Friedrich Feld – Lok 1414 – Und das Wunderkind + Und das wildgewordene Nashorn (1979)

FrontCover1Auf dem ersten Blick ein simples Kinder-Hörspiel:

Lok 1414 (auch Lok Vierzehn vierzehn) ist eine ab 1948 publizierte Kinderbuchreihe des österreichischen Autors Friedrich Feld, die ab 1959 in Deutschland auch auf Hörspiel-LPs erschien.

In Deutschland erschien das Buch Vierzehn Vierzehn geht auf Urlaub; illustriert wurde es von Rolf Rettich. Eine erste Hörspielversion der Lok 1414 auf Urlaub wurde bereits 1949 im Hessischen Rundfunk im Kinderfunk gesendet. Regie führte Wilhelm Semmelroth.

Als Hörspiele ab den 1950er/1960er Jahren auf 17-cm-Schallplatten erstveröffentlicht wurden Lok 1414

… geht auf Urlaub
… hat Geburtstag
… im wilden Westen
… lernt zaubern
… tritt im Zirkus auf
… und das wildgewordene Nashorn
… und das Wunderkind
… und der fliegende Teppich
… und der grüne Autobus
… und die Geistermühle
… und die Schatzhöhle

Auch diese Reihe basierte auf kurzen Radiofassungen, nun vom Kinderfunk des Südwestfunks Baden Baden. Zum Teil waren in die Cover der Schallplatten Hefte mit dem Hörspieltext zum Mitlesen sowie großformatigen Bildern integriert. Es folgten auch Veröffentlichungen auf Kompilationen, insbesondere auch auf Märchenplatten und -kassetten mit Hörspielen anderer Autoren wie die Gebrüder Grimm.

Lok1414-50erJahreSingles

Lok 1414 Singles ais den 50er Jahren

2010 erschien zudem eine von den ursprünglichen kommerziellen Veröffentlichungen abweichende zweite Hörspielfassung des Hessischen Rundfunks von Lok 1414 geht auf Urlaub im Audioverlag auf CD. Diese stammt aus dem Jahr 1952. Parallel dazu veröffentlichte der Boje Verlag auch das lange vergriffene Buch wieder und sprach von einer Wiederentdeckung eines Kinderbuchklassikers.

Vom tatsächlichen einstmaligen Erfolg der zeitweise nahezu vergessenen Reihe zeugen die Auflagenzahlen der Hörspiele und Fankommentare im Internet; hinzu kommen Äußerungen von Prominenten, die die Lok-LPs als Lieblingshörspiele ihrer Kinderzeit erwähnen. (Quelle: wikipedia)

Und dann gab es noch etliche  Aufnahmen mit der „Lok 1414“, die Ende der 70er Jahre auf Ariola erschienen.

Miz diesen Basis Informationen könne man es eigentlich belassen, wenn, wenn da nicht der Autor Friedrich Feld wäre:

Friedrich Feld (Pseudonym für Friedrich Rosenfeld; * 5. Dezember 1902 in Wien; † 27. Dezember 1987 in Bexhill, East Sussex) war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Übersetzer.

Friedrich Feld studierte nach bestandener Reifeprüfung Kunst- und Literaturgeschichte. Daneben schrieb er Theater- und Filmkritiken für Wiener Zeitungen. Er war befreundet mit den Autoren Max Winter und Schiller Marmorek. Von 1923 bis 1934 gehörte Feld der Kulturredaktion der sozialdemokratischen Wiener „Arbeiter-Zeitung“ an. Von Januar bis zu ihrem Verbot im Februar 1934 leitete er das Feuilleton dieser Zeitung. Nach den Februarkämpfen des Jahres 1934 emigrierte er in die Tschechoslowakei.

Friedrich Rosenfeld1

In Prag war er anfangs als Lektor und Dramaturg für die Filmproduktionsgesellschaft „Paramount“ tätig, später als Theaterkritiker. 1939 emigrierte er erneut, diesmal nach Großbritannien. Im Jahre 1940 war er sechs Monate lang als „feindlicher Ausländer“ auf der Isle of Man interniert. Anschließend arbeitete er in einer Fabrik, später dann für den Abhördienst für Sendungen in tschechischer Sprache der BBC, und von 1946 bis 1962 war er als Übersetzer für die Nachrichtenagentur Reuters tätig. Seit 1948 war Feld britischer Staatsbürger. Obwohl er nach 1945 eine Rückkehr nach Österreich ablehnte, lieferte er bis 1956 Filmkritiken für die Wiener Arbeiter-Zeitung. Seinen Lebensabend verbrachte Feld in Bexhill-on-Sea.

Friedrich Feld war Verfasser von Kinder- und Jugendbüchern, Theaterstücken und Hörspielen; daneben übersetzte er aus dem Englischen und Tschechischen ins Deutsche. Besonders erfolgreich waren Felds Kinderbücher: Von dem Titel „1414 geht auf Urlaub“ wurden 200.000 Exemplare verkauft, von „Der musikalische Regenschirm“ über 250.000 Exemplare. Zahlreiche Werke Felds fanden auch Verbreitung als Hörspiel und auf Schallplatten. (Quelle: wikipedia)

Wie gesagt: Auf dem ersten Blick ein simples Kinder-Hörspiel, auf dem zweitem Blick nötigt mir die Biographie des Autors verdammt viel Respekt ab …

Lok 1414

Könnte ja auch glatt die Emma sein …

Besetzung;

Lok 1414 und das Wunderkind:
Gernot Duda (Klaus Wendel, Aufnahmeleiter)
Michael Gahr (Rufus Vosper, Schauspieler + Stationsvorsteher)
Angela Graas (Susi)
Fritz Graas (Karl, der Heizer)
Manfred Lichtenfeld (Anton, der Lokführer)
Hans-Jürgen Leuthen (Robert Möllmann, Filmregisseur)
Inga Nickolai (Karin)
August Riehl (Lok 1414)
Edith Schollwer (Frau Rebhuhn)
Ulf Söhmisch (Kurt Fiedler, Kameramann)

Lok 1414 und das wildgewordene Nashorn:
Gernot Duda (Hugo Fürst)
Michael Gahr (Stationsvorsteher)
Fritz Graas (Karl, der Heizer)
Manfred Lichtenfeld (Anton, der Lokführer)
August Riehl (Lok 1414)
Edith Schollwer (Sekretärin)
Ulf Söhmisch (Joachim Wohlauf, Bürgermeister)

Regie: Gerd von Haßler
Musik: Quirin Amper

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Titel:
01. Lok 1414 und das Wunderkind 23.35
02. Lok 1414 und das wildgewordene Nashorn 13.13

Texte: Friedrich Feld

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Bettina Wegner – Sind so kleine Hände (1979)

FrontCover1.jpgEs gibt so Künstler, in diesem Fall Künstlerinnen, die haben sich nicht nur bei mir ganz tief in die Seele gesungen …

Bettina Helene Wegner (* 4. November 1947 in Berlin) ist eine deutsche Liedermacherin und Lyrikerin. Ihr bekanntestes Lied ist Kinder (Sind so kleine Hände) aus dem Jahre 1976, das – gesungen von Joan Baez – auch internationale Verbreitung fand.

Nach der Gründung der DDR übersiedelten ihre Eltern – überzeugte Kommunisten – mit ihr vom West-Berliner Ortsteil Lichterfelde nach Ost-Berlin. Sie erlernte den Beruf einer Bibliotheksfacharbeiterin und begann 1966 ein Studium an der Schauspielschule Berlin. 1966 war sie Mitbegründerin des Hootenanny-Klubs. Da das ursprüngliche Prinzip, jeder könne unzensiert auf der Bühne seine Texte und Lieder bringen, bereits im ersten Jahr aufgegeben wurde, verließ sie die Gruppe jedoch bald wieder. Kurz darauf wurde der Hootenanny-Klub in Oktoberklub umbenannt und der FDJ unterstellt.

Nachdem sie 1968 in Zusammenhang mit dem Prager Frühling Flugblätter gegen die Intervention der Warschauer-Pakt-Staaten in der Tschechoslowakei mit Schlagworten wie „Es lebe das rote Prag!“ oder „Hoch Dubcek!“ geschrieben und verteilt hatte, wurde sie exmatrikuliert, verhaftet und wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu einer Freiheitsstrafe

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Bettina Wegner, 1974

von einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Erfahrungen mit der Zensur und in der Untersuchungshaft, die sie antreten musste, als ihr erstes Kind Benjamin[3], das sie gemeinsam mit Thomas Brasch hatte, gerade geboren worden war, sollten fortan ihre Haltung und vor allem ihre Lieder prägen. Nach Bewährung in der Produktion besuchte sie die Abendschule, holte ihr Abitur nach und absolvierte 1971/72 eine Ausbildung als Sängerin am Zentralen Studio für Unterhaltungskunst. Seitdem lebt sie freischaffend.

Eigene Veranstaltungsreihen (Eintopp, Kramladen) gemeinsam mit Klaus Schlesinger, mit dem Bettina Wegner von 1970 bis 1982 verheiratet war, wurden von staatlichen Stellen verboten. Nach öffentlichem Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 wurden ihre Auftrittsmöglichkeiten immer weiter beschnitten; sie wurde bespitzelt und unter Druck gesetzt. Ihre damalige Managerin Katharina Harich, die gleichzeitig Managerin der humoristischen Songgruppe MTS war, ermöglichte ihr in dieser Zeit noch Auftritte als Geheimtipp, denn auf den Plakaten stand nun: „MTS und Sängerin“. Ebenso half Werner Sellhorn, mit dem sie ein „unverfänglich“ klingendes Programm hatte: „Kurt Tucholsky und Songs von heute“. Die Konzerte waren trotzdem überfüllt, denn Mundpropaganda war in der DDR sehr wirkungsvoll, wenn es um verbotene Literatur oder Musik ging. Auch in einigen Kirchen konnte sie noch Konzerte geben, zum Beispiel in der für oppositionelle Veranstaltungen bekannten Samariterkirche in Ost-Berlin.

Ab 1974 bis zu ihrer Ausbürgerung wurde sie vom Ministerium für Staatssicherheit als „feindlich-negative Person“ im operativen Vorgang „Schreiberling“ wegen staatsfeindlicher Hetze nach § 106 des Strafgesetzbuchs der DDR beobachtet.

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1988 hatte Bettina Wegner eine Affäre mit Oskar Lafontaine. Als Liedermacherin trat sie unter anderem gemeinsam mit Joan Baez, Konstantin Wecker und Angelo Branduardi auf. Neue musikalische Impulse durch Wecker entwickelte der Münchner Konzertgitarrist Peter Meier von 1985 bis 1992 mit Bettina Wegner als solistischer Begleiter und Arrangeur weiter. Auch komponierte er die Musik zu einigen ihrer Texte wie Das Lied vom Messer, Waffenlos, Der Prinz ist gegangen und Sie hat’s gewußt. Ab 1992 gab sie weiter regelmäßig erfolgreiche Konzerte mit ihrem neuen Begleit-Trio von L’art de passage und vor allem zusammen mit Karsten Troyke. 1996 bekam Bettina Wegner in Meiningen für ihr Programm „Sie hat’s gewusst“ als erste Preisträgerin den Thüringer Kleinkunstpreis verliehen. Sie veröffentlichte mehrere CDs, verschwand aber langsam aus den Medien wie Fernsehen und Hörfunk.

Bettina Wegner

Bettina Wegner mit Joan Baez (Waldbühne Berlin, 1983)

Nach über 30 Jahren Tourneen und Plattenveröffentlichungen verabschiedete sich Bettina Wegner 2007 mit einer Abschiedstournee vorläufig von ihrem Publikum. Anlass dafür waren gesundheitliche Gründe, aber nicht nur diese: „Es wird gefeilscht wie um eine alternde Hure. Natürlich habe ich meinen Preis (…) Es muss ein Ende haben, Sängerin ist dann nicht mehr mein Beruf, auch wenn ich weiter singe – Benefiz oder besondere Anlässe zum Beispiel (…)“ (aus der Berliner Zeitung vom 27. Januar 2007).

Bettina Wegner hat drei Kinder. (Quelle: wikipedia)

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Hier nun ihr Debütalbum … das genau jenen Ton traf, den die damalige junge und sicherlich auch eher linke Generation – ob der Klarheit der Worte – nur  so einsaugte.

Das Album enthielt weitaus mehr hörenswertes als nur den Titelsong. Da war eine Frau am Werke, die durch und durch authentisch ihre Überzeugungen vortrug … dass das Album musikalisch, wie bei so manchen Liedermachern eher schlicht war, spielte da nun wirklich keine Rolle.

Und hier ein paar Zeilen von einem, der sie damals live erleben konnte:

1979 erlebte ich ein Bettina-Wegner-Konzert in der Ost-Berliner Samariter-Kirche. Fast 1000 meist junge Leute füllten Bänke, Balkon und Seitenschiffe. Eine unglaublich subversive Atmosphäre lag im Raum. Das Gefühl, in der Kritik an den DDR-Verhältnissen zusammenzugehören. Die schlaksige Sängerin mit der eindringlichen Stimme bekam viel Beifall für ihre Lieder. Sie strömten Kraft aus und sprachen den Zuhörern aus dem Herzen. Die Texte waren wie Gedichte, die vom sehr genauen Blick auf das Leben in der DDR handelten. Wegner sprach darin Probleme an, die dem DDR-Optimismus zuwiderliefen: Geschichten vom Scheitern, von der Angst, vom Abschied, vom Fernweh. Ziemlich respektlos vor den Autoritäten: „Wo sind wir denn bloß hingekommen, das Ungeborene übt schon den Bückling.“

Bettina Wegner

Autogramm-Karte

Einige junge Frauen in der Kirche konnten ihre Verszeilen mitsummen: „Aaach, wenn ich doch als Mann auf diese Welt gekommen wär, das, was ich sag und denke, würde ernstgenommen…“ oder „Wenn meine Lieder nicht mehr stimmen, und keiner hört mir zu, dann lass ich die Gitarre schwimmen…“

Bettina Wegner drückte das Unbehagen einer ganzen Generation aus. Eine Zuhörerin in der Kirchenbank neben mir sagte nach dem Konzert: „Sie ist mutig, aufrichtig und singt, was sie denkt. Nach so einem Abend fühlt man sich nicht mehr so alleine.“

Kurz darauf las ich in den internen Protokollen der Evangelischen Kirchenleitung von Ost-Berlin, dass das „Staatssekretariat für Kirchenfragen“ von der Kirche und ihren Pfarrern verlange, „die Wegner“ tunlichst nicht mehr einzuladen. Einige Pfarrer gaben dem Drängen des Staates nach, einige wenige nicht. (Peter Wensierski im „Spiegel“)

Persönliche Erinnerung: Den Text „Kinder (Sind so kleine Hände“) schrieb meine damalige Frau mit ganz viel Liebe und mit ihrer wunderbaren Schrift auf ein großes Plakat und dies hängten wir dann über die Wickelkommode …. irgendwo müsste ich da noch ein Foto haben …

Besetzung:
Bettina Wegner (vocals, guitar)

BackCover

Titel:
01. Ach, wenn ich doch als Mann auf diese Welt gekommen wär (Wegner) 3.44
02. Für klein Zaches (Wegner) 2.29
03. Ene ene Mopel (Wegner) 1.36
04. Ikarus (Wegner) 3.04
05. Kinder (Sind so kleine Hände) (Wegner) 2.10
06. Schlaflied (Wegner) 1.45
07. Fleißig reichlich glücklich (Wegner) 2.56
08. Der Feuerwehrmann (Wegner/Matwejewa/Kirsch) 1.56
09. Hör zu, Soldat (Grondona/Rivera/Wegner) 2.06
10. Immer wieder eine Lanze werfen (Wegner) 1.11
11. Magdalena (Wegner) 2.10
12. War (Wegner) 3.37
13. Aus meinem Leben (Wegner) 1.48
14. Für meine weggegangenen Freunde (Wegner) 3.17
15. Es wird so sein, wie im November (Wegner) 2.22

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Sind so kleine Hände,
winz’ge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen,
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zeh’n,
darf man nie drauf treten,
könn‘ sie sonst nicht geh’n.

Sind so kleine Ohren;
scharf und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen,
werden davon taub.

Sind so schöne Münder,
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten,
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen,
die noch alles sehen.
Darf man nie verbinden,
könn‘ sie nicht verstehen.

Sind so kleine Seelen,
offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen,
geh’n kaputt dabei.

Ist so’n kleines Rückgrat,
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen,
weil es sonst zerbricht.

Grade klare Menschen
wär’n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
hab’n wir schon zuviel.

Michael Heltau – Wienerische Lieder – himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt (1979)

FrontCover1.JPGNicht wegzudenken von der österreichischen Musikszene ist ganz sicher dieser Michael Heltau, der ja eigentlich sich vorrangig als Schauspieler einen Namen gemacht hat. Und mittlerweile (Jahrgang 1933) ist er über 80 Jahre alt:

Frack und Zylinder wurden zu seinem Markenzeichen: Michael Heltau wurde auf der Theaterbühne und im TV berühmt. Seine Leidenschaft sind aber die Chansons. Mit 80 will der Wahl-Wiener nicht kürzer treten.

Michael Heltau kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Der Österreicher mit bayerischer Herkunft spielte sich als Schauspieler auf der Bühne und im TV in die Herzen der Zuschauer. Als Chansonnier lebt er nun seine Leidenschaft. „Ich weiß um die Sympathie, die das Publikum seit Jahrzehnten für mich hat“, sagte Heltau einmal zum ORF. Daher ist für den Wahl-Wiener auch noch lange nicht Schluss. Kurz vor seinem 80. Geburtstag, den er am Freitag (5. Juli) feiert, begeistert er das Publikum noch immer.

Heltau selbst sah sich immer mehr als „Bühnenmensch denn als Schauspieler“. In den vergangenen Jahren trat er fast nur noch als Chansonnier und Entertainer auf. Im vergangenen Jahr führte er das Publikum im Wiener Burgtheater in das Paris der 1950er und 60er Jahre bei seinem bereits 33. Soloprogramm „Es ist immer jetzt“. Damit tourt Heltau, dem man sein wahres Alter kaum ansieht, bis heute.

Heltau01Michael Heltau wurde am 5. Juli 1933 als Heribert Michael Huber in Ingolstadt geboren. Seine Großeltern und Urgroßeltern erzogen Heltau, der schon früh mit seiner künstlerischen Begabung auffiel und stark gefördert wurde. Mit Kriegsausbruch übersiedelte seine Familie von Bayern ins Salzkammergut, sie wurde 1945 aber wieder aus Österreich ausgewiesen. Sein Abitur absolvierte er in Ingolstadt.

Danach kehrte er wieder in seine Wahlheimat Österreich zurück und besuchte das renommierte Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Sein erstes Engagement ergatterte er 1953 am Stadttheater Würzburg, danach folgten das Bayerische Staatsschauspiel München und das Wiener Theater in der Josefstadt. Innerhalb weniger Jahre avancierte der vielseitige Schauspieler zum Publikumsliebling auf Wiens Bühnen.

1967 gelang ihm auch der Durchbruch als Charakterdarsteller. Er wurde im Wiener Burgtheater engagiert, wo er in den folgenden Jahrzehnten alle großen Rollen der klassischen und modernen Bühnenliteratur spielte. Die Verbindung zum Burgtheater ist bis heute sehr eng. Als langjähriges Mitglied des Ensembles wurde er zuerst zum „Doyen des Burgtheaters“ befördert, dann zum Ehrenmitglied. 1968 bekam er auch die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Doch Heltau, dessen Auftritte in Frack und Zylinder zum Markenzeichen wurden, wollte sich nie festlegen. Schon Mitte der 50er Jahre begann er, auch für den Film zu arbeiten. In den 70er Jahren kamen Erfolge mit Schallplatten dazu. Das deutsche TV-Publikum lernte ihn als Moderator der ZDF-Serie „Liederzirkus“ kennen. Seit dieser Zeit begeistert er eine beachtliche internationale Fangemeinde mit seinen Soloprogrammen. Besondere Anerkennung finden seine deutsche Interpretationen der Lieder des Belgiers Jacques Brel.

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Dabei behielt sich Heltau immer den Ruf des bescheidenen Künstlers. Starallüren wurden ihm nie nachgesagt. „Ich interessiere mich überhaupt nicht für mich selbst“, wird er in dem Buch „Auf Stichwort: Michael Heltau“, das zu seinem 75. Geburtstag erschien, zitiert. Für den Österreicher ist laut eigenen Aussagen die Beziehung zu seinen Musikern auf der Bühne eine Liebesgeschichte. „Er sagt immer, wir sind seine Vitamine“, sagte eine Violinistin einmal über die Zusammenarbeit mit Heltau.

Die Rolle des Doktor Brinkmann in der Schwarzwaldklinik lehnte er aber bewusst ab: „Ich kann nicht ein Jahr Leuten den Puls messen und das dazu passende Gesicht machen“, sagte er der Tageszeitung „Die Presse“ dazu. Aber bei den vielen Fernsehengagements, die er im Laufe seines Lebens abgesagt hat, ging es um mehr als einzelne Rollen. Er hielt immer eine kritische Haltung zum Fernsehen: „In der Distanz zwischen Schauspieler und Zuschauer, da spielt sich alles ab, was Theater aufregend macht, in der Luft dazwischen“, sagte er der österreichischen Nachrichtenagentur APA einmal.

Doch auch bei anderen Projekten und Posten war Heltau immer sehr wählerisch. Er lehnte Hollywood- und Broadway-Angebote ebenso ab wie Leitungsfunktionen in großen Theaterhäusern. Als Theaterdirektor hätte er vieles machen müssen, was ihm nicht gefallen hätte: „Ein Theaterdirektor ist ein Ermöglicher. Und selbst spielen hätte ich nicht können: Wenn ich gut bin, blockiere ich das Haus, wenn ich schlecht bin, beschädige ich es“, sagte er zur APA.

Rückblickend hätte er bis heute nichts anders machen wollen: „Ich erfülle mir einen Kindheitstraum“, schreibt er auf seiner Homepage. (Salzburger Nachrichten, 2013)

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Hier sein 3. Album bei dem er sich auf kleine Wiener Spezialitäten konzentriert. Was so das ganz spezielle an „wienerischer Musik“ ist, lässt sich – zumindest für mich – schwer in Worte fassen. Das ist so ne ganz spezielle Melange aus schwermütigen, sentimentalen aber auch spitzfindigen Liedern. Und davon bekommt man hier mehr als genug. Und beim letzten Lieder „Alles is hin“ (= O du lieber Augustin) musste ich schmunzeln, erinnerte ich mich doch plötzlich an die Jazz-Rock Version von Blood, Sweat & Tears … so schließen sich die Kreise …

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Das Album erhielt eine feine Verpackung und enthält auch eine wohlfeile Jubelaria von Andre Heller auf den Mensch und Künstler Michael Heltau …

Und: auch in der DDR fand diese Scheibe gefallen, denn sie wurde auch auf Amiga Records veröffentlich … na dann … ran an den Speck !

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Besetzung:
Michael Heltau (vocals)
+
Orchester unter der Leitung von Toni Stricker

 

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Amiga Frontcover

Titel:
01. Schön ist so ein Ringelspiel (Heller/Herz/Leopoldi) 3.50
02. Aschenlied (Raimund/Drechsler) 3.18
03. Mir is alles ans (Traditional) 1.45
04. Und die Zeit (Heller/Stricker) 2.36
05. In einem kleinen Café in Hernals (Herz/Leopoldi) 4.18
06. Wann i nimmer singen kann (Weigel/Steinbrecher) 2.46
07. Lannermusik (Heller/Domanig-Roll) 2.48
08. Hobellied (Raimund/Kreutzer) 2.08
09. I hab die schönen Maderln ned erfunden (Prosel/Schmidseder) 3.29
10. Der Wiener Troubadour (Domanig-Roll) 3.35
11. Sagt er (Traditional) 2.02
12. Alles Is Hin (Traditional/Heller/Stricker) 2.16

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Pepe Lienhard Band – Live (1979)

FrontCover1Den Freunden der gepflegten Schlagermusk ist die Pepe Lienhard Band natürlich vor allem deshalb bekannt, weil sie 30 Jahre (!) lang die Begleitband bei all diesen Udo Jürgens Tourneen war.

Aber der Pepe Lienhard hatte natürlich auch seine ganz eigene Karriere:

Pepe Lienhard (* 23. März 1946 in Lenzburg; vollständiger Name Peter Rudolf Lienhard) ist ein Schweizer Bandleader, Saxophonist, Flötist und Arrangeur. Er lebt heute in Frauenfeld.

Pepe Lienhard gründete bereits in der Schule eine Band unter dem Namen „The College Stompers“. Nach der Schule studierte er Jura. Das Studium brach er jedoch 1969 ab und gründete ein Profi-Sextett, mit dem er zahlreiche Schallplatten aufnahm. Ihr erster Erfolg war Sheila Baby. 1977 nahm die Gruppe (mit dem Alphornvirtuosen Mostafa Kafa’i Azimi) mit dem Titel Swiss Lady (Musik + Text: Peter Reber) für die Schweiz am Eurovision Song Contest teil und erreichte Platz 6.

Von 1995 bis 2011 leitete er die Swiss Army Big Band.

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1980 gründete Pepe Lienhard eine Big Band, das Pepe Lienhard Orchester, mit dem er bei vielen Galas, Opernbällen, Pressebällen oder dem Deutschen Filmball auftritt. Pepe Lienhard und sein Orchester waren u. a. mit Sammy Davis jr. und Frank Sinatra auf Tour und 30 Jahre das Begleitorchester von Udo Jürgens. Weiterhin war das Orchester bis zur zweiten Staffel (2006) bei der Fernsehsendung Let’s Dance auf RTL zu sehen.

Lienhard erhielt 2006 für sein Lebenswerk den Swiss Jazz Lifetime Achievement Award. (Quelle: wikipedia)

Und das ZDF offerierte dann im Jahr 1979 eine eiene Show mit der Pepe Lienhard Band  und von dieser Show stammen auh die Songs dieser LP.

Und wenn man sich vergegenwärtigt, dass Pepe Lienhard einen ganz solidgen Jazz-Hintergrund hat, kann man schon ein wenig enttäuscht sein, denn hier hören wir halt Happy Songs ala Pepe Lienhard, meist im arg seichten Modus.

Hörenswert ist zumindest sein Medley mit Melodien aus dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ und bemerkenswert ist dann auch noch, dass es glatt zwei Titel der Rockband Santana in sein Programm gebracht haben.

Aber dann muss ich noch natürlich auf das Trio „Pfuri, Gorps & Kniri“ hinweisen, die man bei „Coconut Juice“ zu hören bekommt :

Pfuri, Gorps & Kniri war eine international bekannte Blues/Folk-Band aus der Schweiz. Sie wurde 1974 gegründet. Die Mitglieder hiessen Pfuri Baldenweg, Anthony ‚Gorps‘ Fischer (* 1947) und Peter ‚Kniri‘ Knaus. Das Markenzeichen der Band war das Musizieren mit Alltagsgegenständen wie Rasenmäher, Abfallkübel, Plastiksäcken, Mausfallen und Gartenschläuchen. Das ergab einen unverkennbaren Sound und war auch ein Fingerzeig auf unsere Wegwerfgesellschaft. Das Trio spielte eigene Hits sowie Neuinterpretationen von alten Blues- und Folksongs.

Pfuri, Gorps & Kniri

Die Gruppe trat 1978 beim Roskilde Festival sowie 1977 und 1979 beim Montreux Jazz Festival auf. Ausserdem nahm sie mit Peter, Sue & Marc am Eurovision Song Contest 1979 teil, wo sie den zehnten Platz belegte. Die Band wurde neben ihren Live-Konzerten auch durch TV-Auftritte bei bekannten Sendungen wie die Peter Alexander Show, Bio’s Bahnhof, Rose d’Or und 1, 2 oder 3 etc. bekannt. 1981 führte die anhaltende Popularität der Band zur Produktion des deutschen Spielfilmes „Pfuri, Gorps & Kniri im Hotel“. (Quelle: wikipedia)

Trotz dieser doch sehr schrägen Gesellen … diese LP ist eher Durchschnittsware … da hat sich einer wieder mal unter Wert verkauft.

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Pepe Lienhard mit Udo Jürgens

Besetzung:
Bill von Arx (guitar)
Mostafa Kafa’i Azimi (trumpet, vocals, percussion, alphorn)
Pino Gasparini (bass, guitar, vocals)
Christian von Hoffmann (drums)
Pepe Lienhard (saxophone, flute, trombone)
Georges Walther (keyboards, synthesizer)
+
Pfuri, Gorps & Kniri:

Pfuri (diverse Blechbüchsen, Abfalleimer, Holzwaschbrett, Pfeife an Zollstock, leere Flaschen, diverse Kochlöffel, 1/2 Kokusnußschale)

Gorps (banjo, Sirenenpfeife, vocals)

Kniri (trombone, 1/2 Kokusnußschale))

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Titel:
01. Opening Medley (3.54)
01.01. Piccolo Man (Reber/Zuckowski) 1.07
01.02. Sheila Baby (Silvester/Lux) 1.01
01.03. Swiss Lady (Reber) 1.31
02. Play ‚Em Again (Faltermeier/Touchton) 4.07
03. Coconut Juice (Pfuri/Gorps/Kniri) 2.44
04. Spiel mir das Lied vom Tod (Morricone) 5.24
05. Rock ’n Roll Medley (5.19)
05.01. See See Rider(Traditional) 0.59
05.02. Got Stung (Schroeder/Hill) 0.49
05.03. Love Me Tender (Presley/Matson) 0.55
05.04. You Don’t Have To Say You Love Me (Napier/Bell/Donaggio/Pallavincini) 1.21
05.05. Hound Dog (Leiber/Stoller) 1.04
06. Get In Touch (Faltermeier/Björklund/Forsey) 3.12
07. Medley (4.53)
07.01. Peanut Vendor Moises) 1.14
07.02. Soul Sacrifice (Brown/Malone/Rolie/Santana) 2.05
07.03. Carnaval (Coster/Santana) 1.36
08. Malagueña (Lecuona/Banks) 3.21
09. Swiss Lady (Reber) 1.45
+
10. Pepe Lienhard Band – Live (1979) (Teil 1 – ungeschnitten Version) 16.46
11. Pepe Lienhard Band – Live (1979) (Teil 2 – ungeschnitten Version) 18.58
+
12. 12 – Pepe Lienhard über harte Anfangszeiten (Interview zum 70. Geburtstag – Radio SRF

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Interview aus dem Jahr 2016 anlässlich des 70. Geburtstag von Pepe Lienhard (liegt der Präsentation bei)

Lotar Olias – Drehorgel Rarität (1979)

FrontCover1Ja, ja, die gute, alte Drehorgel…

Eine Drehorgel, oder auch Leierkasten, ist ein mechanisches Musikinstrument. Der Spieler einer Drehorgel, volkstümlich in Norddeutschland Leierkastenmann, in Österreich Werkelmann genannt, betätigt eine Kurbel, die ein Steuersystem im Innern des Instrumentes in Bewegung setzt.

Der Drehorgel ähnlich ist die Jahrmarktsorgel.

Ein frühes Dokument, das eine Orgel mit Stiftwalze beschreibt, befindet sich im päpstlichen Kirchenmuseum; es wurde vom deutschen Jesuitenpater Athanasius Kirchner verfasst. Seine Urheberschaft ist indes nicht geklärt.

Nachweislich seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist die Drehorgel in allen Ländern Europas als Instrument der Straßenmusiker und Gaukler, aber auch – namentlich in England und Frankreich – als Kirchen- und Saloninstrument bekannt. Bänkelsänger benutzten ebenfalls eine Drehorgel. E Viele Drehorgelspieler platzieren einen Plüsch-Affen bei ihrem Instrument. Dies soll an die Zeit erinnern, als umherziehende Musikanten oft von einem Kapuzineraffen oder Rhesusaffen begleitet wurden. Das Äffchen war eine zusätzliche Attraktion – besonders für die Kinder – und hatte meist die Aufgabe, Münzen bei den Umstehenden einzusammeln.

Drehorgel01Die Drehorgeln wurden anfänglich von Orgelwerkstätten gebaut, später entstanden Manufakturen, die sich nur um die kleinen Schwestern des Kirchenmusikinstruments kümmerten.

Eine Variante der Drehorgel war die griechische Laterna, die im 19. Jahrhundert und bis Anfang des 20. Jahrhunderts von Yiftoi (Roma-Musikern) gespielt wurde. Die Yiftoi schlugen zur Begleitung die Rahmentrommel mit Schellenkranz Daira. Die Alleinunterhalter mit Laterna traten besonders in den Hafenstädten der Levante auf Marktplätzen auf, manchmal in Begleitung von Frau oder Tochter, die als Tänzerin agierten, oder sie führten einen Tanzbären mit sich.

In Frankreich heißt das Musikinstrument Orgue de Barbarie, was auf den ersten bekannten Hersteller zurückgeführt wird: der Italiener G. Barberi aus Modest führte diese kleine transportable Orgel 1702 erstmals vor (Quelle: wikipedia)

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Dieses ganz spezielle Drehorgel-Album umfasst sage und schreibe 32 Kompositionen, die wir auf der Drehorgel hören.

Und die meisten stammen von Lotar Olias …  und dieser Name weckt eigentlich keine sonderlich guten Erinnerungen:

Lotar Olias (* 23. Dezember 1913 in Königsberg in Preußen; † 21. Oktober 1990 in Hamburg) war ein deutscher Komponist und Textdichter der 1920er bis 1960er Jahre, der oft in Partnerschaft mit den Textdichtern Peter Moesser, Günter Loose sowie Fritz Graßhoff zusammenarbeitete.

Olias besuchte das Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin, wo Moritz Mayer-Mahr und Institutsleiter Robitschek seine Lehrer waren. Bereits zu dieser Zeit komponierte er Chansons für Sänger wie Max Hansen und Lucienne Boyer. Er verfasste dann Revuen für den Berliner Wintergarten und Hamburgs Planten un Blomen. 1937 schrieb er für einige Kurzfilme seine ersten Filmmusiken.

Olias01Olias war seit dem 21. November 1932 Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 1.478.935) und wurde NSDAP-Kulturwart der Ortsgruppe Wartburgplatz in Berlin. Für die nationalsozialistischen Machthaber schrieb er in den 1930er Jahren mehrere Titel nationalsozialistischen Inhalts. Hierzu gehören unter anderem der SA-Totenmarsch, Braun und grau und der Amtswaltermarsch (Textauszug hieraus: „Gott segne unser’n Führer und das Werk seiner Tat. Daß er uns allzeit schütze vor Juda und Verrat.“). Trotzdem gehörte Olias nicht zu den Haus- und Hofkomponisten der NS-Führung. Im Zweiten Weltkrieg war Olias Leiter des Fronttheaters Der Knobelbecher. 1941 komponierte er zwei Durchhaltelieder: Wann ist Frieden in Berlin und Einmal geht der große Krieg zu Ende, die auf Schallplatte eingespielt wurden und in denen er den Gesangspart übernahm.

1939 kehrte Olias nach Hamburg zurück. Nach Kriegsende beteiligte er sich 1945 an der Gründung des Hamburger literarischen Kabaretts „Bonbonnière“, für das er komponierte und textete. Da er keine größeren Aufträge erhielt, musste er sich jahrelang zusätzlich mit Rummelplatz-Jobs, als Musiker auf Hochzeiten und als Modenschau-Präsentator über Wasser halten.

1949 gelang ihm dann der Durchbruch zum gefragten Schlager- und Filmmusikkomponisten. Er schrieb neben Schlagern und Musicals Filmmusiken zu über 40 Filmen der 1950er und 1960er Jahre. Besonders die von Freddy Quinn gesungenen Titel wurden zu großen Publikumserfolgen und gelten heute als Evergreens. Olias komponierte bis 1964 auch regelmäßig die Musik zu den Filmen, in denen Quinn als Hauptdarsteller zu sehen war. Mit So geht das jede Nacht trat Freddy Quinn beim Grand Prix Eurovision de la Chanson 1956 in Lausanne an.

Lotar Olias erhielt 1987 als Auszeichnung den Paul-Lincke-Ring. 1990 starb er an den Folgen von schweren Durchblutungsstörungen. Olias ruht auf dem Friedhof Ohlsdorf. (Quelle: wikipedia)

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Louis Armstring, Lotar Olias + Freddy Quinn

Na ja, und dann ist da noch ein gewisser Giovannni Bacigalupo:

Bacigalupo ist eine Familiendynastie von Drehorgelbauern in Berlin. Mit dem Namen verbindet man die inzwischen wertvollen alten Drehorgeln, die von unterschiedlichen Mitgliedern der Familie Bacigalupo und weiteren Mitarbeitern im Zeitraum von 1879 bis 1975 in Berlin gebaut wurden.

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Gedenktafel am Haus, Schönhauser Allee 74a, in Berlin-Prenzlauer Berg

Im Zeitraum von 1879 bis 1975 gab es mehrere Werkstätten, in der mindestens ein Familienmitglied Drehorgeln baute. Giovanni Battista Bacigalupo (* 25. Juli 1889, † 10. Juli 1978 in Berlin) gilt als der Begründer der Familiendynastie im Drehorgelbau. Zu der Drehorgel gehörte die bestiftete Walze als Träger der Musik. Um 1920 hat die Firma Bacigalupo Söhne in einem geringen Umfang größere Straßendrehorgeln mit Lochbändern gefertigt. In der fast hundertjährigen Geschichte dominierten diese Orgeln, und so nannte man eine Bacigalupodrehorgel einfach eine Bacigalupo bzw. eine Baci.

In folgenden Firmen waren ein oder mehrere Personen namens Bacigalupo vertreten:

Frati & Co (Co = Giovanni Battista Bacigalupo)
Cocchi Bacigalupo & Graffigna
G. Bacigalupo (drei unterschiedliche Firmennamen der Familie Bacigalupo)
Bacigalupo Söhne (Ende der Firma unbekannt)

In der Regel fertigten die Drehorgelbauer Instrumente für Bettler, die mit ihren Drehorgeln über die Hinterhöfe von Berlin zogen, um so ihr Geld zu verdienen. Auch die Bacigalupos stellten ihre Instrumente überwiegend für diesen Personenkreis her. Da die Walzendrehorgel nur acht unterschiedliche Lieder spielen konnte, wurden diese gelegentlich für wenig Geld ausgetauscht und durch neue aktuelle Musik ersetzt. (Quelle: wikipedia)

Giovannni Bacigalupo02

Das nenn´ ich ne Familien-Dynastie …

Nun … natürlich wecken solche „olle Kamellen“ Kindheitserinnerungen wach. Und noch heute, setze ich micg an einem sonnigen Tag mit einem Eis auf die bank und lauschen diesen Klängen, z.B. auf der Auer Dult in München.

Überraschend für ein Album eines Bilig-Laels sind die ausführlichen und kenntnisreichen Begleittexte.

Ich empfehle dieses Album in homöpathischer Dosis zu genügen … denn nach 32 Lieder im Tingel-Tangel Jahresmarktsmodus am Stück ist man ganz schön meschugge im Kopf …

Drehorgel

Besetzung:
Unbekannter Drehorgel-Spieler

Booklet1

Titel:
01. So ein Tag, so wunderschön wie heute (Olias) 2.12
02. Das gibt’s nur auf der Reeperbahn bei Nacht (Olias) 1.26
03. Unter fremden Sternen (Olias) 2.467
04. You You You (Olias) 1.58
05. Heimweh nach St. Pauli (Olias) 3.40
06. Abschied vom Meer (Olias) 1.28
07. Die Gitarre und das Meer (Olias) 2.13
08. Irgendwann gibt’s ein Wiedersehn (Olias) 2.10
09. Junge, komm bald wieder (Olias) 1.41
10. Auch Matrosen haben eine Heimat (Olias) 2.10
11. La Guitarra Brasiliana (Olias) 2.06
12. Wie schön, dass du wieder zu Hause bist (Olias) 2.06
13. Rosalie (Es war kein reicher Mann) (Olias) 2.36
14. Wolken, Wind und Wogen (Olias) 2.33
15. Seemann, weit bist du Gefahren (Olias) 2.17
16. La Paloma /Yradier) 2.21
17. Pst, pst; hinter ihnen steht einer (Olias) 2.30
18. Dann spielt die Dixi-Band (Olias) 1.34
19. Misossoppi-Lilli (Olias) 3.07
20. Blue Mirage (Olias) 3.13
21. Happy Waltz (Olias) 3.06
22. Wunderschöne Carmen (Olias) 2.22
23. Die Stimme der Heimat (Olias) 2.27
24. Ja, ja in Spanien (Olias) 2.32
25. Machen sie doch bitte kein so böses Gesicht (Olias) 2.07
26. Du bist die Liebe (Olias) 3.16
27. Ich war nur ein Mädchen vom Hafen (Olias) 3.00
28. Tango Paradox (Olias) 1.57
29. Die Welt ist doch für alle da (Olias) 3.04
30. Ich soll dich grüssen von Berlin (Olias) 2.16
31. Mr. Moneymaker (Olias) 1.58
32. Heut ist ein Feiertag für mich (Olias) 3.06

LabelC1

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Gebrüder Blattschuss – Gesänge mit beschränkter Hoffnung (1979)

FrontCover1Tja … diese Blödelbarden waren wohl ein typisches Zeitgeist-Projekt der 70er Jahre:

Die Gebrüder Blattschuss sind eine deutsche Musikgruppe, die in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren mit tiefgründigen, aber vor allem den „Blödel-Hits“ zugeschriebenen Liedern große Erfolge feierte. 2017 besteht die Gruppe noch als Duo aus Beppo Pohlmann und Kalle Ricken.

Die Gruppe veröffentlichte 1976 ihre ersten Lieder, dabei wurden bekannte Melodien mit witzigen Texten unterlegt. Später kamen ernstere – oftmals melancholische – Lieder hinzu. Die 1978 erschienene LP Bla-Bla-Blattschuss, die ausschließlich aus Eigenkompositionen bestand, fand weithin Beachtung. Das Lied Kreuzberger Nächte war mehrere Wochen in den Charts und führte zu deutschlandweiter Bekanntheit. Die Gruppe hatte zahlreiche Auftritte in Rundfunk und Fernsehen, wie in der ZDF-Hitparade. 1979 beteiligten sie sich mit dem von Ralph Siegel komponierten Lied Ein Blick sagt mehr als jedes Wort an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest und belegten den zwölften und damit letzten Platz.

Blattschuss01

Beppo Pohlmann  und Jürgen von der Lippe im GO-IN, dem Zentrum der Berliner Folk- und Liedermacherszene (genau an dem Tisch, wo die Musiker immer über die Kollegen auf der Bühne lästerten)

In den folgenden Jahren wurden weitere Titel produziert, die auch in die Hitparaden kamen. Bis Mitte der 1980er Jahre veröffentlichte die Gruppe sechs Alben. Dann wurde es ruhiger um sie. 1988 führte Beppo Pohlmann mit dem Musiker Kalle Ricken die Gruppe als Duo weiter. Seither tritt es vornehmlich als Showact bei Festen und Firmenfeiern und nach wie vor mit akustischer Gitarre und Mandoline auf Theater- und Kabarettbühnen auf. Es erschienen mehrere Singles und 1993 und 2002 die beiden letzten Alben.

Abweichend von den bis 1996 in Deutschland geltenden Regeln der Rechtschreibung verwendete die Gruppe auf ihren Plattenhüllen von Anfang an regelmäßig, aber nicht immer, die Schreibweise „Blattschuss“ statt „Blattschuß“ und verzichtete oft komplett auf Großschreibung. Beppo Pohlmann erklärt den Namen im Interview als „so eine Art Abkürzung für unser Programm“: „beliebte Lieder, anspruchsvolle Texte, Tanz, Show, Comedy, Humor und schöne Stimmen“.

HüllentextSingle

Hier nun ihr drittes Album … das erste ohne Jürgen von der Lippe … also ihr erstes Trio-Album …

Hm … ich kann es wieder mal drehen und wenden … ich werd´ nicht warm mit dieser LP,  bzw. mit dieser Art von Humor.

Blattschuss02

So etliche Ideen sind beileibe nicht schlecht, aber das zündende Etwas fehlt, und so wirkt alles ein wenig flach … vielleicht fehlen mir aber auch die notwendigen Gene …das ist nicht auszuschlißen.

Dennoch, ein paar Anspieltipps mag ich dennoch geben: „Früh-Stück“ (ne gelungene Parodie auf das Frühstücks-Radio), „Wir machen hier Kino“ (hier werden die üblichen Filmklischees gekont durch den Kakao gezogen) und „Das Letzte“ …

Und wer der Texter Johannes Merkwürd war … habe ich nicht herausgefunden …

AutogrammkarteBesetzung:
Hans Marquardt
Beppo Pohlmann
Harald Wolff
+
eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

BackCover1

Titel:
01. Gebrüder Blattschuss GmbH & Chor KG + Ronnie Rakete, der Disc-Jockey (Merkwürd/Pohlmann/Wolf-Berg) 4.07
02. Früh-Stück (Merkwürd/Pohlmann/Wolf-Berg) 2.14
03. Arie bis 60° (Merkwürd/Pohlmann/Wolf-Berg) 3.25
04. Lied für Freizeitsegler (Pohlmann/Wolf-Berg) 2.51
05. Wir machen hier Kino (Nos Hablos Telephonos) (Hall/Merkwürd/Pohlmann) 4.23
06. Ach, Annabelle (Mein Herz schlägt so schnell) (Merkwürd/Pohlmann/Wolf-Berg) 3.12
07. Rübezahl (Merkwürd/Pohlmann/Wolf-Berg) 3.42
08. Damenwahl im Tanzlokal (Merkwürd/Pohlmann/Wolf-Berg) 3.41
09. Steig‘ mal ein (Das alternative Auto) (Merkwürd/Pohlmann/Wolf-Berg) 2.56
10. Punk-Überfall (Merkwürd/Pohlmann) 2.44
11. Ich bin der Chef vom Kalauer Zoo (Merkwürd/Pohlmann) 3.13
B6 Das Letzte (Merkwürd/Pohlmann) 3.56

LabelB1

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SingleFront+BackCover

Karel Gott – Alle Jahre wieder (1979)

FrontCover1Wenn ich vorhin bei der Lolita Scheibe schrieb: “ …. Lolita singt hier etliche sehr unbekannte Lieder …  d.h sie hat der Versuchung wiederstanden, die altbekannten Klassiker zu interpretieren … das finde ich schon bemerkenswert … “ dann kann man das bei diesem Karel Gott Weihnachtauftritt nun wahrlich nicht behaupteten.

Karl Gott zelebriert hier mit seiner in der Tat anmutigen Stimme all die Klassiker der deutschen Weihnachtslieder (sieht man mal von „White Christmas“ ab) … wie sie uns landauf, landab bekannt sind und uns ständig begegnen.

Tja, und auch diese Platte wird sich nun aus meinem Schallarchiv verabschieden …

Und dem Karel Gott Sammler sei gesagt, dass er dann 1982 ein eher heimisches, wirklich heimisches Weihnachtsalbum namens „Bílé Vánoce“ veröffentlicht hat … und das finde ich fast spannender. Infos darüber findet man dann hier.

AlternativesFRontCover

Alternatives Frontcover

Besetzung:
Karel Gott (vocals)
+
Philharmonisches Orchester unter der Leitung von Wolfgang Rödelberger
+
Kinderchor von Maria Schutz, München unter der Leitung von Kurt Rieth

BackCover1

Titel:
01. Alle Jahre wieder (Silcher/Hey) 1.52
02. Susani (Vom Himmel hoch, ihr Hirten kommt) (Traditional) 4.08
03. O du Fröhliche (Traditional) 2.52
04. Mach auf dein Herz zur Weihnachtszeit (Hertha/Siegel) 3.30
05. Freu dich, Erd‘ und Sternenzeit (Traditional) 2.26
06. O Tannenbaum (Traditional) 2.27
07. Stille Nacht, heilige Nacht (Gruber/Mohr) 3.37
08. Fröhliche Weihnacht (Hertha/Siegel) 3.32
09. Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will (Traditional) 3.18
10. Der kleine Trommler (Little Drummer Boy) (Simeone/Onorati/Davis/Schwarzmann/Jorge/Hausmann) 2.40
11. Weiße Weihnacht (White Christmas) (Berlin/Balz) 4.16
12. Leise rieselt der Schnee (Traditional) 2.03
13. Kommet, ihr Hirten (Traditional/Riedel) 2.15
14. Vom Himmel hoch (Luther) 2.38

LabelB1

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