Evelyn Künnecke – Evelyn II. (1976)

FrontCover1Die Evelyn Künnecke war schon so ne ganz besondere Marke:

Evelyn Künneke, eigentlich Eva-Susanne Künneke (* 15. Dezember 1921 in Berlin; † 28. April 2001 ebenda) war eine deutsche Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin. Sie wurde in Szene-Kreisen als die letzte Überlebende der Lili-Marleen-Generation bezeichnet.

Die Tochter des Operettenkönigs Eduard Künneke und seiner Ehefrau, der Opernsängerin Katarina Garden (eigentlich Katarina Krapotkin) erhielt Ballettunterricht bei Victor Gsovsky, Schauspielunterricht bei Ilka Grüning, Lucie Höflich und Leslie Howard sowie Gesangsunterricht bei Maria Ivogün. Daneben arbeitete sie als Fotomodell. Im Stepstudio Edmont Leslie erlernte sie den Stepptanz. 1935 erwarb sie die Mittlere Reife an der Fleckschen Privatschule in Berlin. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wurde sie zweite Solotänzerin der Berliner Staatsoper, doch für Furore sorgte sie als Steptänzerin „Evelyn King“ in Berliner Cabarets und Varietés. Siebzehnjährig gründete sie 1938 zusammen mit Horst Matthiesen ihr eigenes Tanzstudio in Berlin.

1939 wurden ihre derartigen Auftritte untersagt. Sie nannte sich nun Evelyn Künneke und begann eine Karriere als Sängerin. Dabei wirkte sie mit namhaften Komponisten wie Peter Igelhoff und Michael Jary zusammen. Sie hatte ihren ersten großen Erfolg im Jahr 1941 mit Sing, Nachtigall, sing (aus dem Film Auf Wiedersehn, Franziska), das Wolfgang Borchert sein Lieblingslied genannt hat. Evelyn Künnekes Schlager wie Haben Sie schon mal im Dunkeln geküßt? waren wie bei keiner anderen deutschsprachigen Sängerin dieser Zeit unüberhörbar von der damals in Deutschland politisch verpönten Musikrichtung Swing beeinflusst.

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Zur Truppenbetreuung unternahm sie während des Krieges häufig Tourneen. Von 1942 bis 1944 trat sie an der Ostfront auf, Anfang 1944 auch an der Westfront. 1944 wurde sie wegen Defätismus verhaftet und im Januar 1945 in die Haftanstalt Berlin-Tegel eingeliefert. Kurz vor Kriegsende wurde sie jedoch wieder freigelassen, um zusammen mit dem geheimen Propaganda-Orchester Charlie and His Orchestra anti-amerikanische Swing-Titel zu singen.

Nach dem Krieg hatte sie noch einige Jahre Erfolg als Schlagersängerin, zunächst auch in dem Show-Orchester von Walter Jenson 1945 in Hamburg. Zu ihren Hits gehörten unter anderem Winke-winke, Allerdings – sprach die Sphinx (mit dem Orchester Wolf Gabbe) und Egon. 1953 tourte sie durch die USA. Drei Jahre später feierte sie ihren einzigen Hit in den deutschen Single-Charts, die erst 1955 eingeführt worden waren: Künnekes deutschsprachige Version von Hernando’s Hideaway erreichte Platz 8. 1958 trat sie in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest an. In den späten 1950er und 1960er Jahren verblasste ihr Stern, mehrere Versuche, sich neu zu etablieren, scheiterten. Mitte der 1970er Jahre feierte Evelyn Künneke ihr großes Comeback als Schauspielerin im Wirkungskreis von Rainer Werner Fassbinder und Rosa von Praunheim. Bis ins hohe Alter tingelte sie als Chansonsängerin durch die Berliner Szenelokale, unter anderem gemeinsam mit Brigitte Mira und Helen Vita als Drei Alte Schachteln. Auch veröffentlichte Künneke einige Alben, so Sensationell (1975), Evelyn II. (1976) und Sing, Evelyn, sing! – Das Beste von Evelyn Künneke (1978).

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Evelyn Künneke war zunächst mit einem Engländer verheiratet, dem Vater ihrer Tochter. Ihr zweiter Ehemann war von 1963 bis 1972 der Diplomkaufmann Reinhard Thomanek. Ihre dritte Ehe ging sie 1979 mit ihrem Manager Dieter Hatje ein.

Sie starb 2001 im Alter von 79 Jahren in ihrer Heimatstadt Berlin an Lungenkrebs. In der Charlottenburger Giesebrechtstraße, wo sie in der Wohnung ihres Vaters bis zuletzt lebte, erinnert eine Gedenktafel an sie.

Sie ruht auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin, neben ihrem Vater. (Quelle: wikipedia)

Hier also ihr 2. Album im Rahmen ihres 70er Jahre Comebacks. 1976 war sie wirklich in aller Munde, auch wegen des TV -Films „Ich bin ein Antistar. Das skandalöse Leben der Evelyn Künneke“ (Regie: Rosa von Praunheim). Der Berliner Abend schrieb damals: „Die Callas der Subkultur“.

Aber nun zur Musik: Arrangiert wurde sie von Rudi Bohn und Paul Vincent (einem anderen sehr interessanten Hans-Dampf-in-allen-Gassen der deutschen (Rock) Musik.

Und die Künnecke präsentiert sich als eine Art „frivole“ Hildegard Knef und das macht sie mit Bravour ! Schmissige Melodien, ein verruchter Gesang … durfchaus ansprechende Texte. Das Material wurde wohl überwiegend eigens für diese LP geschrieben aber auch Klassiker der deutschen Kleinkunst-Musik („Ich kann dem Emil seine Hände nicht vergessen“ oder „Bei mis bist de scheen“) sind zu hören. Ein durchaus empfehlenswertes Album für den geneigten Hörer, der mal wieder „die Künnecke“ entdecken will.

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Besetzung:
Evelyn Künnecke (vocals)
+
Chor und Orchester Rudi Bohn
+
Jonny Müller (harmonica, flute)
Die Rose Singers (background vocals)

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Live 1976

Titel:
01. Meine tausend Kneipen (Bohn/Haas) 2.52
02. Antistar (Bohn/Haas) 2.16
03. Bei mis bist de scheen (Secunda/Cahn/Chaplin/Jacobs) 2.51
04. Hey, Mister Tango (d´Alsegno/Pacher) 2.18
05. Menschen im Hotel (Bohn/Haas) 2.54
06. Ein rosaroter Elefant (Bohn/Haas) 2.24
07. Ich kann dem Emil seine Hände nicht vergessen (Alrbrecht-Peer/Günther) 3.16
08. Heino´s Walküre (Bohn/Haas) 3.17
09. Gestorben ist die Sünderin (Adamo/Hachfeld) 2.51
10. Es war einmal Liebe (Jack/Balz) 3.13
11. Mozart, wo wohnst du ? (Jary/Haas) 3.04
12. Die Alten (Les viieux) 4.01
13. Kikilala Hawaii (Vincent/Pacher) 3.38
14. Die Bluse (Bohn/Haas) 2.46
15. I´mJust On The Road (Eduard Künnecke/Haas) 1.58
+
16. Interview mit Evelyn Künnecke (Deutsche Welle, 1973) 15.51

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Axel Springer – Kein Aufschrei geht durch unserer Vaterland (1976)

FrontCover1Es gab wohl keine größere Reizfigur für die damalige Studentenbewegung (ja, ja, die 68er  …) als den Verleger Axel Springer:

Der Vater Axel Springers war der Verleger Hinrich Springer aus Altona, Inhaber des Verlages Hammerich & Lesser, Verleger der Altonaer Nachrichten und Schatzmeister der Deutschen Demokratischen Partei (DDP).[2] Seine Mutter war Ottilie Springer, geb. Müller.[3] Axel Springer machte nach dem Besuch eines Realgymnasiums in den Jahren 1928–1932 eine Lehre als Setzer und Drucker im Betrieb seines Vaters. Es folgte ein Volontariat in der Nachrichtenagentur Wolffsches Telegraphen Bureau und der Bergedorfer Zeitung. 1933 heiratete er die Hamburger Baumeistertochter Martha Else Meyer. Im selben Jahr kam die gemeinsame Tochter Barbara zur Welt. Nach den Nürnberger Rassegesetzen in der NS-Zeit wurde Meyer als sogenannte „Halbjüdin“ eingestuft. Die Ehe wurde 1938 geschieden. 1939 begann Springers zweite Ehe mit der Berlinerin Erna Frieda Berta Holm.

1933 kehrte Springer zur väterlichen Zeitung Altonaer Nachrichten, später Hamburger Neueste Zeitung, zurück. 1937 stieg er zum Chef vom Dienst und stellvertretenden Chefredakteur auf, ehe das Blatt 1941 auf Verfügung der Nationalsozialisten im Rahmen der ersten von drei großen Presse-Stilllegungsaktionen aufgrund Papierverknappung eingestellt wurde. Daher arbeitete Axel Springer ab 1941 als Verleger für belletristische Literatur im familieneigenen Verlag. Im gleichen Jahr wurde sein Sohn Axel Junior geboren, der später unter dem Pseudonym Sven Simon als Fotojournalist und Chefredakteur der dann vom Vater verlegten Welt am Sonntag bekannt wurde. Axel Springer blieb aufgrund eines roten Ausmusterungsscheins (dauernde Wehrdienstunfähigkeit) von jeglichem Kriegseinsatz verschont. Als Mitarbeiter der Altonaer Nachrichten war er während der Zeit des Nationalsozialismus für antisemitische Propaganda mitverantwortlich. Weiterhin trat er als Anwärter dem NS-Kraftfahrkorps bei.

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Axel Springer in den 50er Jahren

Ende 1945 erhielt Axel Springer zusammen mit seinem Vater von der in Hamburg zuständigen englischen Militärregierung eine Lizenz zur Publikation von Büchern. Springers verlegten zunächst Kalender und ab 1946 die Nordwestdeutschen Hefte, in denen Beiträge des neu gegründeten Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) gedruckt wurden. Mit der Gründung der Hör Zu! 1946 begann der Aufstieg seines Imperiums. Zusammen mit dem Verleger John Jahr senior erhielt Springer 1948 die Lizenz für die Zeitschrift Constanze, die ein weiterer Erfolg seines neu gegründeten Verlages wurde. Im selben Jahr gab er das Hamburger Abendblatt als erste vom Hamburger Senat lizenzierte Tageszeitung heraus.

Beim Aufbau des Zeitungsverlages kam es den Springers zupass, dass die Briten in Hamburg das Kommunikationszentrum für ihre Besatzungszone eingerichtet hatten. In Hamburg erschienen auch die ersten Parteizeitungen sowie die Wochenzeitung Die Zeit.

1948 wurde Springer Mitglied der Hamburger Freimaurerloge „Die Brückenbauer“ o.O. in der auch Paul Sethe (FAZ), Fritz Sänger (DPA), Carlo Schmidt, Ernst Fromm, Rolf Dahlgrün und Rolf Appel Mitglieder waren. Auf Springers Wunsch hin wurden in den 1950er Jahren die monatlichen Kolloquien der Loge in seiner privaten Bibliothek abgehalten.

Ab 1950 wurde von Springer das Hamburger Verlagshaus in der Kaiser-Wilhelm-Straße errichtet. Springers Rundfunk- und Fernsehzeitschrift Hör Zu! (später Hörzu) erreichte erstmals eine Auflage von über einer Million. 1952 konzipierte er sein mediales Erfolgsrezept: Die erste Ausgabe der Boulevardzeitung Bild, die seither täglich erscheint. Die Bild-Zeitung prägt bis heute stark polarisierend das Meinungsbild einer Millionenleserschaft und war jahrzehntelang auflagenstärkste Zeitung Europas (heute noch auflagenstärkste in Deutschland).-

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1953 heiratete Springer seine dritte Frau Rosemarie Alsen, geborene Lorenz, Tochter von Werner Lorenz. Springers schnell wachsender Medienkonzern kaufte im selben Jahr von den Briten Die Welt, Das Neue Blatt und die Welt am Sonntag. 1956 erfolgte eine Beteiligung am Berliner Ullstein Verlag; im selben Jahr erschien die erste Ausgabe der Bild am Sonntag. Im Sommer 1957 litt Springer an schizophrenen Schüben, in denen er sich für den wiedergeborenen Messias hielt. Er wurde durch Vertraute weitgehend abgeschirmt und durch gesundheitliche Probleme entschuldigt. Um im patriotischen Sinne eine Wiedervereinigung Deutschlands zu erreichen, traf sich Springer im Januar 1958 mit dem sowjetischen Staatschef Nikita Chruschtschow. Den idealen Zeitpunkt für die Übergabe seines gemeinsam mit Hans Zehrer erstellten Wiedervereinigungsplanes ließ Springer durch seine persönliche Astrologin errechnen. Bis auf ein ausführliches Interview für die Welt blieb das Treffen allerdings ergebnislos. Als Folge des Scheiterns kommt es zum Bruch mit seinem ehemaligen Mentor Zehrer und Springer beginnt, Chruschtschows Sowjetunion als „Reich des Bösen“ zunehmend journalistisch zu bekämpfen. Im Zuge des Kalten Krieges setzte Springer nun vermehrt Auslandskorrespondenten ein und gründete 1959 den Springer Auslandsdienst (SAD); gleichzeitig übernahm er die Mehrheit an der Ullstein-Gruppe mit den Tageszeitungen B.Z. und Berliner Morgenpost im Westteil Berlins.

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1961 verkaufte Springer seine Anteile an der Zeitschrift Constanze an seinen Verlegerkollegen John Jahr. Im selben Jahr trennte er sich von seiner Frau Rosemarie, um 1962 die vierte Ehe mit Helga Alsen, geb. Ludewig, einzugehen. Helga Alsen war ebenso wie Rosemarie Alsen zuvor mit Springers Nachbarn Horst-Herbert Alsen verheiratet. Aus dieser Ehe stammt Springers Sohn Raymund Nicolaus. In den Jahren 1964/65 übernahm Springer das Boulevardblatt Mittag, die Zeitschriften Bravo und twen, die Sportillustrierte kicker sowie den Münchner Verlag Kindler & Schiermeyer. Sein Generalbevollmächtigter wurde Christian Kracht. Sehr zum Missfallen Axel Springers wurde nun auch das seinem Verlag stets kritisch gegenüberstehende Magazin Der Spiegel in seinem Haus gedruckt. 1966 gründete er die Zeitschrift Eltern.

Privat wie publizistisch setzte sich Springer stark für eine Aussöhnung mit dem jüdischen Volk ein und unternahm mehrere Reisen nach Israel. 1966 eröffnete Springer im Beisein von Bundespräsident Heinrich Lübke sein neu errichtetes Verlagshaus an der Kochstraße (dort heute: Rudi-Dutschke-Straße) Ecke Lindenstraße (dort heute: Axel-Springer-Straße) in Berlin-Kreuzberg in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer. Die Standortwahl des mehrstöckigen Gebäudes war eine deutliche Kampfansage des Verlegers und sein Fanal gegen das System der DDR. 1967 wurde der Hauptsitz des Verlages komplett dorthin verlegt. Dasselbe Jahr wurde indes auch zu einem der unbequemsten Jahre des Springer-Verlags: Während Springer im Ausland nach Frieden suchte, blies ihm im eigenen Land mit der Parole „Enteignet Springer!“ ein heftiger Sturm entgegen und bildete den Auftakt zu den 68er Studentenunruhen. Überdies wuchs die Kritik an dem die Medien dominierenden Verleger, ausgehend von Intellektuellen und Schriftstellern, wie z. B. der Gruppe 47.

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Bei einem von der Rote Armee Fraktion (RAF) verübten Bombenanschlag auf das Hamburger Springer-Hochhaus 1972 wurden 17 Mitarbeiter verletzt. 1973 nahm Springer in Kettwig bei Essen seine sechste Druckerei in Betrieb und somit zugleich die damals größte Offsetdruckerei in Europa. Im selben Jahr wurden Brandanschläge auf Springers Gästehaus in Kampen auf Sylt und auf sein Chalet bei Gstaad verübt. Das Chalet brannte dabei vollständig nieder. Der Täter konnte nicht ermittelt werden, bis sich der Schweizer Autor Daniel de Roulet 2006 zu dem Anschlag bekannte. 1975 wurde Axel Springer für seine Bemühungen zur Annäherung der Bundesrepublik Deutschland mit Israel die Ehrendoktorwürde der israelischen Bar-Ilan-Universität verliehen. In seinen Konterangriffen gegen den von ihm tief gehassten Kommunismus gründete Springer 1976 die Zeitschrift Kontinent, in der verfolgte osteuropäische Regimekritiker und Schriftsteller sich äußern und publizieren durften. Im selben Jahr startete er diverse „Special Interest“-Titel (Fachjargon für Fachzeitschriften) wie Musikjoker, Ski-Magazin und das Tennis magazin. Überdies erwarb Springer Anteile der Münchner Zeitungs-Verlag GmbH & Co KG. Sein Begehren auf einen Kauf der Mehrheitsanteile an dem Münchener Verlag wurde jedoch wie schon früher vom Bundeskartellamt untersagt, um einer Hegemonie in der deutschen Presselandschaft Einhalt zu gebieten. Im selben Jahr erfolgte eine erneute Auszeichnung Springers durch die Hebräische Universität von Jerusalem. Im folgenden Jahr, 1977, erhielt er die Auszeichnung der American Friendship Medal für die freundschaftliche Position seiner Presse zu den USA.

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Axel Springer mit Konrad Adenauer

Zur selben Zeit demontierte der kritische Journalist und Schriftsteller Günter Wallraff mit seinem Enthüllungsbuch Der Aufmacher die Bild-Zeitung. Die sozialkritische Dokumentation Wallraffs deckte die Kehrseiten der Springer-Presse und ihre Methoden auf und warf einen dunklen Schatten auf den Medienzaren. Der von Bild gegen Wallraff geführte Prozess dauerte bis 1981 und wurde am Ende zu Wallraffs Gunsten entschieden. Weitere negative Nachrichten erreichten Axel Springer, als sein Verlag 1978 zu schätzungsweise 50.000 DM Schmerzensgeld verurteilt wurde, nachdem die Bild-Zeitung in ihrer Berichterstattung über den Mord am Vorstandssprecher der Dresdner Bank, Jürgen Ponto, die Studentin Eleonore Poensgen als „Terroristen-Mädchen“ diffamiert hatte. (Quelle: wikipedia)

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Günter Wallraff

Und hier können wir Axel Springer im Original-Ton hören. Diese Rede hielt er anläßlich der Verleihung der sog. Jakob-Fugger Medaille im Jahr 1976 in München.

Hüllentext

Und ich gestehe … mich hat´s gefröstelt … die Stimme jener Person zu hören, die mitverantwortlich war, dass menschenverachtender Journalismus geradzu zelebriert (und zwar sehr erfolgreich) in Deutschland salonfähig wurde.

Und auch wenn´s mir jetzt eher schlecht geworden ist: ein ganz und gar wichtiges Dokument zur Zeitgeschichte.

Besetzung:
Axel Springer (Redner)

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Titel:
01. Kein Aufschrei geht durch unserer Vaterland (Teil 1) 15.51
02. Kein Aufschrei geht durch unserer Vaterland (Teil 2) 22.16

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Karat – Karat (1978)

KaratFrontCoverHöre ich mir heute die alten Amiga-Aufnahmen an und stelle mir dabei die Bedingungen vor, unter denen musikbegeisterte Freaks im ‚“real existierendem Sozialismus“ ihrer Begeisteruncg nachgehen mussten, empfinde ich Achtung und Respekt vor dieser Leistung.

Aber nun ein paar Fakten zu den frühen Jahren von Karat:

Karat ist eine 1975 gegründete Band aus Berlin, die zu den erfolgreichsten in der DDR gehörte und mit deutschsprachiger Rockmusik bis heute erfolgreich ist. Bekanntestes Lied der Band ist Über sieben Brücken mußt du gehn. Für die Dauer eines Markenlöschungsverfahrens nannte sich die Gruppe vom 1. Januar 2006 bis zum 19. Juni 2007 ersatzweise K…!

 

Als das Jazzkonzept seiner Gruppe Panta Rhei Mitte der 1970er Jahre an Popularität verlor, entschloss sich der Bassist Henning Protzmann, eine neue Band zu gründen. Das Ziel war die Produktion publikumswirksamerer, aber trotzdem anspruchsvoller Musik. Als Protzmann auf den vormals bei Frank Schöbel beschäftigten Gitarristen Ulrich Pexa traf, der den Namen „Karat“ für die Gruppe vorschlug, und sich mit Hans-Joachim „Neumi“ Neumann ein Sänger, mit Konrad Burkert ein Schlagzeuger und mit Christian Steyer ein Keyboarder fanden, konnten die ersten Proben der neuen Band im Herbst 1974 beginnen. Nach drei Wochen stieg Steyer aus dem Projekt aus, um sich der Schauspielerei zu widmen. An seiner Stelle engagierte man Ulrich „Ed“ Swillms, den früheren Pianisten von Panta Rhei, der als Koryphäe in seinem Fach galt. Mit Ed Swillms kam auch der ehemalige Sänger und Gitarrist von Panta Rhei, Herbert Dreilich, in die Gruppe, womit die Gründungsbesetzung von Karat geboren war. Nachdem sie ihre ersten vier Aufnahmen beim Rundfunk erstellt hatten (Du und ich, Schwester, Leute, welch ein Tag und Ich lauf’ durch die Stadt, aufgenommen vom 24. bis 28. Januar 1975), gaben Karat am 22. Februar 1975 in Heidenau bei Dresden ihr erstes Konzert.

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Karat Single aus dem Jahr 1976

Bis Ende 1975 produzierte Karat insgesamt 13 Rundfunkaufnahmen, die die Gruppe schnell bekannt machten, obschon die Kritik bezüglich der ersten Songs durchaus geteilter Meinung war. Seit Juni 1976 ersetzten Bernd Römer (Gitarre) und Michael Schwandt (Schlagzeug), die beide von der Horst-Krüger-Band kamen, Ulrich Pexa und Konrad Burkert. 1977 trat Hans-Joachim „Neumi“ Neumann schließlich seinen Militärdienst an, wodurch Herbert Dreilich, vormals Gitarrist und Sänger zugleich, zum alleinigen Sänger wurde. Seine Stimme wurde schließlich zum Markenzeichen von Karat. In der Zwischenzeit hatten sich mit den lyrischen Titeln Märchenzeit und Abendstimmung die ersten größeren Erfolge eingestellt, die die Basis für die für Karat typische Stilistik bildeten. Auch der Gewinn einer Goldmedaille bei der Leistungsschau Anfang 1977 und die Auszeichnung mit dem Kunstpreis der FDJ für die von Karat veranstalteten Schülerkonzerte zur Geschichte der Rockmusik dokumentieren den Aufstieg der Gruppe zu einer der führenden Rockformationen der DDR. Durch den Gewinn des Grand Prix beim Internationalen Schlagerfestival 1978 mit den Titeln König der Welt und Über sieben Brücken mußt du gehn gelang Karat der endgültige Durchbruch. Die Teilnahme der Rockband an einem Schlagerfestival kommentierte Herbert Dreilich später wie folgt: „Wir haben das gerne angenommen, denn wir waren und sind heute noch der Meinung, man sollte nicht in Schubladen denken. Schlager, Pop und Rock, da sind die Grenzen doch fließend. Weshalb sollten wir so ein internationales Podium nicht nutzen? Es konnte doch nur von Vorteil sein!“ Durch den mittlerweile schon länger anhaltenden Erfolg wurde auch das staatseigene Plattenlabel für Unterhaltungsmusik Amiga auf Karat aufmerksam. 1978 wurde Karats erste LP Karat veröffentlicht, auf der eine Auswahl der bis dahin entstandenen Rundfunkaufnahmen enthalten ist.

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Karat Single aus dem Jahr 1978 (BRD-Veröffentlichung)

Die Platte besteht – wie bereits erwähnt – zum größten Teil aus einzelnen Rundfunkproduktionen und nur teilweise aus Aufnahmen, die vom staatlichen Label Amiga eigens für das Album produziert wurden. Die Platte wird als eher untypisch für Karat eingestuft, was unter anderem durch den Sänger Hans-Joachim „Neumi“ Neumann, der hier noch einige Titel sang, und der noch nicht klar definierten Stilrichtung der Gruppe erklärt werden kann. Viele Titel sind stilistisch noch dem Hardrock (und nicht dem für Karat eher typischen Prog-Rock) zuzuordnen, so unter anderem Das Monster, Rock-’n’-Roll-Fan und die Ballade von den sieben Geistern. Mit Märchenzeit, Abendstimmung und vor allem König der Welt wies Karat jedoch schon darauf hin, welche musikalische Entwicklung sie später vollziehen sollten. Der Titel König der Welt stand im Jahre 1978 als erster Karat-Titel auf Platz 1 der DDR-Hitliste, gefolgt von dem ebenfalls von Karat stammenden berühmten Lied Über sieben Brücken mußt Du geh’n, das den zweiten Platz erreichte.

Als Singles wurden die Titel Das Monster und Abendstimmung in der DDR und König der Welt und Reggae Rita Star in der Bundesrepublik Deutschland ausgekoppelt. Das Album selbst erschien in Gänze nur in der DDR. 1983 wurden nachträglich vier Songs aus Karat auf einer Super-Sound-Single von Teldec in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht (Und ich liebe Dich, Abendstimmung, Märchenzeit und He, Manuela).

Das Debüt-Album von Karat verkaufte sich in der DDR und anderen sozialistischen Ländern etwa 350.000 Mal. (Quelle: wikipedia)

Ein beachtliches Debütalbum und noch so etliche Leder kann man sich heute noch und gerne anhören .. einer meiner Favoriten sind wohl „König der Welt“ und „Ballade von den sieben Geistern“ … da wird ganz schön gerockt …

… und dann kam bald darauf „Über sieben Brücken musst du gehen“ … und der Rest ist Geschichte … +

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Besetzung:
Herbert Dreilich (vocals, guitar)
Hans-Joachim „Neumi“ Neumann (vocals) (1975-1977)
Henning Protzmann (bass, vocals)
Bernd Römer (guitar)
Michael Schwand (drums)
Ulrich „Ed“ Swillms (keyboards)
+
Ulrich Pexa (vocals, guitar)

BackCover

Titel:
01. Das Monster (Swillms/Lasch) 4.33
02. Märchenzeit (Swillms/Demmler) 3.53
03. Die Burg (Swillms/Lasch) 4.16
04. Reggae Rita Star (Swillms/Dreilich) 3.15
05. König Der Welt (Swillms/Demmler) -5.36
06. Rock’n Roll Fan (Swillms/Dreilich) 3.48
07. Und Ich liebe Dich (Dreilich/Dreilich) 3.49
08. Ballade Von Den Sieben Geistern (Swillms/Lasch) 4.59
09. He, Manuela (Dreilich/Swillms/Dreilich) 4.51
10. Abendstimmung (Swillms/Lasch) 4.51
+
11. Mein Dorf (Pexa/Gerlach) 2.55
12. Leute, Welch Ein Tag (Pexa/Gerlach) 2.50
13. Erna (Protzmann/Gerlach) 3.19
14. Draußen Im Kornfeld (Swillms/Lasch) 3.32
15. Such Ein Zimmer (Pexa/Lasch) 3.26

 

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Münchner Kammerorchester – Musik am Hofe des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern (1976)

FrontCover1Jetzt wird es fürstlich !

Kurfürsten Max Emanuel von Bayern lädt uns ein, jener Musik zu lauschen,die an seinem Hofe, in seinen Gemächern  … zur Verlustierung seiner Gäste diente.

Maximilian II. Emanuel (Ludwig Maria Joseph Kajetan Anton Nikolaus Franz Ignaz Felix, kurz Max Emanuel; * 11. Juli 1662 in München; † 26. Februar 1726 ebenda) war ein Wittelsbacher und seit 1679 Kurfürst von Bayern. Während des Großen Türkenkrieges machte er sich als Feldherr in kaiserlichen Diensten einen Namen. Die Osmanen nannten ihn wegen seiner blauen Uniformjacke, die weit über die Schlachtfelder zu sehen war, den Blauen König.

Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde er 1692 Generalstatthalter der Spanischen Niederlande. Diesen Posten behielt er bis 1706. Seine Hoffnungen zumindest auf einen Teil des spanischen Erbes führten dazu, dass er zu Beginn des Spanischen

Max Emanuel von Bayern

Max Emanuel von Bayern

Erbfolgekrieges ein Bündnis mit Ludwig XIV. einging.

In den ersten Jahren des Krieges agierte er als dessen Verbündeter durchaus offensiv, ohne aber nennenswerte Erfolge zu erzielen. Nach der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Höchstädt von 1704 musste er Bayern verlassen. Im Jahr 1706 wurde über ihn sogar die Reichsacht verhängt.

Nach dem Ende des Krieges konnte er seine Herrschaft in Bayern wieder antreten. Er bemühte sich um einen Ausgleich mit dem Haus Habsburg und versuchte die Position des Hauses Wittelsbach im Reich zu stärken. (Quelle: wikipedia)

Und da sind die Experten rund um das Münchner Kammerorchester mal wieder ganz tief ins Archiv gestiegen und haben kleine Kostbarkeiten der barocken Musikliteratur ans Tageslicht gebracht.

Und was einem da entgegenschallt ist z.T. wirklich ne Wucht … insbesondere die Kompositionen eines Pietro Torri vermögen zu begeistern, angesichts dieser wunderbar triumphalen Bläsersätze … da wird geschmettert, was das Zeug hält,

Weniger überzeugend (aber das liegt an mir und meinem Verhältnis zum klassischen Gesang) sind dann die Auftritte von Sopranistin Kari Lövaas.

Versöhnen klingen dann wiederum die barocken Miniaturen von dem mir ebenfalls gänzlich unbekannten Melchior d’Ardespin.

Wer – wie ich – Freude an barocker Musik hat … der wird hier fündig und neues entdecken … und das lohnt sich !

Geleitet wurde dieses feine Konzert von dem Dirigenten Hans Stadlmair:

Hans Stadlmair (* 3. Mai 1929 in Neuhofen an der Krems in Österreich) ist ein Dirigent und Komponist.

Hans Stadlmair

Hans Stadlmair

Hans Stadlmair war von 1956 bis 1995 künstlerischer Leiter des Münchener Kammerorchesters und dirigierte mit ihm auch diverse Uraufführungen. Zu seinen bedeutendsten Einspielungen zählen die kompletten Sinfonien von Joseph Joachim Raff mit den Bamberger Symphonikern. Die Werksammlung Stadlmairs befindet sich im Deutschen Komponistenarchiv in Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden.

Und es musiziert das Münchner Kammer-Orchester:

Das Münchener Kammerorchester (MKO) ist ein professionelles Orchester mit Sitz in München mit derzeit 26 festangestellten Musikern (15 Violinen, 4 Bratschen, 5 Violoncelli und zwei Kontrabässen). Konzertmeister ist Daniel Giglberger.

Das Münchener Kammerorchester wurde von Christoph Stepp 1950 gegründet, von 1956 bis 1995 leitete Hans Stadlmair das Orchester. Von 1995 bis 2006 war Christoph Poppen Künstlerischer Leiter und prägte das Profil des Orchesters maßgeblich, indem er die Gegenüberstellung klassischen Repertoires mit zeitgenössischer Musik in den Focus der Konzertprogramme rückte. Von 2006 bis 2016 war Alexander Liebreich Chefdirigent und Künstlerischer Leiter, seit der Saison 2016/17 ist Clemens Schuldt Chefdirigent des Ensembles. Das Stammhaus des Orchesters ist das Prinzregententheater in München.

Münchner Kammerorchester

Das Münchner Kammerorchester (  (c) by Sammy Hart )

Im November 2012 initiierte das Goethe-Institut ein musikalisches Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Münchener Kammerorchester und Studenten der Kim-Won-Gyun-Hochschule für Musik in Pjöngjang (Nordkorea), das von Liebreich begleitet wurde. (wikipedia)

Der Sitz dieses Kurfürsten Max Emanuel von Bayern war übrigens das Schloss Schleißheim bei München …

Und noch heute werden dort im stilvollen Ambiente feingeistige Musik angeboten.

SchlossSchleißheim

Besetzung:
Gerhard Herrmann (oboe)
Konrad Hampe (flute)
Kari Lövaas (Sopran)
Juji Saito (oboe)
Reiner Seidel (fagott)
Dieter Sonntag (flute)
+
Das Münchner Kammer-Orchester unter der Leitung von Hans Stadlmair

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Titel:

Pietro Torri:
01. Introduzione a Balli 1.30

Le Peripezze Della Fortuna:
02. Menuet pour les femmes 3.50
03. Marchia per il trionfo di Oronte 1.20
04. Air pour les chasseurs 1.22
05. Marchia 1.00

Evaristo Felice dall’Abaco: Concerto A Più Istrumenti Op. 5 Nr. 3:
06. Allegro 3.11
07. Presto Assai – Adagio – Prestissimo – Adagio – Largo
08. Passepied I und II 3.57

Pietro Torri La Merope:
10. La Merope 2.12
11. Arie „Sposa, Non Mi Conosci“ 2.12

Agostino Steffani; Niobe, Regina Di Thebe:
12. Rezitiativ und Arie „Dell’alma Stanca“ 7.05

Melchior d’Ardespin: L’eraclio, Balletmusik:
13. Sinfonia 3.31
14. Menuet 1.58
13. Gigue 1.28
14. Air 2.06
15. Rondeaux 1.11

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Novalis – Sommerabend (1976)

LPFrontCover1Im Spätherbst 1971 gaben der Bassist Heino Schünzel (seinerzeit aktives Mitglied der Band Marquis) und der Sänger Jürgen Wenzel eine Kleinanzeige im HAMBURGER ABENDBLATT auf: „Schlagzeuger und Organist für neue Rockband gesucht“. Es meldeten sich der Organist Lutz Rahn (der in der Jazz-Rock-Gruppe Capricorn spielte) und der Schlagzeuger Hartwig Biereichel (bis 1970 bei Greenlight).

Dieses Quartett gab sein erstes Konzert in der Hamburger „Fabrik“ als Vorgruppe der deutschen Rockband Cravinkel. Ihr Klangkonzept „romantische Rockmusik“ wurde zunächst mit Pink Floyd- und King Crimson-Werken verglichen. Ohne elektronische Gitarre (!) produzierte die Band im Januar 1973 das Debütalbum „Banished Bridge“ mit der Variation eines klassischen Themas und schwerblütiger Orgel-Rockmusik. Dazu schrieb der Sänger Jürgen Wenzel versponnen-lyrische Zeilen in englischer Sprache. Im Oktober/November 1973 ging die Band zusammen mit Emergency und Jane auf eine schlecht besuchte Promotion-Reise durch Europa.

Novalis01

Zum Jahresende verstärkten sich Novalis durch den Gitarristen Detlev Job, der vordem bei der Gruppe Ashby Erfahrungen sammeln konnte. Novalis gehörten auch zu jenen Gruppen, die auf Einladung von Franz K. auf einem Freikonzert am 21.7.1974 in Witten spielten.

Im September 1974 entließ die Band nach unüberwindlichen Meinungsverschiedenheiten den Sänger Jürgen Wenzel und integrierte dafür den Multi-Instrumentalisten Carlo Karges, der (bis Mitte 1971) zu Tomorrow’s Gift gehörte.

Ticket

Bereits auf der zweiten Langspielplatte „Novalis“ fand die Band Gefallen an den Versen ihres Namengebers (‚Novalis‘ ist der „Künstlername“ des frühromantischen Dichters Diedrich Freiherr von Hardenberg, der von 1772 – 1801 lebte) und benutzte ausschließlich deutsche Textzeilen. Nach der LP-Produktion verließ Carlo Karges die Band. Er tauchte später bei Nena wieder auf.

Ticket„Musik für Träumer, für Leute, die sich nicht zu schade sind zu schwärmen, sich aus dem grauen Alltag in eine märchenhafte, farbenprächtige Welt entführen zu lassen“ (SOESTER ANZEIGER) ist auf der dritten Langspielplatte „Sommerabend“ zu finden, die im Februar 1976 entstand und der Gruppe zu bundesweiter Anerkennung und erheblichen Verkaufszahlen verhalf. (Günther Ehnert)

NovalisText
Und hier ist es, dieses „klassische“ Novalis Album:

Sommerabend ist ein verträumt-märchenhaftes Progressive-Rock-Album mit dominanten Keyboardflächen. Nach der Veröffentlichung und dem Zugang von Mühlböck beschloss die Band jedoch, sich vom „Kompliziert-Rock“ zu verabschieden.[3] Für den Liedtext des Stückes Wunderschätze wurde das gleichnamige Gedicht von Novalis adaptiert.
Rezeption
Das Album bedeutete den Durchbruch für die Band, erhielt wohlwollende Kritiken und verkaufte sich gut. Über 20.000 Exemplare wurden innerhalb eines Jahres abgesetzt. Heute gilt Sommerabend als Klassiker des deutschen Progressive Rock; das eclipsed-Magazin nahm es in seine Liste der 150 wichtigsten Prog-Alben auf. Jochen Rindfrey von den Babyblauen Seiten bezeichnet das Album als „eine der interessantesten Veröffentlichungen des deutschen Prog“, Christian Rode als „ein wirklich angenehmes Album, das es versteht eine verträumt-nachdenkliche Stimmung zu erzeugen“. Allerdings wird auf den Babyblauen Seiten auch v. a. das Titelstück Sommerabend kritisiert. Jochen Lohr findet es „künstlich in die Länge gestreckt“, Holger Grützner urteilt sogar: „Das ist kein Prog. Das ist Murks!“ Im Musik Joker von 1976 wurde der Gesang als „reichlich dilettantisch“ bezeichnet. (Quelle: wikipedia)

LabelSüd-Korea

Bis nach Süd-Korea schaffte es das Album, aber auch in Japan und Russland wurde es veröffentlicht

Nun, da scheiden sich wohl die Geister … gesanglich gibt es weitaus abschreckendere Beispiele in der deutschen Prog-Rock-Szene jener Jahre … die Instrumentalteile sind aus meiner Sicht ausgereift …

Ob der ganze textliche Hokus-Pokus wirklich sein musste … da habe ich allerdings meine Zweifel

Produziert wurde dieses Album von keinem geringerem als Achim Reichel.

Novalis02

Besetzung:
Hartwig Biereichel (drums)
Detlef Job (guitar, vocals)
Lutz Rahn (keyboards)
Heino Schünzel (bass, vocals)
+
Rale Oberpichler (background vocals)

LPBackCover

Titel:
01. Aufbruch (Rahn) 9.42
02. Wunderschätze (Job/Novalis) 10.45
03. Sommerabend (Job/Jahn/Reichel) 18.19
03.1.Wetterleuchten 3.50
03.2.Am Strand 4.20
03.3. Der Traum 3.50
03.4. Ein Neuer Tag 4.25
03.5. Ins Licht 1.52

LabelB1
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Insterburg & Co – Nur Engel singen schöner (1976)

FrontCover1Insterburg & Co. war eine deutsche Komikerband, die in der Urbesetzung von 1967 bis 1979 bestand.

Der Bandname leitet sich vom Künstlernamen Ingo Insterburgs ab. Die weiteren Mitglieder waren Karl Dall, Peter Ehlebracht und Jürgen Barz.

Das Quartett Insterburg & Co. kultivierte in den 1960er- und 1970er-Jahren die „Kunst des höheren Blödsinns“ und stand dabei in einer Reihe mit Schobert und Black und Ulrich Roski. Gelegentlich wurden sie als „Blödelbarden“ bezeichnet. Das Programm bestand aus komischen Musikstücken und spontaner Stand-up-Comedy (obwohl es den Begriff damals in Deutschland noch gar nicht gab). Bei letzterem nahmen sich die vier oft gegenseitig auf die Schippe. Sie vertonten ihre Sketche und Lieder gern mit meistens von Ingo Insterburg selbstgebauten Instrumenten, von denen viele aus umfunktionierten Küchen-, Garten- und sonstigen Alltagsgeräten bestanden. Während der Auftritte forderte Karl Dall Ingo Insterburg häufig scherzhaft auf, die ungewöhnlichen Instrumente zu „erklären“. Karl Dall trat im Rahmen von Insterburg & Co. unter anderem als Parodist von Hans Albers in Erscheinung.

InsterburgCo01

Im Jahr 1968 spielte Insterburg & Co. gemeinsam mit den Jacob Sisters in dem Kinofilm Quartett im Bett (Untertitel: Klatsch, Klatsch, Schenkelchen – Opa wünscht sich Enkelchen), im folgenden Jahr in Charley’s Onkel und 1973 in Chapeau Claque mit. Sie waren mehrfach bei Dalli Dalli zu Gast. Häufig trat die Band in der Sendung Musikladen auf. Aufgrund der Tatsache, dass es zu dem Zeitpunkt nur drei Fernsehprogramme (ARD, ZDF und die Dritten Programme) in Westdeutschland gab, wurde die Band schnell einem breiten Publikum bekannt. Ihr Humor machte sie populär; Ausschnitte der Musikladen-Shows werden bis heute wiederholt.

Die Band veröffentlichte zahlreiche Schallplatten, die das gleiche Konzept verfolgten. Neben Alben mit Live- oder Studiomusik erschienen einige Sketch-Sammlungen. Ein bekanntes Stück der Gruppe ist Ich liebte ein Mädchen aus dem Jahr 1974, das von Ingo Insterburg gesungen wurde und sich viereinhalb Monate in den deutschen Singlecharts hielt. Als sich die Gruppe 1979 trennte, startete Dall eine Solokarriere als Sänger, Komiker, Schauspieler und Fernsehmoderator.

InsterburgCo02

Ingo Insterburg stellte eine neue Band unter demselben Bandnamen zusammen. Zu ihr gehörten Marian Majaran, Jupi Sirius und Georg Himmelblau. Die Band löste sich 1993 auf.

2005 traten Ingo Insterburg und Karl Dall gemeinsam als Insterburg & Co. auf. (Quelle: wikipedia)

Nun denn … ich glaub man mag sie oder man mag sie nicht … Ich kann mich über den blühenden Blödsinn dieses Quartetts köstlich amüsieren … hier in einem Live-Mitschnitt.

Aber das Prädikat „zeitlos“ würde nicht passen … dazu waren die Anarcho-Komiker (mit gelegentlichem Hang zu zotigen Witzen) zu sehr der damaligen Zeit verbunden.

Dennoch: klare Hörempfehlung meinerseits !

InsterburgCo03

Besetzung:
Jürgen Barz (drums, percussion, vocals)
Karl Dall (vocals, accrdeon)
Peter Ehlebracht (guitar, vocals)
Ingo Insterburg (guitar, vocals, violin)
+
diverse weitere Instrumente …

BackCover1

Titel:
01. Wir laden ein (Insterburg) 2.25
02. Viele Frauen tragen (Insterburg) 2.18
03. Der Brüllaffe (Intro) 1.39
04. Der Brüllaffe (Insterburg) 1.35
05. Man nannt‘ ihn Piephahn (Barz) 2.59
06. Anni, lass mal hupen (Ehlebracht) 2.03
07. Der kleine Fritz im Wilden Westen (Barz) 3.24
08. Der Landfunk (Ehlebracht)  2.45
09. Fußball-Blues (Intro) 3.45
10. Fußball-Blues (Insterburg) 3.01
11. Siesta Milinda (Insterburg) 2.00
12. Der Prominentenball (Dall/(Ehlebracht) 3.37
13. Ach, mein Freund (Intro) 1.14
14. Ach, mein Freund (Dall) 3.45
15. Dichterlesung (Barz/Dall/Ehlebracht/Insterburg) 6.05
16. Viele Neider fragen immer wieder (Dall) 0.41
17. Wenn am Sonntag die Leute… (Insterburg) 2.13
18. Käse ist gut (Insterburg) 2.14
19. Glocken-Sonate (Insterburg) 4.48

IngoInsterburg

Ingo Insterburg

*
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LabelB1.JPG

Und hier eine Musikladen-Extra (NDR) aus dem Jahr 1976, da kann man dann das Programm dieser LP auch optisch genießen:

Jutta Weinhold – Coming (1976)

FrontCover1Von der Jutta Weinhold war hier schon öfters mal die Rede … so am Rande … Höchste Zeit also, die Dame mal selbst zu Worte kommen zu lassen … zumal gerade dieses Album mir aus ganz vielen Gründen persönlich sehr ans Herz gewachsen ist …

Jutta Weinhold (* 19. Oktober 1947 in Mainz) ist eine deutsche Rocksängerin.

 

Nachdem Weinhold in den späten 1960er Jahren bereits in Amateurbands gesungen hatte, wurde sie 1969 für die Rolle der „Sheila“ im Musical Hair und 1972 für die Musicals Godspell und Jesus Christ Superstar engagiert. Es folgten 1974 Auftritte bei Amon Düül II und in der Fernsehsendung disco mit dem Lied Cadillac („…fahr doch weg“).

Jutta Weinhold03

Jutta Weinhold im Hair-Ensemble, frühe 70er Jahre

Ab 1975 spielte Jutta Weinhold Blues-Sessions mit der Kaftan-Blues-Band. Im Dunstkreis der Hamburger Rockszene veröffentlichte sie unter ihrem Namen 1976 die LP „Coming“, der 1978 das Album „Jutta Weinhold“ folgte. Von 1976 bis 1978 war sie Gastmusikerin bei Udo Lindenberg, aus dieser Zusammenarbeit ging 1979 Udo Lindenbergs erstes Live-Album Livehaftig hervor, bei dem sie sämtliche weibliche Gesangsparts eingesungen hat.

Für eine Produktion des Berliner Senats im Jahr 1980 spielte die Jutta.Weinhold-Band die LP Mach ’nen Bogen um die Drogen ein. Nachdem sie 1982 mit der Formation Breslau das deutschsprachige Album „Volksmusik“ veröffentlicht hatte, geriet sie aufgrund der zumindest missverständlichen Namensgebung und der provokanten Texte in den unbegründeten Verdacht der Sympathie für rechtes Gedankengut.

1985 gründete sie die Band Zed Yago, mit deren Konzeptalben sie das Genre des Dramatic Metal mitbegründete. Die Zed Yago Story basiert auf den Erlebnissen der fiktiven Tochter des fliegenden Holländers. Wegen eines Rechtsstreites um den Bandnamen wurde dieses Konzept später unter den Namen Velvet Viper und Weinhold fortgeführt, ohne an den Erfolg von Zed Yago aus den späten 1980er Jahren anknüpfen zu können.

Neben diesen Projekten, die Heavy Metal mit Elementen der Klassik verbinden, ist Jutta Weinhold eine gefragte Session- und Studiomusikerin. Ihre ausdrucksstarke und kräftige Stimme eignet sich neben Rock auch für Blues und Gospel.

Im Oktober 2011 veröffentlichte Jutta Weinhold ihr erstes Buch „Die Tochter des Fliegenden Holländers: Auf der Suche nach der verlorenen PhantaSIE“, das sich erneut um die Tochter des Fliegenden Holländers dreht.

Seit 2012 tritt Jutta Weinhold mit der Jutta Weinhold Band (JWB) auf. Bandmitglieder sind der frühere Bandkollege Bubi „The Schmied“ Blacksmith (Drums) von Zed Yago und Carsten „Sharky“ Meyer (Bass). Komplettiert wird das Quartett von Kai Reuter „Das Reuterbrett“ an der Gitarre, der auch bei Jutta Weinholds Akustik Randale Gitarre spielt. (Quelle: wikipedia)

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Verteht sich fast von selbst, dass dieser biographische Abriss viel zu kurz ist, denn die musikalischen Abenteuer der Jutta Weinhold waren und sind facettenreicher.

Aber hier nun ihr Debütalbum … mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Hause „Udo Lindenberg“, denn Musiker wie Karl Allaut, Steffi Stephan oder Bertram Engel … waren damals Teil des Panikorchesters … und die sorgen für mächtig viel Druck bei diesen Aufnahmen (man hören sich da mal den Mittelteil von „Teddy“ an … da steht der Hammer !)

Das geht schon bei der ersten Nummer „Blood And Life“ ganz schön tierisch ab …

Aber das ist nur der Anfang …

In „Take All My Action“ verspricht sie:

I´ll get you wild
I´ll make you tired
and out of sight

Und dann auch noch diese großartige Ballade „Walking In The Rain With Untied Shoes“ … müsste eigentlich landauf, landab bekannt sei … ist es aber nicht …

Jutta Weinhold flüstert, keucht, hechelt, faucht … und was weiß ich noch … keine vokale Artikulation ist ihr fremd … und mit von der Partie: Der großartige Rainer Baumann (R.I.P.) an der Slideguitar.

Und dann ja, dann das Lied „Tell How You Feel“ … es wurde traurigerweise zum damaligen Lieblingslied meiner 1. Ehefrau … und wenn man folgende Zeilen liest, weiß man auch warum:

What kind of woman are you
opening my own door
staying there with a glass in your hand
using my dressing gown

Tell me how you feel
knowing he´s my man

Tja … und damit streife ich mal ganz kurz einen jener Gründe, warum unsere Ehe gescheitert ist …

Innehalten …

Jutta Weinhold07

Viel mehr Sex geht auf der Bühne nicht …

Ich habe damals Jutta Weinhold zweimal live erleben können und die Konzerte waren sensationell gut .. sie war bzw. sie verkörperte auf der Bühne … sexuelles Dynamit … und sie spiele damit … sie wusste, was sie tat … Sex sells … und alle Männer hätten sich damals wohl nur zu gerne mit ihr verabredet … sie verkaufte die Ideologie des „freie Sex“ … ob sie ihn auch gelebt hat … weiß ich nicht und geht mich auch nichts an.

Und dann zum Schluss der LP kommt dann noch den Song „Rock N Roll“ … und der könnte glatt auch Teil der Rocky Horror Picture Show gewesen sein …

Und … Jean-Jacques Kravetz und Olaf Kübler sind auch zu hören … ach ..ich komm´ aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus …

Und wer nicht glauben mag, wie explosiv die Jutta Weinhold damals war, der höre sich den Bonus-Track an … recorded live !

Jutta Weinhold04

Besetzung:
Karl Allaut (guitar)
Olaf Casalich (percussion)
Bertram Engel (drums)
Werner Grabowski (guitar)
Steffi Stephan (bass)
Jutta Weinhold (vocals)
+
Rainer Baumann (slide-guitar bei 05.)
Chris Klöber (organ bei 07.)
Jean-Jacques Kravetz (organ bei 03., piano bei 07.)
Olaf Kübler (saxophone)

bei 11:
Klaus Henatsch (organ)
Panza Lehmann (drums)
Bernd Kolbe (bass)
Klaus Walz (guitar)
Jutta Weinhold (vocals)

BackCover1

Titel:
01. Blood And Life (Allaut) 3.53
02. Take All My Action (Weinhold/Grabowski) 3.28
03. A Forest With No Trees (Weinhold/Grabowski) 2.47
04. I Despise You (Weinhold/Grabowski) 3.26
05. Walking In The Rain With Untied Shoes (Weinhold/Grabowski) 6.33
06. Tell How You Feel (Weinhold/Grabowski) 3.18
07. Teddy (Weinhold/Grabowski) 4.00
08. Daddy 4:33 (Weinhold/Grabowski) 4.27
09. Don´t Ask Your Mother (Weinhold/Allaut) 4.00
10. Rock´n´Roll (Allaut) 4.43
+
11. Teddy (live 1978, Berlin) (Weinhold/Grabowski) 7.58

LabelB1
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Jutta Weinhold05

Übrigens: Jutta Weinhold ist bis heute aktiv …