Das Fenster – Doch wir (1971)

FrontCover1Hier ne klassische Eintagsfliege aus dem Jahr 1971 und zwar aus der Kategorie „engagierte junge Menschen“ singen von all jenen Hoffnungen dieser Zeit … und da bietet sich natürlich eine ruhige akustische Musik im Folk-Gewand an … quasi ne Art Peter, Paul & Mary auf deutsch. Aber auch der Reinhard Mry war wohl ne Art Pate für das Trio.

Wie diese Band zusammen kam, ist mir nicht bekannt …

Bekannt ist mir aber. welche Reaktionen meinerseits beim Hören dieser LP zu verzeichnen waren.

Erst schmunzelt ich und hatte sofort das garstige Wort „Gutmenschen“ im Sinn und stelle mir das Trio im Rahmen eines evangelischen Gottesdienstes vor. Wäre  damals mühelos möglich gewesen.

Aber dann wagte ich es erneut, konzentrierte mich mehr auf die Texte und ja … hin sangen möglicherweise naive Idealisten, abe: Eine zentrale Triebfeder für Veränderungen benötigt wohl auch eine Portion von diesem Idealismus.

Von daher bekommt dieses LP von mir wieder mal ganz viele Sympathiepunkte … Und ja, die Texte, sich auf sie einzulassen, das lohnt ich auch heute noch !

Das Lied „Mutter, wie weit ist Vietnam“ gehört übrigens zu den Songs der sog. DDR „Singbewegung“ und es war in den Schulbüchern der DDR lange vertreten.

Und ein gewisser Skywise erinnert sich auch an diese Gruppe und verweist in seinem Beitrag für das musikforum.de auf die hochkarätige Crew der musikalischen Mitstreiter:

Skywise

Ergänzend sei erwähnt, dass Hannjörg Merklin später dann bei Teller Bunte Knete auftauchte, während Theo Formella sich aus dem Musikgeschäft zurück zog. Soweit ich das überblicke ist er seit vielen Jahre als Facharzt für Psychiatrie tätig.

Aber besondere Aufmerksamkeit verdient in meinen Augen Jasmine Bonnin:

Eine Sängerin, die den ganz großen Durchbruch zwar nie geschafft hat, aber stets beste Kritiken erhielt, ist Jasmine Bonnin. 1952 im marokkanischen Casablanca geboren, war sie seit den siebziger Jahren Teil der hiesigen Szene. Mit dem gefühligen Angie aus der Feder der Rolling-Stones-Autoren Mick Jagger und Keith Richards hat sie Spuren hinterlassen, ihre Version steht in den Regalen vieler Stones-Komplettsammler.

Bereits vor ihrer Karriere als singende und Akustikgitarre spielende Solistin war die stille Blonde Mitglied einer inzwischen fast vergessenen Band mit dem eher ungewöhnlichen Namen Das Fenster. An Bonnins Seite standen Hannjörg Merklin (der später das Duo Henn & Steyl ergänzte) und Theo Formella, beide ebenfalls Sänger und Gitarristen. Auf einer raren BASF-LP wurde das Trio u. a. von Kai Rautenberg (Piano), Elvis Grünberg (Baß) und Heinz Niemeyer (Schlagzeug) unterstützt. (Quelle: bear family)

Und von dieser Künstlerin wird hier bald die Rede sein !

Jasmine

Jasmine Bonnin

Besetzung:
Jasmine Bonnin (vocals)
Theo Formella (guitar, vocals)
Hannjörg Merklin (guitar, vocals)
+
Jürgen Ehlers (bass)
Elvis Grünberg (bass, guitar)
Adi Feuerstein (flute)
Heinz Niemeyer (drums, percussion)
Kai Rautenberg (keyboards)

Booklet1

Titel:
01. Der Traum (Bob Dylan’s Dream) (Dylan/Merklin) 3.02
02. Wenn du Freunde suchst (Formella) 3.26
03. Krieg im Lande (The Cruel War) (Stookey/Yarrow/Bader) 2.52
04. Was gut für mich ist (Formella) 2.14
05. Sag mir, wo du stehst (König) 2.56
06. Als wir noch Kinder waren (Formella) 3.26
07. Wer allein ist (Merklin) 4.11
08. Der Grenadier (Formella) 2.50
09. Mutter, wie weit ist Vietnam (Schneider/Räbiger) 3.48
10. Die Hektiker (Formella) 2.56
11. Doch wir (Theo Formella) – 2:52
12. Die Menschen sind doch Brüder (Haßler) 1.58

LabelB1

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Ash Ra Tempel – Ash Ra Tempel (1971)

LPFrontCoverAA1Jetzt wird´s wieder mal kosmisch:

Ash Ra Tempel (ab 1977 nur noch Ashra) ist eine Berliner Band, die im Jahr 1970 von Manuel Göttsching, Hartmut Enke und Klaus Schulze gegründet wurde. Anfang der 1970er Jahre galt die Band neben Tangerine Dream, Agitation Free, Guru Guru, Can und anderen als Speerspitze des sogenannten Krautrocks. Sehr früh setzte die Band neben Gitarren auch Synthesizer ein. Stilistisch ist die Band der Berliner Schule zuzurechnen, wenn der Schwerpunkt auch mehr auf den Gitarren als auf den Synthesizern lag.

Das Debütalbum Ash Ra Tempel wurde 1971 im Studio des Produzenten Conny Plank eingespielt. Danach verließ Klaus Schulze die Band, um seine Solo-Karriere zu starten. In den Folgejahren wurden weitere Alben in der Kernbesetzung Göttsching und Enke plus wechselnden Musikern produziert. Auch Harald Grosskopf am Schlagzeug und Lüül (Lutz Ulbrich) an Gitarre und Keyboards wirkten an einigen Alben mit.

Ab 1974 nutzte die Band Manuel Göttschings „Studio Roma“ in Berlin sowie das Panne-Paulsen-Studio in Frankfurt am Main für ihre Aufnahmen. Das von Manuel Göttsching allein eingespielte Album New Age of Earth, ursprünglich 1976 nur in Frankreich publiziert, wurde 1977 unter dem nun verkürzten Bandnamen „Ashra“ herausgebracht. In den Jahren danach folgten viele Touren und Alben. Manuel Göttsching nahm auch Soloalben auf, z. B. das weltweit beachtete Album E2-E4, welches in den 1990er Jahren in der Clubszene beliebt war und in unterschiedlichen Adaptionen remixt wurde (z. B. unter dem Namen „Sueño Latino“). Ab 1997 verstärkte der deutsche Musiker Steve Baltes Ashra an Samples und Keyboards. (Quelle: wikipedia)

Ash Ra Tempel1

Damals wie heute konnte ich mit diesen sog. „kosmischen Kurieren“ nicht sonderlich viel anfangen, deshalb ein paar Worte zu diesem Klassiker, der sich mir nicht so recht erschließt:

Ich sah die besten Köpfe meiner Generation vom Wahn zerstört hungrig hysterisch nackt im Morgengrauen durch Negerstrassen irrend auf der Suche nach einer tüchtigen Spritze Süchtige mit Engelsköpfen lustentbrannt nach uralter sphärischer Verbindung zum Sternendynamo in der Maschinerie der Nacht die arm zerfetzt hohläugig und blau im übernatürlichen Dunkel von Armerleutswohnungen rauchend sassen schwimmend über dem Häusermeer in Musikekstase die unter der S-Bahn ihr Hirn dem Himmel entblössten und mohammedanische Engel auf Mietskasernendächern erleuchtet taumeln sahn die durch die Universitäten gingen mit strahlend kühlen Augen mit Träumen mit Drogen mit aufpeitschendem Alpdruck Alkohol Schwanz und endlosen Hoden

… ist auf der Innenseite des zweiten linken Flügels des komplizierten Klappcovers der LP-Ausgabe von „Ashra Tempel“ zu lesen. Auf dem zweiten rechten Flügel gibt es denselben (mehr oder weniger) Text auf Englisch. Dass es sich hierbei um den Anfang des Gedichts „Howl“ von Allen Ginsberg handelt, wird allerdings nirgends verraten. Aber vermutlich wussten das 1971 die potentiellen Käufer des Albums noch, was in etwa auch den Hörerkreis umreißt, den Ash Ra Tempel damals angepeilt haben. Was auch immer uns Ginsberg und die Band mit dieser Botschaft mitteilen wollten, an Musikekstase gibt es zumindest im ersten Stück auf der Scheibe einiges. In einem Interview sagte Göttsching, dass mit „Amboss“ das Lebensbild des körperlichen Menschen gezeichnet werden soll, das schön naiv beginnt, lebhafter wird, allmählich in Aggression und Hysterie übergeht und schließlich in panische Angst abreißt. Dass dies aber mit dem 20-minütigen, recht eintönigen, psychedelisch-spacigen Gitarrenjam, der sich hinter „Amboss“ verbirgt, gelungen ist, mag ich bezweifeln. Eine lange E-Gitarrenimprovisation ist das, die mitunter orgiastische Züge annimmt, begleitet von Schulzes mehr oder weniger abwechslungsreichem Getrommel und einem recht unbeteiligt im Hintergrund dahindümpelnden Bass. Das ist ganz nett, aber viel zu stark in die Länge gezogen und auch nicht sonderlich originell. Unzählige Psychedelicgruppen haben Ende der 60er Ähnliches geboten, mitunter aber um einiges interessanter und abwechslungsreicher. Da gefällt mir der zur selben Zeit entstandene, durchgeknallte Free-Rock von Guru Guru doch um einiges besser.

Ash Ra Tempel2

Mit dem zweiten Stück der Scheibe soll dem Hörer die innere Ruhe des Kosmos geschenkt werden – so Göttsching im selben Interview. Das ist schon eher geglückt. Die Musik fließt hier recht zäh über 25 Minuten dahin, besteht hauptsächlich aus an- und abschwellendem Gitarrengeschrammel, das sich selten steigert und wenn doch fast die Intensität, wie sie in „Amboss“ zu finden ist, erreicht. Dazu gibt es dezente Perkussionsbegleitung und einen kaum hörbaren Bass. Die innere Ruhe wird der Hörer dabei bestimmt finden, wenn er nicht gleich ganz einschläft.

Eines der wichtigsten Alben des Krautrock? Nun, eine sehr typische Krautrockscheibe ist das Debüt von Ashra Tempel bestimmt. Etwas dilettantisch, angefüllt mit lang gezogenem, meditativem Klangwabern, drogengeschwängerter Atmosphäre und mit einem kopfigem, intellektuellen Anspruch (siehe den Hüllentext), der sich nicht unbedingt in der Musik wiederspiegelt. Irgendwie sympathisch ist mir das Ganze trotzdem und es ist auch der Wille der Musiker spürbar etwas eigenes, von den angloamerikanischen Vorbildern unabhängiges zu schaffen (was wohl nur im zweiten Stück gelungen ist). Es gab Anfang der 70er aber um einiges interessantere Krautrockhervorbringungen (siehe z.B. Can, Amon Düül II, Kraftwerk, Cluster, Guru Guru, Embryo und auch Xhol). Trotzdem sollte man die Scheibe wohl aus historischen Gründen kennen, wenn man sich denn für Krautrock interessiert! (Achim Breiling)

Wohl an … das Kraut ist angerichtet.

Ash Ra Tempel - Foldout.jpg

Besetzung:
Hartmut Enke (bass)
Manuel Göttsching (guitar, vovals, electronics)
Klaus Schulze (electronics, guitar, drums)

LPBackCover

Titel:
01. Amboss 19.52
02. Traummaschine 25,32

Labels

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Mireille Mathieu – Ganz Paris ist ein Theater + Die Kinder vom Montparnasse (1971)

FrontCover1Die wahrlich faszinierende Biographie der Mireille Mathieu ist hinreichend dokumentiert. z.B. hier, von daher nur eine ganz krze Rückblende:

Mireille Mathieu wurde 1946 in ärmlichen Verhältnissen in Avignon geboren. Die Eltern Roger Mathieu (1920–1985), ein Friedhofs-Steinmetz und Marcelle-Sophie Poirier (1921–2016) bekamen 13 weitere Kinder; Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Charles de Gaulle übernahm im Mai 1967 die Patenschaft des jüngsten.[8] Ihren ersten Gesangsauftritt hatte sie im Alter von vier Jahren in einer Mitternachtsmesse. Sie verließ die Schule ohne Abschluss, da sie ab 1960 als Hilfsarbeiterin in einer Konservenfabrik für das Auskommen der Familie mitarbeiten musste.

Im Juni 1964 gewann sie in Avignon mit Édith Piafs La vie en rose den Gesangswettbewerb „On chante dans mon quartier“ („Wir singen in meiner Nachbarschaft“). Aufgrund dieses Sieges erhielt sie eine Einladung nach Paris zum Vorsingen für die Fernsehshow Télé-Dimanche. (Quelle: wikipedia)
1971 war sie bei uns dann schon in aller Munde und eine Single jagdte die andere … Hier ein nettes Beispiel, bei dem zum wiederholten Male, die Stadt Paris als Sehnsuchtsidylle zelebriert wurde.
Soweit so gut, wer´s mag … aber wenn ich dann so ne Zeile höre wie „Die Kinder vom Montparnasse haben kein Geld, doch ihnen gehört die schänste Stadt der ganzen Welt“ dann könnte ich schon meine Contenance verlieren.
Wusste die Mathieu, was sie da sang, gerade auf dem Hintergrund ihrer eigenen Biographie ?
Mathieu01
Besetzung:
Mireille Mathieu (vocals)
+
ein unbekanntes Studio-Orchester
BackCover1
Titel:
01. Ganz Paris ist ein Theater (Bruhn/Buschor) 3.30
02. Die Kinder vom Montparnasse (Bruhn/Buschor) 2.58
LabelB1

 

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Su Kramer – Frei sein (1971)

FrontCover1Der WDR feierte 2011 genau dieses Album mit folgender Laudation:

„Su Kramer stammt aus Oldenburg. 1968 zieht es sie nach München. Dort wird die 22jährige für das Musical „Hair“ engagiert, dessen Besetzung aus bis dahin unbekannten Show-Neulingen rekrutiert wird. Später erhält sie durch den Produzenten Gerd Thumser einen Plattenvertrag bei Telefunken. Mit „Eine Welt für uns beide“, der ersten Single, die sie dort veröffentlicht, sichert sie sich im November 1970 einen Auftritt in der ZDF-Hitparade.

Wie kaum eine andere Interpretin repräsentiert Su Kramer den Zeitgeist, was sie auch mit ihrer Frisur im modischen Afro-Look unterstreicht. In ihren Songs versucht sie die gängigen Schlager-Klischees zu vermeiden und erwirbt sich damit in Fachkreisen Lob und Anerkennung, so dass sie sich rasch in der deutschen Pop- und Schlagerszene etablieren kann. 1971 steht dann die Produktion ihres ersten Albums an und auch hier legt man Wert auf Qualität. Neben bereits bekannten Single-Titeln, die Su Kramer bis dahin veröffentlichte, sind auch einige neue Stücke enthalten, die Rudi Bauer und Gerd Thumser der Sängerin auf den Leib schrieben. Einige davon werden später ausgekoppelt. Eine besondere Note erhält die LP vor allem durch fünf internationale Songs, die mit adäquaten deutschen Texten versehen wurden, was damals nicht unbedingt üblich war. In der Regel bevorzugte man schlagerhafte Übersetzungen, die dem jeweiligen Original oft gar nicht entsprachen.

Singles

Singles

Als Titelsong des Albums wählte man „Frei sein“ aus, eine Coverversion des Joe-Cocker-Hits „Delta Lady“, der es 1969 bis in die Top-Ten der britischen Charts schaffte. Mit ihrer gelungenen Fassung von „Holy Moses“, auch bekannt als „Border Song“, stellt Su Kramer ihr beeindruckendes Gesangstalent unter Beweis. Die Gospel-Ballade wurde nicht nur von Elton John gesungen, der sie komponierte, sondern auch von Aretha Franklin, der „Queen of Soul“. Mit diesem Lied trat Su Kramer in der von Ilja Richter moderierten „ZDF-Disco“ auf und konnte damit ein bisschen Werbung für ihre LP machen.

SuKramer1971_2Zu den weiteren musikalischen Highlights gehören „Der Himmel über mir“ aus der Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ und „Was für dich in den Sternen steht“ aus dem Repertoire von Simon & Garfunkel. Dass man bei der Titelauswahl ein gutes Gespür zeigte, belegt außerdem die Mikis-Theodorakis-Komposition „Der Tag beginnt“. Als Vorlage diente hier eine Aufnahme von Italiens Gesangsstar Iva Zanicchi. Sie hatte nämlich eine komplette LP mit Theodorakis-Songs herausgebracht und bei ihr hieß dieses Lied „Il mio Aprile“. Sorgfalt bewies man aber nicht nur beim musikalischen Konzept des Albums, auch die Gestaltung der Plattenhülle hebt sich von den damals üblichen Motiven ab, wobei sich Cover und Rückseite originell ergänzen.

Am Ende wurden Su Kramer und ihr Produzent mit einer Auszeichnung der besonderen Art belohnt: 50 Musik-Fachjournalisten würdigten das Album als beste nationale LP-Produktion des Jahres 1971.“ (wdr)

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Alternatives Frontcover

In ihren besten Momenten auf dieser LP war sie die deutsche Julie Driscoll mit einem unglaublichem Gespür für Gospel- und Soul – Phrasierungen. Und in ihren nicht so dollen Momente stolperte sie über Texte, für die sie natürlich nichts konnte, aber die das Zuhören ein wenig mühsam gestalten („Der Himmel über mir“).

Das Album hat ja nun mehr als 40 Jahre auf dem Buckel und dafür klingt es immer erstaunlich frisch und mitreissend.

Ich bin mir sicher, von dieser Frau (mittlerweile 66 Jahre alt) wird hier noch öfters die Rede sein.

Besetzung:
Su Kramer (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

BackCover

Titel:
01. Frei sein (Delta Lady) (Thumser/Russel) 3.43
02. Wie das Wasser so fließt die Zeit (Thumser/Bauer) 3.05
03. Dich will ich nur (Thumser/Bauer) 3.48
04. Holy Moses (Border Song) (John/Cordt) 3.18
05. Eine Welt für uns beide (Thumser/Bauer) 2.53
06. Der Himmel über mir (Heaven On Their Minds) (aus Der Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“) (Thumser/Webber/Rice)
07. Herzen kalt wie Stein (Thumser/Bauer) 2.44
08. Lieben das heißt treu sein (Thumser/Bauer) 3.03
09. Der Tag beginnt (Il Mio Aprile) (Boyk/Theodorakis) 2.27
10. Was für dich In den Sternen steht (Keep The Customer Satisfied) (Thumser/Simon*) 2.50
11. Die Sonne ist rot (Thumser/Bauer) 2.51
12. Was habt ihr nur aus der Welt gemacht? (Thumser/Bauer) 2.50

LabelB1

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SuKramer01

Popol Vuh – In den Gärten Pharaos (1971)

FrontCover1.jpgJetzt wird es kosmisch …

Popol Vuh …

Popol Vuh war eine deutsche Krautrock-Formation, die von 1970 bis 2001 bestand.

Die nach dem Popol Vuh, einem zentralen Schriftstück der Maya-Kultur zur Schöpfungsgeschichte der Welt, benannte Gruppe wurde 1970 von Florian Fricke gegründet.

Stilistisch werden Popol Vuh dem Krautrock zugerechnet. Ihr Musikstil ist jedoch sehr originär und verbindet Rock mit elektronischer New-Age-Musik und spirituellen Elementen. Auf Grund des Einsatzes von verschiedenster Percussion, exotischen Instrumenten wie der Sitar, den internationalen Sängerinnen sowie Florian Frickes Affinität zu Yoga, Spiritualität und fernöstlicher Kultur kann man Popol Vuh im weitesten Sinne auch der Worldmusic zuordnen. Die Band selbst hat sich stets bemüht, sich der Genre-Zuordnung zu entziehen und ihre Musik ausschließlich mit Fantasiebegriffen wie Magic Music, Love Music, Cosmic Space Rock u. ä. bezeichnet.

Gründungsmitglied Fricke zählt zu den Pionieren der damaligen Elektronikmusiker. Die Besetzung der Band wechselte im Lauf der Zeit kontinuierlich. Bereits seit Beginn dabei war Frank Fiedler. Später sollte Daniel Fichelscher (Amon Düül II) als langjähriges Mitglied dazustoßen. Ein bedeutendes und bekanntes zeitweiliges Mitglied der Band war Klaus Wiese.

Die Band wurde zunächst von Liberty Records unter Vertrag genommen, wo man sich in Gesellschaft von Amon Düül und Can befand, und wo noch im Gründungsjahr 1970 die von Gerhard Augustin produzierte Debüt-LP Affenstunde vorgelegt wurde. Die ersten beiden Alben von Popol Vuh sind geprägt durch den Klang des legendären Moog III-Synthesizers, der später an Klaus Schulze abgetreten wurde. Das zweite Album In den Gärten Pharaohs erschien 1971 auf Rolf-Ulrich Kaisers Pilz-Label und ist zur Hälfte live in einer Kirche eingespielt. Beim dritten Album Hosianna Mantra (1972) stießen Conny Veit und die koreanische Sängerin Djong Yun zur Stammbesetzung. Yun sollte auch wieder auf dem übernächsten Album Einsjäger & Siebenjäger 1975 zu hören sein.

Die 1970er-Jahre gelten als produktivste Phase von Popol Vuh. Neben Studioalben und seltenen Live-Auftritten wurde die Band durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Werner Herzog bekannt, für dessen Filme wie Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu – Phantom der Nacht oder Fitzcarraldo sie die Soundtracks schuf. Kennzeichnend für Aufnahmen aus dieser Zeit ist die Verwendung des Mellotrons. Dieses Vorläuferinstrument späterer Sampler ermöglichte es, Chorstimmen oder Orchesterklänge in den Klang der Band zu integrieren.

Der erste Auftritt im Ausland fand 1976 in Mailand statt. Ab 1978 arbeitete Popol Vuh zeitweilig wieder mit Gerhard Augustin zusammen, der weitere Alben und Soundtracks der Band produzierte. Ab 1983 trat Popol Vuh in den Schatten des auf zahlreichen Weltreisen stattfindenden Filmschaffens von Fricke und Fiedler. Alben erschienen nun weniger häufig als in den 70er-Jahren, dennoch regelmäßig.

Mitte der 1990er-Jahre meldeten sich Popol Vuh mit City Raga (unter Verwendung von Stimmaufnahmen der Atemtherapeutin Maya Rose) zurück. In die Arbeit der 1990er-Jahre flossen nun auch aktuelle Musikströmungen aus dem Techno-Bereich mit ein. Neben Fricke und Fiedler war mittlerweile auch Guido Hieronymus zu einem festen Mitglied der Band geworden. 1999 erschien das letzte Album Messo di Orfeo.

Mit dem frühen Tod von Florian Fricke im Jahr 2001 ging auch die Geschichte von Popol Vuh zu Ende. (Quelle: wikipedia)

Hier ihr zweites Werk: auch wenn ich mit so einer Art von Musik so nicht recht warm werde: Für die damalige Zeit war sie wegweisend und natürlich waren Popol Vuh einer der entscheidenden Wegbereiter elektronischer Musik in Deutschlaand.

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Besetzung:
Frank Fiedler (synthesizer)
Florian Fricke
Holger Trülzsch (percussion)
+
Bettina Fricke (cymbals)

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Florian Fricke & Holger Trülzsch

Titel:
01. In den Gärten Pharaos (Fiedler/Fricke/Trülzsch)   17.38
02. Vuh (Fiedler/Fricke/Trülzsch) 19.51
+
03. Kha-White Structures 1 (Fiedler/Fricke/Trülzsch)10.14.
04. Kha-White Structures 2 (Fiedler/Fricke/Trülzsch) 10.09

LabelB1
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Embryo – Embryo’s Rache (1971)

FrontCover1.jpgUnd noch einer, der stark mit dem Trikont Label verbunden war, ist heuer verstorben:

Christian Burchard (* 17. Mai 1946 in Hof, Bayern; † 17. Januar 2018) war ein deutscher Multiinstrumentalist und Komponist. Er spielte Vibraphon, Schlagzeug, Santur und Orgel.

Burchard erhielt zunächst klassischen Klavierunterricht, bevor er zur Posaune wechselte, um dann den Jazz und das Vibraphon zu entdecken. Er war in den 1960er Jahren zunächst als Jazzmusiker aktiv, gründete das Contemporary Trio mit Dieter Serfas und Edgar Hoffmann und tourte mit Mal Waldron. 1969 wechselte er zum Schlagzeug und gründete mit Edgar Hoffmann die Fusiongruppe Embryo, mit der er zumeist spielte. Gelegentlich trat er auch mit Missus Beastly und Checkpoint Charlie auf. Er galt als einer der Pioniere der Weltmusik in Europa. 2008 erhielt er mit seiner Band Embryo den deutschen Weltmusikpreis Ruth beim TFF in Rudolstadt. Mit Okay Temiz, Arto Tunçboyacıyan und Ramesh Shotham trat er unter dem Bandnamen Ethno Leaders auf.

Im Sommer 2016 erlitt Burchard 70-jährig einen Schlaganfall, der seine aktive Musikerlaufbahn beendete. In der Band übernahm daraufhin seine Tochter Marja (* 1986) seine Rolle. Er starb am 17. Januar 2018. (Quelle: wikipedia

Christian Burchard.jpg

Christian Burchard

Und über Embryo schreibt ein Rudi Vogel auf der großartigen website krautrock-musikzirkus.de folgendes:

Embryo sind eine der interessantesten, vielseitigsten und wichtigsten Krautrockbands. Auf beinahe jedem Album findet man unterschiedliche Besetzungen und Stilrichtungen. Auf den ersten Alben wird härtester Underground-Jazzrock gespielt. Später tendiert die Musik zum Jazzrock mit ethnischen Einflüssen:

Die Band wurde 1969 von Christian Burchard, Edgar Hofmann und Lothar Meid gegründet, nachdem sich Burchard schon Mitte der 1950er im Alter von zehn Jahren mit Dieter Serfas in Hof getroffen hatte.

Meid verließ die Band nach kurzer Zeit. An seine Stelle kamen Ralph Fischer und weitere Musiker, wie der Gitarrist Al Jones.

Insgesamt haben seit 1969 über 400 Musiker beim Musikkollektiv Embryo gespielt, darunter auch immer wieder Charlie Mariano, Mal Waldron und Marty Cook. Zu den langjährigen Mitgliedern zählen u. a. Roman Bunka (Gitarre, Oud), Uve Müllrich (Bass), Michael Wehmeyer (Keyboards), Lothar Stahl (Marimba, Drums) und Jens Pollheide (Bass, Flöte).

Embryo1971.jpg

Embryo, die 1971 einen ersten Radiohit mit dem Lied Tausendfüßler hatten, entwickelten sich innerhalb weniger Jahre vom jazzigen Krautrock zu einer Weltmusikband, die verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint. (Quelle: wikipedia)

Im Gegensatz zum gitarrenlastigen Debütalbum bietet das zweite Embryo-Album deutlich längere Tracks und kommt völlig ohne Gitarre aus. Die Musik ist wesentlich „jazzrockiger“ als auf dem Debütalbum, ist aber immer noch mit einer guten Prise „Underground“ gewürzt. Am auffälligsten ist die dominante, vielseitige und ungewöhnliche Keyboardarbeit. (Rudi Vogel)

In der Tat: An Embryo kommt man eigentlich nicht vorbei, wenn man sich mit deutscher Rock- und Jazz Geschichte interessiert. Und dass sie dann auch noch musikalische Weltenbummler geworden sind, macht die Sache umso spannender.

Von daher: Mehr davon demnächst hier in diesem Theater !

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Besetzung:
Roman Bunka (bass)
Christian Burchard (drums, leslie, vocals, piano)
Hansi Fischer (flute, percussion, vocals)
Edgar Hofmann (saxophone, violin, percussion)
+
Franz Böntgen (vocals)
Hermann Breuer (keyboards)
James „Tabarin Man“ Jackson (keyboards)
Geoff Goodman (guitar)
Dieter Serfas (gan gan)

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Titel:
01. Tausendfüßler (Fischer) 5.35
02.You Can’t Wait (Fischer/Buchard) 3.45
03. Evas Wolke (Buchard) 5.15
04. Revenge (Man) 6:49
05. Spain Yes, Franco Finished (Buchard) 11.11
06. Try To Be (Buchard) 2:15
07. Verwandlung (Buchard)  6.38
+
08. Tabarinman’s Return Pt. 1 5:52 (CD bonus track)
09. Tabarinman’s Return Pt. 2 6:02 (CD bonus track)

(Rec. live ´91- Bunks, Goodman, Sefas, Burchard, Jackson, Breuer)

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Christian

Christian Burchard (* 17. Mai 1946 in Hof, Bayern; † 17. Januar 2018)

 

Twenty Sixty Six And Then – Reflections (1972)

LPFrontCover1.jpgTwenty Sixty Six and Then, verkürzt auch mit 2066 statt der ausgeschriebenen Zahl und/oder kaufmännischem „&“ geschrieben, war eine deutsche Musikgruppe aus Mannheim.

Die Gruppe wird sowohl dem frühen Krautrock als auch dem Progressive Rock zugerechnet, wobei auch Einflüsse aus dem Jazz, Hard-Rock und psychedelischen Rock in den Stil der Band mit eingeflossen sind.

2066 and Then formierten sich im Sommer 1971. Namensfinder war Geff Harrison, der hierfür die alte englische Redensart „1066 and then“ aufgriff. Das Jahr 1066 war für die englische Geschichte folgenreich, bedingt durch den Sieg der Normannen unter Wilhelm der Eroberer in der Schlacht von Hastings.

Als Band existierte 2066 and Then ein knappes Jahr. Trotz Überlänge wurden die Songs im Radio gespielt, und besonders im süddeutschen Raum trat die Band oft auf. Sie löste sich aus wirtschaftlichen Gründen auf, bevor es zum richtigen Durchbruch kam. Auslöser waren die enttäuschenden Verkaufszahlen ihres ersten Albums Reflections on the Future, veröffentlicht bei United Artists Records. Geff Harrison und Gagey Mrozeck gingen zu der Lokalband Kin Ping Meh und Veit Marvos gründet die Gruppe Emergency. Konstantin Bommarius wechselte zu Abacus und spielte in der Folge auch bei verschiedenen anderen Bands z.B. Karthago, musste sich dann aber aus gesundheitlichen Gründen vom Schlagzeugspiel verabschieden. Er kam 2014 bei einem Unfall in Mannheim ums Leben.

TwentySixtySix01

1991 erschien bei Second Battle eine zweite LP mit, bei einer Ausnahme, bislang unveröffentlichten Stücken unter dem Titel Reflections on the Past. Als das Label nun eine Kompilation als CD veröffentlichen wollte, waren die ursprünglichen Masterbänder des ersten Albums nicht mehr verfügbar. Stattdessen konnten aber andere Aufnahmen, die in Studioqualität vorhanden waren, verwendet werden. Die CD erschien unter dem Namen Reflections! und umfasste fünf Stücke des zweiten Albums sowie drei des ersten, diese aber in einer alternativen Version. Lediglich das Stück At my home ist auf allen drei Werken zu hören. (Quelle: wikipedia)

Hier ihr Debütalbum:

Die deutschen Bands der frühen 70er kann man grob in zwei Gruppen teilen. Da sind einmal diejenigen, die es geschafft haben, Sounds zu kreieren, die ihren angloamerikanischen Kollegen ebenbürtig sind (z.B. die Rattles, Kathargo, Birth Control, Gomorrha oder auch Passport). Andererseits gab es viele Gruppen, die eine ganz eigene, neuartige Musik geschaffen haben, die gerade versucht hat, anders zu sein, als die dieser britischen oder amerikanischen Kollegen (z.B. Can, Neu!, Between, Tangerine Dream, Kraftwerk oder Faust).

Interessanterweise sind es gerade letztere Gruppen, derer man sich – im Zusammenhang mit dem Begriff Krautrock – als innovative und bedeutende deutsche Bands erinnert. Dabei geraten die Formationen der erstgenannten Gruppe, insbesondere aus progrockiger Sicht, oftmals etwas in Vergessenheit, auch deshalb, weil ihre Musik sich eben nicht grundlegend von dem unterschied, was damals aus Amerika oder England kommend den Markt überflutet hat. Twenty Sixty Six & Then (oder 2066 & Then) ist eine von diesen Bands, die heutzutage kaum noch jemand kennt. Das einzige Album der Gruppe aus Mannheim wurde 1972 in kleiner Auflage von United Artists Records veröffentlicht und verkaufte sich so schlecht, dass sich die Band bald wieder auflöste. Mitglieder von Twenty Sixty Six & Then waran später allerdings u.a. bei Kathargo und Abacus (Bommarius), King Ping Meh (Harrison und Mrozeck), Tritonus (Harrison), Nine Days Wonder, Aera (Robinson/Geyer) und Emergency (Marvos) tätig.

Die Grundlage der Musik auf „Reflections On The Future“ ist ein recht erdiger Hardrock britischer Prägung, dominiert von Orgel und E-Gitarre und versehen mit recht typischem, bluesig-rauhem Gesang. Geff Harrison hat eine dieser Reibeisenstimmen, die sich ab und an auch in höhere Lagen windet, meist aber voluminös und kratzig vibriert und oft noch so klingt, als hätte er beim Singen eine Pflaume in der Backe stecken.

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Irgendwo in der Nähe von Uriah Heep, Deep Purple, Procol Harum oder Spooky Tooth ist die Musik von Twenty Sixty Six & Then gelagert, ist dabei aber deutlich progressiver. Die beiden Keyboarder benutzen neben der allgegenwärtigen E-Orgel ab und an auch ein Mellotron oder einen Synthesizer, gelegentlich erklingt eine Flöte, die Linien der verschiedenen Tasteninstrumente und der Gitarre sind oft komplex verschlungen, es wird mitunter jazzrockig und ganz selten krautig-experimentell (hauptsächlich in der Mitte des langen Titeltracks, in dem verschiedenste Tastenklänge minutenlang wüst durcheinanderlärmen). In den langen Nummern wird ausgiebig gejammt, insbesondere die Tasten schwellen heftig, es rockt vorantreibend und hart, immer wieder unterbrochen von ruhigeren Abschnitten, in denen dann oft die Flöte zum Einsatz kommt. Etwas aus diesem Rahmen fällt „Autumn“, in dem es zwar auch oft heavy zugeht, das aber mit umfangreichen Mellotroneinsatz (insbesondere im ruhigen Mittelteil) und einigen klassisch inspirierten Arrangements aufhorchen lässt. Neben dem schon erwähnten freiformatigen Abschnitt in „Reflections On The Future“ ist noch das oft erklingende Vibraphon erwähnenswert, welches in den ruhigeren Abschnitten für glockige Klangbereicherung sorgt.

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„Reflections On The Future“ ist eine erstklassig dargebotene und abwechslungsreich gemachte Scheibe, die zwar nicht unbedingt mit ausgesprochen neuartige Klängen aufwarten kann, mir persönlich etwas zu hardrocklastig ist, trotzdem aber jedem Vergleich mit den schon mehrfach angesprochenen englischsprechenden Kollegen standhält. Sonderlich krautig ist diese Musik nicht, höchstens bisweilen teutonisch-wuchtig. (Achim Breiling)

Ach ja … das sei noch erwähnt: Endlich mal ne Prog-Rock LP aus diesen Jahren, wo der Gesang sovoll zu überzeugen weiss … kein Wunder. mit Geoff Harrison hatte die Band nicht nur einen waschechten Briten an Bord, sondern auch noch einen, der fast als 2. Rod Stewart durchgehen konnte.

BackCover1

Besetzung:
Dieter Bauer (bass)
Konstantin Bommarius (drums)
Rainer „Steve Robinson“ Geyer (keyboards, vibraphone, synthesizer, mellotron, vocals)
Geff Harrison (vocals)
Gagey Mrozeck (guitar)
Veit Marvos (keyboards, vibraphone, synthesizer, mellotron, vocals)
+
Curt Cress (drums on 07. + 08.)
Wolfgang Schönbrot (flute on 05.2.)
Donna Summer (vocals on 08.)

Booklet.jpg

Titel:
01. At My Home (Harrison/Mrozeck/Robinson) 7.56
02. Autumn (Harrison/Robinson) 9.03
03. Butterking (Harrison/Robinson) 7.10
04. Reflections On The Future (Harrison/Marvos) 15.46
05.1. How Would You Feel (Harrison/Marvos) 3.22
05.2. The Way That I Feel Today (Harrison/Marvos) 11.11
+
06. Spring (Robinson) 12.59
07. I Wanna Stay (Robinson/Mrozeck/Marvos/Harrison) 3.37
08. Time Can’t Take It Away (Marvos/Harrison)

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