Michael Jung – Ein letzter Gruß (1976)

FrontCover1Und jetzt ein spannendes Beispiel der Kategorie „schwarzer Humor“, denn diese LP ist untertitelt mit „Die fröhlichen Grablieder des Ritters Michael Jung von Jung, Pfarrer zu Kirchdorf an der Iller“.

Aha.

Und wer zum Teufel war Michael Jung ?

Michael von Jung (* 29. September 1781 in Saulgau; † 24. Juli 1858 in Tettnang) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Dichter von Grabliedern, die er zur Laute vortrug und später auch in Buchform veröffentlichte. Seine Lieder zeichnen sich aus durch eine unbekümmert-drastische Darstellung von Krankheiten, Unfällen und Todesarten, andererseits durch die seelsorgerliche Bemühung um das Seelenheil der Toten und der Lebenden im Geiste der Aufklärung. Dieser Kontrast ergibt eine Fallhöhe, die Jung vor allem als Meister der unfreiwilligen Komik bekannt werden ließ.

Nach dem Theologiestudium an der Universität Salzburg und dem Besuch des Priesterseminars in Meersburg erhielt Jung 1806 die Priesterweihe. Im Anschluss folgte die viereinhalbjährige Vikariatszeit in Erolzheim. Schließlich wurde er 1811 zum Pfarrer im oberschwäbischen Kirchdorf an der Iller bestimmt.

Für seine Verdienste bei der Krankenpflege während einer Typhusepidemie im Jahr 1814 wurde Jung zum Ritter des königlich württembergischen Zivilverdienst-Ordens ernannt. Der Ritter-Titel, den Jung von nun an stolz trug, war mit dem persönlichen Adel verknüpft.

MichaelVonJungSeine Lieder, die er gerne mit der Laute begleitete, brachten ihn mehrfach in Konflikt mit der kirchlichen Obrigkeit. 1820 musste er eine Geldstrafe wegen „unbefugten und unwürdigen Schriftenverfassens“ zahlen. Obwohl ihm das kirchliche Imprimatur 1837 verweigert wurde, veröffentlichte er 1839 in zwei Bänden 200 seiner Lieder im Selbstverlag. Der Titel „Melpomene oder Grablieder“ nimmt Bezug auf Melpomene, die Muse der tragischen Dichtung und des Trauergesangs.

1849 wurde er nach Tettnang strafversetzt, wo er als Kaplan tätig war und 1858 starb.

Im 20. Jahrhundert erfuhr Jung neue Aufmerksamkeit, und seine Lieder erschienen in Auswahlausgaben, die die komischen Elemente in seinem Werk betonen. Im Theaterstück Sing nicht, Vogel von Alfred Weitnauer besucht ein Domkapitular Stolzenberg den Kirchdorfer Pfarrer, um ihn – natürlich erfolglos – von seinem unwürdigen Tun abzubringen. Unter dem Titel Der Vogel läßt das Singen nicht wurde das Theaterstück 1966 vom SDR mit dem schwäbischen Volksschauspieler Willy Reichert in der Hauptrolle verfilmt, den Besucher spielte Dieter Borsche. (Quelle: wikipedia)

Und hier seine Verse, produziert vom „Südwestfunk Landesstudio Tübingen“ als Produktion des Südwestfunks, eingespielt mit einem markigem Sprecher, einem Bariton + Lauten – Duo und den Harmonium Commedists.

Die schrägen Interpretation sind einfach nur passend zu diesem schrägen Vogel namens Michael von Jung, der im 19. Jahrhundert seine makabren Texten zelebrierte …

Originalausgabe

Titelblatt von Melpomene, 1839

Besetzung:
Walter Starz (Sprecher bei 02., 04., 06., 07.,  08. + 09.)
+
Karl Griessel (bariton bei 01., 05.,08. + 11.) )
Otto Neudert (lute)
+
Die Harmonium Commedists (bei 03.):
Arnold Feil – Herrad Hornung-Whehrung – Hans Hornung – Kurt Besserer – Günther Petry

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Titel:
01. An den Tod 4.08
02. Bei dem Grabe eines Kindes, das von seinem Vater erstochen wurde 1.44
03. Bei dem Grabe eines Mannes, der mit dem Regenschirm erstochen wurde 4.44
04. Bei dem Grabe eines Mannes, der von Jägern erschossen wurde 4.21
05. Bei dem Grabe eines Jünglings, der sich zu tod tanzte 5.36
06. Bei dem Grabe eines Mannes, der bei einem Diebstahl ums Leben kam 4.16
07. Bei dem Grabe einer vortrefflichen Sängerin, die an der Cholera starb 4.30
08. Bei dem Grabe eines Kindes, das durch die Hand seiner Mutter starb 7.04
09. Bei dem Grabe eines vom Blitz erschlagenen Jünglings 3.02
10. Bei dem Grabe einer Frau, bei deren letzten Zügen der Kammerboden brach 1.32
11. Tönet traurig dumpfe Totenglocken 1.02

Texte und Musik: Michael von Jung

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Die deutschen Barocksolisten – Kammermusik des Barock aus Frankreich (1976)

FrontCover1Wer jene anmutigen Klänge der Barockmuik zu schätzen weiss, der ist natürlich bei den „Deutschen Barocksolisten“ bestens aufgehoben.

Nach meinem Kenntnisstand wurden die Deutschen Barocksolisten Anfang der 70er Jahre gegründet und Leiter des Ensembles war Günther Höller (Jahrgang 1937):

Günther Höller erhielt ersten Flötenunterricht bei Hans-Martin Linde, dem er entscheidende Impulse verdankt. Anschließend studierte er bei Gustav Scheck und Hans-Peter Schmitz.

Günther Höller gilt als einer der Pioniere des Spiels auf der Traversflöte und der Blockflöte. Als Mitglied prominenter Ensembles für Alte Musik – der Capella Coloniensis, des Collegium Aureum, der Deutschen Barocksolisten – unternahm er internationale Konzertreisen; zahlreiche Rundfunk-, Schallplatten- und CD-Aufnahmen dokumentieren die große Bandbreite seines musikalischen Schaffens. Als Professor an der Musikhochschule Köln kann Günther Höller auf große musikpädagogische Erfolge verweisen; eine stattliche Zahl junger Flötisten ist aus seiner Schule hervorgegangen, unter denen viele wiederum als Professoren im In- und Ausland wirken.

Auf dieser Scheibe beschäftigt sich das Quintett ausschließlich mit Frühwerken des französischen Barocks. Auf der Rückseite der LP-Hülle kann man sich dann mit detailierten Informationen beschäftigen. Überhaupt: warum, verdammt noch mal, werden vertiefte Informationen dieser Art stets nur auf klassischen Alben geboten ? Nun gut, frühere Jazz-Alben aus den USA hatten auch immer viel Text im Angebot.

Hier aber kann man verzaubernde Klänge vernehmen, die einem mit viel Liebe zum Detail angeboten worden. „Die Entdeckung der Langsamkeit“ findet hier eine musikalische Heimat … großartig !

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Besetzung:
Rudolf Ewerhart (cembalo)
Klaus Heitz (violoncello)
Günther Höller (flute)
Helmut Hucke (oboe)
Josef Niessen (violin)

GüntherHöller2012

Günther Höller, 2012

Titel:

Joseph Bodin de Boismortier:
01. Sonate a-Moll für Altblockflöte, Oboe, Violine und Basso continuo, op. 34,6/ 6.56

Michel Corrette:
02. Concerto D-Dur für Traversflöte, Violine und Basso continuo, op. 4,5/ 5.51

Jean Baptiste Loeillet:
03. Triosonate c-Moll für Altblockflöte, Oboe und Basso continuo, op. 1,5 / 7.28

Jacques-Christophe Naudot:
04. Fête rustique : Triosonate C-Dur für Sopranblockflöte, Oboe und Basso continuo, op. 8,3 / 7.59

François Couperin:
05. Triosonate g-Moll : L’astrée : für Oboe, Violine und Basso continuo / 10.10

Joseph Bodin de Boismortier:
06. Sonate g-Moll für Traversflöte, Oboe, Violine und Basso continuo, op. 34,1 /  6.19

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Zupfgeigenhansel – Volkslieder 1 (1976)

ZupfgeigenhanselVolkslieder1FCZupfgeigenhansel war ein von Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz gegründetes deutsches Folk-Duo der 1970er- und 1980er-Jahre.Die Gruppe benannte sich nach dem bekannten Wandervogel-Liederbuch Der Zupfgeigenhansl, das 1909 erschien. Das Repertoire der Gruppe überschneidet sich allerdings nur teilweise mit dem Inhalt des Liederbuchs.

Zupfgeigenhansel folgte zunächst der Idee, deutsche Volkslieder mit freiheitlichem Charakter wiederzuentdecken, teilweise mit eigenen Melodien zu versehen und diese wieder populär zu machen. In den Volksliedern ging es um das Leben der „einfachen“ Leute der vergangenen Jahrhunderte. Inhaltlich handeln sie von Liebe, Not und Wagnis, Unternehmungslust, dem Stolz libertärer Geister, der Verachtung gegenüber Obrigkeit und Pfaffen sowie dem Widerstand gegen Militarismus. Die Musik Zupfgeigenhansels sollte einen Grundstein – neben Ougenweide, Hannes Wader und Liederjan – für eine alternative deutsche Volksmusik legen, jenseits der zu der Zeit konservativ besetzten traditionellen Volksmusik. Ein Kritiker schrieb einmal: „Heino möge diese Lieder hören, damit er aufhört, seine zu singen.“ Ende der 1970er-Jahre war in Westdeutschland die große Zeit der Folkbewegung, die Zupfgeigenhansel maßgeblich mit prägte. Die Verbreitung der Musik wurde mit der Herausgabe eigener Liederbücher zum Nachsingen und -spielen untermauert. (Quelle: wikipedia)

Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz waren mit Sicherheit das bekannteste Folk-Duo der achtziger Jahre. Ihre Aufnahmen mit deutschen Volksliedern, jiddischen Liedern und Texten von Theodor Kramer finden auch heute – lange nachdem sich das Duo aufgelöst hat – noch ihr Publikum. Die Grenzgänger werden öfters als ihre Nachfolger bezeichnet – Tatsache ist, daß es heute nur noch eine Handvoll Musikgruppen ihn diesem Land gibt, die traditionelle deutsche Volkslieder singen.

Die erste der schon beinahe legendären Aufnahmen mit deutschsprachigen Volksliedern der Gruppe Zupfgeigenhansel. Thomas Friz und Erich Schmeckenbecher waren wesentlich mit beteiligt an der Wiederbelebung des deutschen Volksliedes in den 70er und 80er Jahren.  (Quelle: Volksliederarchiv)
Den Satz „Heino möge diese Lieder hören, damit er aufhört, seine zu singen.“ fand ich köstlich und in der Tat, Zupfgeigenhansel hatten wesentlichen Anteil daran, dass „wir“ damals unsere Ohren auf deutsches Liedgut lenken konnten. Und vielleicht mit Erstaunen festzustellen hatten, dass die Geschichte der deutschen Volkslieder etliches auch an durchaus kritischen Textmaterials zu bieten hatten …

 

ZupfgeigenhanselVolkslieder1

Besetzung:
Thomas Friz (guitar, flute, vocals)
Erich Schmeckenbecher (guitar, mandolin, flute, vocals, drums, krummhorn, accordio, xylophone)
+
Monika Kleinwächter (harp bei 05.)
Michael Denhoff (cello bei 11.)
+
Pro Musica Chor (vocals bei 13.)

ZupfgeigenhanselVolkslieder1BC

Titel:
01. Der arme Bauer (Traditional) 2.05
02. Jetzo kommt für unsereinen (Traditional) 2.20
03. Es het e Buur es Töchterli (Traditional) 2.50
04. Der Selbstmord (Traditional) 2.45
05. Ich hab die Nacht geträumet (Traditional) 3.30
06. Lied der Pariser Kommune (Traditional) 1.55
07. Es wollt ein Bauer früh aufstehn (Traditional) 3.10
08. Es, es, es, und es (Traditional) 3.00
09. Ich bin Soldat (Traditional) 2.15
10. Mein Kind wir waren Kinder (Traditional) 3.30
11. Stets i trure (Traditional) 2.45
12. Marksteinlied (Traditional) 2.55
13. Mönch und Nonne (Traditional) 3.00
14. Als wir jüngst verschütt jegangen (Traditional) 2.30
+
15. Wenn alle Brünnlein fließen (live) (Traditional) 5.24
16. Die Bauern von St. Pälten (live) (Traditional) 2.35

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Volker Lechtenbrink – Der Macher (1976)

FrontCover1Also irgendwie hatte ich mir von dieser LP doch mehr erwartet, aber davon später mehr, jetzt er mal – wie immer an dieser Stelle – ein paar biographische Notizen:

Volker Lechtenbrink (* 18. August 1944 in Cranz, Ostpreußen) ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur, Intendant, Texter und Schlagersänger.

Lechtenbrink, der in Bremen und Hamburg aufwuchs, besuchte die Gelehrtenschule des Johanneums und spielte bereits als 14-Jähriger in dem Film Die Brücke (1959, Regie Bernhard Wicki) mit. Von 1962 bis 1963 spielte er in der Fernsehserie Alle meine Tiere an der Seite von Gustav Knuth und Tilly Lauenstein in allen neun Folgen deren Sohn Ulli. Nach der Mittleren Reife besuchte er eine Schauspielschule in Hamburg und war danach an verschiedenen Theatern engagiert. Am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater war er auch als Schauspieler und Regisseur tätig. Von August 2004 bis Juli 2006 war er Intendant dieses Theaters. Volker Lechtenbrink lebt in Hamburg und bezeichnet die Stadt als seine „Heimatstadt“.

1976 nahm er seine erste Schallplatte als Sänger auf. Der Titel Der Macher wurde zu einem ersten Erfolg. Weitere Lieder folgten, zu denen er meist selbst die Texte schrieb. Auch für andere Künstler, zum Beispiel Peter Maffay, war er als Texter tätig. Ebenso schrieb er den Text für den deutschen Beitrag Rücksicht zum Eurovision Song Contest 1983, mit dem die Brüder Hoffmann und Hoffmann den 5. Platz unter 20 Teilnehmern erreichten. 1979 bekam er beim Saarländischen Rundfunk eine eigene Fernsehshow mit dem Titel Live: Volker Lechtenbrink. Anfang der 1980er Jahre war er als Sänger und Sprecher in einem Werbespot für Malzkaffee („Caro, ich mag dich“) zu hören, für den sein Lied Ich mag umgeschrieben wurde. In der Folge Irgendwann der Krimiserie Ein Fall für Zwei spielte Lechtenbrink eine Hauptrolle und komponierte auch den gleichnamigen Titel der Folge. In den 1970er/1980er Jahren trat Volker Lechtenbrink wiederholt in Ilja Richters Musiksendung disco auf und war auch mehrfach in der ZDF-Hitparade zu Gast. Weitere Auftritte hatte er im ARD-Wunschkonzert sowie in Wetten, dass..?.

Lechtenbrink01Von 1995 bis 1997 war Lechtenbrink Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Zwischenzeitlich trat er vor allem in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien auf, unter anderem in Der Kommissar, Der eiserne Gustav, Ein Fall für zwei, Derrick, Die Männer vom K3, Großstadtrevier, Glückliche Reise, Der Alte, Siska, Tatort und SOKO Leipzig. In der ZDF-Fernsehserie M.E.T.R.O. – Ein Team auf Leben und Tod spielte er an der Seite von Ursula Karven und Michael Roll den Chefarzt einer Hamburger Tropenklinik.

Ab Anfang der 2000er Jahre war er bei Beckmann, bei Zimmer frei! sowie bei Johannes B. Kerner, bei Herman und Tietjen resp. Tietjen und Hirschhausen sowie in der NDR Talk Show zu Gast und hatte auch in der Show Willkommen bei Carmen Nebel einen Auftritt.

Ab November 2006 stand er im Ernst-Deutsch-Theater Hamburg zum ersten Mal mit seiner jüngsten Tochter Sophie auf der Bühne – in dem Stück Dr. med. Hiob Praetorius von Curt Goetz. 2007 wurde Lechtenbrink für Die Brücke als „Bester Interpret“ mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. 2010 erhielt er für seine Darstellung in Frost/Nixon in den Hamburger Kammerspielen den Rolf-Mares-Preis

Auch Verfilmungen der beliebten Rosamunde-Pilcher- und Inga-Lindström-Reihe gehören zu seinem Repertoire als Schauspieler.

Als Synchronsprecher lieh Volker Lechtenbrink unter anderem Kris Kristofferson, Dennis Quaid und vielen anderen seine sehr markante, sonore Stimme. Er hat einen Sohn und zwei Töchter. (Quelle: wikipedia)

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Alternatives Frontcover

 

 

Man hätte es auch „Volker Lechtenbrink singt Kris Kristofferson“ nennen können. 8 der 10 Songs stammen von Kristofferson, die deutschen Übersetzungen besorgten dann Volker Lechtenbrink und Knut Kiesewetter und es entstanden sentimental-rührselige Country-Songs. Aber da waren schon Truck Stop die Kings ! Und überhaupt, betrachtet man seine Klamotten auf der Rückseite des Hülle, käme man nicht im Traum darauf, dass sich hier einer als Country-Sänger versucht.

Vielleicht mag es daran liegen, dass ich nun nicht gerade eine glühender Verehrer der Countrymusik bin, aber die Texte gaukeln eine vordergründige Tiefe vor, in Wahrheit sind es eher platt vorgetragene Themen, wie man sie kennt: Liebe, Abschied & Co. Aus der Moral-Ballade „Aus den Augen aus dem Sinn“ machte man dann bei der Single-Veröffentlichung „Junge, lass die Flasche sein“ … na gut …

Aber weil ich den Volker Lechtenbrink als Schaupieler ne lange Zeit schon geschätzt habe, werde ich mich auf die Fährte machen … mal schauen wie sein musikalischer Weg dann weiterging.

 

Single - Auskopplungen

Besetzung:
Volker Lechtenbrink (vocals)
+
ein Haufen unbekannten Studiomusiker

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Titel:
01. Volker und das Kind (Jody And The Kid) (Kristofferson/Lechtenbrink/Kiesewetter) 3.09
02. Der Macher (The Taker) (Kristofferson/Lechtenbrink/Kiesewetter) 3.09
03. Sonntag Morgen (Sunday Morning Coming Down) (Kristofferson/Lechtenbrink/Kiesewetter) 4.45
04. Hilf mir durch die Nacht (Help Me Take It Through The Night) (Kristofferson/Lechtenbrink/Kiesewetter) 3.04
05. Was fängst du nur an (What’cha Gonna Do) (Fritts/Reid/Lechtenbrink/Kiesewetter) 3.01
06. Alles schien viel leichter (Everything Was Easier) (     4:18
07. Aus den Augen, aus dem Sinn (Out Of Mind, Out Of Sight) (Kristofferson/Lechtenbrink/Kiesewetter) 3.08
08. Der Engelszungenteufel (The Silver Tongued Devil And I) (Kristofferson/Lechtenbrink/Kiesewetter) 4.27
09. Keiner gewinnt (Nobody Wins) (Kristofferson/Lechtenbrink/Kiesewetter)     3.08
10. Susanna (Sweet Susanna) (Guilbeau/Lechtenbrink/Kiesewetter) 2.29

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Konstantin Wecker – Weckerleuchten (1976)

LFrontCover1Konstantin Alexander Wecker wurde am 1. Juni 1947 als Sohn des Sängers Alexander Wecker und dessen Frau Dorothea in München geboren.

Wecker wuchs unter behüteten Verhältnissen als Einzelkind auf und besuchte die Schule. Sein musisches Interesse wurde von seinen Eltern gefördert, ab 1953 erhielt Konstantin Klavierunterricht, später kamen Geigen- und Gitarrenunterricht hinzu. Ab 1955 war er als Knabensopran Mitglied des Rudolf-Lamy-Kinderchors. Nach dem Abschluss des Theresien-Gymnasiums mit Abitur schrieb sich Wecker 1970 an der Universität München zum Philosophie und Psychologie Studium ein. Seine musikalischen Interessen verfolgte er unterdessen weiter und gründete 1971 die Rock-Soul Band „Zauberberg“.

Im Jahr darauf trat er bei der deutschsprachigen Tournee des Musicals „Jesus Christ Superstar“ auf und er hatte seine erste TV-Rolle in dem Spielfilm „Die Autozentauren“. Seine Fähigkeiten als Pianist und Arrangeur waren bei den Tonstudios gefragt, auch bei

Autogrammarte 1976

Autogrammkarte, 1976

der Tätigkeit als Darsteller in Sexfilmen in der Zeit von 1972 bis 1974 konnte er teilweise seine selbst komponierten Lieder einbringen. Die Softporno-Streifen mit Titeln wie „Beim Jodeln juckt die Lederhose“ und „Unterm Dirndl wird gejodelt“ haben noch heute bei ihrer Fangemeinde regelrechten Kultstatus. Seine erste Langspielplatte veröffentlichte er 1973 unter dem Titel „Die sadopoetischen Gesänge des Konstantin Amadeus Wecker“.Auch erste Auftritte bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft folgen zu dieser Zeit. Mit „Weckerleuchten“ aus dem Jahr 1976 machte er erstmals ein größeres Publikum auf sich aufmerksam, der Durchbruch gelang Konstantin Wecker jedoch im Jahr 1977 mit der Langspielplatte „Genug ist nicht genug“.

Hier ist es also, jenes Album, mit dem Kontantin Wecer erstmals bundesweit Aufmersamkeit erzielen konnte.

Ein starkes Album: poetisch; na klar, zärtlich, na klar, politisch, na klar, stürmisch,  na klar, musikalisch anpsruchsvoll, na klar …

Mit dem zur Jahreszeit passendem Klassiker „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“.

Zeitlos .. na klar!

Wecer

Besetzung:
Hildi Hadlich (cello)
Raymund Huber (bass)
Markus Sing (guitar)
Mario Lehner (flute, percussion)
Konstantin Wecker (piano, vocals)
+
Meini Geppert (percussion)
Harold Faltermeier (keyboards)
Keith Forsey (drums, percussion)

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Titel:
01. Laufen sie mal Amok (Für Siggi) 4.08
02. Liebeslied 3.13
03. Flieg‘ oder stirb 3:25
04. Wenn der Sommer nicht mehr weit ist (Für meinen Vater) 4.55
05. Du bist so häßlich 5.06
06. Ich hab‘ zum Sterben kein Talent (Für meine Mutter) 3.18
07. Reisezeit 3:45
08. Der dumme Bub 3:35
09. Abgesang eines Gefangenen (Für Dimitri) 5:16
10. Heut‘ schau’n die Madl wia Apfel aus 4.39

Musik und Texte: Konstantin Wecker

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MC2

Randolph Rose – Ma-Marenga + Ich will was erleben (1976)

FrontCover1Muss halt auch mal wieder sein: Ein ziemlich unbekannte Singe eines zumindest mir bis dato ziemlich unbekannten deutschen Sängers aus der Mitte der 70er Jahre:

Randolph Rose (* 7. Juni 1954 in Bamberg) ist ein deutscher Sänger und Schauspieler.

Der Cousin von Marianne Rosenberg spielte in zahlreichen Fernsehserien mit, u. a. Tommy Tulpe. Bekannt als Sänger wurde er mit der deutschen Fassung des Michael-Nesmith-Titels Silver Moon (Silvermoon Baby). Das Stück platzierte sich 1971 acht Wochen in der deutschen Hitparade unter den ersten 20. Im April erreichte es Platz 5.

Bekannt wurde darüber hinaus vor allem seine deutsche Fassung des 1972er-Hits Sylvia’s Mother von Dr. Hook & the Medicine Show.

In den frühen 1990er Jahren war er auch mit internationalen Pop-Titeln erfolgreich.

Mittlerweile erscheinen regelmäßig Singles, mit denen er auch in den Schlagercharts zu finden ist. Zuletzt 2008 im Duett mit Ela (Ex-Valerie’s Garten) der Titel 7 Tage ohne dich.

2014 trat er bei The Voice of Germany in den Blind Auditions auf. Der Cousin von Marianne Rosenberg lebt heute in Westerkappeln.(Quelle: wikipedia)

RandolphRose2014

 

Nun ja … wer sich mal ein wenig schmunzelnd mit deutscher Schlager-Lyrik beschäftigen will, wird hier gut bedient („Die Mädchen duften nach Melonen … „). Ansonsten wird flotter Disco-Sound geboten. Aber die Aussage „das wird ein Sommer wie noch nie“ höre ich natürlich gerne. Und das Hemdchen von Randolph ist auch ein eckter Hingucker.

Und wer glaubt, dass Randolph Rose längst in der Versenkung verschwunden ist, der täuscht sich gewaltig: Bis heute tingelte er weiter als „Schlagerstar“ durch deutsche Lande …

BackCover1

Besetzung:
Randolph Rose (vocals)
+
ein Haufen unbekannter Studiomusiker

 

ZDFHitparade

Randolph Rose bei einem Auftritt in der ZDF Hitparade, moderiert von Deiter Thomas Heck

Titel:
01. Ma-Marenga (Zander/Marcard) 3.27
02. Ich will was erleben (Ascot/Marcard) 3.04

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Orchester Jerry Wilton – Die goldenen Schlager der 30er Jahre (1976)

FrontCover1Ursprünglich wollte ich ja schreiben: Bedauerlicherweise gibt es so gar keine Informationen über diesen Jerry Wilton, der eine ganz hervorragende Platte zum Thema „Schlager der 30er Jahre“ aufgenommen hat.

Weit gefehlt ! In meiner Verzweiflung habe ich das Lexikon des deutschen Schlagers  durchforstet und bin dann auf die Information gestoßen, dass Jerry Wilton schlicht und ergreifend eins der vielen Psyeudonyme für den legendären Gert Wilden war. Na also … geht doch ! (Ich Depp hätte das allerdings auch früher feststellen können, steht doch auf der Hülle bei den Traditonals „arr.: G.Wilden !)

Gert Wilden (* 15. April 1917 in Mährisch-Trübau, Österreich-Ungarn; † 10. September 2015 in Tutzing; eigentlich Gerhart Alfred Arnold Wychodil) ist ein deutscher Komponist, Filmkomponist, Arrangeur und Dirigent. Alternativ- und Publikationsnamen: Gert Wychodil, Frank Colter, V. Vychodil, Gerd Wilden, Jerry Wilton.

Nach seiner Kindheit in Mähren und dem Abitur studierte Wilden unter anderem bei George Szell, Fidelio F. Finke und Fritz Rieger Kompositionslehre und Dirigieren an der Musikhochschule in Prag. Noch während seines Studiums übernahm er die Leitung des Rundfunkorchesters des Senders Pilsen.

GerdWilden2Zur Filmmusik kam Wilden, der sich inzwischen in München niedergelassen hatte, nach dem Zweiten Weltkrieg. Er wurde Arrangeur für namhafte Filmkomponisten wie Werner Richard Heymann, Lothar Brühne und Hans-Martin Majewski.

Ab Ende der 1950er-Jahre entwickelte sich Wilden zu einem der meistbeschäftigten Filmkomponisten meist leichter Unterhaltungsfilme. Neben seinen Arbeiten für Schlagerfilme machte sich Wilden vor allem für die musikalische Untermalung zahlreicher Abenteuer- sowie Kriminalfilme einen Namen. In den ausgehenden 1960er- und zu Beginn der 1970er-Jahre war Wilden der führende Filmkomponist der Sexwelle im deutschen Kino. Zu seinen bekanntesten Arbeiten für das Fernsehen zählt die Musik zu der Zeichentrickserie Heidi (1974).
Single Berlin, dein Gesicht hat Sommersprossen von Hildegard Knef, 1966. Gert Wilden und sein Orchester

Außerdem war Wilden als Arrangeur und Komponist für Michael Holm, Harald Juhnke, Hildegard Knef, Peggy March, Vico Torriani, Martin Egel und viele andere tätig. Von 1961 bis 1964 leitete er das Tanzorchester des Bayerischen Rundfunks. Im Jahr 1976 gründete er das Vokalensemble Die Viel-Harmoniker, bei dem er selbst als Pianist mitwirkte. Gert Wilden produzierte auch die Sängerin Angela, die mit dem Titellied zur Fernsehserie Tammy, das Mädchen vom Hausboot einen großen Hit hatte. (Quelle: wikipedia)

GerdWilden

Gerd Wilden im Jahre 2012

Wie gesagt, diese BASF-LP ist wirklich ein Kleinod dieses Genres … irgendwie spürt man, dass dieser „Jerry Wilton“ jene Zeit selbst erlebt hat !

Und: Gerd Wilden, der alte Knabe, war bis ins hohe Alter noch aktiv … siehe beiliegender Artikel zu seinem 95. Geburtstag.

BackCover1

Besetzung:
Orchester Jerry Wilton

MC
Titel:

01. Medley 01: 3.35
– San Francisco /Kaper/Jurmann)
– Donkey Serenade (Friml)
– Bublitschky (Traditional)     3:35

02. Medley 02: 2.14
–  La Cucaracha (Traditional)
– Bianca (Samuels/Whitcup)
– Rumba Negra (Siegel/Hernandez)

03. Medley 03: 3.37
– Regentropfen (Palm/Hochleitner
– Zwei rote Lippen und ein roter Tarragona (Sanders)
– Hör mein Lied, Violetta (Klose/Lukesch)

04. Medley 04: 2.31
– My Golden Baby Grünwald/Beda/Abraham)
– Sur Le Pont D’avignon (Traditional)

05. Medley 05: 3.15
– Puszta-Fox (Mihály)
– Goodnight Ladies (Traditional)
– Schwarze Augen (Traditional)

06. Medley 06: 3.18
– Bei mir biste schen (Jacobs/Sekunda)
– Lambethwalk (Gay/Furbar)
– Singin‘ In The Rain (Freed/Brown)

07. Medley 07: 2.43
– You Are My Lucky Star Freed/Brown)
– Red Roses For A Blue Lady (Tepper/Brosdsky)
– Belami (Beckmann/Mackeben)

08. Medley 08: 2.48
–  On The Sunny Side Of The Street (Fields/McHugh)
– Swanee River (Traditional)

09. Medley 09: 2.50
– Ich tanze mit dir in den Himmel hinein (Beckmann/Schröder)
– Parlez Moi D’amour (Lenoir)
– Hörst du mein heimliches Rufen (Plato)

10. Medley 10: 3.20
–  Tiritomba (Traditional)
– Lang, lang ist’s her (Traditional)
– Goodnight Sweetheart (Noble/Campbell/Connelly)

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