Das Odeon Studio-Orchester – Melissa-Thema + Titelmusik Walter And Connie Reporting (1966)

FrontCover1Und wir treten mal wieder ne Zeitreise an … in jene Jahre, als Francis Durbridge mit seinen Krimi-Thrillern das deutsche Fernsehpublikum in Atem hielt … ich weiss nicht, wieviele „Straßenfeger“ (so hieß das damals) mit Durbridge – Krimis im Fernsehen produziert wurden … aber „Melissa“ war ganz sicher einer davon.

Hier die Titelmusik dieses TV-Krimis, gespielt von dem „Odeon Studio Orchester“ unter der Leitung von Ferdy Klein.

Über diesen Ferdy Klein ist wiedermal so gut wie nichts bekannt, aber immerhin das:

„Der erfolgreichste Song von Orchester Ferdy Klein in Deutschland war „Melissa“. Der Song hielt sich 6 Wochen in den Charts und schaffte es bis auf Platz 12. Auch in Österreich war „Melissa“ der erfolgreichste Song von Orchester Ferdy Klein. Hier erreichte er die Höchstposition 3 und war 8 Wochen in den Charts. In der Schweiz, UK, den USA, Norwegen, Finnland und Dänemark hat kein Song von Orchester Ferdy Klein die Charts erreicht! “ (Quelle: chartsurfer.de)

Komponiert wurde dieses Titelthema von Peter Thomas, einem der wichtigsten Soundtrack-Komponisten jener Zeit und dieser Peter Thomas wäre es mehr als wert, mal ne intensivere Präsentation zu bekommen (kommt auch ganz sicher noch, irgendwann mal). Denn: er komponierte – wie auch hier zu hören ist – fast durchgehend magische Instrumentals – hier einfach nur düster und geheimnisvoll. (Und der Soundtrack von „ Raumpatrouille Orion“ ist eh in unser kollektives Bewußtsein verwurzelt)

Die B-Seite ist irgendwie drollig: Hier handelt es sich um die Titelmusik der gleichnamigen ARD – Sendung. Dabei handelte es sich um einen

Englischkurs mit Walter und Connie, die versucht haben, den deutschen Zuschauern in unterschiedlichen Spielszenen die angelsächsische Sprache näher zu bringen (those were the days, my friend); diese Sendung begann am 06.04.1963 ….

Meine Single steckt übrigens in einem Firmen-Cover, es gab aber auch ein anderes Cover, das allerdings nicht sonderlich einfallsreich war:

Mal in blau, mal in gelb ...

Besetzung:
Das Odeon Studio-Orchester unter der Leitung von Ferdy Klein

Melissa
Titel:

01. Melissa – Thema (Thomas) 3.02
02. Titelmusik – Walter And Connie Reporting (White) 2.16

LabelA1

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Die Nussknacker – Des kleinen Mannes Sonnenschein + Das Leben ist am schwersten (1966)

FrontCover1Also die Geschichte der „Nussknacker“ ist mehr als wirr und verwirrend.

Und wenn ich nicht diese famose Seite memoryradio.de gäbe, würde ich bezüglich der Nussknacker dumm sterben.

Also, ich versuche mal die wirren Informationen ein wenig zu bündeln.

Es gab in den 60er Jahren einen Carl Gross aus Frankfurt, der war nicht nur so eine Lokalmatador, sondern auch ein musikalischer Hans-Dampf-in-allen-Gassen … denn er veröffentlichte unter diverse Namen wie Freudenspender, Flaschenkinder, Die Schnapsdrosseln und und und … diverse Singles und das bei allen nur denkbaren Labels.

„Niemand im deutschen Schaugeschäft hat mit dem gleichen Namen in einem Jahr soviele SIngles auf sovielen verschiedenen Labels herausgebracht. Carl Gross hat dies 1964 geschafft. Damals hat er vier Singles auf vier verschiedenen Labels veröffentlicht! Dies dürfte möglicherweise nicht nur deutscher Rekord, sondern auch Weltrekord sein.
Insgesamt hat Carl Gross 1964 sieben Singles veröffentlicht: veri als Carl Gross. Hinzukommen eine als Karl Gross, eine als Charly Gross bzw. Käpt’n Bill eine und eine als Charly Valentino.“ (Quelle:waelz in memoryradio.de)

Und noch ein paar Schnipsel zu Carl Gross:

GROSS, CARL, Sänger, u.a. Abonnent auf die Spitzenplätze in den Faschings-Hitparaden, 1960 Neckermann, 1964 Bella Musica, 1965 Populaer, 1966-68 Polydor (52748 „Tschindera“/“Wenn Du Nur Kein Weh-weh-chen Hast“ & HUGO WOLF-Sextett, 53046 „Hochzeit Ist Die Schönste Zeit“/“Schön Ist So Ein Kinderwagen“ HUBERT WOLF und seine Original Böhmerländer, CARL GROSS & HEDI WOLF), 1971 Metronome M 25359 („Wir Sind Die Flaschenkinder“/“Wum Wum Wum“ & Die FLASCHENKINDER), 1973/78 CBS (1889 „Ja Nach Dem Zehnten Bierchen“/“Ich Hab’ Durst“, 6928 „Die Odenwälder Uhr“/“Der Odenwaldtrompeter“), Victoria, 1965 auf Bellaphon als LARRY (nicht zu verwechseln mit dem LARRY auf Ariola!), Weltmelodie, Record Ton

Seine Spezialität waren wohl Stimmungs- und Sauflieder, wie sie auch auf dieser Singel geboten werden.

Eigentlich komisch, dass sich dann die Spuren dieses Tausendsassas irgenwann im Sand verlaufen haben … Aber hier kann man ihn zumindest nochmals hören.

MetronomeFirmenCover1

Die gleiche Single in der Metronome Firmenhülle

Besetzung:
Die Nussknacker

Titel:
01. Des kleinen Mannes Sonnenschein (Lambacher/Scheffel) 2.29
02. Das Leben ist am schwersten (Obermair/Welker) 2.16

LabelA1

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Kinderchor Vera Schenk – Kinderlieder (1966)

FrontCover1Schon eigenartig – oder auch: sehr interessant: Mir sind die meisten dieser Kinderlieder noch sehr gut bekannt. Da sieht man mal wieder, wie prägend die Jahre der Kindheit sein können.

Und nachdem wir in meiner Familie auch viel gesungen haben, sind mir diese Lieder auch noch aus meiner so ganz aktiven Vaterzeit bekannt.

Der Kinderchor Vera Schenk hat für das Billig-Label Europa diverse LP´s aufgenommen. Dies ist wohl ihre erste Produktion für das Label. Aber bereits im Jahre 1953 gab es eine Single auf Philips Records mit Vera Schenk, damals hieß es aber noch „Der Jugendchor Vera Schenk“ und es handelte sich dabei um Weihnachtslieder („Auf dem Berge da wehet der Wind“/“Hohe Nacht der klaren Sterne“).

Wie auch immer:

Reizende Kinderlieder und mich würde es wundern, würde man diese Kinderlieder nicht mehr kennen. Und eine mir sehr lieb gewordene Person hat sich sehr gefreut, als ich ihr genau diese Aufnahmen als selbst gebrannte CD zu Weihnachten 2014 geschenkt habe … und so hat hat auch diese LP ihre ganz eigene Geschichte.

Besetzung:
Kinderchor Vera Schenk
+
Instrumentalgruppe

BackCover1

Titel:
01. Wer will fleißige Handwerker sehn 1.56
02. Es zanzt ein Bi-Ba-Butzemann 1.07
03. Zwischen Berg und tiefem Tal 1.10
04. Meister Jakob 0.50
05. Gebt acht auf eure Füße (Die fleißigen Waschfrauen) 1.44
06. Widele, wedele 1.14
07. Hänsel und Gretel 1.04
08. Dornröschen war ein schönes Kind 1.40
09. Spannenlanger Hansel 0.39
10. Auf unserer Wiese gehet was 0.47
11. Auf einem Baum ein Kuckuck 1.06
12. Brüderlein, komm tanz mit mir! 1.00
13. Ich bin ein Musikante 1.20
15. Es geht eine Zipfelmütz 0.42
16. Der Winter ist vergangen 1.13
17. Wollt ihr wissen 1.18
18. Im Märzen der Bauer 1.22
19. Grün, grün, grün sind alle meine Kleider
20. Nun Will Der Lenz Uns Grüßen 1.18
21. Trarira, der Sommer, der ist da! 0.50
22. Ein Schneider fing ’ne Maus 1.52
23. Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir 0.57
24. Schneeflöckchen, Weißröckchen 0.49
25.  Guten Abend, gut‘ Nacht 1.45

Musik: Volksweisen / Willmann

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Mirjam Gerstner – Fahr langsam, Papi + Mami, du bist heut‘ so wunderschön (1966)

FrontCover1.jpgHm, tja … das ist so ne Single, über die es so gut wie keine Fakten gibt.

Es ist eine „heile Welt“ Single und weiß der Geier, wer auf die Idee kam, die kleine Mirjam Gerstner ins Studio zu stellen, damit sie diese beiden Liedchen trällernd aufnahm.

‚Auch über den weiteren Werdegang des Mädchen ist –  zumindest mir  – nichts bekannt.

Vermutlich sollte diese Single als jene verstörten Eltern besänftigen, die angesichts der immer rebellischer werdenden Jugend verängstigt an die Entwicklung ihrer eigenen Kinder dachten.

Mirjam Gerstner preist mir ihrer Piepsstimme das hohe Lied auf ihre Eltern … und das it dann natürlich auch ein Zeitdokument, das von mir das Prädikat „rührselig hoch zehn“ (= sich allzu leicht rühren lassend; rückhaltlos der Rührung hingegeben) erhält.

Und ein paar Jahre später trat dann der Heintje auf die Bühne …

Familie

Besetzung:
Mirjam Gerstner (vocals)
+
eine kleine Schar von Studiomusikern

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Titel:
01. Fahr langsam, Papi (Blum) 2.57
02. Mami, du bist heut‘ so wunderschön (Bensberg) 2.12

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Und natürlich dient dieser Beitrag auch dazu, meinen Stapel an alten Singles, die nich nun wirklich nicht mehr brauche,  zu verkleinern … 

 

Helen Vita – Helen im Schlüsselloch (1966)

FrontCover1Ja, die Helen Vita, die war nicht nur in den 60er Jahren schon so ne ganz spezielle Nummer:

„Der Stern“ über Helen Vita:

Als in der BRD die Luft noch rein war und der Sex schmutzig, sang eine blond bezopfte Diseuse ein paar Lieder,

die das christliche Abendland deutscher Nation in seinen sittlichen Grundfesten erschütterte. Die waren zwar ein paar Jahrhunderte alt und aus Frankreich, leider aber so detailliert übersetzt, dass nun jeder Pennäler erfuhr, wie und wo Mademoiselle das schönste »Stehaufmännchen« findet und was zu tun ist, um ein Kind zu bekommen, das 80 Väter hat.

Was Wunder, dass die Sängerin Helen Vita und ihre »Frechen Chansons« zwischen 1963 und 1969 von Staatsanwaltschaften und Gerichten rauf und runter gespielt wurden. Mit dem Ergebnis, dass sie meistens verboten wurden, weil sie »eine Spekulation auf die Lüsternheit sind und gar nicht künstlerisch«, wie im Juni 1967 das Kölner Schöffengericht urteilte. (Quelle: Der Stern, 11.04.2002)

Eine Kostprobe ihres „frivolen“ Könnens kann man hier nachhören, wobei einem Helen Vita2.jpgnatürlich schlagartig klar wird, dass sie eigentlich auch eine famose REzitatorin  war (hier zelebriert sie geradezu Höhepunkte aus dem Schaffen von Kurt Tucholsky … man höre sich da nur mal „Ein Ehepaar erzählt einen Witz“ und das sehr nachdenkliche „Ein Glas klingt“ an).

Aber auch Brecht/Weill Songs interpretierte sie großartig…

Und ja, sie war schrill, keck und sie hielt so manchem Mann, aber auch der damals so bigotten und verlogenen Sexualmoral einen bissigen Spiegel vor … was besseres konnte uns eigentlich nicht passieren … Man höre, staune gelegentlich und erfreue sich an dieser Rarität.

Der Titel dieser LP „Im Schlüsselloch“ bezieht sich übrigens auf ein damals sehr populäres Kabarett-Lokal namens „Schlüsselloch“, die dem legendären Playboy Rolf Eden gehörte … dieser Typ wäre auch mal einen eigenen Beitrag wert.

Nachruf Spiegel

Nachruf im „Der Spiegel“, 2001

Besetzung:
Helen Vita (vocals)
+
Paul Klein (piano)

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Titel:

01. Potpourri 7.12
01.01. Black Bottom (Henderson)
01.02. Das ist die Liebe der Matrosen (Heymann)
01.03. Veonika, der Lenz ist da (Jurmann)
01.04. Was machst du mit dem Knie, lieber Hans ? (Fall)
01.05. Es geht die Lou lila (Katscher)
01.06. Laß mich einmal deine Carmen sein (Hollaender)
01.07. Ich reiß mir eine Wimper aus (Raymond)
01.08. Kinder, heute abend, da suche ich mir was aus (Hollaender)
01.09. Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe einestellt (Hollaender)
01.10. Mein Papagei frißt keine harten Eier (Kollo)
01.11. Das gibt´s nur einmal (Heymann)
01.12. Black Bottom (Henderson)

02. Ein Ehepaar erzählt einen Witz (Tucholsky) 8.09
03. Mein Justav (Tucholsky/Fischer)
04. Ich habe meinen ersten Mann gesehen (Tucholsky) 1.50
05. Mein Mann ist verhindert (Metz/Porter) 2.39
06. A la claire fontaine (Traditional) 3.33
07. In der Bar zum Krokodil (Beda/Fritz/Engel/Berger) 2.55
08. Ein Glas klingt (Tucholsky) 7.55
09. Surabaya Johnny (Brecht/Weill) 3.52
10. Bilbao (Brecht/Weill) 3.05
11. Sie an ihn (Tucholsky/Baumgartner) 1.35
12. Wiener Schmarrn (Hollaender) 4.36

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Hüllentext

Peter Moesser – Happy Time – Lotto Time mit Peter Moessers Music (1966)

FrontCover1Und jetzt ein weiteres und wohl auch wichtiges Kapitel deutscher Unterhaltungsmusik, an der die Nachkriegsgenerationen so gar nicht vorbeikamen:

Peter Moesser (* 25. September 1915 in Wilhelmshaven; † 3. September 1989 in Lugano/Schweiz) war ein erfolgreicher deutscher Schlagerkomponist, der eine Reihe von Millionensellern schrieb.

Mit sechs Jahren lernt er Geige und Klavier bei einem klassischen Musiklehrer. Nach der Schule wechselt er zur streng klassischen Akademie der Tonkunst in München. Nach dem Militärdienst versuchte er sich zunächst als Chansonschreiber beim Hamburger Kabarett „Bronze-Keller“, bei dem er später auch als Klavier-Humorist auftrat. Nach dem Krieg schrieb Peter Moesser zunächst als freiberuflicher Komponist für Film und Funk.

Die ersten Schlagerkompositionen schrieb er, überwiegend als Texter für Melodien von Partner Lotar Olias, ab 1953 für den Filmschauspieler und Chansonnier Eddie Constantine (Der Weg zu Deinem Herzen). Sein erster Hitparadenerfolg war Ich möcht‘ heut‘ ausgehn für Margot Eskens (Oktober 1955, # 3 Deutschland). Für den meist auf Seemanns- und Fernwehlieder spezialisierten Freddy Quinn schrieb er im Jahre 1956 zunächst den Eurovisionsbeitrag So geht das jede Nacht (März 1956). Es folgte Moessers zweite Hitparadennotiz Sie hieß Mary Anne (Juni 1956, #6), von Ralf Bendix gar zur gleichen Zeit auf #2 gebracht. Dann erschien 1957 mit Heimatlos Moessers erste #1-Komposition und schon die dritte #1 für Freddy (April 1957, #1). Eskens und Quinn übernahmen weitere Songs aus der Feder von Moesser, so etwa Komm doch wieder oder Mutti, Du darfst doch nicht weinen oder Sulaleih (Das Mädchen am Brunnen) für Eskens. Freddy Quinn brachte Einmal in Tampico (November 1957, #5), Der Legionär (Juli 1958, #1) oder Ich bin bald wieder hier (Oktober 1958, #1) in den Charts unter. Fred Bertelmann schaffte mit Der lachende Vagabund/Cantabamberra seine erste und einzige Topposition (November 1957, #1) und machte daraus Moessers ersten Millionenseller[2], der selbst in der deutschen Version 300.000 mal in den USA verkauft wurde. Die Plattenumsätze brachten Peter Mösser dem Spiegel zufolge bei der Abrechnung von 2,02 Pfennig pro Platte über 20 000 Mark. Für die Rückseite hatte Moesser zusammen mit Franz Thon das völlig unbekannt gebliebene Cantabamberra verfasst, für das es zunächst nicht einmal einen deutschen Musikverlag gab; dafür erhielten die Autoren je über 80.000 Mark.

MorgenNotenheft

Das Notenheft zu dem Lied „Morgen“

Im Jahre 1958 verfasste er für den deutschen Rock’n’Roller Peter Kraus O Baby mach‘ Dich schön (Mai 1958, #5), die bisher höchste Platzierung für Kraus. Dann tauchte der jugoslawische Sänger Ivo Robic auf, für dessen erste Single Morgen/Ay, ay, ay Paloma ausgewählt wurde und sich auf Anhieb zum Bestseller entwickelte (September 1959, #2). Der Song, arrangiert und produziert von Bert Kaempfert, gelangte auch in den USA (US # 13 Pop-Charts) und Großbritannien (# 23) in die Hitparaden und brachte eine goldene Schallplatte ein. Der Produzent Bert Kaempfert beeilte sich, mit seinem Orchester noch eine Instrumentalsingle hiervon herauszubringen (Morgen/Nur Du, Du allein; 1959), die aber ohne Erfolg blieb. Die gerade unter Plattenvertrag genommene deutsche Beatgruppe The Lords übernahm, am Vorbild der Nashville Teens orientiert, auf die B-Seite ihrer ersten Single Hey, Baby laß den andern die deutsche Version der sozialkritischen John D. Loudermilk-Komposition Tobacco Road (1964), die jedoch die Charts verfehlte. Von der EMI als „die deutschen Beatles“ präsentiert, musste die erste Single auch deutschsprachige Texte enthalten, was vom Markt jedoch nicht honoriert wurde. Im selben Jahr schrieb er für den gerade erst gegründeten Musikverlag Hansa Musik Produktion.

Seinen Instrumentalstück „Happy Time“ untermalte ab 1966 die „Ziehung der Lottozahlen“. Der Instrumental-Hit wurde schnell zum „Ohrwurm“ und gelangte mit der B-Seite „Clipper 404“ in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in Holland in die Hitparaden. Auf dem Label Laurie Records gelangte Happy Time / Clipper 404 in die USA und wurde in vielen Radiostationen gespielt. Es folgte weitere erfolgreiche Instrumentalmusik, wie „Mexico“ und „Jolly Joker“. Im Jahre 1967 veröffentlichte das Label Hansa Records die erste LP „ Happy Time – Lotto Time mit Peter Moesser’s Music“.

Inlets

Die Inlets dieser LP (Prädikat „völlig bescheuert“): „Sie können durch Drehen und Wenden des Bogens eine Vielzahl von Möglichkeiten erreichen.“

1974 gelangt seine zweite LP „ Red River Story“ in die internationalen Hitparaden der „Easy-Listening Music“. 1976 lernt er den jungen Münchner Harald Faltermeier kennen, der später als „Harold Faltermeyer“ in den USA eine große Karriere starten sollte. Unter dem Pseudonym Harold Falt hatte er auf dem BASF-Label die LP „Welthits in Quadro“ mit geringem Erfolg 1973 veröffentlicht. Als ersten „Ziehvater“ lernt Faltermeyer Peter Moesser und die Kunst der elektronischen Musik kennen.

Unter dem bekannten Namen „Peter Moesser’s Music“ schaffen Moesser und Faltermeyer 1977 den Titel „High“ (B-Seite And so), der in Europa große Beachtung findet. Es folgten zwei LP’s „Lifting“- The Beauty Case Orchester und „Nick Babarossa’s Strings“ Stars, Stripes and Strings. Im gleichen Jahr schrieben beide für Roy Black den Titel “Ich will zu dir”, die B-Seite von Die Liebe kommt über Nacht. Hiernach trennten sich Ihre Wege.

Erst in den 1970er Jahren schrieb Peter Moesser wieder einige Schlager, so für Katja Ebstein Ich will ihn (B-Seite von Wunder gibt es immer wieder; Februar 1970). Mit Giorgio Moroder, dem späteren Electronic-Pop-Spezialisten, schrieb er 1971 für Gaby Berger Wer weint ist selber schuld daran. Eine weithin unbekannte Rarität blieb auch die Komposition zusammen mit Harold Faltermeyer, veröffentlicht als „Peter Moesser’s Music“ unter den Titeln High/And so on im Jahre 1977. Das war kein deutscher Schlager, sondern Synth-Pop/Disco. Im selben Jahr schufen beide für Roy Black Ich will zu Dir als B-Seite von Die Liebe kommt oft über Nacht (September 1977).

PeterMoesserEnde der 70er Jahren zieht sich Peter Moesser ins Privatleben zurück. Im Beisein seiner Familie stirbt er am 3. September 1989 in Lugano Schweiz

Moesser ist auch der Verfasser von Musik und/oder Texten zu mehreren Filmen. Im Jahre 1957 schrieb er für Vier Mädels aus der Wachau und Die große Chance (Einmal in Tampico), 1958 für Der lachende Vagabund (Schlagerfilm um den gleichnamigen Hit) und Heimatlos, das Melodram Vertauschtes Leben wurde 1961 mit seinen Kompositionen unterlegt wie auch der Musikfilm Lieder klingen am Lago Maggiore (1962).

Die GEMA hat für Peter Moesser insgesamt 34 Titeleintragungen registriert, zu denen es mehrere weitere Registrierungen gibt, von denen 5 eine Goldene Schallplatte erhielten. (Quelle: wikipedia)

Und hier seine LP mit dem Happy Sound für eine Happy Time … natürlich mit der Melodien für die TV-Sendung „Ziehung der Lottozahlen“ … auf das wir uns ein wenig vergnügen und vielleicht bringt die Musik ja ein Glück …

SingelHüllen

Zwei unterschiedliche Single-Hüllen aus jener ZeitBesetzung:

Besetzung:
Peter Moesser´s Music Orchester

BackCover1

Titel:
01. Happy Time (Moesser) 2.05
02. Poor People Of Paris (Monnot/Feltz) 2.18
03. Morgen (Moesser) 2.07
04. Hey, Mr. Lucky (Moesser) 2.16
05. Wheels (Petty) 2.16
06. Spanish Guard (Moesser) 2.36
07. River Kwai March (Alford) 2.08
08. Happy José (Malkin/Gonzales) 1.54
09. Desert Island (Holm) 2.12
10. Mexico (Bryant/Siegel) 2.09
11. The Peanut Vendor (Simons/Sunshine/Gilbert/Lenk) 1.45
12. Jolly Joker (Moesser) 2.31

LabelA1

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Die Flaschenkinder – Mit Pauken und Trompeten + Gib´doch dem Papa mehr Taschengeld (1966)

FrontCover1Ganz sicher ein weiterer Beitrag aus der allseits beliebten Serien „Das Skurilitätenkabinett aus den Tiefen des deutschen Schlagers“. Also das Combo „Die Flaschenkinder“ war mir bisher nicht bekannt.

Meine kurzfristigen Recherchen haben ergeben, dass es sich um ein weiteres Projekt des Karneval-Sängers Carl Gross (der eigentlich aus Frankfurt stammt) handelt.

Seine erste Aufnahme stammt wohl aus dem Jahr 1960 („Das Herz einer Frau“). Nach ein paar Singles für Polydor, wechselte er zu CBS und 1967 wurde er dann Sänger bei „Hubert Wolf und seine fidelen Böhmerländer“ (LP: „Jägerball im Försterhaus“).

Sein Stauts muss damals ziemlich gefestigt gewesen sein, denn anläßlich der Erföffnung der Frankfurter U-Bahn veröffentlichten die Stadt Frankfurt eine spezielle mit ihm als Sänger („Das Frankfurter U-BahnLied“/“Das Frankfurter Zoo-Lied“ auf dem obskurem Etona Studio Records – Etzel Schallplattenproduktion, Aschaffenburg).

1971 erschien eine weitere Single mit dem Titel „Der Umweltverschmutzer“ (ebenfalls CBS). Auf der Promo-Single (die hießen damals „CBS Blitzinformation – Unverkäufliches Muster mit einer speziellen „Promo-Hülle“) erfährt man dann tatsächlich ein wenig mehr über Carl Gross:

CBSInfo

Und viel mehr konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen (wollte mich auch allerdings nicht mehrere Tage mit diesem Thema beschäftigen). Ein paar weitere Stationen konnte ich noch in Erfahrung bringen:

Diverse weitere Singles in den 70er Jahren, Auftritte beim „Blauen Bock“ (einer davon, aus dem Jahr 1979 ist auf youtube dokumentiert) und dann gab´s noch den TV-Sendung am Sonntag dem 19.Mai 1991:

ZDFProgramm-Vorschau

Und dann verlaufen sich die Spuren des Carl Gross … Eigentlich schade, denn er hat sicherlich für viele immer wieder Frohmut in die Stube gebracht, wenngleich ich natürlich ganz sicher zu seiner Zielgruppe gehört habe …

Denn … musikalisch handelt es sich bei den beiden Lieder um typische Karnevals-Lieder, die man eher der rheinischen Frohnatur zuschreiben möchte. Und vielleicht sagt der eine oder andere, das beste an dieser Scheibe ist die Rückseite des Covers (nach dem Motto: „Was gab´s denn damals sonst noch so obskures wie „Oh Jenny“ von Karl-Hein Bender oder „Ein Stern geht auf“ von einem Jürgen Herbst).

Übrigens: anders als bei manch´ anderen alten Aufnahmen aus meiner Sammlung ist hier die Tonqualität wirklich durchgehend gut … erstaunlich für das Alter !

Gut möglich, dass von diesen Eintagsfliegen oder aber auch von Carl Gross hier wieder mal was erscheint … bei meinem Hang zu Skurrilitäten dieser Art …

CarlGrossImWandelDerZeit

Im Wandel der Zeit: Carl Gross in den Jahren 1968, 1971, 1973 und 1979

Besetzung:
Die Flaschenkinder mit Carl Gross (vocals)

Backcover1

Titel:
01. Mit Pauken und Trompeten (Berling/Götz) 2.25
02. Gib´ doch dem Papa mehr Taschengeld (Loose/Dokin) 2.53

LabelB1

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