Katja Ebstein – Inch Allah (1973)

FrontCover1Anfang der 70erJahre hatte die Katja Ebstein ganz sicher einen prall gefüllten Terminkalender. Und es war ganz sicher auch kommerziell ihre erfolgreichste Zeit … hier ein paar Stationen aus dieser Zeit:

Am 16. Februar 1970 gewann Katja Ebstein die deutsche Vorentscheidung mit dem von Christian Bruhn komponierten und von Günther Loose getexteten Wunder gibt es immer wieder und erreichte damit beim Eurovisionsfestival in Amsterdam den dritten Platz. Dieser Wettbewerb war der Start in Ebsteins internationale Karriere. Ihre Lieder erschienen weltweit auf Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Japanisch. Noch zweimal nahm Katja Ebstein am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil. Den Titel für den Wettbewerb 1971 in Dublin, Diese Welt, komponierte Dieter Zimmermann, der Text stammte von Fred Jay. Mit dem Umweltsong erreichte sie erneut den dritten Platz. Bei ihrer dritten und letzten Teilnahme im Jahre 1980 mit Theater, geschrieben von Ralph Siegel und Bernd Meinunger, belegte sie den zweiten Platz. Auch diese beiden Titel wurden Evergreens in Deutschland und sind weltweit in verschiedenen Sprachen auf den Markt gekommen. Aufgrund ihres Verdienstes um den Grand Prix moderierte sie die Vorentscheidung 1981 und war des Öfteren gern gesehener musikalischer und Gesprächsgast in diversen Grand-Prix-zugehörigen Sendungen.

Ebenfalls noch 1970 wurde sie beim Internationalen Songfestival in Rio de Janeiro zur besten Sängerin gewählt. Eine Tournee mit dem Orchester James Last schloss sich von September bis November 1970 an, weitere Tourneen – unter anderem auch mit dem Orchester Paul Kuhn – durch die damalige Sowjetunion folgten in den Jahren darauf, in denen Ebstein mit Titeln wie Und wenn ein neuer Tag erwacht, Ein kleines Lied vom Frieden, Der Stern von Mykonos oder Ein Indiojunge aus Peru in Deutschland zu einer der erfolgreichsten deutschen Schlagersängerinnen avancierte. 1972 trat sie erstmals in der DDR in der Sendung Ein Kessel Buntes auf.

KatjaEbsteinDie Musikbranche ehrte sie derweil mit zahlreichen Auszeichnungen: „Beste Sängerin“ beim internationalen Song-Festival in Rio de Janeiro, beliebteste ausländische Sängerin in Spanien, sie erhielt in Italien die Rose von Rom – aber auch in Deutschland wurde sie mehrfach geehrt, unter anderem wurde sie zweimal mit der „Goldenen Europa“ ausgezeichnet und erhielt die Goldene Stimmgabel, später den Lale Andersen- und den Fred-Jay-Preis.

1975 veröffentlichte sie gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Gesellschaft einen Heine-Zyklus in der Vertonung von Christian Bruhn (Katja Ebstein singt Heinrich Heine, EMI Electrola). (Quelle: wikipedia)

Und genau aus dieser Zeit stammt diese LP, die für mein dafürhalten sträflich unterbewertet ist … Denn: dieses Album bietet so einige Überraschungen. Das geht schon mal los mit dem stimmungsvollen Titelsong, dere über 5 Minuten dauert und damit ein klares Signal ausstrahlt, das da lautet: Ich bin alles andere als eine einfache Schlagersängerin … die 2 – 3 Minuten Lieder trällern will.

Auch wenn sie an Schlagern auch bei diesem Album nicht vorbeikam („Ich will ihn“), so setzt sie doch ein ums andere Mal auch andere Akzente … Spürbar die innere künstlerische Anspannung zwischen Chanson und Schlager …

Und natürlich kann man auch auf treffliche Weise ihren ganz speziellen Gesangsstil studieren, diese jubilierend-triumphale Stimmung. Am besten kommt diese bei der James Last Komposition „Wind in der Nacht“ zur Geltung.

Eine weitere Überraschung mag sein, dass diese Album von Klaus Doldinger produziert wurde … da wundert es einen nicht, dass die Musik sehr überzeugend eingespielt wurde.

Ärgerlich wieder mal, dass man es seites UA Records nicht für nötig hielt, die beteiligten Musiker zu erwähnen …

Ändert aber nichts daran, dass ich wieder mal total begeistert bin … ich hab´ wohl einen Narren an der Katja Ebstein gefressen …

Single - Auskoppelungen

Single – Auskoppelungen

Besetzung:
Katja Ebstein (vocals)
+
Ein Haufen unbekannter Studiomusiker
BackCover1

Titel:
01.  Inch Allah (Adamo/Brandin) 5.10
02.  Nur der Wind kennt meine Träume (Gaze/Bradtke) 3.09
03. Ich will ihn (Moesser) 3.17
04. Sie geht fort (Bruhn/Loose) 3.36
05. Port Of Spain (Moesser/Relin) 3.00
06. So viel Liebe fehlt (Bacherach/David/Loose) 3.00
07. Rosen (Bruhn/Kunze) 3.30
08. Das kleine Glück einer kleinen Liebe (Thompson/Christopher/Kunze) 3.45
09. Wind in der Nacht (Last/Hertha) 4.58
10. Ein kleines Lied vom Frieden (Darin/Hertha) 3.26

LabelA1

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Uschi Brüning und das Günther Fischer-Quintett (1973)

FrontCover1Also, ich finde dieses Album extrem spannend … Da ist zum einen die großartige Stimme von Uschi Brüning und dann ist zum anderen die großartige Musik, die von einem wunderbaren Jazzverständnis durchtränkt ist … diese Mischung ist einfach nur genial !

Uschi Brüning (* 4. März 1947 in Leipzig) ist eine deutsche Jazz- und Soul-Sängerin und Songautorin.

Brüning besuchte ab 1969 in der Musikschule Friedrichshain in Berlin-Friedrichshain die Spezialklasse Tanzmusik und Gesang und arbeitete mit der Klaus-Lenz-Band. Seit 1970 ist sie Berufssängerin. In diesem Jahr unternahm sie ihre erste DDR-Tournee mit dem Günther-Fischer-Quintett und Manfred Krug. 1972 erhielt sie den zweiten Preis beim Internationalen Schlagerfestival in Dresden.

Seit 1975 arbeitete sie mit der eigenen Band Uschi Brüning & Co., zu der unter anderem der Saxophonist Helmut Forsthoff gehörte. 1977 trat sie auf der 1. Jazzbühne Berlin auf und erhielt 1981 den dritten Preis beim Festival Kärnten International in Österreich. Seit 1983 arbeitet sie mit Ernst-Ludwig Luten Petrowsky zusammen, mit dem sie verheiratet ist. 1985 nahm sie an den 1. Jazztagen der DDR in Weimar und 1986 am 1. Internationalen Frauen-Jazz-Festival in Frankfurt am Main teil. 1989 war sie auf Tournee mit dem European Jazz Ensemble und trat in dem Programm Ich mach ein Lied aus Stille mit Eva Strittmatter auf. 1993 nahm sie am JazzFest Berlin teil und trat im Programm Vier im Konzert mit Annekathrin Bürger, Barbara Kellerbauer und Carola Nossek auf. 2008 sang sie mit Georgie Fame in der Berliner Philharmonie.

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Von 2015 bis zu dessen Tod 2016 trat Brüning mit Manfred Krug unter dem Titel Manfred Krug liest und s(w)ingt auf. In der 32. Folge der Augustiner-Konzerte am Gymnasium St. Augustin in Grimma brachte Uschi Brüning am 14. September 2018 ihr Programm Herzenslieder mit Stephan König zur Aufführung, das sie gemeinsam mit dem Musiker aus Leipzig erarbeitet hat. (Quelle: wikipedia)

Und Günther Fischer (* 23. Juni 1944 in Teplitz-Schönau) ist ein deutscher Jazzpianist, Holzbläser, Bandleader und Komponist.

Die Familie von Günther Fischer zog nach dem Krieg von Teplitz-Schönau nach Zwickau. Er erhielt von seinen Eltern Geigen- und Klavierunterricht und gründete 1960 sein eigenes Trio für Gitarre, Bass und Akkordeon. Von 1960 bis 1963 studierte er am Robert-Schumann-Konservatorium Zwickau das Fach Musikpädagogik. 1965 bis 1969 führte er sein Studium an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Ost-Berlin fort. Er nahm Unterricht in den Fächern Klarinette, Saxophon, Dirigieren, Komposition und Arrangement. Gleichzeitig spielte er in der Klaus Lenz-Band. 1967 gründete er gemeinsam mit dem Pianisten Reinhard Lakomy, dem Schlagzeuger Wolfgang Zicke Schneider und dem Bassisten Hans Schätzke seine eigene Jazzband, die sich 1969, als der Gitarrist Fred Baumert dazu stieß, vom Günther-Fischer-Quartett zum Quintett (und 1979 mit dem Trompeter Hans-Joachim Graswurm zum Sextett) erweiterte. Die Band gab Konzerte mit Uschi Brüning und Manfred Krug, später auch mit Veronika Fischer und mit Regine Dobberschütz.

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Günther Fischer mit Manfred Krug

Fischer spielte Klavier, Saxophon, Flöte und Klarinette, schrieb und arrangierte darüber hinaus Musik für das Ensemble. 1972 wurde er Dozent an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin in der Abteilung Tanzmusik für die Fächer Komposition und Arrangieren.

1967 gründete er eine Jazzformation, die noch heute als Günther-Fischer-Band existiert. Konzerttourneen führten das Ensemble unter anderem durch Europa, Asien und Afrika. Von 1969 bis 1970 war auch Armin Mueller-Stahl Mitglied der Band, mit dem Günther Fischer 1971 bis 1972 für eine Schallplattenproduktion und in einer Fernsehshow zusammenarbeitete.

In den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin trat er unter anderem mit Klaus Lenz und seinem Pianisten Reinhard Lakomy in der Veranstaltungsreihe „Jazz in der Kammer“ auf. Er schrieb Lieder für Manfred Krug (Das war nur ein Moment) und Veronika Fischer (Liebeserklärung an Berlin, 1977). Sein erstes Musical Jack the Ripper wurde 1989 unter der Regie von Jürgen Kern und mit Katrin Weber in der weiblichen und Hartwig Rudolz in der männlichen Hauptrolle in Celle uraufgeführt. Weitere Kompositionen für Theater und Ballett entstanden für das Burgtheater in Wien und das Schauspielhaus Zürich.

Seine Kompositionen sind stilistisch vielfältig, reichen von Funk- und Soul-Jazz über Beat und Rock bis zum Liedhaften, was sich in seiner späteren Filmmusik fortsetzt. Er schrieb unter anderem die Filmmusik zu Schöner Gigolo, armer Gigolo (Bundesrepublik Deutschland 1978) und Didi und die Rache der Enterbten (Bundesrepublik Deutschland 1985). Auch nach der Wende schrieb er viele Filmmusiken, beispielsweise für die Fernsehserien Unser Lehrer Doktor Specht, Für alle Fälle Stefanie, Familie Dr. Kleist und Der letzte Zeuge.

1993 warf Manfred Krug Fischer im Nachrichtenmagazin Der Spiegel vor, Berichte über ihn für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR verfasst zu haben.[2]

Günther Fischer lebt seit 1997 im irischen Cork und ist Vater von Laura Fischer, die selbst Sängerin in der Band Laura Fischer & Band ist und mit der er gelegentlich gemeinsam auftritt. (Quelle: wikipedia)

Und hier also das erste Album von Uschi Brüning und dem Günther Fischer-Quintett: Und wie eingangs bereits geschrieben: Diese Mischung ist einfach nur genial und wer das nicht glauben will … kann/soll sich das hier einfach mal anhören … auch wenn die Aufnahmen schon etliche Jahrzehnte alt sind … sie klingen für meine Ohren zeitlos !

Besetzung:
Fred Baumert (guitar)
Uschi Brüning (vocals)
Günther Fischer (flute, saxophone)
Wolfgang „Eddie“ Greiser (bass)
Reinhard Lakomy (keyboards, percussion)
Wolfgang „Zicke“ Schneider (drums)
+
Angelika Mann, Beate Barwandt, Sabine Roterberg (background vocals)
+
Streichergruppe Otto Karl Beck

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Titel:
01. Welch ein Zufall (Steineckert/Fischer) 3.44
02. Wenn es so ist (Steineckert/Fischer) 4.01
03. Jemand … (Gertz/Lakomy) 4.59
04. Erinnerung an Jürgen H. (Lakomy) 5.55
05. Eifersucht (Steineckert/Fischer) 6.16
06. Székesfehérvár (Fischer) 9.26
07. Komm nie wieder (Steineckert/Fischer) 4.11

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Hot Dogs – Bierzelt Party (1973)

FrontCover1.JPGVermutlich waren sie die erste bayerische (Dixie) Kapelle, die sich bundesweit einen Namen machte …

Die Hot Dogs waren eine Münchener Dixieland-Jazzband, die seit Ende der 1950er-Jahre durch deutsche bzw. bayerische Volkslieder im New-Orleans- bzw. Dixieland-Stil populär wurde.

Die Hot Dogs waren ursprünglich eine Münchener Dixieland-Jazzband, die vor allem durch verjazzte bayerische Lieder und andere volkstümliche Musik in ganz Deutschland bekannt wurde. Sie wurden 1955 von Studenten der Technischen Universität (damals Technische Hochschule, abgekürzt „TH“) und Schülern des Maximilians-Gymnasiums als „TH Hot Dogs“ gegründet. Der Name wurde bald in „New Orleans Hot Dogs“ geändert, um den bevorzugten Jazzstil der Band deutlich zu machen. (Quelle: wikipedia)

Die ganze Geschichte kann man dann hier lesen.

Auf jeden Fall standen die Burschen der Hot Dogs damals voll im Saft … und so zelebrierten sie Medley aus sage und schreibe 41 Hits aus dem deutschen Liederut (na gut, ein paar alte Dixie Nummern sind auch dabei).

Muss man nicht haben (wenngleich selbst bei diesenAufnahmen immer wieder die Professionalität der Musiker durchblitzt), aber meine Gedanken wanderten bei dieser Musik doch glatt in die Zeit der Gartenparties … mit den Männern, die am grill herumstehen und dann all den feschen Mädchen … und dann diese Musik … so war das halt damals …  in bestimmten Kreisen.

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Alternatives Front + Back Cover

Besetzung:
Bernhard Etzel (trombone)
Herbert Liedl (bass)
Michael Meister (banjo)
Hermann (Miltz)
Franz Müller (trumpet)
Ludwig Niedermeyer (clarinet, vocals)
Gerhard Sterr (piano)

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Titel:

01. Bierzelt Party (Teil 1) (15.44)
01.01. Grüß euch Gott (aus „Der Vogelhändler“) (Zeller) 0.10
01.02. Das Wandern ist des Müllers Lust (Zöllner/Müller) 1.02
01.03. Mädel Ruck, Ruck, Ruck (Traditional) 1.12
01.04. O du wunderschöner deutscher Rhein (Traditional) 1.10
01.05. Horch, was kommt von draußen rein (Traditional) 1.10
01.06. Üb immer treu und Redlichkeit (Hölty) 0.35
01.07. Der Mai ist gekommen (Geibel/Lyra) 1.10
01.08. Heute geht es an Bord (Traditional) 0.34
01.09. Gaudeamus Igitur (Traditional) 0.14
01.10. Bier her (Traditional) 0.17
01.11. Drei Lilien (Traditional) 0.39
01.12. Lang, lang ist’s her (Traditional) 0:34
01.13. Lore (Traditional) 0.44
01.14. Glory Hallelujah (Traditional) 0.53
01.15. Jetzt trink ma no a Flascherl Wein (Lorenz) 1.07
01.16. Der treue Husar (Traditional) 1.05
01.17. Mus i denn (Traditional) 1.28
01.18. Ein Prosit (Traditional) 1.10

02. Bierzelt Party (Teil 2) (15.16.)
02.01. Te Deum (Charpentier) 0.19
02.02. Ein Jäger aus Kurpfalz (Traditional) 1.01
02.03. Es steht ein Wirtshaus an der Lahn (Traditional) 0.17
02.04. In einem Polenstädtchen (Traditional) 0.31
02.05. Ein Vogel wollte Hochzeit feiern (Traditional) 0.18
02.06. Alle Vögel sind schon da (Traditional) 0.25
02.07. Im Wald und auf der Heide (Gehricke/Bornemann) 0.53
02.08. Die Lorelei (Silcher/Heine) 1.37
02.09. Du, du liegst mir im Herzen (Traditional) 0.37
02.10. Eine Seefahrt, die ist lustig  (Traditional) 0.27
02.11. Heideröslein (Traditional) 0.41
02.12. Gloryland  0.30
02.13. Oh, du lieber Augustin (Traditional) 0.18
02.14. Waldeslust (Traditional) 0.41
02.15. Ähnchen von Tharau (Silcher) 0.17
02.16. Wem Gott will rechte Gunst erweisen (Traditional) 0.35
02.17. Geh’n wir mal rüber (Traditional) 0.37
02.18. Im Wald, da sind die Räuber (Traditional) 0.27
02.19. Am Brunnen vor dem Tore (Schubert) 0.40
02.20. Ein Heller und ein Batzen (v.Schlippenbach) 0.50
02.21. When The Saints Go Marching In (Traditional) 0.53
02.22. Bierjazz-Stomp (Etzel/Sterr) 1.40
02.23. Blues-Coda (Etzel/Sterr) 0.25

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MC2

Staatskapelle Dresden – Sämtliche Konzerte für viola d’amore (Antonio Vivaldi) (1976)

FrontCover1.JPGDer Antonio Vivaldi hat ja für eine große Zahl von Instrumenten Solo-Konzerte komponiert. Hier hören wir nun sämtliche Konzerte von ihm für die sog. „Viola d’amore“:

Die Viola d’amore ist ein historisches Streichinstrument. Sie ist etwas länger und breiter als die Bratsche, wird beim Spielen aber gleich gehalten. Meist hat sie fünf bis sieben Spielsaiten und etwa genauso viele Resonanzsaiten.

Die älteste erhaltene Erwähnung des Namens Viola d’amore, datiert von 1649, als der Hamburger Musiker Johann Ritter ihn in einem Brief erwähnte.

Die Viola d’amore unterscheidet sich äußerlich von der Bratsche durch die verschnörkeltere Korpusform sowie die Anzahl der Saiten und deren Stimmung. Der Korpus steht strukturell dem der Viola-da-gamba-Familie näher, d. h., er hat wie diese stumpf auslaufende C-Bügel, C-Löcher statt F-Löcher, hängende Schultern und meist einen glatten Boden, der bei einigen Instrumenten auch gewölbt ist.

Die Spielsaiten der Viola d’amore bestehen meist aus Darm, die tiefen Saiten sind in der Regel umsponnen. Diese verleihen dem Instrument einen hellen und silbrigen Klang, der im 17. und 18. Jahrhundert, wie es der Name des Instruments ausdrückt, als „lieblich“ charakterisiert wurde. So beschreibt Johann Mattheson in seinem Das neu-eröffneten Orchestre (1713) das Instrument mit den Worten: „Die verliebte Viola d’Amore, Gall. Viole d’Amour, führet den lieben Nahmen mit der That / und will viel languissantes und tendres ausdrücken … Ihr Klang ist argentin oder silbern / dabey überaus angenehm und lieblich …“. Leopold Mozart schreibt in seiner Violinschule über die Viola d’amore: „Es ist eine besondere Art der Geigen, die, sonderlich bey der Abendstille, recht lieblich klinget.“ Zu dem Klang tragen auch die Resonanzsaiten bei, sofern es denn welche gibt. Den älteren, norddeutschen Instrumenten (z. B. Joachim Tielke, Hamburg; Christoph Meyer, Danzig) fehlen diese, während sie bei den zumeist jüngeren, süddeutschen eine typische Eigenheit darstellen.

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Antonio Vivaldi

Die Stimmung der Saiten war nie völlig einheitlich festgelegt und richtet sich üblicherweise nach dem jeweilig vorliegenden Musikstück. Meistens jedoch wurde das Instrument in D-Dur gestimmt (A-d-a-d′-fis′-a′-d″). Zur Vereinfachung des Spiels wird also häufig Skordatur eingesetzt, die Stimmung also den tonartlichen Anforderungen des gespielten Stücks angepasst.

Die Resonanzsaiten aus Messing oder Stahl befinden sich unterhalb des Griffbretts und geben der Viola d’amore einen silbrig-hellen Klang, der länger nachhallt als bei einer Violine.

Nach einer Blütezeit vom 17. Jahrhundert bis etwa zum Ende des 18. Jahrhunderts geriet sie zunehmend in Vergessenheit. Einige Instrumente wurden gar zu Bratschen umgebaut. (Quelle: wikipedia)

Vittorio Negri

Vittorio Negri

Und wer sich für barocke Länge begeistern kann (so wie ich … ) der kommt hier voll auf seine Kosten. Quasi ne volle Dröhnung Vivaldi …

Ein besonderer Höhepunkt ist dann das „Konzert F-Dur für Viola d’amore, 2 Oboen, Fagott, 2 Hörner und Continuo PV 286 (F.XII, 32)“, denn hier ergänzt Vivaldi die Viola d’amore nit den Blasinstrumenten Oboe und Jagdhorn …  einfach nur superb.

Die Geschichte dieser Aufnahmen ist ein wenig wirr: Ursprünglich erschien sie wohl 1973 bei Philips, zwei Jahre später dann bei Terna und dann schließlich auf dem Label „Orbis“ . Dieses Label war ausschließlich für den Schallplaten-Club „Ring der Musikfreunde“ (ja, da war ich damals Mitglied !) zustgändig. Damals wusste ich allerdings noch nicht, dass dieser „Ring“ zum Bertelsmann Imperium gehörte.

Dirigent war Vittorio Negri (16. October 16, 1923 – 09. April 9, 1998) der in diesen Jahren sowas wie der Hausdirigent bei Philips war und diverse Aufnahmen auch mit DDR Orchestern einspielte.

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Besetzung:
Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Vittorio Negri
+
Günter Angerhöfer (bassoon)
Peter Damm (horn)
Bruno Giuranna (viola d’amore)
Siegfried Gizyki (horn)
Bernd Haubold (violone)
Christiane Jaccottet (harpsichord)
Manfred Krause (oboe)
Kurt Mahn (oboe)
Gerhard Pluskwik (cello)
Roland Zimmer (lute)

Booklet1

Titel:

Konzert A-Dur für Viola D’Amore, Streicher und Continuo PV 233 (F.II, 1):
01. Allegro 3.57
02. Andante 4.34
03. Allegro 3.36

Konzert D-Moll für Viola D’Amore, Streicher und Continuo PV 287 (F.II, 3): 
04. Allegro 5.03
05. Andante 2.09
06. Allegro 3.40
07. Largo 2.53

Konzert D-Moll für Viola D’Amore, Streicher und Continuo PV 288 (F.II, 2):
08. Kadenz 4.58
09. Allegro Moderato 4.32
10. Largo 5.21
11. Allegro 3.58

Konzert A-Moll für Viola D’Amore, Streicher und Continuo PV 37 (F.II, 6):
12. (Allegro) 3.15
13. Largo 3.41
14. Allegro 4.21

Konzert D-Dur für Viola D’Amore, Streicher und Continuo PV 166 (F.II, 5):
15. (Allegro) 3.35
16. Largo 3.28
17. Allegro 4.45

Konzert A-Dur für Viola D’Amore, Laute und Streicher PV 266 (F.XII, 38): 
18. Allegro 3.39
19. Largo 3.07
20. Allegro 4.05

Konzert F-Dur für Viola d’amore, 2 Oboen, Fagott, 2 Hörner und Continuo PV 286 (F.XII, 32):
21. Largo – Allegro 3.50
22. (Largo) 2.54
23. Allegro 2.54

Konzert D-Moll für Viola D’Amore, Streicher und Continuo PV 289 (F.II, 4):
24. (Allegro) 3.39
25. (Andante) 3.00
26, (Allegro Assai) 3.12

Musik: Antonio Vivaldi

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AlternativeFrontCover

Alternative Frontcover (Philips/Eterna)

Herman van Veen – Ich hab‘ ein zärtliches Gefühl (1973)

FrontCover1.JPGWenn man grad für drei Tage in Amsterdam war … passt dieses Album nun wirklich gut:

Er war eine zentrale Figur der “sensibel-zarten” Liedermacher/Künstler Generation, er war ganz sicher auch eine zentrale Figur, wenn es darum ging, aufgeweckte Frauen zum schwärmen zu bringen.

Und so klingt das dann, wenn einer von van Veen völlig begeistert ist:

„Keine Frage – mit dieser Platte fing alles an. Die erste in Deutschland erschienene deutschsprachige Schallplatte von Herman van Veen.

Ein kleines, lebendes Kunstwerk – eingerahmt von kleinen Miniaturen („Blüten“) wird Einblick in Leben und Gefühl gewährt. die Texte, zum großen Teil von Rob Chrispijn, schaffen einen Kosmos, in dem man sich zurechtfindet – vielleicht, weil man sich nicht groß bewegen will, sondern eher sitzen bleibt und in Gedanken mit an den See („Weißt du, wie es war“), auf den Dachboden („Was mir fehlt“), durch zugige Straßen („Sinn für Unsinn‘) schlendert.
Dazu noch „Ich hab ein zärtliches Gefühl“, Herman van Veens „programmatisches Lied“, wie Thomas Woitkewitsch, seit 30 Jahren Übersetzer vieler Texte ins deutsche, sagt.“

Auch wenn mir manchmal sein süßlicher Pathos auf den Keks geht, so ändert das nichts daran: Der Mann hatte all die Jahrzehnte was zu sagen. Er gehört zu jener Generation, die die Welt verändern, verbessern wollten, die sich so dringlich wünschten, dass die Humanität nicht vor die Hunde geht. Mich würde interessieren was van Veen zu dem momentan Irrsinn, der sich auf unserem Planten abspielt wohl denkt …

Und wer in diesem täglichem Irrsinn mal inne halten will, wer sich in dem täglichem Irrsinn mal wieder auf das eigentliche konzentrieren will, hat mit so einer Scheibe einen wahrlich guten Begleiter.

HermanVanVeen1978_01

Besetzung:
Tonny Koning (drums)
Albert Monteyn (bass)
Laurens van Rooyen (piano)
Harry Sacksioni (guitar)
Herman van Veen (vocals, violin)
Erik van der Wurff (keyboards)

BackCover1

Titel:
01. Blüten (v.d.Wurff) 1.45
02. Ich hab‘ ein zärtliches Gefühl (Bruining/v.Veen/Woitkewitsch) 3.48
03. Weißt du, wie es war (Chrispijn/Pilgram/Woitkewitsch) 4.00
04. Was mir fehlt (v.Veen/Sacksioni/Woitkewitsch) 2.32
05. Helden (Chrispijn/Pilgram/Woitkewitsch) 3.51
06. Träume (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 4.46
07. Stilles Glück, trautes Heim (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 4.52
08. Kleiner Fratz (Girl On A Bicycle) (McTell/Woitkewitsch) 2.45
09. Sinn für Unsinn (Chrispijn/Pilgram/Woitkewitsch) 3.00
10. Sag nicht, daß du vergessen hast (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 2.45
11. Arm (Chrispijn/v.Veen/Woitkewitsch) 3.02
12. Kind (v.Veen/Woitkewitsch) 5.26
13. Alles was ich hab‘ (v.Veen/v.Rooyen/Woitkewitsch) 2.08
14. Blüten v.d.Wurff) 0.27

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HermanVanVeen1978_02

Cliff Carpenter – Die große Club-Tanzplatte (1973)

FrontCover1Also eigentlich hieß der Cliff Carpenter ja Dieter Zimmermann:

Dieter Zimmermann (* 1. Dezember 1943 in Berlin; † 2. Oktober 1978), Pseudonym: Cliff Carpenter war ein deutscher Komponist, Arrangeur und Musikproduzent.

Zimmermann studierte am Konservatorium in Berlin Musik. Er wurde Produzent bei der Plattenfirma Meisel in Berlin und arbeitete später bei CBS.

Im Mai 1968 wurde Agnetha Fältskog von ihrer Plattenfirma zum Produzenten Zimmermann nach Berlin geschickt, um sie ein paar deutschsprachige Lieder aufnehmen zu lassen. Die beiden wurden ein Paar, die Verlobung wurde jedoch 1969 schon wieder gelöst. Als Komponist machte Zimmermann sich sowohl mit klassischer Kammermusik als auch mit Musicals, Schlager und Hörspielmusik einen Namen.[2] Er komponierte und produzierte unter anderem auch für Ingrid Peters, Costa Cordalis, Rex Gildo, Juliane Werding, Gerd Böttcher und Ricky Shayne. Beim Deutschen Schlager-Wettbewerb 1968 erreichte Howard Carpendale mit dem von ihm komponierten Lied Wir sagen ja zu der Liebe Platz 10. 1971 komponierte und dirigierte er Diese Welt, Katja Ebsteins Beitrag zum Eurovision Song Contest 1971 in Dublin, der den dritten Platz erreichte.

Dieter Zimmermann + Agnetha Fältskog

Dieter Zimmermann + Agnetha Fältskog, 1968

Ebenfalls 1968 gründete er bei Metronome das Orchester Cliff Carpenter mit dem vor allem Instrumentalversionen bekannter Hits eingespielt wurden. 1972 wechselte er mit dem Projekt zu Ariola, nach seinem Tod führte Alexander Gordan (* 26. Juni 1926; † 28. Mai 2008) das Orchester weiter. Eine andere Marke war Dieter Zimmermann and his Orchestra.

Ein Lied von ihm bekam den Goldenen Löwen von Radio Luxemburg. Die LP Komm doch mal rüber, interpretiert von Ingrid Peters erhielt 1976 die Goldene Europa.

Dieter Zimmermann starb 34-jährig an Leukämie.

Cliff Carpenter (auch: Orchester Cliff Carpenter, Cliff Carpenter und sein Orchester, Cliff Carpenter and his Orchester, Cliff Carpenter Orchestra, Cliff Carpenter U. S. Orchester) war ein von Dieter Zimmermann gegründetes deutsches Studioorchester, welches unter wechselnder Leitung von 1968 bis 1987 aktiv war. Es trat vor allem mit instrumentalen Coverversions (teilweise mit Refraingesang) populärer Hits in Erscheinung.

Dieter Zimmermann

Dieter Zimmermann

Das Orchester wurde 1968 von Dieter Zimmermann als Projekt für Metronome gegründet, um von der damaligen Beliebtheit von Party-Instrumentalorchester, wie etwa James Last, zu profitieren. 1972 wanderte das Projekt mit Zimmermann zu Ariola und verpflichtete Alexander Gordan als Arrangeur. Als im Herbst 1978 Zimmermann mit 34 Jahren an Leukämie starb, hatte das Projekt seinen Zenit schon überschritten, sollte aber nach dem Willen von Ariola noch nicht untergehen. So übernahm Gordan die Leitung. Nach dessen Angaben sind alleine bei Ariola über 360 Titel dieses Ensembles erschienen.

Im Orchester spielten unter anderem der Schlagzeuger Tom Holm und der Jazz-Pianist Eugen Cicero.

Unter den gespielten Titeln befanden sich auch einige Songs, die durch Boney M. bekannt geworden waren, wobei die Melodie von den Hörnern vorgetragen wurde. 12 dieser Lieder wurden 1982 als Kompilation unter dem Titel Cliff Carpenter Plays Boney M. Hits veröffentlicht. (Quelle: wikipedia)

Nun gut, und hier eines der zahllosen Cliff Carpenter Alben … natürlich im flotten Happy-Sound … wobei auch hier mal wieder gilt: Da ist nicht alles belanglos … gelegentlich tauchen nette gekonnte Easy Listening Passagen auf, insbesonders wenn Roger Bennett zu seinen Klarinetten-Solos anhebt, von daher das Prädikat: nett !

Robert de Rycke

Der Organist Robert de Rycke aus Beglien

Besetzung:
Cliff Carpenter Orchester
+-
Rolf Balschun (harmonica)
Roger Bennett (clainet)
Sigi Gottschalk (hawaiin guitar)
Robert de Rycke (organ)

BackCover1.JPG

Titel:
01. Amarillo (Sedeka/Greenfield) 3.04
02. Sympathy (Birra/White) 2.21
03. Hello, Mary-Lou (Pitney) 2.28
04. Mister Cannibal (Téze/Gustin/Montague/Nicolas) 3.10
05. Borriquito (Peret) 1.49
06. Memories (Et Mourir de Plaisir) (Revaux/Sardou/Buggy/Weigel) 2.59
07. Pour un flirt (Delpech/Vincent) 3.10
08. Mañana (Howard/Blaikley) 3.23
09. Ma vie (Barriére) 3.47
10. Mama Mia (v.Hemert/Holten) 2.58
11. Smoke Gets In Your Eyes (So muß Liebe sein) (Harbach/Kern) 2.56
12. Blowin‘ in the Wind (Dylan) 2.47
13. Rose Garden (South) 2.47
14. Jambalaja (Williams) 2.39
15. Dancing On A Saturday Night (Blue/de Paul) 2.58
16. Kiss Me (Garcia/Albertini) 3.02
17. My Lady Of Spain (Limpens/Hoes) 2.37
18. Guantanamera (Traditional) 3.01
19. Nights In White Satin (Hayward) 3.56
20. Wunderbar (Porter) 2.33

LabelB1

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Ziemlich albern: Auf youtube gibt´s von dieser LP auch ein paar Aufnahmen, das Dekolleté der Dame wurde dabei züchtig verdeckt … mit sowas fang ich erst gar nicht an …

Albern

Max Greger – Herzlichen Glückwunsch (1984)

FrontCover1.JPGAus gegebenen Anlass, diese eher seltene Max Greger Schallplatte (eine 12″ Maxi-Single, wie sie es eben damals noch gab.)

Auf der Seite eins finden wir die klassischen Happy Birhtday Songs (jeweils für sie sowie für ihn).

Dann wird noch der Hochzeit und der sonstige Jubeltage gedacht.

Die Seite zwei lässt dann die Stimmung quasi explodieren, denn hier hören wir ein Stimmungs-Potpourri, wobei man fast grinsend zur Kenntnis nimmt, dass die meisten dieser Stimmungshits eigentlich altge Gospel Lieder sind.

Aufgenommen wurde diese Titel überwiegend 1984, zwei oder drei stammen aus den Jahren 1972 und 1973, soviel sei zu discographischen Information noch erklärt.

Wie gesatg … aus gegebenen Anlass kommt nun auch diese Schallplatte zu Ehren … hoch die Tassen !

MaxGreger.jpg

Besetzung:
Max Greger und sein Orchester

BackCover1.JPG

Titel:
01. Er hat Geburtstag 1.18
01.1. Happy Birthday/Hoch soll er leben (Traditionla)
01.2. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)

02. Sie hat Geburtstag 1.19
02.1. Happy Birthday/Hoch soll er leben (Traditionla)
02.2. So ein Tag, so wunderschön w03. ie heute (Olias)

03. Jubilare und Jubeltage 1.21
03.1. Tusch
03.2. Wir gratulieren (Congratulations) (Coulter)
03.3. Hoch soll´n sie leben (Traditional)
03.4. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)

04. Hochzeitstag 2.45
04.1. Hochzeitsmarsch (Choral) (Traditional)
04.2. Hoch soll´n sie leben (Traditional)
04.3. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias)
04.4. Hochzeitsmarsch (Dixie) (Traditional)

05. Stimmungs-Potpourri 6.56
05.1. Komm´ gibt mir deine Hand, denn heute feiern wir (White)
05.2. When The Saint Go Marching In (Traditional)
05.3. Over In The Gloryland (Traditional)
05.4. Glorie Hallelujah (Traditional)
05.5. Good Night Ladies (Traditional)
05.6. Schöne Maid (White)

LabelA1

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