Frank Valdor (mit Yvonne Carré) – Tanzparty bei Frankie (1967)

FrontCover1Der Bedarf an Unterhaltungsmusik wie dieser muss in Deutschland seit den 50er Jahren enorm groß gewesen; anders lässt es sich nicht erklären, dass der Markt mit Aufnahmen wie diese überschwemmt wurde (und, eine kleine Drohung am Rande: ich habe noch diverse Veröffentlichungen dieser Art auf meiner Liste !).

Nun, also Frank Vador, der allerdings nie in der Klasse eines James Last spielte. Aber immerhin, auch sein Gesamtwerk ist beachtlich !

Frank Valdor (* 27. Mai 1937 in Hamburg; † 5. August 2013) war ein deutscher Arrangeur und Fernsehschauspieler. Er wurde 1989 Schweizer Bürger in der Ortschaft Walchwil am Zugersee im Kanton Zug, wo er zu diesem Zeitpunkt bereits 30 Jahre seinen Wohnsitz hatte.

Seine Eltern waren Zirkusartisten, und so hatte er bereits 1948 seinen ersten Auftritt im Zirkus, wo er als „Wunderknabe“ Trompete und Posaune spielte. Nach seiner Schulzeit ging er von 1953 bis 1955 zum Musikhochschulstudium nach Hamburg. Anschließend ging er zum französischen Orchester von Fred Adison und Lionel Hampton. Er tourte durch Frankreich, Spanien, Nordafrika und Kanada.

1959 ging er als Aufnahmeleiter zu Polydor und Philips, ferner arbeitete er als Arrangeur für die deutschen Rundfunk-Tanzorchester von Werner Müller, Alfred Hause, Franz Thon, Adalbert Luczkowsky, William Greihs und Manfred Minnich. Seinen ersten großen Erfolg hatte er 1961 mit Yvonne Carré. Im gleichen Jahr wechselte er zum WDR, wo er für Max Greger und Kurt Henkels arrangierte. Außerdem arrangierte er für das Unterhaltungsorchester des Schweizer Radios unter Cedric Dumont.

Aber bereits 1963 wechselte er zur Automatenfirma J. P. Seeburg, für die er bis 1966 3000 Titel arrangierte.

Frank Valdor03Von 1967 bis 1969 arbeitete er dann als freier Produzent und Orchesterleiter für Miller International und andere Plattenfirmen, bis er 1969 einen Exklusivvertrag mit Miller International für das Orchester Frank Valdor unterzeichnete. Im Anschluss gründete er seinen eigenen Musikverlag Hippo Music in München. 1971 erfolgte dann auch die Gründung von Hippo Music in der Schweiz. Im selben Jahr erhielt er die Goldene Schallplatte für Frank Valdor Goes Western. 1972 machte er erste Live-Auftritte mit dem brasilianischem Ballett, was ihm in Deutschland die Silberne Schallplatte für Live in Rio einbrachte. Im Jahr darauf konnte Miller International verkünden, dass er über drei Millionen LPs verkauft hatte.

Dennoch wechselte er zu RCA, wo er 1975 einen Exklusivvertrag als Produzent und als Orchester erhielt. Im Jahr 1976 tourte er dann in der Schweiz, und 1977 hatte er seine erste Fernsehshow Fiesta Tropical. Danach gründete er in Hamburg seine eigene Musikschule, die unter dem Namen Die Musikschule des Orchester Frank Valdor firmierte. Im ZDF erschien er mit der Show Carneval in Rio. Seine Fernsehauftritte ließen es zu, dass er dann bei mehreren Landespressebällen aufspielte. 1982 feierte er sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. Bis dahin hatte er 950 verschiedene Schallplatten produziert und weltweit etwa 9 Millionen Tonträger verkauft. Im Februar 1983 konnte er auch das 10-jährige Jubiläum des Orchesters und der „Brazil-Tropicado-Show“ feiern. Er machte anschließend mehr Fernsehen, so wurde 1985 die Sendung Fiesta Tropical im Schweizer Fernsehen, bei SAT1 und im ZDF übertragen. Im selben Jahr begann seine Firma, spezielle Platten für Tanzschulen und Tanzclubs zu produzieren. Ab 1989 folgten weitere Shows im Fernsehen, u. a. bei RTL wie auch im österreichischen Fernsehen. 1992 bei seinem 30-jährigen Jubiläum hatte er bereits 1400 verschiedene LPs und CDs produziert. Er tourte weiter durch Europa und die Fernsehstudios, zu seinem 40-jährigen Jubiläum gab es an seinem Geburtstag am 27. Mai 2002 diverse Jubiläumssendungen in Fernsehen und Rundfunk.

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Frank Valdor, 1977

Er starb am 5. August 2013 an den Folgen eines tragischen Unfalls.

Valdor spielte meist Trompete oder Posaune. Als Bandleader hatte er in den 1960ern und 1970ern mehrere Chart-Erfolge. Er arrangierte auf seinen Alben fremde Musikstücke neu, sodass diese nonstop auf Partys gespielt werden konnten (Dynamic Party Sound). (Quelle: wikipedia)

YvonneCarré01Hier eine LP aus jener Phase, als er eben für Europa Schallplatten der Hausmusikant war …  Und, um s gleich mal vorweg zu nehmen …. mir dünkt, dies ist eine seine besseren Aufnahmen, einfach deshalb, weil hier schon auch profunde Kenntnisse des Big Band Jazz durchschimmern und …

… er erneut mit der Sängerin Yvonne Carré zusammenarbeitete.

Kein Wunder, war sie doch zugleich seine Ehefrau …

Und diese Yvonne Carré hatte durchaus ein stimmliches Potential … und wieder mal so eine Sängerin, die eben ihr Potential vermutlich nicht wirklich zur Blüte brachte …

Über Yvonne Carré werde ich später nochmal berichten … Hier aber nun ihr gemeinsames Werk aus dem Jahr 1967 … Für alle, die sich gelegentlich mit solchen Klängen aus dem Bereich der gehobenen Unterhaltungsmusik anfreunden können.

Frank Valdor01.jpg

Besetzung:
Frank Valdor mit seinem großen Tanz-Orchester
+
Yvonne Carré (vocals)

BackCover1

Titel:
01. Jasmin Was Her Name 2.37
02. Chica’s Time For Love 3.04
03. Goodbye Blue Days 1.54
04. Four Words 2.40
05. It’s Cha Cha Time With Chi Chi 2.23
06. Marie Therese 2.45
07. Violets For My Baby 2.12
08. Happy Days Are Here To Stay 2.31
09. Chewing Gum 2.11
10. I Wake Up Dreaming 3.01
11. Pancake Tuesday 2.18
12. In The Wintertime 2.44
13. Let’s Kiss Again 2.16
14. When You Are In My Arms 2.21

Das Label fand es bedauerlicherweise nicht für notwendig die Komponisten zu nennen …

LabelB1

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Verschiedene Interpreten – Schwabing Affairs (2004)

FrontCover1.jpgDieser Beitrag soll und wird vermutlich auch für Heiterkeit sorgen … lenkt er doch den Blickauf das Schwabing der 60er Jahre … Schwabing war damals ein ganz schön angesagter Stadtteil von München:

Schwabing ist ein Stadtteil im Norden Münchens, der als Bohème-Viertel der Prinzregentenzeit zu literarischer Berühmtheit gelangt ist und auch heute zu den Szenevierteln der bayerischen Landeshauptstadt zählt. Seit der Neugliederung des Stadtgebiets im Jahr 1992 umfasst Schwabing den Stadtbezirk 4 (Schwabing-West) und Teile des Bezirks 12 (Schwabing-Freimann). Schwabing ist mit etwa 100.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Stadtteil Münchens.

Auch die Revolutionäre der 1919 niedergeschlagenen bayerischen Räterepublik, etwa Erich Mühsam und Edgar Jaffé sowie der später als Romanautor B. Traven in Mexiko bekannt gewordene Ret Marut wohnten in Schwabing. Traven/Marut lebte in der Clemensstraße und gab dort die anarchistische Zeitschrift Der Ziegelbrenner heraus[6]. Manche sagen, es seien all die Künstler gewesen, die die ganze Revolution im Café Stefanie ausgeheckt hätten. Wladimir Iljitsch Uljanow, der sich erstmals in Schwabing literarisch Lenin nannte, tauchte als bürgerlicher Herr Meier hier mit seiner Frau Nadeschda Krupskaja für einige Zeit unter. Mit ihr und einigen Getreuen gründete er die Zeitschrift Iskra. In Schwabing lebte auch der spätere DDR-Kulturminister Johannes R. Becher. Ebenso versuchte sich Adolf Hitler hier als Kunstmaler, allerdings erfolglos. Er nahm als Trauergast am Begräbnis des ermordeten Ministerpräsidenten Kurt Eisner teil und putschte 1923, zunächst erfolglos, als Revolutionär (Marsch auf die Feldherrnhalle). Später errichtete er unweit Schwabings in der Nähe des Königsplatzes die Parteizentrale der NSDAP, heute ein umfassendes Dokumentationszentrum.

Altes Schwabing

Die Schwabinger Bohème-Szene fand jedoch schon mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein abruptes Ende. Ein berühmter Ort blieb der Stadtteil trotzdem – mit zahlreichen Ereignissen: beispielsweise gab 1929 in der Tonhalle an der Türkenstraße der 13-jährige Yehudi Menuhin in kurzen Hosen sein allererstes Konzert und spielte die bis dahin nie gehörte C-Dur-Solosonate für Violine von Johann Sebastian Bach. In den 1920er Jahren war Schwabing Schauplatz politischer Auseinandersetzungen zwischen kommunistischen und nationalsozialistischen Gruppierungen. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden etliche Schwabinger jüdischen Glaubens oder aufgrund ihrer politischen, sexuellen oder religiösen Identitäten verfolgt, inhaftiert, enteignet, in das Exil gezwungen, deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1951, erschien der Gedichtband In der Traumstadt von Peter Paul Althaus, der München-Schwabing in einer neuen poetischen Aura sah. Der inzwischen renommierte Schwabinger Kunstpreis wurde begründet. Die „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“ im Herzen Altschwabings, mit ihrem bekanntesten Mitglied Dieter Hildebrandt, gehörte zu den zwei/drei berühmtesten Kabaretts der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Und das literarische Erstlingswerk des Schriftstellers und Kabarettisten Gerhard Polt, das Hörspiel Als wenn man ein Dachs wär in seinem Bau (1977), ist im Quartier Latin um die Universität entstanden.

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Die Lach- und Schieß-Gesellschaft in der Ursulastr. 9 (München/Schwabing)

Die nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende Nostalgiewelle, die das alte Schwabing zu verklären und zugleich kommerziell auszubeuten versuchte, machte Schwabing vor allem zum Mode-Viertel für die Schickeria, was die Miet- und Gastronomiepreise in horrende Höhen trieb. In den 1960er Jahren lebte und arbeitete die Münchner Künstlergruppe SPUR hier, und unter der studentischen Jugend kam es zu den so genannten „Schwabinger Krawallen“ auf der Leopoldstraße, der Hauptachse Schwabings. Sie waren ein erster Auftakt zur europaweiten Jugendrevolte der 1960er Jahre, die sich gegen die herrschenden Politstrukturen und wirtschaftswunderliches Geldgeprotze richtete: Ereignisse, die treu dem alten Geist notwendig in Schwabing stattfinden mussten. In zahlreichen Filmen wie Zur Sache, Schätzchen, Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg und Der Bettenstudent oder: Was mach’ ich mit den Mädchen? wurde in dieser Hinsicht das Schwabing-Image gepflegt.

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Fidele Parties im Blow-Up Club, 1968

Zum Schwabinger Geist passte auch die Eröffnung des ersten Frauenbuchladens Westdeutschlands, Lillemors Frauenbuchladen, im Jahr 1975 in der Arcisstraße (eigentlich Maxvorstadt), heute Barer Straße, sowie die Gründung der ersten Autorenbuchhandlung Westdeutschlands im Jahr 1973 in der Wilhelmstraße. (Quelle: wikipedia)

Schwabing war also schon lange vor den 60er Jahren so eine Art Künstler- und Intellektuellen Viertel …

Der Münchner Stadtteil Schwabing steht seit geraumer Zeit bei der gut verdienenden Schickeria der bayerischen Landeshauptstadt hoch im Kurs. Hier ist alles trendy und in oder zumindest exklusiv, was sich dann am Preis ablesen lässt. Doch der Münchner Stadtteil hat auch schon andere Tage gesehen. Damals in den 60er Jahren entwickelte sich Schwabing zu einem Biotop für Beatniks und andere Randgestalten der Gesellschaft.

Die brachten frischen Wind in die althergebrachten Vorstellungen über Sex, Drogen und Musik und provozierten die Spießbürger nach allen Regeln der Kunst. Die Schwabinger Krawalle waren 1962 ein erstes Vorspiel auf alles Kommende. 1968, Studentenrevolte, sexuelle Freizügigkeit, Vietnamkrieg. Das waren die Schlagwörter, die man mit Schwabing in Verbindung brachte. Für das aufkeimende Genre des erotischen Films wurde Schwabing eine fruchtbare Umgebung.

DavidGilmour Blow Up 1968

David Gilmour (Pink Floyd) im Blow-Up, 1968

Der neue Soundtrack aus dem Hause Diggler nimmt sich jenen filmischen „Schwabing Affairs“, die so illustre und zugleich poetische Titel wie „Bengelchen liebt kreuz und quer“ oder „Engelchen macht weiter Hoppe, Hoppe Reiter“ tragen, an. Einen Vorgeschack auf „Schwabing Affairs“ servierten die Herren von Diggler Records bereits vor drei Jahren mit den „St. Pauli Affairs“, einem musikalischen Streifzug über den Kizz.

Neben leicht groovenden Rhythmen südamerikanischer Herkunft wie „Let’s Beat It“ von Johnny Harris oder Martin Böttchers „Bengelchen Bossa Nova“ stehen Beat-Stücke ganz hoch im Kurs bei den Schwabinger Hippstern. Vor allem die Songs von Improved Sounds Ltd. und David Llywelyn verraten deutlich die anglo-amerikanischen Vorbilder. Altstar Peter Thomas entführt uns mit seinem Orchester und Titeln wie „Melodie für eine Teekanne“ in bizarre Lounge-Welten.

Abgerundet wird der schlüpfrige Ausflug unter die Bettdecken der Schwabinger Schlafzimmer durch das gewohnt laszive Artwork aus dem Hause Diggler. Die 60er und 70er Jahre der „Schwabing Affairs“ werden, passend zum musikalischen Inhalt, in stylischer Soft-Porno-Manier in Szene gesetzt.  (Daniel Straub)

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Bei diesem Album fällt natürlich auf, dass die Gruppe Improved Sound Ltd. damals ziemlich erfolgreich als Filmmusik-Künstler tätig waren. Deren Biographie ist gut dokumentiert.

Aber dann gab´s auch noch den eher unbekannten David Llywelyn:

Dafydd Llywelyn (* 10. Januar 1939 in Südwales; † 25. März 2013 in München[1]) war ein walisischer Komponist, Pianist, Dirigent und Pädagoge.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt der in Südwales geborene Musiker von seinem Vater, später in einem klösterlichen Internat in Mittelengland von Priestern. Zu seinen weiteren Lehrern zählen der britische Pianist Tom Bromley, Johann Trygvasson (Schwiegervater von Vladimir Ashkenazy) und Peter Feuchtwanger (Neffe des Schriftstellers Lion Feuchtwanger). Ein wichtiger musikalischer Einfluss ergab sich für ihn durch die Begegnung und spätere enge Freundschaft mit dem Pianisten Shura Cherkassky, der ihm die Tradition des polyphonen Klavierspiels der alten Meister näher brachte. Später erhielt er wichtige Impulse von Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Kirill Kondraschin. Er studierte in Birmingham und London Musik, Medizin, Kriminologie und Theologie, um anschließend nach Köln zu ziehen. Ab 1971 lebte er in München, ab 1984 bis zu seinem Tod mit seiner Lebensgefährtin Hedy Schmitt.

Als er drei Jahre alt war, starb seine Mutter an Leukämie, daraufhin begann er nach eigenen Aussagen das Komponieren. Die tiefe Religiosität seiner Werke, die er bereits in jüngsten Jahren meditativ beseelt verfasste, sowie die Tragik vieler Stücke fußen

The Joint

The Joint

größtenteils auf dem frühen Verlust der Mutter. Sein erstes großes Musikstück Dies Irae komponierte er im Alter von zwölf Jahren. 1966 war er an der deutschen Uraufführung von Erik Saties Vexations beteiligt. Ende der 1960er Jahre nahm er mit der Band The Lonely Ones (später The Joint) Filmmusik auf und unterrichtete deren Keyboarder Rick Davies, der kurz danach die Band Supertramp mitbegründete.

Llywelyns Werkverzeichnis umfasst sowohl Kompositionen für Soloinstrumente, als auch Filmmusik, Rock und Jazz. Als Pianist und Dirigent konzertierte er in Europa, den USA und Kanada. Als Lehrer förderte er seit seinem Umzug nach München im Jahre 1971 den musikalischen Nachwuchs als Klavierpädagoge. Die Pianistin Roberta Pili gilt als seine direkte musikalisch-pianistische Nachfolgerin, da sie die alte Tradition des polyphonen Spiels im Sinne ihres Lehrers an die junge Pianistengeneration mit Begeisterung weiter vermittelt. 1993/94 übernahm Llywelyn eine Gastprofessur für Komposition, Klavier und musikalische Analyse an der Universität Belgrad.

Dafydd-Llywelyn

Dafydd Llywelyn

Llywelyn ist bekannt für seine zeitlosen, hyperpolyphonen Piano-Kompositionen. Diese werden von führenden Pianisten, u. a. Boris Beresowski, Nathan Carterette, Biret und Severin von Eckardstein, auf der ganzen Welt gespielt. (Quelle: wikipedia)

Musikalisch hören wir eine krude Mischung aus „Popcorn-Kino-Musik“ jener Zeit … „progressiv“ angehaucht (Swinging London is calling…), ohne aber wirklich echten Tiefgang zu erreichen. Hauptsache man klang modern für die damalige Zeit … und man sieht die Beat Clubs Go-Go-Girls dazu tanzen.

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Schwabing, dem Ortsteil Münchens, der in den 60er- und 70er-Jahren aufgrund der kulturellen Vielfalt abseits des sonst eher konservativen Münchens (natürlich — man ist ja in Bayern) bei den Hipstern schwer angesagt war und noch heute vom damaligen Ruhm zehrt. Den dazu passenden Soundtrack Schwabing Affairs liefert dieses Album, welches erneut die Archive nach Soundtracks aus der Halbwelt durchwühlt hat, um den zumindest musikalischen Flair Schwabings wiederzubeleben.

Dabei herausgekommen ist ein wunderbares Zeitdokument, welches unabhängig von seiner eigentlichen Bestimmung (Untermalung für halbseidene Filmchen) funktioniert und dabei zu gefallen weiß. Die Ausfallquote ist objektiv gesehen gering, vorausgesetzt man stört sich nicht an den vielen Vokaleinlagen (die im Easy Listening eher handelsunüblich sind).

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Lediglich der Einsteiger bietet gleich zu Beginn den größten Dämpfer — das dümmliche „Hoppe Hoppe Reiter“ (bitte keine Fragen zum zugehörigen Film) gefällt zwar durch klassischen Sixties-Beat, ruiniert sich aber durch schreckliche Kinderreim-Samples von selbst, was dem postiven Gesamteindruck zum Glück wenig schadet. (Daniel Hofmann)

In den 60er Jahren war Schwabing für mich noch ein böhmisches Dorf, aber so ab 1972 zogen wir regelmässig am Freitag und Samstag zum die Häuser … und Schwabing war da unverzichtbar … hach … der PN-Club, das Haus der 111 Biere, der Atzinger …

Und weil ich immer wieder mal spendabel bin, gibt´s noch zwei weitere Songs aus dieser Epoche … und da darf dann auch mal der Ralf Zacher ran (beide Lieder stammen aus dem Film „Griller“)

Und wer weiß das schon, vielleicht taucht ja irgendwann mal der eine oder andere Film hier auf….

Booklet1+2

Titel:
01. Improved Sound Ltd.: Hoppe, Hoppe Reiter (A.Linstädt/B.Linstädt) 2.04
02. Johnny Harris: Let’s Beat It (Harris) 2.16
03. Peter Thomas Sound Orchestra: Papierblumenmörder (Thomas) 3.56
04. Improved Sound Ltd.: Sao Paolo Most Exclusive (A.Linstädt/B.Linstädt) 1.39
05. Johnny Harris: Go Go Shake (Harris) 1.28
06. David Llywelyn: Land Of 1000 Dances (Kenner/Domino) 3.10
07. Improved Sound Ltd.: Old Captain Cook (A.Linstädt/B.Linstädt) 2.17
08. Martin Böttcher: Bengelchen Bossa Nova (Böttcher) 2.46
09. Johnny Harris: Majorie (Harris) 1.35
10. Ramon Bouché: Jet Generation (Llywelyn) 1.44
11. Improved Sound Ltd.: Leave This Lesbian World (A.Linstädt/B.Linstädt) 3.02
12. The Joint: Dinosaur Dreams (Llywelyn) 3.01
13. The Joint: Rat Race (Llywelyn) 3.44
14. David Llywelyn: Mädchen, Mädchen (Llywelyn) 2.14
15. David Llywelyn: Reach Out (I’ll Be There) (Holland/Holland/Dozier) 3.20
16. Peter Thomas Sound Orchestra: Melodie für eine Teekanne (Thomas) 2.33
17. Franziska Oehme: Kuckucksjahre (Llywelyn) 3.58
+
18. Ralf Zacher – Franziska Oehme – Angelika Bender: Sonnenblume (Llywelyn) 2.07
19. Franziska Oehme: Allein (Moorse/Llewellyn) 2.07

CD1

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Singles

Ronny – Hohe Tannen (1967)

FrontCover1Jetzt wird es heimelig … Ronny auf dem Höhepunkt seiner Karriere:

Ronny, bürgerlich Wolfgang Roloff, (* 10. März 1930 in Bremen; † 18. August 2011 in Bremen) war ein deutscher Schlagersänger, Komponist und Produzent. Seine größten Erfolge hatte er in den 1960er-Jahren.

Wolfgang Roloff machte nach der Schule eine Ausbildung zum Tontechniker. 1954 war er Mitglied des Valerie Trios, zu dem Valerie Hueck und Eddy Börner gehörten. Das Trio wirkte in dem Film An jedem Finger zehn mit. Dann verließ Valerie Hueck das Trio, und Roloff und Börner machten als Duo weiter. Beide nahmen ab 1959 mehrere Singles unter dem Künstlernamen Bob & Eddy auf. In der Folgezeit erschienen weitere Singles mit Wolfgang Roloff, teilweise unter seinem bürgerlichen Namen, aber auch mit Rolf Simson als Die Colorados und als Die Blizzards mit Kai Warner, dem Bruder von James Last.

Ferner entstanden Instrumentalaufnahmen unter verschiedenen Namen. 1963 folgte die erste Soloaufnahme. Als Otto Bänkel nahm er die Titel Des Klempners Töchterlein und Das kommt vom vielen … auf. Noch im gleichen Jahr entstand eine Cover-Version des amerikanischen Standards Oh My Darling Clementine, die als Oh My Darling Caroline unter dem Künstlernamen RONNY erschien. Der Titel hielt sich mehrere Wochen in den Charts.

Weitere Erfolge folgten in den späten 1960er Jahren, bevor sich Ronny in den 1970er Jahren von der Bühne zurückzog. Er konzentrierte sich danach auf das Komponieren und das Produzieren. In dieser Zeit Autogrammkarteentstanden Titel unter anderem mit Mel Jersey und dem Kinderstar Heintje, für den er zusammen mit Hans Hee einige Titel schrieb (unter anderem Ich bau dir ein Schloss, Schneeglöckchen im Februar, Liebe Sonne lach doch wieder).

Am 9. Oktober 1981 trat Ronny mit dem Titel Hohe Tannen im Rahmen der ZDF-Fernsehshow Unsere schönsten volkstümlichen Lieder auf, welche in der Dortmunder Westfalenhalle aufgezeichnet wurde.

1984 nahm Ronny nochmals eine neue Langspielplatte auf, „Stimme des Meeres“. Danach widmete sich Ronny nur noch seinem Tonstudio, dem Studio Nord Bremen.

Aus Ronnys Feder stammt auch der Titel „Sierra madre del sur“, den er 1970 aufnahm. Der Titel war seinerzeit nur ein mäßiger Erfolg. 1987 nahmen die Schürzenjäger das Lied neu auf und landeten einen Superhit. Daraufhin wurde das Lied auch von zahlreichen anderen Künstlern aufgenommen – so von den Kastelruther Spatzen, von Heino, Tony Marshall und Marianne und Michael. Inzwischen gehört es zu den größten Erfolgen der deutschen Unterhaltungsmusik.

Wolfgang „Ronny“ Roloff starb im Alter von 81 Jahren und wurde auf dem Friedhof des Bremer Stadtteils Walle beigesetzt. (Quelle: wikipedia)

Hier nun sein Album „Hohe Tannen“, das zu seinen erfolgreichsten LP´s zählt: Es kletterte auf Rang 12 der deutschen Charts und hielt sich in den Chart glatte 20 Wochen !

Hatte Ronny ja am Anfang seiner Solo-Karriere fleißig an seinem „Cowboy“-Image gebastelt, so zelebriert er hier nun das deutsche Liedgut. Man mag eine solche Musik nicht mögen, dennoch: mit seiner samtenen Stimme gelingen ihm interessante Versionen bekannter Lieder wie „Ich weiß nicht, was soll das bedeuten“ oder „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“. Und mit Titeln wie „Tief drin im Böhmerwald“ oder „An der Saale hellem Strande“ bediente er gekonnt all die Heimatvertriebenen jener Jahre, die mit einer solchen Musik wohl eine Brücke zu der verlorenen Heimat schlagen konnten.

Wem gelegentlich dannach ist, sentimentalen Kitsch zu hören, ist bei Ronny jedenfalls bestens aufgehoben !

Ronny

Besetzung:
Ronny (vocals)
+
Studio Nord Orchester unter der Leitung von Franz Frankenberg

BackCover1

Titel:
01. Hohe Tannen (Traditional) 2.46
02. Wenn alle Brünnlein fließen (Traditional) 2.25
03. Im grünen Wald (Traditional) 3.06
04. Drei Lilien (Traditional) 2.07
05. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten (Traditional)     2:54
06. Muß wandern, muß wandern (Roloff/Hee)
07. Muß i denn, muß i denn… (Traditional) 1.53
08. Kein schöner Land (Traditional) 2.50
09. In einem kühlen Grunde (Traditional) 2.57
10. Steh‘ ich in finstrer Mitternacht (Traditional) 2.36
11. Wem Gott will rechte Gunst erweisen (Traditional) 2.11
12. Tief drin im Böhmerwald (Traditional) 3.34
13. An der Saale hellem Strand (Traditional) 2.11
14. ´s ist Feierabend (Günther)

LabelB1.JPG

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Grabstätte

Die Grabstätte von Wolfgang Roloff

Esther + Abi Ofarim – 2 in 3 (1967)

FrontCover1Und weiterhin stapeln sich seit geraumer Zeit meine Esther & Abi Ofarim LP´s und warten geduldig darauf, dass sie hier auch mal wieder Erwähnung finden. Nun ist es aber wieder mal soweit:

Esther & Abi Ofarim waren ein israelisches Gesangsduo, das in den 1960er Jahren international bekannt war.

Ester Zaied lernte Ende der 1950er Jahre Abraham Reichstadt kennen. Beide traten in Israel mit folkloristischen Titeln unter dem Künstlernamen „Ofarim“, was so viel wie „Rehkitz“ bedeutet, auf. 1961 heirateten die beiden und nannten sich dann Esther und Abi Ofarim. Esther war auch als Schauspielerin tätig und trat u.a. in dem Film Exodus auf – im Abspann wird sie als Esther Reichstadt genannt. Nach ihrem Erfolg beim Eurovision Song Contest 1963 in Großbritannien, bei dem Esther für die Schweiz mit dem Titel T’en Va Pas den 2. Platz belegte, wurde das Paar auch international bekannt. In Deutschland war Esther zuerst als Solistin erfolgreich mit Melodie einer Nacht (Platz 39 im August 1963) und Morgen ist alles vorüber (Platz 23 im Februar 1964). Danach nahmen sie Schallplatten in mehreren Sprachen auf und wurden zu einem der erfolgreichsten Gesangsduos der 1960er Jahre.

Esther + Abi Ofarim (1963)

1964 nahm das Duo bei den Deutschen Schlager-Festspielen in Baden-Baden teil. Ihr Titel Schönes Mädchen erreichte einen beachtlichen 4. Platz. Im selben Jahr hatten sie im deutschsprachigen Raum einen Hit mit Morgen ist alles vorüber. Weitere Hits folgten, bei denen Abi ab 1966 auch selbst für die Produktion verantwortlich war.

Bis 1969 konnte das Paar noch einige gemeinsame Erfolge feiern, dann kam die Trennung. Am 1. März 1969 standen die beiden letztmals gemeinsam auf der Bühne, im November 1970 war das Paar geschieden.

Beide Künstler gingen danach eigene Wege. Abi gründete eine Promotion-Firma in München: Esther zog sich zunächst aus dem Showgeschäft zurück, nahm 1972 jedoch wieder eine Langspielplatte als Solistin auf und war danach weiterhin erfolgreich. Im Frühjahr 1995 war Esther als Gastsängerin auf dem Titel Salomon (das hohe Lied) aus dem Album Kosmos von Udo Lindenberg zu hören. (Quelle: wikipedia)

Hier eines ihrer vielen Alben aus den 60er Jahren. Sie waren damals wohl so populär, dass ihr Label, Philips ihnen ein aufwendigen Album (mit Klappcover und Begleitheft) spendierte. Der etwas rätselhafte Titel ist eigentlich leicht erklart: Die Zwi nahmen diesen Album in drei Städten (München, Paris und London)

Und sie ließen es sich auch nicht nehmen, so ganz persönlich und direkt ihre Fans anszusprechen:

„Liebe Freunde, schon oft mögen Sie sich gefragt haben, nach welchen Überlegungen wir unser Repertoire zusammenstellen und wie wir uns in dieser zarten, empfindlichen Welt des „Folk Songs“ zurechtfinden. Das Album, das Sie in der Hand halten, ist nicht unser erstes, und es wird Zeit, daß wir mit ein paar Strichen unsere künstlerische Überzeugung zu skizzieren versuchen. 
Im weitesten Sinne, so glauben wir, kann man ein Lied nur dann einen „Folk Song“ (oder, wenn Ihnen das lieber ist, ein „Volkslied“) nennen, wenn es die Menschen unserer Zeit hier und heute gefühlsmäßig anspricht; es sollte also auf eine zeitgemäße Art interpretiert werden. Gewiß haben Sie schon ebenso betroffen empfunden wie wir, daß der Versuch, eine Melodie allzu „ethisch und authenisch“ darzubieten, nicht selten lächerlich oder unaufrichtig wirkt.
Ester + Abi Ofarim1Mit dieser neuen Platte möchten wir uns noch stärker Ihrem kritischen Urteil anvertrauen als mit den vorausgegangen. Aus einem Ozean höchst ansprechender, attraktiver Melodien und Verse haben wir die Songs ausgewählt, und wir waren stets unbarhmherzig bemüht, ihre Qualität keinerlei flüchtigem kommerziellen Effekt zu opfern.
Einige der Songs auf unserer Platte sind sehr alt, andere überraschend jung, aber ausnahmslos alle – so fühlen wir es wenigstens – sind „young at heart“, wie es in einer Liedzeile heißt, „jung im Herzen“. Das neapolitanische Ständchen „Raziella“ wird zum Beispiel schon seit mehreren hundert Jahren gesungen, aber es trifft die zeitlose Empfindung junger Liebe in einer überraschend modernen Weise; vielleicht ebenso modern wie „Morning of my life“, das speziell von uns von einer jugendlichen und überaus erfolgreichen Londoner Beat-Gruppe geschrieben wurde.
Die Grundwahrheiten unserer Lieder, so glauben wir, sind nicht nur in allen Zeitaltern gleich geblieben, sondern sie betreffen auch Menschen aller Lebensalter in der Gegenwart. 
Natürlich protestieren auch wir, dennoch werden Sie sicher mit uns übereinstimmen, daß eine feiner gesponnene Art des Protests auf die Dauer die wirkungsvollere ist. Die „Seeräuber-Jenny“, protestiert nach unserer Ansicht ebenso intensiv gegen Krieg und Brutalität wie das französische Chanson vom „Deserteur“. Daher ist die Ballade von Berthold Brecht und Kurt Weill ohne jede „Verfremdung“ gesungen.

Unsere beiden hebräischen Lieder enthalten gleichfalls einen zeitnahen, protestierenden Sinn.

„Shir hanoded“ spricht für den umhergetriebenden Einzelnen, dauernd auf der Flucht und ohne einen Platz zum Ausruhen. „Hora“ drückt den begeisterten Jubel einer jungen und glücklichen Gemeinschaft auf, die endlich einen Platz für sich gefunden hat.
Das Übrige, selbstverständlich, ist Liebe – junge Liebe. Stürmisch oder zart, hat sie noch immer die Worte gefunden, für sich selbst zu sprechen.

„Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist“, sagt Shakespeare, „spielt weiter!“

Stets Ihre

Esther & Abi Ofarim

P.S.
Den Kultur-Attachés, Volksmusik-Spezialisten und Linguisten von den verschiedensten Botschaften, Universiäten und Kulturinstituten,  die uns bei  Vorbereitung und Produktion dieser Platte halfen, möchten wir aufrichtig und herzlich danken.“

SingleMeinereiner hatte damals keine Ohren für diese absolut anspruchsvolle Michung interntationaler Folklore: zu sehr saß ich mit offenen Mund da und hörte, wie Jimi Hendrix „Hey Joe“ spielte, zu sehr packten mich die Kinks mit ihrem „All Day And All Of The Night“.

Aber heute, heute weiß ich diese Perlen mehr als zu schätzen. Und wenn man dann weiß, dass ein Klaus Doldinger für einige Arrangements die Verantwortung truf und ein Siegfried Schmidt-Joos („Rock-Lexikon“) einen sehr ausführlichen Begleittext zu all den Liedern schrieb, dann weiß man, dass es sich hier schon um eine anspruchsvolle Produktion handelte.

Wer vielleicht glaubt, dass man damals was versäumt hat, kann ja jetzt nochmals reinschnuppern, in diese Musik (bei der übrigens Esther Ofarim so ganz eindeutig die prägende Sängerin war).

Und aufgrund meines Interesses an diesem Duo wird es wohl keinen verwundern, wenn im Laufe dieses Jahres weitere Alben hier zu präsentieren sind.

Ester + Abi Ofarim2

Besetzung:
Abi Ofarim (guitar, vocals)
Esther Ofarim (vocals)
+
eine Schar unbekannter Studiomusiker in München, Paris und London

Booklet01A

Titel:
01. Hora (Zeira/Orland) 2.52
02. Morning Of My Life (B.Gibb/R.Gibb) 3.24
03. Le deserteur (Vian/Berg) 3.05
04. Te ador (Semel/Peters) 1.58
05. Jovanke (White/Peters) 3.06
06. Raziella (White/Peters) 3.28
07. Lonesome Road (Austin/Shilkert) 1.59
08. El vito (White/Peters) 2.12
09. Seeräuber-Jenny (Brecht/Weill) 4.49
10. Wanderlove (Williams) 2.31
11. Le vent et ja jeunesse (Chevalier/Thomas/Rivat) 1.59
12. Shir Hanoded (Shimoni/Nardi) 2.22
13. Cinderella Rockafella (Williams) 2.30

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Franz Löffler – Golden Guitar (1967)

FrontCover1Tja, allzuviel konnte ich über den Gitarristen Franz Löffler nicht herausfinden.

Er war Teil der München Studio-Szene in den 60er Jahren. Wenn  ich es recht überblicke, hat er 1964 sein erstes Gitarrenalbum vorgelegt („Swingin‘ Bach Guitar“) bei dem ihn ein Pierre Favre am Schlagzeug begleitete.

Vorher und nach war war er auch festes Mitglied bei dem Fred Artmeier-Ensemble (hier ein Beispiel).

Und ab ca. 1967 veröffentlichte er ein paar Gitarren-Instrumental-Alben, die allesam dem Bereich der Unterhaltungsmusik (easy listening) zugeordnet werden können.

1971 dann wirkte er als Bassist (neben Sigi Schwab und Charlie Antolini) auf dem Roland Kovac Album „The Master Said“ mit … eigentlich ein damals unbedeutendes Album (gedacht als Musik für den Einsatz in TV, Radio, Film und Werbung), aber mittlerweile steht dieses Album als Paradebeispiel für „Kraut-Jazz“ (oder wie immer man dass benennen möchte.)

FranzLöfflerUnd irgendwo habe ich gelesen, dass dann der Franz Löffler irgendwann in den 70er Jahren verstorben ist.

Aber zurück zu diesem Frühwerk:

Der Franz Löffler zeigt gleich zu Beginn des Albums mit dem Song „Monza“ gleich was ne Harke ist … wieselflink tobt er über die Saiten seiner Gitarre. Und dann folgen diverse Instrumentalstücke, die gefällig und wie beiläufig eingespielt wurden (und so hört sich diese LP dann auch an). Mit Ausnahme des Theodorakis Klassikers „Zorba´s Dance“ hat er nur Eigenkompositionen und Lieder deutscher Schlagerkomponisten im Gepäck (wobei sich hier ein gewisser Woger besonders hervor tut).

Also einerseits nichts weltbewegendes und andererseits irgendwie anrührend … Und so habe ich beschlossen, mich weiterhin auf die Spuren dieses mehr oder weniger unbekannten gebliebenen Gitarristen zu machen. Wirklich schade, dass da so wenig Informationen vorhanden sind. Für die Wiederveröffentlichung des oben genannten Kovac Album verwendete man just sein Bild von diesem Album … das sagt eigentlich alles … aber wer weiß: vielleicht weiß ja einer der Leser dieses blogs mehr.

Und weitere Werke von Franz Löffler stehen bereit, um hier nochmal eine Erwähnung zu finden.

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Die EP Fassung dieser LP (mit gleichem Cover, wie man unschwer erkennen kann)

Besetzung:
Franz Löffler (guitar)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. Monza (Löffler) 2.33
02. Little Lizzy (Hammerschmid) 2.25
03. Zorba (Theodorakis) 2.45
04. Blue Mountains (Skye) 2.22
05. Pino Mare (Löffler) 2.08
06. Chango (Woger) 2.20
07. Schwarzer Peter (Woger) 2.21
08. Kosakenritt (Woger) 2.23
09. Angelique (Woger) 230
10. Pizzeria (Bruhn) 2.20
11. Pour toujours (Woger) 2.33
12. Bambola (Löffler) 2,02
13. Milano (Löffler) 2:12

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Weihnachten 2018 (22): Blechbläser des Philadelphia Orchester – Weihnachtliche Bläsermusik (1973)

FrontCover1.jpgAlso, hier handelt es sich erstmal um eine Mogelpackung, na ja, zumindest teilweise, denn die beiden ersten Plattenseiten dieser Doppel-LP haben mitnicht etwas mit „weihnachtlicher Blasmusik zu tun …

Vielmehr handelt es sich um „festliche Bläsermusik“ ohne direkten Bezug zum Weihnachtsfest.

Erschien sind diese Aufnahmen erstmalig im Jahr 1967 und zwar unter dem  Titel „The Glorious Sound Of Brass“.

Aber selten habe ich mich so über eine Mogelpackung gefreut … denn hier erschallen all die Blechblasinstrumente, die mein Herz zum hüpfen bringen … Seltene Werke der Renaissance und Barock Musik werden hier zu Gehör gebracht … dass es eine wahre Freude ist.

Dort hören wir u.a. auch die Musik eines Johann Christoph Pezel:

Johann Christoph Pezel (* 5. Dezember 1639 in Glatz, Grafschaft Glatz; † 13. Oktober 1694 in Bautzen) war ein deutscher Stadtpfeifer und Komponist.

Andere Schreibweisen des Namens waren: Pezelius, Betzel, Betzeld, Petzold, Petzel oder Bässel.

Pezel wirkte nachgewiesen ab 1664 in Leipzig als Kunstgeiger. 1669 wurde er Stadtpfeifer. Ab 1672 leitete er das Collegium musicum. 1675 und 1679 bewarb er sich vergeblich um eine Stelle als Ratsmusiker in Dresden. Auch eine Bewerbung um das Thomaskantorat schlug 1677 fehl. 1681 wurde er schließlich Stadtmusiker in Bautzen. Pezels Kompositionen stehen in der Tradition der älteren deutschen Suiten. Die Melodien weisen oft französische und italienische Einflüsse auf. (Quelle: wikipedia)

Das aber nur so nebenbei.

Die „wirkliche“ Weihnachtsmusik hören wir dann auf den Seiten drei und vier. Auch diese entstanden 1967 und wurden damals unter dem Titel „A Festival Of Carols In Brass“ in den USA veröffentlicht.

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Die Originalausgaben der LP´s aus dem Jahr 1967

Und jetzt geht´s so richtig zur Sache. Weihnachtliche Klänge aus aller Welt werden hier geradezu zelebriert … Einzig und allein mit dem „In dulci jubilo“ wussten die Musiker wohl nichts anzufangen, hier spielen sie ehe runinspiriert … aber der Rest … der kann sich wahrlich hören lassen.

Und wie erleben auch Überraschungen: Das „Les Anges dans nos compagnes “ ist uns z.B. als „Gloria in excelsis deo“ bekannt. Und „What Child Is This?“ kennen wir eigentlich als „Greensleaves“ …

Wer also – so wie ich – seine Freude an reiner Bläsermusik hat, ist hier bestens bedient … bei werden alle die Blasinstrumente ganz sicher am 24.12. erklingen.

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Besetzung:
Gilbert Johnson (trumpet)
Mason Jones (french horn)
Donald McComas (trumpet)
Peter James Krill (tuba)
Nolan Miller (french horn)
Seymour Rosenfeld (trumpet)
Joseph Scanella (trumpet)
Henry Charles Smith (trombone)
M. Dee Stewart (euphonium)
Abe Torchinsky (tuba)

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Titel:

The Glorious Sound Of Brass:

William Brade:
01. Almand 0.38
02. Gaillard 1.11

Aurelio Bonelli:
03. Toccata „Athalanta“ 3.32

Johann Christoph Pezel: Suite:
04. Intrade 1.30
05. Sarabande 2.02
06. Intrade 2.17
07. Sarabande 2.03
08. Bal 0.36
09. Courente 1.57
10. Bal 0.57
11. Sarabande 2.14
12. Gigue 1.28

Orlando di Lasso:
13. Providebam Dominum 4.31

Gottfried Reiche: Drei Sonaten:
14. Sonate Nr. 21 1.59
15. Sonate Nr. 24 1.23
16. Sonate Nr. 22 1.07

Anthony Holborne: Suite
17. The Marie-Golde 0.55
18. Nachtwache 1.10
19. Patiencia 3.04
20. The Choise 1.11
21. Honie-Suckle 1.25
22. Letzter Wille und Testament 3.10
23. Das Neujahrsgeschenk 1.07

A Festival Of Carols In Brass:
24. Deck The Hall With Boughs Of Holly (Traditional) 1.06
25. Un Flambeau, Jeanette Isabelle (Traditional) 0.48
26. Es ist ein Ros entsprungen (Traditional/Praetorius) 2.18
27. The First Nowel (Traditional/Stainer) 2.19
28. Adeste fideles (Traditional) 1.35
29. Les Anges dans nos compagnes (Traditional) 1.39
30. We Three Kings Of Orient  (Hopkins) 1.21
31. O du fröhliche (Traditional/Falk) 1.58
32. O Tannenbaum (Traditional) 1.18
33. Veni, veni Emmanuel (Traditional) 1.41
34. Good King Wenceslas (Traditional/Neale) 1.41
35. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber) 2.27
36. Joy To The World (Traditional/Händel) 1.13
37. The Twelve Days Of Christmas (Traditional) 3.49
38. Coventry Carol (Traditional) 1.22
39. Hark! The Herald Angel Sing (Mendelssohn-Bartholdy) 1.08
40. It Came Upon The Midnight Clear (Willis/Sullivan) 1.25
41. In dulci jubilo (Traditional) 0.41
42. Cantique de noel (Adam) 2.36
43. What Child Is This? (Traditional) 1.48
44. Wassail Song (Traditional) 1.08
45. O Little Town Of Bethlehem (Traditional) 1.43
46. Away In A Manger (Traditional) 2.29
47. We Wish You A Merry Christmas (Traditional) 1.03

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339px-Speyerer_Gesangbuch_Es_ist_ein_Ros_entsprungen_Erstdruck.jpg

Es ist ein Ros entsprungen
Erstdruck im Speyerer Gesangbuch von 1599

Vicky (Leandros) – Morgen sehen wir uns wieder + Gib mir die Hand (1967)

FrontCover1.jpgUnd hier ein weiteres „Frühwerk“ der Vicky (Leandros).

Wobei die Bezeichnung Frühwerk eigentlich gar nicht mehr so richtig stimmt, denn im Jahre 1967 hatte sie schon diverse Singleveröfentlichungen (auch in Deutschland) hinter sich und ihre erste deutsche Langspielplatte („A Taste Of Vicky“) gab es da auch schon.

Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass diese Single zugleich ein frühes Meisterwerk von ihr sein, aber auch hier fällt auf, welch makellose aber auch kräftige Stimme sind damals hatte.

Und quasi als Ergänzung füge ich dann noch die griechische Originalfassung von „Gib mir die Hand“ sowie die englische Versin dieses Liedes und dann noch die niederländische Version von „Morgen sehen wir uns wieder“.

Die talentierte Vicky Leandros war also damals schon drauf und dran,ein internationaler Star zu werden.

VickyLeandros01

Besetzung:
Vicky Leandros (vocals)
+
Orchester Arno Flor

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Titel:
01. Morgen sehen wir uns wieder (Panas/Arnie/Munro) 2.43
02. Gib mir die Hand (Panas/Arnie/Munro) 3.04
+
03. Τονειρο μου (Gib mir die Hand) (griechische Originalfassung)  3.15
04. Give Me Your Hand (englische Version) 2.48
05. Morgen zal je weer bun zijn (Niederländische Version von „Morgen sehen wir uns wieder“) 2.45

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Mehr Vicky Leandros:

Mehr Vicky