Pèrez Pandera & His Tijuana Brass Band – La Cucaracha (ca. 1969)

FrontCover1Wer auch immer dieser „Pèrez Pandera“ war (ich vermute mal ein unbekanntes deutsches Studiorchester), er hat mit seiner „Tijuana Brass Band“ einen wirklich guten Job gemacht. Der Arrangeur J. Dufourny scheint ein aus den Niederlanden zu kommen … eltiche seine Werke erschienen nämlich direkt auf dem niederländischem Markt.

Veröffentlicht wurde dieses Album auf Label „Fass Schallplatten“ und diese Abkürzung steht „Für Alle  Schallplatten Sammler“ … da freut sich natürlich das Sammlerherz. Noch mehr hätte ich mich gefreut, wenn ich irgendwo was über dieses Label (von denen ich bei mir noch einige Scheiben herumstehen habe) in Erfahrung hätte bringen können.

Aber: Fehlanzeige !

Das Schlagwort „Tijuana“ steht für die gleichnamige mexikanische Grenzstadt und wurde insbesondere von Herb Albert zum Synonym für jene leicht-beschwingte Musik gemacht, deren Wurzeln wohl in der maxikanischen Volksmusik zu finden sind.

Und genau unter diesem Aspekt ist dieses „No name“ Produkt wirklich rundherum gelungen.

Also: ein durchaus empfhelenswertes Album, wenn einem der Sinn nach sonniger Musik quasi als Vorbereitung auf den Sommer 2020 steht …

MexicanHatDance
Besetzung:

Pèrez Pandera & His Tijuana Brass Band

BackCover1Titel:
01. La Cucaracha (Traditional) 2.30
02. Cielito lindo (Fernandez) 2.03
03. Wein, Weib und Gesang (Strauß) 2.32
04. La Pèrica (Traditional) 2.04
05. Donna Donna (Traditional) 2.12
06. Mexican Hat Dance (Patrichala) 2.18
07. If I Had A Hammer (Traditional) 3.00
08. Guantanamera (Traditional) 2.32
09. Vive l´amour (Traditional) 2.18
10. La mattchiche (Traditional) 2.03
11. Hindu-Lied (Rimsky-Korssakoff) 2.15
12. Carmen (Bizet) 2.24

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Tijuana

James Last – Hair (1969)

FrontCover1Und jetzt vergessen wir einfach mal alle unsere kollektiven Vorurteile gegen dem James „Hans“ Last und lauschen dieser LP.

Der James ließ ja kaum irgendeiner Musikrichtung aus, um sie seinem perfekten Sound zu „unterwerfen“.

Und der Begriff „perfekter Sound“ passt selten so gut, wie für diese LP,

Denn was wir hier hören wir perfekter Jazz-Rock im Sound jener Jahre. Mehr als einmal bildete ich mir ein, Herbie Mann zu hören … Stichwort „Memphis Underground“.

Die Melodien von dem Musical „Hair“ kennt wohl fast jeder (‚Stichwort: kollektives Bewusstsein), aber wie der James Last diese dann auf diesem Instrumental-Album interpretierte, ist aller Ehre wert.

Oder aber auch:

Funk-, Psych- and Groove-Record of the famous Hippie-Musical – one the best James Last LPs ever!!! (musicandarts.de)

Erwähnt sei noch, dass auf diesem Album der legendäre deutsche Bassist Benny Bendorff (ex- The Tonics) seinen Einstand im James Last Ensemble gab. Er blieb dabei bis in das Jahr 2002,  Am 29. März 2016 ist er dann im Alter von 69 Jahren verstorben.

BackCover

Besetzung:
James Last Band

USFront+BackCover

Titel:
01. Aquarius 3.15
02. Frank Mills 2.04
03. Colored Spade 1.52
04. Ain’t Got No 2.54
05. Good Morning Starshine 5.36
06. Hare Krishna 3.33
07. Let The Sunshine In 2:27
08. Walking In Space 3.28
09. Easy To Be Hard 1.58
10. Where Do I Go 3.55
11. Hair 4.18

Musik komponiert von

 

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MC2

AlternateFront+BackCoverCover

Alternatives Front + Back Cover

Hüllentext

Helmut Qualtinger u.a. – Wiener Bezirksgericht (1969)

FrontCover1Er war ganz sicher ein Ausnahmetalent der österreichischen Kulturszene, der Helmut Qualtinger:

Helmut Gustav Friedrich Qualtinger (* 8. Oktober 1928 in Wien; † 29. September 1986 ebenda; oft als Helmuth Qualtinger geführt) war ein österreichischer Schauspieler, Schriftsteller, Kabarettist und Rezitator.

Qualtinger wuchs im Milieu des gehobenen Mittelstandes und Bildungsbürgertums in Wien auf. Sein Vater Friedrich war Gymnasiallehrer für Mathematik, Physik und Chemie am Alsergrunder Realgymnasium IX Glasergasse, heute Erich Fried Realgymnasium, und ein glühender Nationalsozialist, seine Mutter Ida (geb. Ladstätter) Hausfrau. Qualtinger, der seit seiner Jugend ein begeisterter Leser war, gründete als Gymnasiumsschüler gemeinsam mit Walter Kohut und dem Sohn des Burgschauspielers Philipp Zeska die „Mozart-Bühne“, ein Jugendtheater. Deren erste Aufführung (Nur keck! von Johann Nestroy) wurde vom Schriftsteller Heimito von Doderer besucht, der den Regisseur und Hauptdarsteller Qualtinger ermutigte, diesen Weg weiterzugehen. Zunächst studierte er Medizin und Publizistik, brach das Studium jedoch ab und begann eine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien; frühe Theaterversuche in Wien und Graz endeten zunächst mit Misserfolgen.

Qualtinger02Qualtinger betätigte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Journalist, war Gasthörer am Max-Reinhardt-Seminar und spielte auf einer Studentenbühne. Erste Auftritte als Kabarettist folgten ab 1947 im Studio der Hochschulen in Wien, in der Kabarett-Revue Die Grimasse. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er aber schon im Mai 1945 als selbsternannter Kulturkommissar. Er wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht für drei Monate inhaftiert, weil er mit einem Sowjetstern auf der Brust und einem selbstausgefertigten Ermächtigungsschreiben eine Villa für die Gründung eines linksgerichteten Theaters beschlagnahmt und Schauspieler geworben hatte. Qualtinger behauptete, ein Freund des Bürgermeisters, Leopold Hofrichter, habe ihn dazu ermächtigt, was dieser bestritt.
1949 hatte sein erstes Theaterstück Jugend vor den Schranken in Graz Premiere und erregte bei seiner Uraufführung als Halbstarkendrama, das sich der Verelendung der österreichischen Nachkriegsjugend widmet, einen Skandal. Ein großer Teil der Zuschauer protestierte mit lauten Rufen besonders bei den Szenen, die die Verfallssymptome dieser Kategorie von straffällig gewordenen Jugendlichen zum Ausdruck brachten. Im ersten Drittel der Aufführung nahmen die Kundgebungen solche Formen an, dass zum Schutz der Darsteller ein größeres Polizeiaufgebot angefordert werden musste. Der Gipfel der Demonstrationen wurde erreicht, als in einer Szene der Darsteller der Rolle des Staatsanwaltes als Sühne die Todesstrafe forderte und daraufhin das Publikum schrie: „Ja, für den Verfasser!“ Das Stück wurde schon am nächsten Morgen vom Spielplan genommen. In den Jahren bis 1960 arbeitete er vor allem an verschiedenen Kabarett-Stücken mit dem namenlosen Ensemble (Gerhard Bronner, Carl Merz, Louise Martini, Peter Wehle, Georg Kreisler, Michael Kehlmann). Seine „Travnicek-Dialoge“ mit Gerhard Bronner (Autoren: Merz und Qualtinger) sind in die Kabarett-Geschichte eingegangen.

Qualtinger war bekannt für seinen Schabernack. 1951 erlangte er internationale Popularität, als er es schaffte, eine Zeitungsente zu lancieren, in der der Wien-Besuch des berühmten Eskimodichters Kobuk mit seinem Werk Das brennende Iglu angekündigt wurde. Zahlreiche Reporter versammelten sich am 3. Juli 1951 am Wiener Westbahnhof. Dem Zug entstieg statt des erwarteten Gastes Helmut Qualtinger mit Pelzmantel und -mütze. Von einem Radioreporter nach seinem ersten Eindruck von Wien befragt, antwortete er: „Haaß is’“ (heiß ist’s).

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1961 trat Qualtinger in dem Ein-Personen-Stück Der Herr Karl (Regie: Erich Neuberg) als Feinkostmagazineur auf und schaffte damit seinen Durchbruch im deutschen Sprachraum. Der Herr Karl arbeitet im Keller eines Lebensmittelladens und erzählt einem imaginären Kollegen (im Film der Kamera) von seinem Leben vor, während und nach dem Krieg. Oberflächlich betrachtet erscheint der Herr Karl als netter Kerl mit liebem Blick („I kann scheen schaun“). Doch nach und nach erfährt der Zuschauer von dem Wendehals und Opportunisten Herrn Karl, der eigentlich ein gefährlicher, weil unberechenbarer, Mitläufer ist. Hier ist seine Intonation bezeichnend: Von einer Bewunderung der Nazis auf Wienerisch wechselt er schlagartig in eine Art verordneten Ekel in der Hochsprache. Wahrscheinlich haben mehrere authentische Gestalten als Vorbilder für den Herrn Karl gedient, unter anderem ein Magazineur, mit dem Qualtingers Kollege Nikolaus Haenel in einer Wiener Feinkosthandlung gearbeitet hatte. Zusammen mit Carl Merz schuf Qualtinger mit dem Herrn Karl eine Schreckensfigur, die ihm in Österreich viele Feinde und sogar Morddrohungen einbrachte; so offen hatte vor ihm noch niemand den Durchschnittsbürger als Mittäter entlarvt und dargestellt.

Helmut Qualtinger galt eher als schonungsloser Kritiker des gemeinen Mannes denn als Kritiker der Mächtigen. Dennoch wurde ihm nachgesagt, dass er mit dem Lied Der Papa wird’s schon richten (Text und Musik: Gerhard Bronner) den Rücktritt des damaligen Nationalratspräsidenten Felix Hurdes bewirkte; dessen Sohn war in einen Autounfall mit Todesfolge verwickelt, was vertuscht werden sollte. Seine Meinungen und Kommentare schrieb er in einer bürgerlichen Zeitung, dem Kurier; beispielsweise von 1955 bis 1961 gemeinsam mit Carl Merz die wöchentliche Glosse Blattl vor’m Mund.

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Ab den 1970er Jahren verstärkte Qualtinger seine schriftstellerische Tätigkeit und ging vermehrt auf Lesetourneen. Seine Lesungen eigener und fremder Texte (so auch Adolf Hitlers Mein Kampf) waren so erfolgreich, dass sie auch auf zahlreichen Sprechplatten erschienen. Neben und vor allem nach seinen Kabarettzeiten spielte er unzählige Theater-, Film- und Fernsehrollen, zuletzt 1986 den Mönch Remigio da Varagine in Der Name der Rose nach Umberto Ecos Roman an der Seite von Sean Connery.

Während der Aufnahmen zu dem Film Der Name der Rose erkrankte er schwer, in den letzten Filmszenen musste häufig unterbrochen werden, da er starke Schmerzen hatte. Es wurde sein letzter Film. Im Alter von 57 Jahren starb Qualtinger am 29. September 1986 in seiner Geburtsstadt Wien an Leberzirrhose, einer Folge seines Alkoholismus. Er ist in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33 G, Nummer 73) beerdigt.

Helmut Qualtinger war zweimal verheiratet – zunächst ab 1952 mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Leomare Seidler und ab 1982 mit der Schauspielerin Vera Borek. Er hatte aus erster Ehe einen Sohn, den Maler, Schriftsteller, Musiker und Kabarettisten Christian Heimito Qualtinger (* 1958). In den Jahren von 1960 bis 1976 lebte Helmut Qualtinger in einem Wiener Gemeindebau in Wien Döbling (Paradisgasse – Daringergasse – Traklgasse, zwischen Sieveringerstraße und Grinzinger Allee). Dieser Gemeindebau trägt seit 1998, durch die Gemeinde Wien veranlasst, ehrenhalber den Namen Helmut-Qualtinger-Hof. Zuletzt war er Mieter einer weitläufigen Wohnung in dem in der Wiener Innenstadt gelegenen Heiligenkreuzerhof, der dem Stift Heiligenkreuz in Niederösterreich gehört. Im Jahr 2002 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Helmut-Qualtinger-Gasse nach ihm benannt.

Auf der Bühne trat Qualtinger vor allem am Wiener Volkstheater unter der Regie und in der Direktion von Gustav Manker auf. In Johann Nestroys Eine Wohnung zu vermieten (1962) und als Titus Feuerfuchs in Der Talisman (1969), als Untersuchungsrichter Porfiri Petrowitsch in Dostojewskis Schuld und Sühne (1969) und als Zauberkönig in Geschichten aus dem Wiener Wald (1968), aber auch in Shakespeare/Dürrenmatts König Johann (1970) und unter der Regie von Bernd Fischerauer in Wolfgang Bauers Uraufführung von Sylvester oder das Massaker im Hotel Sacher (1971) und als Dorfrichter Adam in Kleists Der zerbrochne Krug (1972), den er zuvor 1971 am Hamburger Thalia Theater gespielt hatte. Am Theater in der Josefstadt spielte Qualtinger in Schillers Der Parasit (1950, Regie: Gustav Manker), den Fiscur in Molnars Liliom (1960) und den Schuster Knieriem in Nestroys Lumpazivagabundus (1964).

Speziell Nestroys Titus Feuerfuchs in Der Talisman war in Qualtingers Darstellung ein Bruch mit der Wiener Darstellungstradition und verließ völlig die gewohnte Schiene dieser Rolle, „seine physische Massigkeit und behäbige Gefährlichkeit war weit entfernt von der ‚alerten, figarohaften Quecksilbrigkeit‘ des charmanten Hallodris“. Er wuchtete stattdessen einen gefährlichen Anarchisten auf die Bühne. Neben ihm spielte Brigitte Swoboda die Salome Pockerl. (Quelle: wikipedia)

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Hier eine kleine Kostprobe seines Könnens. Die Serie „Wiener Gerichtsgericht“ (vergleichbar mit dem „Königlich bayerischen Amtsgericht“) war zumindest so erfolgreich, dass insgesamt 4 LP´s mit Szenen aus der österreichischen Gerichtsbarkeit erschienen.

Die G´schichterl basieren auf den Erfahrungen des Gerichtsreporters Günther Fritsch, der seit

Günther Fritsch

Bekannt wurde er durch seine seit 1961 täglich in der Wiener Kronenzeitung erscheinende satirische Kolumne aus dem Gerichtsmilieu, die er zum Teil angeblich erfunden hatte. Die Serie wurde so erfolgreich, dass sie Bücher (Heiteres Bezirksgericht) und fünf Langspielplatten (Wiener Bezirksgericht) u. a. mit Helmut Qualtinger nach sich zog.

Die erste Folge dieser Reihe nahm man im April 1965 mit Erni Mangold, Helmut Qualtinger, Kurt Sowinetz, Otto Kobalek und Heinz Reincke auf. Bei der zweiten Folge von 1966 wirkten Lotte Lang, Fritz Muliar, Helmut Qualtinger und Otto Kobalek mit. Der 3. Teil erschien im Sommer 1971 mit Qualtinger, die vierte Episode vom Herbst 1971 bestritten Brigitte Swoboda, Ernst Meister, Helmut Qualtinger und Kurt Sowinetz.

Hier nun eine Single für den deutschen Markt, bei der er als Grantlhuber, Griesgram, Stänkerer und Querulant in Erscheinung tritt, begleitet von Kolleginnen und Kollegen wie Fritz Muliar, Kurt Sowinetz, Lotte Lang und Heinz Reincke … glaubt man den wikipedia Angaben, stammen diese aus dem Jahr 1965, als eben die erste Folge auf LP publiziert wurde.

Besetzung (Sprecher):
Helmut Qualtinger – Fritz Muliar – Kurt Dowinetz – Lotte Lang – Otto Kobalek – Heinz Reincke – Erni Mangold

 

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Titel:
01. Zwei Urwiener (Helmut Qualitner – Fritz Muliar)
02. Ja, ja (Helmut Qualtinger – Kurt Sowinetz)
03. Giftfreie Farben (Helmut Qualtiner – Kurt Sowinetz – Lotte Lang)
04. 5:0 (Kurt Sowinetz)
05. Der Tandler und der Mime (Helmut Qualtinger – Kurt Sowinetz)
06. Kinogeflüster (Helmut Qualtinger – Kurt Sowinetz – Otto Kobalek)
07. Die „Frau Gemahlin“ (Helmut Qualtinger – Otto Kobalek – Heinz Reincke – Erni Mangold)

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VA – Electric Underground (1969)

FrontCover1.jpgHier ein weiterer Sampler aus jenen wilden Jahren, die viele von uns ganz schön geprägt haben … und dieser ist ganz besonders reizvoll und interessant, weil er voll mit obskurem Zeug ist.

Das lag wohl vor allem daran, dass das Liberty Label wohl meinte, nicht genügend internationale Acts zuhaben und so entsann man sich auf eine damals sehr beliebte Methode.

Man ließ einfach unbekannte Coverbands internationale Hits nachspielen.

Den Anfang machte dabei die Gruppe „The Sunset Music Corporation“ mit ihrer Fassung von „Born To Be Wild“ (Kategorie: dürftig).

Es folgen dann aus der Kategorie so la la „Whole Lotta Love“ („Widow) und „The House Of The Rising Sun“ („Talk, da hatte wohl der Les Humphries sein Pfoten drin).

Den Don Adams (02.Mai 1942 – 24. Juni 1995) gab´s in echt ; er war ein schottischer Jazz, Blues und Soul-Sänger, der hier in Deutschland Wurzeln schlug, vermutlich weil er als Mitglied des deutschen „Hais“ Ensembles ein wenig erfolgreich war.

Naja, und gleich ein paar Klassen besser waren dann „Motherood“ mit ihrer „Cream“ Version von „I feel Free“ … kein Wunder, der „Motherhood“ war ein Zwischenschrit von Klaus Doldinger, bevor er dann mit „Passport“ endgültig abhob.

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Motherhood

Und wenn man die Besetzungsliste der damaligen Motherhood liest, da kann es einem nur warm um Herz werden:

Klaus Doldinger (saxophones, clarinet, keyboars) – Paul Vincent (guitar) – Lothar Meid (bass) – Udo Lindenberg (drums, vocals).

Die Spencer Davis Group war damals hingegen bereits im Sinkflut (sie lösten sich 1969) auf, aber immerhin können sie mit einem gewissem Stolz darauf verweisen, dass ihr „Don’t Want You No More“ kurze Zeit später dann von der Allman Brother Band gecovert wurde und diese Version ist dann doch deutlich besser als das Original.

Auch die Petards  gab´s wirklich (ich weiß beim besten Willen nicht, warum ich die bisher hier so sträflich vernachlässigt habe). Mit „Pretty Liza“ hatten sie einen ihren größten Erfolge. Sie kamen übrigens aus dem nordhessischem Willingshausen bei Schwalmstadt.

Und der Underground zieht dann endlich mit Kim Fowley ein. Und auch die The Easybeats, hatten damals ihren Zenit längst +übershritten, aber die waren schon mal ne dufte Band.

Also, jede Menge rares Zeug hier präsentiert, und das nicht mal für nen Appel und Ei … Also: Soundforscher aufgepasst !

So können wir dann zu guter Letzt auch Damnation Of Adam Blessing, eine arg unbekannte Band aus Ohio hören.

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Titel:
01. The Sunset Music Corporation: Born To Be Wild (Bonfire) 2.44
02. Widow: Whole Lotta Love (Page/Plant/Jones) 3.57
03. Don Adams: Degeneration (Waldron) 2.47
04. Talk: The House Of The Rising Sun (Traditional/Menke/Lennon/Humphries) 3.27
05. The Motherhood: I Feel Free (Bruce) 4.02
06. Damnation Of Adam Blessing: Last Train To Clarksville (Boyce/Hart) 3.00
07. The Spencer Davis Group: Looking Back (Davis/Sawyer) 3.44
08. The Petards: Pretty Liza (K.Ebert/E.Ebert) 2.34
09. Kim Fowley: Bubble Gum (Fowley/Cerf) 2.27
10. The Spencer Davis Group: Don’t Want You No More (Davis/Hardin) 3.08
11. The Motherhood: Back In The Grass (Nero) 2.35
12. The Easybeats: I Can’t Stand It (Williams/McPherson) 2.55

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Und auch diese Präsentation war nur möglich durch die tatkräftige Untersützung des werten Herrn Ärmel. Dafür ein herzliches Dankeschön !

Kenny Ball & His Jazzmen – In Berlin (1969)

FrontCover1Und schon wieder so ´ne Platte, die eigentlich gar nicht hierher gehört aber dennoch hier präsentiert wird.

Und der spezielle Grund ist diesmal, dass der Kenny Ball & His Jazzmen am 10, September 1968 einen Liveauftritt im Friedrichstadt-Palast, Berlin hattenund Amiga Records diesen Auftritt mitgeschnitten hatten und daraus 2 Langspielplatten fabrizierte.

Hier ist der erste Teil dieser Aufnahmen.

Kenny Ball (1930 – 2013):
Im Unterschied zu seinen Kollegen war Kenny Ball ursprünglich nicht am New Orleans Revival sondern vielmehr an einer moderneren Spielhaltung in der Art der unvergessenen Armstrong All Stars – inkl. Jazzversionen von populären Melodien – interessiert. Exakt damit kletterte die1958 gegründete Band auf der Erfolgsleiter nach oben und erzielte 1962 mit ‚Midnight in Moscow’ den internationalen Durchbruch – und gleichzeitig ihre erste Goldene Schallplatte.  (Quelle: jazztage-dresden.de).

Kenny Ball ist für mich hinsichtlich des Erfolges der „kleine Bruder“ von Chris Barber (Barber war ein wenig innovativer) und hier lääßt sich feststellen, dass seine Jazzmen wirklich im Schweinsgalopp spielen können.

Traditional Jazz der höchst vergnüglichen Art und es mag so gar stimmen, wenn über diese LP geschrieben wird:

„Unter Kenny Balls rund 50 LP‘s/CD‘s rangiert nach Meinung der internationalen Fachkritik die 1968 in Ostberlin entstandene AMIGA-Konzertproduktion (Friedrichstadtpalast) an oberster Stelle unter den Live-Aufnahmen!“ (Quelle: jazztage-dresden.de)

Und ich hätte gerne mehr Einblick in die Phasen der Entscheidungsfindung der damaligen Kulturverantwortlichen, welche der „ausländischen“ Bands man nach Berlin eingeladen hat. Scheint mir schon ein spannendes Kapitel zu sein.

Meines Wissens sind diese Aufnahmen nur in der DDR erschienen.

KennyBallJazzmen1969

Kenny Ball & His Jazzmen (1969)

Besetzung:
Kenny Ball (trumpet, vocals)
John Bennett (trumpet)
Ron Bowden (drums)
Andy Cooper (clarinet, vocals)
Paddy Lightfood (banjo, vocals)
Vic Pit (bass)
Ron Weatherburn (trombone)

BackCover1

Titel:
01. Muskrat Rumble (Ory/Gilbert) 4.00
02. Ain’t Misbehavin‘ (Waller/Brooks/Razaf) 4.00
03. Tin Roof Blues (Brunies) 6.59
04. Shinem (Traditional) 4.13
05. Midnight In Moscow (Solowjow/Sedoi) 2.58
06. Bourbon Street Parade (Barbarin) 3.33
07. Avalon (Rose/Jolson/DeSylva) 7.33
08. I Shall Not Be Moved (Traditional) 2.48
09. Georgia Swing (Morton/Pecora) 4.11

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Verschiedene Interpreten – Gala-Show der Stars (1970)

FrontCover1.JPGUnd wieder einmal eine dieser sog. Benefiz-LP´s der 70er Jahre …

Wir schreiben das Jahr 1970 und bei dieser LP geht es darum, die „Deutsche Sporthilfe“ zu unterstützen. Klar, es ging um die Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 1972 in München … da wurde dieses Ereignis gepusht wie sonst noch was.

Und deshalb schreibt auch der schleimige und „ehrenwerte“ Herr Josef Neckermann ein paar Zeilen. Zur Erinnerung:

Am 15. September 1935 wurden die Nürnberger Rassengesetze erlassen. Jüdische Kaufleute wurden dadurch sowohl persönlich als auch unternehmerisch unter Druck gesetzt und deren Unternehmen auf legale Weise zu Spottpreisen „arisiert“. Neckermann profitierte mehrfach von diesen Zwangsverkäufen:

Josef Neckermann ließ sich von seiner Mutter seinen Erbanteil an der Kohlenhandlung in Höhe von 200.000 Reichsmark (RM) auszahlen. Am 25. Oktober 1935 übernahm er vom jüdischen Unternehmer Siegmund Ruschkewitz (1871–1940)[2] für 100.000 RM (wovon durch Neckermann nur 46.000 RM auf ein Sperrmark-Konto überwiesen wurden)[3] dessen 1898 gegründetes und wenig später in der Würzburger Schönbornstraße[4] befindliches Textilkaufhaus sowie das Niedrigpreisgeschäft Merkur mit insgesamt 130 Angestellten und 60 Außendienstmitarbeitern unter Übernahme der Schulden und Hypotheken. Die Warenhausbranche steckte in diesen Jahren in der Krise und der Kaufpreis lag deutlich unter dem Wert des Unternehmens.

Neckermann war 1933 der Reiterstaffel der SA beigetreten und wurde 1937 mit der Mitgliedsnummer 4.516.510 in die NSDAP aufgenommen. Im Jahr darauf entstand durch Arisierung des Unternehmens von Karl Amson Joel, (dem Großvater des US-amerikanischen Singer-Songwriters Billy Joel und des Dirigenten Alexander Joel) – er hatte sich in Nürnberg und in Berlin ein florierendes Textilherstellungs- und -versandunternehmen aufgebaut – die Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann.

Neckermann drückte den Kaufpreis und richtete beim Bankhaus Hardy & Co. in Berlin ein Treuhandkonto auf – wie sich im späteren Wiedergutmachungsprozess herausstellte – seinen eigenen Namen ein. Neckermann begründete dies damit, dass er das Geld vor dem Zugriff der NSDAP schützen wollte. Der mittlerweile in die Schweiz geflüchtete Joel klagte auf Auszahlung des Geldes, die Klage wurde aber mit der Begründung abgewiesen, er sei „Devisenausländer“.

Neckermann besaß damit das viertgrößte deutsche Textil-Versandhaus (nach Quelle, Witt Weiden und Schöpflin). Mit den Unternehmen Joels übernahm Neckermann auch den Mietvertrag von dessen Villa in der Tannenbergallee im Berliner Westend, die er mit seiner Frau Annemarie Neckermann bezog. (Quelle: wikipedia)

Das nur so am Rande … aber unerwähnt lassen wollte ich diese Fakten nicht.

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Nun gut … wir hören hier ausschließlich „Stars“ aus dem Hause Decca/Telefunken:

Die meisten davon kann man in die Kategorie „abgehalfterte Schlagersternchen“ einordnen … das gilt natürlich nicht für die Knef die hier gleich zweimal vertreten ist. Und auch die Valente war alles andere als ein kurzfristiger Erfolg.

Aber dann treten u.a. auf: Die Peggy March (die fand ich damals Klasse), Manuela (deren Frühwerke Mitte der 60er Jahre hatten wirklich Pfiff) und die France Gall (nun ja … die fand ich als 15jähriger auch nicht schlecht *ggg*).

Der Ronny ist auch vertreten und eine Tanja Berg zelebriert die deutsche Version des Gassenhauers „Na Na Hey Hey Goodbye“ …

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11 der 12 Songs erschienen übrigens auch als Single, nur die „Schiwago Melodie“ in der Fassung von Martin Böttcher gab´s damals nur auf einer LP (zumindest mein jetziger Kenntnisstand) … da damals lauschenden Damen war das sicherlich gleichgültig, denn zum Schmelzen brachte sie diese Melodie auch so.

Gleiches gilt wohl für den ersten Peter Maffay Hit „Du“ … der hier ja neulich schon mal sehr kritisch bewertet wurde. Nicht ganz zu Unrecht … aber ich gestehe freimütig … damals hörte ich mir den Songs heimlich, ganz heimlich an (bevor ich dann wieder „Paranoid“ von Black Sabbath auflegte …) er wecke in mir als eben 15jährigen Knaben furchtbare Sehnsüchte nach der ewigen, allumfassenden Liebe … nun ja … das Leben hat mich natürlich eines anderen gelehrt … aber ich gestehe nicht minder freimütig: selbst heute noch lösen diese Zeilen (und die entsprechende Musik) in mir … sentimental-kitschige Emotionen rühren sich und der sentimentale Hund in mir, beginnt mit dem Schwanz zu wedeln (das soll jetzt allerdings kein obszöne Metapher sein …).

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Schwamm drüber.

Solche Benefiz LP´s haben ja auch immer wieder aus heutiger Sicht ein paar Raritäten zu bieten,so auch hier:

Da ist zum einen ein „Michelangelo“: Der heißt eigentlich Rainer Limpert:

Michelangelo, bürgerlich Rainer Limpert, (* 10. Mai 1946 in Binenwalde, Gühlen-Glienicke) ist ein deutscher Schlagersänger.

Rainer Limpert besuchte das Gymnasium bis zur Obersekunda und absolvierte dann die MichelangeloAusbildung zum Buchhändler. In Frankfurt am Main nahm er Gesangsunterricht und wirkte in der Pop-Band seines Bruders mit.

1969 veröffentlichte er seine erste Single Sie trägt blau, blau, blau und trat mit seinen Begleitmusikern als Michelangelo and his Group damit am 18. Oktober 1969 in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade auf. Die Singles Sie trägt blau, blau, blau und Wie ein Feuerwerk schafften es in die „Top 20“ der Zeitschrift Musikmarkt. 1971 konnte er seinen Titel Du bist meine Liebe zwei Wochen lang in den niederländischen „Top 40“ platzieren und erreichte dort Platz 22. Am 13. September 1971 trat er im ZDF-Magazin Die Drehscheibe als Sänger auf. Außerhalb der Niederlande erzielte er keine Charterfolge. Ein Tag mit Maria wurde ebenfalls von Michael Holm 1972 veröffentlicht.

Als 1971 Gunter „Yogi“ Lauke auf Anfrage von Albert-Carl Weiland (SR) Sänger für das Gesangsensemble Family Tree suchte, holte er Limpert mit ins Boot. Limpert sang bis zur Auflösung 1975 bei der Formation. (Quelle: wikipedia).

Er bracht es wohl auf insgesamt 8 Singles und hier macht er seine Sache gar nicht mal so schlecht.

Und dann haben wir noch eine gewisse Kirsti (Sparboe) … und stammte aus Norwegen:

Kirsti Sparboe (* 7. Dezember 1946 in Tromsø) ist eine norwegische Schlagersängerin und Schauspielerin.

Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete sie als Sekretärin. Sie trat in einer Tanzkapelle auf, nahm Gesangsunterricht und erhielt mit 17 Jahren ihren ersten Schallplattenvertrag. Bereits mit ihrer ersten Single Ballerina war sie 1964 in Norwegen und Schweden erfolgreich. 1965 nahm sie mit Karusell erstmals für Norwegen am Eurovision Song Contest teil, blieb aber ohne Erfolg wie auch bei ihren Teilnahmen 1967 und 1969.

KirstiEnde der 1960er Jahre kam sie unter dem Namen „Kirsti“ mit ihren von Telefunken produzierten Schlagern auch in die deutsche Hitparade. Ihren größten Erfolg hatte sie in der Bundesrepublik mit dem Titel Ein Student aus Uppsala, womit sie 1969 14 Wochen lang in den deutschen Charts vertreten war. 1970 beteiligte sie sich mit Pierre, der Clochard an der deutschen Vorentscheidung für den Grand Prix, konnte sich jedoch nicht qualifizieren. Mit den Singles Die treuen Husaren, Herzklopfen, Ich hab’ in Essen mein Herz vergessen, Pierre, der Clochard, Mr. Christopher Brown und Napoleon und Josephine konnte sie sich noch in einigen Rundfunk-Hitparaden platzieren. Sie wirkte auch in einigen Filmproduktionen mit. (Quelle: wikipedia)

Die konnte sich übrigens wesentlich länger halten … Bis in die 80er Jahre veröffentlichte LP`s und Singles.

Aber jetzt hinein ins Vergnügen, frei nach dem Motto:

Was so alles geschieht,
in der Carnaby Street,
und ein Carnaby Boy
spielt auf seiner guitar
für die Leute ein Lied
in der Carnaby Street.

Was so alles geschieht,
ja die Girls und die Boys
kommen raus aus dem Haus,
denn sie hören den Beat
in der Carnaby Street.

Allen geht der Beat in die Beine,
und die Melodie geht ins Ohr,
ja und alle denken das eine.
Das gibt es nur in der Carnaby Street.

Was so alles geschieht
in der Carnaby Street,
ja die Girls und die Boys
pfeifen alle das Lied
auf der Carnaby Street.

Was so alles geschieht
in der Carnaby Street,
ja die Girls und die Boys
zahlen gerne den Preis
und sie kaufen den Hit
auf der Carnaby Street.

la la la la …

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Titel:
01. Peggy March: In der Carnaby Street (Mayer/Bradtke) 3.05
02. Michelangelo: Wie ein Feuerwerk (Siegel/Sondock) 2.38
03. Caterina Valente: Tausend rosarote Pfeile (Little Arrows) (Hammond/ Hazelwood/Henning) 2.45
04. Peter Maffay: Du (Orloff/Kunze) 3.28
05. Hildegard Knef: Eins und eins, das macht zwei (Niessen) 2.53
06. Tanja Berg: Na Na Hey Hey Goodbye (de Carlo/Frashmur/Leka/Holm) 3.20
07. Hildegard Knef: Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hammerschmid/Knef) 3.12
08. France Gall: A Banda (de Hollanda/Weyrich/Conta) 2.53
09. Manuela: Wenn du liebst (Heider/Relin) 3.59
10. Martin Böttcher: Schiwago-Melodie (Jarre) 2.12
11. Kirsti: Ein Student aus Uppsala (Mayer/Buschor) 2.17
12. Ronny: Nun leb wohl (Roloff/Hee) 2.55

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Die deutschen Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexico City:

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In Memoriam: Julia Edenhofer (1946 – 2018)

Leider habe ich erst heute davon erfahren:

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Julia Edenhofer (* 14. Dezember 1946 in München; † 29. Dezember 2018) war eine deutsche Buchautorin und Hörfunkmoderatorin beim Bayerischen Rundfunk.

Nach dem Studium der Werbewissenschaften ging Julia Edenhofer zum Bayerischen Rundfunk. Bereits 1968 war sie als Sprecherin an der Sendung Club 16, einer beliebten wochentäglichen Radioshow auf Bayern 2, beteiligt. Von 1971 bis 1992 war sie Moderatorin von Radiosendungen auf Bayern 3 wie Frisch aus der Presse, Goldtimer, Meet the Beat und The Worlds Best Music. 1976 führte sie gemeinsam mit Thomas Gottschalk durch die Fernsehsendung Szene ’76. 1979 wurde sie festangestellte Musikredakteurin bei BR3, wo sie für die Programmgestaltung von Sendungen wie Hitkiste, Morgentelegramm und Radiotime verantwortlich war. Außerdem moderierte sie neben Georg Kostya die populäre Oldiesendung The Beat goes on in den 1980er Jahren.

Edenhofer schrieb erfolgreiche Lexika über Oldies, Rock- und Popmusik, aber auch Bücher über Stars wie Madonna, Sasha, Blümchen, George Clooney und Bruce Springsteen. Daneben betätigte sie sich regelmäßig auch als Übersetzerin. Edenhofer starb nach langer Krankheit am 29. Dezember 2018 im Alter von 72 Jahren. (Quelle: wikipedia)

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Julia Edenhofer mit der Gründungsmannschaft vom „Club 16“: Walther von La Roche (rechts) und Rüdiger Stolze

Julia Edenhofer, über viele Jahrzehnte beliebte Moderatorin und Musikredakteurin des Bayerischen Rundfunks sowie Verfasserin viel gelesener Musikliteratur, ist am 29. Dezember 2018 in München gestorben. Dies berichtet der „Münchner Merkur“ in seiner Ausgabe vom 3. Januar. Nach Angaben des Blattes trauern ehemalige Kollegen um die Musikexpertin, die im Alter von 72 Jahren einer schweren Krankheit erlegen ist. Peter Machac (79): „Ich habe Julia vor ein paar Monaten getroffen, da sah sie bereits sehr schlecht aus und war mitten in der Chemo-Therapie.“ Fritz Egner (69) bescheinigt ihr „ein profundes Wissen im Bereich gehobener Popmusik, eine akribische Recherche für ihre Sendungen und großes Engagement“.

edenhofer01Julia Edenhofer liebte die Popmusik, war geprägt von der sehr lebendigen Szene der 1960er und 1970er-Jahre. Und machte ihre Passion zum beruflichen Mittelpunkt. Nach dem Studium der Werbewissenschaften ging sie zum Bayerischen Rundfunk. Bereits 1968 war sie als Sprecherin an der Sendung „Club 16“, einer wochentäglichen Radioshow auf Bayern 2, beteiligt. Von 1971 bis 1992 war Edenhofer Mitarbeiterin der ersten Stunde bei BAYERN 3 und Moderatorin von Sendungen wie „Frisch aus der Presse“, „Goldtimer“, „Meet The Beat“ oder „The Worlds Best Music“. 1976 führte sie gemeinsam mit Thomas Gottschalk durch die Fernsehsendung „Szene ’76“. 1979 wurde Julia Edenhofer festangestellte Musikredakteurin bei BR3, wo sie für die Programmgestaltung von Sendungen wie „Hitkiste“, „Morgentelegramm“ und „Radiotime“ verantwortlich war. Außerdem moderierte sie neben Georg Kostya die Oldieshow „The Beat Goes On“ in den 1980er Jahren. Ab 1992 war sie auf BAYERN 1 mit weiteren Musiksendungen wie „Gute Nacht Freunde“ zu hören.

Julia Edenhofer schrieb zahlreiche Nachschlagewerke über Oldies, Rock- und Popmusik, aber auch Bücher über Stars wie Madonna, Sasha, Blümchen, George Clooney und Bruce Springsteen. Daneben betätigte sie sich regelmäßig auch als Übersetzerin.

Daniela Arnu von Hörfunkdirektion des Bayerischen Rundfunks: „Wir erinnern uns an eine Frau, deren Leidenschaft das Radio und vor allem die Musik war. Die Nachricht von ihrem Tod stimmt uns traurig.“ (Quelle: radioszene.de)

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Die Bücher der Julia Edenhofer

Mir selbst war sie in den Jahren 1969 bis ca. 1973 eine treue Wegbegleiterin, später driftete sie dann für meinen damaligen Geschmack zu sehr in die seichteren Gefilde der Popmusik.

Dennoch: sie war ja nicht nur die erste Pop-Moderatorin im Bayerischen Rundfunk sondern eben für viele auch eine Kultmoderatorin.

Und zur Erinnerung gibt´s hier nun eine ihrer beliebten „Club 16“ Sendungen aus dem Jahr 1969.

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Kleiner Rückblick: Selbst der Bayerische Rundfunk gab sich progressiv (hier: Werbeplakate aus dem Jahr 1971)

Titel:

01. Julia Edenhofer – Club 16 (1969) (52.18)

  • Bobby Chandry – I Never Fall In Love Again
  • Electric Indian – King-O-Sape
  • Dionne Warwick – You’ve Lost That Lovin‘ Feeling
  • Bobby Taylor – My Girl Has Gone
  • The Blue Cheer – I Want My Baby Back
  • The Rhinozeros – I Need Love
  • Cliff & Henk – Throw Down The Line
  • Gloomys – Winds Of Change
  • Dave Dee & Co. – Zabadak
  • Lulu – Love Loves To Love Love
  • Rolling Stones – We Love You
  • Manfred Mann – Haha Said The Clown
  • The Who – Pictures Of Lilly
  • Jackie DeShannon – Put A Little Love In Your Heart
  • Oliver – Good Morning Starshine
  • Joe South – Heart´s Desire
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Julia Edenhofer im Jahr 2014 (Schaut so eine Pop-Moderatorin aus ?)

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