Eulenspygel – Ausschuss (1972)

LPFrontCover1Eine teutonische Geschichte der ganz besonderen Art:

Eulenspygel war eine deutsche Progressive-Rock-Band, die 1971 gegründet wurde. Ihre Musik spannte sich von Rock über Jazzeinflüsse bis zum Sprechgesang. Die Band gehört zu den ersten Rockbands, die deutsche Texte sangen – meist politische Statements, insbesondere Kritik an der westlichen Gesellschaft, etwa am Kapitalismus, am Schulsystem, an der Umweltzerstörung und am Vietnamkrieg.

Bekannt wurden die Lieder Konsumgewäsche aus der LP Eulenspygel 2, das auch als Single erschien und häufig auf dem Sender SWF3 in der Sendung PopShop zu hören war, und Der Fremde aus der LP Ausschuß von 1972.

Eulenspygel wurde 1971 im Raum Stuttgart/Esslingen/Plochingen gegründet. Ein Teil der Musiker hatte zuvor der Band Royal Servants angehört, die englischsprachige Texte gesungen hatte. Anfangs bestand die Besetzung aus Detlev Nottrodt (E-Gitarre, Gesang), Matthias James Thurow (E-Gitarre, Violine, Mellotron, Sitar), Roland Nibal (E-Bass), Mulo Maulbetsch (Gesang), Günter Klinger (Schlagzeug), Cornelius Hauptmann (Querflöte, Saxophon) und Karl-Heinz Großhans (Keyboard). Nottrodt und Thurow waren auch die Komponisten der Band. Hauptmann und Großhans hatten eine klassische Ausbildung, Hauptmann wurde später ein bekannter Opern- und Konzertsänger.

Eulenspygel

Die Band erhielt einen Vertrag beim Plattenlabel Intercord, das eigens das Sub-Label Spiegelei gründete, in dem dann zahlreiche Krautrock-Alben erschienen. Das erste Eulenspygel-Album wurde 2 genannt; das Cover mit einem Küken, das in einer Bratpfanne auf einem toten Singvogel und einem Spiegelei steht, erregte Aufsehen. Das zweite Album, Ausschuß, wurde im Apple Studio in London aufgenommen. Eine Seite besteht aus dem Stück Abfall, das im Stil einer Rockoper von einem Heimkind handelt.

Ab 1973 kam es zu Umbesetzungen. Nic Nicoll spielte ab diesem Jahr Sopransaxophon und Klarinette. Nach der Neugründung 1976 änderte die Band ihren Stil Richtung Popmusik bzw. Folkrock. 1976/1977 kam Peter Weber neu als Bassist in die Band. 1977 bis 1984 war Peter Garratoni der Schlagzeuger. Als Gitarrist kam Günter Marek in die Band. Zusammen mit Georg Köberlein machte Eulenspygel zunehmend „Spaßmusik“, die sich stilistisch dem Punk und der New Wave näherte. Schließlich benannte sich die Band in Zong um (Quelle: wikipedia)

Eulenspygel2

Hier ihr zweites Album (warum das Erstlingswerk „Eulenspygel 2“ heißt kann ich beim besten Willen nicht erklären).

Nachdem das zweite Album von Eulenspygel lange nur als illegaler CD-Bootleg erhältlich war, veröffentlichten Garden Of Delights dieses Album erstmalig offiziell in digitaler Form. Zusätzlich wurden auf die CD noch 7 Bonustitel raufgepackt, welche bisher in dieser Form teilweise noch gar nicht erhältlich waren, wie z.B. drei Titel, die speziell für eine Sendung der ARD („Ring frei“) aufgenommen wurden. Ein sehr umfangreiches Booklet mit der sehr lebhaften Bandgeschichte rundet dieses Re-Release perfekt ab.

Kernstück des Albums ist der über 22-minütige Titelsong, der als eine Art gesellschaftskritische Mini-Oper Sinfonik- / Klassikrock vom Feinsten bietet. Mellotron und Orgel sorgen für eindringliche Stimmung, dazwischen tobt sich die Band eindringlich und virtuos aus oder platziert ihre sehr links-gerichteten Textaussagen.

Eulenspygel3

Ronnie Libal

Gerade der sehr krasse Gegensatz zwischen den sehr kritischen, politischen Texten und der Musik ist natürlich gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht jedermanns Geschmack sein. Aufnahmetechnisch ist „Ausschuß“ allerbeste Qualität, da es in den damals führenden Apple Studios in London aufgenommen wurde. Die Band konnte es natürlich auch nicht lassen, sich auf genau dem gleichen Zebrastreifen wie The Beatles einige Jahre zuvor ablichten zu lassen.

Die weiteren, eher kürzeren Stücke, haben ebenfalls sehr radikale Textaussage (Liedtitel wie „Mich kotzt hier alles an“, „Untertanenfabrik“ sprechen eine deutliche Sprache), musikalisch können sie aber nicht ganz die eigene Vorgabe des Titelsongs halten. Mal geht es mehr Richtung Folk, dann kommt Blues Rock oder auch Krautrock zum Tragen. Auch ist in manchen Passagen recht augenscheinlich, dass die eigenen Vorbilder zu jener Zeit Bands wie Procol Harum, Yes, Genesis oder Van der Graaf Generator waren, vor allem die intensiven Instrumentalpassagen brauchen sich nicht vor den britischen Kollegen zu verstecken.

„Ausschuß“ ist nicht nur ein Zeitdokument einer Zeit der innerpolitischen Zerrissenheit und des Protests, es dokumentiert auch, dass auch in Deutschland die Hochzeit des Progressive Rock ihre deutlichen Spuren hinterlassen hat. (Kristian Selm)

Eulenspygel4

Die angesprochene stilistische Vielfalt empfind eich als Bereicherung, die textlichen „Härten“ gehören für mich in die Kategorie „Klartext reden“ und musikalisch, ja musikalisch waren sie Gruppen wie Floh de Cologne meilenweit voraus. Von daher kann man sich das auch heute noch anhören, auch deswegen weil Lieder wie „Kinderlied“ verdammt nochmal heute auch noch gültig sind.

Und das Bandmitglied Detlev Nottrodt erinnert sich an jene Zeit:

Die gleiche Besetzung wie auf der „Eulenspygel 2“CD wurde von der Firma Intercord in einem Anflug von Größenwahn ins Apple-Studio der Beatles (wo grade Ring Starr an seinem nachmaligen Hit „It don’t come easy“ bastelte) geschleppt.

In 4 Tagen – einschließlich des Mixings – mußte das ziemlich komplexe Werk, das auch viele riskante improvisatorische Stellen hatte , reingehauen werden. Das war Stress pur , aber auch ein Rausch des Aus-sich-herausgehens, des Experimentierens , wie es die Band noch nie erlebt hatte.

Die Gruppe schnappte sich respektlos das teure Equipment , was im Studio von berühmten Kollegen wie Ringo Starr oder Argent , herumstand (Sitar , 12-String , Moog , Mellotron ect.)und baute es spontan in die Arrangements ein.

Eine komplette Plattenseite (22 Minuten) erzählte in Rock-sinfonischer Weise das Schicksal eines Heimzöglings, in anderen Songs werden die herrschenden Politiker als tyrannische Menschenmacher, die Erziehungseinrichtung Schule als Untertanenfabrik gegeißelt.

Eulenspygel5

Na klar, die Abbey Road, London … das musste wohl sein … 

Von heutiger Sicht aus sicher übertrieben, aber im Kern gar nicht so daneben. Gute, humane und effektive Schulen haben doch bis heut Seltenheitswert, oder?

Um möglichst authentisch zu erzählen, ist die Gruppe damals in Heime gegangen und hat Jugendliche und Erzieher interviewt oder hat in einem Jugendgefängnis gespielt und Gespräche geführt.

Die CD Edition von 2000 hat von der späteren Besetzung(1973 &1974) einige interessante Bonustracks dazugefügt, die die dem Applesound zwar nicht standhalten können, aber gut dokumentieren, wie die Gruppe sich anschließend in eine mehr Folk-rockige Richtung weiterentwickelt hat (1973 bis 1976).

Und ich will und werde den Spuren dieser Musiker von ihren Anfängen bis heute folgen … da passierten interessanten Sachen …

AlternativeFrontCover

AlternativeFrontCover

Besetzung:
Karlheinz Großhans (organ, synthesizer, vocals)
Cornelius Hauptmann (flute, saxophone, crumhorn, vocals)
Günter Klinger (drums)
Ronnie Libal (bass)
Mulo Maulbetsch (vocals, guitar)
Detlev Nottrodt (guitar, vocals)
James „Till“ Thurow (guitar, mellotron, violin, sitar, flute)
+
Daniel Bridgman – percussion bei 01.,+ 03.)
Anthony Grout-Smith (bass (bei 02.,+ 03.)

LPBooklet

Titel:
01. Abfall 22.10
02. Menschenmacher 2.59
03. Teufelskreis 7.50
04. Herzliches Beileid 2.54
05. Der Fremde 5.43
06. Untertanenfabrik 3.53
+
07. Sechs Uhr aufstehen (ARD-TV, 1972) 2.11
08. Junge, was willste draußen (ARD-TV, 1972) 2.40
09. Mich kotzt hier alles an (ARD-TV, 1972) 2.17
10. Schlafstadt (demo, 1973) 3.54
11. Kinderlied (demo, 1974) 4.27
12. Freut Euch, Kinder (demo, 1974) 2.51
13. Zusammenstehen (demo, 1974) 6.20

Allte Titel: Karlheinz Großhans – Hauptmann – Klinger – Libal – Maulbetsch – Nottrodt – Thurow

LabelA1

*
**

Advertisements

Max Greger – Herzlichen Glückwunsch (1984)

FrontCover1.JPGAus gegebenen Anlass, diese eher seltene Max Greger Schallplatte (eine 12″ Maxi-Single, wie sie es eben damals noch gab.)

Auf der Seite eins finden wir die klassischen Happy Birhtday Songs (jeweils für sie sowie für ihn).

Dann wird noch der Hochzeit und der sonstige Jubeltage gedacht.

Die Seite zwei lässt dann die Stimmung quasi explodieren, denn hier hören wir ein Stimmungs-Potpourri, wobei man fast grinsend zur Kenntnis nimmt, dass die meisten dieser Stimmungshits eigentlich altge Gospel Lieder sind.

Aufgenommen wurde diese Titel überwiegend 1984, zwei oder drei stammen aus den Jahren 1972 und 1973, soviel sei zu discographischen Information noch erklärt.

Wie gesatg … aus gegebenen Anlass kommt nun auch diese Schallplatte zu Ehren … hoch die Tassen !

MaxGreger.jpg

Besetzung:
Max Greger und sein Orchester

BackCover1.JPG

Titel:
01. Er hat Geburtstag 1.18
01.1. Happy Birthday/Hoch soll er leben (Traditionla)
01.2. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)

02. Sie hat Geburtstag 1.19
02.1. Happy Birthday/Hoch soll er leben (Traditionla)
02.2. So ein Tag, so wunderschön w03. ie heute (Olias)

03. Jubilare und Jubeltage 1.21
03.1. Tusch
03.2. Wir gratulieren (Congratulations) (Coulter)
03.3. Hoch soll´n sie leben (Traditional)
03.4. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)

04. Hochzeitstag 2.45
04.1. Hochzeitsmarsch (Choral) (Traditional)
04.2. Hoch soll´n sie leben (Traditional)
04.3. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)
04.4. Hochzeitsmarsch (Dixie) (Traditional)

05. Stimmungs-Potpourri 6.56
05.1. Komm´ gibt mir deine Hand, denn heute feiern wir (White)
05.2. When The Saint Go Marching In (Traditional)
05.3. Over In The Gloryland (Traditional)
05.4. Glorie Hallelujah (Traditional)
05.5. Good Night Ladies (Traditional)
05.6. Schöne Maid (White)

LabelA1

*
**

Schalmeienkapelle Wiebelskirchen e. V. – Rote Schalmeien aus Wiebelskirchen (1972)

FrontCover1Die Schalmeienkapelle Wiebelskirchen e.V kann auf eine wahrlich bewegt Geschichte zurück blicken. Gegründet wurde sie im Jahre 1927 in Wiebelskirchen (Saarland). Sie war Teil des Rotfrontkämpferbundes (RFB). Und: Der Bergarbeitersohn Erich Honecker war Mitglied dieser Schalmeienkapelle.

Nach der Zerschlagung dieser kämpfrischen Kapelle wurde sie erst wieder als eingetragener Vereinim Jahre 1969 neu gegründet.

Und man hatte natürlich nichts besseres zu tun, als dann jenem Erich Honecker (mittlerweile Chef der DDR Einheitsprtei SED) die Ehrenmitgliedschaft in diesem Verein anzutragen. Die nahm an und bedankte sich auch artig in einem persönlichem Schreiben.

Und das war dann dem kämpferischem Pläne Verlag eine Single wert, die dann 1972 erschien.

Die A-Seite umfasst ein „Arbeiterlied Potpourri“ und auch auf der B-Seite erschallen klassenkämpferische Töne, gspielt eben auf den Schalmeien der Kapelle.

Honecker1929

Vater und Sohn (vorne rechts im Bild) einträchtig nebeneinander:
„Spielmannszug des Roten Frontkämpferbundes in Wiebelskirchen – etwa 1929.
Hinter der großen Trommel Wilhelm Honecker, neben ihm sein Sohn Erich.“

Weitere Jahre später (nämlich 1987) kam es dann auch noch anlässlich des Honecker-Besuches der Bundesrepublik Deutschland zu einer persönlichen Begegnung zwischen Honecker und der Schalmeinekapelle Wiebelskirchen.

Honecker1987

Erich Honecker in seiner Heimat:
Begrüßung des DDR-Staatsratsvorsitzenden vor dem Bürgerhaus Neunkirchens
durch den Oberbürgermeister Peter Neuber (r.)
und eine Schalmeienkapelle aus Wiebelskirchen (dem Geburtsort Honeckers)

Was aus allen den wackeren Musikanten geworden ist, ich weiss es nicht, aber hier, am 1. Mai 2014 dürfen sie nochmals erklingen ! Und weitere Informationen finden sich dann noch auf der Rückseite der Single Hülle.

Spiegel-Artikel

Spiegel-Artikel (Februar 1973)

Besetzung:
Schalmeienkapelle Wiebelskirchen e.V. (*) unter der Leitung von Arnold Bromm (38 Jahre, Hüttenarbeiter)

(*) als da wären:
Anja Latterner, Christel Bäsel, Claudia Bomm, Dieter Hinz, Dieter Hoppstädter, Erich Kraushaar, Fritz Hoppstädter, Fritz Neu, Gaby Vollmar, Harald Kirchner, Harald Laub, Heinz Müller, Hermann Bäsel, Inge Setz, Kurt Ziermann, Monika Kersch, Petra Bäsel, Petra Pfordt, Rainer Setz, Roger Thery, Sonja Seel, Ulrike Kraushaar, Werner Zins, Wolfgang Neufang

BackCover1Titel:
01. Arbeiterlieder-Potpourri 8.44
(u. mit den Liedern „Der kleine Trompeter“, „Lied der Jugend“ und „Auf auf zum Kampf“)
02. Bergarbeiter-Marsch 3.41
03. Die rote Fahne 4.05

Musik: Traditionals

LabelA1

*
**

Stowaways und andere – Sandkasten Beat Stories (1972)

FrontCoverPolyphon1Und wieder mal ne ganz exquisite Leihgabe (Mein Dank dafür geht an Mr. Yancy aus dem schönen Hessenland !).

Und hinter dem Titel „Sandkasten Beat Stories“ steckt eine wirkliche spannende Geschichte aus dem Kapitel „Rares und unterhaltsames“.

Hier aus dem erläuterndem Text, der mir ebenfalls zugeschickt wurde:

Volkslieder – Schlager – Protestsongs – Was singen Kinder? – Was singen sie am liebsten, wenn man sie läßt?

Heinrich Musiol schrieb über 50 Texte. Er zeigte sie dem Leiter des Kölner Kinderfunks. Georg Bossert hat sich in den populären Sendungen UNSERE MUSIKBOX und BETTY’S BEAT BOX HAUS viel mit Musik und Liedern für Kinder auseinandersetzen müssen. Georg Bossen gab die Texte weiter an die Beat-Gruppe THE STOWAWAYS. Sie sollte sich dazu was einfallen lassen. Vier Wochen später waren die Melodien erfunden. Nicht für alle 50 Texte, neun von Heinrich Musiol wurden ausgewählt. Ergänzt wurden sie mit einem eigenen MAUSFROSCH­-Ereignis, dem GUT NACHT-Einfall von Eva Rechlin und der STEINE AM MEER-Geschichte von Bettina Küntzel. Alle verkrochen sich dann für acht Tage in das Rhenus Studio nach Godorf: THE STOWAWAYS und die jungen Sängerinnen und Sänger ELKE, ROSEMARIE, BÄRBEL und CAY MICHAEL. Was sie mit Georg Bossen produ­ziert haben, ist schwer einzuordnen. So schwer, wie das, was Kinder eigentlich wollen. Aber da liegt auch der Reiz, das Neue: Sind das eigentlich Lieder für Kinder?

Herausgekommen ist zumindest musikalisch ein gefälliges Beat-Album und die Frage, „sind das eigentlich Lieder für Kinder“ stellte sich nicht zu unrecht. Witzig ist es allemal, und die Instrumentalpassagen sind durchaus hörenswert.

Aber bei der Beschäftigung mit dieser Rarität ging mir die Biographie des „Vaters“ dieser LP, Georg Bossert nicht aus dem Kopf:

„Georg Bossert (* 1939; † 23. Oktober 1995 in Düsseldorf) war ein deutscher Rundfunk- und Fernsehproduzent, Redakteur und Rundfunkmoderator.
Leben

Von 1965 bis 1976 war Bossert Kinderfunk-Redakteur beim WDR in Köln.

BossertVon 1968 bis 1970 produzierte er die erfolgreiche Kinder-Musikshow Bettys Beat-Box-Haus, die in unregelmäßigen Abständen im ersten Programm der ARD ausgestrahlt wurde. Inhalt der Sendung waren zeitgemäße Kinderlieder im Stil von Schlager und Beat, die überwiegend Christian Bruhn für diese Sendung komponiert hatte. Die Texte wurden eigens von Kinderbuchautoren wie Erich Kästner, James Krüss und Eva Rechlin geschrieben. Als Sänger traten unter anderem Gitte Hænning, Katja Ebstein, Graham Bonney, Chris Howland und die Marbles auf. Begleitband war die damals noch wenig bekannte Kölner Band „Stowaways“, die sich später in „Bläck Fööss“ umbenannte. Bossert selbst moderierte die Sendung zusammen mit der 1968 zwölfjährigen Sibylle Kirmess („Betty“).

Zusammen mit Ingeborg Oehme-Tröndle moderierte Georg Bossert 1971 im WDR-Hörfunk erstmals die Sendung Rotlicht, die einen redaktionell neuen Typ von Kindersendung darstellte. Hier wollte man von der harmlosen Biederkeit und dem „Heile-Welt“-Ideal, die bisher den Kinderfunk beherrschten, wegkommen und die Lebensumwelt der Kinder so darstellen, wie sie tatsächlich war, dabei auch kindliche Probleme bewusst thematisieren. Dieses Konzept zeigte sich zukunftsweisend, fielen doch die Kindersendungen der folgenden Jahre „vor allem durch ihre realistischen Hörspiele und journalistischen Formen wie Reportagen, Interviews und live-Gespräche“ auf.

Mit Wirkung zum Januar 1977 wurde Bossert von Programmdirektor Frank Elstner zu Radio Luxemburg geholt, wo er das beim WDR begonnene Konzept des Kinderfunks erfolgreich fortsetzte. ( „Bossert lebt gern aus dem Augenblick, ist gern vor Ort, setzt Kinder als Reporter ein, lässt sie schreiben, malen, mitspielen. (…) Er spricht mit Kindern über Familienprobleme, Schulsorgen, Drogenängste.“ ) Hier führte er auch die „Kindertage“ ein, wo an einem Sonntag im Jahr unter seiner Leitung Kinder das gesamte Programm von 8 bis 16 Uhr gestalteten. Neujahr 1978 fand der erste Kindertag statt, mit Desiree Nosbusch, Anke Engelke, Tommi Elstner, Birgit Hoff u. a. Von 1977 bis 1981 war er Redakteur und Moderator unter anderem der Sendungen die 10 vor sieben Sache und Moment mal. Vor allem letztgenannte erlangte bei Kindern und Jugendlichen große Popularität. Als Entdecker von Désirée Nosbusch und Anke Engelke setzte er beide auch als Co-Moderatorinnen dieser Sendung ein.

Als Bossert im Frühjahr 1981 bekanntgab, sich von seiner Ehefrau getrennt zu haben, um mit seiner damals 16-jährigen Protegée Désirée Nosbusch zusammenzuleben, hielten die Verantwortlichen bei Radio Luxemburg ihn nicht mehr für geeignet, weiter Leiter des Kinder- und Jugendfunks zu sein, so dass er in gegenseitigem Einvernehmen den Sender verließ. Anschließend war er als freier Medienproduzent Bossert2sowie als Manager von Nosbusch tätig, die bis 1990 seine Lebensgefährtin blieb. Sein Nachfolger als Moderator von Moment mal wurde 1981 Rolf Zuckowski.

1995 wurde Georg Bossert von seinem erwachsenen Sohn erstochen.“ (Quelle: wikipedia)

Da hält man schon erstmal inne …

Aber auf einen Titel dieser LP mag ich dann schon noch ganz besonders hinweisen. Es ist der atypischste Song und wurde von Bettina Küntzel getextet. Als Komponist wird ein „Hoock“ genannt.

Aber nachdem dieser stark gospelhaltige Song durchaus Hitpotential hatte, wurde er eigens als Single veröffentlicht und bei dieser Singe wird Christian Bruhn als Komponist genannt.

Wie auch immer: „Steine am Meer“ ist so einer dieser Songs, die sich wie magisch in die Gehörgänge schrauben und sich dort festsetzen … für lange, lange Zeit ! Man hat ja fast das Gefühl, dieser Song ist versehentlich auf die „Sandkasten Beat Stories“ gelandet, weil er eber gar so atypisch ist.

Und die Frage, wer sich hinter den Sängerinnen verbirgt kann zumindest teilweise beantwortet werden:SingleSteineAmMeer

„Elke Drosard, Elke Kohlund alias Elke Best geboren am 18.12.1956
in Duisburg …erste öffentlicher Auftritt im „Salzmann-Chor“. Von 1972-1974 Mitglied der Band „Sandwich“ „The Stowaways“ die teilweise 9 Mitglieder umfassende Band davon 3 Frauen, Elke, Rosemarie und Bärbel zu hören auf der LP „Sandkasten Beat Stories“1972 …

Elke Best ist zu hören mit dem Titel „Mister Bim“ ein Detektiv, kriegt einen langen Brief …später de Bläck Fööss …Solo-Debüt „Du bist die erste große Liebe“…

Erst die Zusammenarbeit mit Gunter Gabriel und Peter Maffay brachte Ihr die gewünschte Anerkennung … “ (soweit die Auskunft der Black Föös auf einer Forumsseite zu dieser Band)

BackCoverPolyphon1

Besetzung:
Thomas „Tommy“ Richard Engel (vocals)
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath (guitar, banjo, violin, vocals)
Franz Peter Schütten (guitar, vocals, percussion)
Ernst „Erry“ Josef Stoklosa (guitar, percussion, vocals)
Hartmut Reinhold Priess (bass, guitar, mandoline)
Dieter „Joko“ Jaenisch (piano, accordeon, vocals)
+
Bärbel (vocals)
Cay-Michael (vocals)
Elke Best (vocals)
Rosemarie (vocals)

FrontCoverKarussell1

Alternatives Frontcover

Titel:
01. Stowaways: Ein großer Elefant (Priess-Braschoß/Musiol) 3.33
02. Rosemarie: Insel irgendwo (Priess-Braschoß/Musiol) 2.29
03. Stowaways: Liebe Schnecke Langsambein (Priess-Braschoß/Musiol) 2.29
04. Stowaways: Flug zum Mond (Priess-Braschoß/Musiol) 2.54
05. Bärbel: Texas Tante (Priess-Braschoß/Bossert) 2.01
06. Cay-Michael: Äpfelchen Paul (Priess-Braschoß/Musiol) 2.33
07. Elke Best: Mister Bim (Priess-Braschoß/Musiol) 3.01
08. Stowaways: Die Fahrt nach Bremen (Priess-Braschoß/Heinz Musiol) 2.44
09. Rosemarie: Gute Nacht (Priess-Braschoß/Rechlin) 2.37
10. Stowaways und Solisten: Das Telefon (Priess-Braschoß/Musiol) 3.53
11. Stowaways: Mausfroschhochzeit (Priess-Braschoß) 3.03
12. Rosemarie: Steine am Meer (Hoock/Küntzel) 4.22

LabelB1

*
**

Stowaways+Co

Stoaways & Co.

Wilhelm Krumbach – Die Klais-Orgel der Pfarrkirche St. Johannes-Nepomuk (1972)

FrontCover1Jetzt erstmal ein paar Fakten über die sog. „Klais – Orgel“.

Die Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG mit Sitz in Bonn ist eine weltweit führende Orgelbauwerkstatt in Deutschland mit einer Exportquote von ca. 40 %.

Das Unternehmen wurde 1882 von Johannes Klais (1852–1925) gegründet. Es hatte seinen Sitz zunächst in der Breiten Straße in der Bonner Nordstadt, 1894 entstand ein neues Wohn- und Betriebsgebäude an der Kölnstraße nach einem Entwurf von Gerhard Franz Langenberg, das im Frühjahr 1896 bezogen wurde. Heute wird das Unternehmen von seinem Urenkel Philipp Klais (* 1967) geführt.

Bei Neubauten vertritt die Orgelmanufaktur Klais in der Regel den Typus der Universalorgel, der innerhalb eines zeitgenössischen Konzeptes klangliche und konstruktive Elemente stilistisch unterschiedlicher Orgelepochen und -landschaften zu einer neuen Einheit zusammenzuführen sucht und auch Neuentwicklungen für sinnvoll erachtet. Dementsprechend strebt die Firma bei Prospekt, Gehäuse und Spielanlage ihrer Orgeln eine Gestaltung in modernen Formen an.

Weltweites Aufsehen erregte 1975 die Restaurierung der 1824 gebauten Bambus-Orgel aus der Pfarrkirche St. Joseph in Las Piñas auf den Philippinen. Das völlig verfallene Instrument, welches das Einzige seiner Art ist, wurde in Einzelteilen nach Bonn geflogen und dort aufwändig renoviert. Die Orgelmanufaktur Klais hat auch viele andere historische Orgeln restauriert.

Die Klais-Orgel in Peking wurde am 22. Dezember 2007 eingeweiht. Die ersten Teile wurden bereits im Mai 2006 nach China verschifft, wo die Orgel dann innerhalb von vier Monaten aufgebaut wurde. Die Intonation begann im Februar 2007 und dauerte ebenfalls vier Monate.

Auf der Website des Unternehmens findet man auch einen weltweiten Veranstaltungskalender mit Klais-Orgeln. Hermann Simon erwähnt die Orgelmanufaktur Klais in seinem gleichnamigen Buch als Beispiel für einen „Hidden Champion“. Soweit die Selbstdarstellung des Unternehmens.

LogoKlausOrgeln

Logo der Firma „Orgelbau Klais“, Bonn

Nun zur Orgel (Baujahr: 1907) der kath. Pfarrkirche St. Johannes-Nepomuk in der Gemeinde Hademar im schönen Westerwald. Diese befand sich Ende der 60er Jahre in einem wohl sehr schlechtem  Zustand:

„1968 war diese Orgel noch in einem bedauernswertem Zustand, als sie in Stücke aufgelöst, ihr Dasein im Pfarrkeller fristete … Der Klang der alten Orgel in Hademar war nicht mehr zu rekonstruieren. Die neue Disposition entwwaqrf Hand Gerd Klais …“ (aus dem Begleitheft zu dieser Schallplatte).

Und in den Analen der Firma Orgelbau Klais steht dann lapidar geschrieben: „1971 durch opus 1420 im alten Gehäuse ersetzt“. Die Kirche wurde in dieser Phase wohl insgesamt aufwendig renoviert und so freut sich Julius Hembus (Maler- u. Stuckwerkstätten) : „Von der farblichen Gestaltung ist zu sagen, daß glücklich auch die farbige Urfassung der Orgel zurückgefunden wurde. Ein köstliches Blau mit weiß und poliertem Gold schließt den Farbkreis mit dem Raum zur Einheit, die sich gegeneinander in Furm und Farbe zu einem Jubel steigert“

Orgel

Die Klais-Orgel der Pfarrkirche St. Johannes-Nepomuk, Hadamar/Westerwald

Und irgendwie kam man dann nach der sicherlich sehr feierlichen Einweihung auf die Idee, den Klang dieser neuen Orgel mittels einer Schallplattenaufnahme zu würdigen. Man engagierte den damals bekannten Organisten Wilhelm Krumbach und die Limburger Domsingknaben und enschied für eine Art „Best Of“ dr sog. „Italienischen Messe“:

„Gewissermaßen ineinander verwoben sind zwei Werkgruppen oder Werkzyklen; und zwar eine Vokalmesse, a capella (d.h. rein vokal) aufgeführt, und eine Orgelmesse. Hinzu kommen zwei vokale Motetten, die an der Stelle des Offertorium und der Postcommunio eingesetzt werden“.

Nun denn: Hier kann man nun dieses Gesamtwerk nachhören und der machtvolle Klang dieser Orgel beeindruckt dann schon. Am besten nachzuvollziehen bei „Canzoni quarti toni dopo il postcommunio“.

Über den Organisten Wilhelm Krumbach (der übrigens in späteren Jahren diverse Aufnahmen mit dem Jazzmusiker Eugen Cicero machte) sowie über die Firma „Orgelbau Klais“ habe ich zwei kleine informativen pdf-Päckchen beigelegt.

WilhelmKrumbach1969

Wilhelm Krumbach, 1969

Besetzung:
Wilhelm Krumbach (organ)
+
Die Limburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Hans Bernhard

BackCover1

Titel:
01. Tocatta avanti la messa delli apostoli (Orgel) (Frescobaldi) 2.40
02. Kyrie (Chor) (Croce) 1.48
03. Kyrie (Orgel) (Frescobaldi) 8.32
04. Gloria (Chor) (Croce) 3.41
05. Canzona dopo l´epistola (Orgel) (Frescobaldi) 3.43
06. Ricercare cromatico post il credo (Frescobaldi) 4.20
07. Motette „Justorum animae“ (Chor) (di Lasso) 2.39
08. Toccata avanti il ricercare (Orgel) (Frescobaldi) 1.33
09. Sanctus – Benedictus (Chor) (Croce) 1.33
10. Toccata per l´elevatione (Frescobaldi) 4.17
11. Agnus Dei (Chor) (Croce) 2.07
12. Canzoni quarti toni dopo il postcommunio (Orgel) (Frescobaldi) 4.26
13. Motette „Sicut cervus desiderat“ (da Palestrina) 3.04
14. Ricercare con obligo bass come appare (Frescobaldi) 3.20

LabelA1

*
**

Theo Lingen – Eine Minute vor sieben (Hörbuch) (1972)

FrontCover1Hier mal ein ganz anderer Theo Lingen …:

Theo Lingen (1903-78), Schauspieler, Regisseur, Autor. Bühnenengagements in zahlreichen Städten, u.a. Mainz, Hannover, Frankfurt a. M., Berlin. Ab 1937 Durchbruch als Filmschauspieler in komischen Rollen, u.a. in den Produktionen mit Hans Moser Opernball (1939), Wiener Blut (1942) oder mit Heinz Rühmann Hauptsache glücklich (1941). Weitere Hörspiele Theophanes (RB 1949), Fein gegen Fein (BR 1974), Kidnapping (BR 1974).

Im Januar 1972 war Theo Lingen in den Studios des Bayerischen Rundfunks zu Gast. Die Arbeit an einer Revue ging so zügig voran, dass man die restliche Produktionszeit nutzte, um eine Kriminalgeschichte aufzunehmen, die Lingen sich selbst ausgedacht hatte. Auf die Schnelle wurde eine Art Hilfsmanuskript erstellt, und Lingen improvisierte mehr oder weniger vor dem Mikrofon.

”Ich bin Arzt, ich bin kein Detektiv.” Mit diesen Worten beginnt der Ich-Erzähler seine Niederschrift über die Motive für den Selbstmord des Dr. C. D. Bei einem Verkehrsunfall kommt eine junge Frau ums Leben.

Fahrer des Unglückswagens war Dr. Cornelius Dehring. Obwohl ihn keine Schuld am Tod der Frau traf, erschießt sich der Unglücksfahrer wenige Stunden nach dem Unfall in seinem Arbeitszimmer.

Im Bericht geht der Erzähler auf die besonderen Lebensumstände der jungen Frau ein und kommt zu dem Schluss, dass sie und Dr. Dehring eine gemeinsame Vergangenheit hatten.

Also, dass ein Kriminalhörspiel auf so eine spontane Idee realisiert wurde … finde ich zutieft sympathisch und dass gerade ein Theo Lingen auf so eine Story kommt … nö, das hätte ich nicht gedacht.

Und: Die Geschichte, der Plot ist ganz schön tricky … und diese ganz spezielle Stimme, ich mag sie heute noch.

TheoLingen01
Besetzung;
Theo Lingen (Sprecher)

Regie: Heinz Günter Stamm
Produktion: BR 1972

Dimple

Titel:
01. Eine Minute vor sieben 45.26

Text: Theo Lingen

*
**

Otfried Preußler – Der kleine Wassermann (Hörspiel) (1972)

FrontCover1.JPGDer kleine Wassermann ist ein Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler. Das Werk war Preußlers erste Buchveröffentlichung. Es erschien 1956 im Thienemann Verlag und beinhaltet, wie viele andere Bücher des Autors, zahlreiche Illustrationen von Winnie Gebhardt-Gayler. Bis heute wurde Der kleine Wassermann in insgesamt 32 Sprachen übersetzt. Im Jahre 1957 bekam das Buch den Sonderpreis beim Deutschen Jugendbuchpreis für Text und Illustration.

Eines Tages wird den Wassermanneltern, die am Grunde des Mühlenweihers leben, ein kleiner Junge geboren, mit grünen Haaren und Schwimmhäuten zwischen den Zehen, wie es sich für einen richtigen Wassermann gehört. Bald geht der kleine Wassermann mit seinem Vater oder mit seinem Freund, dem Karpfen Cyprinus, auf Entdeckungsreise. Er lernt sich im Weiher zurechtzufinden, lernt Menschen kennen und erlebt viele Abenteuer. Als es schließlich Winter wird und das Eis den Mühlenweiher zudeckt, geht die Wassermannfamilie schlafen.

Wie die meisten Bücher von Otfried Preußler basiert die Erzählung über den kleinen Wassermann auf Erzählungen aus seiner Kindheit. Man erzählte sich damals im Schein

Buch

Das Buch

der Petroleumlampe, wenn es draußen ungemütlich war, Geschichten von Hexen, Werwölfen, vom Zauberer Kittel, vom Blechschmied sowie die Geschichte vom Wassermann, der in mondhellen Nächten teilweise bis ans Ufer kam und dort Harfe spielte.

Von solch einem Wassermann hatte Preußler auch seinen Kindern erzählt, als sie noch klein waren. Den Kindern gefiel die Geschichte so gut, dass sie ihren Vater immer wieder baten, über ihn zu erzählen. Auch Preußler selbst machte die Geschichte Spaß und eines Tages kam ihm die Idee, sie aufzuschreiben. Schon vorher hatte er Hörspiele, kleine Erzählungen, Laienspiele für Kinder und ein Theaterstück zu Papier gebracht. Um sich zu vergewissern, inwieweit seine Entscheidung richtig war, erzählte er die Geschichte auch den Kindern seiner Schulklasse. Diese waren begeistert und fragten, ob der kleine Wassermann auch keinen Ärger bekäme, wenn er unartig sei. Der kleine Wassermann wurde zu einem richtigen kleinen Jungen, der neugierig ist, die Konsequenzen tragen muss, wenn er unartig war und Freundschaften schließt, allerdings mit dem Unterschied, dass er im Wasser in einem Häuschen aus Schilf auf dem Grunde des Mühlenweihers wohnt.

Als Preußler Anfang der 1950er Jahre einen Verlag für Der kleine Wassermann suchte, wurde ihm nahegelegt, er solle lieber Umweltbücher schreiben. Der zweite Verlag ließ das Manuskript neun Monate lang liegen. Dies war der Thienemann Verlag, bei dem bis heute fast alle Bücher von Preußler erschienen sind. Der kleine Wassermann war auf Anhieb ein großer Erfolg. Von da an schrieb Preußler immer weiter, insgesamt 32 Bücher.

Buchseiten

Viele von uns sind mit seinen unvergesslichen Kinderbüchern und deren unverwechselbaren Protagonisten groß geworden – mit dem kleinen Wassermann, dem kleinen Gespenst, der kleinen Hexe, dem raubeinigen Räuber Hotzenplotz, dem Hutzelmann Hörbe und vielen anderen mehr. Otfried Preußler ist ein ganz Großer der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Viele seiner Erzählstoffe brachte Otfried Preußler aus seiner Heimat Böhmen mit – etwa die Volkssagen und Märchen, die ihm seine Großmutter Dora erzählte.

Obwohl er von den Verlagen, an die er das Manuskript des kleinen Wassermanns geschickt hatte, keine guten Resonanzen erhielt, verlegte der Thienemann Verlag das Kinderbuch im Jahr 1956. Als das Buch ein Jahr später den Sonderpreis des Deutschen Jugendbuchpreises erhielt, war der Durchbruch geschafft. Insgesamt schrieb Otfried Preußler 32 Kinder- und Jugendbücher. Er erhielt zahlreiche renommierte Preise für einzelne Bücher und sein engagiertes Lebenswerk.

Preußler02

Eine entscheidende Triebfeder für das eigene Schreiben war der Wunsch, der Fantasie der Kinder in der Literatur einen Raum zu schaffen, in dem sie sich frei entfalten kann. Damit wollte Otfried Preußler der in seinem Beruf als Lehrer bereits spürbaren, zunehmenden Vereinnahmung der Kinder durch moderne Medien entgegenwirken. So schuf er Klassiker der Kinderliteratur, die noch heute unsere Kinder verzaubern und ganz in ihren Bann nehmen. Um in ihrer eigenen Fantasie weiter zu wirken, wie es sich Otfried Preußler gewünscht hat.

Auszeichnung:
Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises (1957)

Eine wahrlich reizende Kindergeschichte, wenngleich sie aus der Geschlechtsperspektive natürlich ein Kind der damaligen Zeit ist.

1972 brachte Karussell auf seinen Labels Philips und Fontana eine Hörspielfassung des Buches auf Schallplatten und Kassetten heraus. Die Stimme des kleinen Wassermannes spricht Ulli Philipp, der Erzähler ist Harald Leipnitz. (Quelle: wikipedia)

Hier kann man sie nochmals nachhören … für große und kleine Kinder !

Ach ja, so einige der Sprecher sind Leuten aus meiner Generation noch bekannt und die Musik, ja die Musik komponierter ein gewisser Uwe Frank Duval, der dann später als Schlagerkomponist bekannt wurde. Und die Titelmelodie zu „Derrick“, die stammt auch von ihm.

Preußler01

Besetzung:
Max Eckard (Wassermann)
Harald Leipnitz (Erzähler)
Klaus Löwitsch (Neunauge)
Max Mairich (Cyprinus)
Ulli Philipp (Der kleine Wassermann)
Solveig Thomas (Wassermannfrau)
Dietrich Thoms (Moormann)
Joachim Wichmann (Brunnenmann)
+
Franz Löffler (guitar)
Rudi Risavy (flute)

Regie: Heinz-Günter Stamm
Musik: Uwe Frank Duval

BackCover1.JPG

Titel:
01. Der kleine Wassermann (Teil 1) 24.31
02. Der Kleine Wassermann (Teil 2) 25.56

LabelB1

*
**

MC