Friedrich Gulda – Vienna Revisited (1969)

FrontCover1Keine Frage: er war einer der ganz großen deutschsprachigen Jazzmusiker mit internationalem Ansehen:

Friedrich Gulda (* 16. Mai 1930 in Wien; † 27. Januar 2000 in Weißenbach am Attersee) war ein österreichischer Pianist und Komponist.

Gulda begann im Alter von sieben Jahren mit dem Klavierspiel. 1942 nahm er ein Musikstudium bei Bruno Seidlhofer (Klavier) und Joseph Marx (Musiktheorie und Komposition) an der Wiener Musikakademie, der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, auf. Mit 16 Jahren reüssierte er beim Internationalen Genfer Musikwettbewerb und gelangte danach rasch zu Weltruhm. Seine äußerst exakten, um besondere Werktreue bemühten Mozart- und Beethoven-Interpretationen gelten bis heute als Meilensteine in der Musikgeschichte. Charakteristisch für Gulda ist ein äußerst präzises und rhythmisch akzentuiertes Spiel.

Sein Repertoire umfasste Werke von J. S. Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Debussy und Ravel, wobei vor allem seine Interpretationen der Klaviersonaten Beethovens und des Wohltemperierten Klaviers von Bach Aufsehen erregten. In seinen Konzerten spielte er Werke Bachs häufig originalgetreu auf einem Clavichord.

Gulda hatte ein hervorragendes Gedächtnis. Er brauchte sich zum Beispiel (wie Workshopteilnehmer berichten) den Notentext von Robert Schumanns „Waldszenen“ nur wenige Minuten lang anzuschauen, um das Werk dann auswendig zu spielen.

Eine der berühmtesten Schülerinnen Guldas ist die argentinische Pianistin Martha Argerich.

Gulda betätigte sich auch als Komponist und schrieb unter anderem für Heinrich Schiff ein Konzert für Violoncello und Blasorchester mit den Sätzen Ouverture, Idylle, Cadenza, Menuett, Finale alla marcia. 1967 vertonte er einige der Galgenlieder von Christian Morgenstern und veröffentlichte sie gemeinsam mit Georg Kreisler (Gesang) und Blanche Aubry (Gesang). Einige „moderne Wienerlieder“ veröffentlichte er zusammen mit dem ihm auffällig ähnelnden Sänger Albert Golowin, der sich von ihm im Wesentlichen durch schwarzen Vollbart und dickrandige Brille unterschied – erst nach Jahren fanden einige Kritiker heraus, dass Albert Golowin und Friedrich Gulda identisch waren.

FriedrichGulda01

In jungen Jahren entdeckte Gulda auch die Liebe zum Jazz, den er als die maßgebliche Richtung moderner Musikentwicklung ansah. 1951 lernte er den gleichaltrigen Jazz-Musiker Joe Zawinul kennen.Ab Mitte der 1950er-Jahre erarbeitete er sich einen Ruf als Jazz-Interpret und -Komponist. In seinen Konzerten bemühte er sich immer mehr um Aufhebung der Trennung zwischen E-Musik und U-Musik. 1971 veröffentlichte er bei Papageno in Wien einen 110-seitigen Band mit eigenen Werken unter dem Titel „Klavier-Kompositionen“ (dieser enthält u. a. die Werke: Play Piano Play, Sonatine, Prelude and Fugue, Variationen über Light My Fire und Variations). Von 1972 bis 1978 spielte er im Trio Anima mit Paul Fuchs und Limpe Fuchs und später zu zweit mit der Sängerin und Perkussionistin Ursula Anders hauptsächlich frei improvisierte Musik. Er komponierte Jazz-Klavierstücke und kombinierte in seinen Konzerten klassische Musik und Jazz. Gleichwohl blieb ihm hierfür echte Anerkennung versagt. So schreibt der Musikkritiker Robert Fischer: „Friedrich Guldas Ausflüge in den Jazz wurden einst von den Hohepriestern der Klassik nur mit spitzen Fingern angefasst wie etwas, das man allenfalls zu erdulden habe, weil er doch so schön Mozart spiele.“

Gelegentlich gab er gemeinsam mit Joe Zawinul in den 1980er Jahren Konzerte.

FriedrichGulda03

Friedrich Gulda + Joe Zawinul

Guldas Auftreten auf der Bühne war unkonventionell. So spielte er einmal auf der Bühne nackt die Blockflöte. Auch wich er in Konzerten immer wieder vom angekündigten Programm ab und trug andere Werke vor. 1969, anlässlich der Verleihung des Beethoven-Rings durch die Wiener Musikakademie, kritisierte Gulda in seiner Dankesrede vor Direktoren, Professoren und Studenten den aus seiner Sicht verstaubten und verknöcherten Ausbildungsbetrieb. Wenige Tage später gab er den Ehrenring zurück. Im Sommer 1973 spielte Gulda beim 5. Internationalen Musikforum in Viktring das Eröffnungskonzert, doch statt des angekündigten Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach begann der Pianist (begleitet von Paul und Limpe Fuchs) mit ungewöhnlichen Klängen. Als der Musikvortrag nach zweieinhalb Stunden endete und der größte Teil der in Abendgarderobe gekommenen Gäste den Saal verlassen hatte, spielte Gulda zwei Stunden lang aus dem angekündigten Wohltemperierten Klavier. Im Winter 1980/81 spielte er in einer Serie von Konzert-Matineen an der Bayerischen Staatsoper sämtliche Klaviersonaten von Mozart.

1999 gab Gulda im Wiener Konzerthaus eine Paradise Night, die er Wochen vor seinem tatsächlichen Ableben nach einer von ihm selbst lancierten Falschmeldung seines Todes als Auferstehungsfest veranstaltete und bei der er durch Tänzerinnen, die Paradise Girls, und DJs unterstützt wurde.

FriedrichGulda02

Laurinho Bandeira, Michael Honzak, Friedrich Gulda, Barbara Dennerlein, Joe Zawinul

Friedrich Gulda war von 1956 bis 1966 mit Paola Loew verheiratet, aus der Ehe gingen die Söhne David Wolfgang und Paul hervor. 1967 heiratete er auf seiner Japan-Tournee Yuko Wakiyama, aus der Ehe ging Sohn Rico hervor; diese Ehe ging 1973 auseinander. Seit 1974 lebte und arbeitete er mit der Musikerin Ursula Anders zusammen. Seine Söhne Paul und Rico Gulda wurden Pianisten.

In späteren Jahren wurde der Kettenraucher Friedrich Gulda schwer herzkrank und hatte sich mehreren Bypass-Operationen zu unterziehen. Wie der Cover-Beschreibung seiner letzten Schubert-Einspielung vom August 1999 zu entnehmen ist (unter seinem eigenen Label Paradise erschienen), wusste Gulda seinerzeit schon von seinem unmittelbar bevorstehenden Tod. Er starb am 27. Januar 2000, dem Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart, den er unter allen Komponisten am meisten verehrt hatte, und wurde auf dem Friedhof in Steinbach am Attersee in Österreich begraben.

Im Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg in Kremsmünster wird das künstlerische Schaffen und die internationale Karriere des Künstlers dokumentiert. Den Mittelpunkt bildet sein Domizil in Weißenbach am Attersee, in dem er am 27. Januar 2000 verstarb. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist der Diskografie und den Originalinstrumenten Friedrich Guldas gewidmet. (Quelle: wikipedia)

Hier eines seiner kleinen Meisterwerke, diesmal sogar mit Gesang … Und seine Erläuterung zur Cover-Abbildung erscheint mir auch bemerkenswert:

„Bassena – der Wasserauslauf für mehrere Mieter war das Symbol für die Massenquartiere in Zinshäusern der Gründerzeit vor allem in den Randbezirken Wiens.“

BackCover1

Besetzung:
Friedrich Gulda (piano)
+
Albert Golowin (vocals bei 05.- 08.)
Manfred Josel (drums bei 05. – 08.)
J. A. Rettenbacher (bass bei 05. – 08.)
Inlet02A

Titel:
01. Sonatine 1. Satz (Gulda) 5.05
02. Sonatine 1. Satz (Gulda) 6.20
03. Sonatine 1. Satz (Gulda) 3.25
04. Die Reblaus (Marischka/Föderl) 3.40
05. Wann i geh (Gulda) 11.14
06. Du und i (Gulda) 3.40
07. Wann du mi einmal loswerd’n willst (Gulda/Weiser) 3.03
08. Auf Visit‘ (Gulda) 4.15

LaberlB1

*
**

HörZuBlackLabelEdition

Die Hör Zu Black Label Ausgabe
(Eine Leihgabe aus dem großartigem Dr. Fu Man Chu Schallarchiv)

 

Kamerad Schnürschuh und die zackigen Knobelbecher – Mit Hemd und ohne Höschen 3 (1969)

FrontCover1.JPGTja … ein weiterer Tiefpunkt deutschen Humors … und heutzutage kann  man (bzw. ich) gar nicht mehr vorstellen, an welche Zielgruppe sich Aufnahmen wie diese gewandt haben … jene Spezies Männer (denn die waren natürlich insbesondere angesprochen) löst bei mir Rätsel über Rätsel aus …

Musikalisch verantwortölich für diese Knallköpfe die sich „Kamerad Schnürschuh und die zackigen Knobelbecher“ waren Karl Geithner und Walter Heyer.

Der Walter Heyer stammte wohl aus Norddeutschland, nannte sich mal auch Jan Steeven und war für seine Marschmusik bekannt.

Und Karl Geithner (geboren am 11 Oktober 1922 in Chemnitz-Markersdorf, gestorben ist er dann 1976). Der hatte auch ein Pseudonym („Frank Behna“) und der war früher mal bei Friedel Hensch und den Cyprys aktiv.

Und im Schweinsgalopp rasend sie durch mehr oder weniger bekannte Gassenhauer und garnieren sie mit schlüprig-zotigen Texten auf billigstem Niveau (Prädikat: frauenfeindlich) … und ich stelle mir gerade die Damen vor, die hier verkrampft mitlachen, damit sie nicht als Spaßbremse gelten …

Und so kommt es dann, dass aus dem Operetgten Titel „Glücklich ist, wer vergißt“ (aus der Operette „Die Fledermnaus“) ein „Glücklich ist, wer verfrißt… “

Weitere Ausgaben.jpg

Weitere Ausgaben dieser Serie

Und man glaubt es kaum … diese Serie – die an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten ist – ear erfolgreich, so erfolgreich, mdass noch diverse weitere Ausgaben erswchien sind … ich glaube die Serie hielt sich bis ca. 1979 und erfreute sich wohl großer Beliebtheit …

Und von daher habe ich als Chronist deutschen Musikschaffens die traurige Pflicht … auch eine solche Scheibe zu  Gehör zu bringen … Zeichen deutschen Stumpfsinns …

BackCover1.JPG

Titel:

01. Medley 01 (4.44)
01.1 Wir sind vom KFK – Körperfreikulturverein… (Jurek)
01.2.Auf der Alm, da gibt’s ka Sünd’… (Traditional)
01.3. Und schlägt der Bauch auch Falten! (Behna/Steeven)

02. Medley 02 (4.24)
02.1. Das kleine Fräulein Adelheid…! (Fucik)
02.2. Veronika, der Lenz ist da… (Rotter/Jurmann)
02.3. Hans, sei doch so nett… (Über den Wellen) (Rosas)

03. Medley 03  (4.29)
03.1. Mein Lebenslauf ist Lieb‘ und Lust (Strauß)
03.2. Ei, Ei, Ei, Ei…! (Cielto Lindo) (Traditional)
03.3. Uns geht die Puste nicht aus! (Wiener Praterleben) (Translateur)

04. Medley 04  (3.27)
04.1. Meiner und Deiner…! (Dinah) (Akst/Young/Lewis)
04.2. Laß doch mal den Papa ran! (Ständchen) (Heykens)
04.3. Hab’n se denn meine Alte nicht geseh’n? (Jurek)

05. Medley 05  (3.27)
06.1. Ich schieße meiner Liese… (Kötscher/Cardello)
05.2. Immer ran an die douletten! (Flieger-Marsch) (Dostal)

Selten so gelacht…! (Melodienfolge von Heyer/Geithner):

06. Medley 06  (4.07)
06.1. Wer das Höschen hat erfunden (Wer Das Scheiden Hat Erfunden)
06.2. Wer will noch mal, wer hat noch nicht! (Strauß)
06.3. Wo gibt’s denn hier noch Bier
06.4. Rosen, Narzissen… (Santa Lucia)
06.5. Ja, die Frieda (Tiritomba)
06.6. Und die Moral von der Geschicht’…

07. Medley 07 (4.07)
07.1. Oho – Aha (When The Saints)
07.2. Die Lola (Im Kahlenbergerdörfel) (Fahrbach jun.)
07.3. Es war im Böhmerwald
07.4. Schön ist eine Hochzeitsfeier…
07.5. Aber immer mit frischem, frohen Mut!
07.6. Wir sind so müde… (Schweinemarsch)

08. Medley 08 (3.37)
08.1. In der alten Kaschemme (Estrella-Walzer) (Millöcker)
08.2. Martha, Martha… (Flotow)
08.3. Glücklich ist, wer verfrißt… (Strauß)
08.4. Das Mädchen von Heute… (Schnadahüpferl)
08.5. Erst ein Bier… (Strauß)
08.6. Wir machen durch…! (Strauß)

09. Medley 09 (3.51)
09.1. Einmal Ist Keinmal…! (Down By The Riverside)
09.2. Junge, Junge… (Wir winden dir den Jungfernkranz) (Weber)
09.3. Ein Männlein steht im Walde…!
09.4. Mit Wurst und fettem Speck… (Trara, die Post ist da)
09.5. Gold und Silber lieb ich sehr
09.6. Ja, bei uns geht alles wie genudelt…

10. Medley 10 (3.51)
10.1. Zieht euch warm an… (Wolgaschlepper)
10.2. Steh‘ ich in finst’rer Mitternacht!
10.3. Wer hätte das gedacht…
10.4. Onkel Max aus Kopenhagen (Aus ungarischer Rhapsodie) (Liszt)
10.5. Zicke – Zacke, Zicke – Zacke, Hoi – Hoi – Hoi!
10.6. B30 Aber Eins, Aber Eins… (Mein Regiment, mein Vaterland)
10.7. S’war immer so…!

11. Medley 11 (3.51)
11.1. In Hamburg, da bin ich gewesen…
11.2. Solang der Alte Peter…
11.3. Solange der Bauch in die Weste paßt! (Alter Jägermarsch)
11.4. Wir haben oft und gern gelacht!
11.5. Ach, bleib bei mir…

LabelB1

*
**

Unbekannte Interpreten – Top Hits à Go-Go Vol. 3 (1969)

FrontCoverA1So ganz verstehe ich es bis heute nicht, warum es in den 60er Jahren bei uns, soviele LP´s gab, auf denen völlig unbekannte Musiker irgendwelche aktuellen Hits nachgesungen haben …

Aber wie auch immer: Hier wieder mal so ein „prachtvolles“ Beispiel aus dieser Musikgattung.

Wir hören Schlager wie „Mathilda“ (Udo Jürgens)  „Es geht eine Träne auf Reisen“ (Adamo), „Treue Bergvagunden“ (klingt so, als hätte der unvergessene Ronnie dieses Lied ursprünglich interpretiert, ist aber durch Heino bekannt geworden) pder „Merci, Herr Marquis“ (France Gall)

Überrascht hat mich, wieviele dieser Melodien noch heute in meinem Kopf sind … da sieht man mal, welche Faszination Musik scheinbar bereits in den 60er Jahren bei mir ausgeübt hat.

Und dann noch das Cover … wie man damals auf die Idee kam, justament jenes Bild von tanzenden jungen Frauen zu verwenden, versteht heute kein Mensch mehr … da hat man doch glatt das Gefühl ein Praktikant wurde mit der Hüllengestaltung beauftragt … man hat das Gefühl … Körper von Puppen gänzlich ohne Seelen zu sehen … eventuell gar ein Bild das man auf einem psychedlischem Trip haben könnte (da kenn ich mich allerdings so gar nicht aus)

CoverFoto

Von daher, eine wirklich schräge Angelegenheit … aber die Musik ist da schon etwas handfester …

Macht doch glatt für Nostalgiker wie ich es nunmal bin, sogar Spaß. Und „Jeder Schotte“ ist doch glatt so richtig pfiffig …

Also: Für Leute, die zum Lachen nicht in den Keller gehen … Drolligkeitsfaktor: Hoch !!!

BackCover1.JPG

Titel:
01. Mathilda (Traditional) 2.46
02. Zigeunerhochzeit (Blum) 2.29
03. Treue Bergvagabunden (Hartinger(Kleebsattel) 2.46
04. Jeder Schotte (Mayer/Weyrich) 2.22
05. Dondola (Kaylan/Volmar/Nichol/Barbata/Holm) 2.17
06. Yesterday Waltz (Mayer/Buschor) 2.59
07. Es geht eine Träne auf Reisen (Adamo/Blecher) 3.07
08. Alle Männer sind nicht so (Mayer/Buschor) 2.32
09.  Ich denk an dich (Arland/Lilibert) 2.50
10. Die Liebe im allgemeinen (Farmer/Henning/Mainzel) 1.59
11. Laura, oh Laura (Hausmann/Jorge) 3.04
12. Merci, Herr Marquis (Bruhn/Buschor) 2.34

LabelB1

*
**

Titel

Unbekannte Interpreten – Die aktuelle Hitparade (1969)

FrintCover1Eine der rätselhaftesten Schallplatten, die ich je in meinem langen Sammlerleben in der Hand gehalten habe.

Veröffentlicht wurde sie von „RS Schallplatten, Frankfurt“, einem Label, von dem ich nur weiss, das sie im gleichen Jahr, also 1969 noch eine rare Jazzscheibe mit Live-Aufnahmen deutscher Jazzmusiker (wie z.B. Rolf Kühn, Peter BRötzmann oder Joki Freund)

Vom Jazz kann hier allerdings keine Rede sein, denn hier hören wir nun Instrumentalversionen von damaligen Songs, die es irgendwie in die Hitparade gebracht haben.

Aber: dass da jemand am Werke war, der vom Jazz viel Ahnung hatte, dass kann man durchaus hören …

Und dieser jemand war vermutlich ein gewisser Bert Loska (der auf diesem Album sehr häufig als Komponist, aber auch als Arrangeur auftaucht). Bert Loska war damals so ne Art hans Dampf in der Unterhaltungsmusik, seine Handschrift finden sich auf diversen Alben von Billig-Labels … Irgendwie ist er für mich noch ne ungeschriebene Geschichte der  damaligen Unterhaltungsmusik …

Besonders beeindruckend seine Version von „Come Together“, man könnte fast glauben, da hat jemand kurz zuvor „Blood, Sweat & Teas“ gehört.

Von daher, nicht nur rar, sondern auch interessant, zumindest für diejenigen, die diesem damals zuweilen ein wenig jazzigen Sound der Instrumentalmusik etws abgewinnen kann.

Na ja … und sein „Geh nicht vorbei“ ist geradezu ne Perle der schnulzige Trash-Musik …

Und auf einen Titel mit dem Namen „Wodka Wolga Casatschok“ muss man auch erstmal kommen.

In diesem Sinne: Tara-Ting Tara-Tong !

BackCover1.JPG

Titel:
01. Sugar Sugar (Kim) 2.39
02. Weine nicht kleine Eva (Hengst/Halmich) 2.12
03. Abendstunde hat Gold im Munde (Schmidt/Bradtke) 2.38
04. Geh nicht vorbei (Heider/Relin) 4.05
05. Jesus Fought The Battle Of Jericho (Traditional) 1.57
06. Black Venus (Loska/Laube) 2.58
07. Dein schönstes Geschenk (Twardy) 2.48
08. Come Together (Lennon/McCartney) 3.00
09. Als ich noch ein Junge war (Messer/Holm) 2.38
10. Good Morning Sunshine (Loska/Laube) 2.52
11. Wodka Wolga Casatschok (Loska/Laube)  2.04
12. Tara-Ting Tara-Tong (Bruhn) 2.38

LabelB1

*
**

Hitparade.jpg

The Lords – Five Or Six (Pepsi Cola Werbesong) (1969)

FrontCover1Das sind so Momente wo einem Musiknarren wie mir, das Herz überläuft: oder wo einem Musiknarren wie mir so ein gewisses Strahlen ins Gesicht gezaubert wird.

Vor einigen Tagen erhielt ich von einem treuen Leser dieses blogs quasi als Leihgabe diese ultrarare Lords-Single als Leihgabe zur Verfügung gestellt … inklusive der „artwork“ wie das wohl in Sammlerkreisen so heißt.

Wir schreiben das Jahr 1969 … Pepsi Cola will wohl was für ihr Image (und für ihren Umsatz tun) und beauftragen „The Lords“ speziell für diesen Zweck einen Song einzuspielen. Gesagt, getan.

Es entsteht der Song „Five Or Six“ und dieser wird auf eine sog. Flexi-Single gepresst und unters Volk gebracht und zwar im Rahmen des „heißtesten Preisausschreiben des Jahres. Verlost werden dabei

– 5 knallrote VW-Kabrios der Lords
– 50 Stereoplattenspieler
– 500 Langspielplatten „The Lords“ und
– 5000 Lord Schallplatten mit einer Überraschung

Na, wenn das nichts ist … !

TheLords1969

Der Song ist einer knackigen Lord-Songs (mit starkem Bass !) und natürlich kann man diesen Song auch auf dem Lords-Sampler „Singles, Hits & Raritäten“ von dem rührigen Bear Family Label hören … dennoch: diese Leihgabe ist schon was besonders und ich sage da nicht nur artig „danke“ sondern geben diese Leigabe nur zu gerne an alle weiter … auf dass nicht nur ich über diese Rarität ein wenig schmunzeln kann … und natürlich gehen die Gedanken zurück an an jene verrückte, und sehr prägende Zeit.

Ach ja, der Song soll sich irgendwie an den Mel Torme Song „Comin´ Home Baby aus dem Jahr 1962 anlehnen … kann man ja mal auf youtube nachprüfen … die Übereinstimmung beider Songs ist schon irgendwie offensichtlich …

Die B-Seite der Single enthält keine Musik

LabelB1Besetzung:
Ulli Günther (vocals)
Max Donath (drums)
Leo Lietz (guitar)
Rainer Petry (guitar)
Bernd Zamulo (bass)

BackCover1.jpg

Titel:
01. Five Or Six (Lietz) 2.26

LabelA1.jpg
*
**

David Oïstrach u.a. – Triplekonzert C-dur op. 56 (Herbert von Karajan – Beethoven) (1969)

FrontCover1Vermutlich zu recht wird diese Aufnahme landauf, landab euphorisch gefeiert, frühere Kritiken sind so weit ich das überblikcken kann – mittlerweile Vergangenheit.

Mstislav Rostropowitsch beschrieb die hier zu hörende Aufnahme von Beethovens Tripelkonzert aus dem Jahr 1969 in seinen Memoiren mit folgendem Bonmot:

„Ich habe versucht, Beethoven zu spielen. David (Oistrach) hat geglaubt, er spielt Beethoven. Svjatoslav (Richter) spielte wie immer nur sich selbst und Karajan glaubte, er ist Beethoven.“

Eine schöne Annekdote mit einem wahren Kern: So feierlich, so voll und weich im Klang wie von diesen vier Superstars der klassischen Musik und den süffig spielenden Berliner Philharmonikern habe ich Beethovens Version der klassischen sinfonia concertante nie gehört. Das macht natürlich Spaß, insbesonders wenn sich ein Virtuose wie Richter an dem relativ leichten Klavierpart ababeitet, der für den Widmungsträger, Beethovens damals 16-jährigen Klavierschüler Erzherzog Rudolf von Österreich komponiert war.

Ich vermisse allerdings etwas die Verspieltheit des relativ frühen Beethoven, die rhythmische Stringenz, auch die Aggressivität. Tatsächlich hat dieses großbögige Musizieren teilweise mehr von Tschaikowski als von Wiener Klassik. (vully)

Sviatoslav Richter + Mstislav Rostropovitch

Sviatoslav Richter + Mstislav Rostropovitch

Diser LP-Ausgabe von Beethovens Tripelkonzert ist ein ausführlicher Beitrag mitgegeben, dem man entnehmen kann, welche enormen politischen und logistischen Stolpersteine überwunden werden mußten, bevor der britische EMI-Produzent Peter Andry mitten im Kalten Krieg im geteilten Berlin mit der Aufnahme beginnen konnte. Schließlich waren nicht weniger als drei sowjetische Meistersolisten an der Einspielung maßgeblich beteiligt, die zusammen mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem im September 1969 endlich realisiert werden konnte. Die Mühen waren aber nicht umsonst, denn Svjatoslav Richter (Klavier), David Oistrach (Violine) und Mstislav Rostropovitch (Cello) haben im Verein mit dem Berliner Eliteorchester eine großartige Leistung vollbracht, eine Interpretation von einzigartiger Kultur, die Zeugnis ablegt von einem schier mirakulösen Zusammenspiel. Man höre nur das wundervolle, der Welt entrückte Largo, das für mich den Höhepunkt der Einspielung darstellt.

Das Quartett

Trotzdem will ich nicht unterschlagen, daß gerade diese Aufnahme seit ihrem ersten Erscheinen sehr kontrovers beurteilt wird. So listet sie z.B. der Londoner Musikkritiker Norman Lebrecht in seinem Buch „Ausgespielt“ unter die „20 Aufnahmen, die nie hätten gemacht werden sollen“ und nennt sie „ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch für mangelnde musikalische Kommunikation“, während die englische Moderatorin und Redakteurin des „BBC Music Magazine“, Harriet Smith, zu ganz anderen Eindrücken kommt: „….. Unzulänglichkeiten gibt es in dieser Aufnahme nicht. Drei feurige russische Solisten und die Berliner Philharmoniker unter Karajans Leitung ….. dieses Trio strahlt vor gemeinsamer Lebensfreude, und Karajan sorgt für gefühlvollste Begleitung. In solchen Händen kommt nie der leiseste Zweifel an der Großartigkeit dieses Werkes auf.“ So unterschiedlich können Experten urteilen!
Es ist auch bekannt, daß sich vor allem Svjatoslav Richter später negativ über diese Aufnahme geäußert hat, weil er mit Karajans Dominanz Probleme hatte, der vor allem wenig nachträgliche Änderungen gestattete und stattdessen den Termin für das Titelfoto für wichtiger hielt, und genau dieses Foto fand der Pianist scheußlich und unangemessen. Trotzdem glaube ich, daß diese Aufnahme durchaus ihre Meriten hat und in den Katalogen verbleiben wird, so lange es überhaupt Tonträger zu kaufen gibt. (K.H. Friedgen)

Das Quartett2

Besetzung:
David Oïstrach (violin)
Sviatoslav Richter (piano)
Mstislav Rostropovitch (violoncello)
+
Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan

Booklet03A

Titel:
01. Allegro 17.37
02. Largo 5.32
03. Rondo alla polacca 12.58
+
04. Triplekonzert C-dur op. 56 (ungeschnitten) 36.15

Musik: Ludwig van Beethoven

LabelB1

*
**

Das Quartett3

Lolita – Weihnachten in den Bergen (1969)

FrontCover1.JPGNun ja … auch von dieser Scheibe trenne ich mich nun und natürlich hat auch die Lolita ihren Platz hier:

Die österreichische Sängerin, Schauspielerin und TV-Moderatorin Edith Einzinger alias Lolita besang Ende der 1950er-Jahre das wieder aufkommende Fernweh der Deutschen mit Titeln wie „Der weiße Mond von Maratonga“ und „Seemann, deine Heimat ist das Meer“.

1969 nahm die zierliche Wienerin ein komplettes Weihnachtsalbum auf: Weihnachten in den Bergen zeigt Lolita in ihrem eigentlichen Element. Charmant, gefühlvoll und mit sanfter Stimme führt die 2010 verstorbene Sängerin dort durch ein anmutiges Programm klassischer deutscher Weihnachtslieder. (Werbetext)

Und diese Scheibe weckt doch bei vielen Mensch ganz innige Erinnerungen:
Zugegeben, es klingt schon etwas volkstümlich, dieses Weihnachtsalbum von Lolita aus dem Jahre 1969.
Allerdings kommt die wunderschöne Stimme der Künstlerin gerade bei Weihnachtsliedern, wie ich meine,
am besten zur Geltung.
Und hat jemals jemand „Still, weils Kindlein schlafen will“ stimmungsvoller gesungen als Lolita ?
Das Album bringt bekannte Weihnachtslieder und weniger bekannte alpenländische Stücke, teilweise im Dialekt,alles traumhaft interpretiert.
Also zurücklehnen und dieses schöne Album schon jetzt in der Vorweihnachtszeit geniessen (Oberbaar37)

Lolita

Wie der geneigte Leser erahnen kann, gehört diese LP nicht zu meinen Favoriten … aber dennoch, wenn sich daran jemand erfreuen kann und will … ich würde mich dann freuen.

Aber darauf will ich schon noch aufmerksam machen: Lolita singt hier etliche sehr unbekannte Lieder wie „Auf dem Berg, da gehet der Wind“, „Die Weihnachtsnachtigall“ oder „Verbrennt uns der Himmel“. D,h, sie hat der Versuchung wiederstanden, die altbekannten Klassiker zu interpretieren … das finde ich schon bemerkenswert.

WeihnachtenInDenBergen

Besetzung:
Lolita (vocals)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. Stille Nacht (Gruber/Mohr) 2.47
02. Leise rieselt der Schnee (Traditional) 2.27
03. Auf dem Berg, da gehet der Wind (Traditional) 2.13
04. Die Weihnachtsnachtigall (Traditional) 1.56
05. Schneeflöckchen, Weißröckchen (Traditional) 1.54
06. Heidschi Bumbeidschi (Traditional) 2.54
07. O Tannenbaum (Traditional)  1.58
08. Es wird schon gleich dumpa (Traditional) 2.57
09. Verbrennt uns der Himmel (Traditional) 2.31
10. Husch, husch, husch (Traditional) 3.02
11. Still, weil’s Kindlein schlafen will (Traditional) 2.51
12. Heissa, Weihnacht! (Traditional) 2.17

LabelB1

*
**