Stern Combo Meißen – Die Demo-Aufnahmen (1970)

FrontCover1.jpgIch hab´s ja schon angekündigt, genau vor einer Woche und zwar hier.

Ich bin in der glücklichen Lage, eine weitere Mega-Rarität (anders kann ich es gar nicht ausdrücken) von Stern Combo Meißen präsentieren zu dürfen:

Die Stern-Combo Meißen, von 1980 bis 1989 Stern Meißen, ist eine 1964 von Martin Schreier, Norbert Jäger und Bernd Fiedler in Meißen in der DDR gegründete Musikgruppe. Sie ist eine der ältesten bestehenden Rockbands Deutschlands.

Ihren ersten Auftritt hatte die Stern-Combo Meißen am 24. September 1964 auf einer Feier für Rentner im Luftbad Meißen-Spaar. Wie viele weitere ostdeutsche Bands der 1960er Jahre spielte sie am Anfang ihrer Karriere Stücke international bekannter Künstler. Bands wie Chicago, Blood Sweat & Tears oder The Flock waren damals die Vorbilder der Stern-Combo Meißen. (Quelle: wikipedia)

Und nun schreiben wir das Jahr 1970 … die Band hatte in dieser Zeit eine Sängerin an Bord, die veronika Fischer hieß ,..

Und man zelebrierte voller Begeisterung Songs, die vom Klassenfeind stammten, man sang in Englisch und interpretierte vornehmlich Jazz-Rock ala Blood, Sweat & Tears und Soulklassiker der 60er Jahre.

Von Dusty Springfield hatten sie dann noch „Son Of A Preacher Man“ im Gepäck.

Also wahrlich keine schlechte Mixtur.

Ich war erstaunt, über welches profunde Wissen über die internationale Musikszne bestanden haben muss, denn der Blood, Sweat & Tears Hit „Hi Di Ho“ erschien im Sommer 1970 … diese Aufnahmen müssen also im 2. Halbjahr 19790 enstanden sein, quasi kaum erschien und schon auf dem Plattenteller in der DDR. Meines Wissens konnte man solche Scheiben in der DDR noch nicht käuflich erwerben.

Und die US – Gruppe ‚The Flock“ musste man auch erstmal kennen (hier vertreten mit dem Song „Store Bought – Store Thought“)

Besetzung

Diese Demo-Aufnahmen (weiss der Teufel, weiss der Henker wo sie entstanden sind) überraschen dann auch noch durch eine mehr als passable Qualität … gar nicht so einfach hinzubekommen, angesichts all der Instrumente, die hier zu hören sind.

Sage und schreibe 18 Titel erblicken hier also vermutlich das erste Mal das Licht der Öffentlichkeit … da kann man dem edlen Spender gar nicht genug danken, denn hier hören nicht nur begeisterte Musiker, sondern auch eine Veroinka Fischer …

Für gehört sie neben Inga Rumpf und Joy Fleming in die erste Reihe deutsche Rock & Blues Sängerinnen.

Wer´s nicht glaubt … anhören !

Nun ja … nicht alle Titel waren beschriften, ich habe versucht, weitere Titel zu identifizieren; das ist mir nicht immer gelungen (siehe Titelliste).

Von daher lade ich zum fröhlichen Liederraten ein … wer einen Titel aus der Reihe ‚“Unbekannt“ erkennt … den bitte ich um entsprechende Informationen …

Und mehr als einmal wanderten meine Gedanken zu all diesen Musikern, die in ihrem Proberaum klammheimlich ihre musikalischen Leidenschaften frönten und wenn sie dann wieder ins Freie traten, waren sie wieder in diesem Korsett der künstlerischen Enge …

Und von daher ist es das Schönste, dass es das Stern Combo Meißen immer noch gibt, auch wenn sie sich natürlich längst musikalisch von dieser Frühphase verabschiedet haben.

Stern Combo Meißen 1970.jpg

Stern Combo Meißen mit Veronika Fischer (1970)

Besetzung:
Bernd Fiedler (bass, vocals)
Veronika Fischer (vocals)
Hartmut Kabelitz (organ, vocals)
Michael Nagel (saxophone, flute, violin)
Manfred Nytsch (trombone)
Matthias Pflugbeil (trumpet)
Martin Schreier (drums, vocals)
Michael Zimmer (guitar)

Stern Combo Meißen 1970_02

Titel:
01. Unbekannt 2.26
02. Unbekannt 4.47
03. Unbekannt 2.25
04. Lebensuhr (Kurzhals) 5.17
05. Show Me (Tex) 3.29
06. Hi Di Ho (Goffin/King) 4.14
07. Son Of A Preacher Man (Hurley/Wilkins) 2.16
08. Unbekannt 6.09
09. Unbekannt 2.43
10. More And More (Juan/Vee) 3.00
11. (You Make Me Feel Like) A Natural Woman (Goffin/King/Wexler) 3.00
12. Spinning Wheel (Clayton-Thomas) 2.52
13. Store Bought – Store Thought (Glickstein) 6.41
14. In The Midnight Hour (Pickett/Cropper) 2.41
15. Can’t Turn You Loose (Redding) 3.12
16. Unbekannt 2.06
17. Unbekannt 2.33
18. Unbekannt 2.29

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Veronika Fischer

Veronika Fischer, 1972

EIN HERZLICHES DANKESCHÖN FÜR DIESE LEIHGABE !!!

 

Joy Unlimited – Overground (1970)

LPFrontCover1Schon damals waren sie außergewöhnlich …

Joy Unlimited aus Mannheim bestanden von 1969 bis etwa 1977 und spielten vorwiegend Progressive Rock mit leichten Jazz-Einflüssen.

Vorläufer von Joy Unlimited waren Joy & The Hit Kids, die seit 1966 Pop und Beat spielten. Die Sängerin nannte sich Joy und sollte später als Joy Fleming bekannt werden. Von Joy & The Hit Kids erschienen mehrere Singles, aber keine Langspielplatte. 1969 benannte sich die Gruppe in Joy Unlimited um, um damit ihren Wechsel zu anspruchsvollerer Musik kenntlich zu machen. Auf einigen ihrer Polydor-Singles aus der Übergangszeit stehen beide Gruppennamen aufgedruckt, um die Hörer allmählich mit dem Richtungs- und Namenswechsel vertraut zu machen. Schon als Hit Kids und bis weit in die Siebziger hinein hatten sie viele Live-Auftritte im Rundfunk und im Fernsehen, u. a. im Talentschuppen des Südwestfunk, weil sie als versierte Musiker auch den hohen Ansprüchen der Sender genügten.

Singles

Zur ersten Besetzung von Joy Unlimited gehörten Roland Heck als Keyboarder und musikalischer Kopf, Klaus Nagel als Gitarrist, Flötist und Manager, Albin Metz an der Trompete, der Ventilposaune und dem Bass, Hans W. Herkenne am Schlagzeug, Dieter Kindl an der Gitarre und am Bass und Joy als Sängerin. Die erste LP der Gruppe, Overground von 1970, war noch sehr den Sechzigern verhaftet. Sie erschien in Großbritannien unter dem Titel Turbulence und in den USA einfach als Joy Unlimited, jeweils mit völlig anderem Cover. Kurz nach der Veröffentlichung stieß der Saxophonist und Flötist Gerd Köthe hinzu, der sich neben Roland Heck zum zweiten musikalischen Kopf der Band entwickeln sollte. (Quelle: wikipedia)

CDFront+BackCover1

Alternatives Front + Back Cover

Und hier dieses Debütalbum … Da spielt eine versierte Band auf, die aufgrund der großen Brandbreite an möglichen Instrumente einen zuweilen magischen Klangteppich entwickeln konnte, ein Klangteppich, der sowas von soulgetränkt ist … dass man einen solchen Sound einer deutschenBand kaum zutrauen möchte.

Na ja, und dann ist diese Ausnahmestimme zu hören. Die Rede ist von Joy Fleming die mit einer Souveränität ihren Soul intoniert, als hätte sie die letzten 20 Jahre nichts anderes getan. Dabei war sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade mal 24 Jahre alt.

Noch heute ein Genuss der besonderen Sorte !

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Besetzung:
Joy Fleming (Erna Strube) (vocals)
Roland Heck (keyboards, vocals)
Hans W. Herkenne (drums)
Dieter Kindl (bass, saxophone vocals)
Albin Metz (bass, trumpet, trombone)
Klaus R. Nagel (guitar, flute, vocals)

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Titel:
01. Save Me Save Me (Young/English) 2.26
02. Groove With What You’ve Got (Burns/Vegas) 2.23
03. All Together Now (Lennon/McCartney) 2.37
04. I Hold No Grudge (Badale/Clifford) 3.12
05. Feelin‘ (Faltermeier/Zauner/Nagel) 2.46
06. Take Me To The Pilot (John/Taupin) 3.30
07. Have You Met Anyone Lately (Bernstein/Millrose) 2.27
08. It’s Not Alright (Heck/Herkenne) 2.40
09. I Just Made Up My Mind (Hawkshaw) 2.25
10. Mr. Pseudonym (Kindl/Herkenne) 3.49
11. Mr. Slater (Fletscher) 2.34
12. Helpless Child (Heck/Herkenne) 3.14
+
13. Sunshine (Heck/Herkenne) 2.17
14. Oh Darlin‘ (Lennon/McCartney) 3.18
15. Daytime Nighttime (Hugg) 3.05

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Joy Fleming
(* 15. November 1944 in Rockenhausen; † 27. September 2017 in Hilsbach)

Floh De Cologne – Fließbandbaby’s Beat-Show (1970)

FrontCover1Damals waren sie ganz sicher eine Instituion in der deutschen Polit-Rock-Szene und auch wenn heute so manches antiquiert klingen mag, sie waren es damals zu recht !

Aber erstmal ein kleiner geschichtlicher Abriß (so viel Zeit muss sein !):

Floh de Cologne war eine zwischen 1966 und 1983 aktive Kölner Politrock-Band und Kabarettgruppe der linken außerparlamentarischen Opposition und des Umfelds der Neuen sozialen Bewegungen in der westdeutschen Bundesrepublik.

Floh de Cologne wurde am 20. Januar 1966 von Kölner Studenten zunächst als Politkabarett gegründet. Die Band stammte aus der Kölner APO um den SDS, ihre politische Ausrichtung veränderte sich über die Jahre hinweg zu einer klar dialektisch-marxistischen Position; unabhängig voneinander traten die Mitglieder der Band zwischen 1970 und 1973 in die DKP ein. Ihr legendärster Auftritt bleibt wohl der auf dem Fehmarn-Festival am 6. September 1970 nach Jimi Hendrix; dies war dessen letzter Auftritt vor seinem Tod. 1973 trat Floh de Cologne als musikalischer Teil einer westdeutschen Abordnung bei den X. Weltfestspielen der Jugend in Ost-Berlin auf. Ab 1980 waren Teile der Band (Vridolin Enxing als Vorsitzender) aktiv bei Rock gegen Rechts, im selben Jahr erhielt die Gruppe den Deutschen Kleinkunstpreis zusammen mit Gerhard Polt. 1983 löste sich Floh de Cologne auf.

Als die ursprünglich konventionelle Kabarettgruppe bei den Essener Songtagen 1968 Undergroundbands wie die Mothers of Invention, die Fugs und die Edgar Broughton Band erlebt hatte, orientierte sie sich mit ihrem dritten Programm „SimSAlabimbambaSAladUSAladim“ stilistisch um und verband agitatorische Texte mit Beatmusik und einer Bühnenshow zu sogenannten „Agitations-Revuen“[2] und entwickelte sich zu einer der führenden Politrock-Bands. 1969 schloss Floh de Cologne einen Exklusiv-Plattenvertrag mit dem Label Ohr/Metronome für die Produktion „Fließbandbabys-Beatshow“ und weitere Produktionen ab. Der seinerzeit legendäre Metronome-Produzent Rolf-Ulrich Kaiser, Szenenname: „Kosmischer Kurier“, war maßgeblich beteiligt am Aufbau der so genannten Krautrock-Szene dieser Jahre.

1971 schuf Floh de Cologne die erste deutschsprachige Rockoper namens „Profitgeier“. In der dreisätzigen „Geyer-Symphonie“ von 1973 arbeitete die Band in ihre Musik Originalausschnitte aus Politikerreden anlässlich des Begräbnisses des deutschen Großindustriellen Friedrich Flick ein. Mit der Kantate für Rockband „Mumien“ reagierte die Band schon im Jahr 1974 auf den Putsch in Chile, unter anderem mit einer Vertonung der letzten Rede des gestürzten Präsidenten Salvador Allende. Im selben Jahr erarbeitete der „Floh“ zusammen mit Hans Werner Henze alternative Vertonungen des Chilelieds („Dieser chilenische Sommer war süß“; 1974), Text: Rudi Bergmann (* 1950), Uraufführung am 31. Mai 1974 Essen (Grugahalle: Gedenkkonzert für Victor Jara, zugleich Solidaritätsveranstaltung für den Widerstand in Chile). Grenzüberschreitend war ebenfalls die Zusammenarbeit mit Mauricio Kagel bei den „Kölner Kursen für Politische Musik“ (1975). In der Rockoper „Koslowsky“, für die die Band ein Jahr lang vor Ort recherchiert hatte, zeichnete Floh de Cologne 1980 das Schicksal eines Arbeiters aus dem Ruhrgebiet nach, der nach Bayern zur Maxhütte kommt.

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Weniger bekannt, aber wesentlich für die Entwicklung der Band, waren ihre Arbeiten für das Theater. So entstanden in Zusammenarbeit mit Roberto Ciulli am Kölner Schauspielhaus: „Ein Neuer Florentinerhut“ nach Eugene Labiche (1976 Rowohlt-Theaterverlag), mit dem Markgrafen-Theater Erlangen und dem Staatstheater Wiesbaden: „Rotkäppchen – ein Märchen mit viel Rock und Pop und Rum-ta-ta“ nach Jewgeni Schwarz (1977/1980 Kiepenheuer & Witsch-Theaterverlag). Weitere Arbeiten erfolgten in verkleinerter Besetzung nach der Auflösung (Dick Städler, Theo König, Vridolin Enxing): Am Grillo-Theater Essen zusammen mit David Esrig eine Neufassung von „Der Krieg“ von Carlo Goldoni (1984 Sessler-Verlag Wien), „Babette oder peu a peu“ mit Helmut Ruge am Markgrafen-Theater Erlangen (1986), ebenfalls dort: „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ (1986).

Die Kritik reagierte auf die Band meist zwiespältig, so resümierten Graves/Schmidt-Joos: „Die durchaus wegweisende Musikagitation mit harten Fakten wurde […] stets durch Beigabe unnützer Fiktionen über Ausbeutung, Arbeiterelend, Klassenkampf und ein sozialistisches Utopia geschwächt“, erkannten aber an: „Immerhin gelang es Floh de Cologne als erster deutscher Rock-Band, der nach ihren ethnischen und sozialen Ursprüngen motivierbaren Aggressivität, Spontaneität und Emotionalität des Rock ’n’ Roll mit annähernd gleichwertigen Texten gerecht zu werden.“

Nach über 3000 Konzerten in Deutschland und Europa seit der Gründung löste Floh de Cologne sich im Mai 1983 nach einer Abschiedstournee auf. Das Abschiedskonzert in der Kölner Sporthalle am 17. Mai 1983 hatte 6.000 Zuschauer und dauerte 14 Stunden unter der Beteiligung zahlreicher bekannter Musiker wie Hannes Wader, Dieter Süverkrüp, Franz-Josef Degenhardt, Hanns-Dieter Hüsch, BAP und Ina Deter.

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Der Floh de Cologne hat Kabarettgeschichte gemacht, und dies mehrfach: Als ersten kam ihnen das alte Nummernkabarett zu zerfleddert und unverbindlich vor; sie bauten kompakte Programme mit durchgehendem Tenor. Als erste begannen sie, multimedial Musik als wirklich gleichberechtigten Bestandteil sowie Dia und Film ins Programm einzubauen. Als erste begannen sie, richtige Programmgeschichten, abendfüllende Bühnenwerke satirischen Inhalts zu fertigen – zumindest für Deutschland sind sie die Erfinder der Rockoper. Schließlich noch waren sie es, die engagierte Texte der Liedermacher-Aura entkleideten und saftige Songs und Schlager daraus machten; so sind sie schließlich die Großväter aller neueren deutschen Wellen geworden. (SZ vom 7. April 1983)

Zu jedem Bühnenprogramm von Floh de Cologne gab es ein programmatisches (Werbe) Plakat. Die Rückseite enthielt den gesamten Text des Programmes und gegebenenfalls „Anweisungen“ zum Handeln und Literaturhinweise für weiterführende „private revolutionäre Tätigkeit“. Die Vorderseite wurde von befreundeten Künstlern gestaltet. Unter ihnen sind zu nennen: Hansruedi Giger, Dieter Süverkrüp, Stefan Siegert, Wolfgang Niedecken u. a. Diese Plakate und die LPs wurden nach den Veranstaltungen von den „Flöhen“ persönlich verkauft, so wie sie im übrigen alles selber machten; professionelle Aufbauhelfer (Roadies) gab es nicht. Es gehörte zum Ehrenkodex der Gruppe, die eigene Arbeit, so es möglich war, selber zu machen und dadurch die Eintrittspreise so niedrig zu halten, dass die Zielgruppen (Lehrlinge, junge Arbeiter, Studenten, Schüler) möglichst problemlos Zugang fanden. Zitat aus einem Programmheft von 1978: Floh de Cologne, das ist keine Goldene Schallplatte und keine goldene Nase, kein Platz in der Hitparade und dem Abendprogramm des Fernsehens, kein Kunst- oder Kulturpreis und keine Subvention. Das ist Pech.

Logo

Logo entworfen von Wolfgang Niedecken

Und wie so viele Alben dieser Zeit verbinden so etliche damit so ganz persönliche Erfahrungen. So berichtet z.b. ein“green-brain“ in dem Forum „musik-zirkus“ folgendes:

„Fließbandbabys Beatshow“, das zweite Album von Floh De Cologne, war das erste Album, das auf dem legendären Ohr-Label erschien! Seitdem ich damals ein paar Tracks davon auf der legendären „Ohrenschmaus“-Doppel-LP gehört habe, bin ich ein Fan dieses großartigen Albums!

Die Instrumente werden sparsam aber effektiv eingesetzt. Die Musik ist beatig und meliodiös und dient als Vehikel für die kritischen, aber dennoch sehr witzigen Texte. Die Texte spiegeln den damaligen Zeitgeist wieder und machen dem Hörer auf verblüffende Weise klar, wie sehr sich die Einstellung zum Thema „Arbeit“ im Laufe der Jahre verändert hat.

Ich erinnere mich an eine Autofahrt vor ca. 30 Jahren, als ich zum ersten Mal das Lied „Hey Johnny“ hörte. Der Text ist sehr lustig und sehr „versaut“, und das war irgendwie so lustig, das ich an den Straßenrand fahren mußte, weil ich Tränen in den Augen hatte. Meine Beifahrer und ich haben ca. 5 Minuten gebraucht, bis wir uns wieder beruhigt hatten.“

Das tragisch-traurige ist ja – wenn man sich diese LP wieder mal anhört – wie verdammt aktuell die Texte z.T. auch heute noch sind: Man höre sich „Komm mit mir ins Wegschmeißwunderland“ und man weiß, was ich meine.

Und „Hey Jonny“ ist wirklich starker Tobak für die damalige Zeit (da wundert man sich, dass nicht die Bundesstelle für jugendgefährendes Zeug aktiv geworden ist !) Und auch „Mädchen, mach die Beine breit“ (…. „Mädchen macht die Beine breit, der Strauß braucht CSU-Wähler“ oder: „Wer behauptet ficken ist ungesund, der ist krank“ … ) ist auch nicht von schlechten Eltern.

Und musikalisch waren die Burschen durchaus aufgeweckte Bürschen … einerseits orientierten sie sich an klassischen Beat-Motiven, andererseits waren ihre musikalischen Ideen sogar ein wenig avantgardistisch: Eine tolle Mischung !

Also: Reinhören und sich diese Zeitreise gönnen … und wenn sich so manchen Text arg bissig anhört: Hatten sie nicht recht ?

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Besetzung:
Hansi Frank (drums, organ)
Dieter Klemm(guitar, bass)
Markus Schmidt (bass, guitar, organ)
Dick Städtler (guitar, organ, bass)
Gerd Wollschon (guitar, organ)

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Titel:
01. Fließbandbaby 6.23
02. Fließbandbaby, manchmal träum ich 4.30
03. Komm mit mir ins Wegschmeißwunderland 3.57
04. Sei ruhig, Fließbandbaby + Ford Capri 3.51
05. Hey Johnny 2.36
06. Arbeit macht frei 1.51
07. Wenn Springer mal rülpst + Armer junger Krupp 3.14
08. Die oberen Zehntausend 3.30
09. Fließbandbaby, wir sind wieder wer 3.52
10. Mädchen, mach die Beine breit 3.05
11. Fließbandbaby, du sitzt im Gefängnis 1.33

Texte und Musik: Floh de Cologne

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Béla Bartók – Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta + Divertimento für Streichorchester (1970)

FrontCover1JPGBéla Bartók ( * 25. März 1881 in Groß-Sankt-Nikolaus/Nagyszentmiklós, Österreich-Ungarn; † 26. September 1945 in New York) war ein ungarischer Komponist, Pianist und Musikethnologe und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne.

Bartók gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, ohne dass er der musikalischen Avantgarde zugerechnet wird, zu der Komponisten wie Charles Ives, Edgar Varèse, Arnold Schönberg, Anton Webern, Alexander Wassiljewitsch Mossolow und Olivier Messiaen gehören. Besonders im Bereich der Kammermusik zählen die Kompositionen Bartóks zu den besten in der Musik des 20. Jahrhunderts. So etwa die Streichquartette, die Violinsonaten oder die Sonate für Violine allein.

Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass Bartók didaktische Werke komponierte, die sich nicht nur für den Instrumentalunterricht, sondern auch für den Konzertsaal oder Tonaufnahmen eignen. Das gilt insbesondere für die Duos für zwei Violinen und Stücke aus dem Mikrokosmos für Klavier. So wurden die Duos für zwei Violinen von Weltklasse-Geigern wie Itzhak Perlman und Pinchas Zukerman im Konzertsaal dargeboten sowie auch im Tonstudio eingespielt. Hier stehen Stücke, die spieltechnisch zu den einfachsten der Violin-Literatur gehören, musikalisch auf annähernd gleicher Höhe wie die spieltechnisch schweren Werke der Konzert-Literatur für Violine.

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Béla Bartók, 1927

Bartóks Klavierstück Allegro barbaro wurde in der Adaption der Musikgruppe Emerson, Lake and Palmer auf deren Debütalbum weiteren Hörerkreisen bekannt.

Einige Jahre nach Bartóks Tod begann die Filmindustrie, sich für seine Werke zu interessieren, und so wurden ab den 1950er Jahren immer wieder einige seiner Stücke für Kino- und TV-Produktionen als Filmmusik verwendet, beispielsweise der 3. Teil der Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta in Stanley Kubricks Shining (1980).

Im Jahr 1984 wurde Bartók postum wegen seiner besonderen Bedeutung in der Musik mit dem Grammy Trustees Award ausgezeichnet (Quelle: wikipedia)

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Béla Bartók + Paul Sacher

Und hier hören wir eines seiner Spätwerke, das zugleich auch zu seinen bekannesten Werken gehört: „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“ aus dem Jahr 1937):

Béla Bartók schrieb das viersätzige Werk im Auftrag des Basler Kammerorchesters und seines Dirigenten Paul Sacher, dem es auch gewidmet wurde. In einem Brief vom 27. Juni 1936 lesen wir bei Bartók: „Und zwar denke ich an ein Werk für Saiten- und Schlaginstrumente (also außer Streichern noch Klavier, Celesta, Harfe, Xylophon und Schlagzeug); ich nehme an, dass diese Besetzung keinerlei Schwierigkeiten verursacht. Heikler ist schon die Erfüllung des Wunsches, dass das Werk nicht allzu schwierig sein soll. Technische Schwierigkeiten werde ich wohl möglichst vermeiden können; schwieriger ist aber die Vermeidung rhythmischer Schwierigkeiten. Wenn man etwas Neues schreibt, so stellt das bloß wegen der Ungewohntheit bereits Schwierigkeiten an die Ausführenden. Jedenfalls werde ich auch da trachten, je leichter Spielbares zu schreiben. Schließlich schreibe ich ja niemals ausgerechnet mit der Absicht, je schwieriger Ausführbares zusammenzubringen.” Im September des gleichen Jahres setzte Bartók den Schlussstrich unter das Werk. Die Uraufführung fand am 21. Januar 1937 in Basel statt. Der Komponist war zugegen.

Es ist evident, dass die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta nicht nur ein Hauptwerk innerhalb von Bartóks Œuvre darstellt, sondern sich auch als musikalisches Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts etabliert hat. Es entstand eine regelrechte wissenschaftliche Literatur, welche dieses Werk zum Thema hat. (Ferenc Bónis)

Noten

Auf der Seite zwei hören wir dann noch das „Divertimento für Streichorchester“ aus dem Jahr 1939:

„Nie schrieb er so allgemeinverständlich, nie wusste er die Ergebnisse seines ganzen Lebens so zusammenzufassen, wie damals“, schrieb Musikwissenschaftler Bence Szabolcsi über Béla Bartók und sein Divertimento von 1939.

Das Stück fasziniert Szulc vor allem deshalb, weil es der Komponist in all seiner Komplexität in nur zwei Wochen im August 1939 niedergeschrieben hat.
Divertimento bedeutet hier nicht nur unterhaltsam:

Gerade der zweite Satz in seiner dunkel-düsteren Farbgebung geht weit über das hinaus, was mit dem unterhaltenden Charakter gemeint ist, der an sich den Gattungsbegriff „Divertimento“ ausmacht. Bartók schrieb sein Divertimento im Schweizer Sommerurlaub, wo er angesichts von Nationalsozialismus, Verfolgung und drohendem Krieg hin und hergerissen war, ob er noch in seiner deutsch-freundlichen Heimat Ungarn bleiben, oder nach Übersee auswandern solle. Er entschied sich für Auswanderung.

Es sind die beiden Ecksätze des Divertimento, die im Kontrast zum melancholischen Mittelsatz vor Vitalität sprühen. Jener Vitalität, die Bartok als Volksmusikforscher in den traditionellen Melodien vom Land gefunden hatte und davon als Komponist beeinflusst war, wie zum Beispiel im dritte Satz, in seinem munteren Wechsel zwischen Solo- und Tuttistellen.

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Béla Bartók mit Ehefrau in New York, 1943

„Das ist richtig Bergleute-Musik. So ein Spieler-Mann spielt da auf. Das ist voll von Witz und Spielfreude geprägt. Diese leeren Saiten und Quinten, das macht auf jeden Fall Spaß.“ (Radoslaw Szulc)

Eingespielt wurden die beiden Werke von The Academy Of St. Martin-in-the-Fields (hach, wie ich diesen Namen liebe) unter der Leitung von Neville Marriner ((* 15. April 1924 in Lincoln, England; † 2. Oktober 2016 in London) Und der war wohl einer der bedeutendsten britischen Dirigenten des letzten Jahrhunderts.

Und dann noch diese INoformation. Das Album wurde mit „freundlichen Grüßen“ von dem damaligen Pharmazie-Unternehmen „Parke-Davis“ (Mutterland: USA) überreicht.

Aber dafür kann der Bartok nun wirklich nichts. Seine Musik mag vielleicht etwas sperrig wirken, aber er hat halt nicht für den Massengeschmack komponiert. Für aufmerkame Hörer ein prachtvoller Genuss !

Gedenktafel

Gedenktafel in Wien

Besetzung:
Trevor Connah (violin)
Osian Ellis (harp)
Kenneth Heath (cello)
James Holland (percussion)
Alan Loveday (violin)
Leslie Pearson (celasta)
Eric Pritchard (timpani)
Stephen Shingles (viola)
Roger Smalley (piano)
+
The Academy Of St. Martin-in-the-Fields  unter der Leitung von Neville Marriner

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Titel:

01. Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta (31.29):
01.1.Andante Tranquillo
01.2.Allegro
01.3. Adagio
01.4.

02. Divertimento für Streichorchester (24.15.):
02.1. Allegro Non Troppo
02.2. Molto Adagio
02.3. Allegro Assai

Kompositionen: Béla Bartók

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Ihre Kinder – 004 (Jeanscover-Album) (1970)

Original-FrontCover1Unvergessen für viele: Ihre Kinder mit ihren glasklaren Texten und ihrer facettenreichen Musik … Der Deutsch-Rock stand in den Startlöchern und Ihre Kinder waren ganz vorbei dabei !

Ihre Kinder war eine deutsche Rockband der späten 1960er und vor allem der frühen 1970er Jahre aus Nürnberg. Sie gilt als Pionier der deutschsprachigen Rockmusik. Sie wird dem Krautrock zugeschrieben. Ihre Musik beinhaltete jedoch Elemente des Klassischen Rocks, Folks sowie des Jazzrocks.

Ihre Kinder gingen zum Teil aus der Gruppe Jonah & the Wales, die Mitte der 1960er Jahre in Nürnberg gegründet wurde, hervor. Mitglieder von Jonah & the Wales waren: Sonny Hennig (Gesang, Piano), Günter Gast (Bass), Wolfram Stumm (1. Gitarre), Ernst Schultz (2. Gitarre) und Roland Multhaupt (Schlagzeug).[1] Finanziert wurde die Gruppe durch Jonas Porst, Sohn des Unternehmers Hansheinz Porst. Trotz großer lokaler Beliebtheit und einer Schallplattenveröffentlichung lösten sich Jonah & the Wales Ende der Sechziger wieder auf.[2]

Im Jahr 1968 gründeten Hennig und Porst eine neue Gruppe bestehend aus Hennig, Muck Groh (Gitarre), Karl Mack (Bass), Peter Schmidt (Schlagzeug) und Georg Meyer (Flöte, Gesang). Porst trat auch hier als Geldgeber und Produzent auf. Die Band nannte sich zunächst „Empire State Building“ und begann nach einer Idee von Hennig erstmals deutschsprachige Rocksongs aufzunehmen.

Mit der ersten gleichnamigen LP benannte sich die Band 1969 in „Ihre Kinder“ um. Mack war nun durch Walter „Walti“ Schneider am Bass abgelöst worden. Schmidt wurde durch Olders Frenzel am Schlagzeug ersetzt.

IhreKinder02Bei Veröffentlichung der ersten LP bestanden „Ihre Kinder“ aus folgenden Mitgliedern: Muck Groh (* 7. Oktober 1946 in Nürnberg), Sonny Hennig (* 4. März 1946 in Mühlhausen/Thüringen), Georg Meyer (* 12. Januar 1949 in Nürnberg), Walter „Walti“ Schneider (* 9. Juni 1950 in Nürnberg; † 28. Februar 2013), Olders Frenzel (* 19. März 1950 in Trettau) und Judith Brigger.

Ernst Schultz (* 3. Oktober 1943 in Wreschen) und Tommi Roeder (* 4. November 1950 in Bad Cannstatt) kamen später hinzu.

1969 formiert, beschlossen Ihre Kinder Lieder mit ausschließlich deutschen Texten mit Rockmusik zu verbinden. Wegen der mangelnden Akzeptanz bei Plattenfirmen – Rockmusik war damals ausschließlich englisch singenden Musikgruppen vorbehalten – produzierten sie ihre erste LP Ihre Kinder selbst (unterstützt durch Jonas Porst). Da durch diese Eigeninitiative Produktionskosten entfielen, kamen sie an einen Plattenvertrag, doch die LP floppte. 1970 nahm sie die neu gegründete Münchner Plattenfirma Kuckuck unter Vertrag und produzierte mit ihnen das Album Leere Hände (nicht ohne sicherheitshalber für alle Stücke eine englischsprachige Version anzufertigen). Auf diesem Label erschienen dann bis zu ihrer Auflösung 1973 die weiteren Alben 004, Werdohl und Anfang ohne Ende.

Bekannt waren sie für ihre komplexen aber auch engagierten Texte zu Themen wie Drogenmissbrauch, Apartheid, Haft, Kriegsopfer usw.

In Star Szene ’77 ist abschließend zu lesen:

„…Welche Pionierarbeit die Gruppe damals leistete wird klar, wenn man den Erfolg von Udo Lindenberg sieht. „Ihre Kinder“ waren die erste deutsche Gruppe, die Rock spielte und deutsche Texte brachte…“

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Zwischen 1982 und 1984 fanden sich Ihre Kinder in Originalbesetzung wieder zusammen. Daraus hervorgingen die LPs live ’82 und Heute. Anschließende Versuche, mit wechselnden Musikern Tritt zu fassen, scheiterten. 2000 kamen sie noch einmal zu einem Konzert sowie beim Nürnberger Bardentreffen mit allen bisherigen Mitgliedern der Band in Nürnberg zusammen.

Der Gitarrist Muck Groh gründete nach seinem Ausscheiden die Jazzrock-Band Aera und spielt seit 2007 mit seiner Band Neue Aera. (Quelle: wikipedia)

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Hier nun ihre „Berühmte“ Jeans-Cover-LO, die eigentlich „004“ betitelt war (warum auch immer !). Der „Spiegel“ schrreibt über dieses Album:

„Das nächste Album trug als Titel schlicht die Seriennummer, war in ein Jeanscover verpackt und erzielt heute unter Sammlern Höchstpreise. Es war zugleich das stärkste Album der Band, die zu dieser Zeit in ihrer besten Besetzung spielte. Bei „Ihre Kinder“ herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Gitarrist, Sänger und Komponist Ernst Schultz, der Schlagzeuger Olders Frenzel und der Sänger Sonny Hennig bildeten über Jahre den Kern der Band. Das Jeansalbum bescherte dem Kuckuck-Label seinen ersten Hit und war zugleich das wütendste und bissigste Album der Nürnberger. “

Und in der Tat: Texte wie Musik sind ein eindringliches Dokument jener damaligen Jugend, die sich nicht mehr mit den überholten Idealen ihrer Eltern abspeisen lassen wollten. Und wirklich erstaunlich: die Musik klingt heute noch erstaunlich frisch (man höre sich nur mal „Hexenhammer“ an ! … wer´s nicht glauben mag: Reinhören !

Und um diese Band auch entsprechend ihrer Qualität zu würdigen, habe ich noch 2 pdf Päckchen mit Dokumenten aus dem Spiegel (erstmals 2008 veröffentlicht) beigefügt.

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Anzeige für „Ihre Kinder“ und das Label „Kuckuck Records“

Besetzung:
Muck Groh (guitar)
Roland Olders Frenzel (drums, guitar)
Sonny Hennig (keyboards, guitar, vocals)
Georgie Meyer (flute, bells, vocals)
Tommi Roeder (bass, saxophone, background vocals)
Ernst Schultz (guitar, bass, percusion, vocals)

Inlet

Titel:
01. Menschen wie Sand am Meer (Hennig) 3.45
02. Mantel im Wind (Schultz) 4.50
03. Straßenkind (Hennig) 6.12
04. Toter Soldat (Schultz) 6.39
05. Komm zu dir (Frenzel/Hennig) 2.39
06. Hexenhammer (Schultz) 3.54
07. Mutter bekommt ein Kind (Hennig) 3.31
08. Leben sie wohl (Schultz) 4.28
09. Weißer Schnee, schwarze Nacht (Hennig) 4.14

LabelB1

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Polizei-Chor Köln – Sein Chor, seine Lieblingslieder – Konrad Adenauer zum 100. Geburtstag (1970)

FrontCover1Da kann man ja nur sagen: Mein lieber Herr Gesangsverein ! Der Polizeichor Köln meldete sich zum 100. Geburtstag von Konrad Adenauer mit einer eigens ihm gewidmeten Langspielplatte zu Wort. Und das ist auch nicht weiter verwunderlich, war doch Adenauer bis zu seinem Tode der Schirmherr dieses Gesangsvereines.

Die Beziehung von Adenauer zu diesem Polizeichor Köln hatte in der Tat eine lange Geschichte. Bereits seit dem Jahre 1918 fühlte sich Adenauer mit diesem Chor auf ganz besondere Weise verbunden und mehrfach unterstütze er den Chor durch einen Griff in seine Privatschatulle (so z.B. um eine Fahne zu stiften).

Der Polzeichor Köln kann natürlich sehr stolz auf seine langjährige Geschichte sein (gegründet wurde er 1902). Und stellen sie sich auf ihrer website eben entsprechend stolz vor:

„Der Polizeichor Köln hat im Kölner Leben kulturell und gesellschaftlich einen hohen Stellenwert.

Er ist der größte von insgesamt 80 Polizeichören in der Bundesrepublik Deutschland.
Seine Konzerte werden mit Begeisterung nicht nur von Kölner Bürgern besucht.
Höhepunkt eines jeden Jahres ist das eigene Konzert in der Kölner Philharmonie. Der Chor ist ein reiner Männerchor, der allerdings nicht nur singende Polizeibeamte beherbergt, sondern jedem interessierten Bürger offen steht.

Die vielen Auslandsreisen hatten stets völkerverbindenden Charakter – die Sänger werden deshalb auch gern die Friedenssänger vom Rhein genannt.“

Auf diesem Album haben sie dann jene Lieder zusammengetragen, die wohl Adenauers Lieblingslieder waren und man muss schon sagen, gerade die dezentenPassage jener deutschen Volkslieder sind mit viel Gespür und Gefühl interpretiert worden.

Adenauer

Besetzung:
Polizei-Chor Köln  unter der Leitung von Friedel Berlipp (bsser bekannt als Berry Lipman !)

BackCover1

Titel:
01. Vorwort: Dr. Konrad Adenauer 0.57
02. O du schöner Rosengarten (Volksweise) 1.48
03. Andulka (Volksweise) 1.26
04. Der Lindenbaum (Volksweise) 2.44
05. Fahrt zu der Liebsten (Volksweise) 1.30
06. Heidschi Bumbeidschi (Volksweise) 2.44
07. Rheinisches Fuhrmannslied (Zoll) 3.03
08. Die Nacht (Schubert/Krumacher) 3.31
09. Heimweh nach Köln (Ostermann) 3.34
10. Gürtel und Tüchlein (Gotavac/Cunis) 3.53
11. Der Reiter (Rische/Zimmer) 1.39
12. Ännchen von Tharau (Volksweise) 2.25
13. Der Schäfer (Volksweise) 1.54
14. In einem kühlen Grunde (Volksweise) 2.45
15. Im Abendrot (Schubert) 2.29

LabelA1

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Harri Heinze und seine Solisten – Harmonika-Rhythmen (1970)

FrontCover1.jpgTja, wer ist der Harri Heinze … ich habe lange gesucht … und bin nicht fündig geworden, ergo: ich weiß es nicht.

Was ich aber weiß, dass das eine durchaus amüsante Amiga-Schallplatte aus dem Jahr 1970 ist.

Die Platte ist im Medley/Potpourri – Stil aufgebaut (siehe Titel-Liste) und damt folgte man dem augenscheinlich erfolgreichem Stilmittel von so unzähligen Platten aus dem Bereich der „leichten Muse“.

Und gemäß dem Titel hört man hier viele Melodien, wo die Mundharmonika (aber auch das Akkordeon) das prägende Element sind. Und das ist ja erstmal nicht schlecht, haben doch beide Instrumente einen durchaus sehr eigenständigen Sound/Charakter.

Jetzt mal unabhängig von der Musik (nicht schlecht, wenn man sich für leicht-seichte Unterhaltungsmusik zumindest hin und wieder erwärmen kann) fällt auf, dass bestimmte Komponisten ziemlich häufig ihr Scherflein zum gelingen dieses Albums beigetragen haben: so z.B. ein G. Natschinski … und interessant finde ich es auch, dass mir so gar keine Melodie bekannt ist …

Also … irgendwie eine ziemlich rästselhafte Platte aus jenem Land hinter dem eisernem Vorhang …

BackCover1.jpg

Besetzung:
Harri Heinze und seine Solisten

Tracklist:

Marsch-Slop – Medley: 2.03
01-1. Heidi, hol die Sonne vor (Eichenberg)
01-2. Das schönste Mädchen der Welt (Geißler
01-3. Es ist nie zu spät (Schöne)

Foxtrot -Potpourri: 2.26
02-1. Papa, du bist so reizend (Mai)
02-2. Roter Mohn wird wieder blühn (Hugo)
02-3. Das Lied Vom Alten Plattenschrank (Seeger)

03. Harris-Mambo (Heinze) 2.28

Langsamer Walzer – Medley: 3.08
04-1. Liebster (Möckel)
04-2. Tiflis (Lagidse)
04-3. Vergiß nie die Zeit (Natschinski)

05. Kleiner Glückspilz (Heinze) 2.30
06. Gruß aus Paris (Stüwe) 2.01

Swing-Foxtrot-Potpourri: 2.23
07-1.Ich steige dir auf’s Dach (Möckel)
07-2. Sind junge Mädchen 16 Jahre alt (Oppenheimer)
07-3. Wenn so was passiert (Stüwe)

Seemannslieder-Potpourri: 2.29
08-1 . Steuermann, halte Kurs (Eichenberg)
08-2. Ruft der Bootsmann „Rise-Rise“ (Werion)
08-3 . Wovon können die Matrosen denn schon träumen (Natschinski)

Tango – Medley: 3.13
09-1. In einer kleinen Schenke dicht am Hafen (Wehding)
09-2. Es müssen nicht immer rote Rosen sein (Honig)
09-3. Einmal wieder Tango mit dir tanzen (Möckel)

10. Harmonika-Samba (Heinze) 2.14

Musette-Walzer-Potpourri: 2.40
11-1. Jede Stadt hat kleine Straßen (Koll)
11-2. In der Rue De Vineta (Zimmermann)
11-3. Alle kleinen entzückenden Mädchen (Nier)

Bossa Nova – Medley: 2.49
12-1. Du warst immer so lieb zu mir (Fiebig)
12-2. Moskauer Fenster (Chrennikow)
12-3. Lotos (Hugo)

Shuffle-Potpourri: 2.46
13-1. Bist du’s, oder bist du’s nicht (Natschinski)
13-2. Sieben Liebesbriefe (Natschinski)
13-3. Salute (Dubianski)

14. Schnelles Spiel (Heinze) 2.24

LabelA
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