Telefunken-Stereo-Test Single (Industriefassung) (1963)

FrontCover1Ja hoppla, was haben wir denn da ?

Wir haben den Telefunken-Stereo-Test und zwar in der Industriefassung.

Diese diente dazu, heimische Stereo-Anlagen, die damals vermutlich immer häufiger käuflich erworben wurden, uf ihre Funktionalität (also dem „richtigen“ Steroeklang) zu testen um dann – bei Bedarf – nachzujustieren.

Dem Auftrag entsprechend sind dann die Kommentare zum jeweiligen Prüflauf staubtrocken und nüchtern.

Auf der Seite eins hört man zumindest ein wenig Unterhaltungsmusik, auf der Seite zwei fliegen einem dann diverse Pegeltöne um die Ohren. Nur was für Masochiten !

Und ja, hoppla, was muss ich feststellen … so ganz astrein ist mein System noch nicht … da geht gilt´s nun wohl auf Fehlersuche zu gehen.

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Die Innenhülle, zweisprachig

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Günstiger

Geht auch günstiger …

 

George Bernhard Shaw + Stella Patrick Campbell – Geliebter Lügner (Jerome Kilty) (Hörbuch) (1963)

FrontCover1Irgendwie eine ganz schön schräge Angelegenheit:

George Bernard Shaw und die Schauspielerin Stella Patrick Campbell schrieben über vierzig Jahre Briefe aneinander. Sie formten ihre Gefühle mit Worten, begeisterten und verfluchten einander und vergaßen niemals, dass diese Briefe eines Tages an die Öffentlichkeit gelangen würden.

Zugegebnermaßen – ganz taufrisch ist das Stück „Geliebter Lügner“ von Jerome Kilty, der 1922 geboren wurde, nicht mehr. Seit mehr als fünf Jahrzehnten wird es die Bühnenwelt hinauf- und heruntergespielt, verliert jedoch nie an seiner Wortgewalt, seinem Witz und seiner Tragik. Dass liegt nicht nur daran, dass Kilty es versteht die Briefe von dem großen irischen Dramtiker George Bernard Shaw  und der Ende des 19.Jahrhundert als große Schauspielerin gefeierten Stella Patrick Campbell  klug auszuwählen und ihnen erklärende oder bonmonthaltige Dialoge beizufügen, sondern auch daran, dass Shaw und Campbells Briefe Meisterwerke sind. Ist Shaw oft der von seinem eigenen Ruhm besessene und zutiefst eitle Grantler mit Witz, schreibt Campbell oft das Innerste ihrer Künstlerseele an ihren Brieffreund.

Shaw steigt zu Weltruhm auf, erhält im Jahr 1925 den Literaturnobelpreis und 1939, ein Jahr vor Stella Patrick Campbells Tod in Frankreich, einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch, während Campbell, einst gefeierte Schauspielerin und Broadway-Star unter ihrem Alter leidet und immer weniger von ihrem einstigen Ruhm leben kann. Oft wird sie krank und stirbt mehr oder weniger mittellos.

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Das Liebespaar

Shaws und Campbells Briefe machen diese Entwicklung nur unterschwellig deutlich. So klar und gewitzt, so harsch und bestechend die Schriftstücke formuliert sind, ist es für den Zuschauer ein Akt der geistigen Mitarbeit nachzuvollziehen in welchen Lebenssituationen sich die beiden Schöpfer dieser Briefe zum jeweiligen Zeitpunkt befanden. Kilty löst das in seinem Stück mit Jahreszahlen, die immer wieder beiläufig vorgetragen werden.

War Stella Patrick Campell für den älteren George Bernard Shaw am Anfang ein Vorbild und eine Muse (sie inspirierte ihn zu seinem weltweit bekannten Stück „Pygmalion“ und war in einem post-viktorianisch verklemmten Großbritannien sein Objekt der Begierde), so wird Shaw über die Jahre immer mehr zu Campbells Vorbild. Sein Erfolg und seine Lebensfreude, seine Gedanken und sein Talent zum Schreiben begeistern sie. „Geliebter Lügner“ und „Clown“ nennt sie ihn in ihren Briefen, schwärmt und giftet ihn an, verflucht ihn, um ihn gleichzeitig wieder sehnsüchtig herbeizurufen.
In Kiltys Stück wird der Zuschauer Teil einer komplizierten und herzzereißenden Liebesgeschichte. Es sind Briefe wie sie nur die Leidenschaft und Getriebenheit zweier Künstlerseelen schreiben können. So sehr nehmen einen die Gedanken der beiden mit. (Tobias Lentzler )

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Und es gibt etliche, weitere Quellen, die sich ebenfalls euphorisch über diesen Briefwechsel äußern …

Zusammengestellt haben diese Brief übrigens ein Jerome Kilty

Jerome Kilty (* 24. Juni 1922 in Baltimore, Maryland; † 6. September 2012 in Norwalk,

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Jerome Kilty

Connecticut) war ein amerikanischer Schauspieler und Autor, der besonders durch seine Dramatisierungen von Briefwechseln bekannt wurde. Sein bekanntestes Werk war Dear Liar, die Adaptierung der 40-jährigen Korrespondenz zwischen George Bernard Shaw und Mrs. Patrick Campbell, einer Londoner Schauspielerin.

So ganz kann ich mich dieser Euphorie allerdings nicht anschließen … Interessant ist jedoch, mit welchen Worten und Satzstellungen man in jenen Jahrzehnten hantierte, wenn man zur Gattung der selbstverliebten und egozentrischen Künstlern gehörte. Er war ein rechter Griesgram, sie ne eingebildete Ziege … würd´ ich mal sagen.

Wir hören ein „wunderbar“ höfliches Hin und Her, mit Andeutungen, Träumen, Problemen, glühenden Liebesschwüren, Verdächtigungen, Gerüchten, Bosheiten und Spitzfindigkeiten.

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Die Buchausgabe

Hier die erste deutsche Hörspielfassung (später gab´s dann auch noch eine Version mit Iris Berben und Mario Adorf).

Aber zuerst gab´s die Fernsehausstrahlung:  Die ARD hatte am 10. Oktober 1963 eine Aufführung dieser Vorlage von Kilty ausgestrahlt; Protagonisten waren hierbei O. E. Hasse und Elisabeth Bergner, zwei Hochkaräter des Schauspiels der damaligen Zeit:

Otto Eduard Hasse war ein deutscher Schauspieler und Regisseur, der auf der Theaterbühne u. a. als „Mephisto“ und „Des Teufels General“ brillierte, im Kino als „Canaris“ (1954) und „Arzt von Stalingrad“ (1958) beeindruckte und als Synchronsprecher u. a. die langjährige deutsche Stimme von Humphrey Bogart war. Er wurde am 11. Juli 1903 in Obersitzko in Polen geboren und verstarb am 12. September 1978 mit 75 Jahren in Berlin. (geboren.am)

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Otto Eduard Hasse

Und dann noch die Elisabeth Bergner:

Sie war die gefeierte deutsche Bühnenschauspielerin der ersten Jahrhunderthälfte, doch ihr überdauernder Ruhm gründet sich auf die Erfolge eines einzigen Jahrzehnts. Im Jahr 1923 stand sie in Berlin hintereinander in mehreren großen Shakespeare- und Strindberg-Rollen auf der Bühne. Danach war „ganz Berlin in sie verliebt“ (Fritz Kortner). 1924 war sie schon so berühmt, daß George Bernard Shaw von London aus den Berliner Theaterkönig Max Reinhardt, der die Bergner nicht mochte, zwang, keine andere die „Heilige Johanna“ spielen zu lassen. Es wurde nach Shakespeares Rosalinde, ihr größter Triumph. Elisabeth Bergner, im galizischen Drohobytsch geboren, in Wien aufgewachsen, war ein Schönheitsidol der zwanziger Jahre knabenhaft schmal großäugig, Bubikopf, naiv und kokett mit verführerisch singender Stimme halb Elfe, halb Engel, kaum Frau. Ihr treuester Anbeter, ein junger Wiener namens Paul Czinner, der zuvor nie einen Film gedreht hatte, machte sie 1924 zum Kinostar: Er wurde ihr Vertrauter, ihr Impresario, der Regisseur der wichtigsten Bergner Filme bis Kriegsausbruch, und 1933 wurde er auch ihr Ehemann. Vom Berliner Theaterbetrieb hatte sie sich da schon abgewendet und filmte in England. Auf das Arisierungsangebot, das die Nazis ihr nach London übermittelten, um sie zurückzulocken, reagierte sie nicht.

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Elisabeth Bergner

Im London der Vorkriegsjahre ist Elisabeth Bergner bejubelt worden wie keine Ausländerin seit Sarah Bernhardt; Stücke wurden eigens für sie geschrieben, sie spielte Shaw zuliebe noch einmal die „Heilige Johanna“. Hollywood lockte, die Bergner ging nach Amerika, doch die neue Garbo wurde sie nicht. Czinner hat sie dafür zum Broadway-Star gemacht, und dort versuchte sie 1946, als Gastgeberin und Hauptdarstellerin, Brecht in Amerika zum Erfolg zu verhelfen. Das Fiasko seiner Bearbeitung der „Herzogin von Malfi“ bedeutete auch für Elisabeth Bergner den Abschied von Amerika. Ihr Wohnsitz blieb London, sie kam immer nur als kostbarer Gast, und bei ihren späten Triumphen – in O’Neill-Rollen in dem Shaw-Duett „Geliebter Lügner“ mit O.E. Hasse und dem Film „Der Pfingstausflug“ mit Martin Held (Photo) – wurde eine Legende gefeiert und geliebt. (Quelle: Der Spiegel, Mai 1986)

Interessant, dass zumindest Elisabeth Bergner auf persönliche Begegnungen mit George Bernhard Shaw zurückblicken konnte.

Und dann gibt es noch zu vermelden, dass diese Aufnahmen, Jahre später (und zwar 1966 und 1970) auf in der DDR auf dem Litera Label erschienen sind.

EternaAusgabe

Eterna Ausgabe

Besetzung:
Elisabeth Bergner (Sprecherin)
E.O. Hasse (Sprecher)

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Titel:
01. Geliebter Lügner (Teil 1) 29.11
02. Geliebter Lügner (Teil 2) 30.31

Textzusammenstellung: Jerome Kilty
Deutsche Übersetzung: Hermann Stresau

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Johann Sebastian Bach – Berühmte Orgelwerke (Karl Richter – Siegfried Hildenbrand – Wilhelm Krumbach) (1963)

FrontCover1Johann Sebastian Bach hat ja nicht nur die grandiosen „Brandenburgischen Konzerte“ komponiert, nein er hat auch eine geradezu magische Orgelmusik geschaffen.

Und davon erzählt diese LP aus dem Jahre 1963 … und die Namen der Organisten (Karl Richter – Siegfried Hildenbrand – Wilhelm Krumbach) lässt einen nur mit der Zunge schnalzen … Hochkaräter halt !

Hier ein paar einführende Erläuterungen zum Orgelwerk von Johann Sebastian Bach … wer mag kann sich mit dieser Thematik gerne intensiver beschäftigen:

Johann Sebastian Bach gilt als einer der bedeutendsten Orgelkomponisten. Zum einen sind nahezu alle Form- und Satztypen in seinem umfangreichen Werk anzutreffen, zum anderen weisen viele der Stücke den von ihm geschätzten virtuosen Fugenstil auf.

Die Vielseitigkeit der Orgelwerke Bachs, der über lange Zeit für die Orgel komponierte, stellt Historiker vor viele Fragen. Weiterhin stellen zahlreiche dieser Werke bis heute recht hohe technische Ansprüche an den Organisten, beispielsweise die sechs Triosonaten.

Die „Werke für Orgel“ sind im Bach-Werke-Verzeichnis (BWV) unter den Nummern 525-771, 1090-1120 und 1128 aufgeführt. Lässt man diejenigen beiseite, die vermutlich nicht von Bach stammen, bleiben etwa 220 Orgelkompositionen – ein Fünftel seines Gesamtwerks. Diese Zahl zeigt die Bedeutung der Orgel für Bach. Instrumentale Choralbearbeitungen, Partiten, Fantasien, Präludien, Fugen, also orgelspezifische musikalische Formen, bildeten von früher Jugend bis ins hohe Alter die Grundelemente seiner Kompositionen.

In seinen Orgelkompositionen wurde Bach besonders von der norddeutschen Orgelschule beeinflusst, also von Komponisten wie etwa Dietrich Buxtehude, Nicolaus Bruhns und Johann Adam Reincken. Auch andere musikalische Stile, die sein gesamtes Schaffen prägten (wie beispielsweise das italienische Concerto und die höfische französische Verzierungstradition), blieben nicht ohne Einfluss auf sein Orgelwerk.

BachBachs Orgelmusik lässt sich zwanglos in zwei Gruppen einteilen, je nachdem, ob ein Choral zugrunde liegt oder nicht. Auch das Bachwerkeverzeichnis nutzt dieses Kriterium zur Untergliederung.

Ein großer Teil von Bachs Orgelmusik legt eine Choralmelodie zugrunde. Sein Verfahren der Choralbearbeitung, das auf Vorbilder wie etwa Dietrich Buxtehude zurückgeht, führt zu eher kurzen Einzelsätzen, deren Form durch die Abfolge der Choralzeilen bestimmt wird. Bach neigt dazu, mehrere derartige Sätze, die unterschiedliche Choräle verwenden, aber in Anlage und Umfang zusammenpassen, zusammenzustellen.

Ein Beispiel ist das bereits in Weimar begonnene Orgelbüchlein (BWV 599–644), nach Albert Schweitzer das „Wörterbuch der Bachschen Tonsprache“; es umfasst 46 Sätze. Ähnlich angelegt sind die in Leipzig entstandenen Achtzehn Choräle (BWV 651–668) und der Dritte Teil der Clavierübung (hier sind die Choralbearbeitungen eingerahmt von Präludium und Fuge Es-Dur – siehe unten).

Die Sechs Choräle von verschiedener Art (BWV 645–650), unter dem Namen „Schüblersche Choräle“ bekannt, sind zunächst einzeln als Kantatensätze entstanden und später von Bach für Orgel bearbeitet und zusammengestellt worden.

In einigen Fällen kombinierte Bach auch mehrere Variationen über den gleichen Choral zu mehrsätzigen „Partiten“, wie etwa die Partite diverse sopra „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ (BWV 768) oder die Canonischen Veränderungen über „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ (BWV 769), das zu Bachs kontrapunktischem Spätwerk zählt.

Ein großer Teil von Bachs Orgelschaffen bezieht sich nicht auf einen Choral. Die Mehrzahl dieser Werke folgt der zweisätzigen Struktur aus Präludium und Fuge; in Einzelfällen hat Bach hier das Präludium auch als Fantasie oder Toccata bezeichnet.

Das möglicherweise bekannteste Orgelwerk überhaupt ist die vielgespielte Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565), die entweder ein Jugendwerk Bachs darstellt oder gar nicht von ihm selbst stammt.

Weitere Toccaten sind die Toccata und Fuge in F-Dur (BWV 540), die häufig als „dorische“ Toccata und Fuge bezeichnete BWV 538 (die Tonart ist echtes d-Moll) und Toccata, Adagio und Fuge C-Dur (BWV 564), die im Aufbau der drei Sätze an ein Konzert anspielt.

Zu den meistgespielten zweisätzigen Stücken zählen das Präludium und Fuge D-Dur (BWV 532), die Fantasie und Fuge c-Moll (BWV 537), und das Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547). Bemerkenswert ist auch die harmonisch kühne Fantasie und Fuge g-Moll (BWV 542). Hermann Keller spricht dem h-Moll-Präludium (aus Präludium und Fuge BWV 544), einen „lyrisch-schmerzlichen Grundcharakter“ zu und bescheinigt der Fuge einen interessanten Entwicklungsgang. Unter BWV 572 findet sich die frühe Fantasie G-Dur (auch als „Pièce d’Orgue“ bezeichnet).

Bach selbst zeigte seine Wertschätzung von Präludium und Fuge Es-Dur (BWV 552), indem er es als Teil des Dritten Teils der Clavierübung drucken ließ.

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Die Acht kleinen Präludien und Fugen (BWV 553–560) werden heute von der Musikforschung einem von Bachs Schülern zugeschrieben, etwa Johann Tobias Krebs oder dessen Sohn Johann Ludwig Krebs.

Das achttaktige Bassthema der Passacaglia c-Moll (BWV 582) ist Basis von zwanzig Variationen; die Fuge verwendet die Themenhälften als Thema und ersten Kontrapunkt und fügt noch ein zweites Kontrapunktthema hinzu.

Die Sechs Sonaten (BWV 525–530), die zunächst didaktische Absicht hatten (die musikalische Ausbildung seines ältesten Sohns Wilhelm Friedemann), gelten als ein Höhepunkt dreistimmigen Orgelsatzes und zählen wegen der vollen Integration und Gleichberechtigung des Pedals zu Bachs schwierigsten Werken. Die Kompositionen folgen nicht der viersätzigen Form der Sonata da Chiesa, sondern zeigen schon die modernere, am italienischen Concerto orientierten Folge von drei Sätzen.

Bei den Sechs Konzerten (BWV 592–597) handelt es sich um Bearbeitungen von Instrumentalkonzerten anderer Komponisten, die sich Bach zu Studienzwecken anfertigte. (Quelle: wikipedia)

Und ,wie ich,  seine Freude an grandioser Orgelmusik hat … kommt hier voll auf seine Kosten !

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Karl Richter

Besetzung:
Siegfried Hildenbrand (organ (bei 02.)
Wilhelm Krumbach (organ bei 01.)
Karl Richter (organ bei 03. + 04.)

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Titel:
01. Toccata und Fuge d-moll BMV 565 / 9.32
02. Präludium und Fuge G-dur BMV 541 /
03. Fantasie G-dur BMV 57204. Passaglia und Fuge c-moll BMV 582
04. Passacaglia und Fuge c-moll BMV 582

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Karl May – Winnetou – Folge 6 – (Auf Leben und Tod) (Hörspiel) (1963)

FrontCover1Also … vor ein paar ‚Wochen  war ich mal ein wenig länger im Keller (da war es ein wenig kühler) und ich habe versucht, dem Prinzip Ordnung ein wenig Gehör zu verschaffen. Ob das ne gute Idee  war, ich weiß es nicht. Der Keller ist aufgräumter, mein Arbeitszimmer ein wenig voller … denn so etliche „Schmuckstücke“ meines persönlichen Werdegangs durften mal wieder ans Tageslicht.

Darunter diese 6teilige EP-Serie „Winnetou“ aus dem Jahr 1965. Diese Serie war ein Glanzstück meiner Kindheit im Jahre 1965, und klar, dass Winnetour-Fieber hatte sich längst bei uns ausgebreitet und auch mich erfasst.

Aber nicht nur ich war und bin begeistert:

Klasseklasseklasse! Unter Offenbachs Regie entstand eine wunderbare Winnetou-Adoption (die einen Teil des Buches „Winnetou I“ beinhaltet). Winnetou und Sam Hawkens sind vorbildlich gesprochen und Erik Brädt setzt ein Glanzlich als unübertroffen fieser Tangua, dem man einfach nur die Pest an den Hals wünscht. (Das Fehlen der ersten Single der Philips-Aufnahme macht sich hier zum Glück nicht störend bemerkbar – bei der Fass-Produktion von „Der Schatz im Silbersee“ sieht das leider anders aus.) (Cartman)

Die Hörspielfassung verrät den professionellen Dramaturgen: Uwe Storjohann hat die Marterung Rattlers (unglaublich intensiv: Reinhard Brox) vor den alles entscheidenen Kampf zwischen Intsch-tschuna und Old Shatterhand vorgezogen, sodaß der Spannungsbogen bis zum Ende erhalten bleibt. Bedauerlich bleibt allein, daß in der gekürzten LP-Version neben der 1.Single-Folge ‚Der Grizzly und das Greenhorn‘ auch die Pueblo-Szenen mit Nscho-tschi und Old Shatterhand (Single-Folge 5, Seite 1) unter den Schneidetisch fielen.

Jenseits der unterhaltenen Abenteuer-Aspekte nimmt diese vorzügliche Fassung die Thematiken von Recht und Unrecht, Töten und Getötetwerden, von Liebe und Hass reclativ ernst, und so ist etwa auch Offenbachs Hawkens ein mitunter nachdenklicher Charakter mit mehr Tiefe als die doch etwas schablonenhafte Figur bei May vorgibt.
Diesem frommen Wunsch wurde bisher nicht entsprochen … dafür gibt es hier aber alle Original-Single Aufnahmen (bei der o.g. besprochenen LP Ausgabe – die mir nicht bekannt ist), fehlen wohl einige Teile (wie z.B. die 1. Folge).Mit anderen Worten: Der ‚Winnetou‘-Klassiker schlechthin – und bislang unerreicht: also eigentlich 6 Punkte wert. Es wäre mehr als wünschenswert, daß die Gesamtaufnahme aller 6 Singlefolgen nochmals als CD wiederveröffentlicht würde. (thoschw)

Regie führte ein gewisser Joseph Offenbach (der auch die Rolle des kauzigen Sam Hawkins mübernommen hat) … Experten unter uns werden ihn noch kennen, als den Vati Kurt Scholz bei der großartigen TV-Serie „Die Unverbesserlichen“.

Mich überzeugen diese Aufnahmen heute noch … ganz sicher werden aber viele diese Aufnahmen eher als antiquiert betrachten … aber wenn man mit glühenden Backen – damals … long time ago … gehört hat, dann ist das halt einfach so.

Wohlan .. .hier nun die sechste und letzte Folge und nun beginnt das dramatische Finale … Pathis der feinsten Art inklusive … Musste halt so sein …

Unabhängig von dem ganzen Winnetou Hokuspokus jener Jahre … diese EP Serie zeigt auf sehr eindrucksvolle Weise … welche Werte dem Karl May wohl schon sehr bedeutsam waren: Gerechtigkeit, Verständigung der Völker, Solidarität, Freundschaft und Zutrauen …

Werte, die mich – wenn ich es recht besehe -mein ganzen Leben begleitet haben …. von daher sind meine erste Begegnungen mit diesenSWerten via Karl May gar nicht hoch genug zu bewerten.

Und Old Shatterhand bediente sich einer Liste, um sich und seine Freunde zu retten …  *ggg*

AlleFolgen

Alle Folgen dieser EP-Serie

Besetzung:
Jörg Behringer (Howard)
Volker Brandt (Old Shatterhand)
Erik Brädt (Tangua)
Charles Brauer (Winnetou)
Reinhard Brox (Rattler)
Rudolf Dobersch (Klekih-petra)
Benno Gellenbeck (Intschu tschuna)
Gisela Greßmann (Nscho-tschi)
Heinz-Horst Hofmann (Will Parker)
Immo Kroneberg (Dick Stone)
Joseph Offenbach (Sam Hawkens)
Mariette Termer (Alte Squaw)
Karlheinz Wüpper (Bancroft)
+
andere Mitglieder der Hamburger Bühnen
+
Geräuscheffekte: Willy Wany

Regie: Joseph Offenbach

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Titel:
01. Auf Leben und Tod (Teil 1) 6.55
02. Auf Leben und Tod (Teil 2) 6.21

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Kleine Korrektur: bei all den bisherigen Ausgabe habe ich das Jahr 1965 als Aufnahme- und Erscheinungsjahr angegeben, da habe ich mich geirrt; die richtige Jahreszahl lautet 1963, wenn ich mich nicht irre … kicher

Esther & Abi Ofarim – Melodie einer Nacht (1965)

FrontCover1Seit geraumer Zeit stapeln sich meine Esther & Abi Ofarim LP´s und warten geduldig darauf, dass sie hier auch mal Erwähnung finden. Nun aber ist es soweit:

Esther & Abi Ofarim waren ein israelisches Gesangsduo, das in den 1960er Jahren international bekannt war.

Ester Zaied lernte Ende der 1950er Jahre Abraham Reichstadt kennen. Beide traten in Israel mit folkloristischen Titeln unter dem Künstlernamen „Ofarim“, was so viel wie „Rehkitz“ bedeutet, auf. 1961 heirateten die beiden und nannten sich dann Esther und Abi Ofarim. Esther war auch als Schauspielerin tätig und trat u.a. in dem Film Exodus auf – im Abspann wird sie als Esther Reichstadt genannt. Nach ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest 1963 in Großbritannien, bei dem Esther für die Schweiz mit dem Titel T’en Va Pas den 2. Platz belegte, wurde das Paar auch international bekannt. In Deutschland war Esther zuerst als Solistin erfolgreich mit Melodie einer Nacht (Platz 39 im August 1963) und Morgen ist alles vorüber (Platz 23 im Februar 1964). Danach nahmen sie Schallplatten in mehreren Sprachen auf und wurden zu einem der erfolgreichsten Gesangsduos der 1960er Jahre.

Esther + Abi Ofarim (1963)

1964 nahm das Duo bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden teil. Ihr Titel Schönes Mädchen erreichte einen beachtlichen 4. Platz. Im selben Jahr hatten sie im deutschsprachigen Raum einen Hit mit Morgen ist alles vorüber. Weitere Hits folgten, bei denen Abi ab 1966 auch selbst für die Produktion verantwortlich war. (Quelle: wikipedia)

Mit „Melodie einer Nacht“ gelang Esther Ofarim 1963 erstmals der Einstieg in die deutschen Bestsellerlisten. Die gleichnamige Langspielplatte, die 1965 erschien, enthält auch einige Aufnahmen, bei denen die Sängerin von ihrem Ehemann Abi gesanglich und musikalisch begleitet wird.

Europaweit auf sich aufmerksam machte die Interpretin aus Israel, als sie 1963 für die Schweiz am Grand Prix d´Eurovision teilnahm und den zweiten Platz belegte. Ihr Wettbewerbsbeitrag „T´en vas pas“ wurde anschließend in deutscher Sprache als „Melodie einer Nacht“ veröffentlicht.

Erst 1962 waren die Ofarims, die Ende 1959 geheiratet hatten, von Tel Aviv nach Europa gekommen und hatten ihr Domizil in Genf aufgeschlagen. Bis dahin galten sie in erster Linie als Folklore-Duo, doch dann gewann Esther als Solistin den Schweizer Vorentscheid zum Eurovision Song Contest und ihre Teilnahme an dem internationalen Gesangswettbewerb war zugleich ihr Einstieg ins Pop- und Schlagergeschäft. Der erfolgreiche Filmkomponist und Produzent Peter Thomas übernahm ihre künstlerische Betreuung und stellte sie zunächst weiterhin als Solistin in den Vordergrund. Doch weil die Ofarims – vor allem auf der Bühne – als Duo einfach perfekt harmonierten und sich ihnen künstlerisch auch weitaus mehr Möglichkeiten boten, wurde Abi später bei den Plattenproduktionen mit einbezogen.

DieOfarimsBei der vorliegenden Langspielplatte richtet sich der Fokus allerdings etwas mehr auf Esther Ofarim. Es handelt sich bei den Aufnahmen um die schönsten Lieder einer Fernsehshow, die ebenfalls unter dem Titel „Melodie einer Nacht“ ausgestrahlt wurde. Das verrät der Text auf der Rückseite der Plattenhülle. Den überwiegenden Teil des Repertoires bilden die Single-Produktionen der israelischen Sängerin aus den Jahren 1963/64, wobei die Lieder größtenteils aus der Feder von Peter Thomas stammen. Dazu gehört „Das ist meine Liebe“, die Titelmelodie des Films „Es war mir ein Vergnügen“, in dem die Interpretin auch die Hauptrolle spielte. Eine zweite Hit-Notierung gelang ihr 1964 mit der Werner-Scharfenberger-Komposition „Morgen ist alles vorüber“, die hier ebenfalls zu hören ist. Im selben Jahr nahmen Esther & Abi Ofarim an den Deutschen Schlagerfestspielen in Baden-Baden teil. Mit „Schönes Mädchen“ erreichten sie einen ehrenvollen vierten Platz.
Folklore – Spezialität der Ofarims

Neben den überwiegend chansonhaften Schlagern enthält die Zusammenstellung auch einige folkloristische Aufnahmen: den temperamentvollen spanischen Song „Viva la feria“, das jiddische Lied „Adama Adamati“ oder den englisch gesungenen Titel „Cha Cha Ballahoo“. Typisch für diese Beiträge ist, dass Abi Ofarim mit seinem Gitarrenspiel die musikalische Begleitung beisteuert. Auf dem amerikanischen Evergreen „Cottonfields“ basiert das Stück „Wenn ich bei dir sein kann“. Allerdings ist das Original in der neuen Bearbeitung nicht auf Anhieb zu erkennen. Durch ihre besondere Art der Interpretation gelingt es den Ofarims, die Grenzen zwischen Schlager, Pop, Chanson und Folklore aufzuheben.

Esther & Abi waren damals Stammgäste auf den bundesdeutschen Fernsehbildschirmen. Bei ihren Auftritten und Tourneen wurden sie vom Publikum gefeiert und selbst die Fachleute sparten nicht mit Superlativen. Besonders die künstlerische Ausdruckskraft Esther Ofarims wurde immer wieder hervorgehoben. Auch der bereits erwähnte Text, der sich auf der Plattenhülle befindet, singt ein wahres Loblied auf die Interpretin, in dem sogar ein Hauch Poesie mitschwingt. So heißt es u.a.: „Sie ist eine Ton-Malerin, zahllos die Farben auf ihrer Palette“ oder „Zärtlich wie die Nacht ist ihre Stimme, aber sie kann auch wild sein, bangend, hoffend, sehnsuchtsvoll und anheimelnd.“

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In etwas anderer Aufmachung und mit leicht abgewandelter Songauswahl wurde das Album, das bei uns monatelang in den LP-Charts notiert war, 1966 von Amiga in der DDR herausgebracht. Für eine Single wurden dort die Titel „Wenn ich bei dir sein kann“ und „Cha Cha Ballahoo“ ausgekoppelt. (WDR 4 Schallplattenbar)

Ich denke mal, „die Ofarims“ haben uns Deutschen schon ein wenig die Ohren geöffnet und zwar nicht durch ein trunkene Fernwehmusik, sondern durch extrem stilsichere Interpratationen von Folklore-Songs und Chansons aus aller Welt …

Für mich ein ganz und gar großartiger Höhepunkt „Dirty Old Town“ von dem britischem Folksänger Ewan MacColl (eigentlich: James Henry Miller), der dieses Lied bereits 1949 komponierte und das dann vonden „Dubliners“ populär gemacht wurde.

Bei dieser LP könnte man glatt auf den Gedanken kommen, dass diese Aufnahmen im Laufe der Jahre reifen, wie es eben auch bei einem guter altem Whisky der Fall ist.

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Die Amiga Ausgabe

Besetzung:
Abi Ofarim (guitar, vocals)
Esther Ofarim (vocals)
+
Orchester Peter Thomas

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Titel:
01. Das ist meine Liebe (Thomas/Rotter/Jacobi) 2.29
02. Dirty Old Town (McColl/Lach) 2.37
03. Komm doch zu mir (D’Ardario/Charles/Schwenn) 2.39
04. Komm, leg deinen Arm um mich (Thomas/Schwenn) 2.13
05. Cha Cha Ballahoo (Minkoff/Hellerman) 2.33
06. Mein Weg nach Haus (Traditional) 2.08
07. Bonjour l’amour (Scharfenberger/Busch) 2.42
08. Schönes Mädchen (v.d. Dovenmühle/Berlipp) 2.02
09. Adama Adamati (Pen/Zaira) 1.54
10. Morgen ist alles vorüber (Scharfenberger /Busch) 2.32
11. Du bist so weit von mir (Thomas/Hertha) 2.33
12. Viva la feria (Traditional) 1.49
13. Wenn ich bei dir sein kann (Traditional/Blecher) 2.31
14. Melodie einer Nacht (Voumard/Gardar/Tiri) 2.31

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Tschechische Philharmonie (Karel Ančerl) – Mein Vaterland (Smetana) (1964)

FrontCover1Für mich eines der bedeutsamsten Werke der klassischen Musik überhaupt und für mich das Werk, mit dem ich erstmals wirklichen Zugang zur Klassik bekommen habe … vorher war sie per se „gute Musik“ und damit aus und basta !

Mein Vaterland (tschechisch Má vlast) ist ein Zyklus von sechs sinfonischen Dichtungen von Bedřich Smetana, der als vollständiges Werk am 5. November 1882 in Prag uraufgeführt wurde. Der populärste Teil des Zyklus ist Die Moldau (Vltava).

Die Komposition des Zyklus steht in engem thematischem Zusammenhang mit der Oper Libusa aus dem Jahr 1872, die Smetana als nationales Festspiel konzipiert hatte. Der Zyklus, dessen Entstehungszeit von der völligen Ertaubung des Komponisten überschattet war, war zunächst als Vierteiler geplant; erst nach einer dreijährigen Schaffenspause entstanden die letzten beiden Teile. Themen des Zyklus sind Mythen (1, 3), Landschaft (2, 4) und Geschichte (5, 6) von Smetanas tschechischer Heimat.

Die Aufführung von Mein Vaterland bildet traditionell jedes Jahr am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten, die Eröffnung des musikalischen Prager Frühlings.

Der Zyklus besteht aus sechs Teilen:

Vyšehrad (Lento – Largo maestoso – Grandioso poco largamente – Allegro vivo non agitato – Lento ma non troppo)

Vltava – Die Moldau (Die beiden Quellflüsschen der Moldau – kalte und warme M.: Allegro comodo non agitato – Waldjagd – Bauernhochzeit: L’istesso tempo ma moderato – Mondschein, Nymphenreigen: L’istesso tempo – Tempo I – St. Johann-Stromschnellen – Die Moldau strömt breit dahin : Più moto)

Šárka (Allegro con fuoco ma non agitato – Più moderato assai, a la Marcia – Moderato, ma con calore – Moderato – Molto vivo – Più vivo)
Z českých luhů a hájů – Aus Böhmens Hain und Flur (Molto moderato – Allegro poco vivo, ma non troppo – Allegro, quasi Polka – Tempo I – Allegro – Presto)

Tábor (Lento – Grandioso – Molto vivace – Lento – Molto vivace – Lento maestoso – Più animato)

Blaník (Allegro moderato – Andante non troppo – Più allegro ma non molto – Tempo di Marcia – Grandioso – Tempo I – Largamente maestoso – Grandioso meno – Allegro – Vivace)

Vyšehrad wurde von Ende September bis zum 18. November 1874 komponiert und am 14. März 1875 in Prag uraufgeführt.

Smetana01Smetana beschreibt hier die Geschichte der Prager Burg Vyšehrad. Er beginnt mit den Harfenklängen des Barden Lumír (Lumier), worauf ein kriegerisches Crescendo folgt, und auf einmal erscheint die Burg in voller Pracht. Im nächsten Teil besinnt sich Smetana der Geschichte von Vyšehrad, bis nach einem Marsch die Burg einstürzt. Nun erklingen wieder die Harfenklänge Lumírs, und die Musik erinnert sich noch einmal an die Burg. Es folgt das Strömen der Moldau, und zum letzten Mal erklingen die Klänge von Lumír.

Smetana komponierte das Stück Vltava (,Moldau‘, geläufiger Titel im Deutschen Die Moldau) vom 20. November bis zum 8. Dezember 1874. Am 4. April des folgenden Jahres wurde Die Moldau uraufgeführt.

Die Moldau ist ein Beispiel für Programmmusik mit Tonmalerei. Das rondoartig wiederholte Hauptthema besteht aus einer Melodie, die auch im italienischen Renaissance-Lied La Mantovana aus dem 17. Jahrhundert auftaucht und ebenfalls im schwedischen Volkslied Ack Värmeland, in der israelischen Nationalhymne haTikwa und im Kinderlied Alle meine Entchen leicht abgewandelt verwendet wird. Smetana beschreibt das Werk wie folgt:

„Die Komposition schildert den Lauf der Moldau, angefangen bei den beiden kleinen Quellen, der kalten und der warmen Moldau, über die Vereinigung der beiden Bächlein zu einem Fluss, den Lauf der Moldau durch Wälder und Fluren, durch Landschaften, wo gerade eine Bauernhochzeit gefeiert wird, beim nächtlichen Mondschein tanzen die Nymphen ihren Reigen. Auf den nahen Felsen ragen stolze Burgen, Schlösser und Ruinen empor. Die Moldau wirbelt in den Johannisstromschnellen; im breiten Zug fließt sie weiter gegen Prag, am Vyšehrad vorbei, und in majestätischem Lauf entschwindet sie in der Ferne schließlich in der Elbe.“

Moldau

Die Moldau

Es gibt eine gesungene Version von Karel Gott, sowohl auf tschechisch (Vltava) als auch auf deutsch (Die Moldau oder Die Täler meiner Heimat). Hanns Eisler griff bei der Vertonung von Brechts Lied von der Moldau auf die Melodie zurück.
Šárka

Smetana beendete den Teil Šárka am 20. Februar 1875, er wurde am 17. März 1877 aufgeführt.

Dieser Teil handelt von der Amazonenkönigin Šárka, die der Männerwelt Rache geschworen hat. Sie ist als Köder an einen Baum gebunden, als sich der Prinz Ctirad mit einem Marsch ankündigt. Er wechselt ein paar Worte mit der Amazonenkönigin und verliebt sich sofort in sie. Es folgt eine kurze Romanze. Die beiden feiern Hochzeit, und als alle eingeschlafen sind, ruft die Šárka mit ihrem Horn die Amazonen heran. Die sinfonische Dichtung endet mit der männermordenden Szene, siehe auch: Mägdekrieg.

Smetana stellte die Komposition von Z českých luhů a hájů (geläufiger Titel im Deutschen Aus Böhmens Hain und Flur) durch „Gedanken und Gefühle beim Anblick der böhmischen Heimat“ am 18. Oktober 1875 fertig, die Uraufführung erfolgte am 10. Dezember 1878. In diesem Werk bringt Smetana dem Hörer die Natur näher. Im ersten Teil zeichnet er die Majestät des Waldes. Unter anderem erklingt ein kleines Gebet, dann wird eine Melodie gepfiffen und es folgt der Teil „im Hain säuselt der Wind“. Die Hörner spielen nun eine kleine Melodie, die aber erst beim dritten Anlauf vom ganzen Orchester ergriffen wird. Danach endet der Wald. Es ertönen abwechselnd eine Polka und das Hornmotiv, und auf einmal ist man in einem Landfest. Inspiriert wurde Smetana durch die Landschaft um Jabkenice, wo er sich damals aufhielt.

Böhmen

Böhmens Hain und Fluren

Tábor:

Smetana beendete die Komposition am 13. Dezember 1878. Die Uraufführung fand am 4. Januar 1880 statt.

Die südböhmische Stadt Tábor war in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein Hauptlager der Hussiten (benannt nach Jan Hus, dem 1415 in Konstanz hingerichteten Religionsreformator). Tábor wurde im 19. Jahrhundert ein Symbol der tschechischen nationalen Wiedergeburt. Das Thema dieses wie auch des folgenden Teils beruht auf dem alten Hussitenchoral Die ihr Gottes Streiter seid (Ktož jsú Boží bojovníci).

Die Komposition wurde am 9. März 1879 beendet. Die sinfonische Dichtung wurde am 4. Januar 1880 gemeinsam mit Tábor uraufgeführt, aus dessen Schlussmotiv sie unmittelbar entspringt.

Tabor

Tabor

Blaník ist ein Berg, in dem ein tschechisches Ritterheer – vom Heiligen Wenzel geführt – verborgen schläft und dem tschechischen Land in schlechtesten Zeiten helfen wird.

In der Coda dieser sinfonischen Dichtung verknüpft Smetana das Hussiten- mit dem Vyšehrad-Motiv und rundet damit den Gesamtzyklus ab. (Quelle: wikipedia)

prirodni reservace Maly Blanik - Podlesi, Bykovicky rybnik, Poblanicko, Ceska republika

Der Berg Blanik (ist ja eher ein Hügel)

Die hier präsentierte Aufnahme dieser symphonischen Dichtung stammt aus dem Jahr 1964 und wurde von der Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Karel Ančerl eingespielt:

Karel Ančerl (ursprünglich Antscherl, geboren 11. April 1908 in Tučapy, Österreich-Ungarn; gestorben 3. Juli 1973 in Toronto, Kanada) war ein tschechischer Dirigent. Er war viele Jahre Leiter der Tschechischen Philharmonie.

Karel Ančerl wurde in einer wohlhabenden jüdischen Familie geboren und wurde mit elf Jahren als Geiger Orchestermitglied in seiner Heimatgemeinde. Gegen den Willen seiner Eltern studierte er am Konservatorium Prag Komposition bei Jaroslav Křička, Dirigieren bei Pavel Dědeček, und Schlagzeug. Großen Einfluss übten auf ihn in dieser Zeit auch der Neutöner Alois Hába sowie der damalige Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie Václav Talich aus.

Von 1931 bis 1933 leitete Ančerl das Orchester des avantgardistischen Theaters Osvobozené divadlo und war anschließend bis 1939 Dirigent beim Rundfunk. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht und der Annexion Tschechiens verlor er alle Ämter und wurde 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Die Filmaufnahmen des nationalsozialistischen Propagandafilms Theresienstadt zeigen ihn 1944 in einer Szene, wie er unter Zwang das KZ-Orchester zu dirigieren hatte. Als Einziger seiner Familie und fast aller Darsteller des Films überlebte er die anschließende Deportation in das KZ Auschwitz.

Karel Ancerl

Karel Ančerl

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wirkte Ančerl u. a. an der Prager Oper des 5. Mai als künstlerischer Direktor, bevor er am 1. September 1947 Chefdirigent des Prager Rundfunksinfonieorchesters wurde.

Im Oktober 1950 wurde Ančerl zum künstlerischen Direktor der Tschechischen Philharmonie ernannt, der er in den folgenden Jahren bis 1968 einen Spitzenplatz unter den Orchestern des Ostblocks sicherte und Einladungen in die ganze Welt einbrachte. Er erweiterte das Repertoire vor allem um moderne Musik (Schönberg, Bartók, Britten) und setzte sich mit Hingabe auch für unpopuläre Komponisten seines Heimatlandes wie Bohuslav Martinů ein.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings emigrierte Ančerl im August 1968 nach Kanada und leitete dort bis 1972 das Toronto Symphony Orchestra. Seine Grabstätte ist auf dem Vyšehrader Friedhof in Prag zu finden. (Quelle: wikipedia)

Was für eine Biographie …

LabelsOriginalausgabe

Die Labels der tschischen Originalausgabe

Umso mehr kann man sich darüber nur freuen, dass seine Aufnahmen erhalten sind … so wie auch diese … viel triumphaler kann man dieses Werk nicht einspielen….

Und ich sitze hier gedankenverloren an meinem Schreibtisch und erinnere mich mit welch unterschiedlichen Emotionen mich der Begriff „Heimat“ zeitlebens begleitet hat.

Originalausgabe

Das Cover der tschechischen Originalausgabe (1963)

Besetzung:
Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Karel Ančerl

Booklet1

Titel:
01. A Vysehrad
02. Die Moldau
03. Sarka
04. Aus Böhmens Hain und Flur
05. Tabor
06. Blanik

Musik: Friedrich Smetana

LabelB1

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Smetana02

 Friedrich Smetana
(* 2. März 1824  in Litomyšl –  † 12. Mai 1884 in Prag)

 

Franz-Josef Degenhardt – Zwischen null Uhr null und Mitternacht – Baenkel-Songs (1963)

FrontCover1Erstmal ganz lapidar:

Franz Josef Degenhardt (* 3. Dezember 1931 in Schwelm, Provinz Westfalen; † 14. November 2011 in Quickborn, Schleswig-Holstein) war ein deutscher Liedermacher, Schriftsteller sowie promovierter Jurist und Rechtsanwalt.

Franz Josef Degenhardt veröffentlichte seine erste Platte im Jahre 1963, also noch während der letzten Monate der Kanzlerschaft Konrad Adenauers. Anfangs eher ein Bänkelsänger mit Ruhrpott-Einschlag, wurden seine Aussagen und Liedtexte zunehmend schärfer und pointierter, bis er schließlich zum musikalischen Sprachrohr der 68er-Generation avancierte. Für die damals 18- bis 25-jährigen (soweit sie politisch dachten) war Degenhardt der Exponent einer Protesthaltung, die die Normen und Werte der bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellte oder ganz abschaffen wollte.

Hier nun sein Erstlingswerk aus dem Jahr 1963.

Zwischen Null Uhr Null und Mitternacht ist Degenhardts erste Scheibe (1963). Und so erläutert er seinen Ansatz seiner „Baenkel-Songs“ auch noch schriftlich. Dass er schon FJD01noch juristischer wissenschaftlicher Mitarbeiter sei, bewusst eingängige Melodien mit leicht widerborstigen Texten kombiniere etc. Doch eigentlich spricht bereits die Debutplatte für sich. Rumpelstilzchen ist die gängigste Geschichte: einer bricht die bürgerliche erstarrte Welt subversiv auf, und die Melodie pfeift wohl der härteste Spießer sofort mit. Tarantella und Weintrinker sind dann noch meine musikalischen Lieblinge, während etwa Armer Jonas einen fast tonlosen Refrain zu haben scheint. (Serenus Zeitblom)

Das ist die erste LP des bis heute wichtigsten deutschsprachigen Liedermachers, Franz Josef Degenhardt, vor nun 40 Jahren, 1963, aufgenommen und veröffentlicht. Damals ging es dem „Bänkelsänger“, der sich noch gegen das politische Lied abgrenzte, um die Artikulation des Unbehagens an der bürgerlichen Gesellschaft der zunehmend gesättigten Adenauer-Ära. „Rumpelstilzchen“ will schon Ärger bringen gegen die scheinbar befriedete Gesellschaft; einige Lieder verweisen zwischen den Zeilen auf Ungenanntes Bedrohliches aus den verdrängten „1000 Jahren“ zuvor.
Nur Stimme und Gitarre; eine heute vielleicht veraltete Zeile ist mir nicht aufgefallen! (Jürgen Köster)

Ja … hier hören wir die poetische Seite des Franz-Josef Degenhardt … aber schon damals mit einem gepfefferten schwarzen Humor ausgestattet, dem auch surrealistische Textideen nicht fremd waren:

Es liegen drei glänzende Kugeln,
ich weiß nicht, woraus gemacht,
in einer niedrigen Kneipe
neun Meilen hinter der Nacht.
Sie liegen auf grünem Tuch,
und an der Wand hängt der Spruch:
Wer die Kugeln rollenläßt,
den überkömme die schwarze Pest.

Der Wirt, der hat nur ein Auge,
und das trägt er hinter dem Ohr.
Aus seinem gespaltenen Kopfe
ragt eine Antenne hervor.
Er trinkt aus einer Seele
und ruft aus roter Kehle:
Wer die Kugeln rollen läßt …

Die einen sagen, die Kugeln
sind die Sonne, die Erde, der Mond.
Die anderen glauben, sie seien
das Feuer, die Angst und der Tod.
Und wenn sie beisammen sind,
dann summen sie in den Wind:
Wer die Kugeln rollen läßt …

Und dann kam einer geritten,
es war in dem Jahr vor der Zeit,
auf einer gesattelten Wolke
von hinter der Ewigkeit.
Er nahm von der Hand einen Queue,
der Wirt rief krächzend: „He!“
Wer die Kugeln rollen läßt …

Doch jeder, der lachte zwei Donner
Und wachste den knöchernen Stab,
visierte und stieß, und die Kugeln
prallten aneinander, der Wirt grub ein Grab.
Fäulnis flatterte auf,
so nahm alles seinen Lauf:
Wer die Kugeln rollen läßt …

Und wie schrieb Michael Lohr (in Akustik Gitarre 6/11):

Text Michael Lohr

Und darüber hinaus hat er wohl eine ganze Generation von Liedermachern (sagte man Amals noch nicht) … und seine poetische Ader war sicher auch für einen Reinhard Mey Ansporn, ebenfalls auf die Bühne zu klettern.

Und die sinnliche Seite des Leben, die konnte er damals auch zelebrieren und zwar in „Manchmal, dann sagst du mir…„.

Wie gesagt … ein wahrlich feines Debütalbum … denn auch musikalisch hören wir immer wieder mal feine Klänge auf der Gitarre.

Schade nur, dass der Degenhardt sich dann später politisch verrannt hat … Sein Engagement für die DKP, ja auch darüber muss geschrieben werden … aus meiner Sicht wahrlich kein Ruhmesblatt !

Das Album erschien dann später unter dem Titel „Rumpelstilzchen„.

Und die nächste Präsentation in diesem blog enthält dann das Original Liedheft aus dem Jahr 1963 zu dieser LP …

RumpelstilzchenFront+BackCover

Besetzung:
Franz-Josef Degenhardt (guitar, vocals)

BackCover1
Titel:
01. Rumpelstilzchen 4.16
02. Zwischen zwei Straßenbahnen 3.04
03. Manchmal, dann sagst du mir… 2.49
04. Armer Felix 4.07
05. Sentimentaler Hund 3.34
06. Drei Kugeln 3.09
07. Armer Jonas 3.33
08. Der Bauchladenmann 4.07
09. Manchmal des Nachts 3.27
10. Tarantella 5.45
11. Weintrinker 3.15
12. Wiegenlied 2.41

Musik und Texte: Franz Josef Degenhardt

LabelA1
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Ein kleiner, verschmutzter Bauchladenmann
schritt durch die Straße beim Fluß
und pries seine seltsame Ware an:
Einen Bauchladen voller Tabus.
Und die Menschen standen vor ihren Türen
und ließen sich seine Waren vorführen.
Und Kinder auf Rollschuhn fuhren herum,
und der kleine, verschmutzte Mann zeigte stumm:
Ein halbes Pfund Ehre, eine Ehe, einen Gott
und eine Tüte voll Angst vor dem Tod,
einen Zwiebelkranz Pflichten, Verdienstkreuz am Band,
zwölf Kilo Ehrgeiz, ein Schälchen Verstand.

Ein Straßenmädchen kaufte die Ehre,
schlich glücklich damit zum Tanz.
Eine Frau ohne Kind schnitt mit der Schere
drei Pflichten vom Zwiebelkranz.
Und der Priester des Viertels erbat sich den Gott,
und der Krüppel erstand die Angst vor dem Tod,
der Ganove stahl das Verdienstkreuz am Band,
und der Trottel erhielt das Schälchen Verstand.
Und schließlich, da hatte der Bauchladenmann
alles verhökert bis auf ein Ding,
das schaute er lange und traurig an,
dann warf er es in die Gosse und ging.
Dort fand es ein Kind, trat es mit dem Fuß,
und das sah der Bauchladenmann.
Er setzte sich auf das Geländer am Fluß,
lachte lange und laut, und dann
kamen die Menschen aus ihren Türen
und sagten, er wolle die Kinder verführen.
Und Kinder auf Rollschuhn fuhren herum,
und der kleine, verschmutzte Mann wurde stumm.
Sie zogen seine Tabus hervor,
die Frau ohne Kind zerschnitt sein Ohr.
Das Mädchen spuckte ihm auf den Mund,
der Ganove schlug ihm die Hände wund.
Der Priester schrie: Ein gemeiner Augur,
und der Krüppel trat mit dem Fuß.
Der Trottel zog das Gesetzbuch hervor
und warf ihn dann in den Fluß.
Und Kinder auf Rollschuhn fuhren herum,
und der kleine, verschmutzte Mann versank stumm.
Und die Menschen gingen zu ihren Türen
und taten sich ihre Tabus vorführen:
Ein halbes Pfund Ehre, eine Ehe, einen Gott
und eine Tüte voll Angst vor dem Tod,
einen Zwiebelkranz Pflichten, Verdienstkreuz am Band,
zwölf Kilo Ehrgeiz, ein Schälchen Verstand.

 

EPFront+BackCover

Ein Teil der Lieder erschien damals auch als EP