Michael Jary – Für die Hausbar (ca. 1963)

FrontCover1.JPGUnd wieder mal so ein Altmeister der gepflegten deutschen Unterhaltungsmusik:

Michael Jary (* 24. September 1906 in Laurahütte bei Kattowitz; † 12. Juli 1988 in München; eigentlich Maximilian Michael Andreas Jarczyk) war ein deutscher Komponist.

Jarys Vater war Werkmeister in der Königshütte, seine Mutter Schneiderin. Sein Bruder Herbert Jarczyk wurde als Film- und Fernsehkomponist bekannt. Als Kind wollte Maximilian Missionar werden, seine Schulzeit verbrachte er deshalb im Kloster der Steyler Missionare bei Neiße. Er entdeckte dort seine Liebe zur Musik. Mit 18 Jahren verließ Jary das Kloster und besuchte das Konservatorium in Beuthen. Er leitete einen Kirchen- und Arbeiterchor und schrieb erste Kammermusikwerke, die der Sender Gleiwitz ausstrahlte. Das Stadttheater von Neiße und Plauen engagierte ihn schließlich als zweiten Kapellmeister.

1929 wurde Jary in die Staatliche Musikhochschule Berlin aufgenommen; er studierte bei Franz Schreker, Paul Hindemith, Arnold Schönberg und Igor Strawinsky. Nebenbei arbeitete er als Pianist in Cafés und Kinos. 1931 wurde ihm der Beethoven-Preis der Stadt Berlin verliehen. Beim Hochschul-Abschlusskonzert am 8. Februar 1933 dirigierte er sein Konzert für zwei Klaviere, Trompete und Posaune und wurde von Mitgliedern des Kampfbundes für deutsche Kultur ausgebuht. Paul Graener, der neue Direktor des Stern’schen Konservatoriums, diffamierte das Werk als „kulturbolschewistisches Musikgestammel eines polnischen Juden“.

Jary03Jarczyk musste untertauchen, bis Gras über die Sache gewachsen war. Er schrieb unter den Pseudonymen Jackie Leeds Arrangements und unter Max Jantzen Chansons. Bei der Unterschrift zu seinem ersten Filmvertrag wurde er daran erinnert, dass er mit einem polnisch klingenden Namen keine Karriere machen könne. Ein Freund strich daraufhin drei Konsonanten aus dem Nachnamen und wählte seinen zweiten Vornamen: Geboren wurde Michael Jary. Sinfonische Untermalungsmusik war seine Domäne; 1936 komponierte er für den nach einer Romanvorlage Honoré de Balzacs 1936 gedrehten Film Die große und die kleine Welt seine erste Filmmusik.

Auch Swing-Arrangements und Jazz gehörten trotz des staatlichen Diktats zu seinem Repertoire. Er gründete das Kammertanzorchester Michael Jary, ein reines Studioorchester, das niemals öffentlich aufgetreten ist, sich aber einen großen Namen machen konnte. Unter anderem entstand ein Zyklus von Tierkreiszeichenvertonungen in diesem Stil. Als Zugehöriger der Jazz- und Swingszene im Deutschland der 1930er Jahre ein ausgewiesener Kenner dieser Epoche, erklärte Jary in den 60er Jahren für die Schallplatte Papas Tanztee ist nicht tot! anhand zahlreicher Musikbeispiele ihre wichtigsten Rhythmen, Melodien und Vertreter.

Jarys Durchbruch als Schlagerkomponist kam 1938 mit Roter Mohn. Zuvor hätte er der Unterhaltungsmusik beinahe den Rücken gekehrt. Als Dirigent des Szymanowski-Gedächtniskonzertes in Berlin erhielt er eine Einladung von Ernest Ansermet nach Genf. Doch die deutschen Behörden verweigerten Jary die Ausreise. So komponierte er, meist zusammen mit dem Textdichter Bruno Balz, für die Ufa Filmhits, die heute Evergreens sind: Von Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (aus dem Film Paradies der Junggesellen mit Heinz Rühmann, Josef Sieber und Hans Brausewetter, 1939) über Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n und Davon geht die Welt nicht unter (aus dem Film Die große Liebe mit Zarah Leander, 1942) bis zu Karussell.

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Das Kammertanzorchester Michael Jary (ca. 1942)

Kurz vor Kriegsende gründete Jary eine neue Kapelle. Mit diesem Grundstock (und verstärkt durch Musiker anderer Orchester, etwa aus Charlie and His Orchestra) im Auftrag der sowjetischen Kontrolloffiziere mit dem 48 Mann starken Radio Berlin Tanzorchester (RBT-Orchester) konnte er bereits neunzehn Tage nach der Kapitulation (8. Mai 1945) auftreten. Als Solisten für die Rundfunksendungen engagierte er unter anderem Ilse Werner und Bully Buhlan.[2] Im Jahr darauf gründete Jary das Rundfunkorchester von Radio Saarbrücken.

1948 gründete er seinen eigenen Verlag, die Michael Jary-Produktion, die in den 1950er Jahren sogar ein Büro in New York unterhielt. 1949 ging „Mäcki“, wie ihn seine Freunde nannten, nach Hamburg. Es folgen weitere erfolgreiche Filme und Schlager. Lieder wie Leise rauscht es am Missouri, Das machen nur die Beine von Dolores, Mäcki-Boogie, Heut’ liegt was in der Luft und viele andere gehören heute zu den Standardwerken der Unterhaltungsmusik. Interpreten wie Zarah Leander, Rosita Serrano, Evelyn Künneke, Lale Andersen, Gerhard Wendland, Heinz Rühmann, Hans Albers sangen Michael Jarys Lieder.

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Michael Jary mit Hazy Osterwald, 1974

Für die deutsche Vorentscheidung zum Grand Prix 1960 komponiert Jary für Heidi Brühl Wir wollen niemals auseinandergehn. Bei der Festivaljury belegte das Lied nur den zweiten Platz; es gilt aber bis heute als einer der größten Erfolge der deutschen Schlagergeschichte.

Nach diesem Erfolg fand Jary zu seinen Wurzeln zurück. Er schrieb das Musical Nicole, das 1963 in Nürnberg uraufgeführt wurde und später auch in Polen aufgeführt wurde. In seiner Schweizer Wahlheimat oberhalb des Luganersees schrieb er sinfonische Werke. 1973 erlitt er drei Herzinfarkte.

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Man gönnt sich ja sonst nichts … 

Michael Jary war in zweiter Ehe mit dem Mannequin Christiana verheiratet und ist der Vater der Schriftstellerin Micaela Jary.
Er starb am 12. Juli 1988 in München. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg am Familiengrab Jarczyk, Planquadrat M 17 (südlich Cordesallee östlich Ringstraße). (Quelle: wikipedia)

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Das Grab von  Michal Jary im Friedhof Ohlsdorf, Hamburg

Und wir hören hier Musik ausschließlich aus der Feder des Michael Jary, deshalb kann man ja auch auf der Hülle lesen „Michael Jary spielt Michael Jary“. Zweitverwertung nennt man da wohl.

Wie auch immer: gefällige Unterhaltungsmusik (böse Zungen können auch behaupten „schleimige Unterhaltungsmusik“) bei seinen „Solisten“ fällt eigentlich nur der Gitarrist auf, der gelegentlich dezente Solos zum Besten gibt (mit jenem Hauch Jazz jener Zeit).

Gedenktafel

Berliner Gedenktafel für Jary an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Fasanenstraße

Besetzung:
Michael Jary mit seinen Solisten

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Titel:

01. Medium-Medley 6.05
01.1. Winke, winke (Jary/Balz)
01.2. Qui Madame (Jary/Balz)
01.3. Meine Mutti (Jary/Balz)
01.4. Heute liegt was in der Luft (Jary/Balz)
01.5. Zwei Herzen im Mai (Jary/Balz)
01.6. Der Onkel Jonathan (Jary/Balz)

02. Valse-Medley 6.15
02.1. Liebe ist ja nur ein Märchen (Jary/Balz)
02.2. Unter den tausend Laternen (Jary/Heckfeld)
02.3. Lebe wohl, du schwarze Rose (Jary/Balz)
02.4. Der kleine Liebesvogel (Jary/Balz)
02.5. Leise rauscht es am Missouri (Jary/Balz)
02.6. Wir wollen niemals auseinandergehn (Jary/Balz(de Voss)

03. Fast-Medley 5.05
03.1. Ich möcht‘ auf deiner Hochzeit tanzen (Jary/Balz)
03.2. Wenn ich will, stiehlt der Bill für mich Pferde (Jary/Balz)
03.3. Er heißt Waldemar (Jary/Balz)
03.4. Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern (Jary/Balz)
03.5. Das Karussell (Jary/Beckmann)
03.6. Robinson (Jary/Balz)

04. Slow-Beguin-Medley 5.53
04.1. Greif nicht nach den Sternen (Jary/Balz)
04.2. Durch dich wird die Welt erst schön (Jary/Pinelli)
04.3. Sing, Nachtigall, sing (Jary/Balz)
04.4. Das machen nur die Beine von Dolores (Jary/Balz)
04.5. Roter Mohn (Jary/Balz)

05. Blues-Walzer-Medley 5.40
05.1. Virginia-Blues (Jary/Balz)
05.2. Wenn der Herrgott will (Jary/Schwabach)
05.3. Valse Musette (Jary)
05.4. Das letzte Hemd (Jary/Stani)
05.5. Davon geht die Welt nicht unter (Jary/Balz)

06. Swing-Medley 5.56
06.1. Mäckie-Boogie (Jary/Balz)
06.2. Haben sie schon mal im Dunkeln geküßt? (Jary/Beckmann)
06.3. Optimisten-Boogie (Jary/Balz)
06.4. Allerdings, sprach die Sphinx (Jary/Schwabach)
06.5. Ausgerechnet du (Jary/Scheu)
06.6. Rio Mambo (Jary/Balz)

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Wer damals sich wohl einbildete, ein guter Gastgeber für ne Hausparty zu sein, der servierten seinen Gästen natürlich einen Cocktail

Erika Köth – Lied der Nachtigall + Postillon–Lied (1963)

FrontCover1Wieder mal ein wenig rätselhaft … diese Single aus dem Jahr 1963. Auf der Single-Hülle ist nämlich zu lesen: „aus dem film „Die schwedische Nachtigall“ … daraus könnte man schließen, dass es sich halt um eine Aufnahme aus dem film handelt.

Weit gefehlt; denn dieser Film entstand im Jahre 1941 und das „Lied der Nachtigall“ wird da von Erna Berger gesungen (im Film sieht man dann die Schaupielerin Ilse Werner, die aber nicht wirklich singt, sondern eber Erna Berger). Das Orchester Franz Grothe war dann auch beteiligt und Franz Grothe war dann auch gleich der Komponist dieses Liedes.

„Die schwedische Nachtigall ist ein biografischer Spielfilm aus dem Jahre 1941. Erzählt wird die „Geschichte einer tragischen Liebe des dänischen Märchendichters Hans Christian Andersen  zu der gefeierten Sängerin Jenny Lind.“ (Quelle: wikipedia)

Aber Erika Köth hatte ihr Debüt erst im Jahre 1953 (als Königin der Nacht in Mozarts „Die Zauberflöte“), von daher kann es sich hier nur im eine Neuaufnahme handeln, bei der freilich wiederum Franz Grothe als Dirigent beteiligt war.

Die Aufnahme entstand allerdings schon im Jahre 1957 und wurde in diesem Jahr auch in einem schmucklosem Formen-Cover erstmalig veröffentlicht. Diese Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1963 zeigt, welchen Status Erika Köth damals hatte.

Und wer sich mal davon überzeugen will, warum Erika Köth damals einen solchen außergewöhnlichen Status und Ruf hatte, höre sich ihre Fassung vom „Lied der Nachtigall“ mal an: unglaublich was sie da gesanglich in einer atemberaubenden Manier zum besten gibt … wahrlich nicht die Musik, die mir besonders nah steht, aber dennoch: faszinierend !

Single1957

Die Original-Single aus dem Jahr 1957

Besetzung:
Erika Köth (vocals – sopran)
+
Orchester Hans Streuber unter der Leitung von Franz Grothe

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Die Rückseite der Singlehülle: Wer erkennt den Unterschied ?

 

Titel:
01. Lied der Nachtigall (Grothe/Dehmel) 4.22
02. Postillon-Lied (Grothe/Dehmel) 2.10
+
03. Lied der Nachtigall (Originalversion mit Erna Berger, 1941) (Grothe/Dehmel) 2.54

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Hildegard Knef – So oder so ist das Leben (1963)

FrontCover1.JPGBei einer meiner früheren Hildegard Knef Präsentationen schrieb ich:

„Ich weiß beim besten Willen nicht, warum ich so lange gebraucht habe „die Knef“ als einen ganz besonderen musikalischen Schatz für mich zu entdecken.

Aber seit geraumer Zeit bin ich ganz vernarrt in ihre Musik“ …

… und dieses Album steigert meine Begeisterung nur noch:

Hier hören wir ihre erste Langspielplatte … und mit einer atemberaubenden Leichtigkeit und Souveränität singt sie sich durch eine Flut von Klassikern (im Potpourri-Stil) der deutschen Unterhaltungsmusik (man schaue sich mal die Titelliste an), gepfeffert mit einer heftigen Prise Jazz … und so findet eine Veredelung statt, die nun wirklich grandios ist.

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Textlich sind all diese Klassiker alles andere als „harmlos“ … sie zeichnen ein Bild einer üppigen, zuweilen auch frivolen Sicht des Lebens und fast in jedem Lied finden sich Zeilen … die quasi als Motto eines überschäumenden aber auch nachdenklichem Lebensstil sind.

Und sie zelebriert mit Genuss auch all jene Klischees, mit denen wir unser Leben versüßen (z.B. all ihre Paris-Lieder).

Und sie zelebriert auch ihre Lust auf Liebe („Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da“) … und kokettiert dann auch nur zu gerne mit Begegnungen, die man unter Vernunftgründen alles andere als vernünftig bezeichnen würde („Er war nie ein Kavalier“

Die Knef … sie ist zärtlich, störrisch, schroff, lustvoll, verzweifelt, voller Illusionen und zugleich illusionslos und sentimental ist sie auch noch … sie hat einfach so viele Facetten … ich wiederhole mich: atemberaubend !

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Da könnte man jetzt Stunden dafür verwenden … Zitate an Zitate zu reihen … das schenkt ich mir jetzt einfach mal … stattdessen meine dringende Empfehlung: reinhören:

Und dann als Draufgabe noch etliche Raritäten aus den Jahren 1952 bis 1957) …

Die CD-Wiederveröffentlichung enthält neben diese insgesamt „13 Bonustiteln“ auch noch ein Begleitheft, das den Namen nun wirklich verdient … mi t größter Sorgfalt weren die einzelen Titel vorgestellt und auch in ihrem historischem Zusammenhang gestellt. So lob´ ich mir das … eine mehr als angemessene Würdigung.

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Ich verneige mich vor dieser Diva !

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Besetzung:
Hildegard Knef (vocals)
+
Orchester Gerde Wilden
+
RIAS Tanzorchester unter der Leitung von Heinz Kiessling (bei 29.)
Unbekanntes Studio-Orchester (bei 32. – 34.)

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Titel:

Slowfox-Potpourri:
01. So oder so ist das Leben (Beckmann/Mackeben) 1.37
02. Ich hab‘ so Heimweh nach dem Kurfürstendamm (Kamp/Schwenn) 0.56
03. Good By, Jonny (Beckmann/Kreuder) 1.53

Langsamer Walzer-Potpourri:
04. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Holländer) 1.17
05. Illusionen (Meyer/Rotter) 2.01
06. Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre (Holländer/Liebmann) 1.04

Slowfox-Potpourri:
07. Zwei in einer großen Stadt (Kollo) 2.02
08. Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt (Schwenn/Kreuder) 1.59
09. Wake The Town And Tell The People (Livingstone/Gallop) 1.26

Foxtrott-Potpourri:
10. So ist Paris (Ferré/Siegel) 1.15
11. Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da (Hesse/Mackeben) 0.31
12. Pigalle (Bradtke/Gietz) 0.35
13. Hallelujah (Grey/Robin/Youmans) 1.18

Shuffle-Fox-Potpourri:
14. C’est si bon (Betti/Siegel) 1.14
15. Bel Ami (Beckmann/Mackeben) 0.53
16. All Of Me (Harks/Simons) 1.43
17. Wenn wir zwei uns wiedersehen (… wie damals in Paris) (Wayne/Loose) 0.58

Walzer-Potpourri:
18. Der Reigen (Feltz/Straus) 1.16
19. Sous les ponts de Paris (Rodor/Scotto) 1.17
20. Domino (Ferrari/Siegel) 1.16

Blues-Potpourri: 
21. Rififi (Feltz/Philippe-Gérard/Siegel) 1.27
22. Der Schleier fiel von meinen Augen (Kosma/Siegel) 1.21
23. Ich hab‘ mich so an dich gewöhnt (Rotter/Gaze) 1.06
24. Georgia On My Mind (Carmichael/Gorrell) 1.46

Slowfox-Potpourri:
25. Die Gigerlkönigin (Lincke/Jürgens/Seifert) 1.57
26. Es war in Schöneberg (Bernauer/Schanzer/Kollo) 0.43
27. Wenn ein Mädel einen Herrn hat (Pordes-Milo/Haller/Kollo/Wolff) 0.41
28. Die Männer sind alle Verbrecher (Bernauer/Schanzer/Kollo) 0.42
+
29. Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin (‚Siegel/v.Pinelli) 2.37
30. Frag‘ nicht, warum ich gehe (Das Lied ist aus) (Stolz/Reisch/Robinson) 2.11
31. Die Welt war jung (Le Chevalier de Paris) (Phillippe/Vannier/Colpet) 2.27
32. Illusionen (1. Version, 1952) (Meyer/Rotter) 3.30
33. Heut‘ gefall‘ ich mir (Heymann/Gilbert) 3.20
34. Das Lied vom einsamen Mädchen (Heymann/Gilbert) 3.52
35. Es war beim Bal Paré (Niessen/Relin) 2.39
36. Er war nie ein Kavalier (Niessen/Relin) 2.45
37. Er hiess nicht von Oertzen (Niessen) 3.06
38. Das Lied vom Leierkastenmann (Niessen) 3.06
39. …Und der Mann mit der Harmonika (Wilden/Niessen) 2.40
40. Aber schön war es doch (Niessen/Relin) 3.03
41. Einsam (de Vol/Siegfried) 2.24

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Der Hüllentext der LP aus dem Jahr 1963

Mehr von der Knef:

Mehr

Verschiedene Interpreten – Die große aktuelle Non-Stop-Revue Folge 4 (1963)

FrontCover1Solche „Non-Stop-Revuen“ waren damals – so meine Vermutung – sehr beliebt, denn es gibt haufenweise solche Scheiben.

Hier ist irgendwie ein ganz besonders schönes Exemplar, denn da folgt ja ein Kracher nach dem anderen.

Es geht schon los mit Hatzy Osterwald und seinem Intro „Musik muß dabei sein“ (wie recht hat er !) …

Und nach einer kurzen Begrüßung gleich der olle Will Brandes mit seiner kleinen Elisabeth (einschließlich heißem Saxophon-Solo !).

Und dann marschieren all die anderen auf, die uns damals noch kurz begeistern konnten, bevor der Liverpool- und Merseybeat-Sound uns mit Haut und Seele für sich einnahm.

Der Song „Bißchen denken beim schenken“ von Gus Backus (mit Pferdegetrampel und Pistolenschüssen) ist ja gar nicht mal so verkehrt, gerade in dieser Jahreszeit !

Sehnsüchtige Texte und Klänge von Sängerinnen wie Mina, Lolita („Träume von der Heirat“, „Einsam steh ich am Strom“) oder auch „Weiße Orchideen“ (Margot Eskens) waren damals ja auch an der Tagesordnung.

Und natürlich war auch das „Cowboy“ Thema unverzichtbar: „Die letzte Rose der Prärie“ (Martin Lauer), „Western Rose“ (Peter Kraus)

Kecke Jungs wie Ted Herold, Peter Kraus (im Duett im Gus Backus !), der Schwerenöter Lou van Burg bringt es mit seinem „Bossa Nova – Casanova“ gleich mal auf den Punkt, Rene Kollo überrascht mit „Eso Beso“

Fernweh Songs wie  „Träume von der Heimat“, „Tahiti, bei Nacht“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Singles
Und der Songs („Nichts ist so schöne wie) „Der Mond von Wanne-Eickel“ ist einfach nur genial.

Und – man glaubt es kaum- ausgerechnet Lolita überrascht mit ihrem „Sag mir wo die Blumen sind) aber auch die durchgeknallte Trude Herr brilliert mal wieder … („tanz mit mir den Spiegel-Twist, auch wenn du von der Krip0 bist … “ … und es gibt noch viel, viel mehr zu entdecken …  wie z.B. das Duo bill Ramsey + Peter Alexander (!) und dabei wünsche ich viel Vergnügen !

Und mit Ausnahme eines Carlos Otero haben viele der Interpreten bis heute noch einen klangvollen Namen !

Hach, was könnt´ ich schwärmen, gerade nach einem heftig anstrengenden Arbeitstag … und somit haben wir schon einmal die Funktion einer solchen Musik ein wenig erklärt.

Und zum besseren Verständnis: Damals presste man die Titel so eng auf die Platte, dass heutzutage eine Aufteilung in die einzelnen Song kaum möglich ist … von daher diesmal beide Seite in jeweils einem Rutsch … da hilft mir das geniale tool namens Audacity auch nicht weiter.

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Titel:

Seite 1: (20.20)
01. Hazy Osterwald Sextett:  Musik muß dabei sein (Osterwald/Feltz)
02. Will Brandes & die kleine Elisabeth: Baby-Twist (Twardy(Lilibert)
03. Gus Backus: Bißchen denken beim schenken (Niessen/Rauch)
04. Mina: Tabu (Scharfenberger/Feltz)
05. Martin Lauer: Die letzte Rose der Prärie (Hallets/Bartels)
06. Peter Kraus: Western Rose (Scharfenberger/Feltz)
07. Fred Bertelmann: Mary- Rose (Sherman/Bradtke)
08. Ted Herold: Madison um Mitternacht (Cooke/Relin)
09. Gus Backus & Peter Kraus: Das haben die Mädchen gern (Scharfenberger/Feltz)
10. Lolita: Träume von der Heimat (Scharfenberger/Busch)
11. Lou van Burg: Bossa Nova – Casanova Scharfenberger/Niessen)
12. Friedel Hensch & die Cyprys: Der Mond von Wanne Eickel (Perrin/Blondi/Bader)
13. Trude Herr: Spiegel – Twist (Twardy/Buchenkamp)
14. Peter Kraus: Uns’re Reise fängt an (Caravan,Caravan) (Scharfenberger/Feltz)

Seite 2: (21.12)
15. Gus Backus: Das kleine Wunder vom großen Glück (Scharfenberger/Feltz)
16. René Kollo: Eso Beso (Sherman/Loose)
17.  Günter Kallmann Chor: Annabelle (Laine/Bartels)
18.  Lolita: Einsam steh ich am Strom (Reanrd/Bader)
19. Margot Eskens: Ich bin wie ein Schiff (Schmitz/Weingarten)
20. Gerhard Wendland: Immer wieder lieb‘ ich dich (Presley/Matson/Moesser)
21. Die Tahiti-Tamourés:  Wini – Wini (Hellmer/Petersen)
22. Peter Alexander & Bill Ramsey: Keine Zeit und kein Geld (Osterwald/Feltz)
23. Ivo Robić: Ich denk‘ nur an’s wiedersehen (Kaempfert/Schwabach)
24. Lolita: Sag mir wo die Blumen sind (Seeger/Sholohkov/Colpet)
25. Carlos Otero:  Bye, Bye, Romantica (Götz/Hertha/Hellmer)
26. Margot Eskens: Weiße Orchideen (Halletz/Lilibert)
27. Schuricke Terzett: Tahiti, bei Nacht (Werner/Relin)
28. Peter Alexander: Kann denn Liebe Sünde sein (Brühne/Balz)

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Nana Mouskouri – Traumland der Sehnsucht (1963)

FrontCover1Einerseits ne kleine EP mit 6 Liedern, andererseits ein spannendes Stück Zeit- und Kulturgeschichte … die Geschichte der Deutschen und der Griechen Anfang der 60er Jahre. Aber dazu muss man ein wenig ausholen:

Im Athener Kafenion „Floka“ trafen sich Ende der Fünfziger Jahre Wolfgang Mueller-Sehn und der griechische Komponist Manos  Hadjidakis und schlossen den Vertrag über die Filmmusik zu  einem Dokumentarfilm über Griechenland. Manos Hadjidakis war zu dieser Zeit bereits ein international  bekannter Komponist. Sein allererstes Lied kennen alle Nana  Mouskouri-Fans: „Hartino to Fengaraki“ (Papiermond). Sie sang  es auf ihrer weltweiten Abschiedstournee am Ende jedes ihrer  Konzerte. Hadjidakis hatte es für ein Theaterstück „Endstation  Sehnsucht“ von Tennessee Williams geschrieben. Viele kennen  vielleicht den gleichnamigen Film mit Marlon Brando in der  Hauptrolle.   1960 gewann Hadjidakis mit dem Lied „Ta Paidia tou Peiraia“  (Ein Schiff wird kommen) für den Film „Sonntags …nie“ einen  Oscar für das beste Lied. Wolfgang Mueller-Sehn beschrieb Manos Hadjidakis als einen  netten Mann, dessen Arbeitsweise unkonventionell gewesen  wäre. Wenn ihm nachts etwas gelungen war, beorderte er die  Betreffenden zu sich. Zu den Proben soll er häufig ohne Partitur  erschienen sein. Während der gemeinsamen Arbeit mit den  Musikern komponierte er. Auch Nana Mouskouri beschrieb diese Arbeitsweise in ihrer Biografie. Die Ergebnisse aber waren FilmBüheKinoprogramm1großartig. Hadjidakis lobte die Arbeit des Regisseurs und Kameramannes  Mueller-Sehn und seiner Frau Lilo. Sie hätten Griechenland zwei  Jahre durchkreuzt und über 20000 Meter Film gedreht, die einen  einmalig schönen Film über Griechenland hervorgebracht hätten.  Einen solchen Film habe es noch nicht gegeben. Lilo Mueller-Sehn schilderte Eindrücke ihrer weiten Reise wie folgt:   „Je abgelegener die Gegend, um so größer war die Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit der man uns aufnahm. Hier herrschen noch die  alten Bräuche wie zu Urväter Zeiten, und die bunten Trachten  werden auch noch am Werktag getragen. In unserem Film wollen wir  nicht nur das Land zeigen, sondern vor allem auch das Leben der  Menschen, der modernen Großstädter ebenso wie das der Hirten  und Mönche in den letzten, schwer erreichbaren Winkeln Europas.“  (Quelle: Das neue Filmprogramm „Traumland der Sehnsucht“) In der gesamten Zeit der Reisen, die, großzügig unterstützt durch  das griechische Königshaus, durch das gesamte Staatsgebiet  Griechenlands einschließlich der griechischen Inseln führten, hielt sie an allen Drehorten ihre Eindrücke mit ihrem Fotoapparat fest. Diese  wunderschönen Aufnahmen veröffentlichte sie in ihren Büchern  „Griechische Reise: Von Saloniki bis zur Südspitze des Peloponnes –  Europas Ferienstrassen“ und „Griechische Inseln: Von Kreta bis  Lesbos / von Korfu bis Rhodos“. Damit schuf sie bleibende Zeit-  dokumente, mit denen man sich den Inhalt des Films „Traumland der Sehnsucht“ weitestgehend erschließen  kann. Der Film selbst fristet in Form eines  Unikats im Bundesarchiv – Filmarchiv – in  Berlin sein trauriges Dasein, 1959 traf Manos Hadjidakis Nana Mous-  kouri, eine junge, enthusiastische Sängerin,  die mit einer wunderbaren Stimme ausge-  stattet war. Sie interpretierte seine Lieder  so, wie er es sich vorgestellt hatte. Zu die-  ser Zeit war noch nicht ersichtlich, dass sich  hier ein musikalisches Traumpaar gefunden  hatte. Sie wurde “seine” Sängerin. Der Telegraph beschrieb sie wie folgt: „… Nana Mouskouri, sehr bescheiden mit  dunklen, etwas schüchternen Augen, ist der  unsichtbare Filmstar … Sie ist von Hause  aus Opernsängerin, lernte den Komponisten Manos Hadjidakis kennen und kreiert seit-  dem seine Kompositionen. Das weltbekann-  te Lied „Ein Schiff wird kommen“ („Sonntags  nie“) ist zuerst durch sie in Griechenland zu großer Beliebtheit gekommen.“ (”Telegraph”, Berlin, 28. Juni1961 „Gäste aus dem Süden“) In den damaligen Filmprogrammen erschien nur der Name Nana Mouskouri, nicht ihr Bild. Wenn man damals geahnt hätte, welche  glänzende Karriere vor ihr lag, wäre mit Sicherheit eine andere Entscheidung getroffen worden. (Quelle: weisse-rosen-aus-athen.de; eine sehr empfehlenswerte Seite, die akribisch jenen Film ausführlich und sehr liebevoll würdigt).

Filmankündigung

Immerhin war Nana Mouskouri in Deutschland schon so bekannt, dass man dann diese EP im Jahre 1963 auf den Markt brachte. Bemerkenswert: Sie singt hier griechisch, die deutschen Titel waren wohl lediglich dazu gemacht, dem Käufer die Kaufentscheidung leichter zu machen.

Auch wenn mich der Film Alexis Zorbas mein eigentliches Interesse an Griechenland geweckt hat, auch solche Singles haben dazu beigetragen, dass sich der Horizont von „uns Deutschen“ erweitern konnte … und unter diesem Aspekt ist dieses Frühwerk von Nana Mouskouri nicht hoch genug einzuschätzen. Und Jahre später sang dann Udo Jürgens „Griechischer Wein“ und wurde und wird dafür in Griechenland bis heute verehrt … aber das ist ne andere Geschichte …

NanaMouskouri1961

Nana Mouskouri, 1961

Besetzung:
Nana Mouskouri (vocals)
+
unbekanntes Orchester

BackCover1
Titel:
01. Erntelied (Gatsos/Hadjidakis) 1.14
02. Missolonghi-Lied (Hadjidakis) 2.06
03. Wäscherinnenchor mit Erntelied (Hadjidakis) 1.59
04. Athen-Lied (Gatsos/Hadjidakis) 3.18
05. Das Lied der Ägäis (Hadjidakis) 2.01
06. Erntelied (Gatsos/Hadjidakis) 0.56

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Die griechische Ausgabe der Single

Friedel Hensch und die Cyprys – Als Oma noch kniefrei ging – Die tollsten Schlager der verrückten 20er Jahre (1963)

FrontCover1Und jetzt mal wieder oder erneut ein Griff in die Mottenkiste:

Friedel Hensch und die Cyprys waren eine in den 1950er Jahren sehr erfolgreiche deutsche Musikgruppe auf dem Gebiet des Schlagers. Unter dem Namen Tante Fröhlich und die Hutzelmännchen veröffentlichte das Ensemble auch einige Kinderlieder.

Friedel Hensch (* 7. Juli 1906 in Landsberg an der Warthe; † 31. Dezember 1990 in Hamburg), die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Erfolge als Sängerin feierte und in Berlin unter anderem bei Erik Charell engagiert war, Werner Cyprys (* 19. April 1922; † 30. Juli 2000) und Karl Geithner (* 11. Oktober 1922 in Chemnitz-Markersdorf; † 1976) bewarben sich 1945 unabhängig voneinander bei einem Varieté in Flensburg. Weil der Bühnendirektor keine Theaterlizenz der Alliierten Militärregierung vorweisen konnte, gründeten die drei im Oktober des gleichen Jahres eine eigene Band. Am 1. November 1945 reisten sie in Begleitung ihres neuen Mitgliedes Heinz Bartels nach Hamburg, wo sie auf ein dauerhaftes Engagement hofften. Im Januar 1946 traten sie im Ballhaus „Trichter“ auf der Reeperbahn erstmals als Friedel Hensch und die Cyprys auf. Es folgten Gastspiele in zahlreichen Städten Westdeutschlands. Anfang 1947 verließ Bartels die Gruppe, um eine Stelle als Kapellmeister in Bremen anzutreten. Ende 1947 heirateten Friedel Hensch und Werner Cyprys in Bielefeld. 1948 stieß Kurt Grysok (* 5. Oktober 1922 in Hindenburg O.S.) auf die Band und wurde deren vierter Mann.

FriedelHensch02.jpgWährend eines Auftritts im Sommer 1949 in Hannover wurde Kurt Richter, der Chef der Plattenfirma Polydor, auf das Quartett aufmerksam. Noch im gleichen Jahr erschien mit dem Titel Mit der Zeit lernst auch du es die erste Schallplatte der Gruppe: Die Samba wurde als B-Seite des Schlagers Maria aus Bahia, der von René Carol und Danielle Mac gesungenen deutschen Version des Welterfolges Maria de Bahia von Ray Ventura, veröffentlicht. Auch die nächste Schallplatte, unter anderem mit Werner Cyprys‘ Eigenkomposition Mein Kaugummi, verkaufte sich mehr als zufriedenstellend. 1950 erschienen zunächst einige Singles, auf denen Friedel Hensch und die Cyprys lediglich als Chor bei Aufnahmen des Sängers Heinz Woezel (1914–1981) und anderer Interpreten zu hören sind. Im gleichen Jahr trat das Ensemble mit zwei von Michael Jary komponierten Schlagern in dem Film Mädchen mit Beziehungen auf. Dieser erste von insgesamt 11 Filmauftritten bedeutete einen weiteren Karriereschub für das Quartett. Unter dem Namen Tante Fröhlich und die Hutzelmännchen nahm die Gruppe im gleichen Zeitraum etwa 20 Kinderlieder für Gnom, die Kinderserie der Plattenfirma Polydor, auf.

Ihren bis dahin größten Erfolg verbuchten die vier Musiker Ende 1950 mit dem Titel Holdrio – liebes Echo. In den folgenden Jahren veröffentlichte die Gruppe immer wieder volkstümliche Schlager, die neben den modernen, oft leicht satirischen Liedern zu ihrem Markenzeichen wurden. Der Titel Heideröslein befand sich im Sommer 1954 drei Monate auf dem ersten Platz der deutschen Charts.

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1955 erhielt das Ensemble eine Goldene Schallplatte für den Gesamtverkauf von über drei Millionen Schallplatten. Es folgten 15 Tourneen durch Deutschland und Europa sowie Auftritte in mehr als 60 Fernsehshows und bei über 200 Rundfunkveranstaltungen. Weitere Top-10-Hits waren Oh Jägersmann (1956) und Solang‘ die Sterne glüh’n (1957). Bis 1970 veröffentlichten Friedel Hensch und die Cyprys rund 15 Langspielplatten und fast 90 Singles.

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Die Band war in den 1950er Jahren mit Liedern namhafter Komponisten und Texter wie Ernst Bader, Bruno Balz, Walter Brandin, Fini Busch, Kurt Feltz, Heino Gaze, Gerhard Jussenhoven, Kurt Schwabach, Günther Schwenn oder Gerhard Winkler erfolgreich. Daneben erschienen weiterhin eigene Titel von Werner Cyprys, der sich in den 1950er Jahren auch als Komponist und Musikproduzent für andere Interpreten einen Namen machte.

FriedelHensch041957 wanderte Kurt Grysok nach Kanada aus und wurde durch Hans-Joachim Kipka ersetzt, der bis 1961 Mitglied der Gruppe blieb. Seither trat das Ensemble nur noch als Trio auf. 1961 nahm die Gruppe mit dem Titel Colombino am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil, den Lale Andersen gewann. 1962 landeten Friedel Hensch und die Cyprys mit Mein Ideal, der Antwort auf Charles Aznavours Du läßt dich geh’n, und Der Mond von Wanne-Eickel (Original: Un clair de lune à Maubeuge) ihre letzten Hits. 1963 traten Friedel Hensch und die Cyprys mit dem Titel Ja, beim Bossa-Nova-Ball bei den Deutschen Schlagerfestspielen in Baden-Baden auf und belegten damit den vorletzten von 12 Plätzen. Nachdem 1965 ihr letzter Vertrag bei der Polydor ausgelaufen war, veröffentlichten die drei ihre letzten Schallplatten unter dem Telefunken-Label.

Ihren letzten gemeinsamen Auftritt hatte die Gruppe im Oktober 1970 in Wim Thoelkes Fernsehshow Drei mal Neun.

Friedel Hensch wurde auf dem Neuen Niendorfer Friedhof in Hamburg bestattet. (Quelle: wikipedia)

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Hans-Joachim Kipka, Karl Geithner, Friedel Hensch und Werner Cyprys (v. l. n. r.), Februar 1961

Und hier Album, als dieses Combo noch so richtig angesagt war. Und dieses Album ist ein wahrer Volltreffer, denn hier zelebrieren auf wirklich gekonnte Weise Schlagerhits der 20er Jahre (63 an der Zahl !). Zuweilen galoppieren sie im Schweinsgalopp durch die einzelnen Lieder (manches Lied hätte ich gerne ausführlicher gehört), aber dennoch: Ein prachtvolle Revue jenes letztlich tragischen Jahrzehnts.

Moderiert wird die ganze Chose (*) dann vom Peter Frankenfeld, damals bereits alles andere als ein unbekannter Entertainer; er führt durch die 20er Jahre mit all seinen Trends und Ereignissen …  dabei darf man freilich nicht allzu viel Tiefgang erwarten, würde ja auch nicht zum Peter Frankenfeld erwarten (der natürlich dennoch ein souveräner Entertainer war).

Rüdiger Piesker3

Rüdiger Piesker

Und erneut kann man feststellen, dass so etliche Texte ganz schön frech-frivol waren und darüber hinaus sind die Titel z.T. urkomisch und erhöhen somit den Drolligkeitswert dieses Albums: „Hallo, du süße Klingelfee“, „Licht aus, Messer raus „, „Komm mein Schatz, wir trinken ein Likörchen“, „Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin“, „Küß mich Mutzi Putzi“, „Mein Papagei frisst keine harten Eier“, „Onkel Müller hat ’nen Triller“ und dann der Oberknaller: „Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt“ !

Und wie sich das dann anhört … hier kann man es ja mal versuchen.

„Montevideo ist keine Gegend für den Leo“ … lalalala

Und das Cover ist auch Klasse !

AtlasLabels

Das Album erschien auch auf dem Atlas Label

Besetzung:
Werner Cyprys (guitar, vocals)
Karl Geithner (piano, accordeon, vocals)
Friedel Hensch (vocals)
+
Orchester Rüdiger Piesker
+
Peter Frankenfeld (Sprecher)

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Titel:

01. Als Oma noch kniefrei ging (Teil 1) 20.14

1920:
01.01 Alles kommt einmal wieder (Nelson)
01.02. Hallo, du süße Klingelfee (Rebner/Stolz)
01.03. Wer hat denn den Käse zum Bahnhof gerollt (Straßmann)
01.04. Schiebermaxe (Frey/Kollo)
01.05. Ja, das haben die Mädchen so gerne (Gilbert)
01.06. Licht aus, Messer raus (Urban)

1921:
01.07. Es gibt im Leben manches Mal Momente (Bromme)
01.08. Bummelpetrus (Frey/Kersten)
01.09. Salome (Rebner/Stolz)
01.10. Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht (Rebner/Hirsch)

1922:
01.11. Ausgerechnet Bananen (Silver/Beda/Cohn)
01.12. Wenn du nicht kannst, laß mich mal (Der Knalleffekt) (Grünbaum/Körner)
01.13. Wenn du einmal eine Braut hast (Hirsch/Heye)
01.14. In der Bar nicht weit vom Knie (Avalon) (Jolson/Rose)
01.15. Komm mein Schatz, wir trinken ein Likörchen (Preil)
01.16. Leutnant warst du einst bei den Husaren (Rotter/Stolz)

1923:
01.17. Schöner Gigolo (Brammer/Casucci)
01.18. Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin (Holländer)
01.19. Die Isabelle huppt in die Welle (Ehrlich)
01.20. Montevideo (Grünbaum/Marwell)

1924:
01.21. Fascination (Marchetti)
01.22. Destiny (Baynes)
01.23. In Paris, in Paris sind die Mädel so süss (Moretti)
01.24. Poème (Fibich)

1925:
01.25. Mein Papagei frisst keine harten Eier (Frey/Kollo)
01.26. Wo sind deine Haare, August (Beda/Fall)
01.27. Was machst du mit dem Knie, lieber Hans (Beda/Fall)
01.28. Was macht der Maier am Himalaya (Profes/Rotter/Stransky)
01.29. Robes Modes (Beda/Jaffe/Bonx)
01.30. Die Polizei, die regelt den Verkehr (Amberg/Stafford)

02. Als Oma noch kniefrei ging (Teil 2) 18.55

1926:
02.01. Charleston (Rebner/Macl)
02.02. Ich tanz Charleston (Holländer)
02.03. Küß mich Mutzi Putzi (Donaldson)
02.04. Angellied (Rideamus/Kollo)
02.05. Benjamin (Beda/Benes)
02.06. If You Know Susie (De Sylva/Beda)
02.07. Man vergißt seine Sorgen beim Charleston (Rosen)
02.08. Charleston (Rebner/Mack)

1927:
02.09. Ich reiss mir eine Wimper aus (Amberg/Raymond)
02.10. Du bist als Kind zu heiß gebadet worden (May/Schwarz/Pflanzer)
02.11. Du hast den Gustav angeschaut (Rotter/Klein)
02.12. Onkel Müller hat ’nen Triller (Haller/Rideamus/Kollo/Wolff)
02.13. Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt (Frey/Kollo)

1928:
02.14. Black Bottom (Rotter/Stransky/Henderson)

1929:
02.15. Darf ich um den nächsten Tango bitten (Rosen)
02.16. Wenn du einmal dein Herz verschenkst (Schwabach/Rosen)
02.17. Eine Freundin, so goldig wie du (Liou/Meisel/Rosen)
02.18. Ich hab dich einmal geküsst (Schwarz/Hajos)
02.19. Auf Wiederseh’n, leb wohl (Goodhart/Hoffmann/Amberg/Nelson/Ager)

1930:
02.20. Mein Bruder macht im Tonfilm die Geräusche (Amberg)
02.21. Jetzt geht’s der Dolly gut (Kollo)
02.22. Ich bin die fesche Lola (Holländer/Liebmann)
02.23. Du bist das süßeste Mädel der Welt (Neubach/Liebmann/Heymann)
02.24. Ein Freund, ein guter Freund (Gilbert/Heymann)

1931:
02.25. Hallo, was machst du heut‘ Daisy (Amberg/Donaldson)
02.26. Im Hotel zur grünen Wiese (Brink/Beda)
02.27. Zwei rote Rosen, ein zarter Kuß (Robitschek/Kollo)
02.28. Liebling, mein Herz lässt dich grüssen (Gilbert/Heymann)
20.29. Das gibt’s nur einmal (Gilbert/Heymann)

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Grabstein

(*) laut Duden:

Affäre, Angelegenheit, Begebenheit, Ding, Episode, Ereignis, Fall, Geschichte, Sache, Sensation, Skandal, Vorfall, Vorkommnis, Zwischenfall; (gehoben) Geschehen, Geschehnis

Tanzorchester Bèla Sanders – Mit Bèla Sanders zur Meisterschaft (1963)

FrontCover1.JPGEr war wohl einer der ungekrönten Könige der Tanzmusik in den 50er und 60er Jahren … 

Béla Sanders (eigentlich Hans Schubert; * 11. Januar 1905 in Elberfeld, heute Wuppertal; † 2. Februar 1980 in Braunschweig) war ein deutscher Orchesterleiter.

Hans Schubert absolvierte ein Musikstudium am Frankfurter Konservatorium. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er den Künstlernamen Béla Sanders an und gründete das Orchester Béla Sanders and his Tango-Orchestra, mit dem er 1953 bis 1959 mehrere Schallplatten bei Teldec einspielte. Das Orchester wurde bald eines der bekanntesten Tanzorchester Deutschlands.

Zu Beginn der 1960er Jahre wechselte er mit seinem nun Orchester Belá Sanders genannten Ensemble zu Philips. 1963 wurde sein Orchester vom Allgemeinen Deutscher Tanzlehrerverband zur Produktion der ersten Tanzplatte des Jahres ausgewählt.

1963 wurde er den von Philips und dem ADTV-Tanzverband für Tanzplatten beauftragt, bis er schließlich von Hugo Strasser abgelöst wurde.

Béla SandersNeben der musikalischen Unterstützung von Bällen und Tanzwettbewerben begleitete das Orchester Belá Sanders viele deutsche Schlagersänger sowohl auf der Bühne als auch im Studio, darunter Vico Torriani, Wilhelm Strienz, Fred Weyrich, Renate Holm und Lilian Harvey. (Quelle: wikipedia)

Nun, hier eine seiner vermutlich „klassischen“ Tanzalben, die mir einerseits, wenn ich grad mal wieder in meiner Schwelgphase bin, durchaus geniessen kann.

Man hört hier durchausanspruchsvolle Arrangements (wie z.B. der Einsatz von federleichten Percussion bei „The Breeze And I“.

Und man entdeckt, dass ein Hans Last auch drei Kompositionen zur LP beigesteuert hat. Der Lat saß damals noch n den Startlöchern …

Man kann sich daran erfreuen, dass diese LP von der Aufnahmequalität das Prädikat „astrein“ bekommt und man kann feststellen, wie fließend die Grenzen zwischen Unterhaltungsmusik und Jazz sein kann. Und ein Hauch südamerikanicher Flair schwingt dann auch noch mit …

Oder man kann beim „Candlelight Waltz“ schmunzeln und sich die strahlenden Augen einer imaginären Tanzpartnerin vorstellen.

Imaginär deshalb, weil ich weiterhin beim besten Willen nicht  wüsste, warum ich zu dieser Musik auch noch tanzen sollte …

Denn weiterhin gehöre ichzur Kategorie „Tanzmuffel“, zumindest was die sog. Gesellschaftstänze betrifft (mit schaudern erinnere ich mich an meine wenigen Tanzstunden, die ich im Laufe meines Lebens absolviert habe …)

Dennoch: ein feines und geschmeidiges Album …

Tanzpaar

Besetzung:
Tanzorchester Bèla Sanders

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Titel:
01. Halt mich in den Armen (Günther/Engelmann/Glazer) 2.17
02. I Love You (Archer) 2.27
03. Roter Sombrero (Last) 2.15
04. Ganz allerliebst (Waldteufel) 3.14
05. Someone To Watch Over Me (Gershwin) 2.29
06. The Breeze And I (Lecuona/Siegel) 2.57
07. Cha-Cha-Roulette (Amberg) 2.49
08. Cumana (Barclay/Spina/Feltz/Hillman/Roc) 2.57
09. Candlelight Waltz (Sandman/Beul/Traditiional) 2.20
10. People Will Say We’re In Love (Hammerstein II/Rogers) 2.19
11. Luna Argentina (Templin) 2.38
12. Sirenenzauber (Waldteufel) 2.40
13. September In The Rain (Warren/Last) 2.14
14. Blue Beguine (Last) 2.42
15. Bitte einen Cha-Cha (Thorn/Portal/Siegel) 2.34
16. Spanisches Blut (Winkler) 2.24

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Hier eine etwas ausführlichere Biographie, zur besseren Lesbarkeit klicke man auf den Text:

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