

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Über diesen Gesangsverein ist nichts bekannt, aber der Chorleiter Willy Sommerfeld scheint jener Sommerfeld zu sein, der sich nicht nur 1933 weigerte, den Hitlergruß zu zeigen, sondern der sich als deutscher Stummfilm-Pianist einen Namen gemacht hat:

Willy Sommerfeld (* 11. Mai 1904 in Danzig; † 19. Dezember 2007 in Berlin) war ein bis zu seinem Tod im Alter von 103 Jahren aktiver deutscher Stummfilm-Pianist.

Willy Sommerfeld kam schon sehr jung mit der Musik in Kontakt: Im Alter von drei Jahren erkrankte er so schwer, dass ihn der Arzt schon aufgegeben hatte. Ein Freund seiner Schwester spielte ihm damals täglich auf seiner Zither etwas vor. Als Willy Sommerfeld dann unerwarteterweise doch noch gesund wurde, hatte er den Wunsch, Musiker zu werden.

Sein erstes Instrument war eine Geige, wobei ihm aber die Töne nicht vielfältig genug waren. Schließlich lernte er Klavier spielen.

Im jungen Erwachsenenalter machte er dann in seiner Geburtsstadt Danzig eine Ausbildung zum Musiklehrer, anschließend begab er sich Anfang der 1920er Jahre nach Berlin. Dort absolvierte er ein Studium der Komposition am Stern’schen Konservatorium.

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Willy Sommerfeld (40er Jahre)

Während jener Zeit verdiente er sich Geld in einem Stummfilm-Kino, wo er zunächst seinen Professor vom Konservatorium, der dort Klavier spielte, auf der Geige begleitete. Da sich der Kinobesitzer aber nicht zwei Musiker gleichzeitig leisten konnte, übernahm schließlich Willy Sommerfeld allein die Filmbegleitung auf dem Klavier. Zu den Filmen spielte er dann rein intuitiv und nicht nach Noten. Laut eigener Aussage schießen ihm die Bilder, die er auf der Leinwand sieht, ins Gehirn, und von dort aus in seine Hände. Da er sehr klein ist, geht das sehr schnell. (Zitat) Damals traf er auch auf viele Schauspieler, er lernte aber nur sehr wenige von ihnen kennen.

Ende der 1920er Jahre übernahm er bei einem Musikverlag in Braunschweig die Stelle eines Lektors. Nach Feierabend begleitete er dann auch dort Filme in den Braunschweiger Kinos.

Anfang der 1930er Jahre wechselt er an das Braunschweiger Staatstheater; zu Beginn hatte er dort die Stelle des Kapellmeisters inne, später arbeitete er sich nach oben, bis er sogar das Orchester dirigierte. Als er sich 1933 nach einer Vorstellung weigerte, den Hitlergruß zu zeigen, wurde er entlassen.

Um 1933 suchte der Regisseur Helmut Käutner einen Pianisten für seine Kabarett-Gruppe Vier Nachrichter. Willy Sommerfeld ging schließlich mit dieser Gruppe auf Deutschlandtournee, bis sie von den Nationalsozialisten verboten wurde.

Anschließend kehrte er nach Berlin zurück. Die darauffolgenden drei Jahrzehnte arbeitete er dann als Komponist und Dirigent, musikalischer Leiter, Hörspiel- und Dokumentarfilmvertoner, Theatermusikschreiber und Musiktherapeut.

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Willy Sommerfeld bei der Arbeit

Zu Beginn der 1970er Jahre traf er einen Kollegen, der im Berliner Kino Arsenal Stummfilme begleitete. Obwohl sich Willy Sommerfeld damals gerade auf den Ruhestand vorbereitete, sprang er für ihn ein und setzte diese Auftritte danach regelmäßig bis ins zweite Halbjahr 2007 fort. Er spielte ohne Noten und erklärte, er wolle vor einer Vorstellung nur wissen, ob der Film lustig oder traurig sei. (Quelle: wikipedia)

Und auf dieser EP (veröffentlicht von dem „Club“ der Europäischen Musikgemeinschaft, Stuttgart) hören wir also nun  – frei nach dem Motto – mein lieber Herr Gesangsverein … deutsche Heimatlieder, verfasst von diesem Heimatdichter, der wahrlich besseres zu tun gehabt hätte, als in den Schützengräben Frankreichs zu verrecken.

Hermann Löns Statue Walsrode

Eine Hermann Löns Statue in Walsrode

Besetzung:
Das Heide-Männerquartett
+
Orchester und Chort unter der Leitung von Willy Sommerfeld

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Titel:
01. Heiß ist die Liebe (Löns/Traditional) 1.37
02. Ich bin ein freier Wildbrettschütz (Löns/Traditional) 3-42
03. Rosemarie (Löns/Jöde) 2.36
04. Auf der Lüneburger Heide (Löns/Licht) 2.39

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Lüneburger Heide

Die Lüneburger Heide

Verschiedene Interpreten – Saison in Salzburg (Fred Raymond) (1961)

FrontCover1Fred Raymond (* 20. April 1900 in Wien als Friedrich Raimund Vesely; † 10. Januar 1954 in Überlingen) war ein in seiner Zeit überaus erfolgreicher österreichischer Schglager- und Operetten – Komponist.

Hier eine Single (extended play) mit einem Querschnitt aus seiner Operette „Saison in Salzburg“ (Alternativtitel: „Salzburger Nockerln)“:

Das Werk erlebte seine Uraufführung am 31. Dezember 1938 an den Städtischen Bühnen in Kiel.

Die Operette spielt in der österreichischen Stadt Salzburg und im nahegelegenen Wallfahrtsort Maria Plain zur Zeit der Uraufführung, also in den späten 1930er Jahren.

Der Eigentümer des Gasthauses „Zum Salzburger Nockerl“, Alois Oberfellner, hat sein Lokal vollkommen heruntergewirtschaftet, sodass er jetzt pleite ist. Morgen soll die Wirtschaft versteigert werden. Toni Haberl, der Wirt vom „Blauen Enzian“, rechnet sich gute Chancen aus, den Zuschlag zu bekommen. Allerdings fehlt ihm noch das geeignete Personal, vor allem für die Geschäftsführung und die Küche. Als Kandidatin für diese Aufgaben hat er Vroni Staudinger ins Auge gefasst. Sie hat den Ruf, die beste Mehlspeisköchin von Salzburg zu sein. Er weiß auch, dass er ihr nicht unsympathisch ist. Was also liegt näher, als ihr einen Heiratsantrag zu machen? Vroni ist gleich Feuer und Flamme, als sie Tonis Absichten vernimmt. Rasch inszeniert sie ein Zerwürfnis mit ihrem Chef. Dies hat zur Folge, dass ihr fristlos gekündigt wird.

Fred RaymondDer Parfümeriefabrikant Max Liebling hat ein Auge auf Erika Dahlmann geworfen. Die aber schwärmt nur für den Rennfahrer Frank Rex. Der wiederum verehrt Steffi Oberfellner, die Nichte des insolventen Nockerlwirts. Steffi ist gerade aus Wien angereist, um ihrem Onkel in der Hauptsaison tatkräftig unter die Arme zu greifen. Dass dessen Gasthaus unter den Hammer kommen soll, erfüllt sie mit Sorge.

Um Erikas penetranten Nachstellungen zu entgehen, hat Frank mit einem Bergführer die Kleidung getauscht. Unter dem Namen „Franz Rieger“ schmeichelt er sich bei Steffi ein und hört sich ihre Sorgen an. Dann beauftragt er seinen Mechaniker F. W. Knopp, das „Salzburger Nockerl“ zu ersteigern und Steffi als Wirtschafterin anzuwerben. Dies gelingt ihm auch, was bei Toni und Vroni Unmut hervorruft. Auf Steffis Bitten hin stellt Knopp auch noch den „Bergführer Franz Rieger“ als Hausbursche ein.

Während sich Toni immer mehr zu Steffi Oberfellner hingezogen fühlt, bändelt Vroni ungeniert mit dem Parfümeriefabrikanten an. Darüber geraten Toni und Vroni in Streit, der damit endet, dass Vroni ihrem frisch Verlobten den Laufpass gibt und zur Konkurrenz überläuft.

Mittlerweile haben Christian Dahlmann und seine Tochter Erika herausgefunden, wo sich Frank Rex vor ihnen versteckt. Unverblümt sagen sie Steffi Oberfellner, wer ihr angehimmelter „Franz Rieger“ in Wirklichkeit ist. Steffi glaubt jetzt, einem Betrüger auf den Leim gegangen zu sein. Flugs lässt sie sich als Köchin im „Blauen Enzian“ anheuern. Das Ergebnis dieses Tohuwabohus sind drei Paare, von denen jeweils zumindest ein Teil für den andern nichts empfindet.

Tags darauf treffen alle Beteiligten im Wallfahrtsort Maria Plain wieder aufeinander, wo ein Fest mit Tanz gefeiert wird. Olga Rex, die lebenskluge und praktisch veranlagte Tante des Rennfahrers, zieht nun die Fäden und sorgt dafür, dass sich der Knäuel entwirrt und sich die richtigen Paare in Eintracht wieder zusammenfinden: Frank und Steffi, Toni und Vroni sowie Max und Erika. (Quelle: wikipedia)

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Bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 1961 wirkten etliche populäre Sänger mit, allen voran Peter Alexander und Renate Holm. Und die Veröffentlichung stand damals ganz sicher im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Film, der Mit Peter Alexander als Hauptdarsteller ebenfalls 1961 in die Kinos kam. Aufmerksam lauschens sollten wir bei „Und die Musik spielt dazu“ … da gibt es feine Anleihen an den Jazz.

Alternatives Front+Back Cover

Besetzung:
Peter Alexander
Franz Fehringer
Renate Holm
Ralf Paulsen
+
Grosser Chor und grosses Operetten-Orchester unter der Leitung von Franz Marszalek

 

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Titel:
01. Einleitung + Wenn der Toni mit der Vroni 2.37
02. Warum denn nur bin ich in dich verliebt 0.59
03. Reich mir die Hände 1.05
04. Enzian Marsch 2.12
05. Salzburger Nockerln-Walzer 1.22
06. Der Grosspapa von Grossmama 1.39
07. Weisst du denn, wie schwer es ist 1.15
08. Und die Musik spielt dazu 3.53

Musik. Fred Raymond:
Libretto: Max Wallner und Kurt Feltz

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4711 – Immer dabei + Eau de Cologne (1961)

FrontCover1Wieder mal ein kleines Beispiel aus dem Schallarchiv deutscher Werbeplatten.

Und wer kennt dieses Parfüm nicht, zumindest vom Namen … und vermutlich verbinden viele mit dieser Marke den Hauch von Biederkeit und altbackener Lebensweise. Daran hat vermutlich auch diese drollige Single nichts geändert.

Hier ein wenig geschichtliches zu 4711:

Alles begann mit einem ganz besonderen Geschenk: Am 8. Oktober 1792 erhielt der junge Kaufmann Wilhelm Muelhens zur Hochzeit von einem Kartäusermönch die Geheimrezeptur eines „aqua mirabilis“, eines Wunderwassers für die äußere und innere Anwendung.

Schon bald eröffnete Wilhelm Muelhens in der Kölner Glockengasse eine kleine Manufaktur. 1796 erhielt das Haus von den französischen Besatzern die Nummer 4711 – eine Zahl, die den Namen von Muelhens‘ Duftwasser für immer prägen sollte. Den 4711 Ingredienzien werden heilende Kräfte zugesprochen. Als Napoleon 1810 die Offenlegung aller medizinischen Rezepturen verlangt, deklariert Muelhens – zum Schutz seiner geheimen Rezeptur – Echt Kölnisch Wasser zum äußerlich anwendbaren Duft, der wirkt. Zum Markenzeichen wurde auch das Äußere von 4711 Echt Kölnisch Wasser: Die sechseckige Molanusflasche, 1820 von dem Destillateur Peter Heinrich Molanus entwickelt, sowie die Farben Bremerblau und Gold sorgen noch heute für den unverwechselbaren Look.

Werbung1Schnell entwickelte sich 4711 Echt Kölnisch Wasser zum Bestseller: Vertreter von Adels- und Königshäusern wie der Zar von Russland oder der Prince of Wales, aber auch Berühmtheiten wie Johann Wolfgang von Goethe und Richard Wagner gehörten zu den bekennenden Verwendern des Duftwassers.

Es beginnt der Siegeszug einer Marke, die zur „Zahl der Welt“ wird. Vertretungen in Wien und New York folgen ebenso wie Dependancen rund um den Globus. Bereits 1840 verlassen vollbeladene Handelsschiffe mit 4711-Kisten die Nordseehäfen zu den Hafenorten des Indischen Ozeans. 4711 ist in kürzester Zeit zu einer internationalen Größe der Parfum-Welt erwachsen. Jahrzehnte später, zur Weltausstellung in New York 1936, wird man sogar eine der berühmten 4711-Flaschen mit anderen Gegenständen einmauern lassen, um nachfolgenden Generationen einen Eindruck vom Leben zu jener Zeit zu vermitteln.

Noch heute ist die Marke 4711 der Inbegriff eines Eau de Cologne – und der Mythos um seine geheime Rezeptur ist so lebendig geblieben wie eh und je. In 222 Jahren Geschichte ist 4711 zu einer Ikone der Markenwelt geworden. 222 Jahre Kulturgeschichte, Leidenschaft und Passion. All dies hatte stets nur ein Ziel: Die Welt mit besonderen Düften zu verschönern.

Für die Musik (Walzer, bzw. Marsch-Fox) zeichneten Gerhard Jussenhoven und Just Scheu („2 Großmeister der leichten Muse“) verantwortlich, die eher schlichten Texte stammten von Theo Rausch und Ernst Nebhut. Und die ausführenden Musiker werden mal wieder nicht genannt.

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Nun gut … ein kleines Schmankerl halt aus der bunten Welt der Reklame (wie man vermutlich damals auch noch sagte).

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Titel:
01. 4711 – Immer dabei (Jussenhoven/Scheu/Rausch) 2.15
02. Eau de Cologne (Jussenhoven/Nebhut) 2.39

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Max Greger und sein großes Tanz-Turnier-Orchester – Weltmeisterschafts-Tanzturnier (1961)

FrontCover1Als der Maxl Greger diese LP „im strikten Tempo“ 1961 veröffentlichte, hatte er schon bald 15 Jahre Bühnenerfahrung hinter sich !

Max Greger (* 2. April 1926 in München-Giesing – 15. August 2015 in München/Grünwald) ist deutscher Jazz-Musiker, Saxophonist, Big-Band-Leader und Dirigent.

Eigentlich hätte Max das elterliche Metzgereigeschäft übernehmen sollen. 1936 schenkte ihm sein Großvater jedoch ein Akkordeon und legte damit den Grundstein zur musikalischen Entwicklung des damals zehnjährigen Max. Neben dem Besuch einer Aufbauschule absolvierte Max Greger ein Studium der Klarinette und des Saxophons am Münchner Konservatorium.

Als 18-Jähriger wurde Max Greger 1944/45 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsdienst eingezogen. Doch bereits kurz nach Kriegsende spielte er als einer der ersten Deutschen vor allem in amerikanischen Offizierscasinos und wurde somit, gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Hugo Strasser, zu einem Pionier der deutschen Swing- und Jazzszene der Nachkriegszeit. 1948 erfolgte die Gründung seines ersten eigenen Ensembles unter dem Namen Max-Greger-Sextett. Er spielte tagsüber hauptsächlich volkstümliches für den Bayerischen Rundfunk und abends in amerikanischen Clubs, wo ab und zu auch Größen wie Duke Ellington oder Ella Fitzgerald im Publikum saßen. Erste Schallplattenaufnahmen mit eigenen Tanz- und Schlagerkompositionen wie Auf Bergeshöhen, Rock’n’Roll Boogie, Verliebte Trompeten, Max & Sax, Looping Blues, Keiner küßt wie Du, Teenager Cha Cha und Rock Twist folgten alsbald, ebenso wie ausgedehnte Tourneen durch Deutschland und Europa. Als erste westliche Band seit 35 Jahren durfte Max Greger 1959 eine Tournee in die Sowjetunion starten. (Quelle: wikipedia)

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Max Greger und sein Orchester vor dem Abflug in die Sowjetunion, 1959

Und der Greger Max hatte sich scheinbar auch einen guten Ruf bei der tanzenden Zunft gemacht, denn 1960 spielte er bei dem Weltchampionat der Amateur-Turnier-Tänzer im Deutschen Theater zu München auf. Und hier kann man sich von der dort gespielten Musik ein akustisches Bild machen … Nicht dass jemand glaubt, ich würde gerne tanzen, aber die Musik, die hat schon was.

Bei „Blue Moon“ oder auch „Fascination“ würde ich schon gerne mit einem Whsiky-Glas in der Hand an der Theke einer kleinen Bar sitzen … Ja, ja, ich schwelge mal wieder …

Von dieser Platte gab es dann übrigens auch eine „Sonderauflage für die Mitglieder des Bertelmann Schallplattenringes“, bei der wurden aber glatt 4 Titel unterschlagen … Also: besser zum Original greifen … dann hat man den ganzen augenzwinkernden Genuss !

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Label A + B der Sonderauflage

Ach ja, wer den Max Greger gerne mal live erleben will, bitteschön: Am 19.06.2014 kann man ihn zusammen mit seinem Sohn im „Olymp Gelände“, in Bietigheim-Bissingen sehen … Da sag´ ich nur eins: Respekt !


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Besetzung:
Max Greger und sein großes Tanz-Turnier-Orchester

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Vorder- und Rückseite der Sonderauflage für die Mitglieder des
Bertelmann Schallplattenringes

Titel:
01. Blue Moon (Rodgers) 1.43
02. September In The Rain (Warren) 1.38
03. Fascination (Marchetti) 2.12
04. Moulin Rouge (Auric) 2.10
05. Tanzen möcht‘ ich (Kálmán) 2.08
06. Wiener Blut (Strauss) 1.54
07. Some Of These Days (Brooks) 1.52
08. Bei mir bist du schön (Secunda) 2.02
09. El Cumbanchero (Hernandez) 1.45
10. Manana (Harbour/Lee) 1.39
11. Besame Mucho (Velasquez) 1.57
12. Mucho-Mucho (Grever) 2.03
13. Olé Guapa (Malando) 2.12
14. A Media Luz (Donato) 1.53
15. Spanischer Zigeuner-Tanz (Maraquina) 2.04
16. Malaga (Rixner) 2.08

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