Original Siebenbürger Blasmusik München – Melodien der Heimat (1977)

FrontCover1All diese Landmannschaften aus dem Osten des deutschen Reiches betrieben ja eifrig die kulturelle Pflege ihrer Gebräuche, Texte und natürlich ihrer Musik aus der verlorengegangenen Heimat.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Kapelle „Original Siebenbürger Blasmusik München“:

Die älteste siebenbürgisch-sächsische Blaskapelle in Deutschland wurde 1949 gegründet und wird seit 1997 von Werner Schullerus dirigiert. Die 23 Musiker proben jeden Mittwochabend im Haus des Deutschen Ostens für ihre Auftritte im Großraum München sowie im Rahmen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen: Kronenfest, Umzüge, Trachtenfeste, Tanzabende, Starkbierfest, Oktoberfestumzug, usw. Das Repertoire reicht von klassischer Blasmusik über Schlager, Oldies bis hin zu Stücken im konzertanten Stil und Big-Band-Sound. Im Jahr 1977 wurde unter der Leitung von Franz Adam die Langspielplatte „Melodien der Heimat“ eingespielt. (Quelle: Siebenbuerger Portal)

Und um genau diese Aufnahmen geht es jetzt hier: Natürlich spielen die Bursche ordentlich auf (= sie verstehen ihr Handwerk) … aber beim Anhören dieser Lieder und Melodien wurde mir wieder mal der beschichtigende Charakter einer solchen Musik deutlich. Volksmusik die nun von der schönen Heimat und der schönen Liebe handelt, kann keine wirkliche Volksmusik sein, denn das Volk – vorallem in früheren Zeiten – hatte mit sovielen Widrigkeiten (oftmals ausgelöst von der Obrigkeit)  zu kämpfen, dass diese prägenden Elementen irgendwie auch in die Musik und vorallem in die Texte einfließen müsste ! Oder etwas nicht ?

Dennoch kann man sich natürlich an einer solchen raren LP erfreuen … und das wünsche ich allen, die sich mit jenen Siebenbürgern verbunden fühlen.

Ach ja … die Original Siebenbürger Blasmusik München gibt es immer noch: 2009 feierten sie in Garching bei München ihr 60jähriges Jubiläum! Und auch die beiden Komponisten dieser LP, Andreas Rastel und Martin Drotleff sind zumindest noch im letzten Jahr in Sachen „Musik aus Siebenbürgen“ unterwegs gewesen: wirklich erstaunlich !

Aufgenommen im Studio 70, München, 1977

Original Siebenbürger (um 1950)

Original Siebenbürger (um 1950)

Besetzung:
Original Siebenbürger Blasmusik München unter der Leitung von Franz Adam
+
Das Siebenbürger Duo

BackCover1

Titel:
01. Schatzerl-Polka (Rastel) 3.20
02. Hochzeitsfreude (Rastel) 2.46
03. Meine Liebste (Drotleff) 3.08
04. Dorfleben (Drotleff) 3.08
05. Siebenbürger Marsch (Traditional) 2.09
06. Im Rosengarten (Drotleff) 3.04
07. Lustig und fidel (Drotleff) 2.47
08. Im Mühlbachtal (Rastel) 2.50
09. Reich mir deine Hand (Drotleff) 3.11
10. Zur Maienzeit (Drotleff) 3.05
11. Jungsächsisch-Volkstanz (Traditional) 2.38
12. Ich bin ein Sachs, ich sags mit Stolz (Traditional) 2.39

LabelA1

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Gerhard Polt – Der Erwin I (1977)

FrontCover1.JPGEin für mich imment wichtige Album, denn mit „Der Erwin I“ begann die wunderbare Welt des Gerhard Polt … eine Welt, die man gut und gerne als das bayuwarische Absurdistan bezeichnen kann.

Und das waren seine ganz frühen Jahre:

Gerhard Polt (* 7. Mai 1942 in München) ist ein deutscher Kabarettist, Autor, Fernseh- und Filmschauspieler.

Schon wenige Monate nach Gerhard Polts Geburt zog seine Mutter mit ihrem Sohn während des Zweiten Weltkriegs in den katholischen Wallfahrtsort Altötting, um der zunehmenden Gefahr durch Bombenangriffe in München zu entgehen. Sein Vater Richard, Rechtsanwalt und während des Kriegs Major, verbrachte einen Teil der Kriegsjahre in Wien.Nach der Rückkehr des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft nach München bezog die Familie 1951 wieder ein gemeinsames Zuhause in der Stadt. 1957 erfolgte erneut ein Umzug Polts mit seiner Mutter innerhalb Münchens in die Maxvorstadt. Auf das Abitur folgten das Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität München und das Studium von Skandinavistik und Altgermanisch von 1962 bis 1968 in Göteborg.

Gerhard Polt01Nach seiner Rückkehr nach München arbeitete Polt als Übersetzer, Lehrer und Dolmetscher. Heute lebt Polt in Neuhaus (Gemeinde Schliersee). Er ist seit 1971 verheiratet und hat einen Sohn.

Polt begann seine Karriere mit einer Hörspielproduktion des Hessischen Rundfunks, Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau. Darin spielte er die Rollen von mehr als 30 verschiedenen Personen, die durch Maßnahmen der Stadtsanierung aus ihrer angestammten Umgebung, der Münchner Amalienstraße, vertrieben werden. Seinen ersten Bühnenauftritt hatte Polt 1975 mit dem kabarettistischen Programm der Kleinen Nachtrevue in der Münchner Kleinen Freiheit. Es folgten große Publikumserfolge an den Münchner Kammerspielen (u. a. Diridari und Tschurangrati), die er mit Co-Autor und Regisseur Hanns Christian Müller realisierte und in denen u. a. auch Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl und Gisela Schneeberger mitwirkten. (Quelle: wikipedia)

Hier sein Erstlingswerk … und es alle Ingredienzien, die Polt im Laufe seiner Jahre verfeinert hat  und die ihn letztlich auch so einmalig gemacht haben.

„Es heißt, Gerhard Polt schaue dem Volk aufs Maul. Das stimmt, und es kann nur so gut funktionieren, wenn man selbst Teil dieses Volkes ist. Das ist die Doppelrolle, die Polt spielt. Er hat genau zugehört und bastelt daraus Realsatiren.“ (Der Spiegel)

Wer sich für diese Art von ganz speziellem, zuweilen tief schwarzem Humor (siehe „Servus Oma“) erwärmen kann … dem kann ich diese LP aus dem Jahr 1977 nur ans Herz legen … denn … auch der Karl Valentin schaut grinsend um die Ecke . ..

Als Poltianer verspreche ich, dass weitere Werke aus diesem ganz speziellem Kosmos hier im Laufe der Zeit präsentiert werden.

Gerhard Polt02

Besetzung:
Gerhard Polt (Sprecher)

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Titel:
01. Der Willi 1.09
02. Das Abitur 0.32
03. Im Buchladen 3.57
04. Servus, Oma 1.45
05. Mahlzeit 1.56
06. First-Class Hotel 0.36
07. Der Kaiserschmarrn 1.03
08. Nurejew 0.32
09. Der Kinderfunk 5.17
10. Heut‘ geh‘ ich ins Büro 1.04
11. I hab‘ koa Freid 2.04
12. Bilanzen 0.58
13. Nikolausi 2.07
14. Wiedersehn 1.32
15. Der russische Witz 0.58
16. Die Melodie 2.10
17. S‘ Lawinderl 2.09
18. Die Gulaschsuppe 0.40
19. Mister Hapflinger 2.02
20. Der Ostblockplayboy 1.48
21. Wann i nimmer meng dad 3.10

Texte: Gerhard Polt und Hanns-Christian Müller
Musik: Hanns-Christian Müller

LabelA1

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Musica Antiqua Köln – 350 Jahre Westfälischr Friede – Violinenklänge aus dem 17. Jahrhundert (1998)

FrontCover1.jpgEine interessante Mischung: Die Musica Antiqua Köln un der Westfälische Friede.

Die Musica Antiqua Köln war ein renommiertes Barockorchester, das sich der historischen Aufführungspraxis widmete.

Es wurde 1973 von Reinhard Goebel mit Musikern der Kölner Musikhochschule gegründet. Das Ensemble, das in der Kerngruppe sechs Instrumentalisten umfasste, konzentrierte sich vor allem auf die Orchester- und Ensemblewerke von Georg Philipp Telemann sowie der gesamten Bachfamilie. Mitglieder von Musica Antiqua Köln waren beispielsweise Andreas Staier (Cembalo), Anton Steck, Florian Deuter, Manfredo Kraemer (Violine), Verena Fischer, Wilbert Hazelzet (Traversflöte), Jaap ter Linden (Cello), Jonathan Cable (Kontrabass, Violone und Gambe), Léon Berben (Cembalo), Adrian Rovatkay (Fagott), Susanne Regel (Oboe).

Im November 2006 löste sich das Ensemble auf. Reinhard Goebel hatte aufgrund einer Erkrankung der linken Hand seine Tätigkeit als Violinist beendet und widmet sich nunmehr ausschließlich der Dirigiertätigkeit. (Quelle: wikipedia)
Göbel hat mit seiner musica antiqua über Jahrzehnte das Repertoire bereichert. Als der Ende der siebziger Jahre neu herauskam, war das neben Harnoncourt eine wichtige Adresse. (Quelle: wkipedia)

Musica Antiqua Köln.jpg

Na und dann der sog. Westfälische Frieden:

Als Westfälischer Friede wird die Gesamtheit der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossenen Friedensverträge bezeichnet, die den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland und zugleich den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande beendeten.

Entsprechend den nach Verhandlungsparteien getrennten Tagungsorten des Friedenskongresses wurden zwei komplementäre Friedensverträge ausgehandelt. Für den Kaiser und Frankreich war dies der Münstersche Friedensvertrag (Instrumentum Pacis Monasteriensis, IPM) und für Kaiser und Reich einerseits und Schweden andererseits der Osnabrücker Friedensvertrag (Instrumentum Pacis Osnabrugensis, IPO).[1] Beide Verträge wurden schließlich am selben Tag, dem 24. Oktober 1648, in Münster im Namen von Kaiser Ferdinand III. und König Ludwig XIV. von Frankreich bzw. Königin Christina von Schweden unterzeichnet.

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Triumph des Osnabrücker und Nürnberger Friedens, allegorische Darstellung des Religionsfriedens, 1649

Vorausgegangen war ein fünf Jahre währender Friedenskongress aller Kriegsparteien, der zugleich in beiden Städten tagte. Es war der erste internationale Kongress, auf dem nahezu alle großen europäischen Mächte vertreten waren. Der Westfälische Friede fixierte im Wesentlichen das Ende der Kampfhandlungen und wichtige Grundentscheidungen, war also im heutigen Politikverständnis vor allem ein Waffenstillstandsvertrag. Die friedenschließenden Parteien verpflichteten sich aber dazu, die Einzelheiten für eine vertragliche Friedensordnung dann in einem separaten Friedensexekutionskongress zu verhandeln. Diese dann nochmals über ein Jahr währenden Verhandlungen fanden im darauffolgenden Jahr beginnend – zwischen April 1649 und Juli 1650 – in Nürnberg statt (Nürnberger Exekutionstag). Die Ergebnisse dieser Verhandlungen wurden in zwei Rezessen zusammengefasst: zum einen in dem sogenannten Interims-Rezess, der im September 1649 beschlossen wurde, und zum zweiten als Abschluss in dem Reichs-Friedens-Rezess vom Juli 1650. Die Rezesse enthielten verbindliche Abmachungen zu Abrüstungs- und Entschädigungsfragen, sie können als eigentlicher Friedensvertrag im heutigen Sinne gelten, da sie darauf abzielten, eine stabile neue Friedensordnung zu schaffen. Die Rezesse bestimmten für über hundert Jahre die politische Neuordnung Mitteleuropas nach Ende des Dreißigjährigen Krieges. Sie wurden als Durchführungsbestimmungen des Westfälischen Friedens und wichtige Ergänzungen und Präzisierungen als Reichsgrundgesetz behandelt und im vollen Wortlaut in den Abschied des Reichstages vom 17. Mai 1654 aufgenommen, genannt Jüngster Reichsabschied.

Westfälischer Friede02.jpg

Der Friedensvertrag von Osnabrück, Ausfertigung von 1649 für den Kurfürsten Maximilian I. von Bayern.

Der Friede von Münster, Osnabrück und Nürnberg wurde zum Vorbild für spätere Friedenskonferenzen, da er dem Prinzip der Gleichberechtigung der Staaten, unabhängig von ihrer tatsächlichen Macht, zur Durchsetzung verhalf. Die reichsrechtlichen Regelungen des Friedens von Münster, Osnabrück und Nürnberg wurden zu Bestandteilen der Verfassungsordnung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis zu dessen Ende im Jahr 1806. Zugleich trug der allgemeine Friede – die pax universalis – von Münster und Osnabrück zur gesamteuropäischen Stabilität bei, da sich spätere Friedensschlüsse bis zur Französischen Revolution immer wieder an ihm orientierten. (Quelle: Wikipedia)

Nun ja … und im Jahre 1998 gab´s dann halt große 350 Jahr Feiern zu diesem Ereignis.

Und das bewog dann die Firma Tigtmeyer (Fahrzeugbauteile, gegründet 1901) aus Osnabrück diese CD zu produzieren.

Dabei bediente man sich einer Aufnahme der Musica Antiqua Köln aus dem Jahre 1977. Damals veröffentlichte dieses famose Ensemble die LP „Virtuose deutsche Violinmusik des 17. Jahrhunderts“ (ursprünglich erschienen auf EMI Electrola.

LPFront+BackCover1977

Die Original-LP aus dem Jahr 1977

Und hier zelebrierte man mehr als kunstfertig eben Violinenmusik des 17. Jahrhunderts und – das zeichnet die Musik neben der geschmeidigen Einspielungen – verzichtete dabei auf die Gassenhauer jener Epoche, sondern führte samt und sonders Werke unbekannter Komponisten auf. Diese Liebe zu den Raritäten dieer Zeit schätze ich weiterhin sehr.

Erstaunt und verblüfft bin ich jedoch weiterhin, warum eine Firma wie die genannte justament eine solche Musik für ihre Werbezwecke nutzt

Das ändert freilich gar nichts an der Freude an dieser barocken Spiellust …

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Reinhard Goebel

Besetzung:
Hajo Bäss (violin)

Eva Bartos (viola da gamba)
Henk Bouman (harpsichord)
Jonathan Cable (viola da gamba, violone)
Reinhard Goebel (violin)

Booklet1

Titel:

Johan Rosenmüller:
01. Sinfonia D-Dur für 2 Violinen 3.50

Charles Rosier:
02. Sonata (Suite) E-moll für 2 Violinen 3.34

Johann Caspar Kerll:
03. Sonata F-Dur für 2 Violinen 6.11

David Pohle:
04. Sonata A-dur „Nun danket alle Gott“ für 2 skodierte Violinen 5.02

Clamor Heinrich Abel:
05. Bataille D-Dur für 2 Violinen 4.41

Johann Heinrich Schmelzer:
06. Lamento Sopra la Morte Ferdinandi III für 2 Violinen und Viola Da Gamba 7.34
07. Polnische Sackpfeiffen für 2 Violinen 6.38

Johann Michael Nicolai:
08. Sonatenfragment B-Dur für Violine, Viola I und II 5.14

CD1

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Shanty Chor München – Jonny Sing Along (1977)

FrontCover1Quasi als Nachschlag zur ersten „Nordlichter“ CD präsentiere ich jetzt mal einen Shanty-Chors aus München (!)

Gegründet wurde dieser Chor im Jahr 1969 von Gerhard Kirnberger und man fröhnte natürlich den überwiegend sentimentalen Seefahrtslieder. Leider ist dann dieser Gerhard Kirnberger recht früh verstorben. Hier der Nachruf auf ihn (gefunden auf der homepage der Marinekameradschaft München e.V.):

Nachruf
Nach einem langen, mit viel Geduld ertragenen Leiden, verstarb am 5. Dezember 2008
Kamerad Gerhard Kirnberger
Oberstabsbootsmann a. D. und Ehrenvorsitzender der Marinekameradschaft München

 Am 14. Mai 1942 in Fürth i. Bayern geboren, begann er seine Dienstzeit bei der Bundesmarine im Oktober 1960. Fahrenszeiten beim 2. Schnellbootgeschwader und auf dem Versorger  „DITHMARSCHEN“ folgten und im Rahmen seiner sanitätsdienstlichen Aus- und Weiterbildung war er auch am BW- Krankenhaus Bad Zwischenahn, dort lernte er seine Frau Marlies kennen, die er 1962 heiratete. 1963 legte er das Staatsexamen als staatlich geprüfter Krankenpfleger ab.
GerhardKirnberger.jpgAls Bootmann (Sanitätsmeister) wurde er 1968 zur Sanitätsakademie der Bundeswehr in München versetzt – u. a. gehörte er auch zum Planungsstab beim WBK VI für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Nach seiner Versetzung nach München trat er auch der MK-München bei. Exakt 10 Jahre später, 1978, übernahm er das Amt als MK-Vorsitzender und 1979 gründete er den Shanty-Chor-München, der unter seiner Leitung beachtliche Erfolge bei bundesweiten Chorwettbewerben errang. Mit dem Wechsel 1973 zum Amt für Militärkunde gehörte er u. a. zum Behördenverbindungsstab – bis er 1992, nach Ausbruch einer heimtückischen Krankheit als Oberstabsbootsmann vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde. Für den DMB-Landesverband Bayern war er von 1980 bis 1992 aktiv – davon 6 Jahre als Landesleiter Südbayern.
Zahlreiche Ehrungen u. Auszeichnungen wurden ihm zuteil:

    die Bundeswehr ehrte ihn mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold
    der DMB verlieh ihm die Ehrennadeln in Silber und Gold – sowie für besondere Verdienste die Goldene Verdienstnadel,
    der DMB-Landesverband Bayern mit der Ehrenmitgliedschaft,
    die MK-München ehrte ihn mit der Goldenen MK-Ehrennadel und nach rd. 23-jähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden der MK-München.

Mit seinem Tod verlieren der DMB und die MK-München einen allseits geschätzten Kameraden, der sich große Verdienste erworben hatte.

Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

Der Chor errang beim Bundeswettstreit der Shanty-Chöre im Jahr 1977 den 2. Platz … Respekt für einen Chor der seine Wurzeln in Bayern hatte.

Und diese Single (vermutlich ne Privatpressung) zeichnet sich durch feine Vokal-Sätze aus und irgendwie drängt sich der Gedanke auf, dass diese Versionen weitaus authentischer sind, als so manchen „Nordlichter“ Aufnahme.

Wer also dieser Musik etwas abgewinnen kann … sollte da mal reinhören.

BackCover1.jpg

Besetzung:
Wilhelm Eitel (ccordeon)
Walter Hunger (vocals)
Gerhard Kirnberger (vocals, guitar)
Günther Metzger (vocals)
Adolf Rist (vocals)

Titel:
01. My Bonnie Is Over The Ocean (Traditional) 3.32
02. La Paloma (Yradier) 3.55
03. Kari Waits For Me (Bader/Miller/Dehr/Gilkyson) 3.02
04. Jonny Sing Along (Jonny sing dein Lied noch mal) (Allen/Blecher) 2.29

LabelA1

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Richard Österreicher und sein Orchester – An der schönen blauen Donau + Rosen aus dem Süden (1977)

FrontCover1Liest man sich die Biographie von Richard Österreicher durch … und hört sich dann diese Single an … kann man eigentlich nur ein wenig staunen:

Richard Oesterreicher (fälschlich oft Österreicher; * 10. November 1932 in Wien) ist ein österreichischer Dirigent und Jazzmusiker.

Richard Oesterreicher ist der Sohn eines Musiklehrers. Er studierte zunächst beim Vater und begann ab 1947 eine Lehre als Schriftsetzer, neben der er am Konservatorium der Stadt Wien Gitarre und Klavier studierte. Er absolvierte ein Studium bei Walter Heidrich in Wien. Von 1958 bis 1967 war er als Berufsmusiker mit eigener Combo tätig, danach als Studio-Gitarrist, Arrangeur und Musiker im ORF-Unterhaltungsorchester.

1972 wurde Oesterreicher Mitglied der ORF-Big-Band, deren musikalische Leitung er 1976 übernahm. In dieser Zeit komponierte er auch Signations für die ORF-Shows Wer A sagt, Champion, O du mein Österreich und Countdown.

1981 gründete er die Richard Oesterreicher-Big-Band, die in Fernsehshows und Plattenproduktionen mit Künstlern wie Udo Jürgens, Peter Alexander, Bill Ramsey, Caterina Valente, Kurt Sowinetz, José Carreras, Edita Gruberova und Marianne Mendt zusammenwirkte.

Bekanntheit erlangte Oesterreicher daneben als Jazzsolist mit der Mundharmonika, der mit Stars wie Art Farmer, Wayne Darling, Herb Ellis, Frank Mantooth, Peter Herbolzheimer, Fritz Pauer, Albert Mair, Erich Kleinschuster, Paul Kuhn, Toni Stricker, Karl Hodina und Viktor Gernot auftrat. (Quelle: wikipedia)

Klingt nach einer ehrenwerten Biographie und dann veröffentlichte er mit seinem Orchester Disco-Versionen von Robert Stolz Klassikern. Klar, 1977 war der ganz deutschsprachige Raum im Disco-Fieber … also dachte man sich wohl auch in Österreich, dass man da auch wenig Reibach machen könnte … diese Single ist wahrlich keine Heldentat das österreichischen Amadeo Labels und ich vermute mal, Richard Österreicher denkt lieber an andere musikalische Stationen seines Lebens …

 

Besetzung:
Richard Österreicher und sein Orchester

RichardÖsterreicher

Richard Österreicher an seinem 80. Geburtstag

Titel:
01. An der schönen blauen Donau (Stolz) 3.48
02. Rosen aus dem Süden (Stolz) 3.37

LabelA1

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Otto – Das Wort zum Montag (1977)

FrontCover1Und wieder ein Album des Blödelbarden par excellence der 70er Jahre … Otto:

„Zugegeben, der Humor von Otto Waalkes passt nicht mehr so richtig in die heutige Zeit, weil der Klamauk-Geschmack sich doch durch das große Angebot an Comedy etwas gewandelt hat. Zeitlosigkeit erreichen wohl nur die Humoristen des gehobenen Niveaus, wie z.B. Loriot, was Otto Waalkes keineswegs abwerten soll, aber er produziert halt einen ganz anderen Humor, der vielleicht eher Modetrends unterworfen ist.
Trotzdem war Otto zu seiner großen Zeit in den 70er und 80er Jahren einer der wenigen ganz großen „Blödelbarden“, und ich bin nach wie vor ein großer Fan von ihm.
Diese CD gehört zu einer ganzen Reihe von CDs mit alten Live-Mitschnitten und ganz wenigen Studioaufnahmen, die heute alle glücklicherweise für recht wenig Geld zu haben sind, so dass man sich als Fan der alten Otto-Shows leicht eine Sammlung der alten Schätzchen anlegen kann. Ich schwelge immer wieder gerne mit diesen alten CDs (die ja damals schon als LPs sehr erfolgreich waren) in Nostalgie und finde, man kann sie immer wieder hören.
Das Schöne an den Mitschnitten auf dieser CD ist, dass sie meines Wissens aus dem Fernsehen größtenteils unbekannt sind (Ausnahme z.B. die „Führenscheinprüfung“, die ab und zu noch gezeigt wird: „Da kommt ein Auto, sagen Sie? Eins jener Fortbewegungsmittel, die wie von Geisterhand beflügelt den Menschen bald hierhin, bald dorthin bringen?“), und dass sie einen guten Querschnitt bietet, von lustigen Liedern bis zu Ostfriesenwitzen.

Otto01
5 Sterne auf jeden Fall für den Otto-Fan, denn der wird zumeist in Ottos großer Zeit zum Fan geworden sein. Andere Interessierte sollten vielleicht erstmal in die Audio-Samples hineinhören, ob ihnen der Humor liegt. Für mich als Liebhaber ein Muss in der Sammlung! (Mark Schülke)“

Damals war Otto´s Wortakrobatik- witz wirklich noch beachtlich und von daher kann ich mich „als Kind der 70er“ noch heute erfreuen … und ich erinnere mich da noch gerne daran, wie der Otto damals die bundesdeutsche Unterhaltungsszene gewaltig durcheinander wirbelt … und zwar mit seinem durchaus anarchistischem Humor … nach dem Motto:dem war nichts heilig ! Und das ist und war gut so !

Otto02

Besetzung:
Otto (vocals, guitar, harmonica)

BackCover1

Titel:
01. Mein Privatleben (Waalkes) 0.36
02. Lied von der Arbeit (Waalkes) 0.45
03 Summertime (Gershwin/Waalkes) 0.43
04. Eheleid (Waalkes/Gernhardt)
05. Der Ostfriese (Gernhardt) 1.39
06. Zwei Märchen (Waalkes) 0.52
07. Popzeitung (Gernhardt/Knorr) 1.20
08. Harry Hirsch berichtet aus dem Orient (Gernhardt/Knorr/Waalkes) 3.02
09. Fernsehen & Familie (Gernhardt/Knorr/Waalkes) 0.32
10. Modenschau (Gernhardt/Knorr) 1.40
11. Sprachkongreß (Gernhardt/Knorr) 2.32
12. Dupscheck (Waalkes) 0.56
13. Hausfrauenreport, 5. Teil (Waalkes) 1.34
14. Märchen aus dem Wilden Westen (Waalkes) 1.02
15. Führerscheinprüfung (Gernhardt/Knorr) 2.09
16. ‚Ne Fabel (Gernhardt/Knorr) 1.48
17. Großmutterdiffamierung (Waalkes) 0.27
18. Eiskunstsaufreportage (Gernhardt/Knorr/Waalkes) 1.38
19. Texas (Waalkes) 3.49
20. Sex (Waalkes) 0.42
21. Das Wort zum Montag (Gernhardt/Knorr) 2.56

LabelB1

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Tommy Fortmann & Beat Hirt – Tell ! (Original Schallplatten-Fassung des Musicals) (1977)

FrontCover1Ich kann mich noch relativ gut an den Hype erinnern, als dieses Musical 1977 veröffentlicht wurde, denn allein die Mixture der Gastsänger ist irgendwie atemberaubend, schwindelerregend: Jürgen Drews, Alexis Korner, Udo Lindenberg, Su Kramer, Jackie Carter und Romy Haag gemeinsam auf einem Album … wann gab´s das denn schon mal ?

Aber: In der Sprache der Arbeitszeugnisse müsste man diesen Hype mit den Worten „man gab sich Mühe“ charakterisieren.

Ich weiss gar nicht, wo ich da aufangen und wo ich da aufhören soll.

Da ist ein Udo Lindenberg, der seinen gewohnt schnodrigen Gesangsstil zelebriert und sich insgeheim vor Lachen in die Hose machte, da ist ein Jürgen Drews, dem man – ausgerechnet ihm – den „besten“ Song des Albums geb („Amigo).

Und da ist ein Alexis Korner, der sich mal als Schlagersänger ausprobieren durfte … gar nicht so übel, wenn´s nicht so arg wehtun würde …

Neben eher simplen Rocksongs wurde natürlich auch der damalige Disco Sound der „Munich Scene“ zelebriert … damals wie heute mein bevorzugtes Abführmittel …

Und wenn man liest, dass sich Musiker wie Curt Cress, Kristian Schultze oder Frank Diez bereitschlagen ließen, an dieser Produktion mitzuwirken, dann könnte einem der Hut hochgehen ! Und wenn man bedenkt, dass Tommy Fortmann entscheidenden Anteil an der schweizerischen Rockband Demon Thor hatte (die nun wirklich eine gute Band waren), versteht man die Welt nicht mehr.

ImStudio

Tommy Fortmann, Beat Hirt & Dieter Dirks (Produzent)

Und dann die message dieses Musicals … Ich zitiere im Original:

„Tell ist ein junges, popiges Musical aus der Feder der beiden Schweizer Tommy Fortmann (Musik) und Beat Hirt (Text). Das Werk entstand in mehrjähriger Zusammenarbeit der Autoren. Hirt ist 37 Jahre alt, Fortmann 26jährig. Tell ! ist ihr Erstling.

Es geht im Musical Tell ! nur bedingt um Wilhelm Tell, es geht vielmehr zum Beispiel um Wilhelm Tell. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der menschliche Hang zur Glorifizierung von Helden, seien diese nun in der Sportwelt, derf Politik oder eben in der Geschichte zu Hause.

Am Beispiel Tells wird gezeigt, daß Helden auch menschliche (oder un-menschliche) Seiten und Schwächen haben. Daß sie sich in schillernden Heldenrollen nur bedingt wohlfühlen können, weil sie ihre eigenen Schwächen kennen.

Trotz der Infragestellung der Tellenfigur (auch aus der Sicht historischer Quellen) wird Tell nirgends heruntergemacht. Er wird nicht als Tölpel hingestellt. Im Gegenteil: er soll sympathisch und menschlich sein. Wir allen sollen uns im teilweise gequälten Erfolgsstrebens Tells wiedererkennen.“

Aha, alles klar !

Programmheft

Programmheft (Auszug)

Zu ergänzen wäre noch, dass dieses Musical tatsächlich auch live aufgeführt wurde (wie oft, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis); von den auf diesem Album mitwirkenden Musiker konnte allerdings nur Alexis Korner überredet werden, mitzuwirken.

TellLive1

Tell live, mit Alexis Korner

Nun … reinhören lohnt sich dennoch … mit einer gewissen Prise Humor kann das durchaus amüsant sein: Ich vermute, dies ist die einzige Aufnahme, in der Alexis Korner deutsch singt. Und als Rarität kann man dieses Album durchaus bezeichnen … Und so kommt´s auch, dass Lindenberg auf seinem Raritäten Album auch den Song „Gitarrenlied“ aufgenommen hat …

CoverIllustration

Besetzung:
Jackie Carter (Gertrud Stauffacher)
Jürgen Drews (Wilhelm Tell)
Romy Haag (Werner Stauffacher)
Alexis Korner (Landvogt Gessler)
Su Kramer (Hedwig Tell)
Udo Lindenberg (Gitarrist)
+
Besetzung

Titel:
01. Intro (Wilhelm Tell-Melodie)
02. Sag uns 2.15
03. Gitarrenlied (Udo Lindenberg) 3.38
04. Amigo (Jürgen Drews) 2.40
05. Helden (Su Kramer) 2.58
06. Rock Tell 2.33
07. Tellenlied (Jürgen Drews) 3.10
08. Schüsse (Alexis Korner) 2.23
09. Unsere Welt will immer nur Gewinner sehen (Jackie Carter) 2.42
10. Tells Flucht 3.09
11. Tell, was wär´ passiert ? (Udo Lindenberg / Jürgen Drews) 2.48
12. Weiberrock (Romy Haag) 2.43
13. Liebeslied (Jürgen Drews / Jackie Carter) 4.30
14. Gesslerlied (Alexis Korner) 3.14
15. Hallo Uri Uno ! (Jürgen Drews / Udo Lindenberg) 2.13
16. Wilhelm Tell (Udo Lindenberg / Alexis Korner / Jackie Carter) 4.03

Musik: Tommy Fortmann
Text: Beat Hirt

LabelA1

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SpiegelKritik

Der Spiegel 33/1977 (08. August 1977)