Polizei-Chor Köln – Sein Chor, seine Lieblingslieder – Konrad Adenauer zum 100. Geburtstag (1970)

FrontCover1Da kann man ja nur sagen: Mein lieber Herr Gesangsverein ! Der Polizeichor Köln meldete sich zum 100. Geburtstag von Konrad Adenauer mit einer eigens ihm gewidmeten Langspielplatte zu Wort. Und das ist auch nicht weiter verwunderlich, war doch Adenauer bis zu seinem Tode der Schirmherr dieses Gesangsvereines.

Die Beziehung von Adenauer zu diesem Polizeichor Köln hatte in der Tat eine lange Geschichte. Bereits seit dem Jahre 1918 fühlte sich Adenauer mit diesem Chor auf ganz besondere Weise verbunden und mehrfach unterstütze er den Chor durch einen Griff in seine Privatschatulle (so z.B. um eine Fahne zu stiften).

Der Polzeichor Köln kann natürlich sehr stolz auf seine langjährige Geschichte sein (gegründet wurde er 1902). Und stellen sie sich auf ihrer website eben entsprechend stolz vor:

„Der Polizeichor Köln hat im Kölner Leben kulturell und gesellschaftlich einen hohen Stellenwert.

Er ist der größte von insgesamt 80 Polizeichören in der Bundesrepublik Deutschland.
Seine Konzerte werden mit Begeisterung nicht nur von Kölner Bürgern besucht.
Höhepunkt eines jeden Jahres ist das eigene Konzert in der Kölner Philharmonie. Der Chor ist ein reiner Männerchor, der allerdings nicht nur singende Polizeibeamte beherbergt, sondern jedem interessierten Bürger offen steht.

Die vielen Auslandsreisen hatten stets völkerverbindenden Charakter – die Sänger werden deshalb auch gern die Friedenssänger vom Rhein genannt.“

Auf diesem Album haben sie dann jene Lieder zusammengetragen, die wohl Adenauers Lieblingslieder waren und man muss schon sagen, gerade die dezentenPassage jener deutschen Volkslieder sind mit viel Gespür und Gefühl interpretiert worden.

Adenauer

Besetzung:
Polizei-Chor Köln  unter der Leitung von Friedel Berlipp (bsser bekannt als Berry Lipman !)

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Titel:
01. Vorwort: Dr. Konrad Adenauer 0.57
02. O du schöner Rosengarten (Volksweise) 1.48
03. Andulka (Volksweise) 1.26
04. Der Lindenbaum (Volksweise) 2.44
05. Fahrt zu der Liebsten (Volksweise) 1.30
06. Heidschi Bumbeidschi (Volksweise) 2.44
07. Rheinisches Fuhrmannslied (Zoll) 3.03
08. Die Nacht (Schubert/Krumacher) 3.31
09. Heimweh nach Köln (Ostermann) 3.34
10. Gürtel und Tüchlein (Gotavac/Cunis) 3.53
11. Der Reiter (Rische/Zimmer) 1.39
12. Ännchen von Tharau (Volksweise) 2.25
13. Der Schäfer (Volksweise) 1.54
14. In einem kühlen Grunde (Volksweise) 2.45
15. Im Abendrot (Schubert) 2.29

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Harri Heinze und seine Solisten – Harmonika-Rhythmen (1970)

FrontCover1.jpgTja, wer ist der Harri Heinze … ich habe lange gesucht … und bin nicht fündig geworden, ergo: ich weiß es nicht.

Was ich aber weiß, dass das eine durchaus amüsante Amiga-Schallplatte aus dem Jahr 1970 ist.

Die Platte ist im Medley/Potpourri – Stil aufgebaut (siehe Titel-Liste) und damt folgte man dem augenscheinlich erfolgreichem Stilmittel von so unzähligen Platten aus dem Bereich der „leichten Muse“.

Und gemäß dem Titel hört man hier viele Melodien, wo die Mundharmonika (aber auch das Akkordeon) das prägende Element sind. Und das ist ja erstmal nicht schlecht, haben doch beide Instrumente einen durchaus sehr eigenständigen Sound/Charakter.

Jetzt mal unabhängig von der Musik (nicht schlecht, wenn man sich für leicht-seichte Unterhaltungsmusik zumindest hin und wieder erwärmen kann) fällt auf, dass bestimmte Komponisten ziemlich häufig ihr Scherflein zum gelingen dieses Albums beigetragen haben: so z.B. ein G. Natschinski … und interessant finde ich es auch, dass mir so gar keine Melodie bekannt ist …

Also … irgendwie eine ziemlich rästselhafte Platte aus jenem Land hinter dem eisernem Vorhang …

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Besetzung:
Harri Heinze und seine Solisten

Tracklist:

Marsch-Slop – Medley: 2.03
01-1. Heidi, hol die Sonne vor (Eichenberg)
01-2. Das schönste Mädchen der Welt (Geißler
01-3. Es ist nie zu spät (Schöne)

Foxtrot -Potpourri: 2.26
02-1. Papa, du bist so reizend (Mai)
02-2. Roter Mohn wird wieder blühn (Hugo)
02-3. Das Lied Vom Alten Plattenschrank (Seeger)

03. Harris-Mambo (Heinze) 2.28

Langsamer Walzer – Medley: 3.08
04-1. Liebster (Möckel)
04-2. Tiflis (Lagidse)
04-3. Vergiß nie die Zeit (Natschinski)

05. Kleiner Glückspilz (Heinze) 2.30
06. Gruß aus Paris (Stüwe) 2.01

Swing-Foxtrot-Potpourri: 2.23
07-1.Ich steige dir auf’s Dach (Möckel)
07-2. Sind junge Mädchen 16 Jahre alt (Oppenheimer)
07-3. Wenn so was passiert (Stüwe)

Seemannslieder-Potpourri: 2.29
08-1 . Steuermann, halte Kurs (Eichenberg)
08-2. Ruft der Bootsmann „Rise-Rise“ (Werion)
08-3 . Wovon können die Matrosen denn schon träumen (Natschinski)

Tango – Medley: 3.13
09-1. In einer kleinen Schenke dicht am Hafen (Wehding)
09-2. Es müssen nicht immer rote Rosen sein (Honig)
09-3. Einmal wieder Tango mit dir tanzen (Möckel)

10. Harmonika-Samba (Heinze) 2.14

Musette-Walzer-Potpourri: 2.40
11-1. Jede Stadt hat kleine Straßen (Koll)
11-2. In der Rue De Vineta (Zimmermann)
11-3. Alle kleinen entzückenden Mädchen (Nier)

Bossa Nova – Medley: 2.49
12-1. Du warst immer so lieb zu mir (Fiebig)
12-2. Moskauer Fenster (Chrennikow)
12-3. Lotos (Hugo)

Shuffle-Potpourri: 2.46
13-1. Bist du’s, oder bist du’s nicht (Natschinski)
13-2. Sieben Liebesbriefe (Natschinski)
13-3. Salute (Dubianski)

14. Schnelles Spiel (Heinze) 2.24

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Twenty Sixty Six And Then – Reflections (1972)

LPFrontCover1.jpgTwenty Sixty Six and Then, verkürzt auch mit 2066 statt der ausgeschriebenen Zahl und/oder kaufmännischem „&“ geschrieben, war eine deutsche Musikgruppe aus Mannheim.

Die Gruppe wird sowohl dem frühen Krautrock als auch dem Progressive Rock zugerechnet, wobei auch Einflüsse aus dem Jazz, Hard-Rock und psychedelischen Rock in den Stil der Band mit eingeflossen sind.

2066 and Then formierten sich im Sommer 1971. Namensfinder war Geff Harrison, der hierfür die alte englische Redensart „1066 and then“ aufgriff. Das Jahr 1066 war für die englische Geschichte folgenreich, bedingt durch den Sieg der Normannen unter Wilhelm der Eroberer in der Schlacht von Hastings.

Als Band existierte 2066 and Then ein knappes Jahr. Trotz Überlänge wurden die Songs im Radio gespielt, und besonders im süddeutschen Raum trat die Band oft auf. Sie löste sich aus wirtschaftlichen Gründen auf, bevor es zum richtigen Durchbruch kam. Auslöser waren die enttäuschenden Verkaufszahlen ihres ersten Albums Reflections on the Future, veröffentlicht bei United Artists Records. Geff Harrison und Gagey Mrozeck gingen zu der Lokalband Kin Ping Meh und Veit Marvos gründet die Gruppe Emergency. Konstantin Bommarius wechselte zu Abacus und spielte in der Folge auch bei verschiedenen anderen Bands z.B. Karthago, musste sich dann aber aus gesundheitlichen Gründen vom Schlagzeugspiel verabschieden. Er kam 2014 bei einem Unfall in Mannheim ums Leben.

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1991 erschien bei Second Battle eine zweite LP mit, bei einer Ausnahme, bislang unveröffentlichten Stücken unter dem Titel Reflections on the Past. Als das Label nun eine Kompilation als CD veröffentlichen wollte, waren die ursprünglichen Masterbänder des ersten Albums nicht mehr verfügbar. Stattdessen konnten aber andere Aufnahmen, die in Studioqualität vorhanden waren, verwendet werden. Die CD erschien unter dem Namen Reflections! und umfasste fünf Stücke des zweiten Albums sowie drei des ersten, diese aber in einer alternativen Version. Lediglich das Stück At my home ist auf allen drei Werken zu hören. (Quelle: wikipedia)

Hier ihr Debütalbum:

Die deutschen Bands der frühen 70er kann man grob in zwei Gruppen teilen. Da sind einmal diejenigen, die es geschafft haben, Sounds zu kreieren, die ihren angloamerikanischen Kollegen ebenbürtig sind (z.B. die Rattles, Kathargo, Birth Control, Gomorrha oder auch Passport). Andererseits gab es viele Gruppen, die eine ganz eigene, neuartige Musik geschaffen haben, die gerade versucht hat, anders zu sein, als die dieser britischen oder amerikanischen Kollegen (z.B. Can, Neu!, Between, Tangerine Dream, Kraftwerk oder Faust).

Interessanterweise sind es gerade letztere Gruppen, derer man sich – im Zusammenhang mit dem Begriff Krautrock – als innovative und bedeutende deutsche Bands erinnert. Dabei geraten die Formationen der erstgenannten Gruppe, insbesondere aus progrockiger Sicht, oftmals etwas in Vergessenheit, auch deshalb, weil ihre Musik sich eben nicht grundlegend von dem unterschied, was damals aus Amerika oder England kommend den Markt überflutet hat. Twenty Sixty Six & Then (oder 2066 & Then) ist eine von diesen Bands, die heutzutage kaum noch jemand kennt. Das einzige Album der Gruppe aus Mannheim wurde 1972 in kleiner Auflage von United Artists Records veröffentlicht und verkaufte sich so schlecht, dass sich die Band bald wieder auflöste. Mitglieder von Twenty Sixty Six & Then waran später allerdings u.a. bei Kathargo und Abacus (Bommarius), King Ping Meh (Harrison und Mrozeck), Tritonus (Harrison), Nine Days Wonder, Aera (Robinson/Geyer) und Emergency (Marvos) tätig.

Die Grundlage der Musik auf „Reflections On The Future“ ist ein recht erdiger Hardrock britischer Prägung, dominiert von Orgel und E-Gitarre und versehen mit recht typischem, bluesig-rauhem Gesang. Geff Harrison hat eine dieser Reibeisenstimmen, die sich ab und an auch in höhere Lagen windet, meist aber voluminös und kratzig vibriert und oft noch so klingt, als hätte er beim Singen eine Pflaume in der Backe stecken.

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Irgendwo in der Nähe von Uriah Heep, Deep Purple, Procol Harum oder Spooky Tooth ist die Musik von Twenty Sixty Six & Then gelagert, ist dabei aber deutlich progressiver. Die beiden Keyboarder benutzen neben der allgegenwärtigen E-Orgel ab und an auch ein Mellotron oder einen Synthesizer, gelegentlich erklingt eine Flöte, die Linien der verschiedenen Tasteninstrumente und der Gitarre sind oft komplex verschlungen, es wird mitunter jazzrockig und ganz selten krautig-experimentell (hauptsächlich in der Mitte des langen Titeltracks, in dem verschiedenste Tastenklänge minutenlang wüst durcheinanderlärmen). In den langen Nummern wird ausgiebig gejammt, insbesondere die Tasten schwellen heftig, es rockt vorantreibend und hart, immer wieder unterbrochen von ruhigeren Abschnitten, in denen dann oft die Flöte zum Einsatz kommt. Etwas aus diesem Rahmen fällt „Autumn“, in dem es zwar auch oft heavy zugeht, das aber mit umfangreichen Mellotroneinsatz (insbesondere im ruhigen Mittelteil) und einigen klassisch inspirierten Arrangements aufhorchen lässt. Neben dem schon erwähnten freiformatigen Abschnitt in „Reflections On The Future“ ist noch das oft erklingende Vibraphon erwähnenswert, welches in den ruhigeren Abschnitten für glockige Klangbereicherung sorgt.

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„Reflections On The Future“ ist eine erstklassig dargebotene und abwechslungsreich gemachte Scheibe, die zwar nicht unbedingt mit ausgesprochen neuartige Klängen aufwarten kann, mir persönlich etwas zu hardrocklastig ist, trotzdem aber jedem Vergleich mit den schon mehrfach angesprochenen englischsprechenden Kollegen standhält. Sonderlich krautig ist diese Musik nicht, höchstens bisweilen teutonisch-wuchtig. (Achim Breiling)

Ach ja … das sei noch erwähnt: Endlich mal ne Prog-Rock LP aus diesen Jahren, wo der Gesang sovoll zu überzeugen weiss … kein Wunder. mit Geoff Harrison hatte die Band nicht nur einen waschechten Briten an Bord, sondern auch noch einen, der fast als 2. Rod Stewart durchgehen konnte.

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Besetzung:
Dieter Bauer (bass)
Konstantin Bommarius (drums)
Rainer „Steve Robinson“ Geyer (keyboards, vibraphone, synthesizer, mellotron, vocals)
Geff Harrison (vocals)
Gagey Mrozeck (guitar)
Veit Marvos (keyboards, vibraphone, synthesizer, mellotron, vocals)
+
Curt Cress (drums on 07. + 08.)
Wolfgang Schönbrot (flute on 05.2.)
Donna Summer (vocals on 08.)

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Titel:
01. At My Home (Harrison/Mrozeck/Robinson) 7.56
02. Autumn (Harrison/Robinson) 9.03
03. Butterking (Harrison/Robinson) 7.10
04. Reflections On The Future (Harrison/Marvos) 15.46
05.1. How Would You Feel (Harrison/Marvos) 3.22
05.2. The Way That I Feel Today (Harrison/Marvos) 11.11
+
06. Spring (Robinson) 12.59
07. I Wanna Stay (Robinson/Mrozeck/Marvos/Harrison) 3.37
08. Time Can’t Take It Away (Marvos/Harrison)

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The Singing End – Listen To The Music! (The Romantic Vocal Sound Of) (1970)

FrontCover1Und jetzt brauchen wir ne Laterne, denn jetzt geht´s ganz tief in die den Keller der Geschichte des deutschen Kraut/Prog-Rock …  und wir schreiben das Jahr 1970 und so liest sich ihre Geschichte:

Sich auf die Spuren von The Singing End zu begeben bedeutet tief in die Beat-Szene einzutauchen, die Köln und Umgebung seit Anfang der 60er Jahre beherrschte. Die Beatle-Mania hatte selbstverständlich auch die Rheinländer infiziert und elektrisiert. Recht und links des Rheins gründeten sich zahllose Schülerbands und versuchten ihren englischen Vorbildern nachzueifern.

Rainer Pietsch, Bass, Gitarre, Klavier, Orgel, Gesang, Sohn eines Tenors und einer
Musiklehrerin, spielte 1963 bei den Plack-Fizzles. Mitstreiter waren u.a. Peter Schütten und Hartmut Priess, spätere Gründungsmitglieder der Bläck Föss und heute noch mit diesen musikalisch unterwegs. Anfang 1966 wurde er von der konkurrierenden Band Beat Stones (1964-1966) abgeworben, nahm seinen Kumpel Hartmut Priess mit und spielte dort mit Erry Stoklasa und Tommy Engel, ebenfalls spätere Gründungsmitglieder der Bläck Föss. Aufgrund seines musikalischen Elternhauses verfügte Pietsch schon damals über erhebliche Notenkenntnisse und war in der Lage, Hits der internationalen Vorbilder originalgetreu nachzuvollziehen und mit seinen Mitstreitern einzuproben.

Die daraus resultierende musikalische Qualität wurde allseits anerkannt, die Beat Stones waren für längere Zeit eine der führenden Bands in der Kölner Beat-Szene.

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Aber nicht nur Köln und Umgebung wurden von der Gruppe bespielt, bald standen auch eine kleine Deutschland-Tour und Konzerte in Belgien und Spanien auf dem Programm. Erster Höhepunkt der Beat Stones-Ära war ein Auftritt im Herbst 1966,
als sie in der Messehalle 8 in Köln neben den Lords im Vorprogramm der Who spielen durften. Dieses Ereignis konnten sie gar im folgenden Jahr noch toppen, als sie in der Kölner Sporthalle die Vorgruppe der Beach Boys waren. Wie zur damaligen Zeit häufig, wurde so manche Karriere durch die Einberufung eines oder mehrer Bandmitglieder zur Bundeswehr beendet oder zumindest unterbrochen. Dies galt auch für die Beat Stones, nachdem Erry Stoklasa und Bassist Heinz Kunde das Vaterland verteidigen mussten. Nächste Station war die Band Stowaways, die ab 1968 in der Kölner Beat-Szene den Ton angab. Mitspieler waren hier neben Hartmut Priess und Erry Stoklasa, Peter Schütten und Tommy Engel. Die Stowaways können somit als unmittelbare Vorläuferband der Bläck Föss betrachtet werden. Die Stowaways machten sich vor allem einen Namen als Begleitband von Graham Bonney, nicht nur bei Live-Auftritten, sondern auch bei Plattenaufnahmen. Dies war allerdings nicht mehr „das Ding“ von Rainer Pietsch, den es zu höheren musikalischen Werten zog. Konsequent verließ er die Band und wechselte zu That´s New, kurz bevor diese sich in The End umbenannten.

Singles

Die Singles von The (Singing) End

Günther „Bömmel“ Lückerath, Lead-Gitarre, Gesang, hatte seine musikalische „Karriere“ im Alter von 16 Jahren bei den Rolling Beats (1963-1965) gestartet. Trotz seines recht jungen Alters hatte er bereits erhebliche musikalische Fertigkeiten auf der Gitarre entwickelt. So konnten sich Thats New glücklich schätzen, ihn als Gitarristen gewonnen zu haben, wobei Bömmel zusätzlich noch ein hervorragender Sänger war. Thats New wurden neben ihren herausragenden musikalischen Fertigkeiten auch deshalb so geliebt, weil sie über einen hervorragenden Vokalsound mit mehrstimmigem Gesang verfügten. Höhepunkt der Auftritte war die Aufführung des Titels „Lets go to San Francisco“ (Flower Pot Men), der originalgetreu dargeboten wurde. Herbert Ihle, Gesang, Mundharmonika und Rhythmusgitarre, hatte seine musikalische „Karriere“ als Schüler gestartet. Seine erste Band hieß I. & Co. (1966-1967), in der auch Erry Stoklasa spielte. Auch er liebte die englischen Vokalgruppen und war und ist großer Fan der Beatles, Hollies und später auch von Crosby, Stills, Nash und Young. Nach dem Ende von I. & Co. wechselte er als Sänger und gelegentlicher Gitarrist zu Thats New. Thats New wurden ebenfalls über die Kölner Region hinaus bekannt und spielten u.a. im Hamburger Starclub. Die Band hatte mittlerweile auch eigene Songs geschrieben, sich einen Manager zugelegt und war auf der Suche nach einem cleveren Produzenten.

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Dieser fand sich mit Gibson Kemp, einem Schallplattenproduzenten aus Hamburg. Unter dessen Leitung spielten Thats New drei Titel ein. Mit seinem Erscheinen wurde allerdings auch das Ende von Thats New eingeläutet, da die Meinung vorherrschte, dass die Band einen neuen Namen brauche, schließlich wollte sie ja Schallplatten auf der ganzen Welt verkaufen. Der Kölner Stadtanzeiger, liebevoller Begleiter der Kölner Bands, forderte die Hörer in einem Ideenwettbewerb auf, Namensvorschläge zu übersenden.

Letztlich einigte sich die Band auf den Namen The End, unter dem auch die erste Single der Gruppe veröffentlicht wurde.

Alf Gardener (alias Wolfgang Emperhoff), Gesang und Percussion, von Schulzeiten bis zum Tod von Rainer Pietsch mit diesem freundschaftlich und beruflich verbunden, hatte seine Karriere als Sänger nicht in einer Beatband sondern als Schlagersänger und Discjockey gestartet. Bevor er bei The End einstieg, hatte er bereits mit Rainer Pietsch zusammengearbeitet, wobei Rainer Pietsch als Mitkomponist, Texter und auch Arrangeur tätig war. Begleitband der Schlageraufnahmen waren The End.

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The End waren komplett als sich nun Pietsch,Gardener, Ihle und Lückerath zusammentaten. Die damalige Liveband bestand neben den genannten Mitgliedern noch aus dem Drummer Manfred Thomas, genannt „De Nas“ und
Klaus Weber (Orgel). Auf den Schallplattenaufnahmen spielte allerdings Peter Geis das Schlagzeug, Rolf Lammers, heute bekannt durch Bläck Föös und LSE, übernahm die Key-boards. Bereits der zweite Auftritt in ihrem Heimatort Porz – seit 1975 ein Stadtteil von Köln – war ein voller Erfolg. Der Musikstil hatte sich zwischenzeitlich weiterentwickelt. Neben der üblichen Beat-Musik wandelte die Band auch ge-legentlich auf psychedelischen Pfaden, insbesondere wenn sie Titel von Vanilla Fudge zum besten gab. Die Kölnische Rundschau beschrieb, Anfang 1970, einen Auftritt der Band u.a. wie folgt: „Beeindruckend an The End ist vor allem das Quartett Ihle, Emperhoff, Pietsch und Lückerath mit vier-stimmigem Gesang. Ihr Repertoire zeigt Vielseitigkeit und heraus ragt vor allem das Stück „Hair“ aus dem gleichnamigen Musical. Kommerzieller Pop, Softbeat (Unchain melody) und harter Shocking-Beat (Vanilla Fudge und Chicago) werden von den 6 Porzern in gleichbeachtlicher Manier vorgetragen.“

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Herbert Ihle

Im Frühjahr 1970 wurde die erste Single „Pennies in the Air“ mit der B-Seite „Someday, Somewhere, Somehow“ im Rhenus-Studio, Köln eingespielt. Bereits zuvor und auch nach diesen Aufnahmen hatte die Gruppe als Studio-band die Schlagerstars Adamo, Peter Rubin und Thomas Fritsch bei Plattenaufnahmen begleitet. Von dieser Arbeit konnte sie profitieren, insbesondere was die Ausschöpfung der technischen Studiobedingungen anging, als sie Ende August 1970 mit der Einspielung der LP begannen. Rainer Pietsch hatte alle 9 Titel komponiert und getextet.

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Frontcover der deutschen Veröffentlichung

Die Aufnahmen sollten sich stilistisch zwischen Led Zeppelin und den Bee Gees bewegen. Ende 1970 kam die LP auf dem Label Resono auf den Markt. Eine weitere Auflage der LP für den skandinavischen Markt wurde auf dem Anette-Label veröffentlicht. Der Einfluss des Produzenten und Geldgebers hatte aus dem Bandnamen The End nun The Singing End werden lassen! Die Musiker fanden dies nicht so berauschend; andererseits standen die Schallplattenproduzenten nicht an jeder Ecke…

Für die Band wäre es sicherlich vorteilhafter gewesen, wenn die LP bei der in Köln ansässigen weltweit orientierten Plattenfirma EMI/Electrola erschienen wäre. So scheiterte eine erfolgreiche Vermarktung der LP an fehlenden Mitteln, umfangreich Promotion zu betreiben. Trotz der zweifellos vorhandenen musikalischen Qualität

Pietsch

Rainer Pietsch

waren die LP-Verkäufe äußerst mäßig. Aus heutiger Sicht gesehen könnte man der Meinung zuneigen, dass sie vielleicht nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit war und vielleicht ein bis zwei Jahre eher hätte erscheinen sollen. Zur damaligen Zeit war die Band jedoch froh darüber, überhaupt eine Schallplatte aufnehmen zu dürfen. Nach zwei Veröffentlichungen existierte die Plattenfirma dann plötzlich nicht mehr, und die Band musste sich Gedanken machen, wie es weitergeht. Sie hatte sich in der Zwischenzeit durch ihren herausragenden Vokalsound allseits Anerkennung in der Kölner Studioszene erworben und wirkte als Studiochor bei vielen bekannten Künstlern mit. In der Folgezeit wurde auch endlich die EMI auf die Band aufmerksam und verpflichtet sie unter dem neuen Bandnamen Tanned Leather für einige Plattenproduktionen. Tanned Leather spielten einige Singles und zwei LPs (1972 und 1976) auf dem Harvest-Label (!) der EMI ein. Von der ursprünglichen The End-Besetzung waren Rainer Pietsch, Herbert Ihle und Alf Gardener alias Wolfgang Emperhoff dabei. Rainer Pietsch zog es nach München in die dortige Studioszene, wo er in vielen bedeutsamen internationalen Produktionen, u.a. ELO und Queen, als Arrangeur mitwirkte. Zudem war er bei der Ralph Siegel Produktionsgesellschaft unter Vertrag.

KurzbioPietsch

Kurzbiographie zu Rainer Pietsch aus dem Handbuch „Komponisten der Gegenwart im Deutschen Komponisten-Interessenverband“, 1995

Bandleader Rainer Pietsch, dem von vielen Seiten musikalische Genialität zugeschrieben wurde, war letztlich über den ihm versagten großen musikalischen Erfolg enttäuscht, insbesondere darüber, dass er seine eigenen musikalischen Vorstellungen nicht erfolgreich vermarkten konnte. Neben seinen musikalischen Fertigkeiten war er auch ein begnadeter Billardspieler. 1998 starb er an einem Herzinfarkt.

Herbert Ihle ist nach wie vor als Studio- und Tourneesänger aktiv. Bömmel Lückerath ist als Sänger und Gitarrist mit den Bläck Fööss unterwegs. Alf Gardener alias Wolfgang Emperhoff lebt und arbeitet (für die Ralph Siegel Produktionsgesellschaft) in München. (Manfred Steinheuer)

Klar, das Album klingt irgendwie antiquiert, aber es hat duchaus etliche Facetten, die erwähnenswert sind: Der Refrain von „Listen To The Music“ könnte doch glatt von Abba sein …  das Gitarren-Solo dann aber nicht mehr … das Album ist eine interessante Verbeugung vor den Beatles, deren Songtradition mochte man dann mit ein ein paar „progressiven“ Gitarrensounds garnieren … hin und wieder ein mächtig treibendes Bass („Green Gras“) und auch die Orgel konnte wunderbar explodieren.

Und: Gesanglich waren die Burschen 95% ihrer damaligen Kollegen weitaus überlegen … auch wenn es gelegentlich arg theatralisch und gar schmalzig wird.

Bei diesem Songmaterial hätte man durchaus weit mehr aus dem Alnum holen können, da bin ich mir sicher ….

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Günther Lückerath ist weiterhin aktiv, und das nicht nur bei den Black Fööss

Besetzung:
Alf Gardener (Wolfgang Emperhoff) (vocals, percussion)
Dieter Geis (drums)
Herbert Ihle (vocals, harmonica, guitar)
Günther Lückerath (guitar, vocals)
Rolf Lammers (keyboards)
Rainer Pietsch (keyboards, bass, guitar, vocals)

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Titel:
01. Listen To The Music 3.14
02. I’m On My Way 3.02
03. Carpets 3.28
04. I Still Don’t Know 4.23
05. Empty Streets 3.37
06. Green Grass 4.25
07. Lies 4.50
08. Twilight 5.55
09. Lost Daddy’s Craddle Song 2.17

Musik und Texte: Rainer Pietsch
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Addi Münster und die Süßwasser-Matrosen – `n Hamborger Jung´(1970)

FrontCover1Nun wenden wir uns mal wieder dem hanseatischen Frohsinn, oder was man wohl damals – also 1970 – darunter verstanden hat.:

Albert „Addi“ Münster (* 14. März 1902 in Hamburg; † 15. November 1990 ebenda) war ein deutscher Humorist.
Porträt Komiker Addi Münster

Addi Münster wurde als fünftes Kind einer Hamburger Handwerkerfamilie geboren. Er arbeitete zunächst im Hamburger Hafen bei einer Stauerei. Entdeckt wurde er in einem Kabarett im Hamburger Stadtteil St. Pauli, als er als Zuschauer von den Künstlern auf die Bühne gebeten wurde, um Witze und Döntjes zum Besten zu geben. Münster tourte darauf hin durch Deutschland; Breslau, Leipzig und Berlin waren dabei einige seiner Stationen.

Als er bei einem Gastspiel in Mülheim an der Ruhr in seiner Schauermannskluft auf seinen Auftritt wartete, bat ihn der Direktor des Gastspielunternehmens, in dieser Kleidung aufzutreten, die schließlich zu Münsters Markenzeichen wurde. Als Soldat im Zweiten Weltkrieg kam er in britische Gefangenschaft, 1946 stand er zum ersten Mal auf der Bühne des Hamburger Hansa-Theaters.

AddiMünter02Danach war Münster in den kommenden Jahrzehnten Gast auf zahlreichen Veranstaltungen, in Varietés und auf Bunten Abenden. Neben Auftritten im Hamburger Hafenkonzert erlangte er besonders durch seine häufige Mitwirkung in der Fernsehreihe Haifischbar, die von 1963 bis 1979 in der ARD lief, bundesweite Popularität. Münster wirkte darüber hinaus in kleineren Rollen in den Filmen Polizeirevier Davidswache und Heimweh nach St. Pauli mit. In der Folge Havelstrand gegen Waterkant saß er 1967 im Rateteam von Hans Rosenthals Quizsendung Gut gefragt ist halb gewonnen. Münsters Stimme ist auch auf einer Reihe von Schallplatten erhalten geblieben, so auf den LPs Reeperbahnbummel mit Addi Münster oder Stimmung auf St. Pauli.

Bei einem Auftritt in Kiel lernte Addi Münster 1928 seine spätere Frau Sonja, eine Balletteuse, kennen und trat mit ihr bis zum Beginn des Krieges als „Münster-Duo“ auf. Das Paar hatte zwei Töchter, die in den 1950er Jahren ebenfalls im Showgeschäft tätig waren. Addi Münster wurde auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf bei Kapelle 9 beigesetzt und ruht dort neben seiner Frau, die bereits Anfang Januar 1976 verstorben war.

Addi Münster ist nicht mit dem Jazzposaunisten Jost „Addi“ Münster (* 1935) zu verwechseln. (Quelle: wikipedia)

AddiMünter01

Porträt Addi Münster von Richard Eggers

Da wird der Jazzmusiker Jost „Addi“ Münster aber froh sein, fürdiesen Hinweis.

Denn hier werden hier eher flachen Witzchen gerissen, oftmals auch zotig (ich frag´ mich immer, warum da die Damen bei diesem Livemitschnitt besonders laut lachten … aber vermutlich waren diese Reaktionen der Gäste auch nur zusätzlich eingespielt … kennt man ja …)

Hier ein Beispiel:

Frage: Soll ein Teenager von 17 Jahren abends um 8.00 Uhr schon ins Bett gehen ?

Antwort: Ja … sie muss ja spätestens um 10 Uhr wieder zu Haus sein

Verantwortlich für all diese Texte war Gerd von Haßler und da kann man auf eine wirklich spannende Biographie zurückblicken und wer sich für schon ein wenig skurille Biographie interessiert, kann sie hier nachlesen.

Haßler

Gerd von Haßler im gereiften Alter …

Also, wir halten fest: Ein Bayer schreibt so ne Art Seemannstexte für einen, die wohl noch nie auf hoher See war …

Als böse Zunge könnte man behaupten: so klingt das auch ..

Aber man lasse sich nicht täuschen: Der Addi Münster war damals ein Lokahlheld und bis heute erfreut er sich einer gewissen Beliebtheit …

Diese Scheibe erschien dann auch nochmal auf dem Label Falcon und zwar unter dem Titel „Reeperbahn Bummel“:

AlternativesFront+BackCover

Besetzung:
Addi Münster (vocals)
+
Die Süßwasser-Matrosen

BackCover1

Titel:
01 Eine Seefahrt, die ist lustig (Traditional/v.Haßler) 3.33
02. Addi spinnt Seemannsgarn (v.Haßler) 1.51
03. Paddy Johns (v.Haßler) 4.21
04. Ein Fahrrad auf dem Rathausmarkt (v.Haßler) 0.20
05. Ach, wenn an den Ecken… (v.Haßler) 1.54
06. Können Sie chinesisch? (v.Haßler) 1.13
07. Glory Glory Halleluja  (Traditional/v.Haßler) 3.47
08. Farewell, mein Mädchen von Altona (v.Haßler) 2.45
09. Addi als Minister (v.Haßler) 1.43
10. Alles egal (v.Haßler) 4.04
11. Pech und Glück (v.Haßler) 0.42
12. Hamburger Wetterlage (v.Haßler) 1.21
13. Hamburger Luft (v.Haßler) 3.23
14. Klein Ernas Baby (v.Haßler) 0.52
15. Ein Seemann segelt um die Welt (v.Haßler) (*) 2.08
16. Liebe in Grönland + Hamburg ist ein schönes Städtchen (Traditional/v.Haßler) 4.29

(*) basierend auf der Melodie von „Ich bin der Doktor Eisenbart“

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Rheinischer Kammerchor – Transeamus usque Bethlehem (1970)

FrontCover1Ein interessantes Stückchen Musikgeschichte, das stimmungsvolle Transeamus aus dem schlesischem Breslau:

Transeamus usque Bethlehem ist ein schlesisches weihnachtliches Chorwerk eines anonymen Komponisten auf einen lateinischen Text.

Die Pastorella ist in Stimmenmaterial aus dem Breslauer Dom überliefert, das der letzte deutsche Domkapellmeister Paul Blaschke aus dem belagerten Breslau nach Westdeutschland retten konnte. Die Komposition wurde lange Zeit dem Domkapellmeister Joseph Ignaz Schnabel (1767–1831) zugeschrieben, doch konnte Blaschke schon 1961 nachweisen, dass sich Schnabels Anteil auf die Bearbeitung der instrumentalen Begleitung beschränkte. In den Breslauer Chor- und Orchesterstimmen, die wohl von Schnabels Hand stammen, ist kein Komponist namentlich angegeben, jedoch findet sich in einer Stimme der Vermerk Ignoto (lat. ‚von einem Unbekannten‘). Franz Witt hatte bereits 1870 erwähnt, die Komposition sei „nach einer alten Weise arrang. von J. Schnabel“. Paul Krutschek vermutet, Schnabel habe die Komposition in einem schlesischen Kloster gefunden.[3] Die Komposition dürfte ihren Anlass in einem liturgischen Krippenspiel gehabt haben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Komposition ursprünglich noch weitere Sätze enthielt, und damit eine kleine Kantate darstellte. Die Entstehungszeit dürfte aus stilistischen Gründen in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts anzusetzen sein. Elemente des Rokoko sind nicht gegeben, vielmehr weist der Formverlauf auf eine starke Verwurzelung des Komponisten in der Volksmusik. Eine in Textierung, Instrumentation und melodisch-rhythmischer Führung von der Breslauer Fassung etwas abweichende Ausgabe wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im Benediktinerkloster Braunau in Nordböhmen aufgefunden.

NotenDer Text des Werks beruht auf der biblischen Weihnachtsgeschichte (Lk 2,10–16 Vul). Das Stück ist im Original für einen dreistimmigen Chor (Sopran, Alt, Bass) mit Orchesterbegleitung (8 Bläser, 5 Streicher und Orgel) gesetzt. Weitverbreitet sind Bearbeitungen für vierstimmigen Chor, die Instrumentalbegleitung wird oft von der Orgel allein ausgeführt.

Das Stück setzt mit einem Rezitativ ein, dessen Text in der Breslauer Fassung nicht überliefert ist, und das in vielen Bearbeitungen weggelassen wird. Stimmenabschriften aus dem Glogauer Dom beweisen, dass das Rezitativ mit dem Text Lk 2,10–12 Vul unterlegt war. Die anschließende Pastorella ist in dreiteiliger Liedform mit einem umrahmenden Ritornell aufgebaut. Die Bassstimmen (quasi in der Rolle der Hirten) singen die erste Strophe, die Frauenstimmen setzen danach (quasi als Engelschor) ein und begleiten so die simultan von den Bässen vorgetragene zweite Strophe. Zum Schluss singen die Bässe nochmals allein.

In der harmonischen Analyse erweist sich das Stück als bemerkenswert schlicht; die Harmonien gehen nicht über die drei Hauptstufen der Kadenz hinaus, wobei die Subdominante mit einer einzigen Ausnahme immer nur auf den schwachen Taktzeiten erreicht wird. Die Formgestaltung ist mit ihrer mehrfachen Wiederholung redselig und weitschweifig. Bei aller Schlichtheit der Komposition ist das Stück von der Freude über die Menschwerdung Gottes geprägt, die in volkstümlicher musikantischer Unbekümmertheit ausgeführt wird. (Quelle: wikipedia)

Soweit die Historie; diese wikipedia Text bezieht seine Erkenntnisse übrigens genau auf das Beiblatt dieser Single, die vermutlich 1965 erschienen ist. (Das Beiblatt liegt dem Infopäckchen natürlich auch bei). Desweiteren sind dann noch 2 Lieder eines Leonhard Schröter (um 1532 bis um 1601) zu hören. Ganz sicher auch eine spannende Geschichte ….

Für mich ist dieses Transeamus nicht nur interessantes Stückchen Musikgeschichte, sondern auch persönlich sehr bedeutsam: Es war eines der musikalischen Höhepunkte für meinen Vater … und somit für mich als kleiner Bub „Pflichtlektüre“ zu Weihnachten. Und ja, es ist mir auch ein wenig ans Herz gewachsen.

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Besetzung:
Rheinischer Kammerchor unter der Leitung von Hermann Schroeder
+
Rheinisches Konzertorchester unter der Leitung von Ferdinand Schmitz

Schroeder

Hermann Schroeder

Titel:
01. Transeamus usque Bethlehem (Traditional) 4.13
02. Lobt Gott ihr Christen allegleich (Schröter) 3.12
03. Freut euch ihr lieben Christen (Schröter) 2.48

LabelA1

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Verschiedene Interpreten – Bald nun ist Weihnachtszeit (1970)

FrontCoverA1Dieses Album mit all den Klassikern der Weihnachtsmusik von dem DDR-Klassik-Label Eterna aus dem Jahr 1970 hat sich scheinbar zu einem eigenen Klassiker entwickelt.

Denn nur so lässt sich es erklären, dass dieses Album vor einiger Zeit erneut auf dem Markt kam, freilich mit sog. „Neueinspielungen“. Dies erboste allerdings etliche der Anhänger dieses Albums, denn man verwendete das Originalcover.

Ich kenne die Neufassung nicht, aber glaubt man so etlichen Beiträgen in diversen Foren, fehlt diesen eben die Patina der damaligen Zeit.

Wohlan … hier die Originalfassung von 1970 … sehr wohltuend arrangiert und eingespielt.

Kein Wunder, wenn u.a. der Thomaner-Chor Leipzig und Mitglieder des Kammerorchester Berlins mitgewirkt haben.

BackCover

Titel:
01. Kinderchor des Deutschlandsenders/Kammerorchester Berlin: Bald nun ist Weihnachtszeit 1.18
02. Radio-DDR-Kinder- und Jugendchor: Vorfreude, schönste Freude 2.43
03. Rundfunk-Kinderchor Berlin/Kammerorchester Berlin: Morgen, Kinder, wird’s was geben 1.29
04. Radio-DDR-Kinder- und Jugendchor: Oh, es riecht gut 2.12
05. Rundfunk-Kinderchor Berlin/Kammerorchester Berlin: So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit 1.26
06. Radio-DDR-Kinder- und Jugendchor: Schneeflöckchen, Weißröckchen, jetzt kommt du geschneit 0.59
07. Thomanerchor Leipzig: Süßer die Glocken nie klingen als in der Weihnachtszeit 1.50
08. Rundfunk-Kinderchor Berlin/Kammerorchester Berlin: Laßt uns froh und munter sein 1.56
09. Radio-DDR-Kinder- Und Jugendchor: Morgen kommt der Weihnachtsmann 1.23
10. Radio-DDR-Kinder- und Jugendchor: O Tannenbaum 1.38
11. Thomanerchor Leipzig: Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen 1.26
12. Thomanerchor Leipzig: Fröhliche Weihnacht überall 2.17
13. Rundfunk-Kinderchor Berlin/Kammerorchester Berlin: Guten Abend, schön‘ Abend, es weihnachtet schon 1.52
14. Rundfunk-Kinderchor Berlin/Kammerorchester Berlin: Kling, Glöckchen, klingelingeling 1.30
15. Thomanerchor Leipzig: Alle Jahre wieder kommt das Christuskind 1.03
16. Radio-DDR-Kinder- und Jugendchor: Sind die Lichter angezündet 2.02
17. Thomanerchor Leipzig: Der Christbaum ist der schönste Baum 1.39
18. Rundfunk-Kinderchor Berlin/Kammerorchester Berlin: Leise rieselt der Schnee 2.24
19. Radio-DDR-Kinder- und Jugendchor: Tausend Sterne sind ein Dom 1.51
20. Rundfunk-Kinderchor Berlin/Kammerorchester Berlin: O Tannenbaum, du bist ein grünes Reis 2.05
21. Dresdner Kreuzchor: Stille Nacht, heilige Nacht 3.08
22. Dresdner Kreuzchor: O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit 2.29

LabelB

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Fake

Die Hülle der Neueinspielung