Puhdys – Die Puhdys (1974)

FrontCover1.jpgJetzt schlägt´s aber wirklich 13 ! Da sind die Puhdys meine Lieblingsband aus der DDR … davon kann man hier aer nichts mitbekommen … dass ändert sich nun mit dem heutigen Tage:

Die Puhdys waren eine deutsche Rockband. Als Gründungsjahr gibt die Band 1969 an. Bereits zuvor gab es die Puhdys in ähnlicher Besetzung, die sogenannten „Ur-Puhdys“. Die Puhdys zählen zu den bekanntesten Rockbands der DDR. Nach der Bekanntgabe ihrer Auflösung im Februar 2014 gab die Band Anfang 2016 in Berlin ihr letztes Konzert.

Vorläufer der Gruppe war die 1965 gegründete Udo-Wendel-Combo, der neben dem Sänger und Gitarristen Udo Wendel Peter Meyer (Keyboard), Harry Jeske (E-Bass) und Udo Jacob (Schlagzeug) angehörten. Nach Wendels Weggang im selben Jahr vervollständigte Dieter Hertrampf (Gitarre, Gesang) die Band, die sich fortan nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen – P, U, H und D – Puhdy-Quartett[1] bzw. ab 1966 Puhdys nannte. Anfangs spielte die Band Tanzmusik.[2] Hertrampf begann 1966 eine Musikerausbildung und schloss sich später dem Teisco-Quartett – wo er auf den Schlagzeuger Gunther Wosylus traf – und anderen Bands an. Meyer leistete von 1966 bis 1968 seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee ab und spielte währenddessen im Musikkorps Eggesin. Die Besetzung der Puhdys wechselte häufig; so gehörten kurzzeitig auch Herbert Dreilich und – als Vertretung für Meyer – Reinhard Lakomy[4] zur Band, die rückwirkend häufig als „Ur-Puhdys“ bezeichnet wird. Udo Jacob verließ die Band im Mai 1969 und schloss sich später Panta Rhei an. Nach Jacobs Weggang traten Meyer und Jeske zusammen mit Dreilich sowie Henry und Jutta Kotowski als Mitglieder des Henry Kotowski Quintetts auf, das aus dem Henry Kotowski Sextett hervorgegangen war.

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Die Puhdys, 1973

1969 kehrten Peter Meyer und Dieter Hertrampf zur Band zurück, Dieter Birr (Gesang, Gitarre) und Gunther Wosylus als Schlagzeuger kamen ebenfalls hinzu. Den Bandnamen behielten die Puhdys bei. Den ersten Auftritt in der neuen Besetzung hatte die Band am 19. November 1969 im Tivoli in Freiberg. Dieser Tag wurde später als Gründungstag der Puhdys bezeichnet. In diesem Konzert spielten sie ausschließlich englischsprachige Coversongs.

1970 erhielt die Band ein Auftrittsverbot im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Zwei dortige Kulturbeauftragte hatten bemängelt, dass alle Texte auf Englisch gesungen worden seien und die Leistung der Musikanlage mit 200 Watt mehr als die üblichen 70 bis 80 Watt betragen hätte. Auch habe es „die Kapelle“ nicht verstanden, den Ablauf so zu gestalten, dass „jedwede Hektik unter den jugendlichen Tänzern hätte vermieden werden können“. In der Folge kam es zu einer Aussprache der Band mit den Behörden. In der Folge schrieben die Puhdys eigene Lieder in deutscher Sprache, das Verbot wurde aufgehoben.

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Stilistisch lehnte man sich zunächst an Hard-Rock-Vorbilder wie Deep Purple, Uriah Heep oder Led Zeppelin an. Mit Eigenkompositionen und Texten von Wolfgang Tilgner und Burkhard R. Lasch entwickelten sich die Puhdys zur erfolgreichsten DDR-Rockgruppe der 1970er Jahre. Erste größere Bekanntheit erlangten die Puhdys 1971 durch die Sendungen Basar und Die Notenbank im Fernsehen der DDR. Initiiert durch einen Aufruf von 150 Schülern einer Berufsschule in Gardelegen wurde dort der spätere Hit Türen öffnen sich zur Stadt gezeigt. Schon im Jahr darauf wurde Geh dem Wind nicht aus dem Wege der „Schlager des Jahres“.

Im Jahr 1973 spielten die Puhdys die von Peter Gotthardt und Ulrich Plenzdorf geschriebenen Titel Wenn ein Mensch lebt und Geh zu ihr als Filmmusik zum Film Die Legende von Paul und Paula (unter Regie von Heiner Carow) ein. Dabei wurden die ursprünglich angedachten Titel Spicks and Specks von den Bee Gees und Look Wot You Dun von Slade aufgrund Devisenmangels gestrichen und stattdessen Eigenproduktionen genommen, denen die starke Ähnlichkeit zum Original anzuhören ist. Im gleichen Jahr waren sie im Film Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow mit drei Titeln zu hören und zu sehen.

Ebenfalls 1973 hatten sie auf den X. (10.) Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Ost-Berlin ihren ersten Großauftritt. (Quelle: wikipedia)

Singles

Die ersten Singles der Puhdys

Und 1974 war es dann endlich soweit: Die Puhdys produzierten ihr Debütalbum und hier kann man es hören …

Und es konnte sich nun wirklich hören lassen … klar, die großen Vorbilder – wie oben bereits erwähnt – gucken ganz gewaltig um die Ecke… aber es waren ja auch nicht die schlechtesten Vorbilder … sagen wir es mal so … mit diesem Album haben sie souverän ihr Gesellenstück abgegeben … Die internationale Sprache der damaligen Rockmusik waren die Musikern sowas von gut bekannt.

Aber auch textlich haben sie ihre Duftmarke gesetzt und das haben sie natürlich dem Wolfgang Tilgner zu verdanken, der Texte zwischen Realität und Mystik („Vineta“, „Ikarus“) verfasste.

Nachdem ich viele seiner Texte damals sehr geschätzt habe, war ich umso enttäuschter, als sich später herausstellte, dass er als IM für die Stasi gearbeitet hat.

Na ja, und dann noch er Hinweis auf den Ulrich Plenzdorf Film „Die Legende von Paul und Paula“. In diesem Film erklang auch ein weiterer Puhdys Klassiker der frühen Jahre „Geh zu ihr“.

Summa sumarum: ein prachtvolles Debütalbum … weitere Kracher sollten folgen !

AmigaWiederveröffentlichung (1980)

Amiga Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1980

Besetzung:
Dieter Birr (vocals, guitar)
Dieter Hertrampf (guitar, background vocals)
Harry Jeske (bass)
Peter Meyer (keyboards)
Gunther Wosylus (drums)

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Titel:
01. Vorn ist das Licht (Meyer/Tilgner) 3.30
02. Von der Liebe ein Lied (Gotthardt/Tilgner) 4.02
03. Mann im Mond (Birr/ Tilgner) 2.51
04. Vineta (Meyer/Tilgner) 5.43
05. Türen öffnen sich zur Stadt (Meyer/Tilgner) 5.18
06. Sommernacht (Birr/Hertrampf/Tilgner) 3.24
07. Ikarus (Birr/Tilgner) 4.44
08. Geh zu ihr (Gotthardt/Plenzdorf) 2.42
09. Wenn ein Mensch lebt (Gotthardt/Plenzdorf) 3.16
10. Zeiten und Weiten (Wosylus/Tilgner)  3.57

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Werner Pirchner – Ein halbes Doppelalbum (1973)

FrontCover1Wenden wir uns nun mal der österreichen Jazz- und Avantgarde-Szene der 70er Jahre zu. Ein ganz spezieller Vogel war der Werner Pirchner:

Werner Pirchner (* 13. Februar 1940 in Hall in Tirol; † 10. August 2001 in Innsbruck) war ein österreichischer Komponist, Dichter und Zeichner.

Pirchner begann seine Musikerlaufbahn im Jazz, beschäftigte sich aber schon früh mit der damaligen zeitgenössischen Musik und ihren Theoretikern (Theodor W. Adorno, Arnold Schönberg, Olivier Messiaen u.a.). Ab 1963 war er Vibraphonist des Oscar-Klein-Quartetts; auf der ersten Platte des Vienna Art Orchestra spielt er Marimbaphon. In den letzten 15 Jahren seines Lebens arbeitete er überwiegend als Komponist. 1973 veröffentlichte er seine erste Langspielplatte mit selbstgezeichnetem Cover, „ein halbes doppelalbum“, die im deutschen Sprachraum ein positives bis begeistertes Medienecho auslöste. Er spielt darauf eine größere Anzahl verschiedener Instrumente im Playback, singt selbstgetextete Lieder, verfremdet bekannte Vorlagen und mischt, fast immer provozierend, Stile und Sounds. Das hat ihm seinen Ruf als Vertreter der Neuen Volksmusik und als Autor „kritischer Heimatmusik“ eingetragen.

Einige der Lieder des „halben Doppelalbums“ verwendete er in der Folge in einem Film, den er 1974 zusammen mit Christian Berger produzierte: „Der Untergang des Alpenlandes“. Er schrieb nicht nur die Musik, sondern auch die Texte und trat im Film als Sänger und Schauspieler auf. Dabei verwendet er ironisch Tiroler Folklore-Stereotypen, was ihm heftige Kritik von seiten konservativer Kreise eintrug. 1975 lud ihn Bert Breit ein, zu einem Film über Tirol, den Breit mit Otto Grünmandl plante, Musik zu komponieren. Daraus entstand das „Streichquartett für Bläserquintett“, PWV 15.

WernerPirchnerÖsterreichweit bekannt wurde Pirchner durch sein Sounddesign für den ORF-Kultursender Ö1 1994. 1995 komponierte er die Bühnenmusik zu Hofmannsthals Jedermann bei den Salzburger Festspielen. Ein weiterer von einer großen Öffentlichkeit wahrgenommener Auftrag war die Musik zum Fernseh-Pausenfilm des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker am 1. Januar 2000.

Werner Pirchners vielschichtige Musik verbindet auf ungewohnte Weise Elemente aus Jazz, Unterhaltungs- und sogenannter Ernster Musik. Vom elektronisch verarbeiteten Jodler zum schräg harmonisierten Schubert, von einer Hommage für John Cage zur Persiflage der jugendlichen Indienwallfahrer und Drogenkonsumenten, von der parodierten Werbesprache zu noch heute gültigen sozialkritischen Texten spannt sich ein weiter Bogen. Oft changieren seine Arbeiten zwischen unmittelbarer Vitalität und einer Art Metamusik, die sich analytisch mit vielbenutzten Musikmodellen auseinandersetzt. Als Autodidakt hatte Werner Pirchner angefangen, eigenwillig und in kein Stilklischee einzuordnen blieb er bis zu seinem Tod.

Wer sich mit österreichischen Künstler (gleich welches Genres) beschäftigt, wird immer wieder aufs neue feststellen, dass es sich dabei um eine besonders schräge Gattung handelt. Als Autoren fallen mir da z.B. Thomas Bernhard ein.

Werner Pirchner ist dazu das musikalische Pendant. Also, aufgepasst: Hier wird starker Tobak geboten, nur etwas für hartgesottene !

Schräg, schräger, am schrägesten  … Werner Pirchner !

Inlet

Besetzung:
Werner Pirchner (vocals, keyboards, guitar, flute, sitar, tape, many other noises, narrator)
+
Hans Cabas (guitar on 08.)
Hansjörg Maringer (percussion on 05.)
Dieter Marth (bassoon on 05.)
Christine Pedarnig (vocals on 10.)
Florian Pedarnig (bass on 01.)
Hanno Sträher (harp on 02.)

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Titel:
01. Prolog (Pirchner) 0.30
02. In dem Bestreben, edlere Werte als Heimat, Scholle und Vaterland zu besingen (Pirchner) 1.15
03. Mein Gewissen erlaubt mir nicht (Pirchner) 2.19
04. Lasset uns singen (Pirchner) 2.21
05. Manchem Lehrer hinters Ohr zu schreiben (Pirchner) 1.28
06. Ein halbes Kilogramm Brot (Pirchner) 1.57
07. Das steinerne Gesicht (Pirchner) 0.51
08. Wir haben ja unsere zwei Akkorde (Pirchner) 1.16
09. Ende der ersten Seite (Pirchner) 1.16
10. Bitte wenden (Pirchner) 0.56
11. Lob (Pirchner) 0.06
12. G’schamsta Diena, Herr Zensor (Pirchner) 0.47
13. Epilog (Pirchner) 2.15
14. Coda (Pirchner) 0.21
15. Ein hinterfotziger Streich (Pirchner) 1.15
16. Bericht an die Schunkel – Akademie (Pirchner) 0.41
17. Wer heutzutag nichts hat (Pirchner) 2.07
18. Historisches Instrumentarium (Pirchner) 0.52
19. Die unfreiwilligen Stellvertreter (Pirchner) 1.14
20. Hommage an die gute, alte Zeit (Pirchner) 2.58
21. Was ein junger Mensch lernen darf (alternate version) (Pirchner) 2.46
22. Wir werden Ihnen das Lachen schon austreiben (Pirchner) 0.38
23. Vor der Wahl (Pirchner) 2.06
24. Nach der Wahl (Pirchner) 1.07
25. Jodler aus »Der Untergang des Abendlandes« (Pirchner) 0.56
26. Spazieren statt Marschieren (Pirchner) 1.03
27. Ostern 1966 (Pirchner) 1.49
28. Track 48 (Pirchner) 0.11

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Frankfurter Madrigalensemble + Hessisches Kammerorchester – Georg Philipp Telemann – Lukas Passion 1744 (1973/2001)

FrontCover1.jpgTja, nun beginnen für die überzeugte Christenheit drei ganz wichtige Tage, die dann an Ostern endet, dem Tag, wo die Auferstehung Christi gefeiert wird und damit der zentrale Tag christlichen Denkens.

Und auch wenn ich nicht (mehr) zu dieser überzeugten Christenheit gehöre, so wird dieser blog schon auch vor diesem jahreszeitlich bedingten Thema geprägt sein.

Und natürlich haben sich die abendländischen Künstler aller Zeiten geradezu überschlagen,, um diesem Ereignis ihren künstlerischen Stempel zu geben.

So auch Georg Philipp Telemann (* 14. März/ 24. März 1681 in Magdeburg; † 25. Juni 1767 in Hamburg):

Es waren die Texte und Inhalte des Lukas-Evangeliums, die den Komponisten Georg Philipp Telemann vor 270 Jahren zu seiner Lukas-Passion von 1744 inspirierten. Telemann vertonte die Botschaft des Evangeliums mit ausdrucksstarker Musik und stellte sie in einer Grundstimmung voll erhabener, lichter Schönheit dar. (Quelle: hna.de)

Hier nun eine Fassung des Frankfurter Madrigalensemble (heute: Frankfurter Konzertchor e.V.), die zusammen mit dem Hessisches Kammerorchester bereits im Jahre 1973 entstanden ist.
Ausdrucksstarke und spannungsgeladene deutsche Passion und eine tolle und auch preiswerte Alternative zu den bekannten Bach-Werken. Von den zwanzig überlieferten Telemann-Passionen ist keine wie die andere, was diesen Komponisten immer wieder hörenswert macht.

Anders als sonst üblich wird dieses Werk bestimmt von dem stetigen Wechsel zwischen Rezitativ und Chor; auf Arien wird weitgehend verzichtet, was das Hören kurzweilig macht. Die Arien sind spannungsgeladen, fast weltlich.Vorliegende Einspielung des Hessischer Kammerorchesters ist musikalisch von guter Qualität und stimmlich gut besetzt, wenngleich mir etwas zu dumpf und „deutsch“. (Thomas Franken)

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Oder aber auch:
„Die Aufnahme ist erstaunlich präsent und überzeugt durch ihre musikalische Darstellung.“ – Kirchenzeitung Bistum Aachen 1.11.09

Nun, ich erinnere mich noch zu gut daran, wie ich als vom Elternhaus angehalten wurde, Ministrant zu werden und wie ich dann mit viel Inbrunst und roten Backen all die katholische Liturgie dieser Tage mitgestaltete … und natürlich hae ich da viele warme Erinnerungen, die mich allerdings später nicht davon abhielten, insbesondere zur katholischen Kirche ein mittlerweile völlig distanziertes Verhältnis zu entwickeln.

Aber der Telemann, der hatte schon ein feines Händchen, wenngleich mir seine Instrumentalwerke („Tafelmusik“) dann doch deutlich lieber sind.

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Siegfried Heinrich (der noch heute diesen Chor leitet !)

Besetzung:
Theo Altmeyer (Evangelist – Tenor)
Gerd Beusker (Pilatus, Petrus, Hauptmann – Tenor)
Gehard Faulstich (Jesus – Bariton)
Adalbert Kraus (Arien – Tenor)
Uta Spreckelsen (Arien – Sopran)
+
Frankfurter Madrigalensemble  und das Hessische Kammerorchester unter der Leitung von Siegfried Heinrich

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Titel:

CD 1:
01. Choral – Wann meine Sünd mich kränken 1.23
02. Rezitativ 3.51
03. Choral – Wer fleißig betet 0.51
04. Rezitativ 0.53
05. Aria – Die freundlichsten Küsse 7.00
06. Rezitativ 0.12
07. Chor – Herr, sollen wir mit dem Schwert 0-21
08. Rezitativ 2.06
09. Arie – Wie sich ein winz’ges Lüftchen regt 5.06
10. Rezitativ 3.44
11. Arie – Du, o ewiges Erbarmen 5.55
12. Rezitativ 0.19
13. Chor – Weissage uns 0.20
14. Rezitativ 0.36
15. Chor – Bist du Christus 0.19
16. Rezitativ 1.20
17. Chor – Bist du denn Gottes Sohn? 0.26
18. Rezitativ 0.14
19. Arie – Ihr werdet mich sehen 5.39
20. Rezitativ 0.04
21. Chor – Was dürfen wir weiter Zeugnis 0.36
22. Rezitativ 0.18
23. Chor – Diesen finden wir 1.25
24. Rezitativ 0.43
25. Chor – Er hat das Volk erregt 0.52
26. Rezitativ 2.19

CD 2:
27. Arie – Schönste Freundin edler Seelen 7.33
28. Rezitativ 1.59
29. Chor – Hinweg mit diesem 0.21
30: Rezitativ 0.38
31: Chor – Kreuzige ihn 0.19
32: Rezitativ 1.44
33: Arie – Deiner Feinde bösem Willen 5.32
34: Rezitativ 1.11
35: Chor – Ach klage, wer nur klagen kann 3.47
36: Rezitativ 4.26
37: Chor – Er hat andern geholfen 0.36
38: Rezitativ 0.16
39: Chro – Bist du der Juden König 0.56
40: Rezitativ 2.57
41: Arie – Holdselige Worte, süßes Versprechen 6.01
42: Rezitativ 1.45
43: Arie – Ich befehl‘ an meinem Ende 7.12
44: Rezitativ (1:22)
45. Choral – So fahr ich hin zu Jesus Christ 1.20

Musik: Georg Philipp Telemann

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Bergedorfer Kammerchor – Deutsche Messe (Schubert) + Messe in E-moll (Bruckner) (1973)

FrontCover1Passend zu einem Sonntag … Zwei klassische Werke, komponiert, um im Rahmen einer Messe aufgeführt zu werden.

Die so genannte Deutsche Messe (Originaltitel: „Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“, D 872) ist ein geistliches Musikwerk des Komponisten Franz Schubert aus dem Jahre 1826.

Das Werk wurde von dem Professor an der Wiener Technischen Hochschule Johann Philipp Neumann, der auch die Texte verfasste, in Auftrag gegeben. Von Schubert selbst gibt es zwei Fassungen, eine für vierstimmigen gemischten Chor mit Orgel sowie eine weitere, die zusätzlich je zwei Oboen, Klarinetten, Fagotte, Hörner und Trompeten, sowie drei Posaunen, Pauken und einen Kontrabass vorsieht. Daneben gibt es mehrere Bearbeitungen von Schuberts Bruder Ferdinand, darunter eine für drei Knabenstimmen mit Orgel sowie eine für vier Männerstimmen ohne Begleitung. Verbreitung gefunden hat das populäre Werk aber durch eine Vielzahl weiterer Bearbeitungen, die häufig auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Pfarrgemeinden zugeschnitten wurden.

Ihren Namen hat die Deutsche Messe daher, dass sie, anders als die meisten geistlichen Werke der Zeit, die deutsche Sprache verwendet. Dies sowie die sehr freie, assoziative und romantisierende Übertragung und Interpretation des liturgischen Textes (s. u.) führte zur anfänglichen Ablehnung des Opus durch das Wiener Erzbischöfliche Konsistorium, erlangte jedoch bald weite Popularität, insbesondere durch die Verbreitung der deutschen Bet- und Singmesse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Gesänge der Deutschen Messe sind im kirchlichen Alltag, insbesondere in Österreich und in Süddeutschland, bis zum heutigen Tag sehr verbreitet und populär. Einzelne Lieder aus der Messe sind im Stammteil des katholischen Gebets- und Gesangbuches Gotteslob enthalten, nämlich Wohin soll ich mich wenden (GL 145), Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe (GL 413) und Heilig, heilig, heilig ist der Herr (GL 388); die vollständige Messe ist in mehreren Regionalanhängen des Gotteslob abgedruckt, so z. B. in der österreichischen Ausgabe unter der Nummer 711.

Schubert

Textdichter J. P. Neumann und Komponist Franz Schubert

Musikalisch ist die Deutsche Messe von schlicht-eingängiger, diatonischer Melodik und gleichmäßiger Rhythmik geprägt; Modulation wird weitgehend vermieden, wodurch sie für jedermann leicht singbar ist. Ihre acht strophisch gehaltenen und homophon gesetzten Teile erinnern in ihrer schlicht-syllabischen Deklamation an den Gemeindegesang und verraten deutlich, dass ihr Schöpfer seinen Weltruhm insbesondere als Liedkomponist errungen hat. Dabei stützt er sich zudem eindeutig auf das Vorbild des Deutschen Hochamtes von Michael Haydn, eines Komponisten, den er sehr schätzte.
Text
Der Text stellt keine Übersetzung der tradierten lateinischen Vorlagen dar, sondern beruht vielmehr auf der Sammlung Geistliche Lieder für das heilige Messopfer des Auftraggebers J. P. Neumann aus dem Jahre 1826. Während die lateinischen Texte des katholischen Ritus großteils den Lobpreis Gottes in den Mittelpunkt stellen, rücken die Texte der Deutsche Messe eher den Menschen mit seinen irdischen Sorgen und Nöten ins Blickfeld und sollen auch als Messandachten dienen. (Quelle: wikipedia)

Und dann noch die die „Messe e-moll“ von Anton Bruckner:

Die Messe Nr. 2 in e-Moll für achtstimmigen gemischten Chor und Blasorchester ist ein musikalisches Werk des österreichischen Komponisten Anton Bruckner (WAB 27). Er komponierte in seinem Leben mehrere geistliche Werke, unter diesen geistlichen Werken befinden sich auch einige Messen, von denen drei nummeriert werden: d-Moll (Nr. 1), e-Moll (Nr. 2) und f-Moll (Nr. 3).

Die Messe in e-Moll entstand im Jahr 1866 anlässlich der Eröffnung der Votivkapelle des Linzer Doms und wurde am 28. September 1869 uraufgeführt. Da die Aufführung im Freien stattfand, musste Bruckner ein Bläserensemble verwenden, das damals von der örtlichen Militärmusik gestellt wurde.

Anton Bruckner

Anton Bruckner

Die Messe fußt stark auf altkirchlicher Musiktradition mit einer Thematik, die sich nachhaltig an die Intonation des gregorianischen Gesanges anlehnt. Die Messe erfordert einen bis zu achtstimmigen gemischten Chor und 13 Blasinstrumente in folgender Besetzung: 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen.

Verglichen mit den anderen Messen, ist es das heikelste seiner großen Chorwerke. Große Abschnitte sind ohne Begleitung zu singen und Bruckner fordert von den Singstimmen viele langsame, extrem anstrengende Passagen. Besonders das Sanctus, das a cappella beginnt, und das Bruckner besonders langsam wünschte, kann in der Tonhöhe leicht absinken, was beim Einsatz der Bläser (T. 26.) schmerzhaft bemerkt wird. Im Erstdruck wurden hier deshalb durchgängig Bläser hinzugezogen, was auch heute oft als Notlösung gemacht werden muss.

PartiturBruckner

Abweichend von der f-Moll-Messe, muss auch hier die Intonation zum Gloria und Credo vom Priester, einem Solisten oder einer Schola gesungen werden. Bruckner hatte diese Textzeilen nicht vertont. Das entspricht durchaus katholischer Tradition.

Der Erstdruck ließ den Chorsatz fast unverändert, die im Sanctus vorgenommene taktweise Vertauschung der Sopranstimmen ist sogar sehr sinnvoll; er nahm aber einige Veränderungen am Orchestersatz vor, die Bruckner nicht abgesegnet hatte.

Die beiden Ausgaben in Gesamtausgabe der zweiten Fassung sind fast identisch. Schon 1941 hatten Robert Haas und sein damaliger Assistent Leopold Nowak gemeinsam die Partitur herausgegeben. Die 1. Fassung legte Nowak erst 1977 vor. Sie wird aber nur sehr selten aufgeführt. Erwähnenswert ist die Orgelstimme von Vincenz Goller, die auch Chören ohne Bläser eine stilvolle Aufführung ermöglicht. Der Erstdruck ist nicht ganz in Praxis verschwunden, noch Fritz Rieger verwendete ihn gerne. (Quelle: wikipedia)

Bergedorfer Kammerchor

Der Bergedorfer Kammerchor — anno dazumal

Dargeboten werden beide Werke vom Bergedorfer Kammerchor:

Der Bergedorfer Kammerchor ist ein 1946 von Hellmut Wormsbächer gegründeter Kammerchor aus Hamburg, der seit 2003 von Frank Löhr geleitet wird. Der Chor hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins.

Hellmut Wormsbächer

Hellmut Wormsbächer

Die Chortätigkeit umfasst regelmäßige Konzerte mit Werken der weltlichen und geistlichen Chorliteratur. Es werden sowohl Konzerte aus vielen kürzeren Stücken als auch abendfüllende Kompositionen unter Mitwirkung von Orchester und Solisten aufgeführt, so beispielsweise im Jahr 2006 die Hohe Messe in h-Moll von J. S. Bach. Der Chor führt Konzertreisen in das In- und Ausland durch und nimmt an Wettbewerben für Chöre teil.

Die Leitung des Chores lag die ersten 55 Jahre des Bestehens in den Händen seines Gründers Hellmut Wormsbächer, der während dieser Zeit die Grundlage für eine ambitionierte Chorarbeit mit engagierten Laiensängern legte und diese stetig ausbaute. Zwei Jahre wurde der Chor anschließend von Tobias Brommann geleitet, der heute die Berliner Domkantorei betreut. Nach dessen Ausscheiden wurde 2003 Frank Löhr vom Chor mit dem Dirigat betraut. (Quelle; wikipedia)

Hellmut Wormsbächer3

Mit James Last haben sie auch musiziert: Erinnerungsstück: Hellmut Wormsbächer zeigt die Biografie von James Last – mit einer persönlichen Widmung für den Bergedorfer Dirigenten.

Man muss diese Musik nun wahrlich nicht mögen … aufgrund meiner extrem katholischen Erziehung läst mich diese Musik jedoch alles andere als kalt … viele, vielleicht zuviele Erinnerungen steigen da in mir auf …  der kleine Riffmaster als Ministrant … und der bildet sich ein, die Schubert Messe im Rahmen eines Festgottesdienses gehört zu haben … damals noch innerlich sehr bewegt ob der „Heiligkeit dieser Musik.

Heute gefällt mir das Choralwerk von Anton Bruckner noch besser: transzendentale Musik, die man auch als Agnostiker genießen kann … an einem Sonntag wie diesem.

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Besetzung:
Bergedorfer Kammerchor unter der Leitung von Hellmut Wormsbächer
+
Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg

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Titel:

Franz Schubert: Gesänge Zur Feier Des Heiligen Opfers Der Messe (Deutsche Messe);
01. Zum Eingang: »Wohin soll ich mich wenden« 3.28
02. Gloria: »Ehre, Ehre Sei Gott In Der Höhe« 2.44
03. Zum Evangelium und Credo: »Noch Lag Die Schöpfung Formlos Da« 2.59
04.. Offertorium: »Du gabst, o Herr, mir Sein Und Leben« 1.29
05.. Sanctus: »Heilig, Heilig, Heilig« 2.48
06.. Nach der Wandlung: »Betrachtend deine Huld und Güte« 1.23
07.. Zum Agnus Dei: »Mein Heiland, Herr und Meister« 2.11
08.. Schlußgesang: »Herr, du hast mein Fleh’n vernommen« 1.55
09.. Anhang: »Anbetend deine Macht und Größe« 1.31

Anton Bruckner: Messe E-moll:
10. Kyrie 7.13
11. Gloria 6.21
12. Credo 9.03
13. Sanctus 3.01
14. Benedictus 5.29
15. Agnus Dei 4.35

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Bergedorf

Bergedorf ist übrigens ein Stadtteil von Hamburg

Frank Vador – Frank Valdor spielt Schlager von gestern (1973)

FrontCover1Der Bedarf an Unterhaltungsmusik wie dieser muss in Deutschland wohl nicht nur in den 70er Jahren enorm groß gewesen; anders lässt es sich nicht erklären, dass der Markt mit Aufnahmen wie diese überschwemmt wurde (und, eine kleine Drohung am Rande: ich habe noch diverse Veröffentlichungen dieser Art auf meiner Liste !).

Nun, also Frank Vador, der allerdings nie in der Klasse eines James Last spielte. Aber immerhin, auch sein Gesamtwerk ist beachtlich !

Frank Valdor (* 27. Mai 1937) wurde bereits 11 Jahre später als „Wunderknabe“ im Zirkus bestaunt, denn er spielte scheinbar bereits mit 11 Jahren beeindruckend Trompete und Posaune. Von 1953 – 1955 besuchte er die Musikhochschule in Hamburg. Es folgte die harte Schule bei diversen Tourneen diverser Unterhaltungsorchester, aber auch mit dem Lionel Hampton Orchester war er dann in den 50er Jahren unterwegs.

Anfang der 60er wcchselte er dann als Arrangeur und Aufnahmeleiter für Labels wie Polydor und Philips, 1962 war er dann auch für den neuen Fernsehkanal ZDF tätig.

Die ganzen 60er Jahre arbeitete er dann er im musikalischen Hintergrund, bevor er dann für das Label „Miller International“ als Frontman einen Vertrag unterschrieb (ich denke mal, jedes Label damals wollte seinen eigenen James Last haben).

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Werbekarte aus seinen Zeiten bei Somersets Records

Und schnell hatte er auch die erste „goldene Schallplatte“ für das Album „Frank Valdor goes Western“ (1971) eingeheimst …

Und hier nur sein „Spielt Schlager von gestern“ … gekonnt und souverän arrangiert … Man mag an solchen Verneigungen vor der musikalischen Vergangenheit sein Vergnügen haben oder auch nicht  … Teil deutscher Kulturgeschichte sind sie allemal.

Kleiner Nachtrag: Frank Vador arbeitete zumindst bei diesem Album gern mit perkussiven Elementen … finde ich auch mal ganz spannend …

Und noch ein Eintrag: 13.08.2013: Im Alter von 82 Jahren ist der Bandleader, Trompeter, Posaunist und Arrangeur Frank Valdor, der lange in Hamburg lebte, gestorben. Valdor hatte in den 60er- und 70er-Jahren Erfolge mit instrumentalen Partyalben, die soundmäßig an James Last erinnern.

BackCover1

Besetzung:
Chor und Orchester Frank Valdor

FrankValdor

Titel:
01. Weiße Rosen aus Athen (Hadjidakis) 2.42
02. Patricia (El Prado) 2.38
03. Besame mucho (Valasques) 2.42
04. Wärst du doch in Düsseldorf geblieben (Bruhn/Buschor) 2.28
05. Wenn die Glocken hell erklingen (Villard) 3.45
06. Puppet On A String (Martin/Coulter) 2.20
07. Marina (Granata) 2.56
08. Capri-Fischer (Winkler/Siegel) 2.37
09. Liebeskummer lohnt sich nicht (Bruhn/Buschor) 2.37
10. C´est si bon (Betti) 2.53
11. Das machen nur die Beine von Dolores (Jary/Balz) 2.43
12. Eine Schwarzwaldfahrt (Jankowski) 2,42

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Frank Valdor (* 27. Mai 1937 in Hamburg; † 5. August 2013)

Verschiedene Interpreten – Ein Gruß aus Alpbach in Tirol (1973)

FrontCover1Da haben die wackeren Musikanten aus Alpbach/Tirul aber sich ganz viel Herzblut reingelegt, als sie diese LP aufgenommen haben.

Und das ist Alpbach in Tirol:

Alpbach (mundartlich Åibåch) ist eine Gemeinde im Bezirk Kufstein in Tirol in Österreich mit 2558 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) und liegt am Ende des Alpbachtals. Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Rattenberg.Alpbach (mundartlich Åibåch) ist eine Gemeinde im Bezirk Kufstein in Tirol in Österreich mit 2558 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) und liegt am Ende des Alpbachtals. Die Gemeinde ist Teil des Gerichtsbezirks Rattenberg.

Alpbach liegt in den Kitzbüheler Alpen im inneren Alpbachtal am Fuß des 1898 Meter hohen Gratlspitz. Der Ortsteil Inneralpbach (mundartlich Innătåi) bildet den Talschluss.
Der Große Galtenberg mit seinen 2424 m ü. A. liegt am südlichen Talschluss von Alpbach und ist vom Ortsteil Inneralpbach aus zu erreichen. Zwischen Alpbach und Reith im Alpbachtal liegt im Südwesten das Wiedersberger Horn mit einer Höhe von 2127 m ü. A., welches touristisch sowohl im Winter als Skigebiet als auch im Sommer genutzt wird. Der Schatzberg im Osten trennt mit seinen 1898 m ü. A. Alpbach von der Wildschönau.
Nachbargemeinden sind: Brixlegg, Hart im Zillertal, Hopfgarten im Brixental, Reith im Alpbachtal, Stumm, Wildschönau.Brixlegg Reith im Alpbachtal Nachbargemeinden WildschönauHart im Zillertal Stumm Hopfgarten im BrixentalGeschichte
Urkundlich erstmals 1240 erwähnt, war das Dorf bis in die 1920er Jahre ohne Straßenverbindung ins Inntal und behielt dadurch lange Traditionen und Brauchtum bei. Jedoch zeugt der Fund einer Bronzeaxt, die auf die mittlere Bronzezeit (1600–1250 v. Chr.) datiert wurde, von einem bereits früheren Aufenthalt von Menschen in Alpbach. Namen von gelegenen Örtlichkeiten wie Greit und Mareit lassen auch auf eine Besiedelung in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt schließen, da auch Funde im Nachbarort Reith im Alpbachtal auf eine römische Besiedelung hinweisen.

Postkarte

Eine Rolle spielte die Almwirtschaft und der Bergbau, der im 15. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte. Besonders Kupfer, aber auch Silber wurden hauptsächlich in Stollen rund um die Gratlspitze abgebaut, wobei die ältesten überlieferten Angaben über den Bergbau in Alpbach im Salbuch von 1416 enthalten sind.
Die Handelsfamilie Fugger aus Augsburg übernahm neben dem Bergbau in Kitzbühel und Schwaz auch den Bergbau in Alpbach. Sitz des Berggerichts sowie der fuggerischen Verwaltung war der Böglerhof. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bergbau jedoch aufgrund geringer Erträge wieder eingestellt.

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In den 1930er Jahren wurde der Ort vom Fremdenverkehr entdeckt. Eine schon 1953 beschlossene Bauordnung schrieb traditionelles Bauen im Holzstil vor, was das Entstehen von großen, das Ortsbild verändernden Hotelbauten verhinderte, wie sie andernorts in Tourismusregionen zu finden sind. Die Gemeinde erhielt für ihre Bemühungen die Auszeichnungen „Schönstes Dorf Österreichs“ und „Schönstes Blumendorf Europas“.In Alpbach sind circa 22 Bauernhöfe als Erbhöfe geführt, was bedeutet, dass jeder dieser Bauernhöfe für mindestens 200 Jahre hindurch im Besitz derselben Familie war. Dabei wurden hauptsächlich nur Vererbungen in männlicher Linie beachtet, mit einem Landesgesetz von 1957 wurde jedoch auch die weibliche Erbfolge stillschweigend anerkannt.

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Alpbach [ˈalpax] wird mundartlich als Åibåch (Bairische Schreibung) [ˈɔɪ̯b̥ɔx] und seine Einwohner als Åibékchărinnă [ˈɔɪ̯b̥ɪkxɐrɪnɐ] und Åibékchă [ˈɔɪ̯b̥ɪkxɐ] bezeichnet.
Der Name Alpbach leitet sich von der Alp, nicht jedoch von Bach ab. Vielmehr ist -ach hier ein Kollektivsuffix, sodass Alpbach als „Ansammlung von Almen“ verstanden werden kann. Erstmals genannt wurde der Ort ca. 1150 (fraglich) und 1231–1234, wo er auch Alpach geschrieben wurde. Allerdings wurde schon im Hochmittelalter das Wort „Bach“ eingekreuzt (erstmals 1300 als Alppach, später auch Altpach). Heute ist der Bach auch im Gemeindewappen vertreten. Er ist in Silber gehalten, um den ehemaligen Bergbau in der Region zu symbolisieren, während das Grün die fruchtbaren Almen darstellt (Quelle: wikipedia)

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Schaut man sich Bilder aus dieser Region an, möchte man fast glauben, dass dort die Welt noch in Ordnun ist … ein trügerischer Gedanke, denn gerade in kleinen Dörfern kann die örtliche Enge manch Probleme mit sich bringen.

Davon hören wir hier aber nichts; stattdessen souverän vorgetragene Melodien aus dem Tiroler Land.

Dafür verantwortlich war der Peter Moser:

„Peter Moser wurde auf dem Alp­bacher Hacklerhof geboren und erlernte als Zehnjähriger die ersten Instrumente. Er musizierte in der Kirche und in der Alpbacher Musikkapelle, deren Kapellmeister er später wird. Am Salzburger Mozarteum studiert er Kirchenmusik.

Geburtshaus

Das Geburtshaus des Peter Moser

Vieles hat er umgesetzt in den Jahrzehnten, einfallsreich und meisterhaft. Kostner: „Die ,Moser-Stücke‘ gehören zum Standardrepertoire im Musiziergut der Tanzlmusigen, der Weisenbläser-Gruppen und Stubenmusiken.“ Moser wurde stilprägend für die Volksmusik des Alpenraums und Ideengeber für die TV-Sendungen „Mei liabste Weis“ und „Klingendes Österreich“.

Moser spielt Trompete, Flügelhorn, Klarinette, Zither, Harmonika, Harfe und Orgel, er hat das subtile, herrliche Weisenblasen wiederbelebt – es gibt kein Ende des Aufzählens … “

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Und ja, ich hab´ weiterhin einen Faible für Kleinstproduktionen dieser Art … wobei der Peter Moser natürlich in seinem Metier ein Schwergewicht war.

 

Besetzung:
Alpbacher Tanzmusik
Alpbacher Sänger
Alpbacher Stubenmusik

Musikalische Leitung; Peter Moser

 

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Titel:
01. Alpbacher Stubenmusik: Harfen-Polka (Traditional) 2.13
02. Alpbacher Tanzmusik: Brauttanz (Traditional) 2.11
03. Alpbacher Sänger: Grüass di Gott, du scheane Sennerin (Traditional) 1.59
04. Alpbacher Stubenmusik: Tiroler Landler (Traditional) 1.42
05. Alpbacher Tanzmusik: Gretl Boarischer (Traditional) 2.58
06. Alpbacher Sänger: Hü-Ho, hinter der Hollastauden (Traditional) 2.06
07. Alpbacher Tanzmusik: Drahüttn Polka (Traditional) 1.38
08. Alpbacher Sänger: Und i woass net (Traditional) 2.20
09. Alpbacher Stubenmusik: Hirten-Polka (Moser) 1.46
10. Alpbacher Sänger: Bergauf bin i gangen (Traditional) 2.10
11. Alpbacher Stubenmusik: Bauern-Menuett (Moser) 1.33
12. Alpbacher Tanzmusik: Tanzbodn Landler (Traditional) 1.37

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Peter Moser

Siegfried Fietz – Jerusalem – Zwischen Hoffnung und Vollendung (1973)

FrontCover1Fängt man mal an, sich mit „christlicher Musik“ zu beschäftigen — kommt man aus  dem Staunen nicht mehr heraus … denn diese ganz spezielle Musik-Szene in Deutschland ist ja sowas von aktiv und auch vielseitig …

Einer der zentralen Protagonisten dieser Szene ist der Siegfried Fitz:

Siegfried Fietz (* 25. Mai 1946 in Berleburg) ist ein deutscher Liedermacher (Songwriter, Komponist, Produzent) und Bildhauer.

Seit vielen Jahren prägt er die konfessionelle Szene mit seiner Musik, die weit über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt ist. Fietz gilt als Vorreiter moderner christlicher Musik (Neues Geistliches Lied) im deutschsprachigen Raum. Besonders populär wurde seine Vertonung des Dietrich-Bonhoeffer-Textes Von guten Mächten wunderbar geborgen.

Fietz wuchs in bescheidenen Verhältnissen in Hilchenbach im Siegerland auf. Seine Eltern, beide Flüchtlinge aus Ostpreußen, waren streng gläubig. Schon im Alter von fünf Jahren lernte er erste Töne auf der Geige seines Vaters. Wenig später lernte er Gitarre. Im Alter von 15 Jahren begann er mit Gesangsunterricht und im Alter von 17 mit Klavierunterricht, den er sich finanzierte, indem er anderen Jugendlichen Gitarrenunterricht gab. Im Alter von 18 Jahren bekam er die Möglichkeit, den C-Schein als Kirchenmusiker zu machen und dadurch das Orgelspielen zu erlernen.

SiegfriedFietz

Parallel zu seiner musikalischen Weiterbildung machte er eine Ausbildung zum Schlosser und Kaufmann.

Seine ersten Konzerte gab er zusammen mit seinem Freund Klaus Panthel bei den Offenen Abenden Siegen, die bis zu 10.000 Besucher aus ganz Deutschland verzeichneten. Bei diesen Konzerten merkte Fietz schnell, dass neue, deutschsprachige Lieder gebraucht würden, die seine Generation mitsingen wollte. Da ihm das Schreiben von Liedern leicht fiel, schrieb er für jeden dieser OAS-Abende neue Lieder und so entstanden die ersten Lieder des Fietz Teams.

Ab 1965 war das Fietz-Team in ganz Deutschland unterwegs. Zur Hauptbesetzung über Jahre hinweg gehörten – neben der „Urbesetzung“ Fietz, Panthel und Bernhard Well – die Musiker Bernd Gaumann, Helmut Gerhard, Hermann Plate, Siegfried Roth, Helmut Utsch und Harald Weller.

Den Namen Fietz-Team legte Hermann Schulte fest, in dessen Wetzlarer Verlag, den heutigen Gerth Medien, die erste Single der Band veröffentlicht wurde. Fietz war mit dem Namen nicht glücklich: „Damals gab es ein ‚Janz Team‘ und damit wollten wir nicht verwechselt werden.“

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Der Kontakt zu Schulte hatte zur Folge, dass dem damals 20-jährigen Fietz eine Stelle als Musikproduzent in seinem Verlag angeboten wurde. Für diese Position, aber auch um Komposition bei Gustav Adolf Schlemm zu studieren, zog er nach Wetzlar.

Im Verlag Hermann Schulte Wetzlar produzierte Fietz unter anderem Lieder für Jürgen Werth oder Manfred Siebald, veröffentlichte jedoch auch eigene Werke wie das Paulus Oratorium – Lass dir an meiner Gnade genügen.

2016 fand die Uraufführung des Musicals „Franziskus – Ein Heiliger und ein Papst“ im Rahmen des Katholikentages in Leipzig statt.

Parallel zu seiner Arbeit im Verlag Hermann Schulte Wetzlar veröffentlichte Fietz unter dem Künstlernamen Manuel Thaler über die Plattenfirma CBS auch Lieder wie Jeder Sonnenstrahl ist ein Versprechen oder Ein Rucksack und ein Knotenstock. Er hoffte, durch die Zusammenarbeit mit einem Major-Label mehr Menschen auf seine christlichen Texte aufmerksam machen zu können. Er bemerkte jedoch schnell, dass er bei CBS nicht die Lieder singen durfte, die er gerne wollte, und somit beendete er 1974 nicht nur die Arbeit für CBS, sondern auch die Zusammenarbeit mit dem Verlag Hermann Schulte Wetzlar ging zu Ende und er gründete zusammen mit seiner Frau den Abakus Schallplatten und Ulmtal Musikverlag Barbara Fietz (heute: Abakus Musik)

Booklet

Das Booklet einer weiteren Veröffentlichung dieses Albums

.Im Abakus Musik Verlag wurden inzwischen über 320 Produktionen veröffentlicht, davon etwa 250 von Fietz selbst. Laut GEMA hat er inzwischen über 4500 Lieder geschrieben und gibt pro Jahr ca. 40 Konzerte. Bei vielen dieser Konzerte wird er von Gerhard Barth an Gitarre und Bass begleitet oder er tritt zusammen mit seinem Sohn Oliver Fietz auf, der selbst als Solo-Musiker tätig ist.

Fietz arbeitete neben anderen zusammen mit Ivan Rebroff, Eberhard Weber, Johannes Jourdan, Petula Clark, Johannes Nitsch, Uwe Kröger, Eva Lind, Clemens Bittlinger, Bill Ramsey, Edwin Hawkins, Olivia Molina, Dieter Falk, Coretta Scott King und dem Apollo-15-Astronauten James B. Irwin.

Von 1986 bis 1996 moderierte er beim Hessischen Rundfunk die Sendung Lieder zwischen Himmel und Erde mit bis zu 150.000 Zuhörern.

AlternateLabels

Die Labels dieses weiteren Albums …

Fietz arbeitet auch als Bildender Künstler (abstrakte Malerei, Holzskulpturen). Seine erste Ausstellung fand im November 2009 statt und seitdem gibt es regelmäßig Ausstellungen in ganz Deutschland mit seinen Werken. Im Juli 2015 eröffnete er in Greifenstein-Allendorf einen Skulpturenpark. Auf 20.000 Quadratmetern stellt er rund 50 Plastiken aus Holz, Stein und Metall aus, die er seit 1995 geschaffen hat.
Privates
Siegfried Fietz ist verheiratet mit Barbara Fietz (* 1945) und hat drei Kinder. Er wohnt und arbeitet in Greifenstein-Allendorf im Lahn-Dill-Kreis als Musiker, Produzent und Komponist. (Quelle: wikipedia)

Man kann ja stehen wie mal will, zu dieser „christlichen Musik“ (mir persönlich ist sie eher mehr als suspekt), aber dieser Siegfried Fietz verstand bzw. versteht sein Handwerk (und dabei hat er sich der Elemente der Gospelmusik schwer verinnerlicht) … Gekonnt und perfekt bettet er seine Musik in die „christliche Botschaft“ ein …  ich denke mal, auf Kirchentagen und #hnlichen Events kann und köonte er seine Alben wunderbar verkaufen.

Und ..  seine Version von „Amacin Grace“ ist eine grandios gelungene Version … dies habe ich als nicht gläubiger Mensch festzustellen.

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Besetzung:
Siegfried Fitz (guitar, vocals)
+
Orchester und Chor

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Titel:
01. Wie das Licht nach der Nacht (Amacing Grace) (Traditional/Wagner) 2.27
02. Wir singen Schalom alechem (Traditional/Jourdan) 4.25
03. Es gibt für die Welt die Verheissung (Traditional/Spitzer/Jourdan) 2.50
04. Herr, wenn der Wunsch (Fietz/Spitzer) 2.50
05. Wo die roten Tulpen blühen (Traditional/Jourdan) 2.24
06. Geh doch durch die Dunkelheit (Fietz/Spitzer) 2.23
07. Jerusalem (Ich hab im Traum gesehen) (Adams/Schmidt-Eller) 5.18
08. Es liegt ein Mensch geschlagen (Fietz/Jourdan) 2.34
09. Seht, seht, seht das Licht (Traditional/Jourdan) 3.12
10. Wenn manchmal das Leben dir wird zu schwer (Fietz/H.v.B.) 3.00
11. Von guten Mächten (Fietz/Bonhoeffer) 4.07
12. Und Hoffnung wird Vollendung sein (Fietz/Jourdan) 3.17
13. Stimm die Lieder an (Kumbajah) (Traditional/Wagner/Jourdan) 3.25
14. Nehmt Abschied, Brüder (Traditional/Jourdan) 2.21

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