Klaus Doldinger – Live At Blue Note Berlin (1964)

FrontCover1.jpgHöchste Zeit mich mal wieder mit dem Lebenswerk des Klaus Doldinger zuzuwenden …:

Klaus Doldinger (* 12. Mai 1936 in Berlin) ist ein deutscher Musiker (Saxophon, zunächst auch Klarinette). Er ist vor allem als Jazzmusiker und als Komponist von Filmmusik bekannt. Seine wohl bekanntesten Werke sind die Titelmusik zu dem Film Das Boot, den Serien Tatort, Liebling Kreuzberg sowie Ein Fall für Zwei und die Filmmusik zu Die unendliche Geschichte. Auch die ikonische Constantin AG Film Fanfare, die in einer Vielzahl von deutschen Spielfilmen zu hören ist, stammt aus seiner Feder (nach der vorherigen, komponiert von Peter Thomas). Er ist Mitglied des künstlerischen Beirates der Union Deutscher Jazzmusiker und Aufsichtsratsmitglied der GEMA.

Klaus Doldinger wuchs als Sohn des Diplom-Ingenieurs Erich Doldinger und dessen Ehefrau Ingeborg, geb. Mann, zunächst in Berlin auf. Sein Großvater Bruno Mann war von 1919 bis 1933 Oberbürgermeister von Erfurt. Während des Krieges arbeitete sein Vater als Oberpostdirektor in den besetzten Teilen der Sowjetunion, und die Familie lebte 1940 bis 1945 in Wien. Danach flüchtete sie zunächst nach Bayern und dann nach Düsseldorf.

Von 1947 bis zum Abitur 1957 besuchte Doldinger das Jacobi-Gymnasium und ebenfalls ab 1947 mit einem Stipendium das Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf, wo er zunächst Klavier und ab 1952 Klarinette studierte. Während dieser Zeit sammelte er erste Erfahrungen in der Musikbranche mit der 1952 von Freunden gegründeten Band The Feetwarmers, einer Dixieformation, mit der er 1953 erstmals auftrat und 1955 auch seine erste Plattenaufnahme machte. Zeitweise spielten bei den Feetwarmers auch der Doldinger02.jpgKabarettist Dieter Süverkrüp (Banjo) und der spätere Minister Manfred Lahnstein (Posaune). 1955 gründete Doldinger zudem seine eigene Band Oscar’s Trio, deren Namen er in Anlehnung an sein großes Vorbild Oscar Peterson gewählt hatte. Mit dieser Gruppe gewann er den ersten Preis beim Jazzfestival Brüssel, den Coup Sidney Bechet.
Doldinger Quartett

Nach dem Abitur studierte er Musikwissenschaften und Tontechnik und wurde Tonmeister. Nach einem Erfolg mit seiner Version von Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus für eine US-Getränkefirma ging er 1960 auf seine erste Auslandstournee in die USA, spielte u. a. mit George Lewis und im Jazzclub Birdland und erhielt mit 24 Jahren während seiner ersten US-Tournee die Ehrenbürgerwürde von New Orleans. 1961 spielte er Modern Jazz mit US-Expatriates wie Don Ellis, Johnny Griffin, Idrees Sulieman, Kenny Clarke, Donald Byrd und Benny Bailey. 1962 gründete er das Klaus Doldinger Quartett, mit dem er im Jahr darauf für das Philips-Label seine erste Platte, Doldinger – Jazz Made in Germany veröffentlichte. Die LP wurde auch international ein großer Erfolg, da hier kein weißer „Cool Jazz“ gespielt wurde, sondern Komponenten des Bebop verwendet wurden.

Mitglieder in diesem Quartett waren Doldinger (Tenorsaxophon), Ingfried Hoffmann (Hammond-Orgel), Helmut Kandlberger (Bass) und Klaus Weiss (Schlagzeug). Als weitere LP mit dieser Besetzung wurde 1963 Doldinger live at Blue Note Berlin aufgenommen und 1964 veröffentlicht.[Anmerkung 1] 1964 unternahmen sie eine erste große Auslandstournee im Auftrag des Goethe-Instituts u. a. nach Marokko, ein Aufenthalt, der sein Interesse für afrikanische Musik weckte. Es folgten internationale Auftritte beim Festival in Antibes und im Blue Note in Paris. (Quelle: wikipedia)

Doldinger03

Soweit ein paar biographische Notizen zum „frühen“ Klaus Doldinger.

Und hier sein 2. Soloalbum, mitgeschnitten live im Blue Note Jazzclub, Berlin im Jahr 1963 (und zwar am 17. und 18 Dezember 1963), veröffentlicht dann ein Jahr später.

1963 erschien also das Doldinger-Debüt „Jazz Made In Germany“ und machte ihn und sein Quartett schlagartig bekannt. Entdecker und Produzent war niemand Geringerer als Siegfried E. Loch, heute vor allen Dingen als Gründer des ACT-Labels bekannt. Das Album machte Doldingers verspielten, Blues-betonten und unverwechselbaren Saxophonsound – garniert mit feurigen Soli von Hammondorgelvirtuose Ingfried Hoffmann – quasi über Nacht zum Markenzeichen.

Und bereits im Jahr darauf erschien die groovende LP „Live At The Blue Note Berlin“, die den durch unzählige Tour-Auftritte geschulten Ensemblecharakter der Gruppe herausstellte und auch Bassist Helmut Kandlberger und Schlagzeuger Klaus Weiss prägnante Soli ermöglichte. Bereits hier begann das bloße Adaptieren klassischer Standards zugunsten von starken Eigenkompositionen Doldingers in den Hintergrund zu treten. (Quelle: jazzecho.de)

Und man kann es drehen und wenden wie man will: Bereits der junge Klaus Doldinger spielte auf einem anderen Planeten und von daher bekommen auch diese Aufnahmen aus dem Jahrt 1963 von mir das Prädikat „zeitlos“ verliehen !

Und ich bin wieder mal angefixt vom deutschen Jazz der frühen Jahre der Bundesrepublik Deutschland.

Und den großartigen Ingfried Hoffmann  an der Orgel zu hören ist bis heute ein Genuss !

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Seit jeher weltoffen: Klaus Doldinger in den frühen 60er Jahren

Besetzung:
Klaus Doldinger (saxophone)
Ingfried Hoffmann (organ)
Helmut Kandlberger (bass)
Klaus Weiss (drums)
+
Peter Trunk (bass on 08.)

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Titel:
01. Waltz Of The Jive Cats (Doldinger) 8.09
02. Blue-Note Samba (Doldinger) 5.39
03. Smoke Gets In Your Eyes (Kern/Harbach) 5.40
04. Groovin‘ In Berlin (Doldinger) 3.44
05. Minor Kick (Doldinger) 4.27
06. Careless Love (Traditional) 8.54
07. Ack, Värmeland du Sköna (Traditional) 2.15
08. Two Getting Together (Doldinger) 7.27

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Weihnachten 2018 (04): Verschiedene Interpreten – Schlesische Weihnacht – Bei ins derrheeme (1963)

SchlesischeWeihnachtFCDiese Weihnachtsaufnahmen aus der schlesischen Region habe ich schon mal vor Jahren anderweitig präsentiert. Hier er Text, wie ich ihn damals formulierte hatte:

Die Heimatvertriebenen waren in der jungen Bundesrepublik Deutschland ein sehr eifriges Völkchen und neben den damals üblichen politischen Aktivitäten zur Wiedervereinigung pflegten sie auch eifrig die Bewahrung des kulturellen Erbes ihrer Heimat, die sie durch die Vertreibung verloren hatten. Und so gab es natürlich auch jede Menge weihnachtlicher Angebote aus der alten Heimat.

Hier nun ein Weihnachtsalbum mit Texten und Melodien aus dem alten Schlesien. Das Manuskript und die Regie für dieses Album stammt von Alfons Teuber;

SchlesischeWeihnachtBCAlfons Teuber (* 15. Mai 1903 in Breslau; † 23. Juli 1971 in Haag bei München[1]) war ein deutscher Schriftsteller und Schauspieler.

Alfons Teuber, gelernter Bäcker, ging 1932 nach München und studierte dort Schauspiel bei Otto Falckenberg. Später spielte er an den Kammerspielen und am Staatstheater und schrieb Dramen und Komödien.

Im Kino war Teuber unter anderem in den Filmen Quax, der Bruchpilot und Die Brücke zu sehen. (Quelle: wikipedia).

Teuber war aber auch sehr aktiv in der Heimatvertriebenen-Bewegung und er hat in diesem Bereich viele kulturelle Schätze gepflegt, konserviert und veröffentlicht.

Nun, das Album ist eben voll mit üblichen Weihnachtsgeschichten und der entsprechenden Musik, wobei insbesondere die Instrumental-Teile des Albums sich bis heute sehr hübsch anhören. Und das „Transeamus“ ist ja ganz sicher ein Klassiker der Weihnachtsmusik.

Damals erhielt ich folgende Leserzuschrift, die mich freute und irgendwie auch bewegte:

Einfach wunderbar – vielen, vielen Dank! Ich habe diese Aufnahmen seit fast 40 Jahren nicht mehr gehört. Als Kind musste ich mir die Platte gemeinsam mit den Eltern und Geschwistern an Weihnachten immer anhören (mit der Betonung auf „musste“;-)). Die Platte ist seit Jahrzehnten verschollen. Beim erneuten Hören nach langer, langer Zeit werden Kindheitserinnerungen wach, mir kommen fast die Tränen… Nostalgie pur! Ich bin sicher, dass ich nichts Illegales tue, wenn ich diese Aufnahmen meiner 92-jährigen Mutter zur Verfügung stelle. Ein ganz großes Dankeschön noch mal!!
Andreas M. Wittig
Übrigens… der erwähnte Autor Josef Wittig beim Titel 4 ist mein Großonkel.

Also: viel Vergnügen mit diesen alten Klängen ! Diese LP stammt wieder mal aus  meinem Fundus familiärer Schalldokumente. Diese LP war das Lieblingsalbum meines Vaters, der eben aus Schlesien stammte.

SchlesischeWeihnacht

Alfons Teuber

Titel:
01. Glockengeläut der Kirche von Wang im Riesengebirge 0.22
02. Alfons Bauer, Eva Pflug u.a.: Heimatlied aus Schlesien + Gruß an die alte Heimat (Traditional) 1.26
03. Glatzer Gesangstrio: Auf, ihr Hirten (Traditional) 0.54
04. Christian Marschall: Die Glatzer Neisse (Wittig) 1.45
05. Schlesischer Heimatchor: O Freude über Freude (Traditional) 1.19
06. Alfons Teuber: Morgenstimmung in der Bauernstube (Schenke) 0.50
07. Alfons Bauer: Zitherklänge auf der Baude (Kraus) 0.36
08. Elionor von Wallerstain: Die Legende vom einfachen Büble (Traditional) 1.43
09. Glatzer Gesangstrio: Auf dem Berge, da wehet der Wind (Traditional) 1.07
10. Alfons Bauer: Schlesische Weihnachtsmusik (Traditional) 1.33
11. Herbert Kroll & Elionor Wallerstain: Volksbäuche am Heiligen Abend (Teuber) 1.44
12. Kinderchor: Vom Himmel hoch da komm ich her (Luther) 1.15
13. Die Wölkinger Turmbläser: Weihnachtliche Turmmusik (Traditional) 0.44
14. Ilse Siano: Rorate-Amt (Traditional) 1.10
15. Kinderchor: Ecca Dominus (Traditional) 0.52
16. Kinderchor: Ihr Kinderlein kommet (Traditional) 0.39
17. Ilse Siano, H. Kroll & Alfons Teuber: Nikolo Szene (Traditional) 3.50
18. Glatzer Gesangstrio: Es tagt ja schon (Traditional) 1.08
19. Eva Pflug & Alfons Bauer: Das Riesengebirge + Weihnacht im Riesengebirge (Hauptmann/Traditional) 2.03
20. Christian Marschall: Die Schlittenfahrt (Schwarz) 0.33
21. Glatzer Gesangstrio: Inmitten der Nacht (Traditional) 1.16
22. Eva Pflug: Maria mit dem Jesukind ist schon auf der Reise (Richter) 0.37
23. Schlesischer Heimatchor: Schlaf wohl, du Himmelsknabe du (Traditional) 1.23
24. Herbert Kroll: Verse von Angelus Silesius (Silesius) 0.22
25. Kinderchor: Kommet ihr Hirten (Traditional) 1.22
26. Elionar Wallenstaun, Christian Marschall & Alfons Teuber: Im Schoberhäusl (Keller) 4.22
27. Alfons Bauer: Weihnachtliche Zithermusik aus Schlesien (Bauer) 0.49
28. Alfons Bauer: Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber) 1.08
29. Eva Pflug & Christian Marshall: Erinnerungen an die Oder + Glockengeläut des Breslauer St-Johannes-Domes (Teuber) 2.06
30. Schlesischer Heimatchor: Transeamus (Traditional) 2.53

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Kyu Sakamoto – Sukiyaki + 4 (1963)

FrontCover1Es mag ja sein, dass ich momentan ein wenig albern gestimmt bin; denn man kann sich erstmal mit Fug und Recht fragen, was die Aufnahme eines Japaners namens Kyu Sakamoto in diesem blog, der sich ja „Allerlei buntes aus deutschen Landen“ nennt, zu suchen hat.

Nun, dafür gibt es zwei Gründe: Der eine ist ganz sicher, dass diese fremdartig klingende Musik im Jahre 1963 in Deutschland wie eine Bombe eingeschlagen ist.  Und deshalb ein paar Informationen über diesen Kyu Sakamoto

Kyū Sakamoto (jap. 坂本 九, Sakamoto Kyū, bürgerlich: 大島 九, Ōshima Hisashi; * 10. Dezember 1941 in Kawasaki, Präfektur Kanagawa; † 12. August 1985 bei Ueno, Präfektur Gunma) war ein japanischer Sänger und Schauspieler, der insbesondere durch den 13-fachen Millionenseller[1][2] und Evergreen Sukiyaki weltweit bekannt wurde.

Sakamoto hatte bereits 1959 angefangen zu singen, zunächst als Mitglied der Gruppe The Paradise Kings. Später trat er als Solist auf, wurde dabei entdeckt und bekam einen Plattenvertrag. Er wurde in Japan sehr schnell zum Star.

KyuSakamotoKyū Sakamoto kam am 12. August 1985 beim Absturz des Japan-Airlines-Fluges 123 ums Leben.

Ende 1962 veröffentlichte er das Lied Ue o muite arukō. Der Titel bedeutet ungefähr „Während ich laufe schaue ich nach oben …“, weiter heißt es im Text: „… damit die Tränen nicht herunterfließen“ (namida ga kobore nai you ni).

Dieses Lied hörte der Besitzer einer englischen Plattenfirma bei einer Geschäftsreise. Er kaufte es und ließ es in England von Kenny Ball unter dem Titel als Instrumentalstück veröffentlichen. Da dieser dem englischen Publikum nicht den japanischen Titel „zumuten“ wollte, veröffentlichte er es unter dem Titel Sukiyaki – einem japanischen Eintopfgericht –, der mit dem Inhalt des Liedes in keiner Beziehung steht. Es erreichte Platz 10 der britischen Hitparade.

Capitol Records veröffentlichte dann 1963 das Original von Kyū Sakamoto ebenfalls unter dem Namen Sukiyaki. Diese japanisch gesungene Version wurde sofort Platz 1 der US-amerikanischen Charts und darüber hinaus ein internationaler Megaseller. Eine deutsche Fassung der Blue Diamonds erreichte in Deutschland ebenfalls Platz 2.[7]

Das Lied Sukiyaki wurde später noch mindestens 150 Mal gecovert, unter anderem von der Formation A Taste of Honey (1981).

In Deutschland tummelte er sich wochenlang in den Charts (Hitparaden) und erklomm doch glatt Platz 2 …

Und auch heute noch entfaltet dieser wirklich magische Gesang seine Wirkung … irgendwie unglaublich !

KyuSakamoto2

Ein weiterer Grund für diese Präsentation ist dann natürlich auch, dass es deutsche Versionen von diesem Klassiker gegeben hat … einmal von dem niederländischem Duo „Blue Diamonds“ und dann von der Sängerin Yvonne Carré (eine Sängerin, mit der ich mich wohl in nächster Zeit intensiver beschäftigen muss und nicht weil sie mit Frank Valdor verheiretat war).

Und dann noch eine weitere deutsche Fassung von dem Sänger Rainer Hoeglmeier, der früher bei der Gruppe „Wind“ relativ erfolgreich war (auch davon wird man hier demnächst was zu lesen bekommen) …

Aber jetzt erstmal … schwärmen ob dieser famosen Stimme und natürlich halte ich auch inne, angesichts des schrecklichen Ende seines Lebens.

SingleHülenCarréBlue Diamonds

Titel:
01. Sukiyaki (Ueo Muite Arukou) 3.07
02. Anoko-No (Namae-Wa Nantenkana) (Rohusuke/Hachidai) 2.56
+
03. Sukiyaki (Rohusuke/Hachidai) (Blue Diamonds Version) 1.46
04. Sukiyaki (Rohusuke/Hachidai/Wolf) (Yvonne Carré Version) 2.56
05. Sukiyaki (Rohusuke/Hachidai) (Rainer Hoeglmeier Version) 3.06

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Die Original-Single aus Japan

Die Original-Single aus Japan

 

Telefunken-Stereo-Test Single (Industriefassung) (1963)

FrontCover1Ja hoppla, was haben wir denn da ?

Wir haben den Telefunken-Stereo-Test und zwar in der Industriefassung.

Diese diente dazu, heimische Stereo-Anlagen, die damals vermutlich immer häufiger käuflich erworben wurden, uf ihre Funktionalität (also dem „richtigen“ Steroeklang) zu testen um dann – bei Bedarf – nachzujustieren.

Dem Auftrag entsprechend sind dann die Kommentare zum jeweiligen Prüflauf staubtrocken und nüchtern.

Auf der Seite eins hört man zumindest ein wenig Unterhaltungsmusik, auf der Seite zwei fliegen einem dann diverse Pegeltöne um die Ohren. Nur was für Masochiten !

Und ja, hoppla, was muss ich feststellen … so ganz astrein ist mein System noch nicht … da geht gilt´s nun wohl auf Fehlersuche zu gehen.

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Die Innenhülle, zweisprachig

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Günstiger

Geht auch günstiger …

 

George Bernhard Shaw + Stella Patrick Campbell – Geliebter Lügner (Jerome Kilty) (Hörbuch) (1963)

FrontCover1Irgendwie eine ganz schön schräge Angelegenheit:

George Bernard Shaw und die Schauspielerin Stella Patrick Campbell schrieben über vierzig Jahre Briefe aneinander. Sie formten ihre Gefühle mit Worten, begeisterten und verfluchten einander und vergaßen niemals, dass diese Briefe eines Tages an die Öffentlichkeit gelangen würden.

Zugegebnermaßen – ganz taufrisch ist das Stück „Geliebter Lügner“ von Jerome Kilty, der 1922 geboren wurde, nicht mehr. Seit mehr als fünf Jahrzehnten wird es die Bühnenwelt hinauf- und heruntergespielt, verliert jedoch nie an seiner Wortgewalt, seinem Witz und seiner Tragik. Dass liegt nicht nur daran, dass Kilty es versteht die Briefe von dem großen irischen Dramtiker George Bernard Shaw  und der Ende des 19.Jahrhundert als große Schauspielerin gefeierten Stella Patrick Campbell  klug auszuwählen und ihnen erklärende oder bonmonthaltige Dialoge beizufügen, sondern auch daran, dass Shaw und Campbells Briefe Meisterwerke sind. Ist Shaw oft der von seinem eigenen Ruhm besessene und zutiefst eitle Grantler mit Witz, schreibt Campbell oft das Innerste ihrer Künstlerseele an ihren Brieffreund.

Shaw steigt zu Weltruhm auf, erhält im Jahr 1925 den Literaturnobelpreis und 1939, ein Jahr vor Stella Patrick Campbells Tod in Frankreich, einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch, während Campbell, einst gefeierte Schauspielerin und Broadway-Star unter ihrem Alter leidet und immer weniger von ihrem einstigen Ruhm leben kann. Oft wird sie krank und stirbt mehr oder weniger mittellos.

Portraits

Das Liebespaar

Shaws und Campbells Briefe machen diese Entwicklung nur unterschwellig deutlich. So klar und gewitzt, so harsch und bestechend die Schriftstücke formuliert sind, ist es für den Zuschauer ein Akt der geistigen Mitarbeit nachzuvollziehen in welchen Lebenssituationen sich die beiden Schöpfer dieser Briefe zum jeweiligen Zeitpunkt befanden. Kilty löst das in seinem Stück mit Jahreszahlen, die immer wieder beiläufig vorgetragen werden.

War Stella Patrick Campell für den älteren George Bernard Shaw am Anfang ein Vorbild und eine Muse (sie inspirierte ihn zu seinem weltweit bekannten Stück „Pygmalion“ und war in einem post-viktorianisch verklemmten Großbritannien sein Objekt der Begierde), so wird Shaw über die Jahre immer mehr zu Campbells Vorbild. Sein Erfolg und seine Lebensfreude, seine Gedanken und sein Talent zum Schreiben begeistern sie. „Geliebter Lügner“ und „Clown“ nennt sie ihn in ihren Briefen, schwärmt und giftet ihn an, verflucht ihn, um ihn gleichzeitig wieder sehnsüchtig herbeizurufen.
In Kiltys Stück wird der Zuschauer Teil einer komplizierten und herzzereißenden Liebesgeschichte. Es sind Briefe wie sie nur die Leidenschaft und Getriebenheit zweier Künstlerseelen schreiben können. So sehr nehmen einen die Gedanken der beiden mit. (Tobias Lentzler )

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Und es gibt etliche, weitere Quellen, die sich ebenfalls euphorisch über diesen Briefwechsel äußern …

Zusammengestellt haben diese Brief übrigens ein Jerome Kilty

Jerome Kilty (* 24. Juni 1922 in Baltimore, Maryland; † 6. September 2012 in Norwalk,

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Jerome Kilty

Connecticut) war ein amerikanischer Schauspieler und Autor, der besonders durch seine Dramatisierungen von Briefwechseln bekannt wurde. Sein bekanntestes Werk war Dear Liar, die Adaptierung der 40-jährigen Korrespondenz zwischen George Bernard Shaw und Mrs. Patrick Campbell, einer Londoner Schauspielerin.

So ganz kann ich mich dieser Euphorie allerdings nicht anschließen … Interessant ist jedoch, mit welchen Worten und Satzstellungen man in jenen Jahrzehnten hantierte, wenn man zur Gattung der selbstverliebten und egozentrischen Künstlern gehörte. Er war ein rechter Griesgram, sie ne eingebildete Ziege … würd´ ich mal sagen.

Wir hören ein „wunderbar“ höfliches Hin und Her, mit Andeutungen, Träumen, Problemen, glühenden Liebesschwüren, Verdächtigungen, Gerüchten, Bosheiten und Spitzfindigkeiten.

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Die Buchausgabe

Hier die erste deutsche Hörspielfassung (später gab´s dann auch noch eine Version mit Iris Berben und Mario Adorf).

Aber zuerst gab´s die Fernsehausstrahlung:  Die ARD hatte am 10. Oktober 1963 eine Aufführung dieser Vorlage von Kilty ausgestrahlt; Protagonisten waren hierbei O. E. Hasse und Elisabeth Bergner, zwei Hochkaräter des Schauspiels der damaligen Zeit:

Otto Eduard Hasse war ein deutscher Schauspieler und Regisseur, der auf der Theaterbühne u. a. als „Mephisto“ und „Des Teufels General“ brillierte, im Kino als „Canaris“ (1954) und „Arzt von Stalingrad“ (1958) beeindruckte und als Synchronsprecher u. a. die langjährige deutsche Stimme von Humphrey Bogart war. Er wurde am 11. Juli 1903 in Obersitzko in Polen geboren und verstarb am 12. September 1978 mit 75 Jahren in Berlin. (geboren.am)

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Otto Eduard Hasse

Und dann noch die Elisabeth Bergner:

Sie war die gefeierte deutsche Bühnenschauspielerin der ersten Jahrhunderthälfte, doch ihr überdauernder Ruhm gründet sich auf die Erfolge eines einzigen Jahrzehnts. Im Jahr 1923 stand sie in Berlin hintereinander in mehreren großen Shakespeare- und Strindberg-Rollen auf der Bühne. Danach war „ganz Berlin in sie verliebt“ (Fritz Kortner). 1924 war sie schon so berühmt, daß George Bernard Shaw von London aus den Berliner Theaterkönig Max Reinhardt, der die Bergner nicht mochte, zwang, keine andere die „Heilige Johanna“ spielen zu lassen. Es wurde nach Shakespeares Rosalinde, ihr größter Triumph. Elisabeth Bergner, im galizischen Drohobytsch geboren, in Wien aufgewachsen, war ein Schönheitsidol der zwanziger Jahre knabenhaft schmal großäugig, Bubikopf, naiv und kokett mit verführerisch singender Stimme halb Elfe, halb Engel, kaum Frau. Ihr treuester Anbeter, ein junger Wiener namens Paul Czinner, der zuvor nie einen Film gedreht hatte, machte sie 1924 zum Kinostar: Er wurde ihr Vertrauter, ihr Impresario, der Regisseur der wichtigsten Bergner Filme bis Kriegsausbruch, und 1933 wurde er auch ihr Ehemann. Vom Berliner Theaterbetrieb hatte sie sich da schon abgewendet und filmte in England. Auf das Arisierungsangebot, das die Nazis ihr nach London übermittelten, um sie zurückzulocken, reagierte sie nicht.

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Elisabeth Bergner

Im London der Vorkriegsjahre ist Elisabeth Bergner bejubelt worden wie keine Ausländerin seit Sarah Bernhardt; Stücke wurden eigens für sie geschrieben, sie spielte Shaw zuliebe noch einmal die „Heilige Johanna“. Hollywood lockte, die Bergner ging nach Amerika, doch die neue Garbo wurde sie nicht. Czinner hat sie dafür zum Broadway-Star gemacht, und dort versuchte sie 1946, als Gastgeberin und Hauptdarstellerin, Brecht in Amerika zum Erfolg zu verhelfen. Das Fiasko seiner Bearbeitung der „Herzogin von Malfi“ bedeutete auch für Elisabeth Bergner den Abschied von Amerika. Ihr Wohnsitz blieb London, sie kam immer nur als kostbarer Gast, und bei ihren späten Triumphen – in O’Neill-Rollen in dem Shaw-Duett „Geliebter Lügner“ mit O.E. Hasse und dem Film „Der Pfingstausflug“ mit Martin Held (Photo) – wurde eine Legende gefeiert und geliebt. (Quelle: Der Spiegel, Mai 1986)

Interessant, dass zumindest Elisabeth Bergner auf persönliche Begegnungen mit George Bernhard Shaw zurückblicken konnte.

Und dann gibt es noch zu vermelden, dass diese Aufnahmen, Jahre später (und zwar 1966 und 1970) auf in der DDR auf dem Litera Label erschienen sind.

EternaAusgabe

Eterna Ausgabe

Besetzung:
Elisabeth Bergner (Sprecherin)
E.O. Hasse (Sprecher)

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Titel:
01. Geliebter Lügner (Teil 1) 29.11
02. Geliebter Lügner (Teil 2) 30.31

Textzusammenstellung: Jerome Kilty
Deutsche Übersetzung: Hermann Stresau

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Johann Sebastian Bach – Berühmte Orgelwerke (Karl Richter – Siegfried Hildenbrand – Wilhelm Krumbach) (1963)

FrontCover1Johann Sebastian Bach hat ja nicht nur die grandiosen „Brandenburgischen Konzerte“ komponiert, nein er hat auch eine geradezu magische Orgelmusik geschaffen.

Und davon erzählt diese LP aus dem Jahre 1963 … und die Namen der Organisten (Karl Richter – Siegfried Hildenbrand – Wilhelm Krumbach) lässt einen nur mit der Zunge schnalzen … Hochkaräter halt !

Hier ein paar einführende Erläuterungen zum Orgelwerk von Johann Sebastian Bach … wer mag kann sich mit dieser Thematik gerne intensiver beschäftigen:

Johann Sebastian Bach gilt als einer der bedeutendsten Orgelkomponisten. Zum einen sind nahezu alle Form- und Satztypen in seinem umfangreichen Werk anzutreffen, zum anderen weisen viele der Stücke den von ihm geschätzten virtuosen Fugenstil auf.

Die Vielseitigkeit der Orgelwerke Bachs, der über lange Zeit für die Orgel komponierte, stellt Historiker vor viele Fragen. Weiterhin stellen zahlreiche dieser Werke bis heute recht hohe technische Ansprüche an den Organisten, beispielsweise die sechs Triosonaten.

Die „Werke für Orgel“ sind im Bach-Werke-Verzeichnis (BWV) unter den Nummern 525-771, 1090-1120 und 1128 aufgeführt. Lässt man diejenigen beiseite, die vermutlich nicht von Bach stammen, bleiben etwa 220 Orgelkompositionen – ein Fünftel seines Gesamtwerks. Diese Zahl zeigt die Bedeutung der Orgel für Bach. Instrumentale Choralbearbeitungen, Partiten, Fantasien, Präludien, Fugen, also orgelspezifische musikalische Formen, bildeten von früher Jugend bis ins hohe Alter die Grundelemente seiner Kompositionen.

In seinen Orgelkompositionen wurde Bach besonders von der norddeutschen Orgelschule beeinflusst, also von Komponisten wie etwa Dietrich Buxtehude, Nicolaus Bruhns und Johann Adam Reincken. Auch andere musikalische Stile, die sein gesamtes Schaffen prägten (wie beispielsweise das italienische Concerto und die höfische französische Verzierungstradition), blieben nicht ohne Einfluss auf sein Orgelwerk.

BachBachs Orgelmusik lässt sich zwanglos in zwei Gruppen einteilen, je nachdem, ob ein Choral zugrunde liegt oder nicht. Auch das Bachwerkeverzeichnis nutzt dieses Kriterium zur Untergliederung.

Ein großer Teil von Bachs Orgelmusik legt eine Choralmelodie zugrunde. Sein Verfahren der Choralbearbeitung, das auf Vorbilder wie etwa Dietrich Buxtehude zurückgeht, führt zu eher kurzen Einzelsätzen, deren Form durch die Abfolge der Choralzeilen bestimmt wird. Bach neigt dazu, mehrere derartige Sätze, die unterschiedliche Choräle verwenden, aber in Anlage und Umfang zusammenpassen, zusammenzustellen.

Ein Beispiel ist das bereits in Weimar begonnene Orgelbüchlein (BWV 599–644), nach Albert Schweitzer das „Wörterbuch der Bachschen Tonsprache“; es umfasst 46 Sätze. Ähnlich angelegt sind die in Leipzig entstandenen Achtzehn Choräle (BWV 651–668) und der Dritte Teil der Clavierübung (hier sind die Choralbearbeitungen eingerahmt von Präludium und Fuge Es-Dur – siehe unten).

Die Sechs Choräle von verschiedener Art (BWV 645–650), unter dem Namen „Schüblersche Choräle“ bekannt, sind zunächst einzeln als Kantatensätze entstanden und später von Bach für Orgel bearbeitet und zusammengestellt worden.

In einigen Fällen kombinierte Bach auch mehrere Variationen über den gleichen Choral zu mehrsätzigen „Partiten“, wie etwa die Partite diverse sopra „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ (BWV 768) oder die Canonischen Veränderungen über „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ (BWV 769), das zu Bachs kontrapunktischem Spätwerk zählt.

Ein großer Teil von Bachs Orgelschaffen bezieht sich nicht auf einen Choral. Die Mehrzahl dieser Werke folgt der zweisätzigen Struktur aus Präludium und Fuge; in Einzelfällen hat Bach hier das Präludium auch als Fantasie oder Toccata bezeichnet.

Das möglicherweise bekannteste Orgelwerk überhaupt ist die vielgespielte Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565), die entweder ein Jugendwerk Bachs darstellt oder gar nicht von ihm selbst stammt.

Weitere Toccaten sind die Toccata und Fuge in F-Dur (BWV 540), die häufig als „dorische“ Toccata und Fuge bezeichnete BWV 538 (die Tonart ist echtes d-Moll) und Toccata, Adagio und Fuge C-Dur (BWV 564), die im Aufbau der drei Sätze an ein Konzert anspielt.

Zu den meistgespielten zweisätzigen Stücken zählen das Präludium und Fuge D-Dur (BWV 532), die Fantasie und Fuge c-Moll (BWV 537), und das Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547). Bemerkenswert ist auch die harmonisch kühne Fantasie und Fuge g-Moll (BWV 542). Hermann Keller spricht dem h-Moll-Präludium (aus Präludium und Fuge BWV 544), einen „lyrisch-schmerzlichen Grundcharakter“ zu und bescheinigt der Fuge einen interessanten Entwicklungsgang. Unter BWV 572 findet sich die frühe Fantasie G-Dur (auch als „Pièce d’Orgue“ bezeichnet).

Bach selbst zeigte seine Wertschätzung von Präludium und Fuge Es-Dur (BWV 552), indem er es als Teil des Dritten Teils der Clavierübung drucken ließ.

SignaturBach

Die Acht kleinen Präludien und Fugen (BWV 553–560) werden heute von der Musikforschung einem von Bachs Schülern zugeschrieben, etwa Johann Tobias Krebs oder dessen Sohn Johann Ludwig Krebs.

Das achttaktige Bassthema der Passacaglia c-Moll (BWV 582) ist Basis von zwanzig Variationen; die Fuge verwendet die Themenhälften als Thema und ersten Kontrapunkt und fügt noch ein zweites Kontrapunktthema hinzu.

Die Sechs Sonaten (BWV 525–530), die zunächst didaktische Absicht hatten (die musikalische Ausbildung seines ältesten Sohns Wilhelm Friedemann), gelten als ein Höhepunkt dreistimmigen Orgelsatzes und zählen wegen der vollen Integration und Gleichberechtigung des Pedals zu Bachs schwierigsten Werken. Die Kompositionen folgen nicht der viersätzigen Form der Sonata da Chiesa, sondern zeigen schon die modernere, am italienischen Concerto orientierten Folge von drei Sätzen.

Bei den Sechs Konzerten (BWV 592–597) handelt es sich um Bearbeitungen von Instrumentalkonzerten anderer Komponisten, die sich Bach zu Studienzwecken anfertigte. (Quelle: wikipedia)

Und ,wie ich,  seine Freude an grandioser Orgelmusik hat … kommt hier voll auf seine Kosten !

KarlRichter

Karl Richter

Besetzung:
Siegfried Hildenbrand (organ (bei 02.)
Wilhelm Krumbach (organ bei 01.)
Karl Richter (organ bei 03. + 04.)

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Titel:
01. Toccata und Fuge d-moll BMV 565 / 9.32
02. Präludium und Fuge G-dur BMV 541 /
03. Fantasie G-dur BMV 57204. Passaglia und Fuge c-moll BMV 582
04. Passacaglia und Fuge c-moll BMV 582

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Karl May – Winnetou – Folge 6 – (Auf Leben und Tod) (Hörspiel) (1963)

FrontCover1Also … vor ein paar ‚Wochen  war ich mal ein wenig länger im Keller (da war es ein wenig kühler) und ich habe versucht, dem Prinzip Ordnung ein wenig Gehör zu verschaffen. Ob das ne gute Idee  war, ich weiß es nicht. Der Keller ist aufgräumter, mein Arbeitszimmer ein wenig voller … denn so etliche „Schmuckstücke“ meines persönlichen Werdegangs durften mal wieder ans Tageslicht.

Darunter diese 6teilige EP-Serie „Winnetou“ aus dem Jahr 1965. Diese Serie war ein Glanzstück meiner Kindheit im Jahre 1965, und klar, dass Winnetour-Fieber hatte sich längst bei uns ausgebreitet und auch mich erfasst.

Aber nicht nur ich war und bin begeistert:

Klasseklasseklasse! Unter Offenbachs Regie entstand eine wunderbare Winnetou-Adoption (die einen Teil des Buches „Winnetou I“ beinhaltet). Winnetou und Sam Hawkens sind vorbildlich gesprochen und Erik Brädt setzt ein Glanzlich als unübertroffen fieser Tangua, dem man einfach nur die Pest an den Hals wünscht. (Das Fehlen der ersten Single der Philips-Aufnahme macht sich hier zum Glück nicht störend bemerkbar – bei der Fass-Produktion von „Der Schatz im Silbersee“ sieht das leider anders aus.) (Cartman)

Die Hörspielfassung verrät den professionellen Dramaturgen: Uwe Storjohann hat die Marterung Rattlers (unglaublich intensiv: Reinhard Brox) vor den alles entscheidenen Kampf zwischen Intsch-tschuna und Old Shatterhand vorgezogen, sodaß der Spannungsbogen bis zum Ende erhalten bleibt. Bedauerlich bleibt allein, daß in der gekürzten LP-Version neben der 1.Single-Folge ‚Der Grizzly und das Greenhorn‘ auch die Pueblo-Szenen mit Nscho-tschi und Old Shatterhand (Single-Folge 5, Seite 1) unter den Schneidetisch fielen.

Jenseits der unterhaltenen Abenteuer-Aspekte nimmt diese vorzügliche Fassung die Thematiken von Recht und Unrecht, Töten und Getötetwerden, von Liebe und Hass reclativ ernst, und so ist etwa auch Offenbachs Hawkens ein mitunter nachdenklicher Charakter mit mehr Tiefe als die doch etwas schablonenhafte Figur bei May vorgibt.
Diesem frommen Wunsch wurde bisher nicht entsprochen … dafür gibt es hier aber alle Original-Single Aufnahmen (bei der o.g. besprochenen LP Ausgabe – die mir nicht bekannt ist), fehlen wohl einige Teile (wie z.B. die 1. Folge).Mit anderen Worten: Der ‚Winnetou‘-Klassiker schlechthin – und bislang unerreicht: also eigentlich 6 Punkte wert. Es wäre mehr als wünschenswert, daß die Gesamtaufnahme aller 6 Singlefolgen nochmals als CD wiederveröffentlicht würde. (thoschw)

Regie führte ein gewisser Joseph Offenbach (der auch die Rolle des kauzigen Sam Hawkins mübernommen hat) … Experten unter uns werden ihn noch kennen, als den Vati Kurt Scholz bei der großartigen TV-Serie „Die Unverbesserlichen“.

Mich überzeugen diese Aufnahmen heute noch … ganz sicher werden aber viele diese Aufnahmen eher als antiquiert betrachten … aber wenn man mit glühenden Backen – damals … long time ago … gehört hat, dann ist das halt einfach so.

Wohlan .. .hier nun die sechste und letzte Folge und nun beginnt das dramatische Finale … Pathis der feinsten Art inklusive … Musste halt so sein …

Unabhängig von dem ganzen Winnetou Hokuspokus jener Jahre … diese EP Serie zeigt auf sehr eindrucksvolle Weise … welche Werte dem Karl May wohl schon sehr bedeutsam waren: Gerechtigkeit, Verständigung der Völker, Solidarität, Freundschaft und Zutrauen …

Werte, die mich – wenn ich es recht besehe -mein ganzen Leben begleitet haben …. von daher sind meine erste Begegnungen mit diesenSWerten via Karl May gar nicht hoch genug zu bewerten.

Und Old Shatterhand bediente sich einer Liste, um sich und seine Freunde zu retten …  *ggg*

AlleFolgen

Alle Folgen dieser EP-Serie

Besetzung:
Jörg Behringer (Howard)
Volker Brandt (Old Shatterhand)
Erik Brädt (Tangua)
Charles Brauer (Winnetou)
Reinhard Brox (Rattler)
Rudolf Dobersch (Klekih-petra)
Benno Gellenbeck (Intschu tschuna)
Gisela Greßmann (Nscho-tschi)
Heinz-Horst Hofmann (Will Parker)
Immo Kroneberg (Dick Stone)
Joseph Offenbach (Sam Hawkens)
Mariette Termer (Alte Squaw)
Karlheinz Wüpper (Bancroft)
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andere Mitglieder der Hamburger Bühnen
+
Geräuscheffekte: Willy Wany

Regie: Joseph Offenbach

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Titel:
01. Auf Leben und Tod (Teil 1) 6.55
02. Auf Leben und Tod (Teil 2) 6.21

LabelB1

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Kleine Korrektur: bei all den bisherigen Ausgabe habe ich das Jahr 1965 als Aufnahme- und Erscheinungsjahr angegeben, da habe ich mich geirrt; die richtige Jahreszahl lautet 1963, wenn ich mich nicht irre … kicher