Orchester Gert Wilden – Swinging Musical (1969)

FrontCover1Und hier ein wirkliches Schmankerl aus dem unerschöpflichen Fundus von Gert Wilden:

Gert Wilden (* 15. April 1917 in Mährisch-Trübau, Österreich-Ungarn, heute Tschechische Republik; eigentlich Gerhart Alfred Arnold Wychodil) ist ein deutscher Komponist, Filmkomponist, Arrangeur und Dirigent. Alternativ- und Publikationsnamen: Gert Wychodil, Frank Colter, V. Vychodil, Gerd Wilden, Jerry Wilton.

Nach seiner Kindheit in Mähren und dem Abitur studierte Wilden unter anderem bei George Szell, Fidelio F. Finke und Fritz Rieger Kompositionslehre und Dirigieren an der Musikhochschule in Prag. Noch während seines Studiums übernahm er die Leitung des Rundfunkorchesters des Senders Pilsen.

GerdWilden2Zur Filmmusik kam Wilden, der sich inzwischen in München niedergelassen hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg. Er wurde Arrangeur für namhafte Filmkomponisten wie Werner Richard Heymann, Lothar Brühne und Hans-Martin Majewski.

Ab Ende der 1950er-Jahre entwickelte sich Wilden zu einem der meistbeschäftigten Filmkomponisten meist leichter Unterhaltungsfilme. Neben seinen Arbeiten für Schlagerfilme machte sich Wilden vor allem für die musikalische Untermalung zahlreicher Abenteuer- sowie Kriminalfilme einen Namen. In den ausgehenden 1960er- und zu Beginn der 1970er-Jahre war Wilden der führende Filmkomponist der Sexwelle im deutschen Kino. Zu seinen bekanntesten Arbeiten für das Fernsehen zählt die Musik zu der Zeichentrickserie Heidi (1974).

Außerdem war Wilden als Arrangeur und Komponist für Michael Holm, Harald Juhnke, Hildegard Knef, Peggy March, Vico Torriani, Martin Egel und viele andere tätig. Von 1961 bis 1964 leitete er das Tanzorchester des Bayerischen Rundfunks. Im Jahr 1976 gründete er das Vokalensemble Die Viel-Harmoniker, bei dem er selbst als Pianist mitwirkte. Gert Wilden produzierte auch die Sängerin Angela, die mit dem Titellied zur Fernsehserie Tammy, das Mädchen vom Hausboot einen großen Hit hatte. (Quelle: wikipedia)

Und ja, er war einer dieser Großmeister der Unterhaltungsmusik und Musicals waren damals wie heute mehr als beliebt.

Und hier hören wir jeweils 2 Lieder aus den Musicals „Hai“ und „Anatevka“ (Fiddler On The Roof) … und ja … er verstand sich darauf, geschmeidige Arrangements zu fabrizieren … hören, geniessen und schmunzeln ist da die Devise…. Germany goes psychedelic … oder so.

GertWildenBesetzung:
Orchester Gert Wilden

BackCover1Titel:

Aus dem Musical „Hair“:
01. Hare Krishna (McDermot) 2.30
02. Good Morning Sunshine (McDermot) 3.22

Aus dem Musical „Anatevka (Fiddler On The Roof)“:
03. If I Were A Rich Man (Wenn ich einmal reich wär´) (Brock) 2.14
04. To Live (Brock) 2.37

LabelA1

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Heintje + Renate und Werner Leismann – Ich sing ein Lied für dich + 3 (1969)

FrontCover1Tja, irgendwann mal musste es ja soweit sein, dass auch der Heintje hier auf der Bildfläche erscheint.

Er wurde ja vor kurzem 60 Jahre alt und das nahm der „Spiegel“ zum Anlass, mit ihm mal ein Interview zu führen.

Dabei kann man sich mal wieder vergegenwärtigen, welche hype dieser Bub damals auslöste. Wenn man Sätze wie

einestages: Die Mädchen, heißt es, seien Ihnen damals in Scharen nachgelaufen – hatte Heintje Groupies?

Simons: Mädchen? Frauen!! Erwachsene Frauen schickten mir Heiratsanträge, als ich 14 war. Die Botschaft war immer: Warte auf mich! Wahnsinn… “

liest dann kann man nur staunen oder sich mal so ein paar Gedanken machen, welche enorme erotische Sogwirkung Musik habenkann, selbst dann, wenn ein Bub Lieder singt, die damals wohl so etliche Mütterherzen erwärmt haben (Das gesamte Interview liegt dieser Präsentation bei).

So auch sein „Ich sing ein Lied für Dich“, das wir hier hören können.

Wir haben es hier übrigens mit einer etwas skurillen Single zu tun. Veröffentlichte wurde sie bei Marcato Schallplatten (einem Sublabel von Ariola); wenn ich mich recht entsinne waren diese Pressungen dann speziell für den Bertelsmann-Buchclub hergestellt worden.

Auf der B-Seite hören wir dannRenate und Werner Leismann, die zwar im Rahmen ihrer Möglichkeiten ganz schön flott singen, aber natürlich gegen Heintje nicht den Hauch einer Chance.

Voila … lassen wir uns entführen in jene Zeit, als Heintje erfolgreich war und ich zumindest dieses Erfolg eher griesgrämig beobachtete. Und heute kann ich natürlich schmunzeln.

BackCover1Titel:

Heintje:
01. Ich sing ein Lied für dich (Roloff/Kaleta/Jorge) 2.56
02. Traumland (Brighten/Hayhouse/Hee) 2.24

(mit dem Studio Nord Orchester)

Renate und Werner Leismann:
03. Schweigen ist Gold (Demarny/Borly/Berling) 3.05
04. Wenn du wiederkommst (Götz/Hein) 2.46)

(mit der Ladi-Geisler Gruppe)

LabelA1

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Franz Löffler – Black Eyes (1969)

FrontCover1Tja, allzuviel konnte ich über den Gitarristen Franz Löffler nicht herausfinden.

Er war Teil der München Studio-Szene in den 60er Jahren. Wenn  ich es recht überblicke, hat er 1964 sein erstes Gitarrenalbum vorgelegt („Swingin‘ Bach Guitar“) bei dem ihn ein Pierre Favre am Schlagzeug begleitete.

Vorher und nach war war er auch festes Mitglied bei dem Fred Artmeier-Ensemble (hier ein Beispiel).

Und ab ca. 1967 veröffentlichte er ein paar Gitarren-Instrumental-Alben, die allesam dem Bereich der Unterhaltungsmusik (easy listening) zugeordnet werden können.

FranzLöffler011971 dann wirkte er als Bassist (neben Sigi Schwab und Charlie Antolini) auf dem Roland Kovac Album „The Master Said“ mit … eigentlich ein damals unbedeutendes Album (gedacht als Musik für den Einsatz in TV, Radio, Film und Werbung), aber mittlerweile steht dieses Album als Paradebeispiel für „Kraut-Jazz“ (oder wie immer man dass benennen möchte.)

Und irgendwo habe ich gelesen, dass dann der Franz Löffler irgendwann in den 70er Jahren verstorben ist.

Aber zurück zu diesem Album:

Wie der Blick auf die Somngliste verrät, interpretiert er hier wohl russischen „Volksweisen“, oder eben Melodien, die man dafür halten könnte.

Damit folgt diese LP dem damaligen Trend, Musik aus Vätcherchen Russland zu zelebrieren … welches emotionale Bedürfnis auch immer dahinter stecken mochte …

Und als gediegener Profimusiker machte er das natürlich auf seiner Ebene stilsicher und souverän großer solistischer Wurf wurde dieses Album dennoch nicht.

BackCover1

Besetzung:
Franz Löffler (guitar)
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

FranzLöffler02

Titel:
01. Black Eyes 2.56
02. Katjuscha 2.27
03, Kalinka 3.36
04. The Red Sarafan 2.43
05. Stenka Rasin 2.24
06. The Twelve Robbers 2.58
07. Song Of The Volga Boatmen 3.00
08. Pity 2.44
09. The Light 3.08
10. The Troika 3.25
11. Bublitschki 1.52
12. Old Mother Volga 2.51

Alle Titel: Traditional

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Amon Düll II – Phallus Dei (1969)

FrontCover1Das Erstlingswerk von Amon Düll II wird bis heute z.T. euphorisch gefeiert:

Rhythmuswechsel, Rückkopplungen, afrikanische Bongos, bayerisches Gejodel. Amon Düül 2 experimentieren Ende der 60er in München nicht nur mit Drogen, sondern auch mit Sounds. Und krempeln damit die komplette Musikgeschichte um.

Ein muffiger Second-Hand-Laden in London. Aus irgendeiner Wühlkiste ziehe ich die abgewetzte Hülle von „Phallus Dei“ – ein Album, von dem mir immer wieder erzählt wurde, wie wahnsinnig wichtig es doch ist. Das abgenudelte Vinyl in meinen Händen soll nur zwei Pfund kosten – kann man ja mal mitnehmen. Zuhause lege ich das Debütalbum von Amon Düül 2 dann auf den Plattenteller, setze die Nadel auf und höre erstmal nur düsteres Geschepper.
Erster Reflex: In den Müll mit dem Teil

Als dann diese leicht indisch angehauchte Hippie-Gitarre in das Intro weht, haben mich Amon Düül 2 erstmal verloren. Das ist so derartig klischeehafte 60er-Psychedelik, dass ich die Platte am liebsten sofort aus dem Fenster schmeißen will. Aus irgendeinem Grund tu ich es aber nicht. Und nach knapp einer Minute nimmt das Stück mit dem großen Namen „Kanaan“ richtig Fahrt auf.

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Die Stimme setzt ein, und ich verstehe kein Wort. Ist das Englisch? Ist das Bairisch? Ist das überhaupt irgendeine Sprache? Amon Düül 2 werfen erstmal Fragen auf. Und damit sind wir mittendrin in dem Kosmos – dem Paralleluniversum – das sich die Band von der Münchner Leopoldstraße geschaffen hat. Auf „Phallus Dei“ geht es um alles – nur nicht um Musik, die man nebenbei hören kann. Amon Düül 2 machen vor allem eines: verstören.

Aber der Wahnsinn hat Methode. Als in den 60ern auf der Straße die Studentenproteste toben, gründet sich in einer Schwabinger Hippie-Kommune Amon Düül. Allerdings ist sich das Kollektiv nicht einig. Die einen glauben, dass jeder Musik machen kann und lassen alle in der Band mitspielen. Die anderen finden, dass Kunst immer noch von Können kommt. Und nennen sich fortan Amon Düül 2. Gleich mit ihrem ersten Album „Phallus Dei“ krempeln sie 1969 die Musikgeschichte um. Statt einfach dilettantisch drauf los zu machen, experimentiert die Band auf dem Album. Und plötzlich reden alle von der neuen Musik aus Germany: Krautrock.

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Krautrock – wie in einem Labor hantieren Amon Düül 2 mit Rückkopplungen, experimentieren mit Rhythmuswechseln, werkeln mit verschiedensten Einflüssen: Afrikanische Bongos treffen plötzlich auf bayerisches Gejodel. Amon Düül 2 schmeißen das Regelwerk des Rock über Bord, stellen alles in Frage und prägen damit bis heute Bands wie die Battles, Animal Collective aber auch Munk oder Chk Chk Chk. „Phallus Dei“ endet mit dem 20-minütigen Titelstück, die Platte läuft aus und es bleibt nur noch ein Knistern … (Philipp Laier)

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Und ausnahmsweise noch eine Besprechung aus dem fernen USA, die sich auch überschlägt (4,5 von 5 möglichen Punkten!)

„Kanaan“ starts the album wonderfully, a melange of rumbling rock power, strings and sitars, Christian „Shrat“ Thiele’s almost Bowie-ish vocals with Renate Knaup’s wordless chanting in the background, that’s just as intoxicating many years after its first appearance as it was upon release. The slightly jazzy concluding minute avoids sounding forced, blending in beautifully with the song’s general flow. „Dem Guten, Schoenen, Wahren“ takes a truly wacked-out turn, with Meid’s bizarre falsetto coming to the fore, swooping around the main melodies without regard for them in yelps and chants, while the music chugs along in what almost sounds like a beer-hall singalong at points, taking a more haunting, beautiful turn at others (the heavily produced violins are an especially spooky touch). „Luzifers Ghilom“ brings out the psych-folk origins of the band a bit more with Shrat’s bongos, while the rest of the band pulls off a nicely heroic rock piece that never sounds too inflated or stupid, with appropriately nutty vocal breaks and interjections along the way — the sublime and the ridiculous never sounded so good together.

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„Henriette Krotenschwanz“ ends the first side with a brief choral military march (if you will). The title track takes up the remainder of the album, a complex piece which never loses a sense of fun while always staying musically compelling. After a quiet start, the opening minutes consist of a variety of drones and noises constantly brought up and down in the mix, leading to a full band performance that builds and skips along with restrained fuzz power.

Hüllentext

Hüllentext … so ist das also … 

Everything builds to a sudden climax halfway through, where all the members play a series of melodies in unison, while drums pound in the background. After a quick violin solo, everything settles into a fine percussion jam, with the full band kicking in shortly thereafter. With Karrer’s crazed vocals showing where Mark E. Smith got some good ideas from, Phallus gets the Düül II career off to a flying start. (by Ned Raggett, allmusic.com)

Also, hereinspaziert in diese ganz eigene kosmische Welt jener durchgeknallten Truppe, die Ende 60er Jahre sich anschickten, Musikgeschichte zu schreiben.

Ach ja: produziert wurde dieses Meilenstein-Album von Olaf Kübler !

BackCover

Besetzung:
Dave Anderson (bass)
Christian Borchard (vibraphone)
Chris Karrer (violin, guitar, saxophone, vocals)
Renate Knaup (vocals, percussion)
Peter Leopold (drums)
Falk Rogner (organ)
Dieter Serfas (drums)
Shrat (percussion, vocals, violin)
Holger Trülzsch (drums)
John Weinzierl (guitar, bass)

Booklet

Titel:
01. Kanaan 4.02
02. Dem guten, schönen, wahren 6.12
03. Luzifers Ghilom 8.34
04. Henriette Krötenschwanz 2.04
05. Phallus Dei 20.51
+
06. TouchMaPhal 10.18
07. I Want The Sun To Shine 10.30

Musik und Texte:
Dave Anderson – Christian Borchard – Chris Karrer – Renate Knaup – Peter Leopold – Falk Rogner – Dieter Serfas – Shrat – Holger Trülzsch – John Weinzierl

LabelB1

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KaupKarrer2015

Renate Kaup & Chris Karrer, 2015

 

Mireille Mathieu – Tarata-Ting, Tarata-Tong + Das Wunder aller Wunder ist die Liebe (1969)

FrontCover1Früher konnte ich sie ja gar nicht ausstehen ….

Mireille Mathieu (* 22. Juli 1946 in Avignon) ist eine französische Sängerin. In Frankreich wird sie auch La Demoiselle d’Avignon genannt, in Deutschland ist sie als „Spatz von Avignon“ bekannt. Mathieu hat rund 190 Millionen Platten verkauft.

Mireille Mathieu wuchs als erstes von vierzehn Kindern mit den Eltern Roger, einem Friedhofs-Steinmetz, und Marcelle in ärmlichen Verhältnissen in Avignon auf. Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle hat im Mai 1967 die Patenschaft des jüngsten Kindes übernommen. Ihren ersten Gesangsauftritt hatte sie im Alter von vier Jahren in einer Mitternachtsmesse. Die Schule verließ sie ohne Abschluss, da sie 1960 als Hilfsarbeiterin in einer Konservenfabrik früh für das Auskommen der Familie mitarbeiten musste.

Im Juni 1964 gewann sie in Avignon mit Edith Piafs La vie en rose den Gesangswettbewerb „On chante dans mon quartier“ („Wir singen in meiner Nachbarschaft“). Aufgrund dieses Sieges erhielt sie eine Einladung nach Paris zum Vorsingen für die Fernsehshow Télé-Dimanche. Im November 1965 kam sie erneut nach Paris zu Proben für „Palmarès des Chansons“ im Olympia; sie nahm jedoch am Wettbewerb nicht teil, sondern zog erneut Télé-Dimanche vor. Dort startete sie am 21. November 1965 beim Gesangswettbewerb „Le Jeu de la Chance“ („Hasardspiel“), sang bei ihrem TV-Debüt das Piaf-Lied Jézebel und gewann zusammen mit Georgette Lemaire. Diese zog sich am 28. November 1965 zugunsten von Mathieu zurück, so dass Mathieu der Weg für die Bühne frei war. Ende Dezember 1965 trat sie im Olympia-Theater im Vorprogramm von Sacha Distel („Sacha Show“) und Dionne Warwick auf. Johnny Stark – der schon Yves Montand, Françoise Hardy, Johnny Hallyday und Sylvie Vartan gefördert hatte – war bei der Show anwesend und wurde ihr Manager.

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Mireille Mathieu (1965)

Auch Musikproduzent Eddie Barclay befand sich unter den Zuschauern und bot ihr einen Plattenvertrag bei seinem Label Barclay Records an. Noch im Dezember 1965 entstand eine Live-LP von ihrem Auftritt. Im Juni 1967 erreichte diese LP Rang 14 der deutschen LP-Charts. Gleichzeitig spielte Mathieu 1966 für das Barclay-Label einige Singles ein; die erste war Mon Crédo im März 1966, es folgte in kurzem Abstand C’Est ton nom. Mon crédo entwickelte sich zu einem großen Erfolg, der sich in 1,7 Millionen verkauften Exemplaren und ihrem ersten Nummer-eins-Hit in der französischen Hitparade zeigte. Bereits im Mai 1966 wurden hiervon alleine in Frankreich 500.000 Exemplare verkauft.

Bravo1967Einen weiteren Nummer-eins-Hit feierte sie im November 1966 mit Paris en colère aus dem Kinofilm Brennt Paris?. Als sie im Oktober 1967 die französische Version von The Last Waltz (La dernière valse; Text: Hubert Ithier) herausbrachte, konnte Barclay Records hiervon bis Dezember 1967 über 200.000 Exemplare in Frankreich verkaufen. Am 6. März 1966 trat sie in Vereinigten Staaten in der Ed-Sullivan-Show vor 50 Millionen Zuschauern auf; im selben Jahr gastierte sie im Ostberliner Friedrichstadt-Palast erstmals in Deutschland. Ihre erste Deutschland-Tournee bestritt sie Anfang Mai 1967, danach schloss sich eine 26-tägige Tournee durch die Sowjetunion an. Bereits zu jener Zeit wurde sie von den Medien als „neue Piaf“ gefeiert. Im Mai 1967 stimmten Billboard zufolge 39 % der Befragten in Frankreich für Mireille Mathieu als beliebteste französische Sängerin. Die Jugendzeitschrift Bravo berichtete im selben Monat über die Tournee. Ihre erste Platte in Deutschland war im Juli 1967 die LP Mireille Mathieu I mit Chansons.

In der James-Bond-Parodie Casino Royale singt sie in der deutschen Synchronfassung ihre erste deutsche Aufnahme Ein Blick von Dir. Von Mitte bis Ende Mai 1968 ging sie erneut auf Deutschland-Tournee. 1969 begann ihre Zusammenarbeit mit dem Schlagerkomponisten-Team Christian Bruhn (Musik)/Georg Buschor (Text), deren etwa 100 Schlagertexte für Mathieu überwiegend Liebe, Frankreich und Paris thematisierten. Um Mathieu vor Vergleichen mit Edith Piaf zu schützen, die ihr selbst nie recht waren, sorgte ihr langjähriger Manager Johnny Stark dafür, dass sie schnellstmöglich ein eigenes Repertoire bekam und bis in die 1970er Jahre hinein kaum noch Piaf-Lieder interpretierte.

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So sah man sie in Deutschland eigentlich nicht

Ihren Durchbruch hatte sie im April 1969 mit dem Stück Hinter den Kulissen von Paris / Martin (Ariola 14285; Rang 5 der deutschen Hitparade), aufgenommen im Berliner Ariola-Tonstudio. Als ihr Manager Johnny Stark dort das noch nicht zu Ende komponierte Lied hörte, rief er begeistert „C’est ça! Justement!“ („Das ist es!“). Die Aufnahmen zu Hinter den Kulissen von Paris dauerten für die der deutschen Sprache unkundigen Mathieu drei Stunden.

Das Format für künftige deutschsprachige Schlager von Mathieu war gefunden. Katja Ebstein machte Demoaufnahmen, nach denen Mathieu die Texte phonetisch lernte, Bruhn war bis 1980 ihr Musikproduzent. (Quelle; wikipedia)

Hier nun als erstes Beispiel der Sangeskunst der Mireille Mathieu eine Single eben aus jenem Jahr 1969 eine Single aus dem Jahr 1985.

Früher konnte ich sie ja gar nicht ausstehen, aber im Alter wird man milder:

Der Christian Bruhn wusste schon, wie man eine Sängerin wie Mireille Mathieu musikalisch zu präsentieren hatte: entweder so richtig schmissig („Tarata-Ting, Tarata-Tong“) oder aber auch inning-sentimental und beides beherrschte sie perekt !  Und ihre Stimme ist nun tatsächlich unverkennbar und damit auch ein wenig einzigartig.

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Besetzung:
Mireille Mathieu (vocals)
+
Orchester Christian Bruhn

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Mireille Mathieu (1970)

Titel:
01. Tarata-Ting, Tarata-Tong (Bruhn/Buschor) 3.04
02. Das Wunder aller Wunder ist die Liebe (Bruhn/Buschor) 2.27

LabelA1

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Otto Bredl & Jiggs Whigham – Posaune in Gold (1969)

FrontCover1Und jetzt leg´ ich mal ne ganz flotte Scheibe auf, denn die fängt gleich mit „Ob-la-di, Ob-la-da“ an !

Aber dann folgen auch noch jede Menge romantisch-stimmungsvolle Klänge …

… Klänge für die Otto Bredl und Jiggs Whigham verantwortlich waren:

Otto Bredl (* 29. November 1928 in München; † Juli 1985 in Köln) war ein deutscher Jazz- und Unterhaltungsmusiker. Laut Jürgen Wölfer gilt er als „der brillanteste deutsche Posaunist der Nachkriegszeit.“

Bredl, der zunächst Fagott lernte, studierte an der Musikakademie München. Nach 1945 spielte er Posaune in den Clubs der US-Armee und gehörte bald zum Orchester von Joe Wick. Zwischen 1949 und 1956 gehörte er zum Orchester von Kurt Edelhagen, mit dem er für das Radio in Nürnberg und in Baden-Baden aktiv war. 1956 gehörte er auch zu den German All Stars Dann wechselte er zum SWF-Tanzorchester, das 1957 unter Eddie Sauter gebildet wurde, in dem er bis 1958 blieb. Danach kehrte er wieder als Satzführer zu Edelhagen (nun in Köln) zurück. Nach dem Tod von Edelhagen arbeitete er als Studiomusiker bei James Last, Triumvirat und Herbert Grönemeyer (Zwo). Er ist auf Schallplatten nicht nur mit Edelhagen und Sauter zu hören, sondern auch mit Carl Drewo, Francis Coppieters, Peter Herbolzheimer, Caterina Valente, Jiggs Whigham, Ernst Mosch, Sarah Vaughan, der Kenny Clarke/Francy Boland Big Band und der WDR Big Band Köln. (wikipedia)

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Otto Bredl – scheint ein ziemlich schräger Vogel gewesen zu ein …

Und dann noch dieser großartige Jiggs Whigham:

Jiggs Whigham (* 20. August 1943 in Cleveland, Ohio; bürgerlicher Name Oliver Haydn Whigham III) ist ein Posaunist, Bandleader und Hochschullehrer. Sein Posaunenspiel ist von einem großen, warmen Ton und biegsamer Phrasierungskunst gekennzeichnet. Zudem ist er „einer der erfahrensten Orchesterleiter der europäischen Szene und – als Pionier in Deutschland – eine Institution in Sachen Jazz-Ausbildung an Hochschulen.“

Whigham hatte vom siebten Lebensjahr an Klavier- und Harmonielehre-Unterricht am Cleveland Institute of Music. Mit elf Jahren begann er Posaune zu spielen; er wurde bereits in seiner Schulzeit für Konzerte und sogar Aufnahmen engagiert. Schon mit 17 Jahren war er erster Soloposaunist des Glenn Miller Orchestras unter Ray McKinley, zwei Jahre später bei Stan Kenton. Daneben absolvierte er ein Kompositionsstudium in Cleveland.

Nach einjährigen Engagements in New Yorker Studios und Broadway Musicals kam er 1965 nach Deutschland als Solist zum Jazz-Orchester von Kurt Edelhagen beim WDR in Köln. Den ersten Preis erhielt er 1966 beim ersten Wettbewerb für Modern Jazz in Wien. Seit den 1970er Jahren spielte er bei Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass. 1971 veröffentlichte er ein erstes Album unter eigenem Namen, Values mit George Gruntz, J.A. Rettenbacher und Tony Inzalaco. Sein zweites Album Hope mit Niels-Henning Ørsted Pedersen, Rob Franken, Ferdinand Povel und Grady Tate entstand 1976. 1989 nahm er mit Gastmusikern wie Bud Shank, George Cables, John Clayton und Jeff Hamilton das Album The Jiggs Up auf. Von 1971 bis 1981 arbeitete er regelmäßig mit The George Gruntz Concert Jazz Band.

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Jiggs Whigham

1979 wurde er Professor und Leiter der Jazz-Abteilung der Hochschule für Musik in Köln. Ende der 1970er-Jahre bildete Jiggs Whigham zusammen mit den Posaunisten Bill Watrous, Albert Mangelsdorff und Kai Winding die Gruppe Trombone Summit, mit der er 1980 für das deutsche Label MPS eine Plattenaufnahme machte. 1982 arbeitete er mit der WDR Big Band und nahm das Album The Third Stone auf, mit Arrangements von Bill Holman. Zwischen 1988 und 1992 ging er mit einer mit Bud Shank geleiteten Band (The Jiggs Up, 1989) mehrfach auf Tournee. Von 1995 bis Herbst 2006 war Jiggs Whigham Professor und Leiter der Abteilung für Popularmusik an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und deren Ausgründung Jazz-Institut Berlin. Auch leitete er von 1995 bis 2000 die RIAS Big Band Berlin. Derzeit leitet Whigham die BBC Big Band in London, das Landesjugendjazzorchester Brandenburg (LaJJazzo) und – gemeinsam mit Niels Klein – das Bundesjazzorchester.

Aufgrund seiner Erfahrung als Pädagoge, Instrumentalist, Bandleader und Arrangeur veröffentlichte Jiggs Whigham zahlreiche Bücher und Notenausgaben, darunter Jazz Trombone – Concepts, Ideas and Exercises (London 2006, deutsch als Jazz-Posaune – Konzepte, Spieltechniken, Übungen, Mainz 2007, Schott), Basic Steps – Warm-up, Phrasierung und Stilistik für Bläser (Mainz 2011, zusammen mit Renold Quade und Bernhard G. Hofmann), Suite für Posaune und Klavier (Mainz 2011) und Hills für Alt- oder Tenorsaxophon (Trompete in B) und Klavier (Mainz 2012). (wikipedia)

Bredl+Whigham

Otto Bredl + Jiggs Whigham

Hier präsentieren sich die beiden als versierte Unterhaltungsmusiker … wobei man erneut feststellen darf, dass ganz viele dieser „Unterhaltungsmusiker“ ihr Hnwerk eigentlich im Jazz gelernt haben. Aber damit verdiente man halt kaum Geld … und irgendwann hat der Max Greger mal gesagt … dass nur Jazzmusiker diese Unterhaltungsmusik so souverän zelebrieren könnten. Vermutlich hat er recht.

AlternativeFrontCover

Alternative Frontcover aus Brasilien und Kanada

Und arrangiert wurde dieses Album von Werner Twardy, einem ebenfalls aus dem Jazz stammenden Komponisten … der auf eine beeindruckende musikalische Biographie in den Bereichen Schlager und Unterhaltungsmusik zurück blicken konnte.

Werner Twardy

Werner Twardy

Und dann noch der Hans Bertram mit seinem Orchester …

Hans BertramHans Bertram, Pseudonym Axel Weingarten (* 3. April 1915 in Köln; † 27. Januar 1991 ebenda) war ein deutscher Musiker, Musikproduzent und Schlagerkomponist.

Er war einer der erfolgreichsten deutschen Schallplattenproduzenten der Nachkriegszeit und hat maßgeblich zu den Karrieren von Roy Black, Chris Roberts und Bernd Spier beigetragen.

Darüber hinaus war er für viele Tophits und Millionenseller mitverantwortlich. (wikipedia)

Und damit hätten ir alle zusammen, die an diesem Album mitgewirkt haben.

Und weil ich den Klang einer Posaune so liebe, ist mir selbst dieses Album auf einer gewissen Weise sympathisch.

BackCover1

Besetzung:
Otto Bredl (trombone)
Jiggs Whigham (trombone)
+
Orchester Hans Bertram

AlternativesCover+Label

1974 wurde dieses Album dann nochmals veröffentlicht und zwar unter dem selten dämlichen Titel „Polydor Gold“

Titel:
01. Ob-la-di, Ob-la-da (Lennon/McCartney) 3.15
02. Help Yourself (Donida/Fishman) 2.52
03. You Are Woman (Merill/Styne) 3.00
04. True Love (Porter) 2.51
05. Ich denk an dich (Lilibert/Arland) 3.00
06. Du hast mich heut‘ noch nicht geküsst (Hertha/Arland) 2.30
07. Goody-Goddy (Mercer/Malneck) 2.43
08. Spiel mir eine alte Melodie (Berlin) 2.48
09. Boom Bang – A – Bang (Moorhouse/Marsh) 2.26
10. C’est Magnifique (Porter) 2.51
11. Warum müssen Jahre vergehen (Boulanger/Kennedy) 3.37
12. Lovely Lady (Lilibert/Twardy) 2.44

LabelB1

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MC HüllentextA

MC

Verschiedene Interpreten – Das große Stimmungskarussell (1969)

FrontCover1Hilft Stimmungsmusik gegen die Corona Depression ? Ich habe mich einem Selbstversuch unterzogen.

Also da haben glatt über 50 deutsche Volkslieder und Gassenhauer … das müüste genug sein.ann haben wir eine Schar fideler Sänger und Sängerinnen (Frau Wirtin ist natürlich auch dabei)

Und ein Fritz Hipp spielt auf mit seiner „Stimmungskapelle“ …

Und wir bewegen uns musikalisch eher am unteren Ende der Niveau-Skala …

Und das Label Pionier war ein sehr kurzlebiges „low budget“ Sub-Label und gehörte zu der Miller International Schallplatten

Hilft Stimmungsmusik gegen die Corona Depression ? Definitiv nein !

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Besetzung:
Große Stimmungskapelle Franz Hipp
Die Stimmungsknüller
+
Der Jan Maaten-Chor
Die Sänger Vom Finsterwalde

Gartenlokal in Mühlheim, 1965

Passend zur Musik: Hier tobt der Bär …

Titel:

01. Das große Stimmungskarussell (Teil 1): (17.46)
01.01. Ein Prosit der Gemütlichkeit
01.02. Es war einmal ein treuer Husar
01.03. Wir sind die Sänger von Finsterwalde
01.04. Die Vögel wollen Hochzeit machen
01.05. Aus der Jugendzeit
01.06. Schwarzbraun ist die Haselnuß
01.07. Es steht ein Wirtshaus an der Lahn
01.08. Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren
01.09. O du schöner Westerwald
01.10. Guter Mond du gehst so stille
01.11. Auf der Bundesautobahne
01.12. Freut euch des Lebens
01.13. Du, du liegst mir am Herzen
01.14. Mein Hut, der hat drei Ecken
01.15. Oh, du lieber Augustin
01.16. Unrasiert und fern der Heimat
01.17. Ach Ich Hab‘ Sie Ja Nur Auf Die Schulter Geküßt
01.18. Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein
01.19. Schön ist ein Zylinderhut
01.20. Im Krug zum Grünen Kranze
01.21. Ein Prosit der Gemütlichkeit
01.22. Das Wandern ist des Müllers Lust

02. Das große Stimmungskarussell (Teil 2): (17.00)
02.01. Hoch soll er leben
02.02. Schon wieder eine Seele vom Alkohol gerettet
02.03. Das Wandern ist des Müllers Lust
02.04. Dann geh’n wir wieder runter
02.05. Stumpfsinn, Stumpfsinn
02.06. Geh’n wir mal rüber
02.07. Mein Herz, das ist ein Bienenhaus
02.08. Als wir jüngst in Regensburg waren
02.09. Was mögen das für Bäume sein
02.10. Ein Prosit fer Gemütlichkeit
02.11. Tief in dem Böhmerwald
02.12. Warum weinst du holde Gärtnersfrau
02.13. In einem Polenstädtchen
02.14. Muß i denn
02.15. Drum Mädel weine nicht
02.16. Ein Heller und ein Batzen
02.17. Wir ham den Kanal noch lange nicht voll
02.18. Ein Glück, daß wir nicht saufen
02.19. Na, dann woll’n wir noch einmal
02.20. Waldeslust
02.21. Dort oben auf dem Berge
02.22. Beim Kronenwirt
02.23. In der Heimat angekommen
02.24. Und wer ist Schuld daran
02.25. Horch, was kommt von draußen rein
02.26. Alle Möpse beißen
02.27. Oh, Susanna

LabelB1

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