Udo Lindenberg & Das Panik-Orchester – Sister King Kong (1976)

FrontCover1Wird wieder mal höchste Zeit den Udo Lindenberg aus der Ecke zu kramen … denn, wie schon mehrfach erwähnt, die deutsche Rockmusik wäre ohne Lindenberg kaum vorstellbar. Und 1976 war schon ein ziemlich erfolgreiches Jahr für ihn.

1976 war für Lindenberg ein arbeitsreiches Jahr. Seine Fans beglückte er gleich mit
mehreren LP-Veröffentlichungen. Eine wie Sister King Kong ist wieder ein hervorragendes
Album geworden.
Nach einer balladenhaften Einführung (Die Bühne ist angerichtet) geht es dann mit
„Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne“ richtig rockig zur Sache. In „Rätselhaftes
Bielefeld“  beschreibt uns Udo den durch eine Haifischrangelei verursachten
Höllen – und Himmelstrip. Da er zum Schluss des Liedes zur Venus fliegt wird klar das
es dort „…geiler als in Bielefeld“ ist. Nach „Satellit City Fighter“ folgen drei rockige Songs hintereinander. Das Thema Exorzismus wird in „Der Teufel ist los“ abgehandelt. Sensationslüstern „..wurden Millionen Wecker gestellt..“ um die modernen
Gladiatorenkämpfe in Original mitzuverfolgen. Das wird alles im Titelsong „Sister King
Kong“  der CD tierisch bejubelt. Jenny  ist eine 16-jährige Schulbummelantin und weil es wie im Song geschildert sich bis heute nicht viel geändert hat dürfte es auch gegenwärtig noch so manche „Jenny“ geben. “ Meine erst Liebe“ ist Udos über 6 Minuten langes Liebesepos vom ersten Treffen bis zur Trennung. Selbst der Trennungsschmerz wird positiv verarbeitet und es erfolgte kein Selbstmord wie folgendes Textzitat „…aber mein Mut und das war sehr gut- hat dann doch nicht mitgemacht…“ belegt.

Alles in allem kann man zu dieser Scheibe sagen das Gasgeben seines Panik-
Orchesters hat sich gelohnt. Wenn durch seine frühere Arbeiten der Eindruck entstanden wäre, er sei ein verrockter Liedermacher hat er das hiermit glänzend widerlegt. (ein Amazon Kunde)

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Eigentlich sind nur 3 Klassiker von Lindi enthalten. `Sister King Kong`, `Rock `n` Roll Arena in Jena` und natürlich `Meine erste Liebe`. `Meine erste Liebe` (mit der tollen Jutta Weinhold; hier irrt der Schreiber, es war Ulla Meinecke, die da im Duett mit Udo singt) ist sein vielleicht bestes Lied überhaupt? Es wird sicher Leute geben, die den Song kitschig finden, ich finde ihn genial und leide jedesmal wieder mit.

`Jenny` ist auch ein gutes Stück. Bei `Rätselhaftes Bielefeld` ist der Text wieder mal genial. Gewisse Textzeilen kann eben nur `Uns Udo` verfassen. Bei `Udo on the rocks` erfindet er die Disco-Musik. Es ist schon fast unglaublich, dass hier Sounds vertreten sind, die eigentlich erst im Jahr 1977 richtig angesagt waren. (Double Trouble)

Was der Lindenberg damals drauf hatte, lässt sich z.B. an diesem brutal starkem Übergang von „Die Bühne ist angerichtet“ „Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne“ demonstrieren .. .da stellen sich einem doch glatt die Zehennägel auf auch wenn´s dann später ein wenig albern wurde.

Und auch „Jenny“ geht tierisch ab … textlich wie musikalisch …

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Und das Lied „Meine erste Liebe “ rührt mich heute noch zutiefst, denn hier singt der Udo Lindenberg auch meine Geschichte … von damals …

Und mit dem stillen „Rock’n Roll-Arena in Jena“ zeigt er, dass ihm bereits damals die Teilung Deutschland alles andere als gleichgültig war:

Ich würd‘ so gerne bei euch mal singen
meine Freunde in der DDR
’ne Panik-Tournee, die würd’s echt bringen
ich träume oft davon, wie super das doch wär‘

Doch die Funkionäre sind noch unentschlossen
diese „westliche Müllkultur“ sei nichts für die Genossen
wann sehen die Herren endlich mal klar
und bauen die Rock ’n‘ Roll-Arena in Jena?
(… oder bleibt die DDR
in Sachen Kulturaustausch weiterhin
die „Deutsche Desillusions Republik?“)

Ganz sicher nicht dass beste Udo Album (und was ist bitteschön das „beste Album“ von ihm ?) … und dennoch zeigt es, was für ein Potential der Bursche damals hatte …

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Besetzung:
Gottfried Böttger (piano)
Bertram Engel (drums)
Thomas Kretschmer (guitar)
Jean-Jacques Kravetz (keyboards)
Udo Lindenberg (vocals, percussion, bass, keyboards)
Paul Vincent (guitar)
+
Curt Cress (drums)
Claas Juster (keyboards)
Dave King (bass)
Thomas Immanuel Kuckuck (Tierstimme)
Olaf „Kicher“ Kübler (saxophone)
Ulla Meinecke (vocals bei 08.)
Kristian Schultze (keyboards)
Rico Vulkano (percussion)
Jutta Weinhold (vocals bei 03.)
+
vocals:
Christian – Inge Wellmann – Rale Oberpichler – Tobias – Udo Gerhard – Victor

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Titel:
01. Die Bühne ist angerichtet (Lindenberg) 2.40
02. Emanuel Flippmann und die Randale-Söhne (Lindenberg) 4.29
03. Rätselhaftes Bielefeld (Lindenberg) 5.12
04. Satellit City Fighter (Königstein/O’Brien-Docker/Lindenberg) 4.07
05. Der Teufel ist los (Lindenberg) 4.32
06. Sister King Kong (Lindenberg) 4.11
07. Jenny (Kretschmer/Lindenberg) 4.08
08. Meine erste Liebe (Lindenberg) 6.09
09. Udo On The Rocks (Cress/King/Schultze/Kübler/Vincent/Lindenberg) 4.57
10. Rock’n Roll-Arena in Jena (Kravetz/Lindenberg) 1.10

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Udo Lindenberg „undercover“: 1976 mit Achim Mentzel (* 15. Juli 1946 in Berlin; † 4. Januar 2016 in Cottbus) im damaligen „Lindencorso“ Unter den Linden. Lindenberg reiste als Tourist ein.

Improved Sound Limited – Road Trax (Filmmusik) (2002)

FrontCover1So ein paar Einträge hier beginnen ja  immer wieder mal mit der Floskel „endlich komme ich mal dazu … “ … und hier ergänze ich … die fränkische Band „Improved Sound Limited“ vorstellen:

Als IMPROVED SOUND LIMITED 1971 für das renommierte „Liberty/United Artists“-Label ihre gleichnamige Doppel-LP aufnahmen, hatte die Nürnberger Band trotz des jungen Alters ihrer Mitglieder (alle 1947 geboren), bereits ein musikalisch bewegtes Leben hinter sich…

Mit Skifflemusik begonnen (1961), kam die Band über den Modern Jazz, anschließend beeinflusst von der aufkommenden Beat-Musik, zur Rock- und Popmusik. Zuvor hatte sie sich als The Blizzards einen gewissen Ruf erspielt und in den Schulferien als Backingband Roy Black (August 1965) begleitet, der damals Titel von Elvis, Cliff Richard und Roy Orbison sang. Als dieser erkannte: „Du bist nicht allein“, sagten die Nürnberger: „Mit dieser Musik eben schon“ und orientierten sich neu. Da passte es bestens ins Konzept, dass der Bayerische Rundfunk 1966 den Wettbewerb „Meet the Beat“ ausschrieb. IMPROVED SOUND LIMITED gewannen den ersten Preis unter 80 ISL01konkurrierenden Bands und durften ihren Siegertitel „It Is You“ für Polydor als Single aufnehmen (B-Seite: „We Are Alone“). Als Sieger des Beatwettbewerbs gewissermaßen geadelt, öffneten sich für IMPROVED SOUND LIMITED neue Türen. Zu damaligen Zeiten war es in Promikreisen en vogue, zur Hochzeit eine Beatband aufspielen zu lassen. Bei einem solchen Event lernte die Band den Münchner Filmproduzenten Rob Houwer kennen, der den Kontakt zu Regisseur Michael Verhoeven herstellte. Nach einer erfolgreichen Demo-Präsentation bekam die Band den Auftrag, für dessen Film „Engelchen macht weiter hoppe-hoppe Reiter“ den Soundtrack zu liefern. 1969 wurde die Filmmusik auf Cornet als LP veröffentlicht. Dies war für IMPROVED SOUND LIMITED der Durchbruch. In den Folgejahren sollten sie noch etliche Soundtracks für Film und Fernsehen einspielen. 1969 nahmen sie für Polydor eine weitere Single „Sing Your Song“/ „Marvin Is Dead“ auf. 1971, 10 Jahre nach den Anfängen der Band, erschien die Doppel-LP „Improved Sound Limited“, die jetzt erstmalig auf CD vorliegt (Mixing & Mastering: Jörg Scheuermann). In einer luziden Rezension bezeichnete man die Improved-Musiker als „Oldtimer des Rock“. Die auf den ersten Blick etwas despektierliche Bezeichnung der 23-jährigen Musiker entpuppt sich im weiteren Verlauf des Artikels als Ausdruck höchsten Respekts. Die LP ISL02sei der stilistische Lebenslauf von 23-jährigen Rock-Oldtimern, 10 Jahre live experience in rauchigen Kellern und Schuppen zwischen Bochum und Radolfzell in Rillen gepresst. Herausragendes Merkmal der Plattenproduktion sei neben bemerkenswerten musikalischen Fertigkeiten die Fülle von Erfahrungen, die die Band bei vielen Live-Auftritten und Studio-Arbeiten erworben habe.

IMPROVED SOUND LIMITED sei es gelungen, Spontaneität und Kreativität authentisch mit den Möglichkeiten modernster Aufnahmetechnik zu verknüpfen: „Dieses Album ist mit einem Höchstmaß an professionellem Können produziert. Jede Note, jedes Wort ist eigenständig: Axel Linstädt schrieb die Musik, sein Bruder Bernd die Texte. Auch die Produktion, eine Arbeit, für die Bands wie die Rolling Stones oder die Beatles internationale Stars wie Jimmy Miller, George Martin oder Phil Spector engagieren, wurde von der Band selbst geleistet. Deshalb klingt das Doppelalbum bei aller stilistischen Vielfalt unverwechselbar. Musik und Text sind eine Einheit, sie ergänzen und interpretieren sich gegenseitig und sind identisch mit dem Bewusstsein der Musiker. Die einzelnen Titel behandeln Probleme, die ihre Autoren beschäftigen, aber es wird daraus keine Schulstunde mit Musik, sondern Rock zum Anhören, auch zum Tanzen. Vielleicht ist es diese Profanität, die einen spontan für die Improved-Musik einnimmt. Ab dem dritten Mal beginnt man dann zu hören, was noch alles dahintersteckt. Und das ist: „die Reflexion fünf junger Leute, die sich mit ihrer Umwelt und Situation kritisch befassen, in der Musik“ (Reiner Weiss, Nürnberger Nachrichten, 20./21. Mai 1971).

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In der Münchener Abendzeitung bescheinigte der seinerzeit 24-jährige Feuilletonchef (und spätere Chefredakteur des „Stern“) Michael Jürgs IMPROVED SOUND LIMITED „angelsächsische Klasse“, lobte die Unverwechselbarkeit der Musik als Gütesiegel und sinnierte, wenn je in Deutschland eine Rockoper wie „Tommy“ von den Who gelingen sollte, könne sie nur von IMPROVED SOUND LIMITED geschaffen werden. Franz Schöler, der „Joachim Kaiser der Rock-Kritik“ (Die Zeit, NZZ, SZ, WAZ, Playboy, Stereo), schrieb, die Doppel-LP sei „die beste deutsche Rockproduktion seit der Beatles-Live-LP mit Tony Sheridan“. In seinem Buch „Let it rock“ (München-Wien 1975) nahm er sie auf in die äußerst exklusive „Discografie der epochemachenden Rock-Platten 1954-1974“.

Bemerkenswert ist, dass die Band mit ihrer Doppel-LP nicht nur in den einschlägigen Musikzeitschriften positiv aufgenommen, sondern auch in den Feuilletons frenetisch gefeiert wurde. Dabei schwamm die Band gegen den Strom des sogenannten German Rock. Statt des gängigen Progressiv- und Krautrocks filterte sie ihre unverwechselbaren, melodiösen Eigenheiten heraus und spielte Rockmusik vom Feinsten, zeitlos und grandios, ein Meilenstein in der deutschen Rock- und Popgeschichte.

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1973 veröffentlichte IMPROVED SOUND LIMITED auf CBS die LP „Catch a Singing Bird on the Road“. 1977 folgte unter dem Bandnamen Condor, aber in gleicher Besetzung, die LP „Rathbone Hotel“. (Manfred Steinheuer)

Und hier ihr quasi posthum veröffentliches Album mit den Filmmusiken von drei deutschen Filmen der 70er Jahre:
Die Produktion von Filmmusik war eine Konstante in der Arbeit der Band. So enthielt bereits die erste CD Musik aus dem Film ‚Der Graben‘ von Michael Verhoeven, die dritte, ‚Rathbone Hotel‘ mit dem Song ‚Suicide Road‘ die Vokalversion eines Instrumentaltitels aus dem Wim Wenders Film ‚Im Lauf der Zeit‘, und die demnächst erscheinende fünfte ‚The Final Foreword‘ wird sich u. a. dem Soundtrack von Verhoevens ‚Engelchen macht weiter …‘ widmen.

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Die Beantwortung der Frage, warum das vorliegende Album nicht ‚Soundtracks‘, sondern ‚Road Trax‘ überschrieben wurde, erschließt sich dem Hörer nahezu zwangsläufig: Die Musik vermittelt eindrucksvoll das Gefühl, unterwegs zu sein. ‚Im Lauf der Zeit‘ ist ein Road Movie par excellence, bei dem Film ‚Soweit das Auge reicht‘ zeigen sich zumindest wichtige Musikstrecken von diesem ‚Spirit‘ geprägt; ‚Das Brot des Bäckers‘ schließlich definiert sich inhaltlich zwar anders, doch der Protagonist Bernd Tauber scheint eindeutig vom oben angesprochenen Lebensgefühl erfasst. Nicht zufällig hört er im Film wiederholt Musik jenes Genres, z.B. den Titelsong aus dem ‚Improved Sound Limited‘-Album ‚Catch a Singing Bird on the Road‘.

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Die Musik reflektiert akustisch das Unterwegssein; sie ist Begleiterin für lange Fahrten – mit der Kamera und mit dem Auto. Von einem langsamen Pulsschlag bewegt, zeichnet sie unaufgeregt große, weite Bögen, atmet Melancholie, Ferne, Grenzenlosigkeit…

Man weiß und spürt es, dass der Weg – so einsam er auch sein mag – das Ziel ist. Die Reihenfolge der Musiken geriet nur per Zufall chronologisch, eigentlich folgt sie einer Kompilation, die sich die Band selbst als Backing Music für ihre Reisen zusammenstellte und gerne unterwegs hörte, sich zu Zeiten von ihr tragen ließ.

Vielleicht erklärt sich so ein wenig, warum ‚Road Trax‘, wenngleich die Takes aus unterschiedlichen Filmen und Entstehungszeiten stammen, wie ‚aus einem Guss‘ wirkt.

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Das Presseecho über die Filme mit ‚Improved-Musik‘ war umfangreich und einhellig positiv. Paradigmatisch hierfür soll am Ende meines Editorials lediglich die nonkonformistische Karena Niehoff zitiert sein, die im ‚Tagesspiegel‘ den musikalischen Aspekt des Wenders-Films folgendermaßen zu Papier bringt: ‚Die Musik der deutschen Band ‚Improved Sound Limited‘ bohrt sich dauernd in den Film hinein, saugt sich mit ihm voll; ich hätte sie manchmal, diesen verdammt ziehenden, süchtig machenden ‚Romantic Sound‘, gern wütend abgeschlagen wie einen vollgefressenen Blutegel – aber dann hätte ich den ganzen Film, seine Substanz, sein Sosein mit wegwerfen, seinen Atem ersticken müssen.‘ (Manfred Steinheuer)

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Und liest man sich ein wenig in die Besprechungen zu diesen Aufnahmen ein, so kann man feststelle dass der Urteile unisono in die Kategorie „begeisternd“ fallen … und das zu ‚Recht !

Dieses Album ist ganz und gar großartig … denke ich z.B. nur an die paar Sequenzen, in denen Ralph Nowy mit seinem Saxophon die Bühne betritt oder an all jene Gittarenläufe des Axel Linstädt, wem es da nicht warm ums Herz wird …

Und fast könnte man meinen, ein gewisser Mark Knopfler ist bei dem Axel Linstädt in die Lehre gegangen …

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Von daher ist dieses Album nicht nur für lange Autofahrten geeignet, sondern erst recht für lange Winterabende …

Und es ist ein Album, das zumindest an zwei bedeutende Kinostreifen der 70er Jahre erinnert. „Das Brot des Bäckers“ gehört zu meinen Lieblingsfilmen und über den Film „Im Lauf der Zeit“ müsste man eigentlich gar kein Wort verlieren. Ein frühes Meisterwerk von WimWenders.

Und inspiriert zu diesem Eintrag (und dafür ein herzliches Dankeschön) wurde ich von der Graugans und dem Herrn Ärmel, der sich – einem alten Herzenswunsch folgend –  auf den Weg gemacht hat, den Spuren des Wim Wenders zu folgen. Herausgekommen ist dabei u.a. eine Reisebericht (42 Jahre später …), bestehend aus Begegnungen und Reflexionen, die ich eigentlich nur jedem Leser dieses blogs dringend ans Herz legen will … dazu klicke man hier.

Ach ja, das Begleitheft fällt dann wieder mal in die Kategorie „vorbildlich“.

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Besetzung:
Lothar „Johnny“ Fickert (vocals, saxophone, flute, guitar, organ percussion)
Rolf Groschner (drums)
Axel Linstädt (vocals, guitars, keyboards, mellotron)
Ulrich Ruppert (bass)
+
Frank Baum (pedal-steel guitar bei 01. + 05.)
Ralph Nowy (saxophone bei 02.)

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Titel:

Im Lauf Der Zeit (1976):
01. One Feet Over The Tarmac 3.35
02. Suicide Road 3.19
03. Silver Circles 2.52
04. Lisa’s Accelerando 2.29
05. One Feet Over The Tarmac 4.04

Das Brot des Bäckers (1976):
06. One Note Interlude 0.33
07. Bernd’s Tune 2.25
08. Baker’s Round 2.01
09. Don’t Slide Away / One Note Interlude 2.46

So weit das Auge reicht (1979):
10. Main Theme 2.06
11. Aurore’s Tune 1.39
12. Greetings To Carlos 2.34
13. Fragment Of „Route 99“ 0.56
14. Puppet On A Twelve-String 1.53
15. Route 99 2.38
16. Variation On Aurore’s Tune 2.13
17. Main Theme (Unplugged) 0.40
18. Maniac Lamento 1.52
19. Soda Fountain 0.52
20. Life Is A Jigsaw Puzzle 2.16

0.K. (1970)
21. „o.k.“ 0.22

Musik: Axel Linstädt
Texte: Bernd Linstädt

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Quelle: Bayerischer Rundfunk … und mittlerweile ist er in Rente …

Christiane + Frederik – Der Fuchs (1976)

FrontCover1Aus den Kinderzimmern von „linken“ Eltern waren die Scheiben von Frederick Vahle wahrlich nicht wegzudenken:

Fredrik Vahle (* 24. Juni 1942 in Stendal; eigentlich Friedrich-Eckart Vahle) ist ein deutscher Liedermacher und Autor. Bekannt wurde er durch seine Kinderlieder und -bücher. Frederik Vahle ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Vahle ist zudem als außerplanmäßiger Professor für Germanistik an der Universität Gießen und als Übersetzer tätig. Er wohnt seit Jahrzehnten im Lollarer Stadtteil Salzböden.

Friedrich-Eckart Vahle wurde 1942 in Stendal als Kind künstlerisch tätiger Eltern, des Malers Fritz Vahle und der Grafikerin Ingeborg Vahle-Giessler, geboren, beim Großvater lernte er Klavierspielen. Er übersiedelte mit seiner Familie 1956 in die Bundesrepublik, wo er nach dem Abitur Deutsch und Politik studierte. 1968 nahm er im Duo Ulli und Fredrik mit Ulrich Freise seine erste LP mit Liedern auf. Nach seinem Universitätsabschluss promovierte er in Soziolinguistik und verfolgte sein Interesse für Kinderlieder in einer Habilitation über Kindersprache und Kinderlied.

Gemeinsam mit Christiane Knauf verfasste er bei der Arbeit mit einer Gruppe lernbehinderter Kinder erste eigene Kinderlieder. Christiane & Fredrik traten regelmäßig in Kindergärten, Buchhandlungen und Kinderliederfestivals im In- und Ausland auf und veröffentlichten 1973 mit Die Rübe ihre erste Kinderplatte. Die Veröffentlichung verschiedener weiterer MCs und CDs folgten. Nach Reisen durch Mittelamerika in den 1980ern verfasste er auch Kinderbücher, die von dem Leben von Kindern in diesen Ländern erzählen, so etwa Manuel und Ich erzähle von Pedro.

Seine Hauptbeschäftigung blieben aber die eigenen Kinderlieder, die er in Zusammenarbeit mit Dietlind Grabe-Bolz als Gesangspartnerin aufnahm und vortrug.

Fredrik Vahles frühe Kinderlieder der 1970er Jahre griffen Themen auf, die für Kinder zu dieser Zeit noch tabuisiert waren wie Arbeit und Arbeitslosigkeit, Schule, Erziehung, Sexualität und das Leben ausländischer Einwohner. Die neueren Titel beschäftigen sich vor allem mit Freude an Musik, Sprache und Bewegung.

Zu seinen bekanntesten Liedern zählen „Anne Kaffeekanne“, das „Katzentanzlied“, „Der Spatz“, „Der Hase Augustin“, „Der Fuchs“, „Das Hau-Mich-Nicht-Lied“, „Der Cowboy Jim aus Texas“ und „Der Friedensmaler“. Mit dem Titel „Kawuras, der Krebs“ produzierte er das in Deutschland bislang erfolgreichste auf einem Kalamatianos-Rhythmus basierende Lied. Daneben verfasste er Nonsenslieder und sprachspielerische Verse und zweisprachige Lieder für die Ausländerintegration (Der Elefant – Lieder in unserer und in Eurer Sprache, 1981).

In den letzten Jahren nahmen die „neuen Bewegungslieder“ und Workshops zum Thema „Sprache und Bewegung“ einen Großteil seiner Arbeit, auch seiner Lehrtätigkeit an der Universität Gießen, ein.

Für seine Verdienste in der Entwicklung des „neuen Kinderliedes“ wurde ihm am 29. Februar 2000 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Im Juni 2007 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Lollar auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zuerkannt. (Quelle: wikipedia)

Fredrik Vahle und Beate Lambert 2010

Fredrik Vahle und Beate Lambert 2010

Oder auch so, eine Laudation zu seinem 70. Geburtstag:

Fredrik Vahle 70: Extrem ideenreich, produktiv und engagiert

Es begann 1972, als er 30 Jahre alt und Christiane Knauf an seiner Seite war, mit eigenen Liedern für lernbehinderte Kinder. Furore, in positiver und negativer Hinsicht, sollte 1973 die erste Langspielplatte »Die Rübe« machen.

Eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen schloss sich an und brachte ihm Apostrophierungen wie »Vater des neuen deutschen Kinderliedes« oder »Urvater des guten Kinderliedes« ebenso ein wie Vergleiche mit Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz und Bertolt Brecht. Fredrik Vahle, seit fast 42 Jahren und damit mehr als sein halbes Leben in Salzböden zu Hause, vollendet am morgigen Sonntag, 24. Juni, das 70. Lebensjahr. Der Sprachbildner und Sprachjongleur, der sich mit Liedern, Büchern und Veranstaltungsprogrammen auch an Erwachsene wendet, wurde in Stendal (Sachsen-Anhalt) geboren. Seine künstlerisch tätigen Eltern verließen mit ihm und seinem Bruder 1956 die damalige DDR und ließen sich in Hessen nieder.

Dem Abitur im Jahr 1962 folgten das Studium der Germanistik und Politologie in Frankfurt und Gießen, 1976 die Promotion über Soziolinguistik, 1988 die Habilitation mit einer Arbeit über Kindersprache und Kinderlied, 1994 die Professur für deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, 2000 die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und 2007 die Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Lollar. »Sein« Salzböden beschenkte er mit einem zeitgemäßen »Heimatlied« (»Vom Atzenest zur Junkersmühl«) und »seine« Salzbödetal-Schule, in der ihn alle Kinder kennen, mit einem eigenen Schullied. Zum Salzbödener hatte sich »der Fritz« schon 1975 zur 1200-Jahr-Feier des Lollarer Stadtteils mit einer heimatkundlichen Szenenfolge geschrieben, die von Laiendarstellern höchst erfolgreich aufgeführt wurde.

Christiane+Frecerick1976

Selbstverständlich verschwendet der Texter, Komponist, Sänger, Gitarrist und Flötespieler keinen Gedanken an Ruhestand. Fortgesetzt wird das Musizieren mit (der Gießener Oberbürgermeisterin) Dietlind Grabe-Bolz (Gesang), Jochen Kaboth (Banjo), Heinz Müller (Bass) und Manfred Vetter (Percussion). Eine Reihe neuer Lieder ist fertig, aber noch nicht für CD aufgenommen, sagt Fredrik Vahle im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung.

In Arbeit ist ein Buch, in dem die »wahre Geschichte der Anne Kaffeekanne« enthüllt wird. Außerdem sitzt er an einem Buch mit dem geplanten Titel »Singen, sagen, sich bewegen«. In Vorbereitung sind mit Pfarrer Wolfgang Gerhard darüber hinaus das Herbst- und das Weihnachtssingen der evangelischen Kirchengemeinde, nachdem das Frühlings- und das Sommersingen mit spirituellen Vahle-Liedern für Kinder und Erwachsene großes Interesse gefunden hatten. Nicht zuletzt hat er sich auf die Spuren von Orpheus begeben (»Sehr viel Kleinarbeit. Das wird mich länger beschäftigen«) und meint damit nicht den aus der griechischen Mythologie, sondern den historischen Wissenschaftler, Erfinder, Arzt und Schamanen aus Thrakien.

Gefeiert wird das 70. Wiegenfest, wie Vahle verrät, in zwei Etappen. Zunächst trifft sich der enge Kreis von Familie, weiterer Verwandtschaft und nahen Freunden zu Gesang, Musik, philosophischen Beiträgen und allerlei Vorführungen in der Grillhütte auf dem Hahnenkopf, um Landschafts- und Naturspezialitäten zu genießen. Für den Abend hat der Liedermacher und Autor rund 100 Personen in das Dorfgemeinschaftshaus gebeten. Kredenzt wird den geladenen Gästen ein Vier-Jahreszeiten-Menü mit Frühlingsrolle, Sommersalat, Herbstragout und Wintergestöber. (Margot-Gabriele Bode, Gießener Allgemeine Zeitung)

Hier nun das 2. Album seiner „Die Rübe – Lustige und listige Kinderlieder“ veröffentlicht – wie könnte es anders sein – auf dem Pläne-Label. Und noch heute, wenn ich diese Lieder wieder mal höre … sie sind witzig, pfiffig, musikalisch durchgehend kurzweilig und ja … Lieder wie „Der Vater ist die Arbeit los“, „Die Postfrau, „Das Lied von der kleinen Klasse“ (Musik: Mikis Theodorakis) waren damals wichtig und ja, sind auch heute noch wichtig.

Und ja: meine Töchter haben den Frederick Vahle noch heute gut in Erinnerungt (allerdings ist sein „Anne Kaffeekanne“ bei ihnen noch mehr im Ohr) …  Von daher erlaube ich mir auch einen Hauch von Rührseligkeit an vergangene Tage, als ich noch ein so ganz aktiver Papa war …

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass ein gewisser Wolfgang Dauner bei „Die Weltraumfahrt“ am synthesizer agiert und dass ein gewisser Dieter Süverkrüp die Grafik für das Frontcover lieferte … was ich allerdings so gar nicht verstehen kann, warum man eine LP für Kinder mit einem Begleittext (auf der Rückseite der LP Hülle) versieht, den man kaum lesen kann …

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Besetzung:
Christiane Knauf (vocals)
Frederick Vahle (guitar, vocals)
+
Günther Leimstoll Orchester
+
Wolfgang Dauner (synthesizer bei 08.)
Jochen Kaboth (banjo)

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Titel:
01. Der Fuchs (Traditional) 2.30
02. Das Lied von der müden Fliege (     1:32
03. Onkel Ede (Vahle/Brecht) 0.52
04. Frosch und Maus (Traditional/Vahle) 3.36
05. Unser Haus (Vahle) 3.23
06. Die Oma (Vahle) 2.33
07. Das Omnibuslied (Guthrie/Vahle) 1.40
08. Die Weltraumfahrt (Vahle) 4.50
09. Der Maurer Otto (Vahle/Traditional) 2.34
10. Der Vater ist die Arbeit los (Vahle/Maiwald) 0.56
11. Kinderverse (Brecht/Vahle) 1.34
12. Der Rattenfänger von Hameln (Vahle) 6.49
13. Die Postfrau (Theodorakis/Vahle) 2.43
14. Es war einmal ein Schwein (Brecht/Vahle) 1.03
15. Das Lied von der kleinen Klasse (Theodorakis/Vahle) 3.34
16. Was ein Kind braucht (Maiwald/Vahle) 1.38

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St. Georgs-Chorknaben Ulm – 5 Lieder (1976)

FrontCover1Nun ja, ganz sicher nicht jedermanns Geschmack (und auch meine Begeisterung für diese Musik hält sich arg in Grenzen), aber dieser blog soll halt nun u.a. auch die kulturelle Vielfalt „aus deutschen Landen“ präsentieren und so findet halt nun auch diese Single ihren Weg in diesen blog:

Die St.-Georgs-Chorknaben wurden 1968 vom damaligen Vikar Wilhelm Wahl gegründet und geleitet. Schon nach wenigen Monaten konnte der über 30-köpfige Knabenchor mehrstimmige Choräle und Motetten singen.
Von 1970 – 1973 leitete Vikar Manfred Schlichte den Chor. Das aktive Leben des Chores zeigte sich schon damals durch Chorfreizeiten, Teilnahme an Diözesantreffen und internationalen Kongressen. 1973 übernahm der damals 16-jährige Christoph Denoix – bis dahin selbst Sänger der Georgschorknaben – die Leitung bis zum Jahr 1982. Immer stärker wurde der Chor ins Gemeindeleben miteinbezogen und so konnten die räumlichen und wirtschaftlichen Bedingungen für eine gedeihliche Arbeit verbessert werden. Prof. Georg Jelden übernahm 1979 die stimmbildnerische Betreuung des Chores. Von 1982 – 1983 waren Rainer Buchmaier, von 1983 – 1988 Stefan Geyer – ebenfalls ehemaliger Sänger – und von 1988 – 1991 Klaus Zinnecker Chorleiter der St.-Georgs-Chorknaben und führten die Chorarbeit kontinuierlich weiter. Mit Thomas Stang wurde 1991 erstmals ein Chorleiter der Chorknaben hauptamtlich angestellt. Träger der Chorleiterstelle ist die Katholische Gesamtkirchengemeinde Ulm, Sitz des Chores war und ist die Kirchengemeinde St. Georg, die auch die Probenräume zur Verfügung stellt.

Der Chor wird durch den 1978 gegründeten „Verein der Freunde der St.-Georgs-Chorknaben“ ideell und finanziell unterstützt. Die St.-Georgs-Chorknaben sind Mitglied im Verband der Pueri Cantores. (von der website des Chores)

Hier also nun diese seltene Single aus der Zeit, als Christoph Denoix (zum Zeitpunkt der Aufnahme war 19 Jahre alt) die Leitung des Chores hatte. Bereits 1974 hatte der Chor eine Platte mit „weihnachtlichen Liedern“ veröffentlicht, hier nun ihre zweite Aufnahme „mit romantischen Motetten“, die im September 1976 im renommierten Tonstudio Bauer, Ludwigsburgrealisiert wurden.

Und aus dem jugendlichen Chroleiter, Christoph Denoix ist dann noch sowas ganz ordentliches geworden: Von 1981 – 1987 war er Kantor in Berlin und Limburg, es folgten 3 Jahre der freiberuflichen Tätigkeit und ab 1990 wirkt er in dem damals neu gegründeten Chor „von humana Ulm“. Und seit 2001 ist er der musikalische Leiter der „Sommerlichen Ulmer Musiktage“.

Desweiteren weise ich daraufhin, dass diese Single (trotzt einer optischen ansprechenden Oberfläche der Single) hörbare Knister-Anteile hat … aber … so ist das halt.

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Besetzung:
St. Georgs-Chorknaben Ulm unter der Leitung von Christoph Denoix

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Titel:
01. Loeus Iste (Bruckner) 3.12
02. Tantum ergo (Bruckner) 1.12
03. Alta trinita (Traditional) 2.22
03. Dein Wort, o Herr, wohnt weit und ewig im Himmel (Reger) 1.51
04. Dein, o Herrr, ist die Kraft (Reger) 1.27

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Hein & Oss – Singen Volkslieder – Auf den Plätzen, in den Straßen (1976)

FrontCover1Höchste Zeit, sich mal wieder dem famosen Duo „Hein & Oss“ zuzuwenden:

Die Zwillingsbrüder Hein und Oss Kröher (* 17. September 1927 in Pirmasens, eigentlich Heinrich Kröher und Oskar Kröher) sind zwei deutsche Folk-Sänger und Liedermacher.

Der Schuhvertreter und spätere Lehrer Oskar und der Kaufmann Heinrich waren in der Jungenschaft verwurzelt. In der Nachkriegszeit spielten beide zunächst als Gitarristen im Zweibrücker Jazzorchester, bald widmeten sie sich jedoch in ihrer Freizeit ganz dem deutschen Volkslied. Sie veröffentlichten 17 Langspielplatten und CDs sowie Bücher mit Liedsammlungen aus aller Welt. Für ihr Liederbuch Das sind unsre Lieder, illustriert von Gertrude Degenhardt, erhielten sie 1978 auf der Weltausstellung für Buchkunst in Tel Aviv sogar die Silbermedaille. Gemeinsam mit Peter Rohland initiierten sie das Festival Chanson Folklore International auf Burg Waldeck (1964–69).

Der Bundespräsident verlieh ihnen für ihr künstlerisches Schaffen im Jahr 2000 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Darüber hinaus erhielten sie zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Die Brüder betätigen sich auch schriftstellerisch. Heinrich Kröher schreibt Kolumnen in der Pirmasenser Zeitung unter dem Pseudonym Hoyna Tsiyäuna („Heiner Zigeuner“) und dokumentiert dabei die Pirmasenser Mundart. Oskar Kröher veröffentlichte ein Buch (Das Morgenland ist weit) über eine Motorradfahrt mit seinem Freund Gustav Pfirrmann im Jahr 1951 nach Indien. Zu Oskars 80. Geburtstag im Herbst 2007 erschien der erste Teil seiner Autobiographie Ein Liederleben, 2011 der Nachfolgeband Auf irren Pfaden, und 2013 Vom Lagerfeuer ins Rampenlicht.

Beim Auftritt am 15. Juni 2011 auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz kündigten die Brüder an, dies sei ihr letztes öffentliches Konzert.

Die Zwillingsbrüder Heinrich und Oskar Kröher haben als „Hein & Oss“ mehr als fünfzig Jahre auf den Bühnen in Europa und in Nordamerika gestanden. Sie sind deutsche Liedermacher und nennen sich selbst „Die Volkssänger“ – nach einem Ausdruck aus dem Wiener Biedermeier. Lange bevor man von einer neuen Volksliedbewegung sprach, hat sich das Gesangs- und Gitarrenduo um demokratische Volkslieder bemüht: Arbeiterlieder, Freiheitslieder der Heckerzeit von 1848/49, Lieder vom Hambacher Fest, Partisanenlieder und Soldatenlieder gegen den Drill, Seemannslieder und Cowboylieder, Lieder vom Wandern, vom Trinken und von der Unrast. Ihre Liederbücher sind stilprägend. Die Mitbegründer und regelmäßigen Teilnehmer der Festivalreihe „Chanson Folklore International“ auf Burg Waldeck im Hunsrück bereisen die halbe Welt seit Jahrzehnten auch für das Goethe-Institut und den Deutschen Akademischen Austauschdienst. (Quelle: wikipedia)

Und dieses Doppel-Album (veröffentlicht bei der Gewerkschaftseigenen „Büchergilde“)  hat den beiden wohl besonders viel Popularität gebracht (mich jedenfalls hat es damals schon sehr beeindruckt) … dabei war es eigentlich ihr bereits ihr neuntes Album … ihr erstes Album „Soldatenlieder“ erschein bereits 1966 auf CBS !

Diesem Album wurde ein 12seitiges booklet beigefügt … mit all den Texten … da kann man nur sagen: Eine wirklich liebevolle Edition … entdecken und wundern !

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Besetzung:
Heinrich „Hein“ Kröher (vocals, guitar)
Oskar „Oss“ Kröher (vocals, guitar)
+
Gabriele Bollinger (vocals)
Franz Deubner (violin)
Karl-Heinz Feit (cello)
Manfred Hartenstein (fagott)
Thomas Kammacher (hurdy-gurdy, recorder, bagpipes, violin, percussion, jew´s harp)
Stefan Klinkhammer (cembalo)
Georg Kremer (percussion, castagnetten)
Hans Lengenfeld (bass)
Heinz Loch (oboe)
Josef Merkl (violin)
Rudi Risavy (violin, flute)
Armin Rusch (accordeon)
Uwald Schneider (trumpet)
Jürgen Schöntges (bagpipes)
Giuseppe Solera (clarinet)
Helmut Waller (english horn)
Willy Zanke (flute)
Ernst Zindl (waldhorn)

Booklet

Titel:

LP 1:
01. Wie schön blüht uns der Maien 2.30
02. Es hat ein Bauer ein schönes Weib 3.27
03. Zu Straßburg auf der Schanz  3.17
04. All mein Gedanken 2.08
05. Der Bettelvogt 2.27
06. O König von Preußen 3.53
07. Die große Hungersnot 2.00
08. Innsbruck, ich muß dich lassen 3.31
09. Der Böhmische Wind 1.59
10. Drei Zigeuner 3.11
11. Der Tod von Basel  2.20
12. Zogen einst fünf wilde Schwäne 2.11
13.. Die Leineweber 2.20
14. Schlagt auf die Trommel  2.55
15. Glück auf! Glück auf!  1.55
16. Es zogen drei Sänger 2.20
17. Ade zur guten Nacht 2.49

LP 2:
01. Das Liebchen bringt große Freud  1.25
02. Wach auf, meines Herzens Schöne 2.28
03. Feinsliebchen, du sollst nicht barfuß gehn 2.23
04. Es ist ein Schnee gefallen 3.00
05. Bei Regen oder Sonnenschein 2.41
06. Da droben auf jenem Berge  2.29
07. Der Mond ist aufgegangen  4.00
08. Das zerbrochene Ringlein  2.59
09. Muß i denn zum Städtle hinaus 2.27
10. Die Gedanken sind frei 2.13
11. Unkraut 1.09
12. Der Arme muß ins Feld 1.52
13. Es ist ein Schnitter 2.14
14. Horch, Kind, horch 2.57
15. Das Leibregiment 4.08
16. Die Herren Generale 2.03
17. Spaniens Himmel 2.00
18. Grandola, Vila Morena  2.20

Alle Lieder: Tradtionals

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HeinOss2011

Hein & Oss bei ihrem letztem Auftritt (15. Juni 2011 auf der Festung Ehrenbreitstein/Koblenz)

 

Michael Jung – Ein letzter Gruß (1976)

FrontCover1Und jetzt ein spannendes Beispiel der Kategorie „schwarzer Humor“, denn diese LP ist untertitelt mit „Die fröhlichen Grablieder des Ritters Michael Jung von Jung, Pfarrer zu Kirchdorf an der Iller“.

Aha.

Und wer zum Teufel war Michael Jung ?

Michael von Jung (* 29. September 1781 in Saulgau; † 24. Juli 1858 in Tettnang) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Dichter von Grabliedern, die er zur Laute vortrug und später auch in Buchform veröffentlichte. Seine Lieder zeichnen sich aus durch eine unbekümmert-drastische Darstellung von Krankheiten, Unfällen und Todesarten, andererseits durch die seelsorgerliche Bemühung um das Seelenheil der Toten und der Lebenden im Geiste der Aufklärung. Dieser Kontrast ergibt eine Fallhöhe, die Jung vor allem als Meister der unfreiwilligen Komik bekannt werden ließ.

Nach dem Theologiestudium an der Universität Salzburg und dem Besuch des Priesterseminars in Meersburg erhielt Jung 1806 die Priesterweihe. Im Anschluss folgte die viereinhalbjährige Vikariatszeit in Erolzheim. Schließlich wurde er 1811 zum Pfarrer im oberschwäbischen Kirchdorf an der Iller bestimmt.

Für seine Verdienste bei der Krankenpflege während einer Typhusepidemie im Jahr 1814 wurde Jung zum Ritter des königlich württembergischen Zivilverdienst-Ordens ernannt. Der Ritter-Titel, den Jung von nun an stolz trug, war mit dem persönlichen Adel verknüpft.

MichaelVonJungSeine Lieder, die er gerne mit der Laute begleitete, brachten ihn mehrfach in Konflikt mit der kirchlichen Obrigkeit. 1820 musste er eine Geldstrafe wegen „unbefugten und unwürdigen Schriftenverfassens“ zahlen. Obwohl ihm das kirchliche Imprimatur 1837 verweigert wurde, veröffentlichte er 1839 in zwei Bänden 200 seiner Lieder im Selbstverlag. Der Titel „Melpomene oder Grablieder“ nimmt Bezug auf Melpomene, die Muse der tragischen Dichtung und des Trauergesangs.

1849 wurde er nach Tettnang strafversetzt, wo er als Kaplan tätig war und 1858 starb.

Im 20. Jahrhundert erfuhr Jung neue Aufmerksamkeit, und seine Lieder erschienen in Auswahlausgaben, die die komischen Elemente in seinem Werk betonen. Im Theaterstück Sing nicht, Vogel von Alfred Weitnauer besucht ein Domkapitular Stolzenberg den Kirchdorfer Pfarrer, um ihn – natürlich erfolglos – von seinem unwürdigen Tun abzubringen. Unter dem Titel Der Vogel läßt das Singen nicht wurde das Theaterstück 1966 vom SDR mit dem schwäbischen Volksschauspieler Willy Reichert in der Hauptrolle verfilmt, den Besucher spielte Dieter Borsche. (Quelle: wikipedia)

Und hier seine Verse, produziert vom „Südwestfunk Landesstudio Tübingen“ als Produktion des Südwestfunks, eingespielt mit einem markigem Sprecher, einem Bariton + Lauten – Duo und den Harmonium Commedists.

Die schrägen Interpretation sind einfach nur passend zu diesem schrägen Vogel namens Michael von Jung, der im 19. Jahrhundert seine makabren Texten zelebrierte …

Originalausgabe

Titelblatt von Melpomene, 1839

Besetzung:
Walter Starz (Sprecher bei 02., 04., 06., 07.,  08. + 09.)
+
Karl Griessel (bariton bei 01., 05.,08. + 11.) )
Otto Neudert (lute)
+
Die Harmonium Commedists (bei 03.):
Arnold Feil – Herrad Hornung-Whehrung – Hans Hornung – Kurt Besserer – Günther Petry

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Titel:
01. An den Tod 4.08
02. Bei dem Grabe eines Kindes, das von seinem Vater erstochen wurde 1.44
03. Bei dem Grabe eines Mannes, der mit dem Regenschirm erstochen wurde 4.44
04. Bei dem Grabe eines Mannes, der von Jägern erschossen wurde 4.21
05. Bei dem Grabe eines Jünglings, der sich zu tod tanzte 5.36
06. Bei dem Grabe eines Mannes, der bei einem Diebstahl ums Leben kam 4.16
07. Bei dem Grabe einer vortrefflichen Sängerin, die an der Cholera starb 4.30
08. Bei dem Grabe eines Kindes, das durch die Hand seiner Mutter starb 7.04
09. Bei dem Grabe eines vom Blitz erschlagenen Jünglings 3.02
10. Bei dem Grabe einer Frau, bei deren letzten Zügen der Kammerboden brach 1.32
11. Tönet traurig dumpfe Totenglocken 1.02

Texte und Musik: Michael von Jung

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Die deutschen Barocksolisten – Kammermusik des Barock aus Frankreich (1976)

FrontCover1Wer jene anmutigen Klänge der Barockmuik zu schätzen weiss, der ist natürlich bei den „Deutschen Barocksolisten“ bestens aufgehoben.

Nach meinem Kenntnisstand wurden die Deutschen Barocksolisten Anfang der 70er Jahre gegründet und Leiter des Ensembles war Günther Höller (Jahrgang 1937):

Günther Höller erhielt ersten Flötenunterricht bei Hans-Martin Linde, dem er entscheidende Impulse verdankt. Anschließend studierte er bei Gustav Scheck und Hans-Peter Schmitz.

Günther Höller gilt als einer der Pioniere des Spiels auf der Traversflöte und der Blockflöte. Als Mitglied prominenter Ensembles für Alte Musik – der Capella Coloniensis, des Collegium Aureum, der Deutschen Barocksolisten – unternahm er internationale Konzertreisen; zahlreiche Rundfunk-, Schallplatten- und CD-Aufnahmen dokumentieren die große Bandbreite seines musikalischen Schaffens. Als Professor an der Musikhochschule Köln kann Günther Höller auf große musikpädagogische Erfolge verweisen; eine stattliche Zahl junger Flötisten ist aus seiner Schule hervorgegangen, unter denen viele wiederum als Professoren im In- und Ausland wirken.

Auf dieser Scheibe beschäftigt sich das Quintett ausschließlich mit Frühwerken des französischen Barocks. Auf der Rückseite der LP-Hülle kann man sich dann mit detailierten Informationen beschäftigen. Überhaupt: warum, verdammt noch mal, werden vertiefte Informationen dieser Art stets nur auf klassischen Alben geboten ? Nun gut, frühere Jazz-Alben aus den USA hatten auch immer viel Text im Angebot.

Hier aber kann man verzaubernde Klänge vernehmen, die einem mit viel Liebe zum Detail angeboten worden. „Die Entdeckung der Langsamkeit“ findet hier eine musikalische Heimat … großartig !

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Besetzung:
Rudolf Ewerhart (cembalo)
Klaus Heitz (violoncello)
Günther Höller (flute)
Helmut Hucke (oboe)
Josef Niessen (violin)

GüntherHöller2012

Günther Höller, 2012

Titel:

Joseph Bodin de Boismortier:
01. Sonate a-Moll für Altblockflöte, Oboe, Violine und Basso continuo, op. 34,6/ 6.56

Michel Corrette:
02. Concerto D-Dur für Traversflöte, Violine und Basso continuo, op. 4,5/ 5.51

Jean Baptiste Loeillet:
03. Triosonate c-Moll für Altblockflöte, Oboe und Basso continuo, op. 1,5 / 7.28

Jacques-Christophe Naudot:
04. Fête rustique : Triosonate C-Dur für Sopranblockflöte, Oboe und Basso continuo, op. 8,3 / 7.59

François Couperin:
05. Triosonate g-Moll : L’astrée : für Oboe, Violine und Basso continuo / 10.10

Joseph Bodin de Boismortier:
06. Sonate g-Moll für Traversflöte, Oboe, Violine und Basso continuo, op. 34,1 /  6.19

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