Esther & Abi Ofarim – Melodie einer Nacht (1965)

FrontCover1Seit geraumer Zeit stapeln sich meine Esther & Abi Ofarim LP´s und warten geduldig darauf, dass sie hier auch mal Erwähnung finden. Nun aber ist es soweit:

Esther & Abi Ofarim waren ein israelisches Gesangsduo, das in den 1960er Jahren international bekannt war.

Ester Zaied lernte Ende der 1950er Jahre Abraham Reichstadt kennen. Beide traten in Israel mit folkloristischen Titeln unter dem Künstlernamen „Ofarim“, was so viel wie „Rehkitz“ bedeutet, auf. 1961 heirateten die beiden und nannten sich dann Esther und Abi Ofarim. Esther war auch als Schauspielerin tätig und trat u.a. in dem Film Exodus auf – im Abspann wird sie als Esther Reichstadt genannt. Nach ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest 1963 in Großbritannien, bei dem Esther für die Schweiz mit dem Titel T’en Va Pas den 2. Platz belegte, wurde das Paar auch international bekannt. In Deutschland war Esther zuerst als Solistin erfolgreich mit Melodie einer Nacht (Platz 39 im August 1963) und Morgen ist alles vorüber (Platz 23 im Februar 1964). Danach nahmen sie Schallplatten in mehreren Sprachen auf und wurden zu einem der erfolgreichsten Gesangsduos der 1960er Jahre.

Esther + Abi Ofarim (1963)

1964 nahm das Duo bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden teil. Ihr Titel Schönes Mädchen erreichte einen beachtlichen 4. Platz. Im selben Jahr hatten sie im deutschsprachigen Raum einen Hit mit Morgen ist alles vorüber. Weitere Hits folgten, bei denen Abi ab 1966 auch selbst für die Produktion verantwortlich war. (Quelle: wikipedia)

Mit „Melodie einer Nacht“ gelang Esther Ofarim 1963 erstmals der Einstieg in die deutschen Bestsellerlisten. Die gleichnamige Langspielplatte, die 1965 erschien, enthält auch einige Aufnahmen, bei denen die Sängerin von ihrem Ehemann Abi gesanglich und musikalisch begleitet wird.

Europaweit auf sich aufmerksam machte die Interpretin aus Israel, als sie 1963 für die Schweiz am Grand Prix d´Eurovision teilnahm und den zweiten Platz belegte. Ihr Wettbewerbsbeitrag „T´en vas pas“ wurde anschließend in deutscher Sprache als „Melodie einer Nacht“ veröffentlicht.

Erst 1962 waren die Ofarims, die Ende 1959 geheiratet hatten, von Tel Aviv nach Europa gekommen und hatten ihr Domizil in Genf aufgeschlagen. Bis dahin galten sie in erster Linie als Folklore-Duo, doch dann gewann Esther als Solistin den Schweizer Vorentscheid zum Eurovision Song Contest und ihre Teilnahme an dem internationalen Gesangswettbewerb war zugleich ihr Einstieg ins Pop- und Schlagergeschäft. Der erfolgreiche Filmkomponist und Produzent Peter Thomas übernahm ihre künstlerische Betreuung und stellte sie zunächst weiterhin als Solistin in den Vordergrund. Doch weil die Ofarims – vor allem auf der Bühne – als Duo einfach perfekt harmonierten und sich ihnen künstlerisch auch weitaus mehr Möglichkeiten boten, wurde Abi später bei den Plattenproduktionen mit einbezogen.

DieOfarimsBei der vorliegenden Langspielplatte richtet sich der Fokus allerdings etwas mehr auf Esther Ofarim. Es handelt sich bei den Aufnahmen um die schönsten Lieder einer Fernsehshow, die ebenfalls unter dem Titel „Melodie einer Nacht“ ausgestrahlt wurde. Das verrät der Text auf der Rückseite der Plattenhülle. Den überwiegenden Teil des Repertoires bilden die Single-Produktionen der israelischen Sängerin aus den Jahren 1963/64, wobei die Lieder größtenteils aus der Feder von Peter Thomas stammen. Dazu gehört „Das ist meine Liebe“, die Titelmelodie des Films „Es war mir ein Vergnügen“, in dem die Interpretin auch die Hauptrolle spielte. Eine zweite Hit-Notierung gelang ihr 1964 mit der Werner-Scharfenberger-Komposition „Morgen ist alles vorüber“, die hier ebenfalls zu hören ist. Im selben Jahr nahmen Esther & Abi Ofarim an den Deutschen Schlagerfestspielen in Baden-Baden teil. Mit „Schönes Mädchen“ erreichten sie einen ehrenvollen vierten Platz.
Folklore – Spezialität der Ofarims

Neben den überwiegend chansonhaften Schlagern enthält die Zusammenstellung auch einige folkloristische Aufnahmen: den temperamentvollen spanischen Song „Viva la feria“, das jiddische Lied „Adama Adamati“ oder den englisch gesungenen Titel „Cha Cha Ballahoo“. Typisch für diese Beiträge ist, dass Abi Ofarim mit seinem Gitarrenspiel die musikalische Begleitung beisteuert. Auf dem amerikanischen Evergreen „Cottonfields“ basiert das Stück „Wenn ich bei dir sein kann“. Allerdings ist das Original in der neuen Bearbeitung nicht auf Anhieb zu erkennen. Durch ihre besondere Art der Interpretation gelingt es den Ofarims, die Grenzen zwischen Schlager, Pop, Chanson und Folklore aufzuheben.

Esther & Abi waren damals Stammgäste auf den bundesdeutschen Fernsehbildschirmen. Bei ihren Auftritten und Tourneen wurden sie vom Publikum gefeiert und selbst die Fachleute sparten nicht mit Superlativen. Besonders die künstlerische Ausdruckskraft Esther Ofarims wurde immer wieder hervorgehoben. Auch der bereits erwähnte Text, der sich auf der Plattenhülle befindet, singt ein wahres Loblied auf die Interpretin, in dem sogar ein Hauch Poesie mitschwingt. So heißt es u.a.: „Sie ist eine Ton-Malerin, zahllos die Farben auf ihrer Palette“ oder „Zärtlich wie die Nacht ist ihre Stimme, aber sie kann auch wild sein, bangend, hoffend, sehnsuchtsvoll und anheimelnd.“

DieOfarims2

In etwas anderer Aufmachung und mit leicht abgewandelter Songauswahl wurde das Album, das bei uns monatelang in den LP-Charts notiert war, 1966 von Amiga in der DDR herausgebracht. Für eine Single wurden dort die Titel „Wenn ich bei dir sein kann“ und „Cha Cha Ballahoo“ ausgekoppelt. (WDR 4 Schallplattenbar)

Ich denke mal, „die Ofarims“ haben uns Deutschen schon ein wenig die Ohren geöffnet und zwar nicht durch ein trunkene Fernwehmusik, sondern durch extrem stilsichere Interpratationen von Folklore-Songs und Chansons aus aller Welt …

Für mich ein ganz und gar großartiger Höhepunkt „Dirty Old Town“ von dem britischem Folksänger Ewan MacColl (eigentlich: James Henry Miller), der dieses Lied bereits 1949 komponierte und das dann vonden „Dubliners“ populär gemacht wurde.

Bei dieser LP könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass diese Aufnahmen im Laufe der Jahre reifen, wie es eben auch bei einem guter altem Whisky der Fall ist.

AmigaFC+BC

Die Amiga Ausgabe

Besetzung:
Abi Ofarim (guitar, vocals)
Esther Ofarim (vocals)
+
Orchester Peter Thomas

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Titel:
01. Das ist meine Liebe (Thomas/Rotter/Jacobi) 2.29
02. Dirty Old Town (McColl/Lach) 2.37
03. Komm doch zu mir (D’Ardario/Charles/Schwenn) 2.39
04. Komm, leg deinen Arm um mich (Thomas/Schwenn) 2.13
05. Cha Cha Ballahoo (Minkoff/Hellerman) 2.33
06. Mein Weg nach Haus (Traditional) 2.08
07. Bonjour l’amour (Scharfenberger/Busch) 2.42
08. Schönes Mädchen (v.d. Dovenmühle/Berlipp) 2.02
09. Adama Adamati (Pen/Zaira) 1.54
10. Morgen ist alles vorüber (Scharfenberger /Busch) 2.32
11. Du bist so weit von mir (Thomas/Hertha) 2.33
12. Viva la feria (Traditional) 1.49
13. Wenn ich bei dir sein kann (Traditional/Blecher) 2.31
14. Melodie einer Nacht (Voumard/Gardar/Tiri) 2.31

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Tschechische Philharmonie (Karel Ančerl) – Mein Vaterland (Smetana) (1964)

FrontCover1Für mich eines der bedeutsamsten Werke der klassischen Musik überhaupt und für mich das Werk, mit dem ich erstmals wirklichen Zugang zur Klassik bekommen habe … vorher war sie per se „gute Musik“ und damit aus und basta !

Mein Vaterland (tschechisch Má vlast) ist ein Zyklus von sechs sinfonischen Dichtungen von Bedřich Smetana, der als vollständiges Werk am 5. November 1882 in Prag uraufgeführt wurde. Der populärste Teil des Zyklus ist Die Moldau (Vltava).

Die Komposition des Zyklus steht in engem thematischem Zusammenhang mit der Oper Libusa aus dem Jahr 1872, die Smetana als nationales Festspiel konzipiert hatte. Der Zyklus, dessen Entstehungszeit von der völligen Ertaubung des Komponisten überschattet war, war zunächst als Vierteiler geplant; erst nach einer dreijährigen Schaffenspause entstanden die letzten beiden Teile. Themen des Zyklus sind Mythen (1, 3), Landschaft (2, 4) und Geschichte (5, 6) von Smetanas tschechischer Heimat.

Die Aufführung von Mein Vaterland bildet traditionell jedes Jahr am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten, die Eröffnung des musikalischen Prager Frühlings.

Der Zyklus besteht aus sechs Teilen:

Vyšehrad (Lento – Largo maestoso – Grandioso poco largamente – Allegro vivo non agitato – Lento ma non troppo)

Vltava – Die Moldau (Die beiden Quellflüsschen der Moldau – kalte und warme M.: Allegro comodo non agitato – Waldjagd – Bauernhochzeit: L’istesso tempo ma moderato – Mondschein, Nymphenreigen: L’istesso tempo – Tempo I – St. Johann-Stromschnellen – Die Moldau strömt breit dahin : Più moto)

Šárka (Allegro con fuoco ma non agitato – Più moderato assai, a la Marcia – Moderato, ma con calore – Moderato – Molto vivo – Più vivo)
Z českých luhů a hájů – Aus Böhmens Hain und Flur (Molto moderato – Allegro poco vivo, ma non troppo – Allegro, quasi Polka – Tempo I – Allegro – Presto)

Tábor (Lento – Grandioso – Molto vivace – Lento – Molto vivace – Lento maestoso – Più animato)

Blaník (Allegro moderato – Andante non troppo – Più allegro ma non molto – Tempo di Marcia – Grandioso – Tempo I – Largamente maestoso – Grandioso meno – Allegro – Vivace)

Vyšehrad wurde von Ende September bis zum 18. November 1874 komponiert und am 14. März 1875 in Prag uraufgeführt.

Smetana01Smetana beschreibt hier die Geschichte der Prager Burg Vyšehrad. Er beginnt mit den Harfenklängen des Barden Lumír (Lumier), worauf ein kriegerisches Crescendo folgt, und auf einmal erscheint die Burg in voller Pracht. Im nächsten Teil besinnt sich Smetana der Geschichte von Vyšehrad, bis nach einem Marsch die Burg einstürzt. Nun erklingen wieder die Harfenklänge Lumírs, und die Musik erinnert sich noch einmal an die Burg. Es folgt das Strömen der Moldau, und zum letzten Mal erklingen die Klänge von Lumír.

Smetana komponierte das Stück Vltava (,Moldau‘, geläufiger Titel im Deutschen Die Moldau) vom 20. November bis zum 8. Dezember 1874. Am 4. April des folgenden Jahres wurde Die Moldau uraufgeführt.

Die Moldau ist ein Beispiel für Programmmusik mit Tonmalerei. Das rondoartig wiederholte Hauptthema besteht aus einer Melodie, die auch im italienischen Renaissance-Lied La Mantovana aus dem 17. Jahrhundert auftaucht und ebenfalls im schwedischen Volkslied Ack Värmeland, in der israelischen Nationalhymne haTikwa und im Kinderlied Alle meine Entchen leicht abgewandelt verwendet wird. Smetana beschreibt das Werk wie folgt:

„Die Komposition schildert den Lauf der Moldau, angefangen bei den beiden kleinen Quellen, der kalten und der warmen Moldau, über die Vereinigung der beiden Bächlein zu einem Fluss, den Lauf der Moldau durch Wälder und Fluren, durch Landschaften, wo gerade eine Bauernhochzeit gefeiert wird, beim nächtlichen Mondschein tanzen die Nymphen ihren Reigen. Auf den nahen Felsen ragen stolze Burgen, Schlösser und Ruinen empor. Die Moldau wirbelt in den Johannisstromschnellen; im breiten Zug fließt sie weiter gegen Prag, am Vyšehrad vorbei, und in majestätischem Lauf entschwindet sie in der Ferne schließlich in der Elbe.“

Moldau

Die Moldau

Es gibt eine gesungene Version von Karel Gott, sowohl auf tschechisch (Vltava) als auch auf deutsch (Die Moldau oder Die Täler meiner Heimat). Hanns Eisler griff bei der Vertonung von Brechts Lied von der Moldau auf die Melodie zurück.
Šárka

Smetana beendete den Teil Šárka am 20. Februar 1875, er wurde am 17. März 1877 aufgeführt.

Dieser Teil handelt von der Amazonenkönigin Šárka, die der Männerwelt Rache geschworen hat. Sie ist als Köder an einen Baum gebunden, als sich der Prinz Ctirad mit einem Marsch ankündigt. Er wechselt ein paar Worte mit der Amazonenkönigin und verliebt sich sofort in sie. Es folgt eine kurze Romanze. Die beiden feiern Hochzeit, und als alle eingeschlafen sind, ruft die Šárka mit ihrem Horn die Amazonen heran. Die sinfonische Dichtung endet mit der männermordenden Szene, siehe auch: Mägdekrieg.

Smetana stellte die Komposition von Z českých luhů a hájů (geläufiger Titel im Deutschen Aus Böhmens Hain und Flur) durch „Gedanken und Gefühle beim Anblick der böhmischen Heimat“ am 18. Oktober 1875 fertig, die Uraufführung erfolgte am 10. Dezember 1878. In diesem Werk bringt Smetana dem Hörer die Natur näher. Im ersten Teil zeichnet er die Majestät des Waldes. Unter anderem erklingt ein kleines Gebet, dann wird eine Melodie gepfiffen und es folgt der Teil „im Hain säuselt der Wind“. Die Hörner spielen nun eine kleine Melodie, die aber erst beim dritten Anlauf vom ganzen Orchester ergriffen wird. Danach endet der Wald. Es ertönen abwechselnd eine Polka und das Hornmotiv, und auf einmal ist man in einem Landfest. Inspiriert wurde Smetana durch die Landschaft um Jabkenice, wo er sich damals aufhielt.

Böhmen

Böhmens Hain und Fluren

Tábor:

Smetana beendete die Komposition am 13. Dezember 1878. Die Uraufführung fand am 4. Januar 1880 statt.

Die südböhmische Stadt Tábor war in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein Hauptlager der Hussiten (benannt nach Jan Hus, dem 1415 in Konstanz hingerichteten Religionsreformator). Tábor wurde im 19. Jahrhundert ein Symbol der tschechischen nationalen Wiedergeburt. Das Thema dieses wie auch des folgenden Teils beruht auf dem alten Hussitenchoral Die ihr Gottes Streiter seid (Ktož jsú Boží bojovníci).

Die Komposition wurde am 9. März 1879 beendet. Die sinfonische Dichtung wurde am 4. Januar 1880 gemeinsam mit Tábor uraufgeführt, aus dessen Schlussmotiv sie unmittelbar entspringt.

Tabor

Tabor

Blaník ist ein Berg, in dem ein tschechisches Ritterheer – vom Heiligen Wenzel geführt – verborgen schläft und dem tschechischen Land in schlechtesten Zeiten helfen wird.

In der Coda dieser sinfonischen Dichtung verknüpft Smetana das Hussiten- mit dem Vyšehrad-Motiv und rundet damit den Gesamtzyklus ab. (Quelle: wikipedia)

prirodni reservace Maly Blanik - Podlesi, Bykovicky rybnik, Poblanicko, Ceska republika

Der Berg Blanik (ist ja eher ein Hügel)

Die hier präsentierte Aufnahme dieser symphonischen Dichtung stammt aus dem Jahr 1964 und wurde von der Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Karel Ančerl eingespielt:

Karel Ančerl (ursprünglich Antscherl, geboren 11. April 1908 in Tučapy, Österreich-Ungarn; gestorben 3. Juli 1973 in Toronto, Kanada) war ein tschechischer Dirigent. Er war viele Jahre Leiter der Tschechischen Philharmonie.

Karel Ančerl wurde in einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren und wurde mit elf Jahren als Geiger Orchestermitglied in seiner Heimatgemeinde. Gegen den Willen seiner Eltern studierte er am Konservatorium Prag Komposition bei Jaroslav Křička, Dirigieren bei Pavel Dědeček, und Schlagzeug. Großen Einfluss übten auf ihn in dieser Zeit auch der Neutöner Alois Hába sowie der damalige Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Václav Talich aus.

Von 1931 bis 1933 leitete Ančerl das Orchester des avantgardistischen Theaters Osvobozené divadlo und war anschließend bis 1939 Dirigent beim Rundfunk. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht und der Annexion Tschechiens verlor er alle Ämter und wurde 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Die Filmaufnahmen des nationalsozialistischen Propagandafilms Theresienstadt zeigen ihn 1944 in einer Szene, wie er unter Zwang das KZ-Orchester zu dirigieren hatte. Als Einziger seiner Familie und fast aller Darsteller des Films überlebte er die anschließende Deportation in das KZ Auschwitz.

Karel Ancerl

Karel Ančerl

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirkte Ančerl u. a. an der Prager Oper des 5. Mai als künstlerischer Direktor, bevor er am 1. September 1947 Chefdirigent des Prager Rundfunksinfonieorchesters wurde.

Im Oktober 1950 wurde Ančerl zum künstlerischen Direktor der Tschechischen Philharmonie ernannt, der er in den folgenden Jahren bis 1968 einen Spitzenplatz unter den Orchestern des Ostblocks sicherte und Einladungen in die ganze Welt einbrachte. Er erweiterte das Repertoire vor allem um moderne Musik (Schönberg, Bartók, Britten) und setzte sich mit Hingabe auch für unpopuläre Komponisten seines Heimatlandes wie Bohuslav Martinů ein.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings emigrierte Ančerl im August 1968 nach Kanada und leitete dort bis 1972 das Toronto Symphony Orchestra. Seine Grabstätte ist auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag zu finden. (Quelle: wikipedia)

Was für eine Biographie …

LabelsOriginalausgabe

Die Labels der tschischen Originalausgabe

Umso mehr kann man sich darüber nur freuen, dass seine Aufnahmen erhalten sind … so wie auch diese … viel triumphaler kann man dieses Werk nicht einspielen….

Und ich sitze hier gedankenverloren an meinem Schreibtisch und erinnere mich mit welch unterschiedlichen Emotionen mich der Begriff „Heimat“ zeitlebens begleitet hat.

Originalausgabe

Das Cover der tschechischen Originalausgabe (1963)

Besetzung:
Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Karel Ančerl

Booklet1

Titel:
01. A Vysehrad
02. Die Moldau
03. Sarka
04. Aus Böhmens Hain und Flur
05. Tabor
06. Blanik

Musik: Friedrich Smetana

LabelB1

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Smetana02

 Friedrich Smetana
(* 2. März 1824  in Litomyšl –  † 12. Mai 1884 in Prag)

 

Franz-Josef Degenhardt – Zwischen null Uhr null und Mitternacht – Baenkel-Songs (1963)

FrontCover1Erstmal ganz lapidar:

Franz Josef Degenhardt (* 3. Dezember 1931 in Schwelm, Provinz Westfalen; † 14. November 2011 in Quickborn, Schleswig-Holstein) war ein deutscher Liedermacher, Schriftsteller sowie promovierter Jurist und Rechtsanwalt.

Franz Josef Degenhardt veröffentlichte seine erste Platte im Jahre 1963, also noch während der letzten Monate der Kanzlerschaft Konrad Adenauers. Anfangs eher ein Bänkelsänger mit Ruhrpott-Einschlag, wurden seine Aussagen und Liedtexte zunehmend schärfer und pointierter, bis er schließlich zum musikalischen Sprachrohr der 68er-Generation avancierte. Für die damals 18- bis 25-jährigen (soweit sie politisch dachten) war Degenhardt der Exponent einer Protesthaltung, die die Normen und Werte der bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellte oder ganz abschaffen wollte.

Hier nun sein Erstlingswerk aus dem Jahr 1963.

Zwischen Null Uhr Null und Mitternacht ist Degenhardts erste Scheibe (1963). Und so erläutert er seinen Ansatz seiner „Baenkel-Songs“ auch noch schriftlich. Dass er schon FJD01noch juristischer wissenschaftlicher Mitarbeiter sei, bewusst eingängige Melodien mit leicht widerborstigen Texten kombiniere etc. Doch eigentlich spricht bereits die Debutplatte für sich. Rumpelstilzchen ist die gängigste Geschichte: einer bricht die bürgerliche erstarrte Welt subversiv auf, und die Melodie pfeift wohl der härteste Spießer sofort mit. Tarantella und Weintrinker sind dann noch meine musikalischen Lieblinge, während etwa Armer Jonas einen fast tonlosen Refrain zu haben scheint. (Serenus Zeitblom)

Das ist die erste LP des bis heute wichtigsten deutschsprachigen Liedermachers, Franz Josef Degenhardt, vor nun 40 Jahren, 1963, aufgenommen und veröffentlicht. Damals ging es dem „Bänkelsänger“, der sich noch gegen das politische Lied abgrenzte, um die Artikulation des Unbehagens an der bürgerlichen Gesellschaft der zunehmend gesättigten Adenauer-Ära. „Rumpelstilzchen“ will schon Ärger bringen gegen die scheinbar befriedete Gesellschaft; einige Lieder verweisen zwischen den Zeilen auf Ungenanntes Bedrohliches aus den verdrängten „1000 Jahren“ zuvor.
Nur Stimme und Gitarre; eine heute vielleicht veraltete Zeile ist mir nicht aufgefallen! (Jürgen Köster)

Ja … hier hören wir die poetische Seite des Franz-Josef Degenhardt … aber schon damals mit einem gepfefferten schwarzen Humor ausgestattet, dem auch surrealistische Textideen nicht fremd waren:

Es liegen drei glänzende Kugeln,
ich weiß nicht, woraus gemacht,
in einer niedrigen Kneipe
neun Meilen hinter der Nacht.
Sie liegen auf grünem Tuch,
und an der Wand hängt der Spruch:
Wer die Kugeln rollenläßt,
den überkömme die schwarze Pest.

Der Wirt, der hat nur ein Auge,
und das trägt er hinter dem Ohr.
Aus seinem gespaltenen Kopfe
ragt eine Antenne hervor.
Er trinkt aus einer Seele
und ruft aus roter Kehle:
Wer die Kugeln rollen läßt …

Die einen sagen, die Kugeln
sind die Sonne, die Erde, der Mond.
Die anderen glauben, sie seien
das Feuer, die Angst und der Tod.
Und wenn sie beisammen sind,
dann summen sie in den Wind:
Wer die Kugeln rollen läßt …

Und dann kam einer geritten,
es war in dem Jahr vor der Zeit,
auf einer gesattelten Wolke
von hinter der Ewigkeit.
Er nahm von der Hand einen Queue,
der Wirt rief krächzend: „He!“
Wer die Kugeln rollen läßt …

Doch jeder, der lachte zwei Donner
Und wachste den knöchernen Stab,
visierte und stieß, und die Kugeln
prallten aneinander, der Wirt grub ein Grab.
Fäulnis flatterte auf,
so nahm alles seinen Lauf:
Wer die Kugeln rollen läßt …

Und wie schrieb Michael Lohr (in Akustik Gitarre 6/11):

Text Michael Lohr

Und darüber hinaus hat er wohl eine ganze Generation von Liedermachern (sagte man Amals noch nicht) … und seine poetische Ader war sicher auch für einen Reinhard Mey Ansporn, ebenfalls auf die Bühne zu klettern.

Und die sinnliche Seite des Leben, die konnte er damals auch zelebrieren und zwar in „Manchmal, dann sagst du mir…„.

Wie gesagt … ein wahrlich feines Debütalbum … denn auch musikalisch hören wir immer wieder mal feine Klänge auf der Gitarre.

Schade nur, dass der Degenhardt sich dann später politisch verrannt hat … Sein Engagement für die DKP, ja auch darüber muss geschrieben werden … aus meiner Sicht wahrlich kein Ruhmesblatt !

Das Album erschien dann später unter dem Titel „Rumpelstilzchen„.

Und die nächste Präsentation in diesem blog enthält dann das Original Liedheft aus dem Jahr 1963 zu dieser LP …

RumpelstilzchenFront+BackCover

Besetzung:
Franz-Josef Degenhardt (guitar, vocals)

BackCover1
Titel:
01. Rumpelstilzchen 4.16
02. Zwischen zwei Straßenbahnen 3.04
03. Manchmal, dann sagst du mir… 2.49
04. Armer Felix 4.07
05. Sentimentaler Hund 3.34
06. Drei Kugeln 3.09
07. Armer Jonas 3.33
08. Der Bauchladenmann 4.07
09. Manchmal des Nachts 3.27
10. Tarantella 5.45
11. Weintrinker 3.15
12. Wiegenlied 2.41

Musik und Texte: Franz Josef Degenhardt

LabelA1
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Ein kleiner, verschmutzter Bauchladenmann
schritt durch die Straße beim Fluß
und pries seine seltsame Ware an:
Einen Bauchladen voller Tabus.
Und die Menschen standen vor ihren Türen
und ließen sich seine Waren vorführen.
Und Kinder auf Rollschuhn fuhren herum,
und der kleine, verschmutzte Mann zeigte stumm:
Ein halbes Pfund Ehre, eine Ehe, einen Gott
und eine Tüte voll Angst vor dem Tod,
einen Zwiebelkranz Pflichten, Verdienstkreuz am Band,
zwölf Kilo Ehrgeiz, ein Schälchen Verstand.

Ein Straßenmädchen kaufte die Ehre,
schlich glücklich damit zum Tanz.
Eine Frau ohne Kind schnitt mit der Schere
drei Pflichten vom Zwiebelkranz.
Und der Priester des Viertels erbat sich den Gott,
und der Krüppel erstand die Angst vor dem Tod,
der Ganove stahl das Verdienstkreuz am Band,
und der Trottel erhielt das Schälchen Verstand.
Und schließlich, da hatte der Bauchladenmann
alles verhökert bis auf ein Ding,
das schaute er lange und traurig an,
dann warf er es in die Gosse und ging.
Dort fand es ein Kind, trat es mit dem Fuß,
und das sah der Bauchladenmann.
Er setzte sich auf das Geländer am Fluß,
lachte lange und laut, und dann
kamen die Menschen aus ihren Türen
und sagten, er wolle die Kinder verführen.
Und Kinder auf Rollschuhn fuhren herum,
und der kleine, verschmutzte Mann wurde stumm.
Sie zogen seine Tabus hervor,
die Frau ohne Kind zerschnitt sein Ohr.
Das Mädchen spuckte ihm auf den Mund,
der Ganove schlug ihm die Hände wund.
Der Priester schrie: Ein gemeiner Augur,
und der Krüppel trat mit dem Fuß.
Der Trottel zog das Gesetzbuch hervor
und warf ihn dann in den Fluß.
Und Kinder auf Rollschuhn fuhren herum,
und der kleine, verschmutzte Mann versank stumm.
Und die Menschen gingen zu ihren Türen
und taten sich ihre Tabus vorführen:
Ein halbes Pfund Ehre, eine Ehe, einen Gott
und eine Tüte voll Angst vor dem Tod,
einen Zwiebelkranz Pflichten, Verdienstkreuz am Band,
zwölf Kilo Ehrgeiz, ein Schälchen Verstand.

 

EPFront+BackCover

Ein Teil der Lieder erschien damals auch als EP

 

Vico Torriani – Pepino/Glaub´meiner Liebe (1963)

FrontCover1Ich habe gerade mal wieder jede Menge Spaß, meine alte Single-Sammlung durchzustöbern … und dann kommt sowas raus:

Vico Torriani wurde als Sohn eines Reit- und Skilehrers geboren und wuchs in St. Moritz auf. Nach der Schule lernte er Konditor, Koch und später noch Kellner. Bereits als 15-Jähriger gab er private Konzerte.

Nach seiner langjährigen Karriere als Sänger und Entertainer (Der goldene Schuß etc.) betätigte er sich als selbständiger Gastwirt, unter anderem in Basel, und machte sich als Autor von Kochbüchern einen Namen.

Hier nun eine niedliche Single aus dem Jahr 1963. Wahrlich nix besonderes; die A-Seite ist ein wenig schelmisch und die B-Seite hat damals sicherlich Heerscharen von Damen sehnsüchtig entzückt und vielleicht sogar zum Taschentuch greifen lassen …

Nun gut … hoher Schmunzelfaktor, das knistern ist historisch bedingt … was soll´s ….

Vico

 

Besetzung:
Vico Torriani (vocals)
+
Tanzorchester Henry Mayer (01)
Tanzorchester Gert Wilden (02.)
+
Die Sunrises -das Cornell Trio (02.)

Titel:
01. Pepino (Allen/Merrell/Bradtke) 2.10
02. Glaub´ meiner Liebe (You Don´t Believe It) (Hilliard/Bacherach/Anton) 2.21

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Peggy March – Tagebuch einer 17jährigen (1964)

PeggyMarchFrontCoverEigentlich längst überfällig, dass hier auch Peggy March eine erste Würdigung erfährt. Ich gestehe: hier bin ich gnadenlos subjektiv, denn Peggy war wohl mein erster weiblicher Schlagerstar, dem ich in jüngsten Jahren hoffnungslos verfallen war.

Aber der Reihe nach:

Peggy March (* 8. März 1948 in Lansdale, Pennsylvania; bürgerlich Margaret Annemarie Batavio) ist eine US -amerikanische Schlagersängerin und ‑texterin.

Nach einer Ausbildung in Gesang, Tanz und Schauspiel hatte Little Peggy March, wie sich die Künstlerin seinerzeit nannte, 1963 als 15-jährige mit dem Musiktitel I Will Follow Him Erfolg. Der Schlager, eine neue Version des Petula-Clark-Titels Chariot, wurde auf Anhieb Nummer 1 in den US-Hitparaden. Peggy March war damit die jüngste Sängerin, der das bis dahin gelungen war.

Wenig später kam sie nach Deutschland und siegte 1965 bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden mit dem Song Mit 17 hat man noch Träume. Von da an war ihr auch der internationale Durchbruch gelungen. Sie sang Lieder in neun verschiedenen Sprachen und reiste auf Tourneen durch die ganze Welt, davon dreimal nach Japan. Immer wieder landeten ihre Titel in den diversen Musiksendungen im oberen Drittel. Goldene Schallplatten erhielt sie in den USA, Japan und Deutschland, wo sie mit zwei ihrer Titel sogar bis auf Platz 1 der Single-Charts kam (Romeo und Julia, Memories of Heidelberg). (Quelle: wikipedia)

Interessieren würde es mich schon sehr, wie es wohl dazu kam, dass ihr Weg ausgerechnet auch nach Deutschland geführt hat.

PeggyMarch

Wie auch immer: „Mit 17 hat man noch Träume“ (die Single hab ich als bonus drangehängt) war ein grandioser Charterfolg (er traf wohl – bewusst oder unbewusst – auch die damalige Stimmungslage der deutschen Jugend, die sich ihre Träume immer weniger ausreden lassen wollten) und dann ging´s Schlag(er) auf Schlag(er). Diese LP ist ihr Debütalbum in Deutschland und wie es damals wohl der Fall war, war es letztlich eine Ansammlung ihrer bisherigen Singles.Mindest 12 Titel des Albums erschienen zuvor als Singles. Man gab sich bei dem Album auch richtig Mühe: auf einem rosafarbenen Inlet waren „Tagebucheinträge“ von ihr zu lesen.

Singles1

Zweierlei ist mir beim mehrfachen Anören dieser Aufnahmen aufgefallen: Einerseits die häufig sehr schmissigen Melodien (so als ob sich die Komponisten besonders Mühe gegeben hätten, besonders markante Melodien zu formen) und – fast noch wichtiger – die Texte waren für die damaligen Zeit schon fast aufmüpfig im Hinblick auf eine selbstbewußte junge Frau, die keinerlei Lust hatte, sich in der „Liebe“ die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Im Gegenteil: Die Frau stellte sogar keck klare Forderungen auf, wie z.B. in „Good bye, Good bye, Good bye“:

„Bis wir uns einmal wiedersehn,
good bye, good bye, good bye.
Bei dir war es so wunderschön,
good bye, good bye, good bye.
Für alles Liebe dank ich dir,
good bye, good bye, good bye.
Ich bin bestimmt bald wieder hier
good bye, good bye, good bye.

Grüß deine Frau Mama,
grüß deinen Herrn Papa,
grüß deinen Bruder Klaus
und euer ganzes Haus.
Bis wir uns einmal wiedersehn…
Schau keine Andre an,
damit ich schlafen kann.
Und wär sie noch so schön,
lass sie vorüber gehen.

Bis wir uns einmal wiedersehn…
Denk jeden Tag an mich,
schreib mir ich liebe Dich
träum jede nacht von mir
dann träum ich auch von dir.
Bis wir uns einmal wiedersehn…“

Ich fand das damals schon ziemlich dreist, auf eine wage Ankündigung („Ich bin bestimmt mal wieder hier“) hin, sowas wie „ewige Treue“ („Schau keine andre an/damit ich schlafen kann/Und wär sie noch so schön/lass sie vorüber gehen.“) zu schwören. Da fiel mir dann immer der Knut Kiesewetter Text „Glaub doch nicht ich lauf dir hinterher, schöne Mädchen gibt´s wie Sand am Meer“ ein. Und so ganz frei war mein Leben dann auch nicht von diesen Botschaften …

Und für „Lady Music“ hätte ich sie küssen können !

Aber genug der Erinnerungen: hier die großartige Peggy March !
(Auf „Many Fantastic Colors“ gibt´s dann demnächst ihr erstes englischsprachiges Album „I Will Follow Him“ aus dem Jahre 1963)

BackCover

Besetzung:
Peggy March (vocals)
+
Tanzorchester Henry Mayer

Inlet02

Titel:
01. Ein Boy wie du (Mayer/Hertha) 2.30
02. Es fällt ein Stern (Mayer/Hertha) 2.23
03. Hallo Boy (Bradtke/Mayer) 2.04
04. Wer die junge Liebe kennt (Niessen/Relin) 2.10
05. Spiel nicht mit meiner Liebe (Niessen) 2.43
06. Lady Music (Bradtke/Mayer) 2.18
07. Good Bye, Good Bye, Good Bye (Bradtke/Mayer) 2.52
08. Er schoß mir eine Rose (Niessen) 2.42
09. Die schönen Stunden gehen schnell vorbei (Niessen/Ritter) 2.24
10. Der Schuster macht schöne Schuhe (Niessen) 2.35
11. Wenn der Silbermond (Ritter/Mayer) 2.25
12. Little John (Mayer/Hertha) 2.21
13. Ich bin ein Cowgirl (Ritter/Mayer) 2.38
14. Ich hab‘ ein Herz zu verschenken (Watch What You Do With My Baby) (Baum/Giant/Kayer/Lüth) 2.24
+
15. Mit 17 hat man noch Träume (Korn) 2.46
16. Liebesbriefe (Brasdtje/Schulz-Reichel) 2.11

LabelA1

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Singles2

Esther & Abi Ofarim – Songs der Welt (1963)

FrontCover1Die Ofarims waren ganz sicher ne Ausnahmeerscheinung in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts …

Esther Ofarim (hebräisch ‏אסתר עופרים‎, gebürtig Esther Zaied; * 13. Juni 1941 in Safed, Galiläa) ist eine israelische Schauspielerin und Sängerin.

Ofarim trat zunächst als Solokünstlerin auf und sang auf Englisch, Hebräisch, Deutsch, Französisch, auf Ladino und in verschiedenen europäisch-jüdischen Dialekten. Nach ihrer Heirat 1961 mit dem als Abi Ofarim bekannten Abraham Reichstadt bildete sie mit ihm das Gesangsduo Esther & Abi Ofarim das vor allem 1968 mit dem Hit Cinderella Rockefella internationale Bekanntheit erlangte. 1963 vertrat Esther Ofarim beim Eurovision Song Contest die Schweiz und belegte den zweiten Platz.

Im Jahr 1960 erhielt Ofarim ihre erste Filmrolle als Signorina Hirschberg in dem amerikanischen Spielfilm Exodus und wurde im Abspann erstmals als Esther Reichstadt genannt. Auch Abraham Reichstadt hatte eine, wenn auch namenlose, Rolle in dem Oscar-prämierten Film, in dem internationale Stars wie Paul Newman und Eva Maria Saint mitwirkten.

Esther1961 heiratete sie Abraham Reichstadt (Künstlername: Abi Ofarim), den sie 1959 im „Hebrew Theatre Club“ – dem israelischen Nationaltheater, an dem Abi als Tänzer und Choreograf und Esther als Sängerin engagiert waren – kennengelernt hatte. Viele Fans sahen in Esther & Abi Ofarim „das Gesangsduo der 1960er-Jahre“.

1963 nahm Esther Ofarim für die Schweiz am Eurovision Song Contest in London teil und und wurde mit T’en vas pas („Geh nicht weg,“ mit deutschem Titel als Melodie einer Nacht veröffentlicht) mit nur zwei Punkten hinter dem Siegertitel aus Dänemark unter oft als kontrovers angesehenen Umständen den zweiten Platz. Dies war der eigentliche Beginn ihrer Gesangskarriere in Europa. Esther sang und Abi spielte Gitarre, wobei Abi Ofarim auch als Produzent für sie beide fungierte. Ebenfalls 1963 sang sie das Lied Komm, leg‘ Deinen Arm um mich von Peter Thomas und Günther Schwenn, das zuvor schon im Film Die endlose Nacht (1963) Verwendung fand, dort jedoch mit einer anderen Sängerin. Eine große Deutschlandtournee führte die Ofarims 1965 mit 45 Konzerten in 32 Städte. (Quelle: wikipedia).

Soweit zu den Anfängen dieses Duos …

2 Juden eroberten damals mit ihrer frischen unbekümmerten Art die deutschen Musikszene mit Liedern, die man vermutlich noch nie gehört hat … und so stimmten sie die deutsche Jugend auf eine internationale Musik ein. Und natürlich waren sie damit auch Vorreiter der aufkeimenden Folkszene in Deutschland … Und ich behaupte mal, diese beiden waren für viele Erwachsene ein rotes Tuch, der Antisemitismus war ja in Deutschland noch längst nicht zu Grabe getragen worden und ich behaupte mal, diese beiden waren für viele junge Menschen der damaligen Zeit so ne Art Türöffner nicht nur für ein neues Musikverständnis, sonder auch für ein neues Verständnis von völkerübergreifenden Interessen und Themen … die Engstirnigkeit jener Tage begann zu wanken …

DieOfarims

Besetzung:
Abi Ofarim (guitar, vocals)
Esther Ofarim (vocals)

BackCover1

Titel:
01. Dirty Old Town (McColl)
02. Viva La Feria (Traditional)
03. My Fisherman, My Laddie O (Sait/Robinson)
04. Lay La (Alterman/Zaira)
05. Cha Cha Ballahoo (Minkhoff/Hellermann)
06. Every Night (Okun)
07. Adama Adamati (Pen/Zaira)
08. Entends Tu Le Vent (Rey/Henry/Lemarchand)
09. Freight Train (James/Williams)
10. Oh Waly Waly (Okun)
11. Oh Babe You’re Gonna Wonder (Paxton)
12. Ya Viene Marzo Con Flores (Okun)

LabelB1

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Gunnar Wiklund – Das war der wilde Westen + Blue River (1963)

FrontCover1Der ganz große Erfolg war ihm hierzulande nicht gegönnt, aber in die Herzen von so etlichen Jungs hat er sich denoch gesungen.

Gunnar Wiklund (* 17. August 1935 in Luleå; † 29. September 1989 in Lysekil) war ein schwedischer Schlagersänger.

Wiklund fing früh mit dem Singen an und sang nach der Schulzeit mit verschiedenen Orchestern in der nordschwedischen Stadt Luleå. Von Beruf war er Automechaniker und sein Debüt fand im Jahre 1952 in Luleå statt, zusammen mit dem Orchester „Swingsters“. Seine erste Platte nahm er im darauffolgenden Jahr auf. 1959 gelang ihm mit dem Schlager ”Nu tändas åter ljusen i min lilla stad” (Jetzt werden wieder die Lichter in meiner kleinen Stadt angezündet) ein Hit, 200.000 Platten wurden verkauft.

Wiklunds Vorbilder waren Jim Reeves und Perry Como. Gunnar Wiklunds Stil war sentimental, jedoch ohne Übertreibung. Er nahm an vier Schlagerfestivals mit insgesamt sechs Schlagern teil und 42 seiner Aufnahmen kamen in die schwedischen Hitlisten. Gunnar Wiklund ist trotz seines frühen Todes in Schweden bis heute unvergessen. Eine Best-of-CD mit den beliebtesten schwedischen Schlagern erschien 2001 unter dem Titel Mest av allt: Gunnar Wiklund – Allt det bästa. Zusätzlich hatte Wiklund aber auch Werbeangebote und sang auch auf deutsch. Für die Servas-Schuhfabrik, die zu Werbezwecken eine kleine Serie von Singles herausgab, sang er den Titel: „Fern von hier in Alabama“.

GunnarWiklund01

 

Anfang der 1970er Jahre bekam Wiklund schwere Zahnprobleme, die später als „Oraler Galvanismus“ diagnostiziert wurden. Die Ursache dieses zeitweilig umstrittenen Krankheitszustandes soll in den Amalgamfüllungen zu finden sein. Noch relativ jung wurde er außerdem von einer Krebskrankheit betroffen, die er nicht überlebte. Gunnar Wiklund ist auf dem Stockholmer Waldfriedhof, Skogskyrkogården, begraben, einem Friedhof, der zum architektonischen Weltkulturerbe zählt.

Im deutschsprachigen Raum wurde Gunnar Wiklund vor allem mit dem Titel Geh’ nicht zu den Indios bekannt und beliebt. Am 15. Juni 1963 erreichte er damit die deutsche Hitparade als Nummer 14 und blieb mehrere Monate unter den Top 20. (Quelle: wikipedia)

Hier einer seiner 63er Singles, die dem damaligen Cowboy & Indianer Trend folgend zwei saftige Country & Western Lieder zum besten gibt.

Textlich allemal ein Heiterkeitserfolg …

Aber damals hörte ein 8jähriger Bub das Lied „Das war der wilde Westen“ (ein gewisser Udo Jürgens trat hier als Komponist in Erscheinung)mit hochroten Ohren, schwang sich anschließend auf sein pechschwarzes Pferd, um seinen Blutsbruder Winnetou zu besuchen. Und abends dann war ein Abstecher in der Kneipe mit den Schwingtüren obligatorisch …  klar: einen Whiskey !

Und auch heute noch kann dieser alte, zuweilen jung gebliebene Mann sich auf das Pferd schwingen, es geht nur nicht mehr ganz so flott *ggg*.

GunnarWiklund02

 

Besetzung:
Gunnar Wiklund (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

GunnarWiklund03

 

Titel:
01. Das war der wilde Westen (Jürgens/Schwabach) 2.38
02. Blue River (Olias/Loose) 3.00

LabelB1

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