Tony Holiday – Tanze Samba mit mir + Die Hoffnung bleibt (1977)

FrontCover1Was tut man so, wenn man 4 Tage keinen Netzanschluß hat (wie es mir mal vor etlichen Jahrem erging): Man philosophiert über den Service der Telekomiker; was tut man, wenn man darüber hinaus von einer heftigen Magen-Darm-Grippe drangsaliert wird: man  stöbert in den wenigen Stunden einer gewissen Klarheit durch das Single-Archiv, stolpert über so einen Song wie „Tanze Samba mit mir“ und denkt sich, na … das könnte ich ja auch mal digitalisieren … mir wird schon was einfallen, was ich dazu schreiben könnte …

Denkste ! Pustekuchen !

Die Geschichte jenes Tony Holiday ist zugleich eine Geschichte von Glanz und Elend der deutschen Schlagerwelt, wie sie „besser“ nicht geschrieben werden könnte:

Tony Holiday (* 24. Februar 1951 in Hamburg als Rolf Peter Knigge; † 14. Februar 1990 ebenda) war ein deutscher Schlagersänger und Texter.

Knigge war zunächst als Textilkaufmann und Modedesigner tätig. 1974 bekam er einen Plattenvertrag bei Hans Bertram, der ihm seinen Künstlernamen verschaffte. Die ersten Singles waren jedoch kaum erfolgreich. Der Durchbruch kam 1977 mit der deutschen Aufnahme des Raffaella Carrà-Titels A far l’amore comincia tu, der unter dem Titel Tanze Samba mit mir, produziert von Jürgen Kramer, zum Superhit wurde, der wochenlang in den Charts vertreten war. Auch trat er damit mehrmals bei der ZDF-Hitparade auf. Die Folgetitel waren nur mittelmäßig. 1979 beteiligte er sich mit dem Titel Zuviel Tequila, zuviel schöne Mädchen an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest und belegte den neunten Platz.

Dann kam 1980 ein zweiter großer Erfolg mit Nie mehr allein sein, der deutschen Aufnahme von Sun of Jamaica. Holiday war auch weiterhin Gast in zahlreichen Musiksendungen des Fernsehens und brachte auch während der 1980er Jahre noch einige Singles auf den Markt.

Holiday starb 1990 an den Folgen von AIDS. (Quelle: wikipedia)

TonyHoliday

Fakt scheint zu sein, dass er seine Homosexualität stets unter der Decke halten musste („Er durfte seine Homosexualität nicht öffentlich ausleben, weil er für seine Fans den Frauenhelden spielen musste.“ – Bild-Zeitung; vermutlich hat diese Gazette hier ausnahmsweise mal recht).

Und so hinterlässt diese Single mit seinem großem Hit (eine deutsche Interpretation des Raffaella Carrà Titels „A far l’amore comincia tu“) einen mehr als schalen Beigeschmack …

TonyHoliday2

Besetzung:
Tony Holiday (vocals)
+
und ein Haufen unbekannter Studiomusiker

TonyHoliday

Titel:
01. Tanze Samba mit mir (Parce/Bracardi/Holiday) 2.40
02. Die Hoffnung bleibt (Griff/Chambosse) 3.58

LabelA1

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Peter Kreuder mit der ORF Big Band ‎– Peter Kreuder spielt Udo Jürgens (1977)

FrontCover1Tja, da spielt der Großmeister der deutsch – österreichischen Unterhaltungsmusik (geboren ist er ja in Aachen, aber 1959 wurde er dann ganz offiziell Österreicher … begraben ist dann aber wiederum in München …) spielt Melodien von Udo Jürgens.

Und glaubt man dem Covertext, so konnte Udo Jürgens gar nichts besseres passieren, als dass Peter Kreuder sich seiner Melodien annahm:

„Peter Kreuder, als Pianist ebenso populär wie als Komponist, spielt 12 Lieder von Udo Jürgens, Hits, die heute schon zu Evergreens geworden sind. Kreuder hat selbst ungezählte immergrüne Melodien geschrieben. Mit dieser Langspielplatte erweist er dem jüngeren Kollegen seine Reverenz. „Denn Udo Jürgens ist eine der wenigen Ausnahmeerscheinungen am trüben deutschen Unterhaltungshimmel“, sagt der „Poet am Klavier“, wie Peter Kreuder oft genannt wird. Einhellige Kommentare zu der Produktion: Diese Instrumentalversionen verdeutlichen einmal mehr, wie reich an musikalischen Einfällen die Kompositionen von Udo Jürgens sind, wie viel melodische Substanz sie besitzen. Die von Robert Opratko liebevoll arrangierten Titel zeigen aber auch, daß sich der Komponist Udo Jürgens keinen einfühlsameren und verständnisvolleren Interpreten als Peter Kreuder wünschen kann.“

Nun ja, mir sind die Originale von Udo Jürgens schon deutlich lieber (allein schon wegen der Stimme !), aber dennoch: ganz nett zum anhören … eine amüsante Ergänzung für den Udo Jürgens Sammler allemal.

BackCover1

Besetzung:
Peter Kreuder (piano)
+
ORF Big Band unter der Leitung von Robert Opratko

JürgensKreuder

Udo Jürgens + Peter Kreuder

Titel:
01.  Illusionen (Alexandra/Jürgens) 3.44
02.  Zeig mir den Platz an der Sonne (Hachfeld/Jürgens) 3.27
03.  Was wirklich zählt auf dieser Welt (Jürgens/Brandin) 2.42
04. Griechischer Wein (Kunze/Jürgens) 3.28
05. Was ich dir sagen will (Fuchsberger/Jürgens) 2.48
06. Warum nur, warum (Jürgens) 2.28
07. Matador (Jürgens/Brandin) 3.17
08. Ich glaube (Jürgens/Brandin) 3.12
09. Merci Chérie (Hörbiger/Jürgens) 2.33
10. Wenn ich die Zarin von Rußland wär (Hachfeld/Gmür/Jürgens/Brandin) 3.11
11. Siebzehn Jahr, blondes Haar (Hörbiger/Jürgens) 2.27
12. Sag ihr, ich laß sie grüßen (Bohlen/Jürgens) 2.48
+
13. Ich werde jede Nacht von Ihnen träumen (Kreuder/Schröder/Beckmann) 2.50

CD1

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Johanna von Koczian – Das bisschen Haushalt sagt mein Mann + Ein Spaziergang im Wald (1977)

FrontCover1Auch und selbst in der Welt des Schlagers gehen und gingen gesellschaftliche Entwicklung nicht vorbei.

Aber erstmal der Reihe nach:

Johanna von Koczian (* 30. Oktober 1933 in Berlin als Johanna von Miskolczy) ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Schriftstellerin und Synchronsprecherin mit ungarischen Vorfahren.

Johanna von Koczian ist die Tochter von Gustav von Koczian-Miskolczy und seiner Ehefrau Lydia Alexandra. Von Koczian begann ihre Karriere in den 1950er Jahren. Sie spielte im Theater aufgrund ihres Gesangstalents vor allem in Musicals. Ihre Theaterausbildung erhielt sie von 1950 bis 1952 am Mozarteum Salzburg; bereits ab 1951 war sie bei den Salzburger Festspielen engagiert. 1952/53 spielte sie am Landestheater Tübingen, 1953 wurde sie an den Städtischen Bühnen Wuppertal engagiert. Ab 1955 spielte von Koczian am Schillertheater und am Schlosspark Theater in West-Berlin. Ihre erste Filmrolle hatte sie in dem Remake von Viktor und Viktoria 1957. Im folgenden Jahr besetzte sie die weibliche Hauptrolle in Wir Wunderkinder, wo sie an der Seite Hansjörg Felmys und des Kabarettistenpaars Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller zu sehen war.

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Johanna von Koczian im Jahr 1965

Daneben war sie auch als Synchronsprecherin tätig und lieh u. a. Elizabeth Taylor (in Plötzlich im letzten Sommer) und Bibi Andersson (Wilde Erdbeeren, Das siebente Siegel) ihre Stimme. 1966 synchronisierte sie ferner Maria Marlow in dem Reinl-Zweiteiler Die Nibelungen.

In der erfolgreichen Fernsehserie Stewardessen (1969) hatte Johanna von Koczian eine Hauptrolle.

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In den späteren Jahren konzentrierte sich ihre Arbeit vor allem auf das Theater, und so tritt sie bis heute oft in Boulevard-Theaterstücken auf, die auch für Tourneen produziert werden. So feierte sie zum Beispiel 1990 am Theater am Kurfürstendamm einen großen Erfolg mit dem Stück Endlich allein an der Seite von Wolfgang Spier und Michael von Au. 1993 spielte sie neben Felix Dvorak und unter dessen Regie bei den Festspielen Berndorf die Frau Peschka in Das Kamel geht durch das Nadelöhr und 1995 erneut unter der Regie von Dvorak bei den Komödienspielen Mödling die Fürstin Eugenie in Molnars Olympia. Im Fernsehen wirkte sie vor allem in Serien wie Das Traumschiff, Die Landärztin, Praxis Bülowbogen oder Berliner Weiße mit Schuß. Ganz in ihrem Element war sie auch in den Filmen Single Bells und O Palmenbaum.

In den 1970er Jahren hatte sie große Erfolge als Sängerin von Schlagern wie Keinen Pfennig (1974), Das bisschen Haushalt (1977), Aufsteh’n ist schön (1978), Ganz der Vater (1978) oder Karl, gib’ mal den Hammer rüber (1979). Dabei trat sie auch in der ZDF-Hitparade auf. Als Moderatorin arbeitete sie danach auch einige Zeit in dem langjährigen ZDF-Musikquiz Erkennen Sie die Melodie?.

Johanna von Koczian04Seit 1977 war sie auch als Schriftstellerin tätig, zunächst als Verfasserin von Kinder- und Jugendliteratur. Auf der Basis ihrer beiden Novellen Abenteuer in der Vollmondnacht und Der geheimnisvolle Graf entstand 1982 die dreizehnteilige Fernsehserie Unterwegs nach Atlantis, und als Fortsetzung schrieb sie den Jugendroman Flucht von der Insel.

Auf der Bühne der Berliner Komödie am Kurfürstendamm hatte Johanna von Koczian am 7. November 2010 ihre bisher letzte Theaterpremiere in Peter Quilters Stück Glorious.

Nach einer kurzen Ehe mit dem Regisseur Dietrich Haugk, die 1961 geschieden wurde, heiratete Johanna von Koczian den Musikproduzenten Wolf Kabitzky, der im Jahre 2004 starb. Sie ist die Mutter der Schauspielerin Alexandra von Koczian. Seit 2017 lebt von Koczian aufgrund einer Demenzerkrankung in einem Berliner Pflegeheim. (Quelle: wikipedia)

Und hier eine ihrer Singles, die tatsächlich ziemlich erfolgreich war … sie tummelte sich ziemlich lang in den Hitparadenden BRD.

Und das lag natürlich an der A-Seite der Single:

„Das bisschen Haushalt macht sich von allein – sagt mein Mann!“ Mit diesem Chansonschlager, dessen Wiedererkennungseffekt unglaubliche 36 Jahre überdauert hat, brachte es Johanna von Koczian 1977 fertig, als Schauspielerin die ZDF-Hitparade zu dominieren. Das Lied tanzte damals auf dem Scheitelpunkt zwischen altem Hausfrauen-Schmollen und neuem Aufbegehren. Für die Künstlerin war es eine der raren Gelegenheiten, an die Doppelleistung früher Erfolge anzuknüpfen.“ (Quelle: faz.net)

Hir hören wir also ne kleine Alice Schwarzer in der Schlagerwelt … wie gesagt: bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen gingen selbst an der Schlagerwelt nicht vorbei,

Und na ja, gegen einen „Ein Spaziergang im Wald“, insbesondere an einem Sonntag, kann ja nun wirklich keiner was haben …

Aber und und meine Gedanken wandern zu Johanna von Koczian, die von all diesen Ereignisse wohl nichts mehr weiß.

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Besetzung:
Johanna von Koczian (vocals)
+
ein kleiner Haufen unbekannter Studiomusiker

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Preisfrage: Worin unterscheidet sich die Rückseite der Hülle von der Forderseite der Hülle ?

Titel:
01. Das bisschen Haushalt sagt mein Mann (Mayer/Bradtke) 2.58
02. Ein Spaziergang im Wald (Mayer/Behrle) 2.52

LabelB1

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Original Siebenbürger Blasmusik München – Melodien der Heimat (1977)

FrontCover1All diese Landmannschaften aus dem Osten des deutschen Reiches betrieben ja eifrig die kulturelle Pflege ihrer Gebräuche, Texte und natürlich ihrer Musik aus der verlorengegangenen Heimat.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Kapelle „Original Siebenbürger Blasmusik München“:

Die älteste siebenbürgisch-sächsische Blaskapelle in Deutschland wurde 1949 gegründet und wird seit 1997 von Werner Schullerus dirigiert. Die 23 Musiker proben jeden Mittwochabend im Haus des Deutschen Ostens für ihre Auftritte im Großraum München sowie im Rahmen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen: Kronenfest, Umzüge, Trachtenfeste, Tanzabende, Starkbierfest, Oktoberfestumzug, usw. Das Repertoire reicht von klassischer Blasmusik über Schlager, Oldies bis hin zu Stücken im konzertanten Stil und Big-Band-Sound. Im Jahr 1977 wurde unter der Leitung von Franz Adam die Langspielplatte „Melodien der Heimat“ eingespielt. (Quelle: Siebenbuerger Portal)

Und um genau diese Aufnahmen geht es jetzt hier: Natürlich spielen die Bursche ordentlich auf (= sie verstehen ihr Handwerk) … aber beim Anhören dieser Lieder und Melodien wurde mir wieder mal der beschichtigende Charakter einer solchen Musik deutlich. Volksmusik die nun von der schönen Heimat und der schönen Liebe handelt, kann keine wirkliche Volksmusik sein, denn das Volk – vorallem in früheren Zeiten – hatte mit sovielen Widrigkeiten (oftmals ausgelöst von der Obrigkeit)  zu kämpfen, dass diese prägenden Elementen irgendwie auch in die Musik und vorallem in die Texte einfließen müsste ! Oder etwas nicht ?

Dennoch kann man sich natürlich an einer solchen raren LP erfreuen … und das wünsche ich allen, die sich mit jenen Siebenbürgern verbunden fühlen.

Ach ja … die Original Siebenbürger Blasmusik München gibt es immer noch: 2009 feierten sie in Garching bei München ihr 60jähriges Jubiläum! Und auch die beiden Komponisten dieser LP, Andreas Rastel und Martin Drotleff sind zumindest noch im letzten Jahr in Sachen „Musik aus Siebenbürgen“ unterwegs gewesen: wirklich erstaunlich !

Aufgenommen im Studio 70, München, 1977

Original Siebenbürger (um 1950)

Original Siebenbürger (um 1950)

Besetzung:
Original Siebenbürger Blasmusik München unter der Leitung von Franz Adam
+
Das Siebenbürger Duo

BackCover1

Titel:
01. Schatzerl-Polka (Rastel) 3.20
02. Hochzeitsfreude (Rastel) 2.46
03. Meine Liebste (Drotleff) 3.08
04. Dorfleben (Drotleff) 3.08
05. Siebenbürger Marsch (Traditional) 2.09
06. Im Rosengarten (Drotleff) 3.04
07. Lustig und fidel (Drotleff) 2.47
08. Im Mühlbachtal (Rastel) 2.50
09. Reich mir deine Hand (Drotleff) 3.11
10. Zur Maienzeit (Drotleff) 3.05
11. Jungsächsisch-Volkstanz (Traditional) 2.38
12. Ich bin ein Sachs, ich sags mit Stolz (Traditional) 2.39

LabelA1

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Gerhard Polt – Der Erwin I (1977)

FrontCover1.JPGEin für mich imment wichtige Album, denn mit „Der Erwin I“ begann die wunderbare Welt des Gerhard Polt … eine Welt, die man gut und gerne als das bayuwarische Absurdistan bezeichnen kann.

Und das waren seine ganz frühen Jahre:

Gerhard Polt (* 7. Mai 1942 in München) ist ein deutscher Kabarettist, Autor, Fernseh- und Filmschauspieler.

Schon wenige Monate nach Gerhard Polts Geburt zog seine Mutter mit ihrem Sohn während des Zweiten Weltkriegs in den katholischen Wallfahrtsort Altötting, um der zunehmenden Gefahr durch Bombenangriffe in München zu entgehen. Sein Vater Richard, Rechtsanwalt und während des Kriegs Major, verbrachte einen Teil der Kriegsjahre in Wien.Nach der Rückkehr des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft nach München bezog die Familie 1951 wieder ein gemeinsames Zuhause in der Stadt. 1957 erfolgte erneut ein Umzug Polts mit seiner Mutter innerhalb Münchens in die Maxvorstadt. Auf das Abitur folgten das Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität München und das Studium von Skandinavistik und Altgermanisch von 1962 bis 1968 in Göteborg.

Gerhard Polt01Nach seiner Rückkehr nach München arbeitete Polt als Übersetzer, Lehrer und Dolmetscher. Heute lebt Polt in Neuhaus (Gemeinde Schliersee). Er ist seit 1971 verheiratet und hat einen Sohn.

Polt begann seine Karriere mit einer Hörspielproduktion des Hessischen Rundfunks, Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau. Darin spielte er die Rollen von mehr als 30 verschiedenen Personen, die durch Maßnahmen der Stadtsanierung aus ihrer angestammten Umgebung, der Münchner Amalienstraße, vertrieben werden. Seinen ersten Bühnenauftritt hatte Polt 1975 mit dem kabarettistischen Programm der Kleinen Nachtrevue in der Münchner Kleinen Freiheit. Es folgten große Publikumserfolge an den Münchner Kammerspielen (u. a. Diridari und Tschurangrati), die er mit Co-Autor und Regisseur Hanns Christian Müller realisierte und in denen u. a. auch Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl und Gisela Schneeberger mitwirkten. (Quelle: wikipedia)

Hier sein Erstlingswerk … und es alle Ingredienzien, die Polt im Laufe seiner Jahre verfeinert hat  und die ihn letztlich auch so einmalig gemacht haben.

„Es heißt, Gerhard Polt schaue dem Volk aufs Maul. Das stimmt, und es kann nur so gut funktionieren, wenn man selbst Teil dieses Volkes ist. Das ist die Doppelrolle, die Polt spielt. Er hat genau zugehört und bastelt daraus Realsatiren.“ (Der Spiegel)

Wer sich für diese Art von ganz speziellem, zuweilen tief schwarzem Humor (siehe „Servus Oma“) erwärmen kann … dem kann ich diese LP aus dem Jahr 1977 nur ans Herz legen … denn … auch der Karl Valentin schaut grinsend um die Ecke . ..

Als Poltianer verspreche ich, dass weitere Werke aus diesem ganz speziellem Kosmos hier im Laufe der Zeit präsentiert werden.

Gerhard Polt02

Besetzung:
Gerhard Polt (Sprecher)

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Titel:
01. Der Willi 1.09
02. Das Abitur 0.32
03. Im Buchladen 3.57
04. Servus, Oma 1.45
05. Mahlzeit 1.56
06. First-Class Hotel 0.36
07. Der Kaiserschmarrn 1.03
08. Nurejew 0.32
09. Der Kinderfunk 5.17
10. Heut‘ geh‘ ich ins Büro 1.04
11. I hab‘ koa Freid 2.04
12. Bilanzen 0.58
13. Nikolausi 2.07
14. Wiedersehn 1.32
15. Der russische Witz 0.58
16. Die Melodie 2.10
17. S‘ Lawinderl 2.09
18. Die Gulaschsuppe 0.40
19. Mister Hapflinger 2.02
20. Der Ostblockplayboy 1.48
21. Wann i nimmer meng dad 3.10

Texte: Gerhard Polt und Hanns-Christian Müller
Musik: Hanns-Christian Müller

LabelA1

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Musica Antiqua Köln – 350 Jahre Westfälischr Friede – Violinenklänge aus dem 17. Jahrhundert (1998)

FrontCover1.jpgEine interessante Mischung: Die Musica Antiqua Köln un der Westfälische Friede.

Die Musica Antiqua Köln war ein renommiertes Barockorchester, das sich der historischen Aufführungspraxis widmete.

Es wurde 1973 von Reinhard Goebel mit Musikern der Kölner Musikhochschule gegründet. Das Ensemble, das in der Kerngruppe sechs Instrumentalisten umfasste, konzentrierte sich vor allem auf die Orchester- und Ensemblewerke von Georg Philipp Telemann sowie der gesamten Bachfamilie. Mitglieder von Musica Antiqua Köln waren beispielsweise Andreas Staier (Cembalo), Anton Steck, Florian Deuter, Manfredo Kraemer (Violine), Verena Fischer, Wilbert Hazelzet (Traversflöte), Jaap ter Linden (Cello), Jonathan Cable (Kontrabass, Violone und Gambe), Léon Berben (Cembalo), Adrian Rovatkay (Fagott), Susanne Regel (Oboe).

Im November 2006 löste sich das Ensemble auf. Reinhard Goebel hatte aufgrund einer Erkrankung der linken Hand seine Tätigkeit als Violinist beendet und widmet sich nunmehr ausschließlich der Dirigiertätigkeit. (Quelle: wikipedia)
Göbel hat mit seiner musica antiqua über Jahrzehnte das Repertoire bereichert. Als der Ende der siebziger Jahre neu herauskam, war das neben Harnoncourt eine wichtige Adresse. (Quelle: wkipedia)

Musica Antiqua Köln.jpg

Na und dann der sog. Westfälische Frieden:

Als Westfälischer Friede wird die Gesamtheit der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge bezeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und zugleich den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendeten.

Entsprechend den nach Verhandlungsparteien getrennten Tagungsorten des Friedenskongresses wurden zwei komplementäre Friedensverträge ausgehandelt. Für den Kaiser und Frankreich war dies der Münstersche Friedensvertrag (Instrumentum Pacis Monasteriensis, IPM) und für Kaiser und Reich einerseits und Schweden andererseits der Osnabrücker Friedensvertrag (Instrumentum Pacis Osnabrugensis, IPO).[1] Beide Verträge wurden schließlich am selben Tag, dem 24. Oktober 1648, in Münster im Namen von Kaiser Ferdinand III. und König Ludwig XIV. von Frankreich bzw. Königin Christina von Schweden unterzeichnet.

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Triumph des Osnabrücker und Nürnberger Friedens, allegorische Darstellung des Religionsfriedens, 1649

Vorausgegangen war ein fünf Jahre währender Friedenskongress aller Kriegsparteien, der zugleich in beiden Städten tagte. Es war der erste internationale Kongress, auf dem nahezu alle großen europäischen Mächte vertreten waren. Der Westfälische Friede fixierte im Wesentlichen das Ende der Kampfhandlungen und wichtige Grundentscheidungen, war also im heutigen Politikverständnis vor allem ein Waffenstillstandsvertrag. Die friedenschließenden Parteien verpflichteten sich aber dazu, die Einzelheiten für eine vertragliche Friedensordnung dann in einem separaten Friedensexekutionskongress zu verhandeln. Diese dann nochmals über ein Jahr währenden Verhandlungen fanden im darauffolgenden Jahr beginnend – zwischen April 1649 und Juli 1650 – in Nürnberg statt (Nürnberger Exekutionstag). Die Ergebnisse dieser Verhandlungen wurden in zwei Rezessen zusammengefasst: zum einen in dem sogenannten Interims-Rezess, der im September 1649 beschlossen wurde, und zum zweiten als Abschluss in dem Reichs-Friedens-Rezess vom Juli 1650. Die Rezesse enthielten verbindliche Abmachungen zu Abrüstungs- und Entschädigungsfragen, sie können als eigentlicher Friedensvertrag im heutigen Sinne gelten, da sie darauf abzielten, eine stabile neue Friedensordnung zu schaffen. Die Rezesse bestimmten für über hundert Jahre die politische Neuordnung Mitteleuropas nach Ende des Dreißigjährigen Krieges. Sie wurden als Durchführungsbestimmungen des Westfälischen Friedens und wichtige Ergänzungen und Präzisierungen als Reichsgrundgesetz behandelt und im vollen Wortlaut in den Abschied des Reichstages vom 17. Mai 1654 aufgenommen, genannt Jüngster Reichsabschied.

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Der Friedensvertrag von Osnabrück, Ausfertigung von 1649 für den Kurfürsten Maximilian I. von Bayern.

Der Friede von Münster, Osnabrück und Nürnberg wurde zum Vorbild für spätere Friedenskonferenzen, da er dem Prinzip der Gleichberechtigung der Staaten, unabhängig von ihrer tatsächlichen Macht, zur Durchsetzung verhalf. Die reichsrechtlichen Regelungen des Friedens von Münster, Osnabrück und Nürnberg wurden zu Bestandteilen der Verfassungsordnung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zu dessen Ende im Jahr 1806. Zugleich trug der allgemeine Friede – die pax universalis – von Münster und Osnabrück zur gesamteuropäischen Stabilität bei, da sich spätere Friedensschlüsse bis zur Französischen Revolution immer wieder an ihm orientierten. (Quelle: Wikipedia)

Nun ja … und im Jahre 1998 gab´s dann halt große 350 Jahr Feiern zu diesem Ereignis.

Und das bewog dann die Firma Tigtmeyer (Fahrzeugbauteile, gegründet 1901) aus Osnabrück diese CD zu produzieren.

Dabei bediente man sich einer Aufnahme der Musica Antiqua Köln aus dem Jahre 1977. Damals veröffentlichte dieses famose Ensemble die LP „Virtuose deutsche Violinmusik des 17. Jahrhunderts“ (ursprünglich erschienen auf EMI Electrola.

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Die Original-LP aus dem Jahr 1977

Und hier zelebrierte man mehr als kunstfertig eben Violinenmusik des 17. Jahrhunderts und – das zeichnet die Musik neben der geschmeidigen Einspielungen – verzichtete dabei auf die Gassenhauer jener Epoche, sondern führte samt und sonders Werke unbekannter Komponisten auf. Diese Liebe zu den Raritäten dieer Zeit schätze ich weiterhin sehr.

Erstaunt und verblüfft bin ich jedoch weiterhin, warum eine Firma wie die genannte justament eine solche Musik für ihre Werbezwecke nutzt

Das ändert freilich gar nichts an der Freude an dieser barocken Spiellust …

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Reinhard Goebel

Besetzung:
Hajo Bäss (violin)

Eva Bartos (viola da gamba)
Henk Bouman (harpsichord)
Jonathan Cable (viola da gamba, violone)
Reinhard Goebel (violin)

Booklet1

Titel:

Johan Rosenmüller:
01. Sinfonia D-Dur für 2 Violinen 3.50

Charles Rosier:
02. Sonata (Suite) E-moll für 2 Violinen 3.34

Johann Caspar Kerll:
03. Sonata F-Dur für 2 Violinen 6.11

David Pohle:
04. Sonata A-dur „Nun danket alle Gott“ für 2 skodierte Violinen 5.02

Clamor Heinrich Abel:
05. Bataille D-Dur für 2 Violinen 4.41

Johann Heinrich Schmelzer:
06. Lamento Sopra la Morte Ferdinandi III für 2 Violinen und Viola Da Gamba 7.34
07. Polnische Sackpfeiffen für 2 Violinen 6.38

Johann Michael Nicolai:
08. Sonatenfragment B-Dur für Violine, Viola I und II 5.14

CD1

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Shanty Chor München – Jonny Sing Along (1977)

FrontCover1Quasi als Nachschlag zur ersten „Nordlichter“ CD präsentiere ich jetzt mal einen Shanty-Chors aus München (!)

Gegründet wurde dieser Chor im Jahr 1969 von Gerhard Kirnberger und man fröhnte natürlich den überwiegend sentimentalen Seefahrtslieder. Leider ist dann dieser Gerhard Kirnberger recht früh verstorben. Hier der Nachruf auf ihn (gefunden auf der homepage der Marinekameradschaft München e.V.):

Nachruf
Nach einem langen, mit viel Geduld ertragenen Leiden, verstarb am 5. Dezember 2008
Kamerad Gerhard Kirnberger
Oberstabsbootsmann a. D. und Ehrenvorsitzender der Marinekameradschaft München

 Am 14. Mai 1942 in Fürth i. Bayern geboren, begann er seine Dienstzeit bei der Bundesmarine im Oktober 1960. Fahrenszeiten beim 2. Schnellbootgeschwader und auf dem Versorger  „DITHMARSCHEN“ folgten und im Rahmen seiner sanitätsdienstlichen Aus- und Weiterbildung war er auch am BW- Krankenhaus Bad Zwischenahn, dort lernte er seine Frau Marlies kennen, die er 1962 heiratete. 1963 legte er das Staatsexamen als staatlich geprüfter Krankenpfleger ab.
GerhardKirnberger.jpgAls Bootmann (Sanitätsmeister) wurde er 1968 zur Sanitätsakademie der Bundeswehr in München versetzt – u. a. gehörte er auch zum Planungsstab beim WBK VI für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Nach seiner Versetzung nach München trat er auch der MK-München bei. Exakt 10 Jahre später, 1978, übernahm er das Amt als MK-Vorsitzender und 1979 gründete er den Shanty-Chor-München, der unter seiner Leitung beachtliche Erfolge bei bundesweiten Chorwettbewerben errang. Mit dem Wechsel 1973 zum Amt für Militärkunde gehörte er u. a. zum Behördenverbindungsstab – bis er 1992, nach Ausbruch einer heimtückischen Krankheit als Oberstabsbootsmann vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde. Für den DMB-Landesverband Bayern war er von 1980 bis 1992 aktiv – davon 6 Jahre als Landesleiter Südbayern.
Zahlreiche Ehrungen u. Auszeichnungen wurden ihm zuteil:

    die Bundeswehr ehrte ihn mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold
    der DMB verlieh ihm die Ehrennadeln in Silber und Gold – sowie für besondere Verdienste die Goldene Verdienstnadel,
    der DMB-Landesverband Bayern mit der Ehrenmitgliedschaft,
    die MK-München ehrte ihn mit der Goldenen MK-Ehrennadel und nach rd. 23-jähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der MK-München.

Mit seinem Tod verlieren der DMB und die MK-München einen allseits geschätzten Kameraden, der sich große Verdienste erworben hatte.

Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Der Chor errang beim Bundeswettstreit der Shanty-Chöre im Jahr 1977 den 2. Platz … Respekt für einen Chor der seine Wurzeln in Bayern hatte.

Und diese Single (vermutlich ne Privatpressung) zeichnet sich durch feine Vokal-Sätze aus und irgendwie drängt sich der Gedanke auf, dass diese Versionen weitaus authentischer sind, als so manchen „Nordlichter“ Aufnahme.

Wer also dieser Musik etwas abgewinnen kann … sollte da mal reinhören.

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Besetzung:
Wilhelm Eitel (ccordeon)
Walter Hunger (vocals)
Gerhard Kirnberger (vocals, guitar)
Günther Metzger (vocals)
Adolf Rist (vocals)

Titel:
01. My Bonnie Is Over The Ocean (Traditional) 3.32
02. La Paloma (Yradier) 3.55
03. Kari Waits For Me (Bader/Miller/Dehr/Gilkyson) 3.02
04. Jonny Sing Along (Jonny sing dein Lied noch mal) (Allen/Blecher) 2.29

LabelA1

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