Novalis – Vielleicht bist du ein Clown (1978)

NovalisClownFCNovalis war der Name einer deutschen Rockband aus den 1970er-Jahren. Zu den bekanntesten Werken der Band zählen die Titel Sommerabend und Wer Schmetterlinge lachen hört.

Mit einer Zeitungsanzeige suchten 1971 der Sänger Jürgen Wenzel und der Bassist Heino Schünzel Interessenten an einer gemeinsamen Band. Es meldeten sich der Organist Lutz Rahn und der Schlagzeuger Hartwig Biereichel. Zusammen mit Gitarrist Carlo Karges bildete man die Hamburger Gruppe Mosaik, die sich bald in Novalis umbenannte. Nach dem Debütalbum 1973 verließ Wenzel die Band und Heino Schünzel übernahm den Gesangspart. Carlo Karges, der später bei Nena spielte, wurde durch Detlef Job ersetzt. 1976 kam als weiteres Mitglied der österreichische Sänger Fred Mühlböck hinzu.Auf ihrem ersten Album sang die Gruppe noch auf Englisch, 1975 wechselte man auf Vorschlag des neuen Produzenten, des früheren Rattles-Musikers Achim Reichel, zu deutschen Texten. Neben eigener Lyrik verwendete man unter anderem auch Gedichte des Namensgebers Novalis (Wunderschätze, Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren …).

Mit den Alben Sommerabend, Brandung und Vielleicht bist du ein Clown? und der unverwechselbaren, eindringlichen Stimme von Fred Mühlböck erreichte die Gruppe ihre größten Erfolge und erlangte auch internationale Beachtung (Quelle: wikipedia)

Und in der Tat: Das Album „Vielleicht bist du ein Clown“ hat seine magische Momente und braucht wahrlich keine Vergleiche mit „internationalen“ Acts zu scheuen; dies gilt zumindest für die instrumentalen Teile des Albums.

Produziert wurde das Album übrigens von Achim Reichel und der Text von „Die Welt wird alt und wieder jung“ stammt von dem deutschen Dichterfürsten Friedrich Schiller.

Der New Musical Express schrieb: „“Hammond-Töne von Keith Emerson, Gitarrenphrasen von Wishbone Ash und Sphärenklänge wie bei Yes“.

NovalisClown

Besetzung:
Hartwig Biereichel (drums)
Detlef Job (guitar)
Fred Mühlböck (vocals)
Lutz Rahn (organ)
Heino Schünzel (bass)

NovalisClownBC

Titel:
01. Der Geigenspieler (Job) 8.14
02. Zingaresca (Mühlböck) 5:12
03. Manchmal fällt der Regen (Mühlböck) 3.50
04. Vielleicht bist du ein Clown? (Rahn/Mühlböck) 6.22
05. City-Nord (Rahn) 6.07
06. Die Welt wird alt und wieder jung (Schiller/Mühlböck) 4.30

LabelA1

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Michael Sagmeister – Sagmeister Trio (1978)

FrontCover1Jetzt mal wieder etwas ganz exquisites aus deutschen Landen:

Michael Werner Sagmeister (* 27. Juli 1959 in Frankfurt am Main) ist ein Jazz- und Fusion-Gitarrist. Er gilt als einer der führenden zeitgenössischen Musiker seines Faches in Europa. In den Jahren 1993 bis 1997 war er Dozent am Berklee College of Music in Boston. Im Jahr 1999 wurde er zum ordentlichen Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main ernannt.

Sagmeister gründete seine erste Gruppe 1975 und hatte mit ihr einen Achtungserfolg als Newcomer beim Frankfurter Jazzfestival. Obgleich er zunächst Rockjazz spielte, liegen seine stilistischen Wurzeln im Hard Bop; seine frühen Vorbilder waren Pat Martino und Wes Montgomery. Eine Tournee mit dem United Jazz and Rock Ensemble Anfang der 1980er Jahre als Vorgruppe machte Sagmeister einem breiteren Publikum bekannt. Es folgen Tourneen durch Südostasien und Nordafrika, zuletzt durch Westafrika.

Zu seinem Trio gehört über lange Jahre der Schlagzeuger Michael Küttner; an Stelle seines langjährigen Bassgitarristen Udo Kistner spielt aktuell Martin Gjakonovski Bass. Auch tritt er im Quintett mit Klaus Göbel, Götz Ommert und Antonella D’Orio auf. Sagmeister arbeitete auch mit Pat Martino, Larry Coryell, Billy Cobham, Jack DeJohnette, Dave Samuels, Randy Brecker, Miroslav Vitouš, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Volker Kriegel, Christoph Spendel, Christof Lauer, Attila Zoller, Emil Mangelsdorff, der hr-Bigband, William Kennedy, Gerry Brown und anderen zusammen. Er ist auch in Solokonzerten und im Duo mit der Sängerin Britta Medeiros zu hören. Seine Spielweise orientiert sich heute an Neobop und Fusion, aber auch am Blues.

Michael Sagmeister hat bisher knapp 20 Schallplatten/CDs und drei Lehrbücher veröffentlicht. (Quelle: wikipedia)

Michael Sagmeister

Und hier sein Erstlingswerk, veröffentlicht auf dem famosen Mood Label (später ma mehr darüber). Das war Jazz-Rock vom feinsten, freilich ein wenig selbstverliebt, aber wundert einen das ? Da schwebt einer auf dem siebten Himmel und Sagmeister gab dabei dem Bassisten Udo Kistner auch viel Raum für seine solistischen Ausflüge. Das nenn ich Genuß pur !

Am Mischpult saß übrigens kein geringerer als Volker Kriegel !

SagmeisterTrio01

Besetzung:
Udo Kistner (bass)
Hermann Kock (drums)
Michael Sagmeister (guitar)

BackCover1

Titel:
01. Februar 6:14
02. Difference 3:39
03. Guitar Solo No 1 2:54
04. Hallschlag 6:03
05. Little Thirds 5:27
06. Natural Valley 4:52
07. Fields And Borders 4:25
08. Guitar Solo No 2 4:11

Alle Kompositionen: Michael Sagmeister

LabelB1

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Marius Müller-Westernhagen – Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz (1978)

MariusFrontCover1978 als  vierte LP von Marius Müller-Westernhagen erschienen, verwirklichte sich der Meister des Rock zum ersten Mal ohne Hilfe als Komponist und Texter. Heraus kam eine der wohl bekanntesten Deutschrock-Aufnahmen überhaupt.
Gespickt mit heimlichen Hits wie „Mit 18“, „Dicke“ (das tatsächlich an Randy Newmans Song „Short People“ angelehnt ist und dessen Ironie gerne überhört wird) und „Johnny W.“, hat Westernhagen ein äußerst authentisches, teilweise autobiographisches Stück Rockmusik der späten 70’er hinterlassen, dem es nie am textlich nötigen Schuß Blues mangelt. Alle Begleitmusiker sind insgesamt hervorragend, was, neben Namen wie Nick Woodland (Gitarre), allein die Einspielzeit von nur sieben Tagen beweist. Die Texte ziehen ein weites Spektrum von rotzfrech über Kult bis hin zu schmachtenden Balladen voller Witz und Niveau, wobei der Inhalt durchaus Alltägliches widerspiegelt.

Alles in allem die wahrscheinlich beste, mit Sicherheit die kultigste Scheibe Marius Müller-Westernhagens und gewiß nicht zu Unrecht sein heimlicher Bestseller. (Felix von Vietsch)Marius Müller-Westernhagen hatte ja bis dieses Album entstand eine sehr bewegte Biographie hinter sich; vermutlich aus deshalb sind seine Texte auch so intensiv.

Schaut man sich die Besetzungslister dieser LP an, kann man getrost davon ausgehen, dass damals die Creme de le Creme der deutschen Rockmusik an Bord war.
in der Kneipe
Besetzung:
Karl Allaut (guitar)
Jean Jacques Kravetz (keyboards)
Olaf Kübler (saxophone)
Lothar Meid (bass)
Marius Müller-Westernhagen (vocals, harmonica, percussion)
Nick Woodland (guitar, background vocals, percussion)
Jean Paul Zimbris (drums, percussion, background vocals)
Inlet.jpg
Titel:

01. Mit 18 (Müller-Westernhagen) 5.09
02. Zieh‘ dir bloß die Schuhe aus (Müller-Westernhagen) 3.00
03. Willi Wucher (Müller-Westernhagen) 4.08
04. Oh, Margarethe (Müller-Westernhagen) 2.58
05. Alles in den Wind (Müller-Westernhagen) 3.40
06. Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz (Müller-Westernhagen) 2.45
07. Dicke (Müller-Westernhagen) 4.05
08. Giselher (Müller-Westernhagen/Schenkelberg) 5.32
09. Grüß mir die Genossen (Müller-Westernhagen) 3.45
10. Johnny W. (Müller-Westernhagen) 3.25

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Highway – Up And Down The Highway (1978)

FrontCover1Vor einigen Tagen erhielt ich ne mail mit einem ganz speziellem Wunsch:

„ich wage mich zu erinnern das irgendwo mal zu lesen war,wenn man Wünsche hätte – ruhig mal nachfragen.
Jetzt ist es soweit- Ich hab einen Wunsch.Ich hätt so gern „Highway – Up and Down the Highway“
Deutsche Gruppe,leider nirgendwo zu bekommen.“

und da musste ich schmunzeln … zum einen, weil sich da doch tatsächlich noch an diese Gruppe erinnert und dann, weil ich wußte dass „Highway“ damals so gar nicht gut ankommen (ich erinnere mich an eine hämische Kritik in „Sounds“) und ich mir den Luxus erlaubt habe, sie dennoch heiß und innig zu lieben:

Highway war eine deutsche Rockband, die 1977 in Hamburg gegründet wurde. In ihrer Musik verarbeitete die Formation auch Elemente aus Soul, Funk und Folk.

Die Gründungsmitglieder Björn Werner, Eddy de Mol, Mario Martens, Jochen Brückner, Holger Zülck und Bernd Fischer erhielten bereits im ersten Jahr des Bestehens ihrer Gruppe einen Plattenvertrag bei Pinball Records und veröffentlichten die Single So Close to Home. Es folgten die Alben Up and Down the Highway (1978) und Wheel of Fortune (1979). Inzwischen hatten Martens und Werner Highway verlassen und Jörn Fischer kam neu hinzu. Auftritte in den Fernsehsendungen Rockpop (ZDF) und Plattenküche (WDR) steigerten die Popularität Highways.

Highway01.jpg

1980 wechselte die nun überregional bekannte Band zu WEA und es erschien das dritte Album Heartbreaker, das in ABBAs Polar Music Studios in Stockholm aufgenommen und vom ABBA-Toningenieur Michael B. Tretow produziert wurde. Mit dem darauf enthaltenen Lied Put My Name Up in Lights, das von Pearson, de Mol und Brückner geschrieben wurde, hatte Highway im Juni 1981 einen Auftritt in der ZDF-Sendung disco. Nachdem sich kein kommerzieller Erfolg einstellte, trennte sich die Gruppe.

Zülck und Brückner gründeten anschließend mit weiteren Musikern die ebenfalls in Hamburg ansässige Band „Bad News Reunion“. (Quelle: Wikipedia)

Na ja, und dann habe ich noch folgendes über den Bassisten Mario Martens lesen müssen:

Der ehemalige Moderator von alster radio und Radio 107, Mario Martens, ist am Samstag, den 3.2.2007, nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren unerwartet verstorben.

Wie gesagt, dieses Album kam nicht gut an … und so kann man z.B. noch heute )im empfehlenswertem „Musik Zirkus“) über dieses Album lesen:

Aufgenommen wurde dieses Album im Hansa Studio in Berlin und im Alster Studio in Hamburg im Herbst 1977.

Mario Martnes.jpgEs handelt sich hierbei um ein ziemlich seltenes Vinyl glaube ich, das 1978 auf den Markt kam. Ob es dieses Album schon auf CD gibt weiß ich nicht.

„Stranger“ ist eine schöne Ballade mit rhytmischen Steigerungen, die ruhig beginnt mit tollem Harp Intro und verträumten, melodischen Akustikgitarren. Der sanfte, gefühlvolle Gesang passt auch sehr gut.

Der Rest des Albums ist meiner Meinung nach leider völlig überflüssiger, langweiliger 08/15 Akustik-Rock ohne Höhepunkte. Weder die Kompositionen, noch die Umsetzung überzeugen mich.

Oder:

Diese Scheibe von Highway ist tatsächlich selten. Die Pressung war damals nicht so hoch und da die LP musikalisch nicht so toll war wurde sie auch vorerst nicht nachgepresst. Damals war sie bei uns auf denn Plattenflohmärkten um die 80,00 DM wert wenn nicht sogar mehr.
Mittlerweile wurde sie 2x auf CD „remastert“, aber wiederum nur geringe Stückzahl.

Ich sage einmal, der Song „Stranger“ ist ohne Frage eine Hammerballade im Midtempo, mit dem Harp Intro und die eingängige Rhythmusstruktur , allen voran die hervorzuhebende Akustikgitarre. Das Egitarren Solo ist auch nicht zu verachten. Dieser Song macht halt dieses Album aus und darum ist es ein gesuchtes Stück. (Quelle: musikzirkus.eu)

Und ich sage: Das Album ist durchgehend ganz und gar hervorragend (mit Ausnahme von „Stranger (Reprise)„). Da haben die Jungs die „Eagles“ und all diesen entsptannten Westcoast-Rock ganz genau studiert …

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Für mich ein Klassiker, nicht nur weil ich ein paar amourösen Erinnerungen damit verbinde …

Ich ahne, ich mache mich damit nicht sonderlich beliebt … macht aber auch nix.

Ein Dank an den Leser dieses blog, der mich wieder an diese alte Scheibe erinnert hat (leider habe ich meine Vinyl-Version grad nicht gefunden … von daher keine alten Labels in der Präsentation).

Highway02.jpg

Besetzung:
Jochen Brückner (guitar, vocals)
Bernd Fischer (leadguitar)

Mario Martens (bass, vocals)
Eddy de Mol (guitar, vocals)
Björn Werner (keyboards, guitar, synthesizer, autoharp, harmonica, vocals)

Holger Zülck (drums, percussion)
+
Peter Levinson (percussion)
Uli Roever (horns)

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Titel:
01. Up And Down The Highway 4.01
02. Staircase To The Sun 4.01
03. Gimme Some Time 2.59
04. I’m An Eagle 3.16
05. I Love You 3.23
06. Cosmic Rider 3.38
07. Stranger 7.22
08. Windows 3.05
09. What Will You Do In The Morning 3.22
10. Angel In Disguise 3.15
11. Stranger (Reprise) 1.20

Musik und Texte: Jochen Brückner – Bernd Fischer – Mario Martens – Eddy de Mol – Björn Werner – Holger Zülck

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Rote Gitarren – Rote Gitarren (1978)

FrontCover1Eigentlich kamen sie ja aus Polen … aber in der DDR waren sie zumindest bis ca.  1985 wohl ne ziemlich große Nummer (wenn ich den Quellen trauen darf, die ich dazu gefunden habe):

Die Band Czerwone Gitary oder Rote Gitarren ist eine der populärsten Bands der polnischen Musikgeschichte und bekannt als die polnischen Beatles

Die Roten Gitarren wurden am 3. Januar 1965 von Henryk Zomerski und Jerzy Kossela in Gdańsk gegründet. Zusammen mit Bernard Dornowski, Krzysztof Klenczon und Jerzy Skrzypczyk ging die Band einige Monate später unter dem Motto Wir spielen und singen am lautesten in Polen auf ihre erste große Tournee im Inland.

Schon im Dezember 1965 erfolgte die erste Neubesetzung. Zomerski verließ die Band kurz nach der Gründung und wurde durch Seweryn Krajewski ersetzt, der in den Folgejahren die meisten Titel der Gruppe komponierte.

RoteGitarren01Auf der Midem, der weltgrößten Musikmesse, erhielten sie 1968 gemeinsam mit den Beatles einen Preis für die meistverkauften Schallplatten in Polen. Diese Auszeichnung bedeutete den Durchbruch im internationalen Musikgeschäft. Allein in der DDR verkauften sie in den 1970er und 80er Jahren über eine Million Tonträger. Acht Jahre später standen sie erneut in einer internationalen Arena; 1977 errangen sie beim Grand Prix de Intervision Sopot mit Nie Spoczniemy (Wir ziehen weiter) den 2. Preis.

Ihr 1999 veröffentlichtes Album …jeszcze gra muzyka wurde von Kritikern zum besten Album in der Geschichte der Band erklärt.

Seit 2000 führten Tourneen die Roten Gitarren unter anderem nach Polen, die USA, in den Moskauer Kreml und nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Artur Chyb spielt seit 2013 als Gitarrist und Sänger in der Band mit. Er soll der Nachfolger von Jerzy Kossela werden. (Quelle: wikipedia)

Und so beschreiben die Musiker von „Rote Gitarren“ ihre Zeit als erfolgreiche Band in der DDR:

Zu DDR-Zeiten waren die Roten Gitarren die erfolgreichste Band aus den sozialistischen Ländern.1965 gaben sie sich ihren Namen, nachdem sie ihre Gitarren gekauft hatten. Diese gab es damals nur in rot. Ob das eine politisch verordnete Farbgebung war, kann heute niemand mehr sagen. Das war den vier Jungs auch egal – denn sie wollten die Polnischen Beatles werden.

Es folgten 25 überaus erfolgreiche Jahre. Sie veröffentlichten über 20 Singles und LPs, spielten jährlich 100 – 120 Konzerte und heimsten zahlreiche Preise ein. Schon 2 Jahre nach ihrer Gründung erhielten sie im Januar 1968 auf der Midem in Cannes den Marmornen Festivalpreis für die bestverkaufte LP in Polen – übrigens neben den Beatles, die diesen Preis für das meistverkaufte Album in Großbritannien bekamen.

RoteGitarren02

Bei diesem Bild könnte man doch glatt meinen, man hätte es mit einer knackigen Beatband zu tun … weit gefehlt …

Seit 1970 waren sie auch in der damaligen DDR erfolgreich. Daran erinnern beeindruckende Fernsehauftritte und Tourneen durch das „Bruderland“.
1971 belegten sie in der Kultsendung der 70er-Jahre im DDR-Fernsehen „Einmal im Jahr“ Platz 3 mit dem Titel „Hochzeit“. Bereits ein Jahr später folgte Platz 1 mit „Es brennen die Berge und Wälder“ und im Folgejahr – 1973 – belegten sie wiederum Platz 1 mit ihrem bis dato wohl größten Hit in Deutschland „Weißes Boot“.
Die Roten Gitarren waren omnipräsent in der DDR und ihre LP „Die großen Erfolge“ wurde die meistverkaufte Schallplatte einer Rock- und Pop-Band aus Bruderländern – lediglich übertroffen von Karel Gott’s größten Schlagern.

Mitte der 80er-Jahre wurde es ruhig um die Gruppe – zumindest in der DDR. Die „zuständigen“ Mitarbeiter der Künstleragentur hatten gemeinsam mit ihrer Partneragentur in Polen „Pagart“ herausgefunden, dass es enge private Bindungen der Band zu Lech Walesa/Solidarnosc gab. Deshalb blieben Anfragen bei den Roten Gitarren nach Auftritten in der DDR einfach aus. Die Band konnte sich das erst viel später zusammenreimen, hatten sie doch in Polen nach wie vor genügend zu tun. (Selbstdarstellung)

RoteGitarren03

Nun ja … oder: wie auch immer: Hier ihr deutsches Debütalbum …  ähm … selten wurde ich so wenig warm mit dieser Musik (und ich kann mich wahrlich auch für die leichte Muse öffnen).

Die Musik, wie auch die Texte bleiben i´mir seltsam fremd, so als würde mir ein spezielles Gen fehlen …

Die deutschen Übersetzungen übernahmen interessanerweise ausschließlich Texterinnen als das wären: Ingeburg Branoner – Monika Jacobs –  Regina Scheer

Aber ob die nun wahrlich daran schuld sind … dass mich eine LP derart ratlos zurück lässt ?

Single

Die Single zur LP

Besetzung:
Bernard Dornowski (guitar, background vocals)
Seweryn Krajewski (guitar, keyboards, vocals)
Jan Pospieszalski (bass)
Jerzy Skrzypczyk (drums)

BackCover1

Titel:
01. Weißes Boot (Trzecia Miłość) (Krajewski/Dzikowski/Branoner) 3.05
02. Draußen bei den Weiden (Droga, Którą Idę) (Krajewski/Kondratowicz/Jacobs) 2.42
03. Hochzeit (Słowo Jedyne – Ty) Krajewski/Dzikowski/Branoner) 2.39
04. Wir ziehen weiter (Nie Spoczniemy) (Krajewski/Osiecka/Branoner) 3.50
05. Ein guter Tag (Mam Dobry Dzień) (Krajewski/Patuszyński/Branoner) 2.50
06 Auf dem Dach dieser Welt (Na Dach Świata) Krajewski/Osiecka/Scheer) 4.28
07. Sie heißt Anna  (Krajewski/Branoner) 5.00
08. Weißt du noch (Niebo Z Moich Stron) (Krajewski/Dzikowski/Branoner) 2.37
09. Kuchen auf den Tisch (Gwiazda Na Kiju) (Krajewski/Osiecka/Branoner) 2.55
10. Schon ein Jahr (Mija Rok) (Krajewski/Dzikowski/Jacobs) 3.10
11. Das ist ein Tag (Śpiewka Żeglarska) (Krajewski/Osiecka/Jacobs) 4.00
14. Purpurrote Segel (Purpurowe Żagle Pierwszych Snów) (Krajewski/Osiecka/Branoner) 2.30

LabelsA+AA

Warum es bei dieser LP zwei unterschiedliche Labels gab, entzieht sich meiner Kenntnis

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Peter Horton & Sigi Schwab – Guitarissimo (1978)

FrontCover1Jetzt ein wahrer Leckerbissen für alle Freunde der akustischen Gitarrenmusik.

„Guitarissimo“ nennt sich das Konzept der beiden Vollblutmusiker Peter Horton und Sigi Schwab:

Peter Horton musizierte mit Weltstars wie David Bowie, Robin Gibb (BeeGees), Harry Belafonte, Placido Domingo, Art van Damme, Toots Thielemans, stand mit Peter Herbolzheimer und Kurt Edelhagen u.v.a. auf der Bühne, tourte in den USA als Chansonnier und Entertainer, trat in Japan, Brasilien und Chile auf. Als Gastgeber seiner TV-Serien „Café in Takt“ (ARD) und „Hortons Kleine Nachtmusik“ (ZDF) schrieb er ein Jahrzehnt lang beste deutsche Fernsehgeschichte.

Im Duo „Symphonic Fingers“ spielte er mit der deutsch-bulgarischen Pianistin Slava Kantcheff über 2000 Konzerte.

PeterHorton

Peter Horton

Peter Horton veröffent­lichte als Chansonnier, Gitarrist und Singer-Songwriter etwa 65 Alben und Singles, schrieb an die 600 Musikwer­ke und Chansons und  erreichte als Schriftsteller und Aphoristiker mit 11 Büchern ein beachtlich großes Publikum.
Der aus Ludwigshafen/Rhein stammende Wahlmünchner Sigi Schwab studierte Gitarre und Kontrabass an der Musikhochschule Mannheim. 1965 wurde er als Gitarrist zum RIAS Berlin verpflichtet.

Als Studiomusiker spielte er mit namhaften Orchestern und Interpreten an die 15.000 Titel ein. Darunter Produktionen mit Kurt Edelhagen, Peter Herbolzheimer, Erwin Lehn, Wolfgang Dauner, Eberhard Weber, Charlie Mariano, Chris Hinze, Manfred Schoof, Marcio Montarroyos, George Shearing, Nelson Riddle, Astor Piazzolla, Singers Unlimited, Hermann Prey, Bernd Weikl u. v. a.

Er komponierte hunderte Musikwerke zu TV-Serien und Filmen, für Theater, Ballett und Performances, schrieb eine 4-bändige Folkpicking Schule, brachte mehrere Bände für Gitarre heraus. Der BR und der NDR produzierten je sechs TV-Workshops mit ihm und ZDF, ARD in Co-Produktion mit dem Schweizer-TV je zwei einstündige Portraits.

SigiSchwab

Sigi Schwab

Seine LPs und CDs sind für viele zu Sammlerobjekten geworden.

Und Gott sei´s getromelt und gepfiffen, dass sich der musikalische Weg der beiden Ende der 70er Jahre gekreuzt hat.

Der Name entstand 1979, als Peter Horton und Sigi Schwab in einer TV-Sendung ad hoc miteinander musizierten.

Aus der spontanen und explosiv erfolgreichen Spielfreude entstand die erste Guitarissimo LP. Zusammen mit der kurz darauf nachfolgenden LP Confiança lagen die Verkaufszahlen bald bei etwa 450.000 LPs.

Peter Horton und Sigi Schwab füllten damals mit nur zwei Gitarren Hallen bis zu 5000 Konzertbesuchern.

Und was wir hier nun zu hören können ist ein geniales Album voll mit sinnlichen, lyrischen, turbulenten und fulminanten Gitarrenklängen, die bei zwei der Songs dann auch noch garniert werden mit dem Flötenspiel eines Chris Hinze … wer die Querflöte liebt, kommt an diesem Ausnahmemusiker eigentlich nicht vorbei.

Für Peter Horton war dieses Album die Gelegenheit, sich als wirklich anspruchsvoller Musiker zu präsentieren und Sigi Schwab konnte erneut beweisen, dass er ein Meister seines Faches war und bis zum heutigen Tage geblieben ist.

Oder: Wer Ohren hat zu hören …

AlternateFrontCover

Alternatives Frontcover

Besetzung:
Peter Horton (guitar)
Sigi Schwab (guitar)
+
Chris Hinze (flute bei 05. + 09.)

LPBackCover1
Titel:
01. Jagt den Beelzebub (Schwab) 5.23
02. Etude Nr. 1 (Schwab) 2.56
03. Bhagavan (Horton) 2.49
04. Invention Nr. 1 (Bach) 1.02
05. Wer Ohren hat zu hören (Horton) 5.05
06. Cosmic Guitarman (Horton) 2.05
07. Was wir ihnen immer schon spielen wollten (Schwab) 3.43
08. Ladakh (Schwab) 3.33
09. Salut Amsterdam (Horton) 4.46
10. Toccata For A Wild Old Lady (Horton) 2.58

LabelB1.JPG
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HortonSchwab

 

Otto Waalkes – Ottocolor (1978)

FrontCover1Aus Gründen der Ausgewogenheit mal wieder ein humoristischer Betrag aus dem Norden unserer Republik (ich kann ja nicht immer nur bayerische Gaudiburschen hier präsentieren):

Otto Gerhard Waalkes, häufig einfach nur Otto genannt, (* 22. Juli 1948 in Emden) ist ein deutscher Komiker, Comiczeichner, Musiker, Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher. Der gebürtige Ostfriese gilt als einer der erfolgreichsten Vertreter des deutschen Humors. Im Jahr 2007 belegte Otto Waalkes bei der Wahl zum besten deutschsprachigen Komiker in der ZDF-Sendung Unsere Besten – Komiker & Co hinter Loriot und Heinz Erhardt den dritten Platz.

Otto Waalkes wurde als zweiter Sohn des Malermeisters Karl Waalkes und seiner Frau Adele, geb. Lüpkes, geboren. Otto wuchs zusammen mit seinem älteren Bruder Karl-Heinz im Emder Arbeiterstadtteil Transvaal auf. Die Eltern waren streng gläubige Baptisten und Mitglieder der Emder Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, deren Sonntagsschule Otto besuchte. Das erste Mal trat er im Alter von elf Jahren öffentlich auf, als er in einem Emder Kaufhaus u. a. den Babysitter-Boogie vortrug und dafür mit einem Gutschein über 30 Mark und dem Buch Meuterei auf der Bounty belohnt wurde. Im Alter von zwölf Jahren bekam er seine erste Gitarre, und 1964 trat er erstmals mit seiner Band The Rustlers, die vorwiegend Lieder der Beatles spielte, im Raum Emden öffentlich auf. Otto war der Kopf der Musikertruppe, Leadsänger und Leadgitarrist zugleich. Fünf Jahre tourte die Band vorwiegend durch Ostfriesland.

Otto Waalkes in den 60er Jahren

1968 bestand Otto Waalkes am Gymnasium für Jungen in Emden die Abiturprüfung. 1970 nahm er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg – nachdem er keinen Studienplatz in Freier Malerei erhalten hatte – ein Kunstpädagogikstudium auf, übte den Lehrerberuf jedoch nie aus. Unter anderem lernte er bei Hans Thiemann und Maltechnik bei Rainer Noeres.

Seinen ersten Auftritt auf einer Bühne absolvierte er im Hamburger Folkloreklub Danny’s Pan, wo man für fünf Mark zehn Minuten lang sein Können zeigen konnte. In Hamburg wohnte er in der WG „Villa Kunterbunt“ mit vierzehn Mitbewohnern, unter ihnen Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen.

Zur Finanzierung seines Studiums trat Otto Waalkes mit der Gitarre weiter in kleinen Clubs in Hamburg auf. Er erzählte zu seinen Liedern ein paar Witze und wenn er mal ganz nervös das Mikrofon fallen ließ, dann entschuldigte er sich dafür. Irgendwann kamen die Entschuldigungen besser an als seine Musik und so entwickelte sich langsam seine Bühnenshow. Die Clubs wurden immer größer – und hießen plötzlich nicht mehr Onkel Pö, sondern Westfalenhalle.

1972 lernte Waalkes seinen späteren Manager Hans Otto Mertens kennen, hatte mit seiner Band „The Rustlers“ sein erstes großes Konzert in Hamburg, wobei er live und auf eigene Kosten mitschnitt, und gründete mit Mertens das Label Rüssl Räckords. Das Label wurde gegründet, da keine Plattenfirma die Live-Mitschnitte Waalkes’ veröffentlichen wollte. Noch im gleichen Jahr erschien die LP „Otto“, die sich 500.000 Mal verkaufte.

Waalkes’ Humor beruht auf Kalauern und Wortspielen sowie albern-witziger Sprache, Geräuschen und Körpersprache. Ein stilistisches Mittel seiner Vorträge sind Parodien, beispielsweise Überarbeitungen bekannter Lieder, die er mit der Gitarre begleitet. In die humoristischen Vorträge bettet er Satire, politische Anspielungen, Zeit- und Gesellschaftskritik ein.

Die regelmäßig veröffentlichten Otto-Bücher und vor allem die Otto-Langspielplatten wurden Verkaufsschlager, viele erreichten Spitzenpositionen in den Hit- bzw. Verkaufslisten.

Waalkes gehört zu den Unterhaltungskünstlern, die den allgemeinen Sprachgebrauch beeinflusst haben; einen beträchtlichen Teil davon machen die frühen Jahre aus, in denen er überwiegend Texte der Neuen Frankfurter Schule verwendete. So geht der Ausspruch „Hast du mal ’ne Zigarette? Meine Schachtel steckt noch im Automaten!“ auf ihn zurück. Auch die Floskel „Einen hab’ ich noch!“ wird ihm häufig zugeschrieben, geht aber tatsächlich – wie viele seiner Sprüche – auf Heinz Erhardt zurück. (Quelle: wikipedia)

Keine Fragen: Otto hat mit seinem ganz speziellem Humor mehr als eine Generation geprägt und natürlich darf man da jetzt nicht vergessen, sehr deutlich zu betonen, dass er mit Textern wie Robert Gernhardt, Pit Knorr und Bernd Eilert (auch ne Art „Frankfurter Schule“) kogeniale Unterstützung hatte, die dann freilich er entsprechend kauzig zum besten gab.

Der "frühe" Otto Waalkes

Dementsprechend kann ich auch folgenden Zeilen ein wenig was abgewinnen:

Der „Heilige Hein“ ist sicherlich Ideengeber für viele Witze über Religion und Spaßpredigten und „Hohes Gericht“ wird auch heute noch von neukomikern immer mal wieder neu aufgelegt, so dass man hier wirklich von zeitloser Comedy reden kann aus der Zeit, wo man deutschen Humor noch mit Vinyl wahrnahm. Mit viel Können auf mehreren Instrumenten, einer überaus flexiblen Stimme und grundlegenden Angriffen auf die Lachmuskeln zeigt uns Otto hier, was die heutigen Vertreter der Comedy-Ringen teilweise vielleicht noch ein wenig üben muss – die handwerklichen „Basics“. (K. Beck-Ewerhardy)

Folgende Pointe wurde mir übrigens im Laufe des Lebens mehrfach vorgetragen: „Man sagt, in Deutschland werden 3 neue Irrenanstalten gebaut. Eine in Hamburg, eine in Frankfurt und Bayern wird überdacht.“ (zu hören auf diesem Album) … ha ha ha … ich werf mich weg vor lachen *ggg*

Die Otto Show VI (1978)

Besetzung:
Otto Waalkes (guitar, vocals)

BackCover1

Titel:
01. Hipp-Hipp-Hurra (Waalkes) 0.34
02. Intro (Waalkes) 2.13
03. Drunt im Tal (Waalkes) 1.24
04. Kalte Liebe (Waalkes) 0.08
05. Heiliger Hein (Eilert/Waalkes/Knorr/Gernhardt) 3.23
06. Der Henker (Waalkes) 0.33
07. Schwamm-drüber-Blues (Eilert/Waalkes/Knorr/Gernhardt) 2.57
08. Pornosan (Knorr/Gernhardt) 0.52
09. Musikalische Leidenschaften (diverse Komponisten) 6.08
10. Konzertreportage (Eilert/Knorr/Gernhardt) 1.45
11. Ostfriesische Freikörperkultur (Waalkes) 1.22
12. Only You (Buckram) 1.14
13. Weißt du noch? (Waalkes) 0.46
14. Herr Jansen (Waalkes) 0.25
15. Hohes Gericht (Eilert/Knorr/Gernhardt) 1.34
16. Der Kleinwagenfahrer (Waalkes) 0.34
17. Gruselwusel (Waalkes) 3.12
18. Im Frühtau zu Berge (Traditional/Waalkes) 5.24
19. Wackadack (Waalkes) 1.59

LabelB1

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