Die Orchester Barnabas Bakos und Vesco D´Orio – Virtuose Zigeunermusik (1964)

FrontCover1Also die Deutschen sind schon gelegentlich ein komisches Völkchen …

Da waren in den 60er Jahren die Russen und die Zigeuner ganz sicherlich nicht besonders geschätzt oder gar geliebt und dennoch ging Musik aus diesen Regionen ganz gut über die Ladentheke. Damit meine ich nicht nur Ivan Rebroff & Co., sondern auch jene zuweilen schwülstige Zigeunermusik … wie sie auch auf dieser LP zu hören ist.

Und natürlich stellt sich die Frage, wie authentisch diese Musik ist, aber diese Aufnahmen spielen zumindest virtuos mit den damals wohl vorhandenen Klischees über diese Musik.

Und es bleibt festzustellen, dass diese Musik in bestimmten Sequenzen durchaus auch sehr vitale Jazz-Elemente in sich trug … umso mehr wundert es einen, dass solche Musik auf einer „Volksplatte“ erschien.

„Die Volksplatte“ war damals das Billig-Label von EMI (auf der Hülle steht allerdings auch „Kristall Gesellschaft m.b.H Köln; nun ja, ein weiteres Sub-Label halt).

Die Adenauer-Ära war vorbei, Erhard hatte nun das sagen und ein Willy Brandt plante großes … und unsere Eltern hörten heiße Klänge aus der Puszta … Zuweilen beschleicht mich das Gefühl, dass jene doch sehr sinnlich-emotionale Musik (man beachte die für die damalige Zeit schon fast laszive Titelhülle), so ne Art Katalysator für ungelebte Leidenschaften war …

Info

Besetzung:
Barnabas Bakos und sein Orchester
VescoD´Orio und sein Zigeunerorchester
+
Josephine Varga (vocals)

BackCover1

Titel:
01. Hora staccato (Dinicu) 2.07
02. Leise fließt der Marosstrom (Traditional) 3.03
03. Puszta-Zigeuner (unbekannt) 4.15
04. Trauriger Sonntag (Vasarnap) 2.53
05. Ungarisch (Knümann) 2.58
06. Schwarze Augen (Traditional) 2.36
07. Zigeunerpolka (Bakos) 3.21
08. Eine Geige in der Puszta (Traditional) 3.19
09. Strahlender Stern (unbekannt) 2.34
10. Rumänisch (Knümann) 3.07

LabelB1

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Tölzer Knabenchor – Orffs Schulwerk – Weihnachtslieder (1964)

FrontCover1Und hier eine weitere Single zur Weihnachtszeit (irgendwann muss der Stapel dieser Singles ja weniger werden …) und dann noch eine Single, die mir ganz besonders sympathisch … wohl ein Kleinod im Reigen der diesejährigen Weihnachtsalben/Singles …

und das hat was mit Carl Orff und seinem „Schulwerk“ zu tun:

Das Orff-Schulwerk ist ein nach Carl Orff benanntes musikpädagogisches Konzept für Kinder. Grundlage des Orff-Schulwerks ist der kreative Umgang mit den Elementen Musik, Sprache und Bewegung.

Die Idee zu der musikpädagogischen Konzeption des Orff-Schulwerks entstand schon in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in München. Orff und Gunild Keetman gaben in den Jahren 1950 bis 1954 die Musik für Kinder heraus. „Die in den fünf Bänden enthaltenen Texte, Lieder und Instrumentalstücke sind Modelle, die Kinder und Lehrer zum Spielen, Singen und Tanzen herausfordern, aber auch zum eigenen Improvisieren und Gestalten führen sollen.“ 1961 gründete Carl Orff in Salzburg ein Institut für die authentische Ausbildung von Lehrkräften. Die Absolventen des Carl Orff Instituts organisierten Schulwerkgesellschaften in heute 46 Ländern und unterrichten die Konzeption von Orff/Keetman in aller Welt. Das Carl Orff Institut steht unter dem Dach der Universität Mozarteum Salzburg.

„Die Einsicht, dass Musizieren und Tanzen elementare Ausdrucksformen des ganzen Menschen, all seiner körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte sind, dass Sprache, Tanz und Musik für das Kind ein noch nicht differenziertes Handlungsfeld ist, dass zum Singen von Anfang an auch das Spielen auf Instrumenten kommt und dass zum Wiedergeben von gehörter oder notierter Musik oder zum Tanzen tradierter Formen auch das Selbsterfinden und -gestalten gehört. In den Jahren der Entwicklung des Orff-Schulwerks und durch die Mitarbeit vieler Fachkräfte in aller Welt, hat sich erwiesen, dass Modelle, Ideen und Anregungen nicht nur für die Früherziehung, sondern auch für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen verwendet werden können. Besondere Bedeutung hat das Orff-Schulwerk auch in der Sozial- und Heilpädagogik.“

CarlOrff

Carl Orff

Die Orff-Instrumente:

Sopran-Glockenspiel, Alt-Glockenspiel
Sopran-Metallophon, Alt/Tenor-Metallophon, Bass-Metallophon
Sopran-Xylophon, Alt/Tenor-Xylophon, Bass-Xylophon
Klingende Stäbe aus Holz und Metall in allen Stimmlagen (kamen erst später dazu)
„Orff-Pauken“ mit einem unten offenen Holzzylinder anstelle eines Kessels
Rahmentrommeln bzw. Handpauken
Schellentrommeln, Schellen, Schellenring
Holzblocktrommeln, Rasseln, Maracas
Becken, Triangeln
Fingerzimbeln, Kastagnetten
Geräuschmacher, Lärm- und Effektinstrument (Quelle: wikipedia)

Und hier kann man nun hören, wie sich das anhört … Weihnachtsmusik .. nicht bombastisch .. sondern mit einer eher minimalistisches Begleitung und so fängt dann selbst „Stille Nacht, heilige Nacht“ perkussiv an … Ein kleines Begleitheft lag der Single bei … so auch dieser Präsentation.

Booklet

Besetzung:
Der Tölzer Knabenhor unter der Leitung von Gerhard Schmidt
+
einer Instrumentalgruppe

BackCover1

Titel:
01. Es wird scho glei dumpa (Reidinger) 4.07
02 .Was tat denn der Ochs im Krippei drin (Traditional) 1.41
03. O Wunder, was will dies bedeuten (Traditional) 2.55
04. Viertausend Jahr verflossen sind (Traditional) 2.06
05. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber/Mohr) 1.47

LabelB1

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Peggy March – Tagebuch einer 17jährigen (1964)

PeggyMarchFrontCoverEigentlich längst überfällig, dass hier auch Peggy March eine erste Würdigung erfährt. Ich gestehe: hier bin ich gnadenlos subjektiv, denn Peggy war wohl mein erster weiblicher Schlagerstar, dem ich in jüngsten Jahren hoffnungslos verfallen war.

Aber der Reihe nach:

Peggy March (* 8. März 1948 in Lansdale, Pennsylvania; bürgerlich Margaret Annemarie Batavio) ist eine US -amerikanische Schlagersängerin und ‑texterin.

Nach einer Ausbildung in Gesang, Tanz und Schauspiel hatte Little Peggy March, wie sich die Künstlerin seinerzeit nannte, 1963 als 15-jährige mit dem Musiktitel I Will Follow Him Erfolg. Der Schlager, eine neue Version des Petula-Clark-Titels Chariot, wurde auf Anhieb Nummer 1 in den US-Hitparaden. Peggy March war damit die jüngste Sängerin, der das bis dahin gelungen war.

Wenig später kam sie nach Deutschland und siegte 1965 bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden mit dem Song Mit 17 hat man noch Träume. Von da an war ihr auch der internationale Durchbruch gelungen. Sie sang Lieder in neun verschiedenen Sprachen und reiste auf Tourneen durch die ganze Welt, davon dreimal nach Japan. Immer wieder landeten ihre Titel in den diversen Musiksendungen im oberen Drittel. Goldene Schallplatten erhielt sie in den USA, Japan und Deutschland, wo sie mit zwei ihrer Titel sogar bis auf Platz 1 der Single-Charts kam (Romeo und Julia, Memories of Heidelberg). (Quelle: wikipedia)

Interessieren würde es mich schon sehr, wie es wohl dazu kam, dass ihr Weg ausgerechnet auch nach Deutschland geführt hat.

PeggyMarch

Wie auch immer: „Mit 17 hat man noch Träume“ (die Single hab ich als bonus drangehängt) war ein grandioser Charterfolg (er traf wohl – bewusst oder unbewusst – auch die damalige Stimmungslage der deutschen Jugend, die sich ihre Träume immer weniger ausreden lassen wollten) und dann ging´s Schlag(er) auf Schlag(er). Diese LP ist ihr Debütalbum in Deutschland und wie es damals wohl der Fall war, war es letztlich eine Ansammlung ihrer bisherigen Singles.Mindest 12 Titel des Albums erschienen zuvor als Singles. Man gab sich bei dem Album auch richtig Mühe: auf einem rosafarbenen Inlet waren „Tagebucheinträge“ von ihr zu lesen.

Singles1

Zweierlei ist mir beim mehrfachen Anören dieser Aufnahmen aufgefallen: Einerseits die häufig sehr schmissigen Melodien (so als ob sich die Komponisten besonders Mühe gegeben hätten, besonders markante Melodien zu formen) und – fast noch wichtiger – die Texte waren für die damaligen Zeit schon fast aufmüpfig im Hinblick auf eine selbstbewußte junge Frau, die keinerlei Lust hatte, sich in der „Liebe“ die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Im Gegenteil: Die Frau stellte sogar keck klare Forderungen auf, wie z.B. in „Good bye, Good bye, Good bye“:

„Bis wir uns einmal wiedersehn,
good bye, good bye, good bye.
Bei dir war es so wunderschön,
good bye, good bye, good bye.
Für alles Liebe dank ich dir,
good bye, good bye, good bye.
Ich bin bestimmt bald wieder hier
good bye, good bye, good bye.

Grüß deine Frau Mama,
grüß deinen Herrn Papa,
grüß deinen Bruder Klaus
und euer ganzes Haus.
Bis wir uns einmal wiedersehn…
Schau keine Andre an,
damit ich schlafen kann.
Und wär sie noch so schön,
lass sie vorüber gehen.

Bis wir uns einmal wiedersehn…
Denk jeden Tag an mich,
schreib mir ich liebe Dich
träum jede nacht von mir
dann träum ich auch von dir.
Bis wir uns einmal wiedersehn…“

Ich fand das damals schon ziemlich dreist, auf eine wage Ankündigung („Ich bin bestimmt mal wieder hier“) hin, sowas wie „ewige Treue“ („Schau keine andre an/damit ich schlafen kann/Und wär sie noch so schön/lass sie vorüber gehen.“) zu schwören. Da fiel mir dann immer der Knut Kiesewetter Text „Glaub doch nicht ich lauf dir hinterher, schöne Mädchen gibt´s wie Sand am Meer“ ein. Und so ganz frei war mein Leben dann auch nicht von diesen Botschaften …

Und für „Lady Music“ hätte ich sie küssen können !

Aber genug der Erinnerungen: hier die großartige Peggy March !
(Auf „Many Fantastic Colors“ gibt´s dann demnächst ihr erstes englischsprachiges Album „I Will Follow Him“ aus dem Jahre 1963)

BackCover

Besetzung:
Peggy March (vocals)
+
Tanzorchester Henry Mayer

Inlet02

Titel:
01. Ein Boy wie du (Mayer/Hertha) 2.30
02. Es fällt ein Stern (Mayer/Hertha) 2.23
03. Hallo Boy (Bradtke/Mayer) 2.04
04. Wer die junge Liebe kennt (Niessen/Relin) 2.10
05. Spiel nicht mit meiner Liebe (Niessen) 2.43
06. Lady Music (Bradtke/Mayer) 2.18
07. Good Bye, Good Bye, Good Bye (Bradtke/Mayer) 2.52
08. Er schoß mir eine Rose (Niessen) 2.42
09. Die schönen Stunden gehen schnell vorbei (Niessen/Ritter) 2.24
10. Der Schuster macht schöne Schuhe (Niessen) 2.35
11. Wenn der Silbermond (Ritter/Mayer) 2.25
12. Little John (Mayer/Hertha) 2.21
13. Ich bin ein Cowgirl (Ritter/Mayer) 2.38
14. Ich hab‘ ein Herz zu verschenken (Watch What You Do With My Baby) (Baum/Giant/Kayer/Lüth) 2.24
+
15. Mit 17 hat man noch Träume (Korn) 2.46
16. Liebesbriefe (Brasdtje/Schulz-Reichel) 2.11

LabelA1

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Singles2

Verschiedene Interpreten – Die große Star- und Schlagerparade 1964 – 1. Ausgabe (1964)

FrontCover1Viel familiengeschichtliches ging mir durch den Kopf, als ich im Oktober 2013 erfahren habe, dass mein älterer Bruder mit der Diagnose Lungenkres zu leben hatte (2 Monate später ist er dann vertorben) und so habe ich damals eine der ersten LP`s die ich als damals neunjähriger (!) bereits mit roten Ohren gehört habe (heimlich, denn meine Eltern wollten nicht, dass ich zu früh mit diesem „Schlagerdreck“ in Berührung kam), auflegte.

Ich glaube mich zu erinnern, dass dies die 2. LP war, die mein Bruder sein eigen nennen konnte.

Geboten wird ein bunter Strauß von damals populären Melodien … Und bei erneutem Anhören werden diverse Erinnerungen wach …

RobDenis

Vieles gefällt mir auch heute noch im Rahmen meiner Neigung zu „leichter Kost“ (die gelegentlich zum Vorschein kommt) … Manuela ist einfach nur dufte, „If I Had A Hammer“ bleibt ein Klassiker (auch wenn mir der Interpret Rob Denis völlig unbekannt ist … und sollte es sich bei „The Lords“ um DIE „Lords“ handeln ? … Keine Ahnung).

Der unvergessene Billy Mo ist und bleibt drollig, Hannelore Auer wurde spätzer die Frau von Heino, Caterina Valente hatte einfach Stil (*schmacht*) und auch Pat Boone macht eine gute Figur.

Und dann hat man auch noch den Oldtimer Will Glahé mit reingeschmuggelt …holla hi, holla ho !

BackCover1

Titel:
01. Manuela: Mama, ich sag´ dir was (Bruhn/Buschor) 2.10
02. Gerd Böttcher: Lady Lou (Mann/Apple/Ritter) 2.13
03. Billy Mo: Ich sitz in meinem Angelkahn (Niessen/Bradtke) 2.49
04. Caterina Valente: Schiff der schönen Träume (Peeters/Feltz) 2.29
05. Pat Boone: Baby Sonnenschein (Mayer/Hertha) 2.17
06. Michael Holm: Das kannst du mir nicht verbieten (Samwell/Slater/Bradtke) 2.33
07. Hannelore Auer & Teddy Parker: Was man von den Sternen so alles lernen kann (Mayr/Niessen) 2.33
08. Vico Torriani: Ski-Twist (Mayer/Hertha) 2.20
09. Ronny: Oh My Darling Caroline (Jorge/Hausmann) 2.41
10. Pat Boone: Wie eine Lady (Niessen) 2.25
11. Manuela: Horch was kommt von draußen rein (Traditional/Bruhn/Buschor) 2.10
12. Teddy Parker: Hätt´ ich ein weißes Sportcoupé (Mayer/Niessen) 2.21
13. Will Glahé: Drina-Marsch (Binticki) 3.08
14. Rob Denis with The Lords: If A Had A Hammer (Haye/Seeger) 2.38
15. Caterina Valente: Gitarren von Mexiko (Galatis/Feltz)
16. Gerd Böttcher: Tschau – Auf Wiedersehn (Torselli/Müller/Loose) 2.27

LabelA1

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Manuela

Manuela

Jürgen von Manger – Der Schwiegermutter-Mörder – Neue Folge (1964)

FrontCover1Ee war schlicht und ergreifend für viele Jahre das Ruhrpott Unikum schlechthin.

Jürgen von Manger-Koenig (* 6. März 1923 in Ehrenbreitstein; † 15. März 1994 in Herne; als Bühnenfigur Adolf Tegtmeier) war ein deutscher Schauspieler, literarischer Kabarettist und Komiker.

Jürgen von Manger wurde im späteren Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein als Hans Jürgen Julius Emil Fritz Koenig und als zweiter von drei Söhnen des Staatsanwalts Fritz Koenig und der einem katholischen Koblenzer Adelsgeschlecht angehörigen Ehefrau Antonia von Manger geboren. 1927 konnte seine Mutter dank einer Adoption durch ihren Onkel Martin von Manger wieder ihren ursprünglichen Namen annehmen. Die Kinder führten fortan den Familiennamen von Manger-Koenig. Mit zehn Jahren kam er nach Hagen. Der Vater bekam eine Anstellungen am Landgericht Hagen. Jürgen von Manger machte am Albrecht-Dürer-Gymnasium sein Abitur. Seine Schauspielkarriere begann er nach dem Krieg am Theater Hagen, später ging er auf die Bühnen in Bochum und Gelsenkirchen. Und dort war der ausgebildete Schauspieler und Sänger nicht nur in komischen Rollen zu sehen. 17 Jahre war er im komischen Charakterfach an Bühnen in Bochum (Schauspielhaus Bochum) (ab Sommer 1947) und Gelsenkirchen (ab Herbst 1950) tätig.

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Jürgen von Manger (zweiter von rechts), 1949

Daneben holte er von 1954 bis 1958 das ursprünglich angestrebte Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Köln und Münster nach, allerdings ohne Abschluss, und absolvierte zudem eine Schauspiel- und Gesangsausbildung.

Seine Auftritte mit kabarettistischen Solo-Programmen, hauptsächlich um die Figur des Ruhrgebiets-Kleinbürgers Adolf Tegtmeier, die er ursprünglich für den Hörfunk entwickelt hatte, später aber auch auf zum Teil sehr erfolgreichen Sprechplatten (Stegreifgeschichten, zwei davon erhielten eine Goldene Schallplatte) und in zahlreichen Fernsehprogrammen verkörperte, begann von Manger in den 1960er Jahren zu vertiefen, nachdem seine erste Radiosendung Silvester 1961 beim NDR in ruhrdeutschem Dialekt ein unerwartet großer Erfolg geworden war. Daneben spielte er weiterhin Theater; unter der Regie von Helmut Käutner stand er Ende 1964 für die Deutsche Oper am Rhein als Frosch in der Operette Die Fledermaus auf der Bühne.

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Im Fernsehen hatte von Manger großen Erfolg mit der Reihe Tegtmeiers Reisen, die von 14. Juli 1972 bis zum 3. Juli 1980 vom ZDF ausgestrahlt wurde. Neben seiner klassischen Figur, die die bereisten Länder auf ihre gewohnt einfache Art analysierte, trat noch eine Art Co-Moderator auf, Professor Tegtmeier. Dieser ebenfalls durch von Manger verkörperte Wissenschaftler lieferte die korrekten Hintergrundinformationen der jeweiligen Reiseziele und machte sich dabei über die teilweise recht absurden Argumentationen seines Alter Egos lustig. Die Darstellung des Tegtmeier war von einer eigentümlichen Mimik begleitet, die für diese Kunstperson charakteristisch wurde. In der RTL-Sendung Die ultimative Chartshow: Die besten Comedians (Jürgen von Manger erreichte dort den ersten Platz) wurde als Ursache eine halbseitige Gesichtslähmung genannt, die von Manger in frühen Jahren erlitten haben soll.

Von Manger überzeichnete in seinen Darbietungen die Sprache des Ruhrgebiets-Bürgers bis ins Komische: „Wenn ich Sie mir so anguck, könnt ich mir vorstellen, dat die Fantasie von so mancher Herr ganz schön am Kochen fängt!“ 1966 veröffentlichte er unter dem Titel Bleibense Mensch einige seiner erfolgreichsten Tegtmeier-Geschichten, mit Illustrationen des Karikaturisten Hanns Erich Köhler, auch in Buchform; in einem Nachwort analysiert der Philosoph und Kunsthistoriker Heinrich Lützeler, damals Professor an der Universität Bonn, Sprachwitz und Weltsicht des Tegtmeier. 2013 gab der Germanist Joachim Wittkowski das Buch Der Abschied und andere Stückskes aus dem Nachlass heraus. In ihm werden bislang unveröffentlichte Manger-Texte aus den Beständen des Deutschen Kabarettarchivs in Mainz publiziert.

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Jürgen von Manger als Werbeträger

Ferner war Jürgen von Manger auch als Sprecher in vier Hörspielproduktionen des WDR zu hören, unter anderem als Gollum in J. R. R. Tolkiens Der kleine Hobbit und mit polnischem Akzent als Kapitän Schikowski in dem Paul-Temple-Hörspiel Paul Temple und der Fall Lawrence. Die Hörspiele sind:

1958: Paul Temple und der Fall Lawrence (Regie: Eduard Hermann), mit René Deltgen, Annemarie Cordes und Kurt Lieck
1961: Das Appartementhaus (Regie: Friedhelm Ortmann)
1968: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt (Regie: Heinz-Dieter Köhler)
1980: Der kleine Hobbit (Regie: Heinz-Dieter Köhler)

Daneben hat Jürgen von Manger Mitte der 1970er-Jahre zwei Schallplatten besungen:

JürgenVonManger05Bottroper Bier (1977), nach der Melodie von Udo Jürgens’ Griechischer Wein; mit dem Refrain: „Bottroper Bier, is so wie der Saft füürt Leben hier im Revier, tuuse manchmal gärn ein heben, und an so ein Tach kriech ich zu Hause meist noch Krach, datt ich nich lach.“ Auf der B-Seite befand sich die Moritat Der Bettler und sein Hund.
Dat bisken Frühschicht (1978); Pate stand bei diesem Lied der Song von Johanna von Koczian (Das bisschen Haushalt). Die B-Seite enthielt den Titel De kleine Kneipe, eine Ruhrpott-Persiflage auf Peter Alexanders Die kleine Kneipe.

Drei dieser Titel erschienen auch auf der 1978 veröffentlichten LP Tegtmeier für Millionen.

Er war seit 1952 verheiratet mit der Fotografin Ruth Stanszus. Jürgen von Manger lebte seit 1965 in seinem Herner „Häusken“ unweit des Herner Stadtgartens.[2] Nach einem Schlaganfall 1985, von dem auch sein Sprachzentrum betroffen war, konnte Jürgen von Manger den Schauspielberuf nicht mehr ausüben. Im März 1988 trat er anlässlich seines 65. Geburtstages nochmals vor die Kamera und bedankte sich bei seinen Fans für ihre Unterstützung. Als sein Gesundheitszustand so kritisch wurde, dass eine ärztliche Versorgung notwendig wurde, kam er schließlich ins Marienhospital in Herne, in dem er 1994 im Alter von 71 Jahren starb. Jürgen von Manger wurde auf dem Friedhof in Hagen-Delstern beigesetzt.

1987 wurde Jürgen von Manger mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und 1990 bekam er den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Ihm ist ein Stern im Walk of Fame des Kabaretts gewidmet. 1997 wurde in Herne eine Straße nach ihm benannt. (Quelle: wikipedia)

Hier sein zweites Album, das zu der Reihe „Stegreifgeschichten“ zählt.

von Manger mit seiner wunderbar verschrubbelten Sprache, er war ein Sprachgenie, er konnte im amüsanten Plauderton die herrlichsten Boshaftigkeiten erzählen (siehe „Die Delinquentenzelle“), und oftmals hatten seine nur vordergründigen Plattheiten eine stets aufs neue zu entdeckenden Tiefgang.

Von daher ist er – wie Helge Schneider (wobei die beiden natürlich in keinster Weise vergleichbar sind, außer dass beide letztlich absurdes Theater betreiben), ein Original, das nicht zu kopieren war.

Hörempfehlung !

JürgenVonManger06

Besetzung:
Jürgen von Manger (Sprecher)

BackCover1

Titel:
01. Der Schwiegermutter Mörder 13.52
02. Der Hiwi-Germane 7.20
03. Wilhelm Tell 13.32
04. Die Delinquentenzelle 9.24

Alle Texte: Jürgen von Manger

LabelB1
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JürgenVonManger04

Georges Bizet – Carmen – Grosser Querschnitt (Maria Callas u.a.) (1965)

FrontCover1Also, ich versuch´s ja immer wieder … oder auch: Nicht, dass man mir nachsagen kann, ich gäbe mir keine Mühe bei meinen Annäherungsversuchen an die Welt der Oper.

Diesmal habe ich mich an die Oper „Carmen“ von Georges Bizet herangewagt:

Carmen ist unbestritten Georges Bizets Meisterwerk, geschaffen in seinem 36. Lebensjahr, das zugleich sein Todesjahr war. Aber diese Oper machte ihn unsterblich. Auf der Grundlage der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée entstand ein schockierend realistisches Spiel um Liebe und Macht. Die attraktive Zigeunerin Carmen, eine umschwärmte, selbstbewusste Frau, trifft in Sevilla in dem Soldaten Don José einen Mann, der ihr rettungslos verfällt, sie durch seine Liebe aber auch einengt.

Plakat zur Uraufführung 1875

PlakatUraufführung

Plakat zur Uraufführung 1875

Im Konflikt zwischen ihrer Freiheit und dieser Liebe entscheidet sie sich für die Freiheit – mit tödlichen Konsequenzen. Die im Milieu von Soldaten, Arbeiterinnen, Schmugglern und Zigeunern angesiedelte Oper mit einer skandalösen Frauenfigur im Mittelpunkt brachte 1875 ganz neue soziale Schichten auf die Musikbühne – und fiel wohl auch deswegen anfangs durch. Doch von diesem wenig ermunternden Start erholte sich das Werk schnell und wurde, nicht zuletzt dank seiner überragenden musikalischen Qualität, zur meistgespielten Oper der Welt. (Quelle: getabstract.com)

Ich hab´s versucht … und bei einer Aufnahme mit Maria Callas schnalzen vermutlich alle Kenner mit der Zungen, galt sie doch als eine der größten Opernsängerinnen des letzten Jahrhundert.

Ich hab´ mir auch Mühe gegeben …geholfen hat es nichts … diese musikalische Welt bleibt mir fremd und das liegt nicht daran, dass hier in diesem sog. Querschnitt französisch gesungen wird … aber … aber … aber:

Die Ouvertüre (da wird nicht gesungen) … die hat´s wie Dynamit in sich … einfach nur großartig und zwar ohne Ende …

Aber dann … *seufz*

Maria Callas

Maria Callas als Carmen

Besetzung:
Jane Berbié (Mercédès – Mezzo-Sopran)
Claude Cales (Morales – Bariton)
Maria Callas (Carmen – Sopran)
Nicolai Gedda (Don José – Tenor)
Andréa Guiot (Micaëla – Sopran)
Jacques Mars (Zuniga – Bass)
Robert Massard (Escamillo – Bariton)
Nadine Sautereau (Frasquita – Sopran)
Jean-Paul Vauquelin (Le Dancaire – Bariton)
+
Choeurs René Duclos
+
Orchestre du Theatre National de l’Opéra, Paris unter der Leitung von Georges Prêtre

BackCover1
Titel:
01 Aus der Ouvertüre 2.13

02. Carmen (Teil 1) 21.35
02.1.  C’est bien là
02.2. Mais nous ne voyons pas la Carmenrita (Doch wir sehen nicht Carmen)
02.3. L’amour est un oiseau rebelle (Ja, die Liebe hat bunte Flügel)
02.4. Quels regards! Quelle effronterie! (Ha ! Das heiß ich doch Unverschämtheit !)
02.5. Parle-moi de ma mère! (Wie ? Du kommst von der Mutter ?)
02.6. Où me conduirez-vous? (Wo führst du mich hin ?)
02.7. Près des remparts de Séville (Draußen am Wall von Sevilla)
02.8. Voici l’ordre (Hier der Befehl !)
02.9. Votre toast (Euren Toast)

03. Carmen (Teil 2) 21.35
03.1. Enfin c’est toi! (Bist du endlich da ?)
03.2. Au auartier! Pour l’appel! (Ins Quartier ? Zum Appell ?)
03.3. La fleur que tu m’avais jetée (Hier, an dem Herzen treu geborgen)
03.4. Non, tu Ne m’aimes pas (Nein, du liebst mich nicht)
03.5. En vain pour éviter les réponses amères (Wenn dir die Karten einmal bitteres Unheilt künden)
03.6. Je dis que rien ne m´epouvante (Ich sprach, daß ich furchtlos mich fühle)
03.7. Tu ne m´aimes done plus ? (Wie, du liebst mich nicht mehr ?)

Musik: Georges Bizet
Libretto: Henri Meilhac – Ludovic Halévy – Prosper Mérimée

LabelB1
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Und hier gibt´s die Ouverüre in einer furiosen Fassung
unter der Leitung des Dirigenten  James Levine:

 

Ambroise Thomas – Mignon (1964)

FrontCover1Bei diesem Vinyl-Rip handelt es sich wohl um eine sehr seltene Aufnahme aus dem Hause Deutsche Grammophon. Sehr selten bedeutet ja meist „eher wenig erfolgreich“.

Geboten werden „repräsentative Auszüge“ aus der Oper „Mignon“.

Mignon ist eine Oper in drei Akten des französischen Komponisten Ambroise Thomas. Das Libretto verfassten Jules Barbier und sein ständiger Mitarbeiter Michel Carré. Als Vorlage diente ihnen ein kleiner Teil aus dem zweiten Buch des Romans Wilhelm Meisters Lehrjahre von Johann Wolfgang von Goethe. Uraufführung war am 17. November 1866 an der Pariser Opéra-Comique.

Die ersten beiden Akte spielen in Deutschland und der dritte in Italien um 1790.

Erster Akt
Eine Gruppe Zigeuner und eine Theatertruppe haben sich im Hof eines Gasthaus in einer deutschen Kleinstadt eingefunden. Jarno, der Anführer der Zigeuner, will das reizende Mädchen Mignon zwingen, vor den Gästen zu tanzen, doch sie sträubt sich dagegen. Als Jarno dann auch noch seinen Willen mit Hilfe von Stockschlägen durchsetzen will, mischt sich der alte fahrende Sänger Lothario ein, der auf alle einen ziemlich verwirrten Eindruck macht. Er ist schon lange auf der Suche nach seiner Tochter Sperata, die ihm schon im Kindesalter geraubt worden ist. Auch Wilhelm Meister, ein junger Mann aus Wien, der sich auf der Durchreise befindet, lässt das Geschehen nicht unberührt. Er wird das Gefühl nicht los, dass sich das Mädchen nicht freiwillig bei den Zigeunern befindet. Deshalb steckt er Jarno eine größere Summe Geld zu, damit dieser Mignon die Freiheit gibt. Auf Wilhelm Meisters Frage, wo ihre Heimat sei, antwortet Mignon metaphorisch, sie komme aus dem Lande, wo die Zitronen blühen, was auf Italien hindeutet. Aus Dankbarkeit will das Mädchen – verkleidet als Page – mit Wilhelm Meister weiterziehen. Dieser nimmt den Vorschlag gerne an. Die Theatertruppe bittet die beiden, mit aufs naheliegende Schloss zu gehen, wo ein Engagement auf sie warte. Wilhelm Meister und Mignon lassen sich dazu kein zweites Mal bitten. Auch der fahrende Sänger Lothario schließt sich ihnen an.

Libretto

Original Libretto

Zweiter Akt
Mignon himmelt insgeheim Wilhelm Meister an und glaubt, dass auch er in sie verliebt sei. Doch als sie bemerkt, dass er für die flatterhafte Schauspielerin Philine schwärmt, bricht ihr fast das Herz. Aus Verzweiflung will sie sich das Leben nehmen, aber der Sänger Lothario kann dies in letzter Sekunde verhindern. Nachdem ihm Mignon ihr Leid geklagt hat, packt den Alten die Wut. Er ist wieder so verwirrt, dass er das Schloss in Brand steckt.

Auch Philine ist eifersüchtig – auf Mignon! Sie fordert das junge Mädchen auf, ihr im Schloss den Strauß zu holen, den sie von Wilhelm Meister erhalten hat. Als Mignon das Schloss betreten hat, beginnen die Flammen wild um sich zu schlagen. Wilhelm Meister stürzt sich wagemutig in das Feuer und rettet Mignon. Jetzt erkennt er seine wahren Gefühle für das Mädchen.

Dritter Akt
Lothario und Wilhelm Meister sind mit Mignon nach Italien gereist, wo sie in einer prachtvollen Villa Unterkunft gefunden haben. Hier wollen sie das Mädchen, das sich durch das Feuer schwer verletzt hat, gesund pflegen. Wilhelm Meister erfährt von dem alten Diener Antonio, der Palast stehe seit vielen Jahren herrenlos da und solle verkauft werden. Als Wilhelm Meister diese Kunde Lothario erzählt und den Namen des früheren Eigentümers, Graf Cypriani, genannt hat, fällt es dem fahrenden Sänger wie Schuppen von den Augen: Er selbst ist der Besitzer! Plötzlich werden seine Sinne wieder ganz klar.

Als sich Wilhelm und Mignon gegenseitig ihre Liebe gestehen, hören sie in der Ferne Philines Titanialied. Erneut bemächtigt Mignon die Eifersucht und sie verstummt. Lothario bzw. Graf Cypriani übergibt dem Mädchen ein Kästchen mit Schmuck und einem Gebetbuch, damit sich die Kleine wieder wohler fühle. Wie sie dann den Inhalt des Kästchens näher betrachtet, kehrt auch bei ihr die Erinnerung zurück: Dies ist das Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat, und Graf Cypriani ist ihr Vater! Glücklich schließen sich beide in die Arme. Doch der Freude ist noch nicht genug: Wilhelm und Mignon gestehen sich erneut ihre Liebe. (Quelle: wikipedia)

AmbroiseThomas

Ambroise Thomas

Mir scheint auch die Garde der deutschen Sänger und Sängerinnen waren auch damals – vielleicht mit Ausnahme von Irmgard Seefried – eher unbekannt. Auch von daher eine Aufnahme für Liebhaber der Oper.

Und nachdem ich genau nicht zu dieser Gruppe gezählt werden kann, vermag ich lediglich zu berichten, dass die Ouvertüre wirklich sehr ansprechend ist, ansonsten halte ich lieber die Klappe, weil sich mir diese Musik eh nicht so wirklich erschließt.

Interessant vielleicht noch, dass es sich bei diesem Album eben um „repräsentative Auszüge“ aus der Oper handelt. Das war damals eine gängige Praxis, auch Opern in einer Art „Best Of“ anzubieten.

Logo

Besetzung:
Kieth Engen (bassbariton)
Ernst Haefliger (tenor)
Catherine Gayer (sopran)
Irmgard Seefried (sopran)
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Chor Raymond St-Paul unter der Leitung von Roger List
Orchester Lamoureux Paris unter der Leitung von Jean Fournet

BackCover1

Titel:
01. Ouvertüre 7.49
02. Laertes ! Sehn´n Sie doch – Die Mädchen der Zigeuner 4.08
03. Kennst du das Land 5.30
04. Ihr Schwalben in den Lüften 3.10
05. Entr´acte 2.13
06. Kam ein armes Kind von fern 2.35
07. Gib Kraft, Mignon, dem Herzen 2.38
08. Entr´acte 1.22
09. Dort bei ihm ist sie jetzt, den Triumph abzuwarten ! 4.17
10. Ja, für den Abend bin ich Königin der Feen 5.09
11. Endlich kehrt die Ruhe ihr wieder 3.19
12. Wie ihre Unschuld auch 3.40

Musik. Ambroise Thomas
Texte nach J.W. von Goethe, von M. Carré und J. Barbier
Deutsche Übersetzung: Ferdinand Gumbert

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