Peter Ludwig – Unverkäuflich (1981)

FrontCover1Vermutlich ist dies eine ziemliche rare LP, vermutlich kennt diesen Mann kaum einer außerhalb des Großraum Münchens, aber dennoch: den Schwabinger Kunstpreis (1987) hat er schon erhalten (und das ist wahrlich nicht die einzige Auszeichnung gewesen; ansonsten gabe es dann noch einen Preise der Deutsche Phonoakademie, Kulturpreis der Stadt München sowie den Kulturpreis der Stadt Rosenheim)

Hier mal Auszüge aus der Laudation anläßlich der Verleihung des Schwabiner Kulturkreises:

Er ist ein Multitalent. Was er anfasst, wird zu schönem Klang. Zu ungewöhnlichem dazu. Und nicht zuletzt haben alle seine Unternehmungen großen Charme. Peter Ludwig ist Pianist, Komponist, Arrangeur – er liebt und lebt Tango, Filmmusik, Chanson und in all dem die blitzende Pointe von Tönen, die stets ein bisschen eleganter, zarter, luftiger kommen als erwartet. Ein Mann der Töne – aber auch ein Mann der Worte. Denn zum einen schreibt er selbst ungemein geschliffene Texte, und zum anderen gehört er zu den besonders sensiblen Vertonern von Texten anderer. Er lebt in Wasserburg, einer Stadt, zu der er liebevolle Bekenntnisse zum Besten gab. Und München, zumal die traditionsreichen Schwabinger Brettln, ist für den geistvollen Tastenlöwen stets ein Prüfstein, wenn er auftritt.

Im oberbayerischen Brannenburg wuchs er auf, ging in Salzburg ins Internat, brachte sich Klavier und Gitarre selbst bei, legte später eine Ausbildung am Konservatorium in München und an der Musikhochschule Detmold nach. Für erstes Aufhorchen sorgte er als feinsinniger Liedermacher zusammen mit der Cellistin Anja Lechner Anfang der 80er-Jahre; die beiden erhielten auch den Preis der Deutschen Phono-Akademie. Mit Anja Lechner wandte sich Ludwig in der Folgezeit einer musikalischen Liebe zu, die er später mit anderen Partnern fortsetzte: dem Tango. Hinreißend leichtfüßige Kompositionen schrieb er für Projekte wie Tango mortale, Trio obscur und Tango à troi. Das Niveauvoll-Schrille pflegt er seit Jahren mit der Stimmartistin Salome Kammer: Unter dem Titel Chanson Bizarre hauchen die beiden schon mal der Prosa aus Beipackzetteln und Gebrauchsanweisungen funkelndes Leben ein. Weiteres Duo-Highlight: jenes mit der Schauspielerin Krista Posch, deren Texte Ludwig mit geschmeidiger Musik umgibt.

Ob im Ensemble, mit singender oder spielender Partnerin oder solo am Klavier: Peter Ludwig ist ein leiser Poet des Besonderen. Und ein besonderer Poet des Leisen.“ (Roland Spiegel)

Und beim Hören dieses Debütalbums fragt man sich schon, warum dieses Album damals keinen nennenswerten Erfolg erzielen konnte. Wir hatten ja gerade die Phase, in der Liedermacher wie Konstantin Wecker für Furore sorgten und keine Fragen: Genau in dieser Preisklasse ist auch Peter Ludwig ansiedeln … aber so ist das halt mal im Leben.

Also: hier können wir ihn neu entdecken, gemeinsam mit der musikalisch aufregenden Cellistin Anja Lechner … es ist ja nie zu spät … Schade eigentlich nur, dass man bei diesem Album keine weiteren zusätzliche Informationen erhalten hat (außer den Texten …).

Aber: Textlich war ein großartiger Querdenker (davon kann unser Land nicht genug haben!) und musikalisch ein famoser Jongleur …

Und auch heute noch ist dieser Peter Ludwig aktiv; allerdings ist seine Liedermacher-Zeit sehr stark in den Hintergrund getreten, in all den Jahren nach 1981 musizierte er u.a. mit  Mulo Francel und D.D. Lowka (Quadro Nuevo), Sissy Schmidhuber, Iris Berben, Hanna Schygulla  … heute brilliert er als superber Jazzmusiker und seine Auftritt mit Sarah Kober und mit dem „Tango a trois“ sind schlicht und ergreifend sensationell !

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Besetzung:
Anja Lechner (cello)
Peter Ludwig (piano, vocals)
+
diverse weitere Instrumente gespielt von einer Handvoll unbekannter Studiomusiker

Booklet1

Titel:
01. Kieselsteine 4.15
02. Der Blickaustausch 1.37
03. Der Wurm im Turm 3.54
04. Baccomelli
05. Der Dompteur
06. Der Henker
07. Ballon
08. Lauf, bevor sie Dich kriegen
09. Spann´den Bogen
10. Ich möcht´ eine Frau sein
11. Die Freiheit
12. Mutter
13. Aus, es ist zu Ende

Texte und Musik: Peter Ludwig

LabelB1

 

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Peter Luidwig

Peter Ludwig, 2014

Dieter-Thomas Heck – Es ist Mitternacht, John (1981)

FrontCover1.jpgIch fand ihn damals unsäglich … unerträglich … Und dennoch: als ich gestern von seinem Ableben erfahren habe … schluckte ich ein wenig:

Dieter Thomas Heck, eigentlich Carl-Dieter Heckscher (* 29. Dezember 1937 in Flensburg; † 23. August 2018), war ein deutscher Moderator, Schlagersänger, Schauspieler, Showmaster, Produzent und Entertainer.

Heck wurde in Flensburg geboren, wo seine Eltern im Stadtteil Mürwik in der Tirpitzstraße 109 wohnten. Hecks Vater Nils Heckscher war ein außerehelicher Sohn des Carl Gustav zu Ysenburg und Büdingen (1875–1941). Als Heck vier bis sechs Wochen alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Hamburg, da sein Vater als Verkaufsleiter einer Limonaden-Firma dorthin versetzt worden war. Daher wuchs Dieter Thomas Heck in der Hansestadt auf. Als er im Oktober 2012 auf seine Geburtsstadt Flensburg angesprochen wurde, äußerte er sich:

„Gelebt habe ich hier nicht. Ich bin später einmal im Deutschen Haus aufgetreten und bei der Eröffnung des Ladens Kloppenburg.“ (Dieter Thomas Heck: Interview mit der shz.de am 7. Oktober 2012)

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Der Heck im Jahre 1966

Im Alter von fünf Jahren wurde er bei einem nächtlichen Bombenangriff in Hamburg unter einer Kellertreppe verschüttet. Wegen dieses Traumas begann Heck nach seiner Rettung zu stottern, was er mit einer Gesangsausbildung wieder ablegte. Diese führte auch zu seiner Fähigkeit als Schnellsprecher. Nach Abschluss der Mittelschule und einer technischen Oberschule absolvierte er eine Ausbildung zum Technischen Kaufmann bei der Hamburger Borgward-Generalvertretung und war dort anschließend noch einige Zeit als Automobilverkäufer tätig, verließ das Unternehmen aber noch vor dem Konkurs der Borgward-Gruppe.

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Die erste Single, 1959

Unter dem Namen „Dieter Heckscher“ trat er 1959 in Peter Frankenfelds Talentshow toi, toi, toi als Sänger mit dem Peter-Alexander-Titel Ein bisschen mehr in der Harburger Friedrich-Ebert-Halle auf und sang 1961 in der Vorentscheidung des Grand Prix Eurovision de la Chanson, dem heutigen Eurovision Song Contest. Um seine Gesangskarriere zu forcieren, wechselte er für 400 DM Monatsgehalt zu einem Plattenverlag. Bei einem Besuch des Südwestfunks in Baden-Baden am 26. November 1963 bat ihn Herbert Falk, der Abteilungsleiter Rundfunk, gleich im Studio als fiktiver Gast ein Interview zu geben, da der eigentliche Gast ausgefallen sei. Der Moderator stellte dabei derart ungeschickte Fragen, dass Heck das Gespräch selbst in die Hand nahm und daraufhin von Falk ein Angebot für eine Radiosendung erhielt. Fortan ging Heck jeden Samstag für 90 Minuten auf Sendung.

CDUWerbeplakat1972Im Frühjahr 1964 rief Camillo Felgen mit der Bitte um eine Urlaubsvertretung beim Südwestfunk an. Der Urlaubsvertretung folgte dann von Februar 1965 bis zum September 1966 eine Zeit bei Radio Luxemburg. Dort war es üblich, sich beim Vornamen zu nennen. Weil es aber schon einen Charly und einen Dieter gab, kam Heck auf die Idee, für sich einen neuen Namen suchen zu lassen. Hierzu startete die Jugendzeitschrift Bravo einen Aufruf unter der Überschrift: „Diskjockey ohne Namen“. Die Leser fanden den Namen Thomas am passendsten, woraufhin sich der heute bekannte Name Dieter Thomas Heck ergab, wobei Thomas zunächst noch in Anführungszeichen gesetzt war, diese aber sehr bald entfielen. Bei Radio Luxemburg arbeitete er mit Frank Elstner zusammen, mit dem er bis ans Lebensende freundschaftlich verbunden war.

Die Zeit bei RTL endete rasch, da es den Moderatoren sowohl verboten war, eigene Platten zu spielen, als auch eigene Werbeverträge einzugehen. Es folgte das Engagement bei der Europawelle Saar des Saarländischen Rundfunks. Heck forcierte dort den deutschen Schlager, ein unter den meisten Moderatoren unbeliebtes Segment. Seine Sendung Die deutsche Schlagerparade geriet dabei überaus erfolgreich, woraufhin mehrere Schlager-Schallplatten mit seinen Moderationen erschienen. Zusammen mit seinem Chef erfand Heck überdies 1967 die Goldene Europa, einen Preis, der die deutschen Sänger würdigte.

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Dem Rundfunk- und Fernsehregisseur des Saarländischen Rundfunks Truck Branss sagte die Musik, welche Die deutsche Schlagerparade spielte, nicht zu. Ihn beeindruckten aber die zwei Millionen Zuhörer. Deswegen bot er Heck eine Fernsehsendung an. Die beiden ersannen ein Konzept und schickten es dem Saarländischen Rundfunk. Dieser hatte an einer Fernsehsendung aber kein Interesse, während der ZDF-Unterhaltungschef zusagte. Daraufhin präsentierte Heck von 1969 bis 1984 insgesamt 183 Mal (ohne Sonderausgaben) die ZDF-Hitparade. Nach anfänglicher Kritik der Medien etablierte sich die ZDF-Hitparade schnell zu einer der wichtigsten Musiksendungen der 1970er und 1980er Jahre.

Heck moderierte für das ZDF auch 4 gegen 4 (1971–1973), Die Pyramide (1979–1994), Schwarz auf Weiß, Ihr Einsatz bitte – Made in Germany (1987–1988), das Wunschkonzert Musik liegt in der Luft (1991–1998), Das ist ihr Leben (1994–1996), Das große Los (1996–2000), Showpalast (1999–2000), Das Sommer-Hitfestival (1999–2007, ab 2002 Das ZDF-Sommerhitfestival), Das Silvester-Hitfestival (einmalig 2001) sowie auch die Melodien für Millionen (1985–2007) und die Gala für die Deutsche Krebshilfe.

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Dieter Thomas Heck 1967 als Hörfunkmoderator bei Radio RTL

Das ZDF ehrte ihn am 19. Dezember 2007 mit einer Überraschungsshow unter dem Motto „Danke, Dieter Thomas Heck!“ zu seinem 70. Geburtstag, moderiert live aus Berlin von Johannes B. Kerner. Dabei waren viele Künstler, die bei Heck in der ZDF-Hitparade aufgetreten waren, unter anderem Costa Cordalis, Bernd Clüver, Udo Jürgens, Paola und Rolf Zuckowski.

Im Zuge der Programmreform kündigte das ZDF an, Hecks Unterhaltungs- und Benefiz-Sendungen (Das Sommerhitfestival, Melodien für Millionen) einzustellen. Der Ende 2007 auslaufende Vertrag mit Heck wurde nicht verlängert. Am 18. November 2007 gab der Moderator nach 38 Jahren und genau 11 Monaten seinen Rücktritt von der Bühne bekannt und verabschiedete sich von seinem Publikum.

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Heck war Moderator von Hundert,6, einem der ersten beiden privaten Hörfunksender in Berlin. Der von 1981 bis 2007 vergebene Preis Goldene Stimmgabel wurde von ihm initiiert.
Dieter Thomas Heck im Jahr 1972 auf einem Ankündigungsplakat für eine Musikveranstaltung der CDU in Ravensburg

1970 spielte Heck den Showmaster im vielbeachteten Fernsehspiel Das Millionenspiel. Als Schauspieler trat er in Gastrollen in Fernsehkrimiserien wie z. B. Tatort und Die Rosenheim-Cops oder in der Vorabendserie Praxis Bülowbogen auf.

Er moderierte 1982 bis 1989 beim SWF die Sendungen Gute Laune aus Südwest und Vom Telefon zum Mikrofon sowie beim BR 13 Jahre die Sendung Fröhliches Wochenende. Er war erster Schirmherr des Aktions- und Gedenktages „Tag des Deutschen Schlagers“ (2009).

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Heck war bekennender CDU-Anhänger und nahm für seine Partei oft aktiv an Wahlkampfveranstaltungen teil. Er engagierte sich für den Tierschutz, und war Mitglied im Verein Deutsche Sprache.

Privat sammelte er Oldtimer der Marke Borgward, für die er selbst als Verkäufer gearbeitet hatte, und war Ehrenmitglied einer Interessengemeinschaft für Borgward-Autos.

Dieter Thomas Heck ließ sich 1974 von seiner ersten Frau Edda Heckscher († 2000) scheiden. Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne. 1976 heiratete Heck Ragnhild Möller. Das Paar hatte eine Tochter. Bis 2009 lebte Heck, insgesamt 23 Jahre lang, in Schloss Aubach in Lauf in Baden-Württemberg. Danach hatte er seine Wohnsitze in der Schweiz und in Águilas (Spanien). Heck litt an einer chronischen Lungenerkrankung; er starb am 23. August 2018 im Alter von 80 Jahren. (Quelle: wikipedia)

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ASngesichts seiner traumatischen Kindheitserlebnissen erspare ich mir jetzt ein paar Späßchen … aber natürlich war er ein recht schräger Vogel in der deutschen Unterhaltungsindustire … und natürlich war er so ne Art Leuchtgturm für die leichte, seichte Unterhaltungsmusik …

Von daher passt diese schräge LP gut dazu und ich weiss nicht, wer auf diese Idee zu dieser LP gekommen ist:

Dieter-Thomas Heck „singt“ Grusel- und Geistlieder, dass es nur so kracht:

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Schaurig, schaurig … kann ich da nur sagen. Und es gibt – man glaubt es kaum – Leute, die finden dieses Album so richtig Klasse:

Ich finde,man hört das Heck Spaß dran hatte,diese leicht morbid-gruseligen Texte einzusingen bzw.sprechen.Vor allem das Titelstück mit seinen Big-Ben Glockenschlägen versetzt einen direkt ins nebelige schwarz-weiss London der Edgar Wallace Filme.Die Platte ist zudem sehr gut produziert und klingt ausgezeichnet..Fazit: Meine Empfehlung für jeden,der einen etwas morbiden Humor hat,für Edgar Wallace Seher und für Freunde des etwas schrägeren Schlagers. (Mr.Bad Taste)

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Dieter Thomas Heck … als tiefgründiger und eindrucksvoller Interpret. Besonders die Ballade „Es ist Mitternacht, John“ gibt soviel Wirklichkeit und Angstgefühl, ein hervorragender Background gesang untermalt die schaurige Geschichte von Dave Walten und John Robertson. Heck könnte auch heute noch gesanglich mehr geben, als diejenigen, die er im Fernsehen ansagt. Ein muß für Fans der deutschen Musik. (Ein amazon Kunde)

Ganz so euphorisch bin ich nun wahrlich nicht … Aber in die Skurillitäten-Kiste gehören diese Aufnahmen allemal !

Singles

Besetzung:
Dieter-Thomas Heck (vocals)
+

eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

Booklet

Titel:
01. Es ist Mitternacht, John… (Pacemaker) 3.52
02. Phantom 4 (Munzberger/Müller-Franz) 3.46
03. Henkersmahlzeit (Munzberger/Rittersporn) 3.31
04. Alcatraz (Müller-Franz) 4.51
05. Das weiße Haus (Pacemaker) 3.12
06. Die Fahrt der „Queen Anne“ (Müller-Franz) 5.48
07. Engel im Parka (Pacemaker) 4.19
08. Die Zeitung (Müller-Franz) 3.58
09. Madame Tussaud (Müller-Franz/Rittersporn) 5.41

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Dieter Thomas Heck
 (* 29. Dezember 1937  – † 23. August 2018)

Ulkig der Ansager: Jürgen von der Lippe:

Udo Lindenberg – Rock `n`Roll und Rebellion – Ein panisches Panorama (1981)

Es mag ja sein, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal ne rechte Labertasche war.

Aber genauso richtig ist, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal wichtige, wesentliche und richtige Statements zum Zustand unseres Landes gab.

So auch auf dieser EP, die als Beilage zu dem wirklich großartigem gleichnamigen Lindenberg Buch aus dem ambitioniertem Syndikat Verlag, Frankfurt, erschien.

Und darum geht es in dem Buch:

Wer die Geschichte des Rock’n’Roll erzählen will und es unterlässt, die Revolten der Jugend zu beschreiben, die Rock’n’Roll erst zu ihrer Musik machten, der verfälscht die Geschichte. (Günter Amendt)
Man ist wieder dabei, diese Zeit zu verfälschen, aber keine Panik: Wir haben ja Udo Lindenberg, der Anfang der 80er Jahre mit dem Syndikat Verlag ein Panorama der fünfziger und sechziger Jahre entwickelte, das in der Zuordnung seiner Texte zu eindrucksvollen Bildbeispielen die Panik deutlich machte, die die Adenauersche Spießergesellschaft ergriff, als die aus Amerika kommende Musik Bill Haleys, Elvis Presleys oder Mick Jaggers die deutsche Jugend in Ekstase versetzte. Diese Chronik einer Revolte liegt jetzt wieder vor mit einer Laudatio auf den homo panicus als solchen von Bazon Brock. (Werbetext)

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Und getreu dem Hinweis von Günter Amendt können wir hier 4 Lieder des politischen Udo Lindenbergs hören, leider wieder hochaktuelle Lieder (nicht nur Wozu sind Kriege da ?“)

Dass der Udo Lindenberg so seine ganz eigene Sprache entwickelte ict bekannt und auch hier finden wir viele seiner knackig-schnoddrigen Formulierungen und ja, ich mag diese direkt-unverblümte auf-den-Punkt kommende Kommentierung, gerade wenn es um all die widerwärtigen Themen geht, die einen schon ganz schön deprimieren können.

Also: schon fast eine Pflichtscheibe, die eine Sammlung von wesentlichen Beiträge des Udo Lindenberg enthalten.

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Besetzung:
Udo Lindenberg (vocals, piano)
+
Das Panikorchester
+
Pascal Kravetz (vocals bei 02.)

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Titel:
01. Grande Finale (Lindenberg/King) 5.13
02. Wozu sind Kriege da? (Lindenberg) 3.55
03. Big Brother’s Töchter (Lindenberg/Dostal) 3.22
04. No Future? (Lindenberg) 3.55

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Rainhard Fendrich – Und alles is ganz anders wordn´n (1981)

FrontCover1Rainhard Jürgen Fendrich (* 27. Februar 1955 in Wien) ist ein österreichischer Liedermacher, Moderator und Schauspieler. Er zählt zu den erfolgreichsten Vertretern des Austropop und prägte dieses Genre entscheidend.

Rainhard Fendrich verbrachte seine Schulzeit in einem katholischen Internat. Er fand sich nach eigenen Angaben als Kind „dicklich“ und wenig attraktiv. Als er mit 15 eine Gitarre bekam, brachte er sich selbst die Griffe bei und begann auch zu texten. Damalige frustrierende Erfahrungen mit Mädchen finden ihren Ausdruck später, beispielsweise in Cyrano (1991) oder Frieda (2001). Ein Jura-Studium brach er ab, um mit verschiedenen Jobs Schauspiel- und Gesangsunterricht zu finanzieren.

Fendrich trat ab 1980 am Theater an der Wien auf (in Die Gräfin vom Naschmarkt), und gab dort 1982 den Judas im Erfolgsmusical Jesus Christ Superstar. 1980 war er auch von Hans Gratzer für eine Aufführungsserie des Hamlet im Schauspielhaus verpflichtet worden, hatte einen seiner ersten Fernsehauftritte als Sänger in der ORF-Sendung Wir-extra zugunsten von Kindern in der dritten Welt und bekam den ersten Plattenvertrag.

In Tritsch Tratsch folgte 1981 ein weiterer Auftritt mit dem Lied Zweierbeziehung (eines Mannes mit seinem Auto). Das Debütalbum Ich wollte nie einer von denen sein erschien im Mai desselben Jahres, konnte aber zunächst keine hohen Verkaufszahlen erzielen.

Fendrich1980Monate später, im August 1981, landete er mit Strada del sole (in ähnlichem Stil, über eine „Urlaubs-Beziehungskiste“) den österreichischen Sommerhit des Jahres. Insgesamt verkaufte sich die Single 99.000 Mal in Österreich, was dem heutigen Status von 3-fach Platin entsprechen würde. Ebenso erfolgreich war das zweite Album Und alles ist ganz anders word’n. Mit Schickeria und Oben Ohne folgten 1982 die nächsten Nummer-Eins-Hits. Zu dieser Zeit wurde Fendrich bereits als Shooting-Star des Austropop gefeiert. (Quelle: wikipedia)

Hier nun sein 2. Album:
„Das zweite Werk von Fendrich nach seinem heterogenen Einsteiger „Ich wollte nie…“ ist z.T. ein erster Schritt in den heutigen Fendrich, aber doch auch ganz anders als das, was er heute macht. Sie ist zweigeteilt (auf der Original-Vinyl waren das A und B-Seite). Zunächst kommen einige der schmissigeren, witzig-ironischen Lieder, von denen keines ein Hit wurde. Aber sie sind der witzige Fendrich in Bestform (mit Ausnahme des fürchterlichen Absturzes „Polyäthylen“). Das ist kein Musik-Kabarett und Gruppen wie EAV haben bissigere, bessere Ironie geschrieben, aber es ist sehr gut!  „Strada del Sole“, diese geniale, locker-luftig klingende Ironie auf Italophilismus wurde dann Fendrichs erster großer Hit.
Die zweite Seite ist was ganz anderes. Es sind sehr (!) melancholische, ruhige Lieder, meist im Wechsel zwischen Sprechgesang und Melodieanteil vorgetrage, ganz sparsam instrumentiert. Fendrich ist hier noch nicht der Liedermacher oder gar Popsänger späterer Jahre, sondern ein österreichischer Chansonier. Wie man es von ihm kennt, sind seine Texte nicht von höchstem Niveau und haben immer einen Schuss Naivität, aber sie sind sehr dicht, sehr emotional und sehr gut vorgetragen.
Wegen des Überhangs der melancholischen Lieder im ganzen eher eine CD für Freunde des Chansons in seiner modernen alpenländischen Form.

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Besetzung:
Tommy Böröcz (drums)
Gerhard Breyer (background vocals, typewriter)
Ernst Chwatal (strings)
Gottfried Ettl (effects)
Rainhard Fendrich (vocals, guitar, effects)
Erwin Kienast (keyboards, strings)
Mischa Kraus (bass)
Martin Kunz (guitar)
Anja Lechner (cello)
Peter Ludwig (piano)
Peter J. Müller (harmonica)
Alexander Munkas (drums, percussion)
Herbert Novacek (bass)
Andi Steirer (percussion)
Ina Wolf (background vocals)

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Titel:
01. Razzia (Fendrich) 4.17
02. Schickeria (Fendrich) 3.36
03. Bodybuilder (Fendrich) 3.00
04. Strada Del Sole (Fendrich) 3.16
05. Polyäthylen (Fendrich/Breyer/Prokopetz) 3.46
06. Und alles is ganz anders word’n (Fendridch) 5.10
07. Sonnenuntergänge (Fendrich) 4.51
08. Ich hasse deine Liebe (Fendrich) 4.15
09. Deine Mutter (Fendrich) 3.59
10. Lass di falln (Fendrich) 3.53
11. Liebeslied (Fendrich) 2.47
12. Wien (Fendrich/Ludwig) 4.00

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Berluc – Hunderttausend Urgewalten (1981)

FrontCover1Für mich eine musikalisch wirklich interessante Rockand aus der DDR.

Berluc ist eine Rockband, die ihre großen Hits in der DDR hatte.

 

Berluc wurde 1974 gegründet. Der Bandname leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der Herkunftsstädte der Gründungsmitglieder Berlin und Luckenwalde ab. Die erste DDR-weite Aufmerksamkeit erlangten sie 1978 mit dem Lied Hallo Erde, hier ist Alpha, das einem Faible der Bandmitglieder für Science-Fiction-Literatur entsprang. Die Komposition stammt von Alexander Stehr, der Text von Sabine Heese. Siebenmal belegte der Titel Platz eins der Radio-DDR-Tip-Parade, in der Tip-Disko von Stimme der DDR war der Titel viermal auf Platz eins zu finden und in den DDR-Jahrescharts 1978 notierte das Lied auf Platz 7. 1979 erschien mit Reise zu den Sternen das Debütalbum beim DDR-Label Amiga, das als sehr hardrocklastig beschrieben wurde. Es folgte 1981 ein Album beim westdeutschen Label Teldec, das eine Zusammenstellung von Liedern des Debütalbums sowie weiterer Rundfunkaufnahmen enthielt, die zum Teil später auf der 1982er Amiga-LP Hunderttausend Urgewalten enthalten waren.

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Ihren nächsten Erfolg feierte Berluc 1983 mit dem Lied No Bomb, der als einer der ersten Metal-Hits der DDR bezeichnet wurde und Platz 1 der DDR-Jahreshitparade 1983 belegte.[3] Im April 1984 tourte die Gruppe durch die Sowjetunion und begleitete im Sommer das tschechoslowakische Auto-Rodeo durchs Land. Das Lied Die Erde lebt gelangte im selben Jahr auf Platz 4 der Jahreshitparade. Ihr bislang erfolgreichstes Album erschien 1985 unter dem Titel Rocker von der Küste, der Titel bezog sich auf ihre Wahlheimat Rostock. Ihre letzten Hits in der DDR-Hitparade hatte Berluc 1988 mit Ganz nah (Platz 5) und Nach Hause (Platz 6).

Nach der Wende löste sich die Gruppe vorerst auf und startete 1993 ein Comeback. Sie geben wieder Konzerte, vorrangig in den neuen Bundesländern. Kopf der Band ist seit ihrer Gründung der Schlagzeuger Dietmar Ränker, der nach wie vor in Rostock lebt. Die übrigen Bandmitglieder leben in Halle und Berlin. (Quelle: wikipedia)

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Und hier ihr 2. Album, dass damals in der DDR zumindest von dem Musikmagazin „Melodie & Rhythmus“ so ziemlich zerrissen wurde:

Die zweite BERLUC – LP „Hunderttausend Urgewalten“ ist mir rätselhaft. Da hört man von zählebigen BERLUC – Titeln auf vorderen Hitparaden – Plätzen und von Veranstaltern, das sich die Nordbezirksband selbst in der Abgeschiedenheit des Erzgebirges riesiger Beliebtheit erfreut – und legt sich dann mit Vorfreude diese Titelsammlung auf den Plattenteller.
Dank der AMIGA – Veröffentlichung wird man unabhängig von Sendezeit und Veranstaltungsorten, kann in Ruhe den BERLUC – Rock genießen. Und da beginnt dieses rätselhafte. Mal so gehört sind „Bermuda-Dreieck“, „Hunderttausend Urgewalten“ oder „Bernsteinlegende“ recht reizvoll, doch an einem Faden, sprich Plattenlänge, wirkt alles derart uniform und arm an Ideen, das man gar nicht mehr an den Einzelerfolg glauben will.

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Die Ausgabe 11/1982

Trotzdem muss ja etwas dran sein an der BERLUC – Musik. Für mich sind es die stimmungsvollen Deutungen der naturwissenschaftlichen Phänomene auf und in unserer Erde, die sich Kurt Demmler einfallen ließ. Sicherlich schlagen sich Experten nicht vor Begeisterung an den Kopf, wenn sie die BERLUC – Bermuda –Dreieck – Variante oder die Bernsteinlegende hören. Doch das ist eine rockmusikalische Freiheit mit Phantasie und Originalität.
Die geschlossene erste Plattenseite unterstreicht die Absicht der Autoren, Naturphänomene auf Rock-Art zu beschreiben. Allerdings sieht das eben nur per Text bzw. auf der Plattenhülle gut aus. Musikalisch passiert da kaum etwas Aufregendes. Vom Sänger bis zum Komponisten, von den Arrangements bis zur Interpretation ist alles durchschaubar, weil von einfachster Machart.
So sind zum Beispiel  die Titel 1 und 3 sowie 2 und 4 in ihrer Grundkonzeption von verblüffender Ähnlichkeit. Eine Erscheinung, die sich auf Plattenseite zwei fortsetzt. Weiterhin fällt auf, das Manfred Kählers Stimme zwar zur Interpretation der Texte geeignet ist, aber sich sehr schnell in einer gepressten, kraftstrotzenden Art erschöpft. Nuancierungen konnte ich nicht heraushören.
Sehr deutlich wird seine Stärke in „Öffne ich mein Fenster“. Kompositorisch besinnlich angelegt, ähnlich wie „Bernsteinlegende“, schleudert einem die Worte förmlich um die Ohren und das, obwohl der instrumentale Part in beiden Titeln verhalten und durchaus feinfühlig wirkt. Trotz dieser kleinen Einschränkung sind für mich die beiden Titel die einzigen musikalischen Farbtupfer dieser Platte.

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Auch wenn es nicht einfach ist, dem Hard Rock – als solch einen Vertreter bewerte ich BERLUC – Abwechslung abzuringen, reichen zaghafte Andeutungen nicht aus. Die Uniformität zerschlägt kleinste Regungen.
Das, was Demmler an textlicher Phantasie einbringt, ziehen die Komponisten Kähler, Stehr und Pöppel über einen Leisten, unterstütz durch die Kollektiv – Arrangements. So sägt der neue Gitarrist Detlef Brauer munter im alten Trott weiter, Schlagzeuger Dietmar Ränker bietet ein bescheidenes Repertoire an Breaks und rhythmischen Finessen an; Keyboarder Alexander Stehr findet auch nur die sattsam bekannten elektronischen Klänge, Bassist Wolfgang Hoffmann spielt brav seinen Bass ohne auch nur einmal aufzufallen.
Damit soll nicht gesagt sein, das BERLUC kaum zur Sache geht oder fad spielt, da fährt schon etwas ab, doch es wird eine Fahrt durch die Einöde. Wenn sich aus musikalischer Sicht Plattenseite eins und zwei kaum unterscheiden, so bietet Seite zwei  immerhin Texte, die sich mit dem Leben und einigen Verhaltensschattierungen beschäftigen. Die beiden letzten Titel  dieser Seiten schreckten mich dann durch einen erhobenen Zeigefinger auf. In „Sind wir allein“ noch verhalten, streckt er sich einem in „Glaube an dich“ förmlich unter die Nase.
„Glaube an dich“ ist ein Mutmacher in der Art, wie ihn unsere erste Rockgeneration zu Zeiten von „Team 4“ oder „Joco Dev“ ausprobiert und später aufgegeben haben. Im Konzert mag so etwas durchaus noch mitreißen, ein Plattenfinale ist es nicht.
Machte mich die erste BERLUC – LP seinerzeit neugierig, so riefen die „Hunderttausend Urgewalten“ eher Skepsis hervor. Das Grundkonzept mag wohl stimmen, doch seine Umsetzung bedarf schon einiger Überlegungen, um nicht plötzlich in einer musikalischen Sackgasse zu geraten, aus der ein schweres Herauskommen ist. Bei aller Freude über eine zweite eigene LP wird auch deutlich, das damit Ansprüche steigen, das Vielseitigkeit, Interpretation und Farbigkeit gefordert sind, und dass auch die Titelauswahl kritisch beleuchtet werden muss. (Stefan Lasch in Melodie & Rhythmus 11 / 1982)

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Also, diesen Zeilen kann ich so gar nie nicht zustimmen. Klar, die Puhdys grinsen jede Minue frech um die Ecke … aber das waren ja auch nicht die schlechtesten Vorbilder … diese wiederum hatten in ihren Anfängen ganz viel Uriah Heep im Ohr (auch nicht von schlechten Eltern zumindest bis 1972 oder so).

Und klar, …an den Texten kann man rummäkeln … oftmals mystisch überhöhtes und zugleich banales Zeug von anderen Welten … hin und wieder ganz nett … aber auf Dauer:

War eine Zeit, da war ein Gott verliebt
in eine Taube, weiß und rein.
Hast sie gejagt, jedoch die Taube flog
in einen Wald ganz tief hinein.
Es war ein Wald, ein alter guter Wald.
Und einen Gast verrät er nie.
Da kam der Gott mit Blitz und Donnerschlag
und goß den Regen über sie.
Ohohohoho, Wald, lieber Wald,
Ohohohoho, mir ist so kalt.
Ohohohoho, Wald, lieber, du,
ohohohoho, du, deck mich zu. … 

(aus „Bernsteinlegende“)

Aber bei der Musik gibt es so gar nichts zu meckern … vorausgesetzt man mag jeden 70er Jahre Hardrock (und ich mag ihn halt noch immer) … mit knackigen Gitarrenriffs- und solos … dass nur die Schwarte so kracht … stampfend-brüllender Rock eben.

Passend dazu der druckvolle Sound … Ha ! Berluc haben einen neuen Fan !

Singles

Die Singles von diesem Album

Besetzung:
Wolfgang Hoffmann (bass)
Manfred Kähler (vocals, guitar)
Gerd Pöppel (guitar bei 01. + 04.)
Dietmar Ränker (drums)
Alexander Stehr (keyboards)
+
Detlef Brauer (guitar bei 07. + 08.)
Uwe Karsten (bass (bei 02. + 03.)

BackCover1

Titel:
01. Hunderttausend Urgewalten (Kähler/Stehr) 3.19
02 Bermuda-Dreieck (Pöppel) 5.18
03. Fliegen vor der Zeit (Stehr/Kähler) 4.38
04. Bernsteinlegende (Üöüüel/Stehr) 6.26
05. Asphalttraum (Kähler) 4.58
06. Öffne ich mein Fenster (Stehr) 6.13
07. Sind wir allein (Kähler) 4.30
08. Glaube an dich (Kähler/Stehr) 3.49

Alle Texte: Kurt Demmler

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der einzelnen blog-Beiträgen dienen, interessiert ist,  benötigt ein Passwort.
Dazu schreibe man an

post-fuer-sammelsurium@gmx.net

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Marius Müller-Westernhagen – Stinker (1981)

FrontCover1Mit diesem Album gelang dem Marius Müller-Westernhagen wohl endgültig der kommerzielle Durchbruch:

Sein schauspielerischer Durchbruch gelang Marius Müller-Westernhagen mit dem 1976 gedrehten Film Aufforderung zum Tanz als „Theo Gromberg“. Die Geschichte um die Fernfahrer Gromberg und Goldini (der Italiener Goldini wurde vom späteren Lindenstraßen-Darsteller Guido Gagliardi verkörpert) fand 1980 ihre bedeutend erfolgreichere Fortsetzung im Kino-Film Theo gegen den Rest der Welt. Dieser Film unter der Regie von Peter F. Bringmann wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres und mit fast drei Millionen Zuschauern auch einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Nachkriegsfilme überhaupt. Im selben Jahr erhielt Müller-Westernhagen den Ernst-Lubitsch-Preis für seine darstellerische Leistung. Zu dieser Zeit befand sich Müller-Westernhagen auf dem Höhepunkt seines schauspielerischen Ruhms.

Neben den Musikalben nahm Westernhagen, der in jungen Jahren mehrfach für den Hörfunk als Hörspielsprecher tätig war, Tonträger mit gesprochenen Texten auf, einmal Texte von Wolfgang Borchert, dann das musikalische Märchen Peter und der Wolf und Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten von Francis Poulenc.

Nach zwei weiteren erfolglosen LPs bekam seine musikalische Karriere mit dem 1978 erschienenen Album Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz Aufwind. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Bassisten Lothar Meid, erreichte hohe Verkaufszahlen und verkaufte sich bis heute über 1,5 Millionen Mal.

Als Musiker fiel er zunehmend durch häufig sehr provokante Texte auf. Das gesellschaftskritische[8] Lied Dicke, in dem Westernhagen auf Diskriminierung aufmerksam machen und „den Leuten“ „einen Spiegel vorhalten“ wollte, indem er Beleidigungen, Vorurteile und Klischees aneinanderkettete, wurde von vielen so interpretiert, als wolle er sich diese Ansichten zu eigen und sich über fettleibige Menschen lustig machen, sodass einige Radiosender es nicht spielten. In einem anderen Titel thematisierte er die damalige Hysterie um die RAF-Terroristen (Grüß mir die Genossen). An den massiven Erfolg des Pfefferminz-Albums konnte er einige Jahre nicht mehr anschließen, obwohl die Nachfolge-LPs Sekt oder Selters (1980) und Stinker (1981) kommerziell erfolgreich waren. (Quelle: wikipedia)

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Nach „PFEFFERMINZ“, HALLELUJA und dem grandiosen Neuling IN DEN WAHNSINN gehört STINKER mit zu den besten Alben die Marius je aufgenommen hat. „Ladykiller“, der heute als Klassiker bezeichnet werden darf setzt den Anfang eines aufregenden Werks. Man hört es Marius an das er bei dieser Aufnahme viel Spaß gehabt haben muß. „Das du mich verlässt“ ist noch treibender und härter als der Opener. Mit „Von drüben“ folgt ein weiterer MMW- Klassiker der von einem Ossi handelt der sich nun im Westen aufhält und von dessen Gemühtslage erzählt. So wie bei „Herr D.“ wurden Marius‘ Stimmbänder bestimmt noch nie beansprucht. Er schreit was das Zeug hält und bei diesem Song geht ihm einfach alles und jeder auf die Nerven. Ein Highlight der Platte kommt dann mit dem düsteren Juwel „Sei Stark“, das durch den krassen Text und das stimmige Schlagzeug geprägt wird. „Sex“ kann man mit viel Lärm umschreiben. Ein wenig Gestöhne hier und da dem sich am Ende ein Satz von Marius anschließt indem er selbst sagt das er wohl kein Wort von dem verstanden hat was er da gerade gesungen hat. „Ich liebe dich“ ist eine seiner schönsten Balladen und fügt sich wunderbar in das Album ein. „Rosi“ sowie „Lulu“ rocken wieder was das Zeug hält und hier erkennt man sogar Reggae-Einflüsse. Mit der beste Song des Albums bildet den Abschluß. Das bluesige „Loch in der Tasche“ wurde auch auf den späteren Live-Konzerten zum absoluten Abräumer der jede Halle zum kochen brachte.
STINKER ist ein grandioses sechstes Studioalbum von Westernhagen dessen Gesamtsound härter war als bei allen Alben zuvor. Ich würde sogar behaupten das nur JAJA und IN DEN WAHNSINN annähernd das Tempo dieser fantastischen Platte erreichen können. Die wenigen Balladen sind dafür umso besser, die Texte sind sehr giftig und….wenn ich jetzt nicht aufhöre sitze ich wahrscheinlich noch Morgen hier.  /schreibt da so ein Amazon Kunde …)

Musiker

Erwähnen muss ich noch die illustre Schar der Begleitmusiker und natlich fällt mir da insebesondere Nick Woodland ein … der mit seinem süffigen Gitarrenspiel wahre Veredlungsarbeit geleistet hat.

Und dann sind da noch Lothar Meid, Olaf Kübler, Klaus Voormann und Jimmy Jackson (der hatte schon bei Parrport und Embryo musiziert) !

Single

Die Single zum Album

Besetzung:
Jimmy Jackson (keyboards, percussion)
Olaf Kübler (saxophone)
Lothar Meid (bass, synthesizer)
Marius Müller-Westernhagen (vocals, Percussion)
Charlie Terstappen (drums, percussion)
Alan Than (percussion, drums bei 08.)
Tom Winter (percussion harmonica, background vocals)
Nick Woodland (guitar, percussion, background vocals)
+
Klaus Voormann (bass bei 01., 03. + 07.)
+
background vocals:
Christina Harrison – Gitta Walther

BackCover

Titel:
01. Ladykiller 4.07
02 Daß du mich verlässt 2.29
03. Von drüben 4.49
04. Herr D. 2.55
05. Sei stark 4.51
06. Sex 2.54
07. Ich liebe dich 2.57
08. Rosi 5.46
09. Lulu 3.41
10. Ein Loch in der Tasche 3.51

Musik und Texte: Marius Müller-Westernhagen

LabelB
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Stefan Waggershausen – Fang mich auf (1981)

FrontCover1Auch oder noch so ein Liedermacher, der uns seit den 70er Jahren mit seinen z.T. durchaus nachdenkenswerten Texten unterhalten will:

Stefan Waggershausen (* 20. Februar 1949 in Friedrichshafen) ist ein deutscher

1971 zog Stefan Waggershausen nach Berlin. Während seines Studiums komponierte er seine ersten Songs und arbeitete als Regieassistent. Er machte seine ersten TV-Musiken, nach drei Jahren erschien das Plattendebüt „Traumtanzzeit“ (1974). Ab 1976 arbeitete Waggershausen beim Sender Freies Berlin und RIAS als Radiomoderator. Nebenbei entstanden bis dato unveröffentlichte Kompositionen und Produktionen mit verschiedenen Musikern.

1980 nahm Waggershausen mit dem Titel Verzeih’n Sie, Madame an der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil. Nach der Abstimmung belegte er einen vierten Platz. 1981 erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis der deutschen Phonoakademie als „Künstler des Jahres“. „Hallo Engel“ wurde mit der Goldenen Europa ausgezeichnet. Im Oktober 1981 erschien „Fang mich auf“, ein Album über Verlierer und Unabhängige, melancholisch und ironisch. Im Winter folgte der erste große Liveauftritt bei „Rock Pop in Concert“ (ZDF), neben Chris de Burgh, Randy Newman und Sally Oldfield. (Quelle: wikipedia)

StefanWaggershausen

Soweit zu den Anfängen des Stefan Waggershausen … es folgten viele, viele Jahre des Erfolges und er ist bis heute aktiv.

Dieses Album ist ein durchaus bemerkenswertes Album, wenngleich man wieder mal diese thematische Einseitigkeit beklagen muss:

Den größten Raum nehmen allerdings Liebes- und Beziehungsgeschichten ein, und auch da entwirft Waggershausen ganz eigene, originelle und oft ungewöhnliche Bilder. „Der Teufel schaut mir über die Schulter“ (1982) beschreibt die Gedanken eines von der Liebsten verlassenen Lebensmüden, der Nachts am Rande eines Hotelbalkons steht, und „Fang mich auf“ (mit einer großartigem Saxiophon-Spiel von Eddy Taylor; Anmerkung vom Riffmaster) sind atmosphärisch überaus dichte Varianten des ewigen Themas vom Sehnen und Verlassenwerden(Quelle: laut.de)

Seite eins ist irgendwie überzeugender und über die Musiker (darunter Curt Cress und Dave King) braucht man gleich gar nicht zu meckern.

Gewünscht hätte ich mir allerdings wieder mal eine größere thematische Bandbreite, denn das Leben kennt eben nicht nur Liebe, Triebe und Liebesleid . ..

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Besetzung:
Udo Arndt (guitar)
Mats Björklund (guitar)
Curt Cress (drums, percussion)
Chris Evans (drums, percussion)
Günther Gebauer (bass)
Thomas Glanz (keyboards)
Reinhold Heil (keyboards)
Dave King (bass)
Billy Lang (guitar)
H.D. Lorenz (bass)
Mario Schultz (guitar)
Eddy Taylor (saxophone)
Stefan Waggershausen (vocals, guitar)
Anke Wendlandt (background vocals)

BackCover1

Titel:
01. Es geht mir gut (Waggertshausen) 3:17
02. Und der Teufel schaut mir über die Schulter (Waggertshausen) 4.56
03. Bitte zeig nicht mit deinem Finger auf mich (Waggertshausen/Arndt) 4.25
04. Panamamond (Waggertshausen) 4.50
05. Der Blues kam heimlich (Waggertshausen) 4.04
06. Fang mich auf (Waggertshausen) 5.19
07. Danke schön (Waggertshausen) 3.31
08. Früher war alles viel früher (Waggertshausen/Schultz) 4.10
09. Tut mir leid, war nur ein Irrtum (Waggertshausen/Heil/Arndt) 3.32
10. Pepperland 81 (Waggertshausen/Arndt) 5.25

LabelB1
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