Bachorchester des Gewandhaus Leipzig (Helmut Koch) – Johann Sebastian Bach – Brandenburgische Konzerte 2 – 3 – 5 (1966)

FrontCover1In wikipedia steht geschrieben:

„Die Klassikaufnahmen des Labels Eterna gehören heute unter Vinylsammlern zu den klanglich und interpretatorisch besten Aufnahmen und sind teilweise sehr gesucht … “

Hier eine Aufnahme von den Brandenburgischen Konzerten Nr.2, Nr. 3 und Nr. 5, eingespielt vom Bachorchester des Gewandhaus Leipzig:

Die musikalische Heimat des 1962 gegründeten Bachorchesters ist Leipzig. Jene Stadt also, in der Johann Sebastian Bach von 1723 bis 1750 als „Director musices und Cantor zu St. Thomas“ die musikalischen Initialen bis auf den heutigen Tag in nachhaltiger Weise prägte. Begründer des Bachorchesters, das sich ausnahmslos aus Mitgliedern des berühmten Gewandhausorchesters zusammensetzt, ist Prof. G. Bosse, der l987 die künstlerische Leitung des Bachorchesters altershalber in die Hände des Gewandhaus-Konzertmeisterkollegen Prof. Chr. Funke legte. Das Repertoire des Bachorchesters ist schwerpunktmäßig von Werken des Barocks, der Frühklassik und Klassik bestimmt. Von der inter-nationalen Kritik immer wieder hervorgehoben wird das vitale Temperament und die musikalisch-gestalterische Fantasie des Ensembles. Der Elan und die spürbare Freude aller Mitwirkenden am schöpferischen Prozess der Interpretation sind ebenso begeisternd wie überzeugend.

Und so manch einer wird sich bei dem Konzert Nr. 3 an die furiose Adaption von Keith Emerson & The Nice erinnern … Schon witzig, dass es ausgerechnet Emerson war, der mir den Weg zu Gevatter Bach ebnete …

Über die Musik braucht man ja eigentlich kaum mehr Worte verlieren. Mit den „Brandenburgischen Konzerten“ hat Bach einen Meilenstein in der Barockmusik komponiert und es erstaunt schon, dass diese Musik (entstanden im Jahr 1721 !) bis heute an Frische und Genialität nichts verloren hat !

Aber auch noch ein paar Worte zu dem Gründer des Ensembles, Gerhard Bosse:

Gerhard Bosse wurde 1922 als Sohn des Militärmusikers Oskar Bosse (1893–1979) geboren und ist in Greiz aufgewachsen. Mit sechs Jahren erhielt er seinen ersten Violinunterricht bei seinem Vater. Ab 1930 wurde er vom Konzertmeister der Reußischen Hofkapelle unterwiesen. Er ging 1936 nach Leipzig und erhielt bei Edgar Wollgandt Unterricht. Nach dem Abitur 1940 studierte er Violine bei Walther Davisson am Leipziger Konservatorium. Schon während des Studiums war er als Substitut beim Gewandhausorchester engagiert. 1943 wurde er ins Reichs-Bruckner-Orchester in Linz berufen und spielte unter Dirigenten wie Karl Böhm, Wilhelm Furtwängler, Carl Schuricht, Herbert von Karajan, Oswald Kabasta und Joseph Keilberth. Außerdem studierte er Gesang am Linzer Konservatorium.

Von 1948 bis 1951 war er Konzertmeister im Kleinen Rundfunkorchester Weimar. Im Jahr 1949 wurde Bosse Professor an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und 1951 Erster Konzertmeister des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig unter Hermann Abendroth. Außerdem erhielt er eine Professur an der Leipziger Musikhochschule. Von 1955 bis 1987 war Bosse Konzertmeister des Gewandhausorchesters unter den Dirigenten Franz Konwitschny, Václav Neumann und Kurt Masur. Von 1955 bis 1977 war er Primarius des Gewandhaus-Quartetts. 1963 gründete Bosse das Bachorchester des Gewandhauses Leipzig, welches er selbst bis 1987 leitete.

1980 gründete Bosse das Kirishima International Music Festival in Japan. Außerdem war er Gastdirigent der New Japan Philharmonic und Gastprofessor an der Tokyo University of the Arts. 2000 wurde er Musikdirektor des Kobe City Chamber Orchestra und zwei Jahre später Berater der New Japan Philharmonic.

Seit 2000 lebte er mit seiner dritten Ehefrau Michiko in Takatsuki. (Quelle: wikipedia)

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Besetzung:

Bachorchester des Gewandhausorchesters Leipzig  unter der Leitung von Gerhard Bosse:

Gerhard Bosse (violin)
Friedemann Erben (violoncello)
Heinz Hörtzsch (flute)
Hans Pischner (cembalo)
Konrad Siebach (bass)

Dirigent: Helmut Koch

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Titel:
01. Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047 / 12.21
02. Brandenburgisches Konzert Nr. 6 Dur BMV 1048 / 13.24
03. Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BMV 1050 / 22.29

Kompositionen: Johann Sebastian Bach

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Helen Vita – Ursula Herking – Edith Hancke – Unartige Lieder (1966)

FrontCover1So, meine Damen und Herren, jetzt wird´s frivol und von daher ist diese LP auch ausschlieißlich „nur für Erwachsene“ !

Die Rede ist von einem Sampler, der als „Club-Auflage“ 1966 erschien. Die LP enthält Beiträge von Ursula Herking (Seite 1) und Helen Vita und Edith Hancke (Seite 2).

Helen Vita war ja in diesr Zeit als „Skandelsängerin“ verschrien. Und so liest sich das im Rückblick:

Zur Skandalfigur der Saubermann-BRD in den Prä-68ern wurde Vita vor allem als „fromme Helene“ und mit der seinerzeit Aufsehen erregenden Schallplattenserie mit den „frechen Chansons aus dem alten Frankreich“ in deutscher Übersetzung von Walter Brandin. Die aus heutiger Sicht eher harmlosen, über Jahrhunderte tradierten Volks- und Kinderlieder riefen die deutschen Staatsanwälte und Sittenwächter auf den Plan. Was darauf folgte, waren jahrelange juristische Auseinandersetzungen: Die galant-lasterhaften Lieder wurden von Staats wegen zu verbotenen Liedern erklärt, es ergingen Strafbefehle, Urteile wurden verkündet und wieder aufgehoben, Prozesse neu aufgerollt. „Unter Kunst versteht das Gericht ein Erzeugnis, das den Durchschnittsbürger über den Alltag erhebt und ihm das edelste darstellt, was er sich vorstellen kann“, so begründete der Kölner Richter Bubenberger die Beschlagnahmung der „kunstlosen Schweinerei“. Zeitweilig durften die Platten nur noch mit dem Aufdruck „Für Jugendliche verboten!“ unterm Ladentisch verkauft werden, was sie aber umso erfolgreicher machte. Diese Aufnahmen wurden somit unfreiwillig zu einem Zeitdokument für die Doppelmoral des spießigen Post-Adenauer-Deutschlands. Von der Kritik dagegen wurden sie gelobt und erhielten zweimal den Deutschen Schallplattenpreis. Zu den französischen Chansons gesellten sich nun auch die „bawdy songs“ englischsprachiger Troubadoure. Ihre folgenden Platten hießen Dolce Helen Vita Vol. I und Vol. II. Erst 1969 wurde in einem offiziellen Bescheid des Regierungspräsidiums Nordbaden in Karlsruhe festgestellt, dass Helen Vitas Lieder „künstlerisch hochstehend“ seien. (Quelle: wikipedia)

HelenVita

Helen Vita

Ihre Lieder und Duette mit der Ulknudel Edith Hancke sind nicht nur drollig sondern auch pfiffig … und ich verrate keine Geheimnis, dass ca. 4 weitere Helen Vita LP´s jener Zeit auf eine Präsentation in diesem blog warten.

Von ganz besonderer Qualität sind dann aber auch die Beiträge von Ursula Herking. vielen noch bekannt als bissige Kabarettistin der Münchner Lach und Schießgesellschaft:

Ursula Herking (* 28. Januar 1912 in Dessau; † 17. November 1974 in München; eigentlich: Ursula Natalia Klein) war eine deutsche Schauspielerin und Kabarettistin.

EineFraupacktausUrsula Herking war die Tochter der Theaterschauspielerin und Sängerin Lily Herking, die beim Brand des ehem. Hoftheaters (heute: Altes Theater) in Dessau am 25./26. Januar 1922 ums Leben kam. Nach ersten Auftritten in Dessau ging sie 1928 nach Berlin, bestand aber die Aufnahmeprüfung an der Staatlichen Schauspielschule nicht. Daraufhin nahm sie bis 1930 Unterricht an der Schauspielschule von Leopold Jessner.

Sie begann anschließend ihre Karriere am Friedrich-Theater ihrer Heimatstadt Dessau, wo sie die Seeräuber-Jenny in Die Dreigroschenoper und die Großmutter in Emil und die Detektive darstellte. 1933/34 spielte sie am Staatstheater Berlin und wirkte bis zur Schließung 1935 in Werner Fincks Kabarett Die Katakombe mit.

Außer beim Boulevardtheater erhielt sie ab 1933 zahlreiche Filmrollen. In ihren oft nur kurzen, aber prägnanten Auftritten verkörperte sie kumpelhafte, schlagfertige Frauen aus dem Volk. Nach der Theaterschließung im Herbst 1944 arbeitete sie zwangsverpflichtet in einem Rüstungsbetrieb.

Nach dem Krieg ging sie nach München und war ab 1946 der Star in Rudolf Schündlers Münchner Nachkriegskabarett Die Schaubude, wo Erich Kästner, Axel von Ambesser und Herbert Witt zu den Hausautoren zählten. Berühmtheit erlangte sie unter anderem mit ihrer Interpretation von Kästners Marschlied 1945 (… |Meine Schuh‘ sind ohne Sohlen, | und mein Rucksack ist mein Schrank, | meine Möbel ham die Polen | und mein Geld die Dresdner Bank. | …)

1948 war sie Mitbegründerin des Theaters Die Kleine Freiheit, und 1956 gehörte sie zur ersten Generation der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Weitere Stationen waren u. a. das Kom(m)ödchen in Düsseldorf und die Berliner Kabarette Der Rauchfang und Die Hinterbliebenen. Nicht nur im Kabarett, sondern auch als Diseuse machte sie sich einen Namen. Unter anderem ist sie auf der Schallplatte Frivolitäten – 10 Diseusen – 10 Chansons von Polydor zu hören. Mit Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller gründete sie den Nürnberger Trichter.

Daneben ging ihre Filmarbeit mit Chargenrollen vor allem als resolute, oft etwas schrullige Dame unvermindert weiter; die einzige bedeutende Rolle erhielt sie 1955 in dem Antikriegsfilm Kinder, Mütter und ein General als beherzte Mutter, die 1945 ihren kriegsbegeisterten halbwüchsigen Sohn retten will.

Beim Theater spielte sie an der Kleinen Freiheit 1966 die Präsidentin in Jacques Devals Eine Venus für Milo und 1967 June Buckridge in Frank Markus‘ Schwester George muß sterben. Beim Westfälischen HerkingLandestheater in Castrop-Rauxel übernahm sie 1968 die Titelrolle in Die Mutter und am Jungen Theater Hamburg 1972 in Rolf Hochhuths Die Hebamme. In Bern verkörperte sie 1973/74 die Winnie in Samuel Becketts Glückliche Tage. Weitere Auftritte hatte sie an der Komödie Berlin und seit Anfang der 1970er Jahre am Landestheater Tübingen und am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. Auch in der im Fernsehen erfolgreichen Rudi Carrell Show trat sie auf.

1967 erhielt sie den Schwabinger Kunstpreis. Auch wurde ihr ein Stern im Walk of Fame des Kabaretts gewidmet.

In erster Ehe war Ursula Herking mit dem Industriemanager und späteren CSU-Mitbegründer Johannes Semler verheiratet. Dieser Ehe entstammen die beiden Kinder Susanne Hess (* 1937) und Christian Semler (1938–2013).

Die Schauspielerin wurde auf dem Münchner Westfriedhof beerdigt. 2012 wurde die Urne aus dem in München aufgelassenen Grab auf Betreiben ihres Sohnes Christian in das Grab ihrer Eltern Lily Herking und Willy Klein auf den Friedhof III in Dessau umgebettet. (Quelle: wikipedia)

Ihre Beiträge sind bis heute mehr als hörenswert, karikieren sie doch unvergängliche Themen wie den Schönheitswahn und die bürgerliche Doppelmoral … Ursprünglich erschienen sie auf ihrem Solo-Album „Eine Frau packt aus“.

Und wenn man sich die Autoren dieser Lieder ansieht, weiß man, dass sich auf dieser LP weitaus mehr als „unartige Lieder“ befinden …

 

Besetzung:
Helen Vita – Ursula Herking – Edith Hancke (vocals)
+
Orchester Bert Grund

BackCover

Titel:

Ursula Herking:
01. Es kommt immer darauf an (Mleinek/Bienert) 2.36
02. Eine Animierdame stößt Bescheid (Grund/Kästner) 2.39
03. 7 Jahre Glück (Wollenberger) 8.16
04. Die geschiedene Frau (Grund/Tucholsky) 2.16
05. Olivia Kosmetova (Grund/Wollenberger) 3.41
06. Herbstliche Erkenntnis (Grund/Hassencamp) 3.34
07. Italien-Reise (Grund/Schwenzen) 4.48

Edith Hancke & Helen Vita:   
08. Die Wahl-Küren (Neumann/Nelson) 1.46
09. Mir ist so mulmig um die Brust (Edith Hancke solo) (Grund/Tucholsky) 4.22
10. Die Kleptomanin (Helen Vita solo) (Hollaender) 2.05
11. Mainzer Spezialitäten (Hollaender) 3.13
12. Nach zehn isses Sünde (Edith Hancke solo) (Grund/Mleinek) 3.42
13. Chor der Fräuleins (Grund/Kästner) 1.48
14. Gebet keiner Jungfrau (Helen Vita solo) (Grund/Kästner) 2.36
15. Prinzeßchen (Hollaender) 3.56

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Orchester Erwin Halletz – Kriminal-Magazin (1966)

FrontCover1Das Krimi-Fieber in der alten BRD war in den 60er Jahren ungemein hoch … ich erinnere nur an die Erfolge von Jerry Cotton und Edgar Wallace und dann kamen noch diverse TV-Serien wie „Stahlnetz“ dazu … und dazu brauchte man dann auch die passende Musik. Und diese Musik war dann meist sehr dramatisch mit starken Rhythmen – passend zum Genre.

Die Polydor hat einen der großen Orchesterleiter jener Tage beaufragt ein musikalisches „Kriminal Magazin“ zu produzieren und so kommen wir zu Erwin Halletz:

Erwin Halletz (* 12. Juli 1923 in Wien; † 27. Oktober 2008 ebendort; Pseudonym: René Roulette) war ein österreichischer Komponist, Arrangeur und Dirigent, der sowohl bekannte Schlager als auch zahlreiche Filmmusiken komponierte.

Erwin Halletz erhielt bereits ab seinem 6. Lebensjahr Violinunterricht, seinen ersten Auftritt absolvierte er mit 12 Jahren. Ab 1937 besuchte er die Wiener Musikakademie, wo er unter anderem bei Leopold Wlach das Fach Klarinette studierte. Nach ersten Auftritten in Bars versah er drei Jahre Militärdienst in einem Musikkorps und spielte bei Peter Kreuder sowie im großen Tanzorchester unter Kurt Graunke, das bis kurz vor Kriegsende als Unterhaltungsensemble der Wehrmacht tätig war.

ErwinHalletz01Im April 1945 wurde Halletz von der sowjetischen Kommandantur in ein Orchester zur musikalischen Truppenbetreuung verpflichtet, 1946 wurde er Erster Geiger im Wiener Tanzorchester (WTO) von Horst Winter, für das er auch als Arrangeur arbeitete und seine ersten Kompositionen verfasste. Daneben war er auch Saxophonist und Sänger. Ab 1950 übernahm er die Leitung des Wiener Tanzorchesters, mit welchem er ausgedehnte Auslands-Tourneen unternahm und für Elite Spezial Schallplatten aufnahm. Die erste Filmmusik komponierte Halletz 1953 für den Film „Ein tolles Früchtchen“ (Regie: Franz Antel), insgesamt schuf er für rund 120 Filme die Musik. Mit seinem eigenen Orchester spielte er zahlreiche Aufnahmen für Austroton und Polydor ein.

1961 ging Halletz für ein Gastspiel nach Monaco. Dort wurde er Arrangeur und Dirigent des Monte Carlo Light Symphony Orchestra. Dieses „Gastspiel“ sollte schließlich 41 Jahre andauern. Ab 1979 war Halletz als Musikchef beim Eistheater Berlin und schrieb auch die Arrangements.

Halletz arbeitete mit unzähligen Größen der Film- und Musikbranche zusammen, wie Peter Alexander, Udo Jürgens, Zarah Leander, Marika Rökk, Johannes Heesters, Ted Herold oder Connie Francis.

1950 lernte er die Sängerin Nina Konsta (1918-2003) kennen, welche er 1956 heiratete.

Seit 2002 lebte Erwin Halletz wieder in Wien. Seine letzte Ruhestätte und die seiner Gattin befindet sich am Grinzinger Friedhof in Wien Gr.32/Reihe5/Nr.27. (Quelle: wikipedia)

Und Erwin Halletz kann sich auf dieser LP so richtig schön austoben und dank seiner jahrzehntelangen Erfahrungen gelingt ihm dies geradezu famos. Ein wunderbares Wiederhören mit all diesen klassichen Melodien (von denen so etliche aus seiner eigenen Feder stammten), die oftmals einen derartig hohen Wiedererkennungswert haben, dass man nur staunt. Und er bediente sich durchaus auch der hitzigen Sounds der Beat-Ära … und auch jazziges ist ihm nicht fremd.

Kurz und bündig: Ein Leckerbissen auf den ich durch Mister Schnicksschnack gestoßen bin.

Stahlnetz

Besetzung:
Orchester Erwin Halletz

BackCover

Titel:
01. Stahlnetz (Dragnet) (Schumann) 2.45
02. Rififi (Philippe-Gérard) 2.58
03. Goldfinger (Barry) 2.31
04. Arsen und Spitzenhäubchen (Halletz) 2.21
05. Interpol Paris (Halletz) 3.04
06. Schwere Jungs, leichte Mädchen (Halletz) 3.00
07. Rio-Affaire (Halletz) 2.44
08. Die 5. Kolonne (Halletz) 2.39
09. Kommissar-Maigret-Theme (Quelle) 2.32
10. Die Spinne von Soho (Halletz)  2.32
11. Harry-Lime-Theme (Karas) 2.49
12. John-Kling-Twist (Narholz) 2.32
13. Melissa (Thomas) 2.54
14. In Frankfurt sind die Nächte heiß (Halletz) 3.03

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Hans Henkemans – Klavierkonzert Nr. 24 + Klavierkonzert Nr. 19 (Mozart) (1966)

FrontCover1Der niederländische Pianist Hans Henkemans ist scheinbar in deutschen Landen nicht mehr sonderlich bekannt. Das ist eigentlich umso überraschender, spielte er doch in der klassischen Musikszene der 50er und 60er Jahre in Deutschland eine durchaus beachtliche Rolle.

Nur gut, dass damals wie heute die Plattenhülle bei klassischen Werken meistens mit Informationen nicht geizen:

„Der vor allem als Mozart- und Debussy-Spieler international geschätzte Hans Henkemanns wurde am 23. Dezember 1913 in Den Haag geboren. Obwohl er schon als Knabe ein tüchtiger Klavierspieler war, beschloß er, nach Ablegung der Reifeprüfung Medizin zu studieren. Außerdem aber absolvierte er von seinem 19. bis zu seinem 24. Lebensjahr Kompositionskurse bei dem niederländischem Komponisten Willem Pijper. Im selben Jahr, in dem Henkemans eine Wette gewann, die sämtlichen 73 Klavierwerke von Debussy, innerhalb eines halben Jahres auswendig zu beherrschen, bestand er den ersten Teil seiner medizinischer Abschlußprüfungen. Kurz zuvor hatte er in einem Studentenkonzert sei eigenes erstes Klavierkonzert zur Aufführung gebracht.

HansHenkemans2Als 1936 sein zweites Klavierkonzert vor der Genossenschaft Niederländischer Komponisten preisgekrönt wurde, zog Henkemans die Aufmerksamkeit breiterer Kreise auf sich, und da er nun auch als Pianist einer glänzenden Laufbahn entgegensehen konnte, faßte er den Entschluß, sich ganz der Musik zu widmen, obwohl er sein Arztdiplom bereits erworben hatte.“

Es folgten glänzende Jahre als Konzertpianist. Aber auch die Medizin lies ihn nicht los. Ab ca. 1969 arbeitete er wieder überwiegend als Arzt in der Psychiatrie und 1981 promovierte er dann in diesem Fachgebiet … Verstorben ist dann am 20. Dezember 1995.

Und nun zur Musik:

Das 24. Klavierkonzert ist neben dem 20. Klavierkonzert KV 466 das einzige Klavierkonzert Mozarts, welches in einer Molltonart steht. Beide Werke sind Klavierkonzerte von größter Intensität der Dramatik. Gerade hierin weist das Konzert deutlich auf das Schaffen Beethovens hin, speziell auf dessen 3. Klavierkonzert, ebenfalls in c-Moll. Dieses ähnelt Mozarts 24. Klavierkonzert gar in der Thematik. Der verstärkte Einsatz von Chromatik, prägt den musikalischen Charakter von abgründiger Tiefe, Leid und Tragik. Mozart hat auch mit diesem c-Moll-Konzert die Verpflichtung der Musik an Unterhaltungsideale endgültig überwunden und zur Freiheit des individuellen Künstlers gefunden. Es ist bemerkenswert, dass Mozart dieses Ideal ausgerechnet in einer Zeit höchster Beliebtheit beim Publikum immer weiter verwirklichte, und damit seine Souveränität über die gesellschaftliche Verpflichtung der Kunst demonstrierte. Auf diese Weise gehört das Konzert KV 491, ebenso wie das d-Moll-Werk KV 466, zu den Wegbereitern kommender musikalischer Epochen.

Das 24. Klavierkonzert gehört zu den Klavierkonzerten, welche als sinfonische Konzerte Mozarts bezeichnet werden.

Das 19. Klavierkonzert wird, wie sein Vorgänger KV 456 als Militärkonzert bezeichnet, was an der marschartigen Thematik des Hauptsatzes liegt. Von den HansHenkemansbeiden als Krönungskonzert bezeichneten Werken Mozarts, ist dieses frühere 19. Klavierkonzert das weitaus bedeutendere. Es gehört zu den ungewöhnlichen Vertretern der Klavierkonzerte Mozarts. Schon die Tempoangaben sind schneller, als in den vorausgehenden Konzerten. So fehlt diesem Werk gar ein Andante-Mittelsatz, welcher durch ein Allegretto ersetzt wurde. Die entscheidende Neuerung dieses Konzertes ist die Einverleibung kontrapunktischer Elemente in den Kontext des Solokonzertes. So finden sich im Finalsatz ein einfaches und ein doppeltes Fugato. Dies ist für Mozarts Klavierkonzerte einmalig, weist aber beispielsweise auf den Finalsatz der späten 41. Sinfonie. Die Ausdehnung des dritten Satzes antizipiert einmal mehr die eigenen und musikgeschichtlich folgenden sinfonischen Klavierkonzerte. Die Rolle des Soloklaviers ist in diesem Konzert bemerkenswert häufig auf eine begleitende Funktion reduziert. Die seit dem 15. Klavierkonzert KV 450 obligaten Bläser übernehmen hier oftmals die melodische Führung. Die Thematik des Finalsatzes findet sich in zwei Werken großer Komponisten wieder. So baut Joseph Haydn das Finale seiner 89. Sinfonie auf das Hauptthema der dritten Satzes, des vorliegenden Konzertes auf. Ludwig van Beethoven verwendet diesen Gedanken für das Bauernthema im dritten Satz seiner Pastorale. (Quelle: wikipedia)

Weitere Informationen natürlich noch auf der Rückseite der LP Hülle. Und, auch wenn ich mich mit dieser Musik nicht sonderlich gut auskenne (mich aber dennoch dafür begeistert kann): Mozart war schon ein Teufelskerl !

BackCover1Besetzung:
Hans Henkemans (piano)
+
Wiener Syphoniker unter der Leitung von Rudolf Moralt (01.) und JohnPritchard (02.)

Werbertext

Titel:
01. Klavierkonzert Nr 24  KV 491 (aufgenommen: 1956) 29.50
02. Klavierkonzert Nr 19 KV 459 (aufgenommen: 1956) 24.51

Komposition: Wolfgang Amadeus Mozart

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Herbert Roth + Waltraut Schulz mit Instrumentgalgruppe – Wenn der Frühling in die Berge zieht (+ 3) (1966)

FrontCover1Irgendwie beruhigend, dass das Bedürfnis von Menschen nach einer „heilen Welt“ auch in „sozialististischen“ Staaten offenkundig vorhanden war, denn sonst hätte ein Herbert Roth nicht einen solchen Erfolg in all den Jahren in der DDR gehabt.

Herbert Roth (* 14. Dezember 1926 in Suhl; † 17. Oktober 1983 ebenda) war ein deutscher Komponist und Interpret volkstümlicher Musik.

Schon früh nahm Herbert Roth Musikunterricht (Klavier, Akkordeon, Klarinette) und trat bereits als Jugendlicher öffentlich auf. 1948 legte er nach einer Friseurlehre seine Meisterprüfung ab und arbeitete zunächst im Salon seiner Eltern. Herbert Roth begann als Amateurmusiker und gründete 1950 die Suhler Volksmusik. Der erste öffentliche Auftritt des Ensembles fand am 15. April 1951 in Hirschbach statt, der letzte am 3. März 1983 in Oberhof.

Von 1951 bis 1983 stand er gemeinsam mit Gesangspartnerin Waltraut Schulz und seiner Instrumentalgruppe in etwa 10.000 Veranstaltungen auf der Bühne, ab 1980 auch mit Tochter Karin Roth. Als seine wichtigste und schönste Aufgabe betrachtete er laut eigener Aussage in diversen Interviews die musikalische Betreuung der Urlauber in den Ferienorten des Thüringer Waldes. In den Herbst- und Wintermonaten ging die Gruppe meistens auf Tournee durch zahlreiche Bezirke der DDR. Herbert Roth war mit seiner Instrumentalgruppe oft in diversen Rundfunkveranstaltungen präsent und hatte bei Stimme der DDR eine eigene wöchentliche Sendung, in der ausschließlich seine Titel gespielt wurden. Ab 1974 war er Stammgast in der TV-Show Oberhofer Bauernmarkt. Kurz vor seinem frühen Tod produzierte er für Fernsehen („Von der Wartburg bis zur Saale“) und Schallplatte noch einige Gesangstitel gemeinsam mit seiner Frau Edelgard.

Über 300 Kompositionen schrieb Herbert Roth, darunter zahlreiche Lieder wie Kleines Haus am Wald, Auf der Oberhofer Höh‘ oder Berge der Heimat. Die meisten Liedtexte stammen von seinem Jugendfreund Karl „Kaschi“ Müller, mit dem Herbert Roth zeitlebens freundschaftlich verbunden war. Als bekanntestes Werk des Thüringers gilt das Rennsteiglied, das er komponierte und sang. Auch zahlreiche Instrumentaltitel wurden produziert. Charakteristisch für den Herbert-Roth-Sound war neben den beiden Akkordeons der solistische Einsatz der Zither, deren natürlicher Klang auf der Bühne und im Studio durch den Einsatz von magnetischen Tonabnehmern und Gitarrenverstärkern zum Teil stark modifiziert wurde.

HerbertRothEnsemble1966

Herbert Roths musikalisches Schaffen war von Anfang an sehr umstritten. Da er seine Lieder nur in Hochdeutsch schrieb und interpretierte, wurde ihm von Kritikern vorgeworfen, mit am Absterben der Thüringer Mundart beteiligt gewesen zu sein. Insbesondere in den 1950er Jahren betrachteten verschiedene DDR-Musikwissenschaftler, Kulturverantwortliche und Journalisten seine Lieder als „Heimatschnulzen“ im westlichen Stil und es gab sogar Bestrebungen, Roths öffentliche Veranstaltungen verbieten zu lassen. Während dieser Zeit fanden Anti-Roth-Demonstrationen von Musikstudenten und anderen Intellektuellen statt, die auch in den Fokus der Stasi gerieten. Salonfähig wurden Herbert Roth und seine Musik erst Ende der 1950er Jahre nach einem Konzert vor Walter Ulbricht, der damals äußerte, dass ihm diese Musik gefalle. Unter dem Pseudonym Matthias Wendt komponierte Herbert Roth auch Schlager sowie Tanz- und Unterhaltungsmusik für diverse Interpreten.

Herbert Roth war verheiratet mit Edelgard Roth. 1996 wurde zu Ehren von Herbert Roth auf dem Rennsteig, 800 Meter südlich der Schmücke an der L2632, ein Gedenkstein gesetzt, der von seiner 1951 geborenen Tochter Karin enthüllt wurde. In Suhl wurden eine Straße und ein Rundwanderweg nach ihm benannt.

Herbert Roth starb mit nur 57 Jahren an Krebs. Seine Ruhestätte befindet sich auf dem städtischen Friedhof in Suhl.

Eine ständige Herbert-Roth-Ausstellung befindet sich im Ort Vesser bei Suhl. Seine Tochter Karin ist ebenfalls Volksmusikerin. (Quelle: wikipedia)

Hier ein rührendes Beispiel aus dem Jahre 1995 auf dieser Amiga EP.

Gedenktafel

Herbert-Rith-Gedenktafel in Suhl

Besetzung:
Herbert Roth (vocals, accordeon)
Waltraud Schulz (vocals)
+
Instrumentalgruppe

BackCover1

Titel:
01. Wenn der Frühling in die Berge zieht (Roth) 1.57
02. Thüringer Volksmusikanten (Roth) 2.51
03. Einen Gruß von mir (Wendt) 2.19
04. Die verliebte Zither (Roth) 2.30

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Kalle (Karlheinz Freynik) – Ich bin ein Deutscher ! (1966)

FrontCover1Also, erstmal stolpert man vermutlich über den markant-knackigen Titel dieser LP und dann noch auf Star-Club Records (der damaligen musikalischen Verheißung für paradiesische Zustände ala Rattles & Co. schlecxhthin) veröffentlich ! Unerhört !

Aber der Reihe nach:

Der Kalle hieß eigentlich Karhein Freynick, Kam im Juli 1946 in Hamburg zur Welt. Das Gymnasium hat er dann irgendwann geschmissen und beschloss die Welt zu erkunden. Er trampte durch England, Frankreich, Österreich, Italien, Dänemark, Schweden und Finnland. Damals war er vermutlich der Inbriff des „Gammlers“, zumal er sich seinen Lebensunterhalt als Straßenmusiker mit dem Absingen von Bob Dylan Songs verdiente. Bob Dylan wurde ihm dann suspekt, als dieser zur elektrischen Gitarre griff (mir war das nur recht … ) und so findet sich auf diesem Album auch eine Art Spottlied auf Dylan („Falling Stones“ basierend auf der Melodie von „Like A Rolling Stone“).

Überhaupt: kaum ein deutscher Liedermacher der damaligen Zeit hat das Unbehagen einer ganzen Generation so bissig, klar und unmissverständlich auf den Punkt gebracht, wie eben Kalle. Von daher wundert es ein wenig, dass er im deutschen Protest-Bewußtsein doch eher unter ferner liefen. An den Texten kann das nicht liegen. Sein Titelsong ist einfach nur gut … und dann geht´s Schlag auf Schlag: Den Klassiker „Universal Soldier“ sang er auf deutsch (den Text verfasste Max Colpet, der auch schon die deutsche Fassung von „Where Have All The Flowers Gone“ schrieb). Einmal durchlesen kann nicht schaden:

Er ist klein und schwach, er ist groß und stark;
Er kämpft mit Bomben, Colt und Speer,
Ist ein Kerl, ein Supermann, ist blutjung, fast noch ein Twen
Und Soldat seit tausend Jahren und mehr.
Er ist Muselmann, ist Hindu, Buddhist und Atheist,
Ist Jude, Katholik und Protestant.
Und es heißt: Du sollst nicht töten!
In der Bibel, im Koran.
Ist er blind? Sieht er die Schrift nicht an der Wand?
Er kämpft für USA und Vietnam,
Für Kuba, Pakistan, er geht als Söldner in das fernste Land;
Kämpft für China und Formosa, für Franco und de Gaulle.
Ist er blind? Sieht er die Schrift nicht an der Wand?

Und er kämpft so für den Westen, für den Osten unentwegt;
Es liegt allein in seiner Hand, ob man Länder ausradiert,
Ob ein ganzes Volk krepiert.
Ist er blind? Sieht er die Schrift nicht an der Wand?
Ohne ihn hätt‘ Hitler niemals halb Europa unterjocht.
Und Nero hätte niemals Rom verbrannt.
Er alleine muß bezahlen mit dem letzten Tropfen Blut.
Ist er blind? Sieht er die Schrift nicht an der Wand?
Er wird ewig ein Soldat sein, und der Krieg wird weitergehn,
Bis zum Tag, wo alle Waffen man verbannt,
Und keiner ihm, wie gestern und auch heut‘,
Sand in die Augen streut und er dann endlich
Die Schrift sieht an der Wand!

Man ist schon ein wenig erstaunt mit welcher Klarheit der damals 20jährige die Dinge auf den Punkt brachte … auch in all den weiteren Songs, die zumeist aus seiner Feder stammten. Sein „Das habe ich heute dazugelernt“ erinnert natürlich ein wenig an „What Did We Learn In School Today“. Und nun ja, und mit Bob Dylan hat er sich dann auch wieder irgendwie versöhnt, denn am Ende ertönen flotte Versionen von „With God Our Side“ und „Mr. Tambourine Man“.

Bemerkenswert auch der Cover-Text von Siegfried Schmidt-Joos. Selten habe ich einen Covertext gewissenhafteren Text, der zugleich sehr geschmeidig ist, für eine Platte dieser Art gelesen:

CoverText

Nach diesem Debütalbum war dann Schluß mit der akiven musikalischen Karriere, aber er bleib em Musikgeschäft noch viele, viele Jahre verbunden, auch wenn er ab ca. 1968 seine Brötchen vorwiegend als Produzent & Drehbuchautor für Film & Fernsehen verdiente.

Aber da waren ja noch Aktivitäten wie:

  • Mitglied der City-Preachers (bei der 1. Inga Rumpf Solo-Single aus dem Jahr 1965 war er auch schon beteiligt)
  • das deutsche Libretto zu ‚Hair‘ geschrieben
  • Scheißhausrecords gegründet
  • die erste Can-LP  herausgebracht
  • Einen Prozess gegen Abi Ofarim geführt wg. der Rechte, etc.pp.)

KalleHeuteUnd vieles mehr (siehe die beigelegte Kurzbiographie).

Und im Jahr 2012 wirkte er bei einer Jimi Hendrix Ausstellung in Berlin mir.

Und dann noch sein Buch „Mein Pech war, dass ich so viel Glück hatte“ (erschienen 2012)  über das man dann lesen kann:

Ein biografischer Roman über den suchtkranken Schauspieler Karl Maslo. Ein hartes Buch, geschrieben von einem, dem es ähnlich ging. Kalle Freynik war, wie Maslo, viele Jahre drogenabhängig und beschreibt deshalb mit schmerzhafter Nähe das Leben am Abgrund.
Dass dieses Buch dennoch ein Rock’n’Roll-Roman voller swingender Heiterkeit ist, liegt wahrscheinlich an der unbeschreiblichen Freuder beider Protagonisten, überhaupt noch am Leben zu sein!
(Ein Rowohlt-Paperback der Kategorie: „unbedingt lesen!“)

Und mit seiner Frau Hildburg hat er die Firma „Sparta Film“ gegründet …

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, ich hätte diesen Eintrag auch „Ein deutsches Leben“ beginnen können …

Aber, das wichtigste zuletzt: Es ist wieder mal Mr. Jancy aus dem schönen Hessenland zu verdanken, dass ich hier diese nun wirklich mehr als rare Scheibe präsentieren kann. Eine Leihgabe der ganz besonderen Art. Vielen Dank !

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Besetzung
Karlheinz „Kalle“ Freynik (vocals, guitar, harmonica)
+
und ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

CityPreachers

mit Inga Rumpf von den City Preachers

Titel:
01. Ich bin ein Deutscher  (Freynick) 3.03
02. Der ewige Soldat (Sainte-Marie/Colplet) 2.28
03. Wiegenlied (Freynick) 2.56
04. Lucky Man (Freynick) 3.04
05. Das hab‘ ich heut dazugelernt (Freynick) 1.43
06. Falling Stones (Freynick/Dylan) 4.27
07. Riding On The Sun (Freynick) 2.54
08. Die Lage war noch nie so ernst (Freynick) 3.50
09 . With God Our Side (Dylan) 5.42
10. Mr. Tambourine Man (Dylan) 4.30

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Verschiedene Interpreten – Weltstars singen Lortzing (1966)

FrontCover1Nun ja … der Albert Lortzing:

Gustav Albert Lortzing (* 23. Oktober 1801 in Berlin; † 21. Januar 1851 ebenda) war ein deutscher Komponist, Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent. Er gilt als Hauptrepräsentant der deutschen Spieloper, einer deutschsprachigen Variante der Opéra comique.

Albert Lortzing wurde als Sohn des ehemaligen Lederhändlers Johann Gottlieb Lortzing (1775–1841) und dessen Ehefrau Charlotte Sophie geb. Seidel (1780–1845) geboren. Die Eltern gründeten die Berliner Theatergesellschaft „Urania“ und machten ihr Hobby zum Beruf. Sie gaben das Geschäft auf und zogen als Schauspieler („Gaukler“) durch fast alle deutschen Provinzen. 1811 zog die Familie nach Breslau an das dortige Theater. Im Sommer 1813 hatten sie ein Engagement in Bamberg, anschließend in Coburg, dann in Straßburg, in Baden-Baden und in Freiburg. Der erste Bühnenauftritt des Sohnes war im Kornhaus am Freiburger Münster, wo der 12-Jährige in den Pausen „unter lebhaftem Beifall“ das Publikum mit komischen Gedichten entzückte.

Ab 1817 gehörte Familie Lortzing zum Ensemble von Josef Derossi im Rheinland, die als Wanderschauspieler unter anderem im Alten Komödienhaus Aachen, in Bonn, Düsseldorf, Barmen und Köln auftraten. Der junge Lortzing wurde zum Publikumsliebling in den Rollenfächern Naturbursche, „jugendlicher Liebhaber“ und Bonvivant, aber auch als Sänger (Tenor) engagiert. Das musikalische und insbesondere kompositorische Rüstzeug erhielt er als Schüler des Berliner Komponisten, Musikpädagogen und Sing-Akademie-Direktors Carl Friedrich Rungenhagen, in dessen Chor er auch als Tenor sang.

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Lortzings Wohnhaus in Leipzig 1844–1846

Am 30. Januar 1824 heirateten Lortzing und die Schauspielerin Rosina Regina Ahles. Das Ehepaar hatte elf Kinder, von denen sechs das Kindesalter überlebten. Ab Herbst 1826 gehörte das junge Ehepaar Lortzing zum Hoftheater in Detmold, das auch Münster und Osnabrück bespielte. Lortzing wurde am 3. September 1826 in die Freimaurerloge „Zur Beständigkeit und Eintracht“ in Aachen aufgenommen. In Detmold komponierte er u. a. das Oratorium Die Himmelfahrt Christi, das in Münster uraufgeführt wurde, freilich mit einer Rüge des Münsterschen Regierungspräsidenten, da der Schauspieler Lortzing „als Compositeur durchaus keinen Ruf“ habe.

In Detmold kam es zu einem Streit mit dem exzentrischen Dichter Christian Dietrich Grabbe, der jedoch bald beigelegt wurde. Für Don Juan und Faust, Grabbes einziges Drama, das zu dessen Lebzeiten auf eine Bühne kam, hatte Lortzing Bühnenmusik komponiert; er selbst trat in der Rolle des Don Juan auf, seine Frau als Donna Anna, wofür Lortzing in einer Frankfurter Zeitung von einem Anonymus eine überschwänglich lobende Kritik erhielt. Gepriesen wurde freilich auch das Drama „dieses genialen Dichters“. Rezensent war der geniale Dichter selbst – es war damals nicht unüblich, Eigenwerbung in Form von Rezensionen zu betreiben.

Am 3. November 1833 gaben die jungen Lortzings ihr Debüt am Leipziger Stadttheater, wo seit 1832 auch Lortzings Eltern Mitglieder des Ensembles von Friedrich Sebald Ringelhardt waren. Hier wurde Albert Lortzing Mitglied des Künstlerclubs Tunnel über der Pleiße, und 1834 schloss er sich der Leipziger Freimaurerloge „Balduin zur Linde“ an. Von 1833 bis 1838 wohnte Lortzing mit seiner Familie im Leipziger Naundörfchen (Nr. 1008), zog dann in die Frankfurter Straße (Nr. 1086, neben der Großen Funkenburg) und erst im Frühjahr 1844 in das Gartenhaus der Funkenburg, welches oft als einziger Leipziger Wohnsitz angegeben wird.

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Albert Lortzing

Im Leipziger Ensemble war Lortzing überaus beliebt, glänzte vor allem in Nestroy-Komödien. Seine Neigung zum Improvisieren, zum Abweichen vom genehmigten Rollentext, machte ihn allerdings zum Problemfall für die Theaterpolizei. Auch seine ersten komischen Opern hatten es unter der Leipziger Zensur nicht einfach. Die Oper Zar und Zimmermann, in der es um eine bornierte Obrigkeit geht, wurde am 22. Dezember 1837 in Leipzig uraufgeführt. Lortzing sang selbst den Peter Iwanow. Doch erst die Berliner Aufführung 1839 wurde ein umjubelter Erfolg und brachte den Durchbruch.
Waffenschmied-Relief und Gedenktafel am Wiener Wohnhaus Lortzings auf der Wieden
Gedenktafel am Haus Luisenstraße 53 in Berlin-Mitte

1844 wurde Lortzing Kapellmeister am Stadttheater Leipzig. Im April 1845 waren seine „rheumatischen Beschwerden“ der vorgeschobene Grund für eine Kündigung. An seiner Entlassung konnten auch die wiederholten Proteste des Publikums nichts ändern. In einem offenen Brief, den fast alle im Ensemble unterschrieben, hatte er gegen Maßnahmen des Stadtrats Einspruch erhoben. Zwischen 1845 und 1847 wirkte Lortzing als Kapellmeister am Theater an der Wien. 1848 schrieb er – ganz im Sinne der zeitgenössischen Freiheitsbewegung (vgl. Märzrevolution) – Text und Musik seiner politischen Oper Regina, benannt nach seiner Frau, ein Werk, in dem es nach heutigen Begriffen um Arbeitskampf, aber auch um Selbstmordterror geht. Letzte abendfüllende Oper war 1849 seine Märchensatire auf den Militärstaat Preußen Rolands Knappen, worin z. B. im Kehrreim gefragt wird: „Und das soll eine Weltordnung sein?“

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Lortzing mit seinem Freund Philipp Reger, 1844. Daguerreotypie

1848 verlor er sein Engagement und musste, um mit der großen Familie zu überleben, noch einmal Engagements als Schauspieler antreten (Gera, Lüneburg). 1850 wurde er in Berlin Kapellmeister am neu eröffneten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater. Am Morgen des 21. Januar 1851 starb Albert Lortzing, überarbeitet und hochverschuldet. Zur Beerdigung auf dem II. Sophien-Friedhof in Berlin-Mitte vier Tage später fanden sich u. a. Giacomo Meyerbeer, Heinrich Dorn, Wilhelm Taubert und Carl Friedrich Rungenhagen ein. Lortzings Theaterkollegen hatten seinen Sarg mit den – an die gescheiterte Revolution von 1848/1849 erinnernden – Farben Schwarz-Rot-Gold ausgekleidet. Das Ehrengrab der Stadt Berlin mit einem Denkmal, gesetzt von den Mitgliedern des Herzoglichen Hoftheaters in Braunschweig, befindet sich in der Abt.IX-6-47/48.

In zahlreichen deutschen Städten wird mit einer Lortzingstraße seiner gedacht. (Quelle: wikipedia)

Nun, es mag ja sein, dass der Albeert Lortzing auch der Urvater der Sozi-Oper war, denn „1848/49 schrieb Albert Lortzing eine bemerkenswerte Freiheits-Oper. „Regina“ ist ein Werk im Sinne der Paulskirche und im Geist vor allem von Robert Blum, einem Urvater der deutschen Linken. Merkwürdigerweise wurde das Stück bis heute fast ignoriert.“ (Quelle: Welt.de)

Dennoch kann ich ihm so gar nichts angewinnen … aber das will ja auch nichts heißen …

Von daher: vielleicht erfreut sichaj der eine oder andere an diesen Aufnahmen …

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Besetzung:
Berliner Symphoniker unter der Leitung von Berislav Klobucas (bei 02.
Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Robert Heger (bei 01., 03., 07.
Radio Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von Robert Heger (bei 04., 07.)
Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Robert Heger (bei 05.)
Das Orchester der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Fritz Lehan (bei 09.)

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Titel:

Gottlieb Frick:
01.  O sanctus justicia – Oh, ich bin klug und weise (aus „Zar und Zimmermann) 6.31

Fritz Wunderlich + Helga Hildebrand:
02. Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen (aus „Zar und Zimmermann“) 4.44

Hermann Prey:
03. Sonst spielt´ich mit Zepter (aus „Zar und Zimmermann“) 5.55

Anneliese Rothenberger:
04. So wisse, daß in allen Elementen (aus“Undine“) 7.30

Peter Schreier:
05.  Vater, Mutter, Schwestern, Brüder (aus“Undine“) 2.27

Fritz Ollendorff:
06. Fünftausend Taler (aus „Der Wildschütz“) 5.32

Erika Köth:
07. Die Eifersucht ist eine Plage (aus „Zar und Zimmermann“) 5.03

Nicolai Gedda:
08. Hinweg, hinweg dein dräuend Angesicht (aus“Undine“) 7.31

Kurth Böhme:
09. Auch ich war ein Jüngling (aus „Der Waffenschmied“) 5.35

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Gedenktafel am Haus Luisenstraße 53 in Berlin-Mitte