Rudolf Schock – Mit Rudolf Schock am deutschen Rhein (ca. 1964/65)

FrontCover1.JPGIrgendwann musste es ja mal kommen: Hier darf ich einen Sänger präsentieren, der damals vermutlich von vielen Damen (darunter auch ganz sicher meine Mutter) angeschwärmt wurde:

Rudolf Schock (* 4. September 1915 in Duisburg; † 13. November 1986 in Düren) war ein deutscher Opern-, Lied- und Operettensänger in der Stimmlage lyrischer Tenor.

Rudolf Schock wuchs in einer Arbeiterfamilie in Duisburg-Wanheimerort auf und sang von Kindheit an in der Familie und in verschiedenen Chören. Nach dem frühen Tod des Vaters im Jahre 1923 unterstützten er und seine vier Geschwister, die später alle Berufssänger wurden, die Mutter, welche am Duisburger Stadttheater arbeitete, finanziell dadurch, dass sie bei Festen und in Lokalen mit volkstümlichen Liedern und Operettenmelodien auftraten.

Noch als Amateur wurde Rudolf Schock 1932 zusammen mit seiner Schwester Elfriede in den Opernchor des Duisburger Stadttheaters aufgenommen, wo er bald auch kleine Solorollen übernehmen durfte, nachdem er mit Gesangsstudien bei Gustav Pilken in Köln angefangen hatte.

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1950

1936 wurde er als 1. Chortenor in den Chor der Bayreuther Festspiele aufgenommen. Dies darf man als eigentlichen Beginn seiner Karriere betrachten. In Bayreuth begegnete er unter anderem dem Heldentenor Laurenz Hofer, der sein Lehrer wurde und ihn noch bis in die 1950er Jahre hinein betreute.

 

1937 erhielt er seinen ersten Solistenvertrag beim Staatstheater in Braunschweig. Dort lernte er die Tänzerin Gisela Behrends (1917–2011) kennen, die er 1940 heiratete. Das Paar, das erst durch den Tod von Rudolf Schock getrennt wurde, hatte zwei Töchter, Isolde (1941–1983) und Dagmar (* 1945).

Bald erhielt Rudolf Schock auch Abendverträge von der Wiener Staatsoper und der Berliner Städtischen Oper (heute: Deutsche Oper Berlin). Seine Laufbahn wurde aber 1939 durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, da er zur Wehrmacht eingezogen wurde und – von kleineren Unterbrechungen für Auftritte in Wien und Berlin abgesehen – bis zum Kriegsende 1945 Soldat bleiben musste. Nach dem Krieg verdiente er zunächst als Landarbeiter im Harz den Lebensunterhalt für seine Familie, kehrte dann aber auf Anraten des Intendanten des Opernhauses Hannover an die Opernbühne und in den Konzertsaal zurück.
Die Karriere

1946 hörte der legendäre englische Produzent Walter Legge Rudolf Schock bei einer Aufführung der Oper Die verkaufte Braut von Bedřich Smetana in Hannover. Daraufhin erhielt er seinen ersten Schallplattenvertrag und machte zwischen 1947 und 1961 unzählige Aufnahmen für EMI (Electrola). 1962 übernahm sein deutscher Produzent Fritz Ganss die neugegründete Klassikabteilung der ARIOLA-Sonopress. worauf auch Schock das Label wechselte und dann bis 1983 für Eurodisc aufnahm.

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1948 wurde Rudolf Schock als erster deutscher Sänger nach dem Krieg an die Londoner Covent Garden Oper geholt. Er trat im Laufe seiner Karriere unter anderem in Berlin und Wien, an der Deutschen Oper am Rhein (Düsseldorf/Duisburg), in Hamburg, München, bei den Salzburger Festspielen und bei den Edinburgher Festspielen auf. 1949 ging er in Australien mit dem Programm auf Tournee, das für den 1948 verstorbenen Richard Tauber vorgesehen gewesen war. Weitere Auftritte hatte er in Amerika, den Niederlanden und Belgien. Ein Höhepunkt seiner Karriere war sein Engagement als Stolzing in der Bayreuther Aufführung der Meistersinger im Jahre 1959.

Eine besondere Popularität erreichte Schock im deutschsprachigen Raum auch durch die Mitwirkung in einigen Musikfilmen, wie Du bist die Welt für mich (1953), Der fröhliche Wanderer (1955) oder Das Dreimäderlhaus (1958).

Schock4.jpgFür seine künstlerischen Leistungen wurde er 1954 in Wien zum Kammersänger ernannt, 1961 wurde ihm der Goldene Electrola-Ring verliehen. Gerade für seine Verdienste um die Verbreitung der sog. ernsten Musik wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande 1. Klasse ausgezeichnet. Außerdem war er Träger des Preises der Robert-Stolz-Stiftung und der Hermann-Löns-Medaille in Gold. Seine Heimatstadt Duisburg ehrte ihn mit der Mercator-Plakette und hat nach seinem Tod eine Straße nach ihm benannt. Die Stadt Düren, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte, hat 1992 dem Platz vor dem „Haus der Stadt“ seinen Namen gegeben.
Die 1960er Jahre und danach

Nach einer außerordentlich erfolgreichen Opernlaufbahn von einem nur durch die Kriegsjahre unterbrochenen Vierteljahrhundert baute der fast 50-jährige Rudolf Schock allmählich seine Karriere an den großen Opernhäusern ab. Er wandte sich in seinen Schallplatten-Aufnahmen mehr dem klassischen Lied, der Operette und dem Volks-/Heimatlied zu. „Er dankte nicht ab. Er wechselte nur den Thron“ (Klaus Geitel).

Die Ausflüge in die Unterhaltungsmusik wurden Rudolf Schock als Verrat an seiner eigentlichen Berufung angekreidet. Er selbst betonte aber immer wieder, dass er dadurch seiner Arbeit als Opern- und Liedersänger nicht schade, sondern im Gegenteil gerade durch Auftritte mit volkstümlicher Musik der ernsten Musik viele neue Freunde gewonnen habe.

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Bei Schallplattenaufnahmen im Bereich Operette und Unterhaltungsmusik ging Schock mit den Komponisten Robert Stolz, Nico Dostal, Gerhard Winkler, Peter Kreuder, Franz Grothe, Werner Eisbrenner oder Fried Walter ins Studio. Auch Werner Schmidt-Boelcke machte zahlreiche Einspielungen mit ihm, während Willi Boskovsky bei den Holland-Tourneen des Öfteren am Dirigentenpult stand.

Nach 1962 trat er oft als Gast an kleineren Opernbühnen und sehr viel in Konzertsälen (in deutschsprachigen Ländern, in Belgien, den Niederlanden, Amerika und Kanada) auf. Die Programme enthielten klassische Lieder, Fragmente aus Oratorien, aber auch Opernarien und Operettenlieder. Bei Liederabenden waren zumeist Adolf Stauch, Iván Eröd und Hellmut Hideghéti seine Partner am Klavier. Oft und gerne trat er auch mit deutschen Chören in gemischten Programmen auf und absolvierte noch 1980 eine Tournee durch die Vereinigten Staaten mit der Chorgemeinschaft Germania-Siegburg.

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Live in Chicago: Rudolf Schock

Er baute seine Fernsehpräsenz stark aus und die, die ihn bereits im Kino bewunderten, wurden „zu seiner millionenstarken TV-Gemeinde“ (Torsten Schmidt), die ihm ein zweites Vierteljahrhundert treu blieb. Schock trat damals im noch jungen Medium Fernsehen in Opern- und Operettenverfilmungen und in unzähligen Unterhaltungssendungen auf. 1967 erhielt er den Silbernen Bildschirm und 1970 den Goldenen Bildschirm. 1968 bekam er eine Goldene Schallplatte mit Brillanten verliehen, 1979 eine Goldene Schallplatte für das Album Die Stimme für Millionen.

Von einem Herzinfarkt im Jahr 1969 erholte er sich gut und setzte alsbald seine umfassende Tätigkeit auf der Bühne, im Konzertsaal, im Aufnahme- und Fernsehstudio fort. Sein letztes Konzert gab er am 9. November 1986 in Düren mit der Chorgemeinschaft Constantia 1869 in Düren-Birkesdorf.

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Am 13. November 1986 starb Rudolf Schock in seinem Heim in Düren an Herzversagen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Düren-Gürzenich.

Seit 2000 rückt der Opernsänger Rudolf Schock wieder in den Vordergrund. EMI/Warner hat ihr gesamtes Opernrepertoire mit dem Tenor seither in verschiedenen Auflagen auf CD wiederveröffentlicht und auch die späteren Gesamtaufnahmen und Opernquerschnitte bei Ariola-Eurodisc wurden von Sony Classical inzwischen wieder herausgegeben. Kleinere Produzenten (zum Beispiel Relief und Walhall) machten einem teils erneuerten Opernpublikum die Rundfunk-Operngesamtaufnahmen mit Rudolf Schock aus den Fünfziger-Jahren zugänglich. Die Folge ist, dass heutzutage die wachsende Anerkennung seiner künstlerischen Verdienste es nicht nur den Verehrern Schocks leichter macht, ihn „vor einer schnellen Kritik und oberflächlichen Klassifizierung zu schützen“ (Gerald Köhler, Universität Köln). (Quelle: wikipedia)

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Rudolf Schock als Filmschauspieler und Charmeur …

Und hier schmettert er diverse Lieder über den „deutschen Rhein“ … eins schöner wie das andere … Aber immerhin, auch Heinrich Heine ist mit dem Klassiker „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ vertreten.

Der Rhein ist Sinnbild für so vieles, aber ganz sicher schon fast ein Synonym für die „deutsche Heimat“ …

Wer sich dem Thema „Heimat“ mal aus ganz unterschiedlichen Sichweisen nähern möche, sollte das z.B. hier mal tun.

Loreley

Ich sag´s ja immer wieder: Und ewig lockt das Weib …

Ich gestehe, die Digitalisierung dieser Scheibe und die weiteren Bearbeitung haben mcch ein wenig Mühen gekostet …

Aber so ist, wenn man sich mal entschlossen hat, sich mit Musik aus deutschen Landen zu beschäftigen.

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‚Alternatives Front + Cover aus dem Jahr 1974

Besetzung:
Rudolf Schock (vocals)
+
Berliner Symphoniker unter der Leitung von Frank Fox
Chor der deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Walter Hagen-Groll

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Titel:
01. Was bringen uns die Reben (Brandt) 2.50
02. Mit Rheinwein füllt den Becher (Ries/Rittershaus) 4.40
03. Ich kam von fern gezogen (Mania/Ritzel) 3.08
04. Ein rheinisches Mädchen bei rheinischem Wein (Hoppe/Mertens) 3.44
05. Eislein von Caub (Filke/Schultes) 2.59
06. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten (Silcher/Heine) 3.40
07. In der Pfalz (Benes/Beda) 2.11
08. Grüßt mir das blonde Kind am Rhein (Heiser/Mertens) 2.34
09. Am Rhein bei Sankt Goar (Robrecht/Otten) 3.51
10. Mädel, ich bin dir so gut (Enders/Felsing) 3.15
11. Am Rhein (Humperdinck/Wildenradt) 3.23
12. Es liegt eine Krone (Hill/Dippel) 3.47

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Die spinnen, die Amis … 

Heinrich Heine:

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Ley getan.

Dieser Beitrag war nur möglich, weil die Graugans wieder ihre Schallplattenkiste geöffnet hat. Wie sie an solche Raritäten kommt, könnte sie ja eigentlich mal in einem kleinen Gastbeitrag erzählen, oder ?

Hildegard Knef – So oder so ist das Leben (1963)

FrontCover1.JPGBei einer meiner früheren Hildegard Knef Präsentationen schrieb ich:

„Ich weiß beim besten Willen nicht, warum ich so lange gebraucht habe „die Knef“ als einen ganz besonderen musikalischen Schatz für mich zu entdecken.

Aber seit geraumer Zeit bin ich ganz vernarrt in ihre Musik“ …

… und dieses Album steigert meine Begeisterung nur noch:

Hier hören wir ihre erste Langspielplatte … und mit einer atemberaubenden Leichtigkeit und Souveränität singt sie sich durch eine Flut von Klassikern (im Potpourri-Stil) der deutschen Unterhaltungsmusik (man schaue sich mal die Titelliste an), gepfeffert mit einer heftigen Prise Jazz … und so findet eine Veredelung statt, die nun wirklich grandios ist.

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Textlich sind all diese Klassiker alles andere als „harmlos“ … sie zeichnen ein Bild einer üppigen, zuweilen auch frivolen Sicht des Lebens und fast in jedem Lied finden sich Zeilen … die quasi als Motto eines überschäumenden aber auch nachdenklichem Lebensstil sind.

Und sie zelebriert mit Genuss auch all jene Klischees, mit denen wir unser Leben versüßen (z.B. all ihre Paris-Lieder).

Und sie zelebriert auch ihre Lust auf Liebe („Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da“) … und kokettiert dann auch nur zu gerne mit Begegnungen, die man unter Vernunftgründen alles andere als vernünftig bezeichnen würde („Er war nie ein Kavalier“

Die Knef … sie ist zärtlich, störrisch, schroff, lustvoll, verzweifelt, voller Illusionen und zugleich illusionslos und sentimental ist sie auch noch … sie hat einfach so viele Facetten … ich wiederhole mich: atemberaubend !

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Da könnte man jetzt Stunden dafür verwenden … Zitate an Zitate zu reihen … das schenkt ich mir jetzt einfach mal … stattdessen meine dringende Empfehlung: reinhören:

Und dann als Draufgabe noch etliche Raritäten aus den Jahren 1952 bis 1957) …

Die CD-Wiederveröffentlichung enthält neben diese insgesamt „13 Bonustiteln“ auch noch ein Begleitheft, das den Namen nun wirklich verdient … mi t größter Sorgfalt weren die einzelen Titel vorgestellt und auch in ihrem historischem Zusammenhang gestellt. So lob´ ich mir das … eine mehr als angemessene Würdigung.

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Ich verneige mich vor dieser Diva !

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Besetzung:
Hildegard Knef (vocals)
+
Orchester Gerde Wilden
+
RIAS Tanzorchester unter der Leitung von Heinz Kiessling (bei 29.)
Unbekanntes Studio-Orchester (bei 32. – 34.)

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Titel:

Slowfox-Potpourri:
01. So oder so ist das Leben (Beckmann/Mackeben) 1.37
02. Ich hab‘ so Heimweh nach dem Kurfürstendamm (Kamp/Schwenn) 0.56
03. Good By, Jonny (Beckmann/Kreuder) 1.53

Langsamer Walzer-Potpourri:
04. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt (Holländer) 1.17
05. Illusionen (Meyer/Rotter) 2.01
06. Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre (Holländer/Liebmann) 1.04

Slowfox-Potpourri:
07. Zwei in einer großen Stadt (Kollo) 2.02
08. Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt (Schwenn/Kreuder) 1.59
09. Wake The Town And Tell The People (Livingstone/Gallop) 1.26

Foxtrott-Potpourri:
10. So ist Paris (Ferré/Siegel) 1.15
11. Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da (Hesse/Mackeben) 0.31
12. Pigalle (Bradtke/Gietz) 0.35
13. Hallelujah (Grey/Robin/Youmans) 1.18

Shuffle-Fox-Potpourri:
14. C’est si bon (Betti/Siegel) 1.14
15. Bel Ami (Beckmann/Mackeben) 0.53
16. All Of Me (Harks/Simons) 1.43
17. Wenn wir zwei uns wiedersehen (… wie damals in Paris) (Wayne/Loose) 0.58

Walzer-Potpourri:
18. Der Reigen (Feltz/Straus) 1.16
19. Sous les ponts de Paris (Rodor/Scotto) 1.17
20. Domino (Ferrari/Siegel) 1.16

Blues-Potpourri: 
21. Rififi (Feltz/Philippe-Gérard/Siegel) 1.27
22. Der Schleier fiel von meinen Augen (Kosma/Siegel) 1.21
23. Ich hab‘ mich so an dich gewöhnt (Rotter/Gaze) 1.06
24. Georgia On My Mind (Carmichael/Gorrell) 1.46

Slowfox-Potpourri:
25. Die Gigerlkönigin (Lincke/Jürgens/Seifert) 1.57
26. Es war in Schöneberg (Bernauer/Schanzer/Kollo) 0.43
27. Wenn ein Mädel einen Herrn hat (Pordes-Milo/Haller/Kollo/Wolff) 0.41
28. Die Männer sind alle Verbrecher (Bernauer/Schanzer/Kollo) 0.42
+
29. Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin (‚Siegel/v.Pinelli) 2.37
30. Frag‘ nicht, warum ich gehe (Das Lied ist aus) (Stolz/Reisch/Robinson) 2.11
31. Die Welt war jung (Le Chevalier de Paris) (Phillippe/Vannier/Colpet) 2.27
32. Illusionen (1. Version, 1952) (Meyer/Rotter) 3.30
33. Heut‘ gefall‘ ich mir (Heymann/Gilbert) 3.20
34. Das Lied vom einsamen Mädchen (Heymann/Gilbert) 3.52
35. Es war beim Bal Paré (Niessen/Relin) 2.39
36. Er war nie ein Kavalier (Niessen/Relin) 2.45
37. Er hiess nicht von Oertzen (Niessen) 3.06
38. Das Lied vom Leierkastenmann (Niessen) 3.06
39. …Und der Mann mit der Harmonika (Wilden/Niessen) 2.40
40. Aber schön war es doch (Niessen/Relin) 3.03
41. Einsam (de Vol/Siegfried) 2.24

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Der Hüllentext der LP aus dem Jahr 1963

Mehr von der Knef:

Mehr

Marlene Dietrich – Songs In German (1964)

FrontCover1Wieder mal so ein Beitrag aus der Rubrik „Höchste Zeit, dass ich hier mal die …. Marlene Dietrich … präsentiere.

Hier ihr ganzes Leben darzustellen, ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit, deshalb beschränke ich mich mal vorerst auf die Zeit nach dem II. Weltkrieg (besser gesagt ihre Zeit Anfang der 60er Jahre). Zum besseren Verständnis aber noch diese Information:

Ein Jahr vor Kriegsausbruch verlegte Dietrich ihren europäischen Hauptwohnsitz nach Paris, von wo aus sie begann, Flüchtlinge aus Deutschland und emigrierende Künstler aktiv und finanziell zu unterstützen. Am 9. Juni 1939 legte Dietrich die deutsche Staatsbürgerschaft ab und nahm die US-amerikanische an.
Nachdem sich ihr Geliebter Jean Gabin in den USA freiwillig zu den französischen Befreiungsstreitkräften gemeldet hatte, brannte Dietrich ebenfalls darauf, ihren Anteil für den Kampf gegen den Nationalsozialismus zu leisten. Sie entschloss sich, wenn sie schon nicht wie ein Mann kämpfen durfte, dann doch als Sängerin für die GIs möglichst nahe der Front aufzutreten. Beim Vormarsch nach Deutschland wollte sie früh in Deutschland sein. Während der Ardennenoffensive entkam sie knapp einer Gefangennahme. Wegen ihrer bedingungslosen Solidarität für die kämpfenden „Boys“ wurde sie eine der beliebtesten und begehrtesten Akteurinnen der US-amerikanischen Truppenbetreuung in Afrika und Europa. Später resümierte sie, nie wieder solch einen intensiven Kontakt zu ihrem Publikum gehabt zu haben.

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Live in Berlin, 1960

1961 drehte sie ihren letzten großen Film, Das Urteil von Nürnberg, in dem es um die Nürnberger Prozesse und eine der Kernfragen der Nachkriegszeit geht: Was habt ihr gewusst? Dabei spricht sie als Schauspielerin Texte, von deren Wahrheit sie nicht überzeugt war. In ihren letzten Rollen widerlegte Dietrich die Meinung, dass sie als Schauspielerin nur mäßig begabt war, keine Gefühlsausbrüche spielen konnte, und erntete großen Beifall für ihre Darstellung, die ihr beinahe den Golden Globe für ihre Rolle in Zeugin der Anklage einbrachte.Auf einer Europatournee kehrte sie 1960 nach West-Deutschland und West-Berlin zurück. Wie sie selbst betonte, war ihr Publikum begeistert von ihrer Show. Allerdings traf sie nicht nur auf ein freundliches Publikum, sondern sah sich als angebliche „Vaterlandsverräterin“ auch Anfeindungen von Teilen der Bevölkerung und der Presse ausgesetzt. In Düsseldorf wurde sie von einem jungen Mädchen angespuckt und auf einer Bühne warf jemand mit einem Ei und traf sie am Kopf. Sie weigerte sich allerdings energisch, „sich von einem blonden Nazi von der Bühne vertreiben zu lassen“, der „Werfer“ wurde vom Theater-Publikum fast gelyncht und musste unter Schutz aus dem Theater gebracht werden. Bei einem Interview nach diesem Vorfall antwortete sie auf die Frage, ob sie Angst vor einem Anschlag hätte, lakonisch: „Angst? Nein, ich habe keine Angst. Nicht vor den Deutschen, nur um meinen Schwanenmantel, aus dem ich Eier oder Tomatenflecken kaum herausbekommen würde, um den habe ich etwas Angst.“

1962 trat Marlene Dietrich in Düsseldorf bei der UNICEF-Gala auf. 1963 folgte in Baden-Baden ein Auftritt beim Deutschen Schlager-Festival. (Quelle: wikipedia)

Und 1964 nahm die Marlene Dietrich für das Hör Zu/Electrola Label das Album „Die neue Marlene (Marlene Dietrich Singt Chansons)“ auf …  und es zeugt von ihrer Bedeutung, die sie auch noch viele Jahre nach dem Kriegsende hatte, dass diese Aufanhmen auch in den USA eben unter dem Titel „Songs In German“ auf RCA Records veröffentlicht wurde. Leider fehlt bei dieser US-Fassung (warum auch immer) der Song „Sag mir wo die Blumen sind“ (und deshalb habe ich diesen Titel ergänzend in diese Präsentation aufgenommen). Und als weitere Bonus-Titel habe ich dann – angesichts meiner Begeisterung für die LP – auch noch ihre englischsprachige Interpretion von dem Dylan-Klassiker „Blowin´ In The Wind“ hinzugefügt, denn …

… ihre deutsche Version „Die Antwort weiss ganz allein der Wind“ löst bei mir heute noch eine Gänsehaut der ganz besonderen Art aus ..

Marlene Dietrich (ja, diese Diva) hat mit diesen Aufnahmen ein klassisches Anti-Kriegs-Album aufgenommen (man höre sich nur „In den Kasernen“ an)  und so viele der Titel dieses Albums sind leider immer noch verdammt aktuell.

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Marlene Dietrich beim Besuch der UFA-Filmstudios, 1960

Und umso mehr schmerzt es mich, dass die Marlene Dietrich die letzten 11 Jahre ihres Lebens, bedingt durch ihre Tabletten- und Alkohol-Sucht, an ihr Bett gefesselt in Paris verbringen musste. Und ja .. auch ihr Verhältnis zu Männern war alles andere als leicht oder gar einfach … ich nenn´ sowas angesichts einer so beeindruckende Biographie eine Tragödie.

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Besetzung:
Marlene Dietrich (vocals)
+
Ein unbekanntes Orchester

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Titel:
01. Der Trommelmann (The Little Drummer Boy) (Buschor/Simeone/Onorati/Davis) 2.41
02. Wenn der Sommer wieder einzieht (A Little On The Lonely Side) (Robertson/Weldon/Cavanaugh/Metzl) 3.01
03. Ich werde dich lieben (Theme For Young Lovers) (Welch/Dietrich)  2.43
04. Paff, der Zauberdrachen (Puff, The Magic Dragon) (Oldörp/Lipton/Yarrow) 4.03
05. Scht … kleines Baby (Hush Little Baby) (Siegel/Costa/Dietrich) 2.27
06. Mutter, kannst du mich vergeben (Mother, Can You Forgive Me) (Niemen/Grau/Dietrich) 4.03
07. Wenn die Soldaten (When The Soldiers) (Pronk/Traditional) 2.58
08. Die Antwort weiss ganz allein der Wind (Blowing In The Wind) (Dylan/Bradtke) 3.53
09. In den Kasernen (In The Barracks) (Koch/Gerard) 3.07
10. Und wenn er wiederkommt (And When He Returns) (Maeterlinck/Colpet/Gerard) 2.55
11. Auf der Mundharmonika (On The Harmonica) (Spolianski/Gilbert) 2.33
+
12. Sag mir wo die Blumen sind Colpet/Seeger) 3.40
13. Blowin´ In The Wind (Dylan) 4.00

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Wie viele Straßen auf dieser Welt
Sind Straßen voll Tränen und Leid?
Wie viele Meere auf dieser Welt
Sind Meere der Traurigkeit?
Wie viele Mütter sind lang schon allein,
Und warten und warten noch heut‘?

Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind,
Die Antwort weiß ganz allein der Wind.

Wie viele Menschen sind heut‘ noch nicht frei,
Und würden es so gerne sein?
Wie viele Kinder geh’n abends zur Ruh‘
Und schlafen vor Hunger nicht ein?
Wie viele Träume erflehen bei Nacht,
Wann wird es für uns anders sein?

Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind,
Die Antwort weiß ganz allein der Wind.

Wie große Berge von Geld gibt man aus,
Für Bomben, Raketen und Tod?
Wie große Worte macht heut‘ mancher Mann,
Und lindert damit keine Not?
Wie großes Unheil muß erst noch gescheh’n,
Damit sich die Menschheit besinnt?

Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Wind,
Die Antwort weiß ganz allein der Wind.

Belina – Jeder träumt seine eigenen Träume (1964)

FrontCover1Warum diese Sängerin so in Vergessenheit geraten kann, kann man eigentlich überhaupt nicht verstehen:

Belina (* 1925 bei Treblinka, Polen; † 12. Dezember 2006 in Hamburg; eigentlich Lea-Nina Rodzynek) war eine jüdische Folk-Sängerin. Sie beherrschte fließend sechs Sprachen und sang ihre Lieder, Chansons und internationale Folklore in Originaltexten in 20 verschiedenen Sprachen.

Die Sängerin wurde als Lea-Nina Rodzynek in einem Dorf in der Nähe von Treblinka geboren. Früh zeigte sich ihr musikalisches Talent, das von den Eltern gefördert wurde. Die volkstümlichen und sakralen Gesänge in der Familie waren die ersten Impulse für ihre spätere künstlerische Tätigkeit. Als junge Frau floh Lea-Nina nach Deutschland, wo sie mit gefälschten Papieren und unter falschen Namen Arbeit in einer Fabrik fand. Als man den Schwindel entdeckte, wurde sie verhaftet und in ein Konzentrationslager verschleppt, aus dem sie jedoch fliehen konnte. Es gelang ihr, sich bis zum Ende des Nationalsozialismus versteckt zu halten. Erste Station in der Freiheit war Paris. Dort tingelte sie als Sängerin durch die vielen Kellerlokale. Man nannte sie den Schwarzen Engel vom Montparnasse.

Belina1954 ging die Künstlerin in die Schweiz. Dort arbeitete sie als Kosmetikerin und ließ ihre Stimme ausbilden. Sie hatte kleine Fernseh- und Hörfunkauftritte und unternahm eine Tournee durch die Provinz. 1954 erhielt sie ein Engagement am Jiddischen Theater in Paris, und es erschienen erste Schallplatten von ihr. Erfolgreich jedoch wurde sie erst in Deutschland. Der Regisseur Truck Branss widmete ihr 1962 seine erste Personality-Show Belina – Porträt einer Sängerin (es folgten u.a. Hildegard Knef, Francoise Hardy, Alexandra). Der komplizierte Name wurde gekürzt in Belina.

Bei den Dreharbeiten zu der Fernsehsendung lernte sie den populären Konzertgitarristen Siegfried Behrend (1933-1990) kennen, der 1962 in Berlin mit ihr eine Folk-Session veranstaltete (davon zeugt die LP 24 SONGS AND ONE GUITAR). Die beiden waren Gast in mehreren Fernsehsendungen (z. B.: Lieder am Kamin). Auch der Film zeigte an der Künstlerin Interesse. Sie spielte die Rolle einer Sängerin in dem Krimi Das Geheimnis der schwarzen Witwe (1963), mit Karin Dor, O. W. Fischer, Klaus Kinski u.a.m. Mitte der 1960er Jahre erschien die unbekannt gebliebene LP Wenn die Jidden lachen mit jiddischen Liedern und Witzen (interpretiert von Jens Brenke).

1964/1965 unternahmen sie eine frenetisch umjubelte Konzerttournee durch 120 Ländern. Diese wurde zu einem wahren Triumphzug und die Presse überschlug sich förmlich vor Begeisterung. Es waren vor allem die jiddischen Lieder, die durch den biografischen Hintergrund und durch die dunkle Stimme Belinas besonderen Eindruck hinterließen.

Nachdem sich Siegfried Behrend von Belina getrennt hatte, nahm die Künstlerin nur noch wenige Angebote als Solistin an. Sie hatte noch einige Auftritte zusammen mit dem Gitarristen Roberto Legnani, wandte sich aber verstärkt der Schauspielerei zu. Große Erfolge feierte sie als Polly in der Dreigroschenoper. 1981 spielte Belina mit dem Gitarristen Ladi Geisler – prägender Sound-Geber des Orchester Bert Kaempfert – die LP Meine Fantasie ein, die völlig der Vergessenheit anheimfiel. Ihr Abschiedskonzert gab sie 1993 in Hamburg.

Belina war Mutter eines Sohnes. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof in Hamburg beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

„Jeder träumt seine eigenen Träume“ war ihr erstes Album und enthielt „Originalaufnahmen aus der Fernsehsendung des 1. Programms am 30. März 1963 vom Saarländischen Rundfunk „Bellina – Portraut einer Sängerin“ (Regie Truck Brans). Manche der Lieder wurden schon 1960 auf Single (allerdings bei einem anderem Label – Odeon – veröffentlicht; ich gehe also davon aus, dass es sich hier um Neueinspielungen handelt)

Dieses Portrait scheint so gut gelungen zu sein, dass es auch als deutscher Beitrag beim „Internationalem Fernseh-Festival 1964“ in Prag präsentiert wurde.

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Über die Qualität der Sendung kann ich nichts sagen, aber die Musik dazu könnn wir auf dieser LP hören.

Und sofort drängen sich Vergleiche mit Esther Ofarim auf … und dabei scheidet Belina wahrlich nicht schlechter ab. Sie entfaltet einen großartigen Bogen vonChansons mit Tiefgang, ihre Stimme hat Stil und die musikalische Begleitung ist einfach nur geschickt.

Dass sie nicht soerfolgreich war, lag sicherlich daran, dass sie ein eher „herberer“ Typ war und ihr späterer Partner Siegfried Behrendt im Vergleich zu Abi Ofarim eher arg hölzern wirkte. Musikalisch konnte sie den beiden allemal das Wasser reichen.

Wer´s nicht glaubt … kann ja mal reinhören … da gibt es viel zu entdecken …. Und wer mehr über diese Sängerin wissen will, kann sich mittels beigelegter weiteren Informationen als pdf. Datein informieren.

Autogrammkarte

Autogrammkarte mit Siegfried Behrendt

Besetzung:
Belinda (vocals)
+
Mitglieder des Saarländischen Rundfunk-Orchesters

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Titel:
01. Exodus (Ein Land ist mein) (Gold/Hertha) 2.54
02. Hava Naghila (Idelsohn/Schwabach) 1.47
03. Dreh‘ dich nicht um nach fremden Schatten (Le Grisbi) (Wiener(Lanjean/Heinzli) 2.45
04. A Yiddische Momme (Pollak/Yellen) 2.52
05. Le bonheur (Hadjidalis/Helbig) 2.46
06. Blue Balalaika (Hartner/Bruhn/Schwabach) 2.30
07. Jeder träumt seine eigenen Träume (Dixie/Breiten) 3.46
08. Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n (Jary/Balz) 2.20
09. Tamburine (Becht/Bradtke) 2.23
10. Man hat uns nicht gefragt (Holländer) 3.22
11. Einsamkeit (Blue Melody) (Böttcher/Just) 2.54
12.  Non, je ne regrette rien (Nein, es tut mir nicht leid) (Vaucaire/Dumont/Siegel) 2.28

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Single

Single-Auskopplung

Rita Pavone & Paul Anka – Ein Sonny Boy und eine Signorina (1964)

FrontCover1Die beiden haben Anfang der 60er Jahre ganz schön für Furore auf dem deutschen Schlagermarkt gesorgt:

Rita Pavone arbeitete nach ihrer Schulzeit in einer Turiner Hemdenfabrik als Näherin. Laut eigenen Aussagen „nervte“ sie die Wirte von Lokalen in ihrer Umgebung so lange, bis diese sie vor Publikum singen ließen. Deshalb meldete sie ihr Vater 1962 zu einem Nachwuchsschlagerfestival in Ariccia bei Rom an. Dort wurde sie vom Veranstalter Teddy Reno, der selbst ein recht bekannter Show-Star war, entdeckt.
Bereits im nächsten Jahr 1963 belegte Pavone — 1,49 m groß, rötliche, kurze Haare, 36 Kilogramm, oft in Rollkragenpullovern auftretend − in den diversen Hitparaden in Italien die ersten Plätze. Stücke wie La partita di pallone (ihre erste Platte), Cuore, Lui und Questo nostro amore begeisterten die italienischen Teenager.
Im selben Jahr hatte sie mit voluminöser Stimme auch ihre großen Erfolge in Deutschland. Wenn ich ein Junge wär erreichte auf Anhieb Platz 2 und ein Jahr später, im Duett mit Paul Anka gelang ihnen erneut mit Kiddy Kiddy Kiss Me ein großer Erfolg. 1964 erhielt sie den Bronzenen Bravo Otto RitaPavoneder Jugendzeitschrift BRAVO. Noch einmal, bevor sie auch in Frankreich und den USA Platten herausbrachte, hatte sie mit Arrivederci Hans einen Nummer-1-Hit.
Zwischen 1965 und 1967 entstanden auch fünf Filme mit ihr, die vor allem auf jugendliches Pubklikum zielten. Darunter zwei durch die Mitwirkung von Terence Hill auch in Deutschland vermarktete Filme, ein Musical-Italowestern „Blaue Bohnen für ein Halleluja“ und eine Komödie die im 2. Weltkrieg spielt „Etappenschweine“.
Im selben Jahr, 1968, heiratete sie Teddy Reno und brachte wenig später einen Sohn zur Welt. Bis zum Jahre 1971 wurden 12 Millionen Platten mit ihr als Sängerin verkauft. Sie erhielt eine eigene Fernsehshow in ihrem Heimatland und unternahm Tourneen durch Japan und Südamerika.
Gelegentlich tritt Pavone auch in den 1990er Jahren und dem neuen Jahrtausend in Italien und Frankreich, wo sie noch populärer war als in Deutschland, in kleinen Rollen in Musicals und Fernsehshows auf. Nach einer überstandenen Herzoperation 2004 ging sie ab März 2005 auf Abschiedstournee. (Quelle: wikipedia)

Paul Albert Anka (* 30. Juli 1941 in Ottawa) ist ein kanadischer Sänger, Komponist, Liedtexter und Schauspieler. In den 1950er Jahren war er ein Teenager-Idol. Sein Song Diana zählt zu den erfolgreichsten Singles aller Zeiten.

Paul Anka ist der Sohn libanesischer Eltern, die in Ottawa ein Restaurant betrieben. Mit 14 Jahren nahm er an Gesangswettbewerben in Kanada teil. 1956 war Paul Anka zu Besuch bei seinem Onkel in Los Angeles, wo er die Gelegenheit hatte, bei Ernie Freeman, dem A&R-Direktor von Modern Records vorzusingen. Freeman ließ PaulAnkaden Minderjährigen einen Plattenvertrag unterschreiben. Es entstand im Oktober 1956 die Single I Confess/Blau-Wile-Deveest-Fontaine (RPM #472), betitelt nach einem afrikanischen Dorf aus John Buchans Roman Prestor John, den Anka im Sommer für die Schule zu analysieren hatte. Hintergrundsänger waren die Cadets, die gerade mit Stranded in the Jungle einen großen Hit bei Modern in den Charts hatten. Damit war Anka der einzige weiße Interpret dieses reinen Rhythm & Blues-Labels. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass man mit Anka und seiner Musik nicht viel anfangen konnte, sodass der Titel lediglich 3000 Stück umsetzte und dann in den Archiven verschwand. Damit schien Ankas Gesangskarriere beendet.

Im Mai 1957 spielte Paul Anka in New York City neben drei anderen Songs dem Produzenten und Arrangeur Don Costa auch seine Eigenkomposition Diana vor, mit der er der drei Jahre älteren gleichnamigen Babysitterin seiner kleineren Geschwister imponieren wollte. Costa nahm den Titel mit Anka auf; es wurden weltweit mehr als zehn Millionen Schallplatten davon verkauft. Anka wurde zum Teenie-Idol. Diana wird zu den zehn meist verkauften Singles aller Zeiten gezählt. Es folgten weitere Tophits wie Lonely Boy oder Put Your Head on My Shoulder. (Quelle: wikipedia)

Und war es damals ja so, dass etliche amerikanische und auch englische Stars speziell für den deutschen Markt deutschsprachige Singles vröffentlichen … so auch Paul Anka.

Wie es dann aber dazu kam, dass er mit Rita Pavone auch Duettaufnahmen veröffentlichten, entzieht sich momentan meiner Kenntnis. Auf jeden Fall waren sie dabei mit der Single „Kiddy, Kiddy kiss me“ erfolgreich, und so nahm man dann diese Single zum Anlass, ein ganzes Album zu veröffentlichen … allerdings gibt es von den beiden eben nur die eben erwähnte Single … der Rest sind Soliaufnahmen der beiden. Und dabei sind so Kracher wie „Zwei Mädchen aus Germany“ oder „Wenn ich ein Junge wär“ … und ich sag´s mal so: Die quirlige Rita Pavone klingt auch heute noch verdammt gut … und wer Schmachtfetzen liebt ist bei Paul Anka eh in guten Händen !

DieStarsDesJahres1963A

Besetzung:
Paul Anka (vocals)
Rita Pavone (vocals)
+
Werner Müller und sein Orchester
L. Enriquez Orchester und Chor
Die Cornels und Sunnies
Orchester Sammy Lowe

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Titel:
01. Ein Sonny Boy und eine Signorina (Götz/Loose) (Rita Pavone & Paul Anka) 2.07
02. Okay! Okay! (Rossi/Vianello/Bradtke) (Rita Pavone) 2.13
03. Zwei Mädchen aus Germany (Buchholz/Loose) (Paul Anka) 2.48
04. Wenn ich ein Junge wär (Buchholz/Loose) (Rita Pavone) 2.12
05. Sunshine Baby (Anka/Costa/Loose) (Paul Anka) 2.26
06. Wenn du deinen kleinen Bruder siehst (Buchholz/Relin) (Rita Pavone) 2.36
07. Der schönste Ankerplatz (Buchholz/Bradtke) (Paul Anka) 2.39
08. Mein Jack, der ist zwei Meter gross (Strauss/Blecher) (Rita Pavone) 2.29
09. Elisabeth (Buchholz/Loose) (Paul Anka) 2.20
10. Es ist aus (Gaze/Ignor) (Rita Pavone) 2.14
11. Sweet, Sweet Rosalie (Munro) (Paul Anka) 2.34
12. Peppino aus Torino (Buchholz/Loose) (Rita Pavone) 2.10
13. Doch du hast keine Zeit (Anka/Bradtke) (Paul Anka) 2.19
14. Kiddy, Kiddy kiss me (Munro/Arnie) (Paul Anka & Rita Pavone) 2.41

DieSingle

 

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Geräusche – Geräusche der Natur (Geräuscheplatte Nr. 1) (1964)

FrontCover1Vermutlich eine der rätselhaftesten Singles, die bisher ihren Weg in diesen blog gefunden haben.

Der Bertelsmann Schallplattenring veröffentlichte ca. 1964 diese Single und darauf sind – wie der Titel schon verrät – „Geräusche der Natur zu hören.#

Es darf nun gerätselt werden, für welche Zwecke diese Klänge gedacht waren oder: welcher normale Mensch legte sich damals diese Single auf den Plattenspieler ? Sollte man, wollte man damit z.B. die damals allseits beliebten Dia-Abende akustisch untermalen ?

Ich weiß es nicht …

Aber ich überleg mir gerade, ob ich nicht das Hahnengeschrei extrahieren soll, um es dann als Klingelton für mein Handy zu verwenden … kommt sicher gut an … wenn ich in einer Sitzung bin und dann plötzlich jener Hahn auf dieser Single sich lautstark zu Wort meldet.

Es gibt übrigens noch eine weitere Single dieser Art, Geräuscheplatte Nr. 2, auf der sind dann Eisenbahn-Geräusche zu hören, aber die habe ich (noch) nicht … wer weiß … ob sich das nicht mal ändert.

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Titel:
01. Vogelstimmen – Vogelkonzert 0.50
02. Kühe und Glocken, Schafe Blöken, Enten- und Gänsegeschnatter, Hühnerhof  1.23
03. Hundegebell 0.24
04. Grillen zirpen, Frösche quaken 0.38
05. Starker Wind, leichter Regen, dann starker Regen, Gewitter 1.43
06. Bachplätschern, Wasserfall, leichte Brandung – stärker werdend 1.25

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Werner Müller und sein Orchester – Budenzauber (Crazy Party) (1964)

FrontCover1Und noch so einer, der die Unterhaltungsmusik des Nachkriegsdeutschlands geprägt hat: Werner Müller:

Werner Müller (* 2. August 1920 in Berlin; † 28. Dezember 1998 in Köln) war ein deutscher Autor, Komponist, Dirigent, Arrangeur und Orchesterleiter.

Eigentlich wollte Müller „Afrikaforscher“ werden, ersatzweise auch Mediziner. Sein Vater sorgte jedoch dafür, dass er eine Musikausbildung erhielt. Klavier und Geige waren die ersten Instrumente Müllers und mit 10 Jahren trat er bereits als Solist mit einem Violinkonzert von Mozart auf. 1936 ging Müller auf die Militärmusikschule in Bückeburg. Dort lernte er auch noch Posaune. Während des Wehrdienstes kam Müller in ein Musikcorps, in dem auch der Geiger Helmut Zacharias diente. In amerikanischer Kriegsgefangenschaft machte Werner Müller begeistert Bekanntschaft mit dem Swing.

Und wie´s dann weiterging, kann man – um Wiederholungen zu vermeide -dann hier nachlesen.

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Hier nun ein weiteres Album von ihm, das durchaus gefallen kann, denn auch hier bringt er eine bunte Mischugng und das Motto dieser LP lautete wohl .. .wir zeigen den Erwachsenen mal, wie gut Beatmusik und Rock n Roll („Memphis Tennessee von Chuck Berry) klingen kann.

Aber auch Musical Melodien wie „America“ (West Side Story“) und „Hello Dolly“ sind vertreten.

Prädikat: schwungvoll-schmissig!

Für mich ein Wiederhören mit vielen bekannten und bei mir z.T. auch sehr beliebten Melodien (bei „Down Town“ krieg ich heute noch feuchte Augen).

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Alternatives Front + Back Cover

Dafür muss man dann allerdings auch so Gassenhauer wie „Humbta Täterä“ billigend in Kauf nehmen,

Und am Schluss dann ein Song, der gut als Motto für diese Dekade stehen kann: „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ …

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Die Singles zur LP

Besetzung:
Werner Müller und sein Orchester

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Titel:
01. America (Bernstein/Sondheim) 2.30

02. Slop-Medley 2.13
02.1. Don’t Ha Ha (Smith/Vincent)
02.2. Do Wah Diddy (Greenwich/Barry)
02.3. I Feel Fine (Lennon/McCartney)

03. Hello Dolly (Herman) 2.30
04. Downtown (Blecher/Hatch) 3.00
05. Schön, schön (Letkiss) (Menke/Lehtinen) 2.22
06. Humbta Täterä (Hämmerle) 2.02
07. Budenzauber-Twist (Buchholz) 3.07
08. Memphis Tennessee (Berry) 2.24
09. Teenagers Ragtime (Buchholz) 2.23
10. Das ist die Frage aller Fragen (Spanish Harlem) (Leiber/Spector) 2.26
11. Whistle Stop (Strange/Bryant) 2.19
12. Guitar On The Rocks (Buchholz) 2.40
13. Pretty Woman (Dees/Orbison) 2.46
14. Schaffe, schaffe, Häusle baue (Röckelein) 2.06

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Also manchmal gehen Aufnahmen diese Art schon seltene Wege: Dieses Album erschien dann 1976 (!) in Australien unter dem Titel „Pop Party“