Ottfried Preußler – Die kleine Hexe (Hörspiel) (1970)

FrontCover1.JPGUnd hier nun ein weiterer Kinderbuch-Klassiker von Ottfried Preußler.

Die kleine Hexe ist ein Kinderbuch von Otfried Preußler aus dem Jahr 1957. Es erschien zunächst im Thienemann Verlag und wurde inzwischen in 47 Sprachen übersetzt. Das Buch kam 1958 auf die Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis. Alle Buch-Ausgaben enthalten die Illustrationen von Winnie Gebhardt-Gayler.

Die kleine Hexe, deren sehnlichster Wunsch es ist, mit den großen Hexen auf dem Blocksberg herumfliegen zu dürfen, lebt mit ihrem sprechenden Raben Abraxas in einem kleinen, windschiefen Häuschen im Wald. Beim Versuch, sich in der Walpurgisnacht unerlaubt den anderen Hexen anzuschließen, wird sie entdeckt und ihr Hexenbesen zur Strafe verbrannt. Es wird ihr aber in Aussicht gestellt, an der nächsten Walpurgisnacht teilnehmen zu dürfen, wenn sie es bis dahin zu einer guten Hexe gebracht habe. Nun bemüht sich die kleine Hexe ein Jahr lang, ausreichend gute Taten zu vollbringen, hilft armen Menschen, bestraft Bösewichte, rettet Tiere und findet neue Freunde. Als sie sich wieder beim Hexenrat meldet, stellt sich jedoch heraus, dass nach Auffassung des Hexenrats eine Hexe gut darin sein soll, böse zu sein. Also soll sie damit bestraft werden, das Holz für den Scheiterhaufen der Walpurgisnacht zusammenzutragen. Stattdessen aber rächt sie sich, indem sie den großen Hexen „das Hexen abhext“ und deren Zauberbücher und Besen herbeizaubert. Dadurch können sie sich nicht mehr das Hexen beibringen. Die Besen und Bücher benutzt sie dann als Scheiterhaufen für ihre eigene Walpurgisnacht.

Buchausgaben.jpg

Diverse Buchausgaben

Die kleine Hexe ist die Hauptperson der Geschichte. Sie hat das für Hexen bescheidene Alter von einhundertsiebenundzwanzig und gilt als besonders freundlich und ehrgeizig. Sie lebt im tiefen Wald in einem Hexenhaus mit windschiefem Dach, einem krummen Schornstein und klapprigen Fensterläden. Täglich übt sie sechs Stunden das Hexen, meist sitzt sie dabei vor dem Ofen, welcher an ihrem Haus angebaut ist.

 

Abraxas
Abraxas ist ein sprechender Rabe und der beste Freund der kleinen Hexe. Er ist sehr klug und gibt ihr Ratschläge, wenn sie mit Problemen zu kämpfen hat, allerdings kritisiert er auch ihre Fehler, die sie beim Hexen macht.

Die Wetterhexe Rumpumpel
Die Muhme Rumpumpel ist die Gegenspielerin der kleinen Hexe. Als Wetterhexe liegt ihr Talent insbesondere im Bereich des Wetters. Sie entdeckt die kleine Hexe bei der ersten Walpurgisnacht und bringt sie zur Oberhexe. Als daraufhin die kleine Hexe eine gute Hexe werden soll, wird sie von der Muhme Rumpumpel beschattet, die ihre guten Taten aufschreibt, um diese vor dem Hexenrat zu präsentieren.

Thomas und Vroni
Thomas und Vroni sind die Kinder des Dorfwirts. Als sich die beiden beim Pilzesuchen im Wald verirren, freunden sie sich mit der kleinen Hexe an und sie hilft ihnen, dass sie wieder zurück nach Hause finden. Daraufhin laden Thomas und Vroni die kleine Hexe zum Schützenfest ein. Dort soll aber der Ochse Korbinian, der beste Freund der Kinder, dem Schützenkönig als Preis überreicht und geschlachtet werden. Die kleine Hexe verzaubert deshalb die Schießgewehre, sodass als Einziger Thomas trifft. Er wird Schützenkönig und kann den Ochsen Korbinian behalten.

Die Oberhexe
Die Oberhexe ist das Oberhaupt der Hexen. Sie sitzt auf einem Thron, welcher aus Ofengabeln gefertigt ist. Man kann sie als bösartig, aber dennoch kooperativ beschreiben.

Preußler01

Die Familie Preußler, Weihnachten 1958

Nach Angaben des Autors entstand die Erzählung von den Taten der kleinen Hexe nach eigenen Gute-Nacht-Geschichten, die er seinen drei Töchtern abendlich berichtete, um deren Angst vor bösen Hexen zu begegnen. Nachdem er sie dann auch in der Schule unter großem Anklang seiner Zuhörer erzählt hatte, begann er, diese aufzuschreiben.

Im Januar 2013 wurde eine vom Thienemann Verlag geplante Neuausgabe des Werks zum Gegenstand von Medienberichten, weil darin einzelne Wörter gegenüber der Ursprungsversion verändert werden sollten. Nach Angaben des Verlags wäre eine Modernisierung des Textes bezüglich des heutigen Sprachgebrauchs nicht mehr üblicher Begriffe vorgesehen. Als Beispiele wurden die Worte Neger, wichsen und Zigeuner[5] genannt, die laut der Stellungnahme des Verlags nicht mehr im ursprünglichen Bedeutungsgehalt gebraucht oder verstanden würden. Die Änderungen wurden in Abstimmung mit der Familie des Autors erarbeitet, die zunächst jegliche Textveränderung abgelehnt hatte. Die Neuauflage erschien im Juli 2013. (Quelle: wikipedia)

Kolorierte Ausgabe

Eine Beispielseite aus der kolorierten Ausgabe

Und hier ein wenig Hintergrund zur Entstehung dieses Buches:

Susanne Preußler-Bitsch: „Eines Abends behaupteten mal meine großen Schwestern, sie könnten heute Abend nichts ins Bett gehen, sie hätten so schreckliche Angst vor den bösen Hexen.“

Böse Hexen? Die gibt es doch gar nicht mehr, behauptete Otfried Preußler schnell. Er wollte die Töchter beruhigen.

Illustration01

Susanne Preußler-Bitsch: „Warum gibt es denn keine bösen Hexen mehr? Und dieser Frage musste er sich dann stellen: Ja, warum gibt es denn eigentlich keine bösen Hexen mehr? Und darauf musste er eine Antwort finden, mit der seine Töchter zufrieden waren. Und so entstand letztendlich die Geschichte von der guten, kleinen Hexe.“
Die kleine Hexe will dazugehören, aber sie selbst bleiben

„Es war eine kleine Hexe, die war erst 127 Jahre alt, und das ist ja für eine kleine Hexe gar kein Alter.“

127 Jahre, die kleine Hexe ist damit ein Kind unter den alten Hexen. Doch sie will dazugehören, zu den Großen. Und dieser dringende Wunsch und der stete Versuch, ihn zu erfüllen ohne die eigene Integrität zu verlieren, ist Thema dieser Geschichte.

Illustration02.jpg

Susanne Preußler-Bitsch: „Und in der vom Heranwachsen erzählt wird, ja, und in der sich auch all die kindlichen Nöten, Freunden, Fragen und Ärgernisse widerspiegeln, die man als Kind auch tagtäglich erfährt auf dem Weg zum groß werden. Und man erfährt, wie man damit umgehen kann.“

Die Preußler-Hexe darf auf ihrem Weg zum Großwerden experimentieren und lustvoll Grenzen überschreiten. 1957, im Erscheinungsjahr des Buches, war das zunächst ein Novum.

Susanne Preußler-Bitsch: „Und man hat es wohl auch akzeptiert, dass es eines der ersten antiautoritären Kinderbücher war und dass man eigentlich eine kleine Hexe erlebt, die sich nach moderner Ansicht ziemlich emanzipiert und gegen die allgemeine Meinung stemmt.“

Susanne Preußler-Bitsch

Susanne Preußler-Bitsch

Aus „Die kleine Hexe“: „Ich weiß, was ich mache! Ich reite heute Nacht auf den Blocksberg.“ Der Rabe erschrak: „Auf den Blocksberg? Das haben dir doch die großen Hexen verboten, sie wollen beim Hexentanz unter sich sein.“ „Pah“, rief die kleine Hexe, „verboten ist vieles.“ (Quelle: deutschlandfunkkultur.de)

Aber auch dieses Hörspiel entwickelte sich wohl zu einem Klassiker der Kinder-Hörspiele dieser Zeit:

Einfach pfiffig in Szene gesetzt, kleine aber feine musikalische Zwischenspiele … man kann nur erahnen, wie viele leuchtenden Kinderaugen diese LP zum Vorschein gebracht hat.

Nun, ich habe mir diese LP damals nicht angehört, da bevorzugte ich dann doch lieber z.B. „The Wicht“ von den Rattles.

Aber später mit meinen Töchtern: Da haben wir das Buch mehr als einmal gemeinsam gelesen.

Und von daher verwundert es nicht, dass meine Töchter bereits Bedarf angemeldet haben:  … „am besten als mp3 Datei“ … denn einen Plattenspieler haben sie nicht mehr …

Unabhängig davon: Die deutsche Kinderliteratur wäre umso viel ärmer, hätte es nicht diesen Ottfried Preußler gegeben.

Dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit !

Preußler02

Besetzung:

Erzähler: Hans Bauer
Die kleine Hexe: Brigitte Koesters
Der Rabe Abraxas: Paul Lasner
Die Wetterhexe Rumpelpumpel: Margot Trooger
Die Oberhexe: Ingeborg Hoffmann
Die Hexen: Else Sommer, Rosemarie Brennicke ,Ulla Christ u.v.a.
Die Holzweiber: Martina Eginhardt, Marie Louise Hardegg, Else Sommer
Der neue Revierförster: Bernd-Holger Bonsels
Der billige Jakob: Frank Daniel
Das Blumenmädchen: Sabina Trooger

Es musizieren und singen:
Pepsi und Benny    un die Märchenmusikanten

Regie, Produktion und
Hörspielfassung: Egon L. Frauenberger

BackCover1.JPG

Titel:
01. In der Walpurgisnacht 2.51
02. Auf dem Wochenmarkt 8.39
03. Die Holzweiber und der Revierförster 14.36

Text: Ottfried Preußler
Musik: Egon L. Frauenberger
Liedertexte: Egon L. Frauenberger und Ottfried Preußler

LabelB1.JPG

*
**

Traueranzeige

Can – Soundtracks Vol. 2 (2007)

MCFrontCover1.jpgDie deutsche Gruppe Can war ja nicht nur eine der ganz frühen Gruppen, die sich mit experiementeller Musik beschäftigten, sondern wie waren auch in den 70er Jahren eifrige Lieferanten von Filmmusik:

Einem größeren Publikum bekannt wurde die Band durch Filmmusik, so etwa zu Tom Toelles Fernsehfilm Das Millionenspiel, ausgestrahlt am 18. Oktober 1970. Auf der LP Can Soundtracks waren Titel aus den Filmen Mädchen mit Gewalt (Deutschlandpremiere am 19. Februar 1970), Deadlock (15. Oktober 1970) und Cream – Schwabing Report (27. August 1971) enthalten. Bekanntester Soundtrack war der Titel Spoon (mit Rhythmusmaschine, veröffentlicht im Dezember 1971), der als Erkennungsmelodie der dreiteiligen Durbridge-Krimiserie Das Messer ab 30. November 1971 ausgestrahlt wurde. In der deutschen Hitparade gelangte die Single im Dezember 1971 bis auf Rang 8. Vom Song wurden nachfolgend über 200.000 Exemplare verkauft.

1973 lieferte Can (als The Can) die Musik zur 25. Tatort-Folge Tote Taube in der Beethovenstraße von Samuel Fuller (ausgestrahlt am 7. Januar 1973); der Titel Vitamin C erschien – wie auch Spoon – später auf der LP Ege Bamyası. Ab 24. September 1975 lief die Krimiserie Eurogang mit der Can-Single Hunters and Collectors (aus der LP Landed). Die Single I Want More (aus der LP Flow Motion) gelangte im August 1976 in die britischen Charts bis auf Rang 26, die einzige britische Chart-Notierung der Gruppe. Der Titel Aspectacle aus der LP Can wurde im Februar 1978 zur Erkennungsmelodie des ZDF-Kulturmagazins Aspekte. Can steuerte zu insgesamt 21 Filmen die Musik bei. Dies ermöglichte der Band die finanzielle Unabhängigkeit bei ihren übrigen Projekten. (Quelle: wikipedia)

Wie bereits oben erwähnt erschien dann ja auch bereits die LP „Soundtrack“ im Jahr 1970:

LPSoundtrack1FC+BC.jpg

Und dann erschien viele, viele Jahre später ein Liebhaberprojekt (man könnte auch sagen Bootleg), das sich folgerichtige „Soundtracks Vol. 2“ nannte.

Hier wurden die Tonspuren der jeweiligen Filme ausgewertet und bearbeitet und so hört man auch gelegentlich (wenn es sich nicht vermeiden ließ), Gesprächsfetzen der beteiligten Schauspieler und Nebengeräusche (wie fahrende Autos). Mnachmal ist da leider mehr als störend.

Dabei kommt die Musik von  folgenden Filmen zum Gehör:

  • Das Millionenspiel (ARD Fernsehfilm, 1970)
  • Cream – Schwabing Report (Kinofilm, 1971)
  • Deadlock (Kinofilm, 1970)
  • Das Messer (ARD Fersnehfilm, 1971)
  • Tote Taube in der Beethovenstrasse (ARD Fernsehfilm, 1973)

DasMillionenspiel.jpg

Und wenn ich mir so diese Klänge aus jenen Jahren anhöre, in denen nicht nur die Musik, sondern auch die Filme auf z.T. beeindruckende WEise neue Wegen gehen wollten und auch gingen, dann juckt es mich schon verdammt in den Fingern, mich etwas intensiver mit diesen Filmen zu beschäftigen (insbesondere mit dem Straßenfeger „Das Millionenspiel“ aber auch der eher avantgardistische Tatort-Krimi  „Tote Taube in der Beethovenstrasse“).

Was nicht ist, kann ja noch werden, aber dazu braucht´s eben ein wenig mehr Zeit, als ich momentan noch zur Verfügung habe.

Und so bleibt erstmal dieses Liebhaberprojekt … z.T. musikalisch starker Tobak, aber immer wieder auch fasziniernd, was die Musiker von Can an Soundcollagen zusammen gestellt haben.

Wer´s nicht glaubt, kann´s ja hören.

ToteTaube.jpg

Szenenbild aus „Tote Taube in der Beethovenstrasse“

Besetzung:
Holger Czukay (bass, electronics)
Michael Karoli (guitar)
Jaki Liebezeit (drums)
Irmin Schmidt (keyboards)
Damo Suzuki (vocals)

SchwabingReport.jpg

Szenbild aus: „Cream – Schwabing Report“

Titel:
01. Das Millionenspiel 4.39
02. Cream 16.33
03. Deadlock 19.53
04. Das Messer 19.47
05. Tote Taube in der Beethovenstrasse 18.24

MC2.jpg

*
**

Inga Rumpf & Dagmar Krause – ID Company (1970)

FrontCover1Dagmar Krause und Inga Rumpf spielte ja gemeinsam bei den „City Preachers“, gingen dann aber wieder getrennte Wege. Bei diesem Kultalbum sind wieder vereint, allerdings nur im Titel.Jede der beiden Sängerinnen bestreitet eine LP – Seite:

Auf der einen Seite des Albums singt Inga Rumpf, auf der anderen ihre City-Preachers-Kollegin Dagmar Krause. Daraus resultiert der Albumtitel „I.D. Company“ (Inga Dagmar).

Inga Rumpf ist für die Texte und die Musik der ersten Seite verantwortlich. Ihre Stimme bietet keine Überraschungen, was nicht negativ gemeint ist. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich, die Musik jazzig und fernöstlich angehaucht, melodiös und entspannt. Das zweite Stück, Bum-Bum, besitzt schon fast den Zauber früher Embryo-Produktionen. Ein Pflichtkauf für jeden Frumpy-Fan!

Dagmar Krause ist für die deutschen Texte der zweiten Seite verantwortlich und hat auch mitkomponiert. Die Band spielt nun feinsten progressiven, häufig ins experimentelle abdriftenden Jazzrock. Dagmars Stimme muß man gehört haben: mit Gesang hat das nichts mehr zu tun, das ist ein fantastisches Experiment! So etwas Extremes und gleichzeitig Gutes kenne ich eigentlich nur von manchen Peter Hammill-Stücken. Oft wird Dagmars Stimme durch Effekte verfremdet.

Fazit: Ein Meisterwerk, das in keiner Krautrocksammlung fehlen darf. (Rudi Vogel)

Dem Album ist die Auf- und Umbruchphase der beiden Sängerinnen  anzuhören. Das Album ist ein durch und durch experiementelles Album, suchend, forschend (Dagmar Krause geht da noch wesentlich weiter als Inga Rumpf)… ganz so euphorisch wie mein Vorredner („Meisterwerk“) bin ich allerdings nicht, wenn ich dieses Album dennoch als „unverzichtbar“ bezeichnen möchte, dann deshalb, weil es ein eindrucksvolles Dokument jener Zeit ist, in der eben Auf- und Umbruch an der Tagesordnung war.

Wie´s mit den beiden weiterging ist hinlänglich bekannt:

Inga Rumpf brillierte dann mit Frumpy -> Atlantis und dann auch solo: für  mich ist sie bis heute eine der beeindruckendsten deutschen Rock/Blues/Soul Sängerinnen.

Dagmar Krause festigte ihren Ruf als Jazz/Avantgarde Sängerin dann vornehmlich in England, spielte u.a. bei Slapp Happy, Art Bears und Henry Cow. Darüber hinaus hat sie eine Vielzahl von intensiven Solo-Alben vorgelegt.

RumpfKrause

Besetzung:
Hans Hartmann (bass, sitar)
Dagmar Krause (bei 05. – 05.)
Wolfgang Kliegel (violin)
Joe Nay (drums, percussion)
Frank St. Peter (saxophone)
Inga Rumof (vocals bei 01. – 03.)

RumpfKrause2

Titel:
01. Bhagavad Gita  (Rumpf) 6.01
02. Bum-Bum (Rumpf) 5.45
03. I Watched The Women (Rumpf) 4.43
04. He’s Out Now (Krause/Maronn/Arnoldi) 5.01
05. Dünne, gäserne Frauen (Krause/Maronn/Arnoldi) 4.31
06, Schneeweiße Hände (Krause/Maronn/Arnoldi) 3.19
07. Schwarzes Insekt  (Krause/Maronn/Arnoldi)  4.51

Label

*
**

Collegium Aureum – Krönungsmesse – Gardisette Sonderausgabe (frühe 70er Jahre)

FrontCover1.JPGUnd gleich noch so ne Werbeplatte … diesmal von der Firma Gardisette:

Vier Jahre nach der Währungsreform (also 1952) war die Idee: Ein Gardinen-Angebot zu schaffen, das den Kunden Lösungen für Pflege- und Dekorationsprobleme liefert. Es gab neue Faserentwicklungen und entsprechende Maschinen, die es zu nutzen galt.

Neu war die Ausrichtung auf den verkaufsorientierten Käufermarkt mit einer konsequent gehandhabten Markenpolitik. Nicht der Kunde hatte zu kaufen, was der Hersteller produzierte, sondern der Hersteller hatte zu produzieren, was der Käufer brauchte. Dies war nun durch Schaffung einer Marke möglich. Gardisette etabliert die erste Marke in der Heimtextil-Branche: „Gardisette perfekt“.

In der ersten Werbekampagne, die der Heimtextilmarkt zu Gesicht bekam, stellte Gardisette die sensationell anmutende Eigenschaft von Pflegeleichtigkeit vor: „kein Spannen – kein Bügeln – kein Einlaufen mehr.“ Segensreiche Vorzüge die sich entsprechend verkauften. Bald nach dieser Einführung produzierte Gardisette den Stoff so breit, dass die Breite zur Höhe wurde und somit kein Zwischenhalt die Optik störte. Ein Jahr später folgte die Einführung des Beschwerungsbandabschlusses. Der Gardinen-Saum war überflüssig, das Beschwerungsband wurde bei der Produktion direkt eingearbeitet. Vorteil: ein makelloser Faltenfall. Um die Marke Gardisette beim Verbraucher unverwechselbar zu machen, wurde ein Silberfaden in das Combiflex-Band eingewebt. Passend zur Gardinen Kollektion wurde zusätzlich eine Dekostoff-Kollektion entwickelt, welche die gleichen Produktvorteile der Gardisette-Gardinen beinhaltete.

werbung01a
Dieser neu eingeschlagene Weg im Produktbereich und die Ausrichtung auf eine Marke hatte zur Folge, daß auch die Vertriebsorganisation neu aufgebaut werden mußte. So wurden vertriebserfahrene Fachkräfte fest angestellt und zu Verkaufsberatern geschult. Wichtig war das Mitdenken von Markenartikelkategorien und den Handelspartner in seinen Absatzbemühungen zu unterstützen. Gardisette wird auch heute nur in Fachgeschäften des Einzelhandels, Fachabteilungen der Warenhäuser und Fachmärkten angeboten. Die gesamte Gardisette-Kollektion wird auf einem Vorwahlsystem präsentiert. Ein weiterer Vorteil für den Handel ist der kurzfristige Lieferservice für alle Dessins.

Gardisette01.jpg

Damit sich die Markt-Idee immer mehr durchsetzen konnte, wurde Werbung und Verkaufsförderung ein immer wichtigeres Instrument. Dabei bedient man sich allen möglichen Werbe-Medien um immer wieder interessante Produktverbesserungen mit ansprechender Werbung zu vermitteln. So konnte Gardisette sehr schnell an Profil gewinnen und wurde in der Heimtextil-Branche zur bedeutendsten Herstellermarke. Dieses einmal geschaffte Fundament stabilisiert bis heute die große Markenbekanntheit von Gardisette. (Quelle: gardisette.jab.de)

FrühesLogo.jpg

Ein frühes Logo der Firma Gardisette

Allen Erfolgen zum Trotz konnte sich die Firma auf Dauer dann noch nicht halten. Im Jahre 2004 wurde die Firma der Firmengruppe JAB Anstoetz in Bielefeld einverleibt.

Sei´s drum … für mich war diese Firma all die Jahre ein exemplarischer Ausdruck der bundesdeutschen Spießigkeit …

Aber bei dieser Werbeplatte (vermutlich für die Partner im Handel) mache ich ne Ausnahme.

Denn hier spielt das famose Collegium Aureum die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart:

Das Collegium Aureum war der Name eines 1962 gegründeten und bis zu seiner Auflösung in Köln ansässigen Kammerorchesters.

Das Collegium Aureum entstand auf Initiative der Freiburger Produktionsfirma Deutsche Harmonia Mundi als freie Vereinigung hochqualifizierter und bekannter Instrumentalsolisten, die sich das Ziel gesetzt hatten, Musikwerke des 17., 18. und (ab 1976) auch des beginnenden 19. Jahrhunderts zur Erzielung eines sogenannten „gerechten Klangbildes“ für die Schallplatte zu produzieren. Die Mitglieder des Ensembles wollten ihren eigenen Beitrag zur Wiederbelebung der Historischen Aufführungspraxis leisten und ausprobieren, wie die Musikwerke sowohl der Alten Musik als auch der Klassik und frühen Romantik klingen, wenn sie auf alten Instrumenten, mit alter Spieltechnik und stets in stilgerechten Räumen aufgeführt werden.

collegium aureum01

Das Collegium Aureum in den frühen Jahren

Im Fuggerschloss zu Kirchheim in Schwaben fanden die Musiker eine akustisch geeignet erscheinende Wirkungsstätte zum Proben und Produzieren. Im Zeichen des Goldenen Schnitts des aus der Renaissance stammenden Zedernsaals im Schloss Kirchheim fanden sich die musizierenden „Kollegen“ zusammen zum goldenen Kollegium, dem Collegium Aureum, wie sie sich fortan nannten.

Im Jahre 1962 erschienen die ersten Aufnahmen auf dem Schallplattenmarkt. Öffentliche Konzertveranstaltungen folgten, bald auch Produktionen bei Funk und Fernsehen. In den folgenden Jahren verschaffte sich das von Konzertmeister Franzjosef Maier als primus inter pares angeführte Collegium Aureum einen weltweiten Ruf. Konzertreisen führten nach England, Frankreich, Japan, Lateinamerika, Nordafrika, die Niederlande, die damalige UdSSR und die Staaten des Mittleren Ostens.

Collegium Aureum1976_2A.jpg

Bekannte Ensemble-Angehörige waren u. a. Gustav Leonhardt (Cembalo), Hans-Martin Linde (Flöte), Franz Beyer (Viola), Reinhard Goebel (Violine) und Wolfgang Preissler (Pauken).

Die in über drei Jahrzehnten entstandene umfangreiche Diskografie belegt den künstlerischen Rang dieses Spezialensembles. In den 1990er Jahren löste sich das Ensemble allmählich auf. (Quelle: wikpedia)

Diese Aufnahme entstand im Jahre 1970 (und zwar im sog. Zedernsaal von Schloß Kirchheim) und wurde dann eben – vermutlich kurz dannach – von Gardisette für ihre Werbezwecke übernommen.

schloß kirchheim

Historische Darstellung des Fuggerschlosses Kirchheim in Schwaben im 17. Jahrhundert

Die Krönungsmesse in C-Dur, KV 317 ist eine Messe von Wolfgang Amadeus Mozart und sie zählt wohl zu den bekannntesten Kompositionen aus seiner Feder.

Der Name Krönungsmesse ist erstmals 1862 in der Erstauflage des Köchelverzeichnis schriftlich nachgewiesen. Sehr wahrscheinlich wurde die Messe für den Ostergottesdienst 1779 am Salzburger Dom, der auf den 4. April fiel, komponiert. Mozart datierte die Partitur auf den 23. März 1779, womit er vermutlich die Fertigstellung der Komposition kennzeichnete. Unmittelbar nach Mozarts Tod wurde die Messe KV 317 zur bevorzugten Komposition für Gottesdienste bei Kaiser- und Königskrönungen sowie bei Dankgottesdiensten. Zum ersten Mal dürfte sie im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten

franzjosef maier

Der Dirigent bei dieser Aufnahme: Franzjosef Maier

für Kaiser Franz II. verwendet worden sein. Die wahrscheinlich ursprünglich kapellinterne Bezeichnung Krönungsmesse ist, von der Wiener Hofmusikkapelle ausgehend, bald Allgemeingut geworden. Der Umstand, dass die Mozarts der Wallfahrtskirche Maria Plain in tiefer Frömmigkeit verbunden waren, veranlasste 1907 den Mozart-Enthusiasten Johann Evangelist Engl zu der unbeweisbaren Feststellung, die Krönungsmesse wäre für das alljährliche Maria-Plainer-Krönungsfest, das im Jahre 1779 am 27. Juni begann, komponiert worden – eine sich hartnäckig haltende Legende.

Charakteristisch für diese Messe sind die sinfonischen Elemente. Solostimmen und Chor werden sehr deutlich voneinander getrennt. (Quelle: wikipedia)

Gardisette hin, Gardisette her … hier hören wir wiedermal diesen großartigen Mozart, und zwar von einem wahrlich bedeutendem Ensemble bundesdeutscher Musikgeschichte.

originalnoten

Die Originalnoten von Mozart

Besetzung:
Collegium Aureum unter der Leitung von Franzjosef Maier
+
Jörg Demus (piano)

booklet1

Titel:
01. Allegro 13.53
02. Larghetto 6.30
03. Allegretto 10.22

Musik: Wolfgang Amadeus Mozart

LabelB1.JPG

*
**

zedernsaal

Der Zedernsaal im Schloß Kirchheim

logo

 

Verschiedene Interpreten – Think ! Pop Progress `71 (1971)

FrontCover1.JPGDas war ein ganz und gar entscheidender Tag für mich – im Jahr 1971: Der Postbote klingelte und lieferte dieses Doppel-Album ab … und ich kam mir vor, als wäre Weihnachten und Ostern auf einen Tag gefallen; ich freute mich wie ein Schnitzel, denn: Erstmalig wurde ich vor einer Plattenfirma mit einem kostenlosen Musterexemplar beliefert, denn: ich war der Musikredakteur einer Schülerzeitung !!!

Unter dem plakativen Titel „Think ! Pop Progress `71“ präsentierte die Ariola, was damals so als englischsprachige Underground- ProgRock Musik auch unter das deutsche Volk gebracht werden sollte.

Und dieses Album enthielt ganz viel Licht, gelegentlich natürlich aber auch Schatten. Aber der Reihe nach:

Procol Harum: Whisky Train: Ungewohnt knackig-rockig … für diese Würzung sorgte damals der noch blutjunge Robin Trower … geht heute noch tierisch ab.

Gary Wright: Get On The Right Road: Nach dem Split von Spooky Tooth starte Gary Wright seine Solokarriere … wie geschmackvoll er das anging, davon kann mansich heute noch davon überzeugen.

Black Pearl: Hermit Freak Show: Kennt kaum eine Sau … waren aber eine völlig durchgeknallte Freak-Gruppe. Hatte damals bei mir sehr viel Sympathie-Punkte. Und dann schrieb mir doch glatt einer dieser Band im Jahr 2015 in einem anderen blog:

Hi, Thanks for the review of what became a rocket ride for a time with Black Pearl. Its as close to a real bio I have come across and most are looney. I was a fouding member (Tom Mulcahy) and have the website along with others from the band. Thanks again for the nice bio….We were nutty as fruitcakes and played as it came to us with no rehearsals but were skilled enough to pull it off. No one ever saw a dime. LOL

Da habe ich mich aber gefreut !

Lps01.jpg

Und so sahen dann die dazugehörigen LP´s aus (Teil 1)

The Move: Turkish Tram Conductor Blues: Klar der durchgeknallte Roy Wood und seine Mannen: Krachend, vordergründig plump … Prädikat: astrein !

Humble Pie: Big Black Dog: Waren damals schon meine Helden, wobei ihre Single „Big Black Dog“ eher unterdurchschnittlich war.

Supertramp: Nothing To Show: Die spielten damals noch öfters im Münchner PN-Club, waren noch völlig unbekannt … hier mir einem schwungvollen Stück aus ihrer Frühphase mit experimentellen Einschüben.

Paul Brett’s Sage: 3 D Mona Liza: Diese Aufnahme hat mich damals ektrifiziert und seitdem folge ich den Spuren des großartigen Paul Brett. Ein bis heute völlig zu Unrecht unterbewerteter Gitarrist … insbesondere auf der 12saitigen akustischen Gitarre war und ist er ein Ass ! Ihr „3 D Mona Liza“ hat bis heute eine magisch-spirituelle Dimenson.

Fair Weather: You Ain’t No Friend: Nun ja, mit dem Andy Fairweather-Low halt … Für seine Verhältnisse ne ganz gute Aufnahme.

Jimi Hendrix: Opening Jam (The Sunshine Of Your Love): Ein Livemitschnitt aus der Royal Albert Hall … leider nur zur Hälfte ausgespielt … Aber der Anfang fett … so war er halt, der Jimi Hendrix

Poster.jpg

Man: Sudden Life: Die wurden später deutlich besser, hatten da jahrelang so eine Art Kultstatus. Ihre späteren Aufnahmen überzeugten mich mehr.

Elton John: Take Me To The Pilot: Mit dem wurde ich nie warm, wobei dieser Song durchaus seine Qualitäten hat.

The Falcons: Fire Higher Than The Mountain: Die Gruppe bestand aus 2 Schotten und 2 Franzosen und sie machten ihre Sache richtig gut … Ihr Album „Fever“ hatte Potential und aus den Burschen hätte noch was werden können … aber … all we are is dust in the wind … für mich eine damals wichtige Entdeckung.

Titus Groan: Open The Door Homer: Eine dieser typischen neuen Bands von der Insel … hier mit einer feinen Interpretation eines eher unbekannten Dylan-Songs … Später musste ich mir dann auch die dazugehörige LP besorgen.

T. Rex: Jewel (Bolan): Mit dem Marc Bolan kam ich auch nie so recht klar … bei Licht betrachtret ist „Jewel“ jedoch gar keine so schlechte Nummer.

Lps02.jpg

Und so sahen dann die dazugehörigen LP´s aus (Teil 2)

Und dann die Seite vier … die mich heute noch vom Hocker haut:

Status Quo: Is It Really Me? Gotta Go Home: Tja … wenn ich jetzt berichte, dass dieser Song, zumindest Teil 1 „Is It Really Me?“ der erste Song war, den ich meiner ersten Band „Dying Sun“ spielte … ist eigentlich alles gesagt. Status Quo in ihrer Frühphase. Unsere Fassung war natürlich deutlich besser, vor allem weil der Norbert bei diesem Song eine schweinegeile Orgel spielte … den 2. Teil „Gotta Go Home“  haben wir uns dann gespart … so schnell waren wir damals auf unseren Instrumente nun auch wieder nicht.  Und neulich habe ich den Riff von diesem Song wieder mal gespielt, allerdings mit so einer heftig verzerrten Gitarre … klang saugut !

Lee Michaels:  What Now America: Erstmalig entdeckte ich mit Lee michaels auch die nachdenklicheren Töne und vor allem Texte … Sein „What Now America“ ist eine schier verzweifelte Reflexion über jenes USA der späten60er/frühen 70er Jahre, die uns alle ein wenig verzweifeln ließ.

Strawbs: Where Is The Dream Of Your Youth: Nicht minder nachdenklich dann diese Komposition … Und erneut so eine dieser hypnotische-magischen Kompositionen dieser Jahre … als Solist dann ein entfesselter, junger Rick Wakeman an der Orgel … und er zitiert dann auch gleich seinen Kollegen Keith Emerson mit einem kurzen „America“ Zitat.

Wake up one day, you’re left alone
From now on you’re on your own
The sands of time are running low
You’ll have nothing left to show
The months slip by and change to years
Soon the twilight gloom appears
And then one day before you know
You’ll have nothing left to show.
Where is this dream of your youth.
The pictures on the walls are shaking
They can hear the storm a-breaking
Storms may come and storms go
You’ll have nothing left to show
They can hear the earth a-quaking
Buildings come and buildings go
You’ll have nothing left to show.
Tomorrow brings another dawn
It might be better from now on
Before too long that day will go
You’ll have nothing left to show
You’ll have nothing left to show
You’ll have nothing left to show
You’ll have nothing left to show.
Where is this dream of your youth ?

Tja … Where is this dream of your youth ? … Damals war die Frage eher akademisch, heute hingegen …

Nun ja …damals habe ich natürlich für die Schülerzeitung eine Kritik zu dieser LP geschrieben und fortan war es um mich geschehen. Ich wurde Plattensammler und heute besitze ich all die LP´s , die auf diesem Album mit jeweils einer Nummer angespielt wurde. Die Ariola Macher hatten also bei mir durchschlagenden Erfolg *ggg*

FoldOutBooklet1.jpg

Das Doppel-Album wurde mit einem aufwendigen ausklappbaren Booklet ausgestattet … ein Bild daraus habe ich wohl mal ausgeschnitten …

Wer sich dieses Album heute also noch antun will, bzw. anhören will, der bekommt einen verdammt guten Eindruck, was damals in unseren Kreisen so als Geheimtipp gehandelt wurde.

Booklet1.JPG

Titel:
01. Procol Harum: Whisky Train (Trower/Reid) 4.31
02. Gary Wright: Get On The Right Road (Wright) 3.22
03. Black Pearl: Hermit Freak Show (Benson/Causi/Fieldings/Morris/Mulcahy/O’Connor) 4.02
04. The Move: Turkish Tram Conductor Blues (Bevan) 4.48
05. Humble Pie: Big Black Dog (Marriott/Frampton(Ridley Shirley) 4.02
06. Supertramp: Nothing To Show (Davies/Hodgson/Palmer) 4.46
07. Paul Brett’s Sage: 3 D Mona Liza (Voice) 3.17
08. Fair Weather: You Ain’t No Friend (Fairweather-Low) 5.33
09. Jimi Hendrix: Opening Jam (The Sunshine Of Your Love) (Bruce/Brown/Clapton) 3.32
10. Man: Sudden Life (Leonhard/John) 4.11
11. Elton John: Take Me To The Pilot (John/Taupin) 3.41
12. The Falcons: Fire Higher Than The Mountain (Thompson/Rogers/Perrant/Masselon) 2.25
13. Titus Groan: Open The Door Homer (Dylan) 3.23
14. T. Rex: Jewel (Bolan) 2.48
15. Status Quo: Is It Really Me? Gotta Go Home (Lancaster) 8.20
16. Lee Michaels: What Now America (Michaels) 3.16
17. Strawbs: Where Is The Dream Of Your Youth (Cousins) 9.01

LabelD1.JPG

*
**

What now America
your children all are gone.
What now America
your children know you’re wrong.
Making fortune your unity in the shows.
The twisted man is out they surely know.
It has begun you cannot stop it now.
What now America
your children all are gone.
What now America
your children know you’re wrong.
You won the race, now you’re on the move.
You waved the flag, and now the rat has grew.
And all the same you know that you are due.
What now America
your children all are gone.
What now America
your children know you’re wrong.
You change the laws trying to hold on.
But it’s too late, they are gone.
It won’t be long you know you’re losing now.
You gonna lose it.
You gonna lose it now.

BackCover1.jpg

Hüllentext1.jpg

Hüllentext2.jpg

Hüllentext3.jpg

Os Mundi – Latin Mess (1970)

FrontCover1Irgendwie sind „Os Mundi“ was ganz besonderes im deutschen Prog-Music-Lager …

Die Berliner Band Os Mundi galt als erste Rock-Bigband und umfasste in Spitzenzeiten bis zu 12 Bandmitglieder.

Os Mundi war die erste „Rock-Bigband“ Berlins, hervorgegangen aus den Safebreakers (1962 – 66, 1 Single: Hey Girl / Patsy Girl). hervorstechendes Merkmal war die Besetzung mit zwei Schlagzeugern. Uns verband viel mit dieser Band, teilten wir uns doch über Jahre einen Übungsraum am Kreuzberger Paul-Linke-Ufer. Darüber hinaus wohnte ich jahrelang in einer Wohngemeinschaft mit Udo Arndt in der Charlottenburger Bayernallee und habe eine Zeitlang den Posten des Soundmixers für Os Mundi übernommen. Es gab auch öffentliche Sessions mit z.B. Manuel Göttsching (Ash Ra Tempel), Buddy Mandler, Ludolf Kuchenbuch und mir. Einige der Mitglieder Os Mundis sind heute aus dem deutschen Musikgeschehen nicht mehr wegzudenken. Udo Arndt ist Produzent (z.B. Nina Hagen, Nena, Peter Hofmann), desgleichen Christoph Busse (Hans Hartz, Stefan Waggershausen, viele Musiken für „Sesamstraße), Ute Kannenberg ist Moderatorin und Redakteurin für Jazzmusik im Rundfunk. Die Nachfolgegruppe von Os Mundi hieß dann Tequila Sunrise (Michael Günther von Agitation Free)

CDFrontCover1

CD Frontcover

Die hier vorliegende musikalische Umsetzung einer katholischen Messe ist von einem krautig-psychedelischen Nebeneinander aus weihevoller Mystik sowie einer ungewohnt schroffen Dynamik geprägt. Os Mundi bedienten sich auf „Latin Mass“ der verschlungenen Wucht des Psychedelic Rocks der späten 60er Jahre, die sich von flirrender Saitenbearbeitung und kriechenden Hammondeinsätzen beeinflusst zeigt. Gepaart mit dem stampfend-psychedelischen Proto-Hardrock der zweiten Hälfte der 60er Jahre der Marke Iron Butterfly & Co. wird der spröde Charakter des hier vorliegenden Konzepts in zunehmend bedrohlich anmutenden Klangstrukturen fortgeführt. Die im krautigen Anti-Gesang vorgetragenen lateinischen Gesangsparts verleihen dem musikalischen Inhalt zunehmend den Charakter eines breit gefächerten Klagelieds.

Das rein formal klar strukturierte Konzept wird gezielt in Richtung eines improvisierten Psychedelic Sounds aufgelöst, in dem Os Mundi in die Richtung der hölzern-getragenen Dynamik ihrer Landsleute Gäa und Mythos tendieren. Vom perfekt arrangierten britischen Progrock ist all dies meilenweit entfernt und tendiert rein klanglich eher in die Gefilde eines drogengeschwängerten Garagen-Rocks als in die angesichts des Konzepts zu erwartende sakrale Anmut, welche die Vertonung einer christlichen Messe durch Eela Craig einige Jahre später so auszeichnen sollte. Warum Os Mundi ihren krautig-psychedelischen Rock gerade rein thematisch derart umsetzten, bleibt ein Rätsel. Über die inneren Beweggründe kann nur spekuliert werden. Womöglich lässt sich aus der in ein unheilvoll-mystisches Klanggewand gehüllten Psychedelik so etwas wie Kritik an der starren christlichen Zeremonie ableiten, indem die Band gezielt freie Improvisationen in ihren stampfend-soliden Grundsound einstreute. Eine reine Spekulation. (Horst Straske)

Und nachdem ich noch heute einen Faible für diese Musikrichtung (vor allem wenn sie instrumental ist), lege ich sie eigentlich jedem dringend ans Herz … aber ich befürchte … dass sich heute nicht mehr viele an dieser wirren/irren Messe erfreuen können.

Das waren noch Zeiten

Besetzung:
Udo Arndt (keyboards, guitar, vocals)
Christoph Busse (drums)
Dietrich Markgraf (saxophone, flute)
Andreas Villain (bass)
+
David V. Kalkreuth (organ bei o1.)
Buddy Mandler, Buddy (percussion, vocals)
Mikro Rilling (cello)
Hartmut Seidel (bass, bei 01.)

BackCover

Titel:
01. Ouvertüre 5.44
02. Kyrie 3:11
03. Gloria 4.39
04. Credo I 7.26
05. Credo II 5.31
06. Sanctus 9.05
07. Agnus Dei 5.57

Musik: Udo Arndt + Klaus Höffer

LabelB
*
**

Vicky Leandros – Ich bin + Wann kommst du wieder (1970)

FrontCover1Und auch an der Vicky Leandros kommt dieser blog nicht vorbei:

Vicky Leandros (griechisch Βίκυ Λέανδρος; * 23. August 1952, in Paleokastritsa auf Korfu; gebürtig Βασιλική Παπαθανασίου Vassiliki Papathanasiou), bürgerlich seit 1986 Freifrau von Ruffin, ist eine Sängerin aus Griechenland mit deutscher und griechischer Staatsbürgerschaft, die über 55 Millionen Tonträger weltweit verkaufte.

Durch die Unterstützung ihres Vaters Leandros Papathanasiou, der bereits in Griechenland und Deutschland als Leo Leandros erfolgreich war, machte auch sie eine erfolgreiche Karriere in beiden Ländern. Vicky Leandros bekam eine Gesangs-, Ballett- und Gitarrenausbildung. 1958 kam die Sängerin nach Deutschland und wurde hier fortan ‚Vicky‘ genannt. In ihrer griechischen Heimat erhielt sie in Entsprechung den Namen Βίκυ. Die Familie verbrachte gemeinsame Jahre in Hamburg, bis sich Vater Leo 1961 von seiner Frau Kyriaka Protapapa scheiden ließ. Vicky wuchs beim Vater in Hamburg auf und besuchte das Gymnasium an der Wartenau.

Bereits ihre erste Single, Messer, Gabel, Schere, Licht (1965), wurde in Deutschland zu einem Erfolg. 1967 nahm sie für Luxemburg (Radio Luxemburg) am Eurovision Song Contest in Wien teil und erreichte mit dem Titel L’amour est bleu den vierten Platz. (Quelle: wikipedia)

Und dann ging´s ja – wie bekannt – Schlag auf Schlag.

Hier mal eine ihrer unzähligen Singles, der ich gerne das Prädikat „nett“ verleihe und das Lied „Ich bin“ könnte man fast als ein Lied mit hauchzarter feministischer Selbstständigkeit definieren … und wiedermal hege ich den Verdacht … aus der Stimme hätte man mehr machen können …

VickyLeandros.jpg

Besetzung:
Vicky Leandros (vocals)
+
Orchester Arno Flor

BackCover1

Titel:
01. Ich bin (Panas/Munro) 2.39
02. Wann kommst du wieder (Panas/Munro) 2.40

LabelB1

*
**

ArnoFlor

Orchesterleiter Arno Flor