Verschiedene Interpreten – Frohe Alpenwanderung mit Alfons Bauer (1966)

FrontCover1Und da ist er mal wieder, der ungekrönte König der Zither, der ein beachtliches Maß an Musikaufnahmen hinterlassen hat.

Alfons Bauer (* 13. Mai 1920 in München-Freundorf; † 3. Februar 1997) war ein deutscher Komponist und Zitherspieler.

Alfons Bauer erlernte als 8-Jähriger das Zitherspiel und nahm als 15-Jähriger seine erste Schallplatte auf. Nach der Schule erlernte er zunächst den Beruf des Hutmachers, da seine Eltern ein Hutmachergeschäft betrieben. Anschließend studierte er am Konservatorium in München Klavier und Tonsatz. Alfons Bauer arbeitete hauptsächlich im Studio und trat weniger live auf. Für seine innovativen Rundfunk- und Schallplattenproduktionen stellte er verschiedene Besetzungen zusammen, bestehend aus professionellen Orchestermusikern. Eine langjährige Zusammenarbeit verband Alfons Bauer mit dem Akkordeonvirtuosen Georg Schwenk, der auch zahlreiche Titel für ihn arrangierte. Bis in die 1950er Jahre hatte er schon mehr als 1 Million Schallplatten mit seiner Zither verkauft. Dann gründete er eine eigene Schallplattenfirma und war auf dem Sektor der volkstümlichen Musik tätig. Er schrieb auch Titel für andere Künstler, zum Beispiel für Maria und Margot Hellwig, Hansl Krönauer und Esther Egli. Er komponierte über 200 Titel. Auch in der DDR war Alfons Bauer sehr populär, seine Titel wurden dort vor allem in den 1950er und 1960er Jahren oft im Rundfunk gespielt. Viele davon erschienen auch auf Schallplatte. 1972 veröffentlichte er in der Bundesrepublik Deutschland eine Schallplatte des bekannten DDR-Volksmusikers Herbert Roth.

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Bauer spielte auch zusammen mit dem Orchester James Last und dem Berliner Rundfunkorchester Melodien von Johann Strauss bis Robert Stolz und Ralph Benatzky ein. Er gehörte zusammen mit Rudi Knabl zu den erfolgreichsten Zitherspielern des 20. Jahrhunderts.

Er war seit 1968 verheiratet mit der Sängerin und Folklore-Tänzerin Rita geb. Fendt. Aus seiner ersten Ehe hat er eine Tochter.

Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in Gauting.

Alfons Bauer erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1975 die Hermann-Löns-Medaille (*). (Quelle: wikipedia)

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Hier eine seiner zahlreichen LP´s … diesmal geht´s um eine „frohe Alpenwanderung… “ Nun gut … einerseits die übliche alpenländische Volksmusik, andererseits sind aber  wieder mal ein paar musikalische Schmankerl vorbei.

Der regionale Schwerpunkt dieser LP liegt im Salzburger Land (wie man unschwer der List der mitwirkenden Musikanten entnehmen kann).

Da ist insbesondere „Ein Abend am Traunsee“ zu erwähnen, ein Kleinod instrumentaler Volksmusik.

Und dann der „Wehmutsjodler“ … viel inniger kann man Wehmut nicht gesanglich ausdrücken.

Na ja … und gejodelt wird dann natürlich auch noch ….

Und, ach ja, dass Label „Die Volksplatte“ war ein Sub-Label von EMI -Electrola

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Besetzung:
Alfons Bauer (zither)
+
Salzburger Vierklang – Die Schönauer Musikanten – Duo Merhaut-Delacher – Tanzgruppe der Alpinia – Michl Berger – Duo Frei- Ellersdorfer – Die Lohmayer-Dirndl´n – Die Salzburger Musikanten – Der Volksliedchor von Radio Salzburg – Sepp Kufner und seine Salzburger Spitzbuben

Traunsee

Der Traunsee

Titel:
01. Original Salzburger Glockenspiel 0.21
02. Mühlbacher Volksmusikmarsch (Traditional) 2.47
03. Knappentanz (Traditional) + Salzburger Bauerntanz (Peth) 1.18
04. Ja, weil du so schön tanzen kannst (Traditional) 1.31
05. Stoaröserl Landler (Traditional) 1.19
06. Binderlied (Traditional) 1.33
07. Tiroler Landler (Ellersdorfer) 0.52
08. I bin a jungs Bürscherl (Berger) 1.31
09. Bankerl Tanz (Traditional) 0.48
10. Almerisch (Ellersdorfer) 1.17
12. Ein Abend am Traunsee (Frank) 2.39
13. Frisch von der Leber (Tanzer) 0.52
14. Hops, drah di (Traditional) 0.39
15. Auf der Köpplschneid (Traditional) 1.07
16. Gestern auf d’Nacht (Traditional) 0.52
17. Salzburger Glockenspiel (Traditional) 1.35
18. Salzburger Bauernschottisch (Frei) 0.39
19. Wehmutsjodler (Traditional) 1.40
20. Jagerwalzer (Traditional) 2.06
21. Faschingspolka (Traditional) 1.04
22. Und s’Dirndl steht beim Bacherl (Traditional) 0.59
23. Pinzgauer Plattler (Traditional) 1.00
24. Immer fröhlich (Traditional) 1.24
25. Dui-Jodler (Peth) 0.44
26. Wilde Jagd (Stelzer/Rieser) 0.55

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Inlets

 

(*) zu Hermann Löns sollte man folgendes wissen:

Zur Person Hermann Löns gibt es Anwürfe, die ihn als Trinker und Frauenfeind beschreiben:

„Weiber sind keine Vollmenschen, denn sie haben keine Seele, sondern nur einen Uterus.“
„Ein Mann wie ich braucht jede sieben Wochen eine andere Geliebte.“

Der Bückeburger Mediziner Kantorowisz erklärte in einem gerichtlichen Attest, er habe Löns wegen „schwerer nervöser Störungen“ und eines „krankhaften Wandertriebs“ behandelt. Der Patient leide zudem an „periodischer Trunksucht“ (Quartalstrinker).

Seine nationalistische Einstellung mit antisemitischen Anflügen bekundete er freimütig:

„Ich bin Teutone hoch vier. Wir haben genug mit Humanistik, National-Altruismus und Internationalismus uns kaputt gemacht, so sehr, daß ich eine ganz gehörige Portion Chauvinismus sogar für unbedingt nötig halte. Natürlich paßt das den Juden nicht …“

Der Löns-Kritiker Thomas Dupke  ist der Auffassung, dass Löns’ spätere Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten nicht ohne sein eigenes Zutun zu Lebzeiten kam, da er sich häufig sozialdarwinistisch und rassisch-völkisch äußerte. (Quelle: wikipedia)

Ingo Graf – Es ist noch kein Meister von Himmel gefallen + Jeden Morgen, jeden Abend, jede Nacht (1966)

FrontCover1Alles andere als eine typische Biographie eines Schlagersängers:

Hartwig Runge (* 26. Dezember 1938 in Gadebusch) ist ein deutscher Schlagersänger und Komponist, der unter dem Künstlernamen Ingo Graf bekannt wurde. Als Kommunalpolitiker der PDS gehörte Runge von 1994 bis 1999 dem Stadtrat von Leipzig an.

Runge ist Diplomphilosoph und Lehrer für Mathematik und Physik. Er arbeitete als Mathematiklehrer in Leipzig, als er 1964 durch Heinz Quermann in der Sendung Herzklopfen kostenlos des DDR-Fernsehen entdeckt wurde.

Der von ihm komponierte Titel Versuch’s noch mal mit mir wurde ein großer Erfolg, so dass das Plattenlabel Amiga mit ihm die erste Single produzierte.

Weitere Erfolgstitel waren u. a.: Heute Nacht wird mal durchgemacht, Noch schöner als sie, Ein Jahr ist ein Hauch, Piroschka, Student in einer fremden Stadt und Das Lied von den Rosen und Träumen.

Mit dem Titel Es war einmal ein Mädchen von kaum 17 Jahren wirkte er in dem DEFA-Kultfilm Heißer Sommer mit. 1967 erhielt er eine eigene Fernsehsendung. Die Sendung, in der IngoGraf01er sang, moderierte und vor allem Nachwuchsinterpreten vorstellte, hieß „Schlager 19..“ und gilt als Vorläufer des „Schlagerstudios“. 1970, als das Konzept der Sendung verändert wurde und die Sendung den Charakter einer Hitparade bekam, stieg Ingo Graf aus.

Fortan begleitete er das Orchester Alfons Wonneberg als Solist und gastierte in circa 30 Ländern. Mitte der 1970er Jahre beendete Ingo Graf seine Karriere und kehrte in den Lehrerberuf zurück.

2001 feierte Ingo Graf in der Fernsehsendung des MDR Wiedersehen macht Freude“ sein Comeback als Schlagersänger.

Runge lebt in Leipzig und ist mit der sächsischen Landtagsabgeordneten Monika Runge (Die Linke) verheiratet. (Quelle: wikipedia)

Oder auch mal anders:

BioUnd eine seiner zahlreichen Singles aus den 60er Jahren:

Die A-Seite ist ein fröhlich-fideles Lied und irgendwie stellte ich mir grad vor, dass dieser Titel auch von Bill Ramsey hätte interpretiert werden können. Und das ist ein Ritterschlag für diesen schwungvollen Titel.

Als Roy Black der DDR präsentiert er sich dann bei „Jeden Morgen, jeden Abend, jede Nacht“ – ein schmachtender Schlagerfetzen, der die damaligen Damenwelt ganz sicher in Verzückung versetzt hat.

Und wer noch mehr über diese ungewöhnliche Biographie wissen will, dem habe ich ein weiteres Portrait als pdf-Datei beiglegt.

Damals+Heute

Damals + heute

Besetzung:
Ingo Graf (vocals)
+
Orchester Walter Eichenberg

BackCoverTitel:
01. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen (Dubianski/Wallasch) 2.36
02.  Jeden Morgen, jeden Abend, jede Nacht (Kneifl/Hardt) 3.34

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OrcheterWalterEichenberg

Orchester Walter Eichenberg

James Last – Christmas Dancing (1966)

FrontCover1Selbstredend hat naürlich auch der James Last mehrfach seine musikalischen Grüße zur Weihnachtszeit unter das Volk gebracht.

Dies hier ist seine erste Weihnachts-LP aus dem Jahr 1966.

Ich bin zwar kein ausgesprochener Kenner der leichten Muse aus deutschen Landen, aber ich bilde mir mal ein, dass James Last wohl zu den ersten gezählt hat, die den traditionellen deutschen Weihnachtsliedern ihr kirchlich-religiöses Gewand abgestreift hat … und statt der sakralen Ausstrahlung der Lieder ein „Christmas dancing“ übergestülpt hat.

Klar … „Dancing“ war das Zauberwort für James Last … in all den Jahrzehnten seines Wirkens, dennoch:

Das bedeutungsschwere deutsche Weihnachtslieder erhält hier ein wenig die Leichtigkeit des Seins …

Ich kann mir dennoch nicht vorstellen, dass man zu den Klängen dieser LP (im gewohnter James Last Qualität) „unter dem Christbaum“ beschwingt das Tanzbein geschwungen hat und wenn … wäre ne lustige Vorstellung … das hätte ich mich dann doch zu gerne angeschaut.

JamesLast

Da grinst einer ja ganz verschmitzt: Kein Wunder, denn: „Süßer die Kassen nie klingeln“

Besetzung:
James Last Band und Chor

BackCover

Titel:

Medley 1 (3.17):
01.1. Kling, Glöckchen klingelingeling
01.2. Laßt uns froh und munter sein
01.3. Oh du fröhliche

Medley 2 (4.05):
02.1. Leise rieselt der Schnee
02.2. Schneeflöckchen, Weißröckchen
02.3. Auf dem Berge da weht der Wind

Medley 3 (3.23):
03.1. Morgen, Kinder, wird’s was geben
03.2. Alle Jahre wieder
03.3. Fröhliche Weihnacht überall

Medley 4 (3.42):
04.1. Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen
04.2. Es ist ein Ros‘ entsprungen

Medley 5: (3.16):
05.1. Ihr Kinderlein kommet
05.2. Der Christbaum ist der schönste Baum

Medley 6 (5.32):
06.1. White Christmas
06.2. Midnight In December
06.3. Jingle Bells

Medley 7 (3.12):
07.1. Kommet ihr Hirten
07.2. O Tannenbaum
07.3. Christnacht

Medley 8 (2.58):
08.1. Morgen kommt der Weihnachtsmann
08.2. O Wunder über Wunder
08.3. Wenn der Schnee vom Himmel fällt

Medley 9 (3.38)
09.1. Süßer die Glocken nie klingen
09.2. In Dulci Jubilo
09.3. Joseph, lieber Joseph mein

Medley 10 (4.35):
10.1. Schlittenfahrt im Winterwald
10.2. Stille Nacht, Heilige Nacht

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Berliner Philharmoniker – Aus der neuen Welt (Dvorak) (1966)

FrontCover1.JPGDie 9. Sinfonie e-Moll op. 95 (B 178) Antonín Dvořáks trägt den Namen Aus der Neuen Welt (Z nového světa), da sie von Dvořáks dreijährigem Amerika-Aufenthalt inspiriert wurde. Sie wurde zu Lebzeiten des Künstlers als seine 5. Sinfonie bekannt.

Als Antonín Dvořák 1892 amerikanischen Boden betrat, um der Berufung zum Direktor des National Conservatory of Music of America Folge zu leisten, war er bereits ein weltbekannter Komponist. Seinen Ruhm begründete er mit den Kompositionen Die Erben des Weißen Berges (1872), früheren Sinfonien, den Mährischen Duetten und den Slawischen Tänzen. Es war daher nicht verwunderlich, dass Jeannette Thurber, die Witwe eines wohlhabenden Kaufmanns und Mitbegründerin des New Yorker Instituts, ihm diesen lukrativen und prestigeträchtigen Posten anbot.

Mit der 9. Sinfonie, die während seines dreijährigen Amerika-Aufenthaltes entstand, schuf Dvořák sein wohl populärstes sinfonisches Werk. Obwohl Dvořák als Dirigent und Lehrer die Aufgabe übernommen hatte, eine junge Musikergeneration heranzubilden, die einen national-amerikanischen Musikstil entwickeln sollte, ist seine 9. Sinfonie keinesfalls amerikanische Musik. In einem Zeitungsinterview erklärte er seine Vorgehensweise:

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Antonín Dvořáks

„Ich studierte sorgfältig eine gewisse Zahl Indianischer Melodien, die mir ein Freund gab, und wurde gänzlich durchtränkt von ihren Eigenschaften – vielmehr ihrem Geiste. Diesen Geist habe ich in meiner neuen Sinfonie zu reproduzieren versucht, ohne die Melodien tatsächlich zu verwenden. Ich habe schlichtweg originäre Themen geschrieben, welche die Eigenheiten der Indianischen Musik verkörpern, und mit den Mitteln moderner Rhythmen, Harmonie, Kontrapunkt und orchestraler Farbe entwickelt. […]
Nun, ich stellte fest, dass die Musik der Neger und die der Indianer praktisch identisch war.“ (Antonín Dvořák)

Der letzte Satz illustriert, dass Dvořáks Kenntnis authentischer Musik von Indianern und Schwarzen nicht sehr tiefgehend gewesen sein kann. Die Einflüsse sind dennoch in verschiedenen harmonischen und rhythmischen Eigenheiten der Sinfonie erkennbar. So basiert die Englischhorn-Melodie des 2. Satzes auf der halbtonlosen fünftönigen Skala der Pentatonik, die in der Musik der Indianer gebräuchlich war. (Wichtiger ist aber die große Rolle, die Longfellows Dichtung über Hiawatha – das ist der Häuptling, der den Irokesen-Bund der Indianer begründete – in der Sinfonie spielt, siehe unten.) Rhythmisch fallen auch die für Negro Spirituals typischen Synkopen auf (1. und 3. Hauptthema des 1. Satzes). Daneben zeigt sich unverkennbar der böhmische Musiker mit seiner in der heimatlichen Volksmusik verwurzelten Tonsprache, wie z. B. beim gemütvollen Ländler des Scherzo-Trios.

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Die Themen der Ecksätze sind kurz und prägnant und der oben erwähnten Grundkonzeption zyklisch untergeordnet: das 1. Hauptthema des 1. Satzes erscheint in allen folgenden Sätzen. Im Finale sind außerdem die Hauptthemen des 2. und 3. Satzes andeutungsweise verarbeitet.

1. Satz: Adagio – Allegro molto:
Der erste Satz beginnt mit einer wehmütigen langsamen Einleitung. Das durch ein Unisono der Streicher und harte Paukenschläge sich allmählich entwickelnde Allegro ist von mitreißendem Schwung erfüllt. Das Hauptthema steigt in den Hörnern auf und wird sogleich vom ganzen Orchester aufgenommen. Ein zweites Thema erscheint zunächst in den Holzbläsern, bevor es gesteigert und rhythmisch verändert wird. Gleichen Charakters tritt hiernach ein Seitengedanke in der Flöte auf, der beide Themen zu verbinden sucht. Beide Themen werden ausführlich verarbeitet. Die Coda bricht mit Urgewalt herein und beendet den Satz in donnerndem e-Moll.

2. Satz: Largo:
Der zweite Satz wurde vom Komponisten als „Legende“ bezeichnet. Dieser bewegende Trauergesang ist nach Dvořáks eigenen Worten durch eine Szene aus Longfellows schon erwähntem Poem „Hiawatha“ angeregt worden und vertont gleichsam die Totenklage Hiawathas, dessen treue Gefährtin Minnehaha dahingeschieden ist. Diese amerikanische Dichtung hatte Dvořák durch die Übersetzung seines Landsmannes Josef Vaclav Sladek kennengelernt. In schmerzlicher Melancholie singt das Englischhorn die Hauptmelodie, mit der dieser Satz in erhabener Ruhe an- und ausklingt.

Ein neuer Gedanke taucht auf und wird wirkungsvoll von Streichertremoli begleitet. Dieses etwas schnellere, ebenfalls gesangliche Thema wird schließlich geschickt mit der Totenklagemelodie verbunden. Wenig später löst eine heitere, an Vogelgesang erinnernde Flötenmelodie einen Stimmungswechsel aus, der sofort vom hervorbrechenden Hauptthema des ersten Satzes unterbunden wird. Das Englischhorn trägt wieder das Hauptthema des Largos vor, mit dem der Trauergesang verklingt.

Originalnoten

3. Satz: Scherzo, molto vivace:
Das Scherzo beginnt mit einem rhythmisch markanten Thema, das den Festtanz der Indianer zur Hochzeit Hiawathas vorbereitet. Wieder ist eine Szene aus Longfellows Epos musikalisch nacherlebt. Dennoch ist die Thematik böhmisch und volkstümlich. Das Scherzo hat einen lyrischen Mittelteil und ist damit komplizierter gebaut als die anderen Scherzi Dvořáks und wurde in dieser Konzeption auch von Anton Bruckner verwendet. Zwischen Scherzo und Trio klingt in den tiefen Streichern leise und bedrohlich das Hauptthema des ersten Satzes an. Das Trio-Teil besteht aus einer anmutigen Walzermelodie, die in ihrer sprunghaften Rhythmik typisch tschechisch ist. Dieser Satzteil bringt die Sehnsucht nach der Heimat zum Ausdruck; er unterbricht vorübergehend das Bild des Freudentanzes der Indianer. Kurz vor dem Ende setzt sich mit aller Kraft wieder das Hauptthema des ersten Satzes durch.

4. Satz: Allegro con fuoco:
Der letzte Satz ist von einer Dynamik erfüllt, wie sie Dvořák zuvor wohl nur in seiner 7. Sinfonie erreicht hatte. Vom vollen Orchester wird das marschartig energische Hauptthema vorgetragen, das pathetisch von der „Neuen Welt“ kündet. Das zweite Thema in den Klarinetten dagegen drückt Dvořáks Sehnsucht nach seinem Vaterland aus.

Kaum ist es verklungen, spitzt sich das Geschehen zu und das erste Thema setzt sich weiter durch. In der Folge wird es mannigfaltig verarbeitet; in diesem Prozess tauchen immer wieder auch Motive aus den ersten drei Sätzen auf. Ein Orchestertutti schmettert anschließend das Hauptthema nahezu gewaltsam heraus, ein Vorgang, der das musikalische Geschehen fast zum Erliegen bringt und durch das zweite Thema fortgesetzt wird. Wieder bricht sich das Hauptthema seine Bahn und führt den Satz zu einem alles mitreißenden Höhepunkt, dem nach einem letzten Innehalten die triumphale Coda folgt. Der Satz wird mit einigen Akkorden beendet, von denen der letzte von den Bläsern ausgehalten wird, was statt eines abrupten Endes ein langsames Verklingen zur Folge hat.

Die Weltpremiere der Sinfonie spielten am 16. Dezember 1893 die New Yorker Philharmoniker in der Carnegie Hall in New York unter der Leitung von Anton Seidl. Dvořák schrieb über das Konzert: „Die Zeitungen sagen, noch nie hatte ein Komponist einen solchen Triumph. […] Die Leute applaudierten so viel, dass ich aus der Loge wie ein König!? alla Mascagni in Wien mich bedanken musste.“ Die erste Aufführung der Sinfonie Aus der neuen Welt auf dem europäischen Kontinent erfolgte am 20. Juli 1894 in Karlsbad. Die Sinfonie wurde allerorten gefeiert und schnell zum größten Erfolg des Komponisten in dessen Laufbahn.

Die Sinfonie ist heute das bekannteste Werk Dvořáks und gehört zu den meistgespielten Sinfonien weltweit. Dvořák schrieb und plante nach diesem Werk keine weitere Sinfonie mehr. Er begab sich 1895 nach Europa zurück. (Quelle: wikipedia).

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Hier das Werk in einer seltenen Einspielung der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Otto ‚Gerdes:

Otto Gerdes (* 20. Januar 1920 in Köln; † 15. Juni 1989) war ein deutscher Dirigent und Musikproduzent.

Gerdes studierte an der Musikhochschule Köln. Im Jahr 1946 gründete er in Köln ein Tanzorchester, bestehend aus 15 Musikern, das dann als „Kölner Rundfunk-Tanzorchester“ dem NWDR Köln zur Verfügung stand, der damals Nebenstelle des in Hamburg residierenden NWDR war und eine einzige Mittelwelle betrieb.

Das Orchester wurde im Herbst 1947 aufgelöst. Otto Gerdes übernahm beim Sender Koblenz des im Aufbau befindlichen Südwestfunks (SWF) die Dirigentenstelle des Unterhaltungsorchesters. Infolge des Umzugs der Landesregierung von Rheinland-Pfalz von Koblenz nach Mainz ergaben sich beim Sender Koblenz ebenfalls Umstellungen.

Gerdes übernahm später Dirigate bei anderen Orchestern, nun aber im Gegensatz zur Kölner Tätigkeit immer im E-Bereich, also der sogenannten „ernsten“ Musik. Er war als Dirigent, Musikproduzent und künstlerischer Leiter bei Opernhäusern in Berlin und Otto Gerdes01München tätig und ging 1956 in gleicher Eigenschaft zur Deutschen Grammophon.

Der Musikkritiker Norman Lebrecht berichtet in einem seiner Bücher, Otto Gerdes sei aus den Diensten der Plattenfirma entlassen worden, kurz nachdem er morgens den Dirigenten Herbert von Karajan jovial mit „Herr Kollege“ begrüßt habe.

Mit den Rundfunk-Sinfonieorchestern Berlin und Leipzig spielte er für das DDR-Label „Eterna“ verschiedene Titel ein und war dem Vernehmen nach auch für die tschechoslowakische „Supraphon“ tätig.

Otto Gerdes war verheiratet mit der Opernsängerin Margot Janz (1920–2008). Die Ehe wurde in den 1960er Jahren geschieden.

Gerdes erhielt im Jahre 2001 posthum den Ehrenorden der freien Musiker-Loge Baden-Baden für sein Lebenswerk. (Quelle: wikipedia)

Dieser ganz sicher nicht immer knisterfreie Vinyl-Rip ist dennoch beeindruckend und dient quasi als Appetithappen … für diverse andere Interpretationen, die man dann irgendwo auch knisterfrei bekommen kann.

Prädikat: furios !

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Besetzung:
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Otto Gerdes

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Alternatives Front + Back Cover aus UK

Titel:
01. 1. Satz: Adagio: Allegro Molto 9.24
02. 2. Satz: Largo 12.37
03. 3. Satz: Molto Vivace 8.00
04. 4. Satz: Allegro Con Fuoco 11.02

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Verschiedene Interpreten – Schlager – Hits mit Witz – Vol. 1 (2016)

FrontCover1Jetzt mache ich es mir mal ganz einfach … ich starte mit der Edition „Schlager – Hits mit Witz“:

Jawohl – es gab nicht nur Schlager bei den sich „Herz auf Schmerz“ und „Liebe auf Triebe“ reimte. In dieser 10 CD Box haben wir 200 der witzigsten Schlager zusammengetragen. „Mein Papagei frisst keine harten Eier“ . „Mein kleiner grüner Kaktus“ – „An der Nordseeküste“ oder auch „Polonäse Blankenese“ – alle diese Titel sind dem gewogenen Hörer deutscher Schlagermusik bestens im Ohr. Alle in dieser Box versammelten Titel sind entweder zum Mitgrölen oder mindestens zum Schmunzeln geeignet. Diese humoristische Schlagerreise führt den Hörer durch zehn Jahrzehnte musikalischer Humorhöhepunkte. 

Von den Comedian Harmonists, Max Kuttner und Willi Rose bis hin zu Klaus & Klaus, Gottlieb Wendehals oder auch Torfrock ist hier fast alles vertreten was Rang und Namen hat oder hatte. (Hüllentext)

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Was macht der Maier am Himalaja? Die humorvolle Antwort auf diese und viele andere Fragen des Lebens findet man in dieser Box mit 200 ganz speziellen Schlagern. Denn hier geht es einmal nicht um Herz und Schmerz, sondern um Lieder mit doppeldeutigen, hintergründigen und witzigen Texten vom Jahr 1920 bis heute.

Schlager waren immer ein Spiegel der jeweiligen Zeit und so spannt sich der musikalische Bogen vom kabarettistischen Trizonesien-Song von 1949 über Peter Igelhoffs Nachtgespenst bis zur unbeschwerten Polonäse Blankenese. Künstler wie Peter Alexander, Evelyn Künnecke, Bill Ramsey, Trude Herr und viele andere sorgen auf einer Reise durch die Jahrzehnte für gute Laune.

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Außerdem bieten die zehn CDs etliche Raritäten zum Schmunzeln wie Curd Jürgens Hühner-Boogie oder einen Twist, in dem Frankreichs Rockstar Johnny Hallyday in schwer verständlichem Deutsch einen Elefanten besingt. (jpc.de)

Mir gefallen natürlich insbesondere (oder fast ausschließlich) all die alten ulkigen Singles aus den 60er Jahren. Wobei die Sammlung nicht so ganz stringent ist, denn was der Dorte Hit „Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben“ in dieser Sammlung zu suchen hat, erschließt sic nicht auf den ersten Blick (außer man hält alle Schlager der 60er Jahre für unfreiwillig komisch … )

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Sei´s drum … net nette Sammlung, die nehm ich vielleicht mal zum nächsten Seniorentanz-Cafe mit … vielleicht kann ich dann mit einer rüstigen Senioren ne kesse Sohle auf dem Tanzparkett hinlegen …

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Titel:
01. Klaus & Klaus: An der Nordseeküste (1985) (deReede/Ortel/v.Hill/Büchner) 3.39
02. Bill Ramsey: Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (1962) (Gietz/Bradtke) 3.02
03. Gus Backus: Da sprach der alte Häuptling der Indianer (1960) (Scharfenberger/ Wehle) 2.50
04. Muskelkater: Mich kennt keine Sau (1990) (Bruhn) 3.20
05. Tennessee: Tote Hose im Wilden Westen (1997) (Walendowski/David-Ohlmeier/ Heinrichs/Meifert) 3.08
06. Billy Mo: Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut (1962) (Niessen/Rüger) 2.26
07. Paul Kuhn: Es gibt kein Bier auf Hawaii (1963) (Rolle/Röckelein) 2.54
08. Die Regento Stars: Leila (1959) (Dauber/v.Breda) 2.35
09. Torfrock: Volle Granate Renate (1979) (Büchner/Voß/Rieckmann) 4.02
10. Dorthe: Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben (1968) (Bruhn/Buschor/Förster) 2.39
11. Trude Herr: Ich will keine Schokolade (1960) (Morrow/Blecher) 2.26
12. Vico Torriani: Cafe Oriental (1960) (Alstone/Tabet) 2.18
13. Billy Sanders: Gartenzwerg-Marsch (1962) (Bruhn/Bradtke) 2.56
14. Die Jokies: Unser Stammlokal (1983) (Floppkopp/David-Ohlmeier/Heinrichs/ Waleridowski) 3.14
15. Ralf Bendix: Babysitter Boogie (1961) (Parker/Relin) 2.07
16. Hazy Osterwald Sextett: Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt (1966) (Feltz/Peeters) 3.30
17. Rex Gildo: Speedy Gonzales (1962) (Kaye/Hill/Lee/Charles/Gerard/Gordan) 2.37
18. Chris Howland: Die Mutter ist immer dabei (1960) (Jagert/Schwabach) 2.30
19. Bill Ramsey: Maskenball bei Scotland Yard (1962) (Gietz/Bradtke) 2.35
20. Gottlieb Wendehals: Polonäse Blankenese (Neuaufnahme) (1981) (Böhm-Thorn/Jud) 4.02

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Die Rückseite der 10 CD Box

The Hammond Beat Boys + Kosta Lukács Group – Musik For Television, Films & Radio (1966)

FrontCover1Man lasse sich weder durch die harmlosen Namen wie „The Hammond Beat Boys“ und „Kosta Lukas Group“  oder das nicht unbedingt bemerkenswerte Cover in die Irre führen lassen.

Was hier geboten wird, ist musikalisch durchaus der Rede wert !

Da ist zum einen der Jazzpianist Joe Kienemann, der sich hier als Organist mit den „Hammond Beat Boys“ austobt und dann ist da noch der ungarische Jazzgitarrist Kosta Lukacs, den es irgendwann wohl nach Deutschland verschlagen hat.

Und beide musizierten (wohl auch, um sich finanziell über Wasser zu halten) für dieses Label namens „Europhon“, das etliche Alben dieser Art (immer mit dem gleichen Cover !) als „Music for Television, Films & Radio“ auf den Markt brachten … Und damit gemeint sind instrumentale Aufnahmen, die als Soundtrack für diverse filmische Anlässe Verwendung finden sollten (auf neudeutsch: Liberary Music)

Das Label startete wohl ca. 1965 mit Aufnahmen von Frank Pleyer Big Band und dem Orchester Joe Scott (ELP 501) und mit der Bestellnummer ELP 505 erschien eben dieses Album und bereits mit der ersten Nummer „Värmeland“ könnte man den Eindruck haben, man habe den Sound von Iron Butterfly und ihrem „In A Gadda Da Vida“ vorweggenommen.

Joe Kienemann verlässt sich vornehmlich asuf Traditionals, die er jazzig und variantenreich interpretiert … Kosta Lukacs hingegen zelebriert mit Genuss überwiegend Kompositionen eines Walter Geigers … und sein „Gypsy-Jazz“ ist einfach nur Genuss pur …

Tja … und sowas wurde damals auf einem unbedeutendem Label (wenn wir mal ehrlich sind) veröffentlicht: Ich nenn das: die Perlen vor die Säue werfen.

Und auf dem Europhon-Label sind noch diverse Perlen dieser Art erschienen … mehr davon ebenfalls in diesem Theater.

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Kosta Lukács ( Budapest, 1943 – München, 1993)

Besetzung:

The Hammond Beat Boys:
Kurt Bong (drums)
Michael Goltz (guitar)
Joe Kienemann (organ)
Franz Löffler (bass)

Kosta Lukas Group:
Kosta Lukas (guitar)
Fritz Mutschler (bass)
Joe Ney (drums)

BackCover1Tracklist:

The Hammond Beat Boys:

01. Värmeland (Grieg)  2.50
02. Heidschi – Bumbeidschi (Traditional) 2.14
03. Das Glöckchen (Traditional) 2.21
04. Old Mac Donald (Traditional) 2.40
05. Du liegst mir im Herzen (Traditional) 3.00
06. Santa Lucia (Traditional) 2.27

Kosta Lukas Group:
07. Canasta (Geiger) 2.14
08. Jicky (Birnauer) 1.53
09. Royal Flush (Joeren) 3.04
10. Jolie Madame (Geiger) 1.46
11. I Swing Along (Geiger) 1.38
12. Jolly Joker (Geiger) 2.21

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Rund um die Schallplatte – Diese Platte gibt Antworten (1966)

FrontCover1Als sich die Stereophonie in Deutschland so richtig durchsetzen wollte, musste man erst die Deutschen überzeugen, dass diese neue Technik unverzichtbar ist.

Ich erinnere mich bei diesemThema immer schmunzelnd an meinen Vater, der unseren Wunsch nach einem Stereoplattenspieler barsch ablehnte. Seine Begründung: Das klingt dann ja alles doppel so laut (er vermutete, dass zwei Boxen eben doppelt so laut seien).

Und vermutlich war mein Vater kein Einzelfall …

Und so gab es immer wieder Schallplatten, die im Rahmen eines aufklärerischen Wirkens unterwegs waren, um das Volk zum Erwerb von Stereoaufnahmen zu begeistern.

So auch auf dieser Single (die man allerdings mit 33 /Umdrehungen pro Minute abzuspielen hatte).

Und natürlich war bei dem munteren Frage- und Antwortspiel die Frau das „Dummchen“ und der Mann der „Fachmann“ …

Und natürlich hört sich das heute mehr als drollig an und ist von daher dringend zu empfehlen. Interessant wird es, wenn von möglichen Fehlern bei der Wiedergabe von Stereopplatten („Springen, Rausen, Verzerrungen“ berichtet wird. Mehr als einmal empfiehlt man eine Reperatur … und ich denke an die Heerscharen von jenen kleinen Reperaturwerkstätten, die es damals wohl gab … In der heutigen Zeit, der Zeit der Wegwerfgesellschaft ein anachronistischer Unsinn …

Das Label Eurocord war übrigens ein Sub-Label von Intercord …

BackCover1

Titel:
01. Rund um die Schallplatte – Was ist Stereo ? 7.58
02. Rund um die Schallplatte – Ist mein Plattenspieler in Ordnung ? 7.34

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