Hans-Martin Linde u.a. – Telemann Pariser Quartette Nr . 7 – 9 (1978)

FrontCover1Und jetzt mal wieder eine LP aus dem elterlichen Fundus und zwar Teile der sog. Pariser Quartette von Telemann:

Einem langgehegten Wunsch folgend, besuchte Telemann im Herbst 1737 Paris, nachdem er von einer Gruppe dortiger Musiker (Forqueray, Guignon und Blavet) dazu eingeladen worden war. Während seiner Abwesenheit ließ sich Telemann von Johann Adolf Scheibe vertreten. Sieben Werke Telemanns lagen in Paris bereits im Nachdruck vor. Nach viermonatigem Aufenthalt verlieh der König ihm ein 20 Jahre dauerndes Exklusivrecht an seinen Veröffentlichungen, das vor Raubdrucken schützen sollte. Mit mehreren Aufführungen seiner Werke gelangte Telemann endgültig zu internationalem Ruhm. Als erster deutscher Komponist durfte er sich am Concert Spirituel, das öffentliche Konzerte gab, vorstellen. Im Mai 1738 kehrte Telemann, dessen Ansehen auch in Deutschland durch die Reise erhöht worden war, nach Hamburg zurück. 1739 wurde er in die von Lorenz Mizler begründete Correspondierende Societät der musicalischen Wissenschaften, die sich mit musiktheoretischen Fragen beschäftigte, aufgenommen. (Quelle: wikipedia)

Telemann01Und in dieser Zeit entstanden dann auch die sog. „Pariser Quartette“ (insgesamt 12 an der Zahl)

Dem Begriff „Quartett“ begegnet man in der barocken Kammermusik nur sehr selten, vielmehr ist er für den Klassikhörer belegt durch die bei Joseph Haydn beginnende Gattung des Streichquartetts. Um solche handelt es sich bei Georg Philipp Telemann selbstverständlich nicht: Hier musizieren eine Flöte, eine Violine, eine Gambe auf der Basis eines mit Violoncello und Cembalo (in dieser Aufnahme außerdem mit Laute) besetzten Continuos. Aber auch das ist im Barock etwas Besonderes: Gewöhnlich hat man es in dieser Zeit zu tun mit Solo- oder „Trio“-Sonaten, Letztere besetzt mit zwei Diskantinstrumenten und Continuo. Was Telemann jener Gattung in seinen 1730 entstandenen Pariser Quartetten genialerweise hinzufügt, ist eine selbstständig geführte Tenorstimme für die Viola da Gamba. Sie füllt die sonst recht weite Lücke zwischen Diskant- und Basslage aus und sorgt für einen wärmeren, dichteren Klang sowie für eine höhere Komplexität der Satzstruktur.

In einer Epoche, in der das Trio immer noch unbestritten als die eigentliche Konstellation galt, hatten die sechs Quartette, die Telemann in Paris komponierte, die Wirkung einer kleinen Revolution. Revolutionär waren ihre Kreativität und ihre Originalität. In diesen „kleinen“ Meisterwerken steckt ein unglaublicher instrumentaler Reichtum. So findet sich in ihnen die Heiterkeit des französischen und italienischen Stils wieder. Die Prägnanz des Rhythmus sowie kompakte Streichtechnik gehören ebenfalls zum Charakter dieser Stücke. Das Freiburger Barock Consort sorgt dafür, dass ein unwiderstehlicher Sturm von Besessenheit, den offensichtlich nichts mehr aufhalten kann, diese Quartette durchzieht. Hörenswert! (Pierre Guillaume)

Und dargeboten werden drei dieser Quartette von Hans-Martin Linde:

Hans-Martin Linde (* 24. Mai 1930 in Werne) ist einer der bedeutendsten deutschen Blockflöten-Virtuosen des 20. Jahrhunderts. Er lebt seit 1957 in Basel (Schweiz).

Handbuch

Lehrbuch

Linde hat das Spiel von Blockflöte und Traverso auf neue Weise geprägt. Als Solist und Kammermusiker trat er weltweit auf und spielte viele Platten und CDs ein, darunter zahlreiche Aufnahmen mit dem Linde-Consort.

Zudem blickt Linde auf eine reiche Tätigkeit als Dirigent zurück. Er arbeitete mit namhaften Orchestern, Chören und für die Oper. 1984 bis 2000 war er Hauptdirigent der Cappella Coloniensis des WDR Köln, die Vorbild wurde für andere Barockorchester. Anschließend wirkte er mehrfach als Dirigent bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Sein kompositorisches Schaffen umfasst Kammermusik, oft mit Block- oder Querflöte, sowie Lieder, Chorwerke und Orchestermusik. In Lindes Werken begegnet man zwar neuen kompositorischen Strukturen und avantgardistischen Spieltechniken. Dabei behält seine Sprache jedoch Nähe zur Tonalität und zu überlieferten Formen.

Linde hat an der Musik-Akademie Basel eine langjährige Lehrtätigkeit ausgeübt. Ab 1957 unterrichtete er an deren Schola Cantorum Basiliensis historische Flöteninstrumente und Ensemble. Anschließend übernahm er die Leitung des Konservatoriums (heute Musikhochschule). Ab 1979 baute er eine Klasse für Chorleitung auf, die er bis 1995 betreute. Nach wie vor ist er der Akademie verbunden als Gastdozent und Prüfungsexperte. (Quelle: wikipedia)

Linde mit_Konrad_Ragossnig (1979)

Hans-Martin Linde mit Konrad Ragossnig (1979)

Und wer jetzt glaubt, die Blockflöte sei ein „kindisches“ Instrument, der wird hier eines besseren belehrt, denn bei diesen Aufnahmen ist die Blockflöte überwiegend das Soloinstrument und das kann sich hören lassen, gell Mr. Ian Anderson ?

Ein wahrliches Kleinod jener Musikgattung, ein Ohrenschmeichler ohne Ende.

Und ich will das Augenmerk auch noch auf den Jordi Savall lenken.

Jordi Savall (* 1. August 1941 in Igualada, Katalonien, Spanien) ist ein katalanischer Musikwissenschaftler und Gambist im Bereich der historischen Aufführungspraxis, der auch eigene Kompositionen zur Aufführung bringt.

Damals war er noch ziemlich unbekannt, mittlerweile gehört er mit seinem Ensemble Hespèrion XXI mit zum spanndendsten, was dieses Genre (beginnend mit mittelaltgerlicher Musik bis hin zur Barockzeit) zu bieten hat.

Paris1739

Paris-Detail, Kupferstich von 1739. Telemann wohnte in der Rue du Temple.

Besetzung:
Alan Curtis (harpsichord)
Lucy van Dael (violin)
Hans-Martin Linde (flute)
Pere Ros (viola)
Jordi Savall (viola da Gamba)

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Titel:

Quartet For Flute, Violin, Viola de Gamba, And Basso Continuo Nr 7 In D-Major
01. Prelude (Vivement) 2.25
02. Tendrement 2.07
03. Vite 2.36
04. Gaiment 3.51
05. Moderment 2.30
06. Vite 2.16

Quartet For Flute, Violin, Viola de Gamba, And Basso Continuo Nr 8 In A-Minor
07. Allegrement 2.49
08. Flatteusement 3.57
09. Legerment 2.21
10. Un Peu Vivement 2.16
11. Vite 1.57
12. Coulant 4.12

Quartet For Flute, Violin, Viola de Gamba, And Basso Continuo Nr 9 In G-Major
13. Prelude (un peu vivement) 2.07
14. Legerment 3.49
15. Gracieusement 2.09
16. Vite 3.18
17. Modere 3.40
18. Gai 1.42
19. Lentement 4.35

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Linde

Hans-Martin Linde

Konstantin Wecker – Eine ganze Menge Leben (1978)

KonstantinWeckerFrontCoverKonstantin Alexander Wecker (* 1. Juni 1947 in München) ist ein deutscher Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor.

Als einziges Kind von Alexander und Dorothea Wecker wuchs Konstantin Wecker im Münchner Stadtteil Lehel auf und erhielt bereits im Alter von sechs Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Mit acht Jahren lernte er Geige und mit 14 Jahren Gitarre spielen. In seiner Kindheit war er Solist im Rudolf-Lamy-Kinderchor.

Ab 1968 machte er sich in der Kleinkunst-Szene einen Namen, war Mitbegründer der Rock-Soul-Band Zauberberg und ging mit der deutschen Version von Jesus Christ Superstar auf Tournee. Er wurde als Pianist und Sänger bekannt, überzeugte jedoch auch als Komponist von Filmmusiken (z. B. Schtonk!) und Musicals sowie als Autor (Lyrik und Prosa). Seine manchmal melancholischen, oft aber auch anklagenden, manchmal vom Blues beeinflussten Lieder erreichen vor allem ein linkes Publikum. Als Schauspieler wirkte er 1972-1974 beim Krankenschwestern-Report und sechs weiteren Sexfilmen mit.

1974 gründete er das Team Musikon, mit dem er bis 1985 seine Platten und Konzerte selbst produzierte.  1977 gelang ihm mit dem Album „Genug ist nicht genug“ der Durchbruch. Wecker wurde dafür im selben Jahr mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. (Quelle: wikipedia)

Das Album „Eine ganze Menge Leben“ war das Nachfolgealbum von „Genug ist nicht genug“ und hör- und spürbar ist, dass Wecker damals bereits seinen ganz speziellen Stil entwickelt hatte: Musikalisch stets gern am pathetischen, textlich meistens voller Empörung oder aber auch voller poetischer Zärtlichkeiten. Sein Kampf gegen das Etablischment und seiner verlogenen, zuweilen auch bigotten Strukturen hatte gerade erst begonnen ….

Aufgenommen im Juni/Juli 1978 im Team Musikon Studio, Eching bei München

WeckerLeben

Besetzung:
Hildi Hadlich (cello, synthesizer)
Tillmann Fuchs (drums)
Raimund Huber (piano, bass, synthesizer)
Markus Sing (guitar, vibraphone, xylophone)
Konstantin Wecker (vocals, piano, synthesizer, vibraphone)

WeckerLebenBC

Titel:
01. Es ist schon in Ordnung (Wecker) 6.05
02. Wer nicht genießt, ist ungenießbar (Wecker) 2.48
03. Eine ganze Menge Leben (Tarega) 1.43
04. Ich liebe diese Hure (Für’s Stuzerl) (Wecker) 4.18
05. Bleib nicht liegen (Wecker) 4.10
06. So möcht‘ ich nicht begraben sein (Wecker) 2.56
07. Totgeboren – Aber nicht verloren (Wecker) 2.38
08. Hexeneinmaleins (Wecker) 5.22
09. Waidmanns Heil (Wecker) 4.18
10. Oamoi von vorn ofanga (Wecker) 6.06

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Zupfgeigenhansel – Volkslieder 3 – Im Krug zum grünen Kranze (1978)

FrontCover1Wann immer ich die „Zupfgeigenhansel“ höre, beschleichen mich eigenartige Gefühle, sehr gemischte Gefühle (Mixed Emotions um mit den Rolling Stones zu sprechen)

Zupfgeigenhansel war ein von Erich Schmeckenbecher und Thomas Friz gegründetes deutsches Folk-Duo der 1970er und 1980er Jahre.

Die Gruppe benannte sich nach dem bekannten Wandervogel-Liederbuch Der Zupfgeigenhansl, das 1909 erschienen war. Das Repertoire der Gruppe überschneidet sich allerdings nur teilweise mit dem Inhalt des Liederbuchs.

Zupfgeigenhansel folgte zunächst der Idee, deutsche Volkslieder mit freiheitlichem Charakter wiederzuentdecken, teilweise mit eigenen Melodien zu versehen und diese wieder populär zu machen. In den Volksliedern ging es um das Leben der „einfachen“ Leute der vergangenen Jahrhunderte. Inhaltlich handeln sie von Liebe, Not und Wagnis, Unternehmungslust, dem Stolz libertärer Geister, der Verachtung gegenüber Obrigkeit und Pfaffen sowie dem Widerstand gegen Militarismus. Die Musik Zupfgeigenhansels sollte einen Grundstein – neben Ougenweide, Hannes Wader und Liederjan – für eine alternative deutsche Volksmusik legen, jenseits der zu der Zeit konservativ besetzten traditionellen Volksmusik. Ein Kritiker schrieb einmal: „Heino möge diese Lieder hören, damit er aufhört, seine zu singen.“ Anfang der 1970er Jahre begann in Westdeutschland die große Zeit der Folkbewegung, die Zupfgeigenhansel maßgeblich mitprägte.

Zupfgeigenhansel (gegründet 1972) trat ab 1974 in verschiedenen Folkclubs, hauptsächlich in Süddeutschland, auf. Es folgten einige Rundfunkauftritte in der Sendung Liederladen des Südwestfunks und in der FS-Sendung Nachklapp des Saarländischen Rundfunks. 1976 erschien ihre erste LP Volkslieder I im Verlag Pläne und im folgenden Jahr die LP Volkslieder II. Dafür wurden sie 1977 für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert. 1978 erhielten sie die Auszeichnung Künstler des Jahres 1978 – Ensemble Pop national von der Deutschen Phonoakademie und veröffentlichten ihr erstes Liederbuch mit 222 Volksliedern unter dem Titel: Es wollt ein Bauer früh aufstehn (Gesamtauflage über 250 000). Neben ihren Tonträgern sorgte dies für ein wahres Volksliedrevival in West wie Ost und gilt heute als legendär und diente als Vorlage für weitere Liederbuchveröffentlichungen anderer. (Quelle: wikipedia)

Zupfgeigenhansel

Und hier ihr drittes „Volkslieder“ Album .. Und wieder haben die bbeiden Musikanten ganz tief geschürft und so etliche Perlen der deutschen Volkslieder nicht nur entdeckt, sondern auch wieder zugänglich gemacht. Respekt !

Die damaligen LP´s von Zupfgeigenhansel waren quasi ne Art Geschichtsunterricht der anderen Art (vermutlich der einzig sinnvolle Soundtrack zu den „Anti-Geschichtsbüchern“ von dem unvergessenem Bernt Engelmann).

Da kann man nicht voll des Lobes genug sein …

Und dann höre ich „Im Krug zum Grünen Kranze“ und icch erinnere mich an adas elterliche Wohnzimmer … Sonntag nachmittag, Kuchen und Kaffee … und es erklingt „Im Krug zum Grünen Kranze“,natürlich in einer anderen Fassung ..

Und heute scheint es mir, dass „Zupfgeigenhansel“ mich (und vermutlich viele andere ) irgendwie versöhnt haben, mit dieser Diskrepanz zwischen konservativ-bürgerlichen Emotionen und ,,, ja was ?

Bei mir bleiben Fragen zurück … ich kann´s ja auch nicht ändern …

BackCover

Besetzung:
Thomas Friz (guitar, vocals)
Erich Schmeckenbecher (guitar, vocals, mandolin, accordio, flute, drums, synthesizer)

Booklet

Titel:
01. Fordre niemand, mein Schicksal zu hören (Traditional/Schmeckenbecher) 3.21
02. Ein stolzes Schiff (Traditional/Schmeckenbecher) 4.03
03. Den schönsten Frühling sehn wir wieder (Traditional) 3.03
04. Mit Wunder Jezunder (Traditional) 3.04
05. Ein grüner Berg, ein dunkles Tal (Traditional/Friz) 4.32
06. Wir drei, wir gehn jetzt auf die Walze (Traditional) 4.03
07. Im Krug zum Grünen Kranze (Traditional) 3.29
08. Im Aargäu sind zweu Liebi (Traditional) 4.56
09. Wenn ich einmal der Herrgott wär‘ (Traditional/Schmeckenbecher) 3.13
10. Es wollt‘ ein Meyer meyen (Traditional/Schmeckenbecher/Friz) 3.26
11. Deutschland, was im März errungen (Traditional/Friz) 3.00
12. ’s ist wieder März geworden (Traditional) 5.02
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13. Victora Jara (live) (Friz/Maske) 6.17

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Novalis – Vielleicht bist du ein Clown (1978)

NovalisClownFCNovalis war der Name einer deutschen Rockband aus den 1970er-Jahren. Zu den bekanntesten Werken der Band zählen die Titel Sommerabend und Wer Schmetterlinge lachen hört.

Mit einer Zeitungsanzeige suchten 1971 der Sänger Jürgen Wenzel und der Bassist Heino Schünzel Interessenten an einer gemeinsamen Band. Es meldeten sich der Organist Lutz Rahn und der Schlagzeuger Hartwig Biereichel. Zusammen mit Gitarrist Carlo Karges bildete man die Hamburger Gruppe Mosaik, die sich bald in Novalis umbenannte. Nach dem Debütalbum 1973 verließ Wenzel die Band und Heino Schünzel übernahm den Gesangspart. Carlo Karges, der später bei Nena spielte, wurde durch Detlef Job ersetzt. 1976 kam als weiteres Mitglied der österreichische Sänger Fred Mühlböck hinzu.Auf ihrem ersten Album sang die Gruppe noch auf Englisch, 1975 wechselte man auf Vorschlag des neuen Produzenten, des früheren Rattles-Musikers Achim Reichel, zu deutschen Texten. Neben eigener Lyrik verwendete man unter anderem auch Gedichte des Namensgebers Novalis (Wunderschätze, Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren …).

Mit den Alben Sommerabend, Brandung und Vielleicht bist du ein Clown? und der unverwechselbaren, eindringlichen Stimme von Fred Mühlböck erreichte die Gruppe ihre größten Erfolge und erlangte auch internationale Beachtung (Quelle: wikipedia)

Und in der Tat: Das Album „Vielleicht bist du ein Clown“ hat seine magische Momente und braucht wahrlich keine Vergleiche mit „internationalen“ Acts zu scheuen; dies gilt zumindest für die instrumentalen Teile des Albums.

Produziert wurde das Album übrigens von Achim Reichel und der Text von „Die Welt wird alt und wieder jung“ stammt von dem deutschen Dichterfürsten Friedrich Schiller.

Der New Musical Express schrieb: „“Hammond-Töne von Keith Emerson, Gitarrenphrasen von Wishbone Ash und Sphärenklänge wie bei Yes“.

NovalisClown

Besetzung:
Hartwig Biereichel (drums)
Detlef Job (guitar)
Fred Mühlböck (vocals)
Lutz Rahn (organ)
Heino Schünzel (bass)

NovalisClownBC

Titel:
01. Der Geigenspieler (Job) 8.14
02. Zingaresca (Mühlböck) 5:12
03. Manchmal fällt der Regen (Mühlböck) 3.50
04. Vielleicht bist du ein Clown? (Rahn/Mühlböck) 6.22
05. City-Nord (Rahn) 6.07
06. Die Welt wird alt und wieder jung (Schiller/Mühlböck) 4.30

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Michael Sagmeister – Sagmeister Trio (1978)

FrontCover1Jetzt mal wieder etwas ganz exquisites aus deutschen Landen:

Michael Werner Sagmeister (* 27. Juli 1959 in Frankfurt am Main) ist ein Jazz- und Fusion-Gitarrist. Er gilt als einer der führenden zeitgenössischen Musiker seines Faches in Europa. In den Jahren 1993 bis 1997 war er Dozent am Berklee College of Music in Boston. Im Jahr 1999 wurde er zum ordentlichen Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main ernannt.

Sagmeister gründete seine erste Gruppe 1975 und hatte mit ihr einen Achtungserfolg als Newcomer beim Frankfurter Jazzfestival. Obgleich er zunächst Rockjazz spielte, liegen seine stilistischen Wurzeln im Hard Bop; seine frühen Vorbilder waren Pat Martino und Wes Montgomery. Eine Tournee mit dem United Jazz and Rock Ensemble Anfang der 1980er Jahre als Vorgruppe machte Sagmeister einem breiteren Publikum bekannt. Es folgen Tourneen durch Südostasien und Nordafrika, zuletzt durch Westafrika.

Zu seinem Trio gehört über lange Jahre der Schlagzeuger Michael Küttner; an Stelle seines langjährigen Bassgitarristen Udo Kistner spielt aktuell Martin Gjakonovski Bass. Auch tritt er im Quintett mit Klaus Göbel, Götz Ommert und Antonella D’Orio auf. Sagmeister arbeitete auch mit Pat Martino, Larry Coryell, Billy Cobham, Jack DeJohnette, Dave Samuels, Randy Brecker, Miroslav Vitouš, Albert Mangelsdorff, Wolfgang Dauner, Volker Kriegel, Christoph Spendel, Christof Lauer, Attila Zoller, Emil Mangelsdorff, der hr-Bigband, William Kennedy, Gerry Brown und anderen zusammen. Er ist auch in Solokonzerten und im Duo mit der Sängerin Britta Medeiros zu hören. Seine Spielweise orientiert sich heute an Neobop und Fusion, aber auch am Blues.

Michael Sagmeister hat bisher knapp 20 Schallplatten/CDs und drei Lehrbücher veröffentlicht. (Quelle: wikipedia)

Michael Sagmeister

Und hier sein Erstlingswerk, veröffentlicht auf dem famosen Mood Label (später ma mehr darüber). Das war Jazz-Rock vom feinsten, freilich ein wenig selbstverliebt, aber wundert einen das ? Da schwebt einer auf dem siebten Himmel und Sagmeister gab dabei dem Bassisten Udo Kistner auch viel Raum für seine solistischen Ausflüge. Das nenn ich Genuß pur !

Am Mischpult saß übrigens kein geringerer als Volker Kriegel !

SagmeisterTrio01

Besetzung:
Udo Kistner (bass)
Hermann Kock (drums)
Michael Sagmeister (guitar)

BackCover1

Titel:
01. Februar 6:14
02. Difference 3:39
03. Guitar Solo No 1 2:54
04. Hallschlag 6:03
05. Little Thirds 5:27
06. Natural Valley 4:52
07. Fields And Borders 4:25
08. Guitar Solo No 2 4:11

Alle Kompositionen: Michael Sagmeister

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Marius Müller-Westernhagen – Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz (1978)

MariusFrontCover1978 als  vierte LP von Marius Müller-Westernhagen erschienen, verwirklichte sich der Meister des Rock zum ersten Mal ohne Hilfe als Komponist und Texter. Heraus kam eine der wohl bekanntesten Deutschrock-Aufnahmen überhaupt.
Gespickt mit heimlichen Hits wie „Mit 18“, „Dicke“ (das tatsächlich an Randy Newmans Song „Short People“ angelehnt ist und dessen Ironie gerne überhört wird) und „Johnny W.“, hat Westernhagen ein äußerst authentisches, teilweise autobiographisches Stück Rockmusik der späten 70’er hinterlassen, dem es nie am textlich nötigen Schuß Blues mangelt. Alle Begleitmusiker sind insgesamt hervorragend, was, neben Namen wie Nick Woodland (Gitarre), allein die Einspielzeit von nur sieben Tagen beweist. Die Texte ziehen ein weites Spektrum von rotzfrech über Kult bis hin zu schmachtenden Balladen voller Witz und Niveau, wobei der Inhalt durchaus Alltägliches widerspiegelt.

Alles in allem die wahrscheinlich beste, mit Sicherheit die kultigste Scheibe Marius Müller-Westernhagens und gewiß nicht zu Unrecht sein heimlicher Bestseller. (Felix von Vietsch)Marius Müller-Westernhagen hatte ja bis dieses Album entstand eine sehr bewegte Biographie hinter sich; vermutlich aus deshalb sind seine Texte auch so intensiv.

Schaut man sich die Besetzungslister dieser LP an, kann man getrost davon ausgehen, dass damals die Creme de le Creme der deutschen Rockmusik an Bord war.
in der Kneipe
Besetzung:
Karl Allaut (guitar)
Jean Jacques Kravetz (keyboards)
Olaf Kübler (saxophone)
Lothar Meid (bass)
Marius Müller-Westernhagen (vocals, harmonica, percussion)
Nick Woodland (guitar, background vocals, percussion)
Jean Paul Zimbris (drums, percussion, background vocals)
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Titel:

01. Mit 18 (Müller-Westernhagen) 5.09
02. Zieh‘ dir bloß die Schuhe aus (Müller-Westernhagen) 3.00
03. Willi Wucher (Müller-Westernhagen) 4.08
04. Oh, Margarethe (Müller-Westernhagen) 2.58
05. Alles in den Wind (Müller-Westernhagen) 3.40
06. Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz (Müller-Westernhagen) 2.45
07. Dicke (Müller-Westernhagen) 4.05
08. Giselher (Müller-Westernhagen/Schenkelberg) 5.32
09. Grüß mir die Genossen (Müller-Westernhagen) 3.45
10. Johnny W. (Müller-Westernhagen) 3.25

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Highway – Up And Down The Highway (1978)

FrontCover1Vor einigen Tagen erhielt ich ne mail mit einem ganz speziellem Wunsch:

„ich wage mich zu erinnern das irgendwo mal zu lesen war,wenn man Wünsche hätte – ruhig mal nachfragen.
Jetzt ist es soweit- Ich hab einen Wunsch.Ich hätt so gern „Highway – Up and Down the Highway“
Deutsche Gruppe,leider nirgendwo zu bekommen.“

und da musste ich schmunzeln … zum einen, weil sich da doch tatsächlich noch an diese Gruppe erinnert und dann, weil ich wußte dass „Highway“ damals so gar nicht gut ankommen (ich erinnere mich an eine hämische Kritik in „Sounds“) und ich mir den Luxus erlaubt habe, sie dennoch heiß und innig zu lieben:

Highway war eine deutsche Rockband, die 1977 in Hamburg gegründet wurde. In ihrer Musik verarbeitete die Formation auch Elemente aus Soul, Funk und Folk.

Die Gründungsmitglieder Björn Werner, Eddy de Mol, Mario Martens, Jochen Brückner, Holger Zülck und Bernd Fischer erhielten bereits im ersten Jahr des Bestehens ihrer Gruppe einen Plattenvertrag bei Pinball Records und veröffentlichten die Single So Close to Home. Es folgten die Alben Up and Down the Highway (1978) und Wheel of Fortune (1979). Inzwischen hatten Martens und Werner Highway verlassen und Jörn Fischer kam neu hinzu. Auftritte in den Fernsehsendungen Rockpop (ZDF) und Plattenküche (WDR) steigerten die Popularität Highways.

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1980 wechselte die nun überregional bekannte Band zu WEA und es erschien das dritte Album Heartbreaker, das in ABBAs Polar Music Studios in Stockholm aufgenommen und vom ABBA-Toningenieur Michael B. Tretow produziert wurde. Mit dem darauf enthaltenen Lied Put My Name Up in Lights, das von Pearson, de Mol und Brückner geschrieben wurde, hatte Highway im Juni 1981 einen Auftritt in der ZDF-Sendung disco. Nachdem sich kein kommerzieller Erfolg einstellte, trennte sich die Gruppe.

Zülck und Brückner gründeten anschließend mit weiteren Musikern die ebenfalls in Hamburg ansässige Band „Bad News Reunion“. (Quelle: Wikipedia)

Na ja, und dann habe ich noch folgendes über den Bassisten Mario Martens lesen müssen:

Der ehemalige Moderator von alster radio und Radio 107, Mario Martens, ist am Samstag, den 3.2.2007, nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren unerwartet verstorben.

Wie gesagt, dieses Album kam nicht gut an … und so kann man z.B. noch heute )im empfehlenswertem „Musik Zirkus“) über dieses Album lesen:

Aufgenommen wurde dieses Album im Hansa Studio in Berlin und im Alster Studio in Hamburg im Herbst 1977.

Mario Martnes.jpgEs handelt sich hierbei um ein ziemlich seltenes Vinyl glaube ich, das 1978 auf den Markt kam. Ob es dieses Album schon auf CD gibt weiß ich nicht.

„Stranger“ ist eine schöne Ballade mit rhytmischen Steigerungen, die ruhig beginnt mit tollem Harp Intro und verträumten, melodischen Akustikgitarren. Der sanfte, gefühlvolle Gesang passt auch sehr gut.

Der Rest des Albums ist meiner Meinung nach leider völlig überflüssiger, langweiliger 08/15 Akustik-Rock ohne Höhepunkte. Weder die Kompositionen, noch die Umsetzung überzeugen mich.

Oder:

Diese Scheibe von Highway ist tatsächlich selten. Die Pressung war damals nicht so hoch und da die LP musikalisch nicht so toll war wurde sie auch vorerst nicht nachgepresst. Damals war sie bei uns auf denn Plattenflohmärkten um die 80,00 DM wert wenn nicht sogar mehr.
Mittlerweile wurde sie 2x auf CD „remastert“, aber wiederum nur geringe Stückzahl.

Ich sage einmal, der Song „Stranger“ ist ohne Frage eine Hammerballade im Midtempo, mit dem Harp Intro und die eingängige Rhythmusstruktur , allen voran die hervorzuhebende Akustikgitarre. Das Egitarren Solo ist auch nicht zu verachten. Dieser Song macht halt dieses Album aus und darum ist es ein gesuchtes Stück. (Quelle: musikzirkus.eu)

Und ich sage: Das Album ist durchgehend ganz und gar hervorragend (mit Ausnahme von „Stranger (Reprise)„). Da haben die Jungs die „Eagles“ und all diesen entsptannten Westcoast-Rock ganz genau studiert …

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Für mich ein Klassiker, nicht nur weil ich ein paar amourösen Erinnerungen damit verbinde …

Ich ahne, ich mache mich damit nicht sonderlich beliebt … macht aber auch nix.

Ein Dank an den Leser dieses blog, der mich wieder an diese alte Scheibe erinnert hat (leider habe ich meine Vinyl-Version grad nicht gefunden … von daher keine alten Labels in der Präsentation).

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Besetzung:
Jochen Brückner (guitar, vocals)
Bernd Fischer (leadguitar)

Mario Martens (bass, vocals)
Eddy de Mol (guitar, vocals)
Björn Werner (keyboards, guitar, synthesizer, autoharp, harmonica, vocals)

Holger Zülck (drums, percussion)
+
Peter Levinson (percussion)
Uli Roever (horns)

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Titel:
01. Up And Down The Highway 4.01
02. Staircase To The Sun 4.01
03. Gimme Some Time 2.59
04. I’m An Eagle 3.16
05. I Love You 3.23
06. Cosmic Rider 3.38
07. Stranger 7.22
08. Windows 3.05
09. What Will You Do In The Morning 3.22
10. Angel In Disguise 3.15
11. Stranger (Reprise) 1.20

Musik und Texte: Jochen Brückner – Bernd Fischer – Mario Martens – Eddy de Mol – Björn Werner – Holger Zülck

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