Kraan – Kraan (1972)

FrontCover1.jpgFür ganz schön viele waren Kraan Anfang der 70r Jahre einfach die größten, und in der Tat ihr so ganz spezieller JazzRock hatte schon ein ganz großes Format.

Kraan ist eine deutsche Jazzrock-Band und zählt zu den bekanntesten Vertretern des Krautrock. Ihr musikalischer Verdienst ist die Mischung von Jazz und Rock mit orientalischen und asiatischen Klängen.

Kraan bildeten sich 1970 in Ulm. Zuvor hatten die Brüder Jan Fride und Peter Wolbrandt in diversen Jazzbands gespielt und konnten 1968 Hellmut Hattler überzeugen, mit ihnen die Band Inzest zu gründen. Johannes ‚Alto‘ Pappert (Saxophon) war zu dieser Zeit mit einer Soul-Rockband unterwegs und stieß, auf der Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen, 1971 dazu.

P. Wolbrandt hatte in Berlin ein Grafikstudium begonnen, J. Fride war für Fotografie eingeschrieben und Hattler stand kurz vor dem Abitur, als sich allen die Frage stellte, wie es mit der Musik weiter gehen sollte: Hobby oder Beruf. Vier Wochen vor der Abiturprüfung stellte Hattler alle schulischen Anstrengungen ein, P. Wolbrandt gab sein Grafik- und J. Fride sein Fotostudium auf, und aus der Hobbyband Inzest entstand „Kraan“. Es wurden Musik- und Stilrichtungen genommen, vermischt, verändert und neu gespielt. Aus den weit gefächerten musikalischen Interessen aller Bandmitglieder – mit orientalischen Klängen, jazzigen Läufen und harten Beats – entstand ein zu dieser Zeit neuer Klang, der später das Etikett Jazzrock erhalten sollte.

ImStudio01AErste Konzerte stießen auf Interesse, und die Band beschloss, ihre Verbindungen in Berlin, unter anderem zu den Musikern von „Karthago“ und zu einem Tonstudio, für gemeinsame Sitzungen und erste Aufnahmen zu nutzen. Nach einem halben Jahr und einigen wenigen, aber erfolgreichen Auftritten, kam es zu einer ersten Krise, und Hattler nahm das Angebot der schwäbischen Band „Erna Schmidt“ in Norddeutschland an. Schnell stellte sich heraus, dass er seine musikalischen Vorstellungen hier nicht verwirklichen konnte, und er holte den Rest der Gruppe nach. Eine Fusion der beiden Bands war geplant. Das Projekt überlebte das Heimweh der Schwäbisch Gmünder Musiker und das Jahresende nicht; Kraan wurde neu gegründet.

Auf der Suche nach einem neuen Domizil wurde man bei Graf Metternich fündig. Er stellte sein Gut Wintrup im Teutoburger Wald zur Verfügung. Die einsame Lage in einem Tal machte Proben rund um die Uhr möglich. Von den früheren Bewohnern war der Manager Walter Holzbaur verblieben, der sich umgehend an die Vermarktung der Band machte. Ein erstes Konzert in Detmold verlief für die Band vor über 400 Zuschauern erfolgreich. Weitere Konzerte folgten und am Ende des Jahres 1972 dann auch die erste Schallplatte, die in zwei Tagen aufgenommen, an einem Tag gemixt und nicht allzu lange später erfolgreich an Intercord verkauft wurde. Sie erhielt gute Kritiken und es folgte eine erste Tournee durch Deutschland, Ausflüge in die Schweiz und die Niederlande. (Quelle: wikipedia)

KraanLive1972

 

Soweit zur Frühgeschichte dieser Band. Nun zum Debütalbum von Kraan:

Das von Hattler beherrschte „Sarah’s Ritt durch den Schwarzwald“ kommt ziemlich spacig aus den Startlöchern, um dann mit mächtigen Hooks und donnerndem Bass mit seinen typischen Sololinien die Marschrichtung des folgenden Geschehens vorzugeben. Hier ist neben allen guten Zutaten auch sicher ein angemessener Schuss Krautrock enthalten – auch in Form des fast trivialen Textes.
»Oh Sarah, flipp doch aus, rauch ein Joint, komm zurück, yeah…«
Die beiden anderen Songs, auf denen gesungen wird, haben dann aber englische Lyrics und wirken damit textlich weniger angestaubt.
Leise Orgeltöne eröffnen und durchziehen „M.C. Escher“, das mit dem einnehmenden, gefühlsbetonten Saxophonspiel von Johannes Pappert voll überzeugt und bei geeigneter persönlicher Stimmung auch für eine Gänsehaut gut ist. Im Mittelteil geht es zwar mal free-jazzig abgedreht zu, mit aufgelösten Strukturen, dennoch berührt diese Musik unmittelbar die Seele.
Der letzte Song auf der ersten LP-Seite ist sicher einer der bekanntesten Titel der Band. „Kraan Arabia“ verarbeitet die in Berlin gewonnenen Erfahrungen und ist eine Magie versprühende Fusion aus orientalischen Klängen und Jazz Rock. Feine Gitarrenparts und mitreißendes Schlagzeug, heftige Congas, eine fette Basslinie und das Saxophon wie aus 1001 Nacht vermischen sich zu einer atemberaubenden musikalischen Tour de Force. Diesen Song kann man getrost als Klassiker verbuchen.

Autogrammkarte1972

Autogrammkarte 1972

Mit über 18 Minuten Spieldauer ist „Head“ eine einzige Jam. Man sieht vor dem geistigen Auge den damals fast obligatorischen Joint die Runde machen. Dieses lange Stück besteht aus mehreren, verschieden kolorierten und trotzdem perfekt zusammenpassenden Klangbildern. Es wurde nichts kontemporäres ausgelassen, und dazu gehört natürlich auch ein Schlagzeugsolo. Darüber hinaus vernimmt man jede Menge ethnisch verspielte Musikalität. Das dagegen recht kurze „Sarah auf der Gänsewies’“ setzt einen ruhigen Schlußpunkt unter das Originalalbum.

Die Bonustracks zeigen eher alternative Qualitäten denn pure Demoshow. Bei „Sarah’s Ritt durch den Schwarzwald“ gefällt mir der Einstieg in den Song sogar besser als auf der ursprünglichen Platte. Geschmackssache. Auf alle Fälle ist es interessant zu hören, welche Variationsmöglichkeiten die Band 1972 schon besaß. Dass hier instrumentale Könner am Werk waren, spürt man in jedem Augenblick.
Auffallend war auf diesem Album schon immer der Klang des Schlagzeugs, denn der wurde über die gesamte Spieldauer durch einen Phaser manipuliert. Das Remastering geht vollkommen in Ordnung, das Klangbild ist im Bass und den Mitten recht ausgewogen, im Hochtonbereich jedoch etwas dünn und manchmal auch leicht spitz, dafür ohne Rauschen.

SoundsApril1973

Aus „Sounds“, April 1973

Fazit: Insgesamt eine dicke Empfehlung! Man hört ein gemeinsames Musikschaffen ohne jegliche Starallüren, bei dem jeder der Beteiligten einen überragenden Beitrag für das Endergebnis leistet. Für manche ist diese Platte eine aus Tönen gebastelte Sternstunde und liefert ohne Zweifel ungekünstelte, ja auch ungehobelte Originalität in Nähe von Genialität. Eine Inselplatte, die mir persönlich wegen der Ursprünglichkeit mehr zusagt, als der spätere Output der Band – die tolle Live Platte von 1975 mal ausgenommen. Die gute Nachricht: Die CD kostet nagelneu nur 7 €, da muss man wohl nicht lange überlegen. “ (Mani Hüther)

Nachtragen will ich dann noch, dass der Gesang mittlerweile vielleicht ein wenig antiquiert klingt (wie so oft bei deutschen Produktionen aus dieser Zeit), die Musik aber das Prädikat „zeitlos“ mehr als verdient hat !

Und natürlich hatte das Label Intercord mit dieser LP einen prächtigen Erfolg für ihr Sub-Label „Spiegelei“ …es sei ihnen vergönnt !

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Werbeanzeigen für „Die erste Langspielplatte“

Besetzung:
Jan Fride (drums, percussion)
Hellmut Hattler (bass)
Johannes Pappert (saxophone, percussion)
Peter Wolbrandt (guitar, percussion, vocals)
+
Romi Schickle (0rgan bei 02. + 04.)

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Titel:
01. Sarah’s Ritt durch den Schwarzwald  6.21
02. M.C.Escher 6.12
03. Kraan Arabia 9.54
04. Head 18.34
05. Sarah auf der Gänsewies‘ 2.00
+
06. Sarah’s Ritt durch den Schwarzwald (Demo 1971) 6.00
07. M.C.Escher (Demo 1971) 6.30
08. Head (Demo 1971) – 13.51
09. Sarah auf der Gänzwies‘ (Demo 1971) 2.12

Alle Kompositionen und Texte: Kraan

LabelA1

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Paul & Pauline – Hör uff mit Schmu + Druff trink´n wir noch en Glas (1972)

FrontCover1Ich hatte es ja erst neulich angekündigt … für was ich die „närrische Zeit“ nützen will (siehe hier).

Und hier nun eine ganz und gar überflüssige Single … andererseits eine Single, die wohl auch Auskunft darüber gibt … wie es um die bundesdeutsche Wirklichkeit im Jahre 1972 aussah.

Da gab es diesen unsäglichen Hit „How Do You Do“ von Mouth & McNeal … und hier können wir nun die „Sächsische Original Aufnahme“ davon hören, gesungen von „Paul & Pauline“.

Und darum geht´s :

Ein angetrunkener Mann kommt nachts nach Hause … und was will er wohl von seiner Frau … hier wird das „nanana“ genannt (man könnte es auch Beischlaf nennen) … und daraus entspinnt sich eine Art Wortgefecht zwischen „Paul und Pauline“ … am Ende ist er dann wohl „schachmatt“.

Die B-Seite ist nicht minder anspruchsvoll („egal was auch passiert, wir fallen nicht ins Gras, egal was passiert, weil Schnaps uns konserviert“) …

Wer sich hinter dem Namen „Paul & Pauline“ habe ich nicht rausbekommen … und wenn der zuständige Mitarbeiter von Metronome nach der Veröffentlichung dieser Single rauseschmissen wurde … wundern würde es mich nicht.

Wie gesagt: bundesdeutsche Wirklichkeit im Jahre 1972  …

Paul+Pauline01.jpg

Also … die warn´s nicht …

Besetzung:
Paul & Pauline (vocals)
+
eine handvoll unbekannte Studiomusiker

Paul+Pauline02

… und die auch nicht …

Titel:
01. Hör uff mit Schmu (Flesner/van Hemert/van Hoof) 3.37
02. Druff trink´n wir noch en Glas (Pundt/Flesner) 2.55

LabelB1

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Verschiedene Interpreten – Festival des politischen Liedes 3 (1973)

FrontCover1Tja, da knn man schon schön gerührt sein … jedenfalls geht´s mir so:

Das Festival des politischen Liedes war eine der größten Musikveranstaltungen in der DDR. Es wurde vom Oktoberklub begründet und fand zwischen 1970 und 1990 jedes Jahr im Februar als offizielle Veranstaltung der FDJ in Ost-Berlin statt. Der Hauptveranstalter war zunächst die FDJ-Bezirksleitung Berlin, ab 1975 der FDJ-Zentralrat. 1980 wurde eine Kompilation der ersten 10 Jahre des Festivals unter dem Titel Zehnkampf – Festival Des Politischen Liedes 1970–1980 herausgegeben. Im gleichen Jahr wurde ein hauptamtliches Büro „Festival des politischen Liedes“ gegründet. Die Organisation des Festivals erfolgte zu großen Teilen ehrenamtlich. Künstler aus 60 Ländern traten auf, darunter Prominente wie Mikis Theodorakis, Miriam Makeba, Quilapayún, Inti-Illimani, Silvio Rodríguez, Mercedes Sosa, Canzoniere delle Lame und Pete Seeger. Das erste Festival fand vom 15. bis zum 21. Februar 1970 statt.

Nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR verlor das Festival seine Funktion und die kulturelle Infrastruktur, auf der es basiert hatte. Um das Festival fortzuführen, wurde ein Förderverein gegründet, der 1991 bis 1994 das ZwischenWelt Festival als „neues Festival des politischen Liedes“ durchführte. Der Verein löste sich 1995 wegen finanzieller Probleme auf.

Im Jahr 2000 erfolgte mit einem kleinen Festival ein Neustart unter veränderten Vorzeichen. Die heutige inhaltliche Ausrichtung manifestiert sich seit 2001 in dem neuen Namen Festival Musik und Politik.

Maskottchen des Festivals war ein roter Spatz namens Oki. Der Name Oki ist abgeleitet von Oktoberklub. (Quelle: wikipedia)

Berlin, 3. Festival des politischen Liedes

Einen angeregten Erfahrungsaustausch führten die jungen Musiker der Gruppe „Pacholy“ aus der Bergarbeiterstadt Ruda Slaska mit polnischen Jugendlichen, die gegenwärtig im Kombinat VEB KWO arbeiten, während einer Veranstaltung mit Gästen aus der DDR, Ungarn, Polen, Dänemark, und der BRD im Kulturhaus des KWO. (Original Bildunterschrift der damaligen DDR Bildagentur)

Hier Ausschnitte aus dem 3. Festivalprogramms … und neben diversen DDR – Gruppen tritt auch der Dieter Süverkrüp auas der BRD auf … dazu noch etliche internationale Combos.

Man mag ja feststellen, dass hier viel politische Naivität am Werke war, man muss – aus meiner Sicht – feststellen, vor den politisch falschen Karren haben anspannen lassen.

Aber man kann auch fesstellen, dass etliche der Mitwirkenden ihr Herzblut in die Themen Ausbeutung und Imperalismus gesteckt haben … Und dafür überhäufe ich sie mit Sympathiepunkten.

Und: Viele der Lieder, handeln von Themen, die uns heute noch bewegen müssen … denn heute reden wir von den Folgen er Globalisierung … von nichts anderem handeln auch diese Lieder.

Und bei „Wem soll getraut werden“ krieg ich heute noch eine Gänsehaut …

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Titel:
01. Oktober-Klub Berlin: Lied vom Vaterland (Andert) 4.07
02. Fria Proteatern: Habt ihr gehört, Genossen (Forslund/Idering/Ringbom/Ohrlander) 2,24
03. Dieter Süverkrüp: Ballade von Hans Dickhoff (Süverkrüp) 4.52
05. Gruppe Agit-Prop und KOM-Theater: Auf welcher Seite stehst du (Chydenius/Oksanen) 2.33
06. Silvio Rodriguez: Waffen gegen Waffen (Rodriguez) 2.43
07. Gruppe Sergej Nikitin: Pferde im Ozean (Berkowskij/Slutzkij) 2.41
08. Gruppe vietnamesischer Studenten und Fria Proteatern: Hymne der FNL (Sieng) 2.16
09. Quilapayún: Für Vietnam (Carrasco/Gómez) 2.27
10. Dr. Bhupen Hazarika: Lang lebe Bangladesh (Hazarika) 2.13
11. Gruppe Basta: Camilo Torres (Vigletti) 2.06
12. Gruppe Kalaka: Zigeunerlied (Mikó/Bari) 3.11
13. Agitpop: Europawalzer (Würgler/Holst/Jensen) 3.09
14. Die Conrads: Wem soll getraut werden (Die Conrads/Maiwald) 4.11
15. Oktober-Klub Berlin: Friedenslied (Heicking/Andert) 3.47

LabelB1

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Fria Proteatern

Fria Proteatern aus Schweden

Danyel Gerard – Starportrait – Neue Lieder in deutscher Sprache (1973)

FrontCover1Also, 1971 sorgte dieser französische Barde für einen ganz schön mächtigen Wirbel in der deutschen Schlagerszene und zwar … natürlich mit seinem Mega-Hi „Butterfly“:

Danyel Gérard (* 7. März 1939 in Paris; bürgerlich Gérard Daniel Kherlakian) ist ein französischer Schlagersänger und Komponist.

 

Gérard wurde als Sohn eines Armeniers und einer Italienerin in Paris geboren, wuchs aber überwiegend in Rio de Janeiro auf. 1953 kehrte er nach Paris zurück und war unter anderem Chorknabe in der Kirche Notre Dame. Später spielte er in der Rock’n’Roll-Band „The Dangers“. Von 1959 bis 1961 war er als Soldat in Nordafrika. Anschließend tingelte er als Sänger und Gitarrist durch Bistros. Er begann zu komponieren und schrieb unter anderem Titel für Stars wie Johnny Hallyday, Sylvie Vartan, Dalida, Richard Anthony, Caterina Valente und Udo Jürgens.

Gérards erste eigene Aufnahme als Sänger war Memphis Tennessee. Seinen Durchbruch hatte er 1971 mit Butterfly, das er aufgrund des Erfolgs schließlich in sechs Sprachen aufnahm. Es war in mehreren Ländern wochenlang in den Charts, wurde mehrfach mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet und zählt mittlerweile zu den Evergreens. Das Lied fand auch Einzug in den Spielfilm Die tollen Tanten schlagen zu (Regie: Franz Josef Gottlieb). Bis heute ist das Lied Butterfly Gérards erfolgreichster Hit in Deutschland. 2003 wurde es in der RTL-Sendung Die ultimative Chartshow als erfolgreichster Hit in den deutschen Single-Charts der letzten 30 Jahre vorgestellt.

Nach ein paar weiteren Aufnahmen widmete sich Gérard wieder mehr dem Komponieren für andere. Er lebt auf einem Bauernhof in der Nähe von Paris. (Quelle: wikipedia)

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Na ja … er hatte also einen Hit, eine Eintagsfliege oder „One Hit Wonder“ wie die Briten sich auszudrücken pflegen.

Nach „Butterfly“ folgen weitere deutsche Aufnahmen, die hier auch die Sampler (eine sog. Club-Sonderauflage) zu hören sind.

Und erwarten jede Menge sentimental-kitschige Schmachtfetzen …

Ein wenig witzig zumindest „Teddybär“ … und Höhepunkt dieser irgendwie ganz schön schrägen LP ist dann ganz sicher „Halleluja – Jesus Christ“ (mit der epochalen Zeile „Er hängt am Kreuz in jener Nacht/Und was er wolle, war vollbracht/Hallelujah“)

Nun gut … kein Album für die Ewigkeit *ggg* … aber mit einem sehr hohem Drolligkeitswert …

Singles

Single Veröffentlichungen

Besetzung:
Danyel Gerard
+
eine bunte Schar unbekannter Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. Meine Stadt (Von Japan nach Amerika) (Juris/Gérard/Barnes/Bernet) 4.24
02. Teddybär (Juris/Gérard/Barnes) 2.33
03. Harlekin (Juris/Gérard/Barnes/Bernet) 3.35
04. Marie-Jeabel (Juris/Gérard/Barnes) 3.18
05. Caroline (Juris/Gérard/Barnes/Bernet) 3.41
06. Halleluja – Jesus Christ (Juris/Gérard/Barnes/Bernet) 3.35
07. Sie war nicht schön (Juris/Gérard/Bernet) 4.09
08. Nur wer wagt, gewinnt (Juris/Gérard/Barnes) 3.48
09. Du bist da (Juris/Gérard/Bernet) 4.04
10. Einsamer Clown (Juris/Gérard/Barnes/Bernet/Loose) 3.42
11. Butterfly (Juris/Gérard/Barnes/Bernet) 3.26

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Schlierseer Alpenchor – Lieder und Jodler aus Bayern, Österreich und Südtirol (1972)

FrontCover1Jetzt erstmal kurz und schmerzlos: Hier hören wir nunbeseelten a-capella Gesang aus der Schliersee Region.

“Zur Förderung von Gesang und Geselligkeit” wurde der heutige Schlierseer Alpenchor am 11. November 1895 als „Männergesangverein Liederhort Schliersee“ im Hotel Spitz, dem heutigen Schlierseer Hof, gegründet. Der1. Welt- krieg unterbrach die Vereinstätigkeit für ca. 6 Jahre. Im März 1920 war es wieder möglich, die Vereins-arbeit fort- zusetzen. Im Mai 1921 wird bereits wieder von 43 aktiven Sängern berichtet.

Der 2. Weltkrieg und die ersten Nachkriegsjahre erzwangen fast eine 10-jährige Pause. Erst 1950 fanden sich auf Initiative von Thomas Riepl (Vorsitzender 1950 bis 1972) alte aktive Sangesbrüder zusammen, um den Liederhort wieder aufleben zu lassen. Unter den damaligen Chorleitern Alois Wolf (Schlierseer Schullehrer) und Gerd Vensler (Berliner Musiker) wurde der Liederhort wieder zu einem brauchbaren Instrument für die Pflege des Gesanges und speziell des alpenländischen Liedes. (Selbstdarstellung)

Und auch wenn diese Musik nicht direkt dazu führt, dass mein Herzblut in Wallung gerä, lässt sich dennoch so einiges aus meiner Sicht feststellen:

Singen … das konnten sie damals wahrlich und zwar ziemlich prächtig.

Mich würden doch sehr die historischen Hintergründe mancher Lieder interessieren: Wie kam es zu Liedern wie „Der Alt-Ausseer Postillon“, „Der Wetzstoa-Hans“ oder „Der Ringegger“ ?

Beim „Andreas-Hofer_Lied“ weiß man es:

Andreas Hofer

Andreas Hofer

Andreas Hofer (* 22. November 1767 am Sandhof bei St. Leonhard in Passeier in der Grafschaft Tirol; † 20. Februar 1810 in Mantua, Königreich Italien) war Wirt im Gasthaus „Am Sand“ – daher auch als der Sandwirt bekannt. Darüber hinaus war er auch als Pferde- und Weinhändler tätig. Als Anführer der Tiroler Aufstandsbewegung von 1809 gilt er als Freiheitskämpfer gegen die bayerische und französische Besetzung seiner Heimat. Vor Ort wird Hofer – insbesondere von der deutschsprachigen Bevölkerung – oft mit zahlreichen Denkmälern als Volksheld und auf verklärende Weise auch als Nationalheld geehrt. (Quelle: wikipedia)

Und dann noch: Das Lied „Fein sein, beieinander bleiben“ war auch das Motto eines großartigen Programms der Well-Familie aus dem Jahr 2012 … und so verbindet sich diese tradtionelle Musik mit den saufrechen Burschen und Mädel der legendären Well Familie.

Hüllentext

Besetzung:
Schlierseer Alphenchor unter der Leitung von Gerd Vensler

BackCover1

Titel:
01. Der Alperer Jodler 1.28
02. Jetzt fängt dös schöne Fruahjahr an 2.55
03. Der Alt-Ausseer Postillon 2.04
04. Grüaß di Gott, du schöne Schwoagerin 1.54
05. Ja steig´n mir aufi auf´s Bergerle 2.32
06. Der Wetzstoa-Hans 1,49
07. Schlierseer Lied 4.21
08. Der Ringegger 1.29
09. Unter der Linden (mit Glockenjodler) 3.49
10. Auf der Alm is koa Bleiben 2.20
11. Fein sein, beieinander bleiben 2.22
12. Es war amal am Abend 3.26
13. Andreas-Hofer_Lied 4.46

Alle Lieder: Traditionals

LabelA1

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GehtAuchGünstiger

Geht auch günstiger

Adam und die Micky’s – Vaddertag (1972

FrontCover1Bisher gab´s in diesem blog erst eine single von diesem hessischem Trio …. die mit ihrem blühenden Blödsinn für viele Jahre die Menschen (und zwar nicht nur im Hessenland) amüsiert haben …

Hier nun eine LP (die 4. LP von diesem Ensemble) aus dem Jahre 1972 … und hier veräppeln sie überwiegend deutsches Liedergut aus der Kategorie „Volkslied“.

Kann man vermutlich nicht immer anhören, aber es kann auch Vergnügen bereiten, diesen Albernheiten zuzuhören.

Da gibt es dann Titel wie „Der Jäger aus Kurpfalz, der stolpert übern Hühnerdreck“, „Marianne daß peilend im Garten, die hat durch die Sträucher geguckt“, „Wem Gott will rechte Gunst rrweisen, den schickt er in die Wurstfabrik“ oder „Mit dem Pfeil, dem Bogen, kommt Papa gezogen“.

Und textlich geht es halt um Sex und Saufen … da kann man ganz sicher geteilter Meinung sein, welches Niveau hier erreicht wird.

Aber: bundesdeutsche Wirklichkeit jener Jahre wird auch hier abgebildet … keine Frage !

Autogrammkarte

Besetzung:
Dieter Adam (vocls, keyboards, accordeon)
Karlheinz Neckermann (bass)
Wolfgang Ott (drums)

BackCover1
Titel:

01. Vaddertag (Teil 1): (17.01)
01.01. Es, es, es und es, es ist ein dicker Hund 1.34
01.02. Horch was kommt von draußen rein, das kann doch nur der Gasmann sein 1:14
01.03 Mädel, guck, guck, guck, in mei‘ versoffene Augen 1.10
01.04.  Du, du liegst mir am Herzen; du, du liegst mir im Bauch 1:25
01.05. Die Mädchen aus Frankfurt haben Zierschürtzcher an 1:10
01.06. Eijeijeijei die Gaas ist weg (Gaas= Ziege) 1.24
01.07. Der Jäger aus Kurpfalz, der stolpert übern Hühnerdreck 0.50
01.08. Was stehste denn so dumm rum 0.55
01.09. Keinen Pfennig im Portemonnaie, keinen Kies mehr und keine Flöh‘ 1.00
01.10. Und der Wotan säuft Nektar, und ich sauf nur Bier 0.55
01.11. Aus diesem kühlen Grunde ist’s hier im Wirtshaus toll 1:15
01.12. O alte Burschenherrlichkeit, wie tief bist du gesunken 1:12
01.13. Daß fu mich liebst, das weiß ich (Heut steht die Mutter im Hemd vor der Tür) 1.05
01.14. Im grünen Wald, dort wo die Drossel pfeift, da wird heut‘ noch ein Fäßchen hingeschleift 1.41

02. Vaddertag (Teil 2): (16.24)
02.01. Marianne daß peilend im Garten, die hat durch die Sträucher geguckt 1.40
02.02. Freut euch des Lebens, die Großmutter wird mit der Sense rasiert 1.20
02.03. Wie die Knie heut wieder zittern, wenn wir an der Theke stehn 0.52
02.04. Wem Gott will rechte Gunst rrweisen, den schickt er in die Wurstfabrik 1.17
02.05.  Drei Mädchen, frei Mädchen, die hab‘ ich einst vernascht 1.31
02.06. Warum weinst du, holde Gärtnersfrau, ist dein Alter heut‘ schon wieder blau 1.30
02.07. Mit dem Pfeil, dem Bogen, kommt Papa gezogen 1.36
02.08. O wei, o wei, ist das ’ne Riesensauferei 1.06
02.09- Drunten im Unterholz hat’s zum letztemal geknallt 0.40
02.10. Als die Weiber frech geworden, zogen sie uns nach in Horden 0.55
02.11. Ein Kurzer und ein Langer, die standen an der Bar 1.27
02.12. Was kommt dort von der Höh‘? Das ist der liebe Klapperstorch… 0.41
02.13. Und wenn es blitzt und kracht, dann wird weitergemacht 0.53
02.14. Wenn der Hund mit er Wurst übern Eckstein springt, wenn der Schorsch in den Kneipen sei‘ Bierchen trinkt 0.46

Alle Titel: Traditional (Bearbeitung Dieter Adam und Hans Podehl)
außer:
„Eijeijeijei die Gaas ist weg“, „Was stehste denn so dumm rum“ (Adam/Podehl)
„O wei, o wei, ist das ’ne Riesensauferei (Auheim/Isenburg/Garwin)
„Und wenn es blitzt und kracht, dann wird weitergemacht“ (Sattler/Podehl)

 

LabelB1
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Hermann Melville – Moby Dick – Die Jagd nach dem weißen Wal (1972)

FrontCover1Das Europa-Label hat bis heute einen treuen Fankreis … mindestens 2 private Webseiten beschäftigen sich mit diesem Billig-Label, das vorrangig Hörspiele für Kinder und Jugendliche produzierte (und das bis zum heutigen Tage).

Ein wenig Label – Geschichte:

Europa (eigene Schreibweise: EUROPA, LC 00967) ist ein Label, unter dem das Quickborner Unternehmen Miller International Schallplatten GmbH seit 1965 sehr erfolgreich Lesungen von Märchen und Hörspiele für Kinder und Jugendliche produzierte und auch veröffentlichte.

Europa ist heute Teil des Unternehmensbereichs Family Entertainment von Sony Music Entertainment.

Im Jahr 1961 gründete der US-Amerikaner David L. Miller zusammen mit Andreas Beurmann und Wilhelm Wille in Hamburg die Miller International Schallplatten GmbH. Miller hatte 1957 das Orchester 101 Strings mit Musikern der Hamburgischen Staatsoper und der Hamburger Symphoniker geschaffen. Dieses spielte Unterhaltungsmusik, Tanzmusik, Evergreens und volkstümliche Klassik auf Schallplatten ein, die auf dem US-amerikanischen Markt zu einem äußerst günstigen Preis vertrieben wurden. Das Konzept war sehr erfolgreich, und Miller wollte mit der Gründung von Miller International zusätzlich den deutschen Markt erreichen. Zu Beginn wurden neben den Musikalben auch erste Märchenlesungen unter Millers Label Somerset vertrieben.
Einführung des Labels Europa

Ab 1965 verkaufte Miller International in Deutschland unter dem neuen Label Europa seine Schallplatten für den Einheitspreis von fünf Mark und unterbot die zu diesem Zeitpunkt üblichen Preise von zwölf bis 25 Mark für vergleichbare Produktionen erheblich. Aufgrund des dadurch eintretenden Erfolgs wuchs das Unternehmen, und der Firmensitz wurde von Hamburg in ein größeres Gebäude in der nahe gelegenen Gemeinde Quickborn verlegt. 1966 wurde die EUROPA-Kinderserie eingerichtet. Anfangs hielt sich der Erfolg der darin veröffentlichten Märchenlesungen und Abenteuerhörspiele noch in Grenzen, da sie für die Kinder und Eltern der damaligen Zeit eine Neuheit darstellten. Sie wurden etwa als elektrische Großmutter verspottet. Erster offizieller Titel der Serie ist Struwwelpeter, gelesen von Hans Paetsch.

Katalog

Die Vorderseiten der Kataloge der Jahre 1966 und 1971

Ab dem Ende der 1980er Jahre geriet die Hörspielproduktion wegen schlechter Verkaufszahlen ins Stocken. Hauptgrund war eine Interessenverschiebung der Kinder und Jugendlichen, da Computerspiele immer mehr in den Vordergrund rückten. Anfang der 1990er Jahre wurden praktisch nur noch Die drei ???- und TKKG-Hörspiele produziert.

Ab Ende der 1990er Jahre erlebten die Hörspiele eine Renaissance. Durch das aufkommende Internet konnten die „Hörer von damals“ sich austauschen und das Interesse an alten Hörspielen und Neuproduktionen stieg stark an. Ein Zeugnis dafür war auch die immense Anzahl von Kassetten und Langspielplatten, die auf Trödelmärkten angeboten wurden. Die zumeist hohen Preise ermöglichten einen erneuten Hörspielboom. Ab dem Jahr 1999 legte Europa die alten Hörspiele unter dem Motto Rückkehr der Klassiker mit Erfolg neu auf. Bei der Neuauflage dieser „Klassiker“-Hörspiele wurden jedoch sämtliche Titel- bzw. Zwischenmusiken von Carsten Bohn komplett durch neue Musik von anderen Musikern ersetzt. Dies stieß bei vielen Fans auf Ablehnung, da eine besondere dramaturgische Atmosphäre, die die Musik von Bohn in den Hörspielen ausmachte, nun fehlte. Viele der alten Fans kannten diese „Klassiker“-Hörspiele, in Verbindung mit der Musik von Carsten Bohn, schon seit ihrer Kindheit.

Zusätzlich gab es ein großes Interesse an der Serie Die drei ???, dem Flaggschiff des Labels. Neue Serien wurden allerdings nur für die ganz jungen Hörer produziert.

Gründer

Die Gründer des Labels: David L. Miller, Andreas E. Beurmann, Willhelm Wille, Harald A. Kirsten (vlnr)

Europa brachte im Oktober 2005 nach längerer Zeit wieder eine neue Serie auf den Markt. Die Serie Teufelskicker startete mit drei Folgen als offizielles Lizenzprodukt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, dem weitere drei folgten. Die Hörspiele werden nach Vorlage der gleichnamigen Bücher von Frauke Nahrgang produziert.

Aufgrund eines Lizenzstreits mit Franckh-Kosmos, dem Verlag der Die drei ???-Bücher, wurde die erfolgreiche Hörspiel-Serie im November 2006 von Die Dr3i abgelöst. Erst nach monatelangem Rechtsstreit wird seit dem 4. April 2008 die Serie Die drei ??? mit den Folgen 121 und 122 wieder fortgesetzt und die Serie Die Dr3i eingestellt.

Europa gab im September 2011 bekannt, dass ab 2012 keine Hörspiele mehr auf Kassette produziert werden. Diese werden dann nur noch auf CD und als MP3-Download erhältlich sein. Lediglich die Detektivserie Die drei ??? wird aufgrund der relativ großen Nachfrage weiterhin auf Kassette erscheinen. Gründe der Einstellung sind zum einen die immer geringer werdende Nachfrage nach MCs und zum anderen die Einstellung der Produktion von Magnettonbändern. (Quelle: wikipedia)

Zum Inhalt:
Moby-Dick; oder: Der Wal (englisch Moby-Dick; or, The Whale), in vielen deutschen Ausgaben auch ohne Bindestrich Moby Dick, ist ein 1851 in London und New York erschienener Roman von Herman Melville. Das erzählerische Rückgrat des Romans ist die schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes Pequod, dessen einbeiniger Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal jagt, der ihm das Bein abgerissen hat.

Die Qualität dieser LP hat im Laufe der Jahre ein wenig gelitten, aber hier geht es ja auch nicht um eine audiophile Kostbarkeit, sondern um eine kleine schmunzelnde ERinnerung an jene Zeiten, als Jungs in einem bestimmten Alter beim Hören solcher Abenteuer-Platten noch rote Ohren bekommen haben …

BackCover1

Besetzung:
Siegmar Schneider (Ismael)
Joachim Rake (Mr. Starbuck)
Rudolf H. Herget (Quiqueg)
Malte Petzel (Elias)
Bernd Kreibich (Mr. Stubb)
Michael Korrontay (Mr. Flask)
Jürgen Lier (Archy)
Benno Gellenbeck (Kapitän Ahab)
Siegmar Schneider (der Schmied)
Horst Beck (Kapitän Gardiner)
Rudolf H. Herget (der Seeräuber)
Hans Meinhardt (Fedallah)
+
diverse Seeleute

Hörspielbearbeitung: Eberhard Alexander-Burgh
Regie: Dagmar von Kurmin

B e n n oG e l l e n b e c k

Benno Gellenbeck (Kapitän Ahab)

Titel:
01. Moby Dick (Teil 1) 19.36
02. Moby Dick (Teil 2) 16.26

LabelA1
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