Leonard Bernstein – Bernstein-Rossini-Festival (1964)

FrontCover1.JPGMit der Veröffentlichung dieses prachtvollen Albums wollte man damals wohl zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

Zum einen ging es wohl um Leonard Bernstein:

Leonard „Lenny“ Bernstein (* als Louis Bernstein am 25. August 1918 in Lawrence, Massachusetts; † 14. Oktober 1990 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist.

Und was für einer:
Er war Komponist, Entertainer und Politiker – Leonard Bernstein konnte viele Felder gleichzeitig bespielen, sagte der Historiker Sven Oliver Müller im Dlf. Der verstorbene US-Dirigent sei eine „super Projektionsfläche für ein großes internationales Publikum“ gewesen, darin habe auch die Quelle für sein Charisma gelegen. (Quelle: deutschlandfunk.de).

Zum anderen ging es wohl auch darum, die Stereophonie zu puhen, denn auf der Rückseite kann man dann fast marktschreierisch folgendes lesen:

„Eine Stereo-Demonsration sprühender Virtusiotät“

Auh auf der Vorderseite der Hülle bediente man sich eines etwas sperrigen Textes:

„Leonard Bernstein und die New Yorker Philharmoniker geben sich die Ehre zu einem musikalischem Galadiner einzuladen.“

Leonard Bernstein

Leonard Bernstein

Nun ja, und dafür wurden dann Kompositionen von Gioacchino Rossini ausgesucht;

Gioachino Antonio Rossini (auch Gioacchino) (* 29. Februar 1792 in Pesaro, Kirchenstaat, heute Marken; † 13. November 1868 in Passy, Paris) war ein italienischer Komponist. Er gilt als einer der bedeutendsten Opernkomponisten des Belcanto; seine Opern Il barbiere di Siviglia („Der Barbier von Sevilla“), L’italiana in Algeri („Die Italienerin in Algier“) und La Cenerentola („Aschenputtel“) gehören weltweit zum Standardrepertoire der Opernhäuser. (Quelle: wikipedia)

Gioacchino Rossini

Gioacchino Rossini

Nun, wir hören hier nun wahrlich eine sprühende Musik, funkelnd und voller Dynamik und ich wusste bis dato gar nicht verdammt gut der Gioacchino Rossini komponieren konnte … Kurz und schmerzlos: Ein Feuerwerk !

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Besetzung:
New York Philharmoniker unter der Leitung von Leonard Bernstein
+
Harold Gomberg (oboe bei 05.)

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Titel:
01. Italienerin in Algier (Overtüre) 6.55
02. Barbier von Sevilla (Overtüre) 7.34
04. Seidene Leiter (Overtüre) 6.07
05. Diebische Elster (Overtüre) 6.52
06. Semiramis (Overtüre) 14.29

LabelB1

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Abi Ofarim – Shake, Shake (Wenn ich dich nicht hätte) + Midnight Party im Prairie Saloon (1964)

FrontCover1Und noch ne Single, diesmal aus traurigem Anlass:

Abi Ofarim (hebräisch אבי עופרים‎; * 5. Oktober 1937 als Abraham Reichstadt in Safed, Völkerbundsmandat für Palästina; † 4. Mai 2018 in München) war ein israelischer Tänzer, Sänger, Gitarrist, Musikproduzent und Choreograph, der zwischen 1959 und 1969 zusammen mit seiner damaligen Frau Esther als Teil des Gesangsduos Esther & Abi Ofarim international bekannt wurde. Er erhielt im Laufe seiner Karriere 59 Goldene Schallplatten.

Abi Ofarim besuchte mit zwölf eine Ballettschule. Mit fünfzehn stand er in Haifa das erste Mal auf der Bühne. Mit siebzehn arbeitete er als Choreograph. Zusammen mit Esther Ofarim gründete er – nach Abschluss ihrer Militärzeit – in Tel Aviv das Gesangsduo Esther & Abi Ofarim. Die beiden begannen mit folkloristischen Titeln – wobei sie früh die Arbeitsteilung etablierten, dass Esther Ofarim den Gesangspart übernahm, während Abi Ofarim Gitarre spielte und als Zweitstimme für den dunklen Background zu Esthers heller Stimme sorgte.

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Abi Ofarim, 1968

Nach ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest 1963 in Großbritannien, bei dem Esther für die Schweiz mit dem Titel T’en Va Pas den 2. Platz belegte, wurde das Paar auch international bekannt. Ab Mitte der 1960er war das Duo stetig in den Hitparaden präsent. Das Repertoire reichte über anspruchsvolle Schlager über Chansons bis hin zu folkloristischen Stücken sowie Cover-Versionen international bekannter Folksongs. Einer der größten Hits des Duos war Cinderella Rockafella – ein Titel, der auch in Großbritannien ein Charterfolg war.

Ende der 1960er Jahre war Abi Ofarim mit der Schauspielerin Iris Berben liiert. Nach der Trennung von Esther Ofarim versuchte er eine Solokarriere, die allerdings nie richtig in Gang kam. Parallel dazu wurde er als Musikproduzent sehr erfolgreich, er arbeitete und lebte unter anderem mit Margot Werner zusammen. Im Januar 1979 wurde Ofarim wegen Drogenbesitzes und des Verdachts auf Steuerhinterziehung verhaftet und verbrachte vier Wochen in der JVA Stadelheim in U-Haft. Später wurde er zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt.

Abi Ofarim Der israelische Sâ°nger Abi Ofarim Deutschland 1960er Jahre Israeli singer Abi Ofarim G

1982 veröffentlichte er ein Soloalbum mit dem Titel Much too Much sowie seine Erinnerungen in dem Buch Der Preis der wilden Jahre. Später erklärte Ofarim seinen Abschied von der Bühne und produzierte lediglich Musik für andere Künstler. 2009 erschien nach 27 Jahren Pause ein neues Album unter dem Titel Too Much of Something und 2010 seine Autobiografie Licht & Schatten.

Abi Ofarim ist der Vater der Sänger und Schauspieler Gil Ofarim und Tal Ofarim. Im April 2014 eröffnete sein Verein Kinder von gestern e. V. in München ein sogenanntes Jugendzentrum für Senioren, ein soziales Projekt gegen Armut und Einsamkeit im Alter. Abi Ofarim starb nach langer, schwerer Krankheit am 4. Mai 2018 im Alter von 80 Jahren in München. (Quelle: wikipedia)

Hier seine erse Solo-Single aus dem Jahr 1964. Diese darf mn getrost als interessant bezeichnen oder gar nett … letztlich bedeuten diese Formulierungen allerdings nur, dass sie belanglos it … aber halt auch Teil eines bewegten Lebens.

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Abi Ofarim mit Iris Berben

Besetzung:
Abi Ofarim (vocals)
+
Peter Thomas Orhester

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Titel:
01. Shake, Shake (Wenn ich dich nicht hätte) (Thomas/Schwenn) 2.10
02. Midnight Party im Prairie Saloon (Thomas/Hertha) 1.45

LabelB1

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Abi Ofarim * 5. Oktober 1937 als Abraham Reichstadt in Safed, Völkerbundsmandat für Palästina; † 4. Mai 2018 in München)

(Little) Peggy March – Lady Music + Spiel nicht mit meiner Liebe (1964)

FrontCover1Ich hatte damals – als 9jähriger Knabe – keine Ahnung von dem, was sich zwischen Mann und Frau so alles ergeben kann … aber ich hätte ihr schon damals aus der Hand gefressen … ich war ihr hoffnungslos verfallen … ohne auch nur einen Hauch von Ahnung zu haben … was das bedeuten kann. Einer der Gründe dafür kann man hier hören … LADY MUSIC  …

Dass der Text zu diesem Lied eher albern ist, spielt da keine Rolle … die Stimme und die Musik hat mich damals gefangen … und noch heute … komme ich ins schwelgen … angesichts des Textes eher verwunderlich … aber so ist das halt mal mit der wundersamen Welt des Schlagers:

Lady Music,
so sagt der Peter zu mir.
Lady Music,
ich bin ihm dankbar dafür.

Meine Lieder sing ich im Mondenschein
nur für Peter, für meinen Peter allein.
yeah,yeah, yeah 
Lady Music,
so sagt der Peter zu mir.

Lady Music, so steht es an meiner Tür
Lady Music,
so sagt der Peter zu mir.

Lady Music,
ja dieser Name ist gut.
Lady Music
weil ich Musik hab’im Blut.

Ähm …  nun gut … ist halt so …

Die B-Seite ist dann ein eindringlicher Appell an die Treue … man mag darüber lächeln …  aber Untreue hat schon sehr viele Menschenseelen verletzt und auch zerstört … ist doch so, oder ?

Und diesen Beitrag möchte ich gerne der Grausgans widmen, denn deren Begeisterung für Musik ist derart begeisternd und mitreissend, dass der Titel „Lady Music“ durchaus auch für sie zutreffend ist.

AlternativesFrontCover

Alternatives Frontcover

Besetzung:
Peggy March (vocals)
+
Henry Mayer Tanzorchester

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Titel:
01. Lady Music (Mayer/Bradtke) 2.18
02. Spiel nicht mit meiner Liebe (Niessen) 2.44

LabelB1

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PeggyMarch2018

Still alive and well: Peggy March, 2018

Greta Keller – Zwischen New York und Wien (1964)

FrontCover1Ich glaube, sie hat heute noch einen Platz im Herzen vieler Österreicher:

Greta Keller (* 8. Februar 1903 in Wien; † 4. November 1977 ebenda; eigentlich Margaretha Keller) war eine internationale Chansonsängerin (Diseuse) österreichischer Herkunft.

Greta Keller war die Tochter von Karl und Magdalena Keller, geb. Zausner. Früh erhielt sie Tanz- und Schauspielunterricht. Karriere machte sie jedoch in erster Linie als Rundfunk- und Schallplattenstar. 1916 debütierte sie am Wiener Volkstheater, danach spielte sie mit (der noch unbekannten) Marlene Dietrich in der Revue Broadway in den Wiener Kammerspielen. Angeblich soll sie hierbei dem späteren Weltstar ihre Gesangstechnik – mit rauer Stimme flüsternd zu singen – mitgegeben haben.Über Prag kam Keller nach Berlin und schließlich nach London und Paris.

1928 heiratete Greta Keller Joe Sargent und zog mit ihm nach Kalifornien, wo sie ein Haus am Rande Hollywoods bewohnten. Sie gastierte jedoch weiterhin in Europa. Sie sang in Paris und London und ging 1929 bei der Ultraphon unter Vertrag. Bald interessierte sich auch die BBC für sie, und 1932 trat sie zum ersten Mal in New York auf. Nach ihrer Scheidung von Sargent 1933 ging sie auf eine ausgedehnte Tournee durch Skandinavien. Einem Engagement im Wiener Ronacher folgte eines in der Scala in Berlin, wo Greta Keller auch mit Peter Igelhoff zusammenarbeitete. Von 1936 bis 1937 bestritt sie mit Peter Kreuder eine Deutschland-Tournee.

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In zweiter Ehe heiratete Keller den US-amerikanischen Schauspieler David Bacon, der 1943 ermordet wurde. Der Mord ist bis heute nicht aufgeklärt. Sie war zu dieser Zeit schwanger von ihm, und ihre Schwangerschaft war bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Sie brach bei der Nachricht seiner Ermordung zusammen und verlor dadurch später das Kind. Während des Zweiten Weltkriegs nahm sie sich einen Wohnsitz in New York. Erst nach 1945 lebte sie auch wieder in Europa. Im St. Moritzer Palace-Hotel eröffnete sie den Nachtclub „Chez Greta“, in dem sie auch jahrelang erfolgreich konzertierte. Und zu Beginn der 1960er-Jahre brachte ihr der New Yorker Club „The Waldorf Keller“ im Waldorf Astoria den lang ersehnten Ruhm sowie prominente Gäste und Besucher, zum Beispiel den damaligen New Yorker Bürgermeister John Lindsay und die Politiker Kurt Waldheim und Willy Brandt.

Greta Keller02.jpgNoch bis kurz vor ihrem Tod gastierte Keller auf Bühnen in Europa und Amerika. Seit 1973 arbeitete und reiste Keller zusammen mit ihrem Lebensgefährten Wolfgang Nebmaier. Dieser produzierte auch ihre letzte Schallplatte für Preiser Records und sorgte schließlich dafür, dass der gesamte Nachlass Greta Kellers dem Deutschen Kabarettarchiv in Mainz übergeben wurde. Wolfgang Nebmaier lebt heute in Southern Oregon.

Als eine der ersten Künstlerinnen schöpfte Keller die erweiterten Möglichkeiten des Mikrofons für die künstlerische Gestaltung von Chansons aus. Ihre dunkel timbrierte Stimme schuf Intimität und war feinster Nuancen zwischen Leidenschaft, Wehmut und Ironie fähig. Sie verfügte über ein großes Repertoire angefangen von Wiener Liedern über das französische Chanson bis hin zu Jazz-Standards und sogar einige klassische Lieder. Keller hat viele hundert Lieder, Schlager und Chansons in zahlreichen Sprachen auf Schallplatte eingesungen. Bezeichnenderweise erschien ein von ihr gestaltetes Kochbuch in den USA mit der Ankündigung „Die Keller singt in fünf Sprachen und kocht in fünfzehn.“ Viele ihrer Aufnahmen wurden auf CD wiederveröffentlicht.

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Das ihr ehrenhalber gewidmete Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 53). Seit 2007 ist mit der Greta-Keller-Gasse in Wien Liesing (23. Bezirk) eine Straße nach ihr benannt.

Im Film Cabaret von 1972 ist Kellers Stimme aus dem Off mit dem Lied „Heirat“ zu hören.

Am 4. November 2002 gestaltete die „Komödie am Kai“ anlässlich von Kellers 25. Todestag einen in ihren Lebenslauf integrierten Chanson-Abend unter dem Titel „Thanks for the Memory“, von dem eine Videokassette produziert wurde.

Im September 2012 hatte das Theaterstück Bon Voyage von Rupert Henning im Wiener Volkstheater Premiere, ein Chanson-Abend mit Kellers Liedern nach einer Idee von André Heller; Andrea Eckert war die Uraufführungsbesetzung in dem Ein-Personen-Stück.[5]

Zum 35. Todestag von Greta Keller am 4. November 2012 präsentierte die „Komödie am Kai“ eine leicht abgeänderte Version des Chanson-Abends von 2002 unter dem Titel „Remember me“. (Quelle; Wikipedia)

Hier nun eine Scheibe von ihr … es handelt sich dabei um eine Liveaufnahme, die am 20. September 1964 in Wien entstanden ist.

Und die große Dame der leichten Muse hatte da natürlich ein Heimspiel und aufgrund ihres Werdeganes konnte sie eben den großen Bogen zwischen New York und Wien schlagen: Das Programm umfasst also  Broadway-Klassikern sowie rührselige Wiener Schnulzen (exemplarisch das sympathische „Die alte Zahnradbahn„). Und „Die Ballade vom Seemann Hein“ ist schwarzer Humor ein Reinkultur !

Die Kritiker waren entsprechend euphorisch und begeistert:

Schlagzeilen

Tja, die Greta Keller:

Sie sang Musical neben Fred Astaire, konzertierte mit Peter Kreuder und Peter Igelhoff, machte Aufnahmen mit Jimmy und Tommy Dorsey ebenso wie mit Theo Mackeben. Greta Keller war eine Wanderin zwischen Kontinenten und Musikstilen.

Und auch davon erzählt diese LP.

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Besetzung:
Walter Grimm (piano)
Greta Keller (vocals)
+
Michael Danzinger mit seinem Ensemble*

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Titel:
01. Einleitung + Diesmal muss es Liebe sein (Schwabach) 3.00
02. I Wish You Love – Que-Reste-T-Il (Trenet) 2.14
03. No Strings-Potpourri (Rodgers) 4.53
04. Falling In Love With Love (Rodgers/Hart) 2.16
05. Jenny (Weill) 3.50
06. Hello Dolly – Potpourri (Herman) 3.42
07. Can Can – Potpourri (Porter) 4.55
08. Lorelei (G.Gershwin/I.Gershwin) 2.10
09. Streifzug durch Wien – Potpourri 4.37
09.1. Wenn ich durch Wien mit verliebten Augen geh‘ (Lang/Herz)
09.2. Zwei Verliebte in Wien haben Rendezvous (Haller/Harald)
09.3. Bei der Lieb‘ und beim Wein (Loubé/Petrak/Welisch)
09.4. Ich kenn a kleines Wegerl (Steinbrecher)
09.5. In Grinzing gibt’s a Himmelstraß’n (Föderl/Hochmuth/Werner)
10. Die alte Zahnradbahn (Bernauer) 2.43
11. A Mehlspeis‘, a Kaiserschmarrn (Benatzky) 2.27
12. Don’t Ask Me Why – Frag nicht warum (Stolz) 2.24
13. I Now The Feeling (Croswell/Pockriss) 3.13
14. Kleine Reise in die Vergangenheit – Potpourri 4.57
14.1. Bei zärtlicher Musik (Mohr/Richter)
14.2. J’Attendrai (Toterat/Oliveri)
14.3. Blue Moon (Rodgers/Hart)
14.4. Fascination (Marchetti/Feraudy/Gilbert)
14.5. Sag‘ beim Abschied leise Servus (Kreuder/Hilm)
15. Die Ballade vom Seemann Hein (Nelson) 2.40
16. Lights Out (Hill) 3.17
+
17. Zwischen New York und Wien (Seite 1 – ungeschnitten) 28.32
18. Zwischen New York und Wien (Seite 2 – ungeschnitten) 27.22
LabelB1

 

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Grab von Greta Keller am Wiener Zentralfriedhof

Benny Quick – Twens Top (1964)

FrontCover1Passend zu meinem Fieberwahn hinsichtlich „Ku-damm“ nun diese LP. Sie wurde zwar ein wenig später eingespielt, aber mir ist beim der ersten „Ku-damm“ Triologie aufgefallen, dass jener Zeitgeist durchaus auch in den 60er Jahre sein Unwesen trieb. Von daher eben noch passend …

Benny Quick, eigentlich Rolf Müller, (* 31. Dezember 1943 in Essen; † 22. Dezember 1999 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Pop- und Schlagersänger.

Rolf Müller, so sein bürgerlicher Name, wurde in Essen-Katernberg geboren. Als Schüler begeisterte er sich für die aktuellen Rock ’n’ Roll-Hits, die er heimlich im Radio der Eltern hörte. Ab Ende der 1950er Jahre trat er unter dem Namen Charly aus Essen mit seiner Gitarre und verschiedenen Begleitbands in Festsälen und Tanzclubs im Ruhrgebiet auf. Obwohl der Sänger noch nicht volljährig war, gewann er mehrere Gesangswettbewerbe. Der für seine Talentshows bekannte Conférencier Udo Werner vermittelte dem Nachwuchskünstler 1961 Probeaufnahmen bei dem renommierten Plattenproduzenten Heinz Gietz in Köln.

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1962 produzierte Gietz, der dem Sänger kurzerhand den Künstlernamen Benny Quick gab, dessen Debüt-Single Motorbiene, die im November 1962 auf dem Columbia-Label der Electrola erschien. Das Stück entwickelte sich zur Halbstarken-Hymne, brachte es in den deutschen Musik-Charts lediglich zu einem durchschnittlichen Rang 27. Den deutschen Text schrieb Heinz Hellmer, garniert mit Motorradgeräuschen. Die englischsprachige Originalversion Motorcycle von Tico & The Triumphs (Paul Simon) schaffte es in den USA hingegen nur eine Woche auf Platz 99 in den Billboard Hot 100. Benny Quicks Motorbiene zählt bis heute zu den besten und bekanntesten Doo-Wop-Titeln in deutscher Sprache und zu den Evergreens des deutschen Schlagers.

BennyQuick2Mit der nachfolgenden Single Hello Josephine (Original von Fats Domino) konnte Benny Quick zwar noch einen bescheidenen Achtungserfolg landen, in den Hitparaden erwies sich der Interpret jedoch als One-Hit-Wonder. Daneben zeigte sich der Sänger immer unzufriedener mit seiner Plattenfirma, für die er auch Schlager und anspruchslose Modetanz- und Twist-Nummern singen musste. Auch mit weiteren deutschen Coverversionen US-amerikanischer Poptitel konnte Quick den Erfolg des Debüts nicht wiederholen. Zu Quicks Columbia-Aufnahmen zählten unter anderem California Sun (The Rivieras), Pretty Woman (Roy Orbison), Auch ohne Ring (This Diamond Ring) (Gary Lewis & the Playboys) und die mit Petra Prinz gesungenen Stücke Bleib bei mir, Babe (I Got You Babe) und Wir gehen unsern Weg allein (But You’re Mine) (Sonny and Cher). Wir gehen unsern Weg allein gilt als einer der ersten bundesdeutschen Protestsongs.

Nach dem Ausscheiden des Bandleaders Didi Zill übernahm Benny Quick 1965 die Musiker der Beat-Gruppe Didi & His ABC-Boys, die unter dem Namen The Shandios seine ständige Begleitband wurde. Im gleichen Jahr nahm Quick mit der Band, in der unter anderem Friedl Kuhnke und Henk van der Horst mitwirkte, für Columbia das live eingespielte Musikalbum Twens Top auf. Es enthielt deutsch- und englischsprachige Coverversionen aktueller Hits von The Animals (The House of the Rising Sun), The Beatles, Elvis Presley, Cliff Richard oder The Shadows.

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Nachdem der Plattenvertrag bei Columbia endete, war Quick vor allem live mit seiner Band erfolgreich. Man trat häufig im Lokal Tante Olga in Duisburg sowie einige Male im Hamburger Star-Club auf. Seit den 1970er Jahren arbeitete Quick als DJ in Frankfurt am Main und Umgebung. Von ca. 1970 bis Mitte 1974 war er an Wochenenden in Petterweil im Norden von Frankfurt in der Disco „Contra“ als Resident DJ beschäftigt. Mitte der 1970er Jahre stand er in der Diskothek Gegenüber in Alt-Sachsenhausen hinter dem Mischpult. Um 1977 eröffnete in der Frankfurter Kaiserstraße die Nobel-Diskothek Sounds, in der Quick erster DJ war.

Im Zuge des Rock ’n’ Roll-Revivals wurden 1979 Benny Quicks Columbia-Titel auf einer LP wiederveröffentlicht. Insbesondere der Hit Motorbiene war seitdem immer wieder Bestandteil von Oldie-Samplern. Außerdem trat Quick mit dem Titel in den 1980er und 1990er Jahren wieder in verschiedenen Fernsehshows auf. 1990 fand das inzwischen zum Klassiker avancierte Stück Motorbiene im Soundtrack des erfolgreichen Films Werner – Beinhart! Verwendung. 1991 erschienen die kompletten Columbia-Aufnahmen von Benny Quick auf CD.

Wenige Stunden vor seiner geplanten Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin Susanne nahm sich Benny Quick am 22. Dezember 1999 das Leben. Seine Partnerin fand ihn erhängt, nachdem sie von einem Friseurbesuch zurückkehrte. Benny Quick wurde am 30. Dezember 1999 auf dem Friedhof Westhausen in Frankfurt am Main beerdigt. (Quelle: wikipedia)

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Tja … angesichts einer Selstötung kurz vor der eigenen Hochzeit … da kann man schon ins grübeln kommen ..

Nun ja … hier seine erste LP (soweit ich das überblicke) und mit Ausnahme von „Pretty Woman“ (war schon als Single veröffentlicht) waren das alles Neueinspielungen … aber ganz sicher nicht live, wie ich es mal irgendwo gelesen habe …

Talent hatte er … keine Frae und neben Peter Kraus und Ted Hrold war er wohl einer der profiliertesten deutschen Rock N Roll Sänger (freilich mit einer großen Schwäche auch für Schnulzen).

Geboten wird aber auch ein Jazzstand namens „Perdidio“ (u.A. auch von Duke Ellinton eingespielt).

Also: ne nette, kleine Zeitreise wird hier geboten.

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Besetzung:
Benny Quick (vocals, guitar)
+
irgendwelche Burschen von Didi & His ABC-Boys
+
Friedl Kuhnke – Henk van der Horst

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Titel:
01. Pretty Woman (Orbison/Lilibert) 2.53
02. Constantly (Saracini/Julien) 3.01
03. Ja, das hätt ich wissen müssen (I Should Have Known Better) (Lennon/McCartney/Bradtke) 2.25
04. Guitar-Tango (Maine/Liferman) 2.53
05. Ein Girl so wie du (Tough Enough) (Otis/Kröll) 2.14
06. The House Of The Rising Sun (Traditional) 4.25
07. Judy (Redell/Buchenkamp) 2.11
08. And I Love Her (Lennon/McCartney) 2.24
09. Perdido (Tizol) 1.55
10. Ich muß dich wiederseh’n (I´ll Be Home Again) (Benjamin/Leveen/Kröll) 2.41
11. True, True Lovin‘ (Welch) 2.12
12. Ich geh meinen Weg zu dir (His Hand In Mine) (Lister/Feltz) 3.10
13. I’m Coming Home (Rich) 2.31

LabelA1

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Medium Terzett – Was die Alten sungen (1964)

MediumTerzettFrontCoverTja, das Medium Terzett, bundesdeutsche Fröhlichkeit in den 60er Jahren, die auch unseren Eltern nicht weh tat (im Gegensatz zu den „Rolling Stones“):Das Trio wurde 1960 gegründet und von Peter Frankenfeld für das Fernsehen entdeckt. Mitglieder waren Helmut Niekamp (* 7. Mai 1933 in Voxtrup), Wilfried Witte (* 1. März 1935 in Voxtrup) und Lothar Nitschke (* 26. Mai 1932 in Breslau, † 2. Oktober 1999 in Osnabrück).1961 nahmen sie bei den ersten Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden teil. Ihr Titel Südsee-Ballade erreichte den 6. Platz. Im selben Jahr hatten sie einen ihrer größten Hits: Der ganze Kahn ist voller Heimweh. Es folgten weitere Hits, die sich meist den Themen der damals erfolgreichen Winnetou-Filme widmeten (Der Schatz im Silbersee, Winnetou, Buffalo Bill). Auch bei den Schlager-Festspielen 1965 nahmen sie erneut teil. Ihr Titel Lebewohl Winnetou erreichte jedoch nur den letzten Platz. Ein weiterer Titel von ihnen, „Am fernen Strand der bunten Träume“, hatte die Endrunde nicht erreicht.
Anfang der 1960er Jahre hatte das Medium-Terzett seine größten Erfolge mit den Liedern Ein Loch ist im Eimer und Drei Chinesen mit dem Kontrabass. Das Lied fehlte auf keiner Veranstaltung, bei der das Terzett dabei war. Es wurde in zahlreichen Variationen gesungen, so dass es hiervon verschiedene Live-Aufnahmen gibt.

Bis in die 1980er Jahre war das Trio immer wieder Gast in zahlreichen Fernseh- und Rundfunksendungen, unter anderem auch bei Dalli Dalli, wo sie „He Leidi Lei“ gesungen haben. In der Sendung Zum Blauen Bock hielten sie mit 30 Auftritten den Rekord als häufigste Gäste.

In den 1990er Jahren nahm die Anzahl der öffentlichen Auftritte sowie die Gastspiele im TV rapide ab. Gegen Ende des Jahrzehnts endete die Ära des Medium-Terzett mit dem Tod von Lothar Nitschke. (Quelle: wikipedia)

Man lasse sich nicht täuschen: Bei diesem Album voll mit deutschen Volkslieder wurden die Live-Geräusche natürlich dazugemischt; es handelt sich also um ein Studioalbum.

 MediumTerzettWasDieAlten
Besetzung:
Helmut Niekamp (vocals)
Lothar Nitschke (vocals, guitar, accordion)
Wilfried Witte (vocals, guitar, mandolin)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker
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Titel:
01. Lustig ist das Zigeunerleben (Traditional) 2.46
02. Ein Heller und ein Batzen (Traditional) 2.37
03. Du, du liegst mir im Herzen (Traditional) 3.13
04. Da droben auf dem Berge (Traditional) 2.23
05. Wohlan, die Zeit ist kommen (Traditional) 2.05
06. Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren (Traditional) 2.17
07. Im grünen Wald (Traditional) 2.35
08. Hab‘ mein Wage‘ vollgelade‘ (Traditional) 2.18
09. Schwarzbraun ist die Haselnuss (Traditional) 2.11
10. Kommt ein Vogel geflogen (Traditional) 2.07
11. Freut euch des Lebens (Traditional) 2.22
12. Ach, wie ist’s möglich dann (Traditional) 2.10
13. Nun ade, du mein lieb Heimatland (Traditional) 2.33
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Die Orchester Barnabas Bakos und Vesco D´Orio – Virtuose Zigeunermusik (1964)

FrontCover1Also die Deutschen sind schon gelegentlich ein komisches Völkchen …

Da waren in den 60er Jahren die Russen und die Zigeuner ganz sicherlich nicht besonders geschätzt oder gar geliebt und dennoch ging Musik aus diesen Regionen ganz gut über die Ladentheke. Damit meine ich nicht nur Ivan Rebroff & Co., sondern auch jene zuweilen schwülstige Zigeunermusik … wie sie auch auf dieser LP zu hören ist.

Und natürlich stellt sich die Frage, wie authentisch diese Musik ist, aber diese Aufnahmen spielen zumindest virtuos mit den damals wohl vorhandenen Klischees über diese Musik.

Und es bleibt festzustellen, dass diese Musik in bestimmten Sequenzen durchaus auch sehr vitale Jazz-Elemente in sich trug … umso mehr wundert es einen, dass solche Musik auf einer „Volksplatte“ erschien.

„Die Volksplatte“ war damals das Billig-Label von EMI (auf der Hülle steht allerdings auch „Kristall Gesellschaft m.b.H Köln; nun ja, ein weiteres Sub-Label halt).

Die Adenauer-Ära war vorbei, Erhard hatte nun das sagen und ein Willy Brandt plante großes … und unsere Eltern hörten heiße Klänge aus der Puszta … Zuweilen beschleicht mich das Gefühl, dass jene doch sehr sinnlich-emotionale Musik (man beachte die für die damalige Zeit schon fast laszive Titelhülle), so ne Art Katalysator für ungelebte Leidenschaften war …

Info

Besetzung:
Barnabas Bakos und sein Orchester
VescoD´Orio und sein Zigeunerorchester
+
Josephine Varga (vocals)

BackCover1

Titel:
01. Hora staccato (Dinicu) 2.07
02. Leise fließt der Marosstrom (Traditional) 3.03
03. Puszta-Zigeuner (unbekannt) 4.15
04. Trauriger Sonntag (Vasarnap) 2.53
05. Ungarisch (Knümann) 2.58
06. Schwarze Augen (Traditional) 2.36
07. Zigeunerpolka (Bakos) 3.21
08. Eine Geige in der Puszta (Traditional) 3.19
09. Strahlender Stern (unbekannt) 2.34
10. Rumänisch (Knümann) 3.07

LabelB1

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