Sonja Kehler – Mitteilung an meine bedrückten Freunde (1981)

FrontCover1Irgendwie ein ganz spezielles Album und das nicht nur, weil es auf „Linkshändle Records“ erschienen ist:

Sonja Kehler (* 1933) ist eine deutsche Schauspielerin und Diseuse, die durch ihre Brecht-Interpretationen internationale Bekanntheit erlangte.

Nach ihrem Schauspielstudium an der Theaterhochschule Leipzig war sie zunächst einige Jahre erfolgreich an verschiedenen DDR-Bühnen tätig, unter anderem als Luise in Kabale und Liebe, Shen Te in Der gute Mensch von Sezuan, Grusche in Der kaukasische Kreidekreis. Als Eliza Doolittle in My Fair Lady und Seeräuber-Jenny in der Dreigroschenoper gab sie erste größere Kostproben ihres auch musikalischen Talents. Feste Engagements hatte sie in Brandenburg und Karl-Marx-Stadt.

Letztlich war es auch die Gestaltung der Gesangsstücke der Brecht-Rollen, die Kehler bereits während ihres Schauspielstudiums zum Chanson brachte und die sie mit neuen Nuancen belebte. Bereits zu dieser Zeit nannte man sie die „singende Schauspielerin“. 1967 nahm sie an dem 1. Chanson-Wettbewerb der DDR teil und erhielt den Sonderpreis des Rundfunks.

1971 in Berlin stand Kehler schließlich mit ihrem ersten, eigenen Brecht-Programm (Musik: Kurt Weill, Brecht, Dessau, Hanns Eisler, Medek) auf der Bühne und wurde von Publikum wie Kritik gut aufgenommen. Bald auch von der internationalen Kritik als eine der erfolgreichsten und wichtigsten Interpretinnen deutscher Sprache beachtet, erschienen ihre Schallplatten, die sie fortan veröffentlichte, zum Teil auch in Westdeutschland und im Ausland. Sonja Kehler sang ihre Chansons häufig auch in mehreren Sprachen.

Diverse Tourneen und Reisen ins Ausland – noch zu DDR-Zeiten nach Polen, Ungarn, Bulgarien, Algerien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Belgien, Luxemburg, in die CSSR und nicht zuletzt in die BRD – zeugten des Weiteren vom internationalen Format der Künstlerin, die damals von einer Combo unter Leitung von Bernd Wefelmeyer begleitet wurde. In der DDR war sie zudem häufig im Radio und Fernsehen zu hören.

Nach der Wende arbeitete die Schauspielerin am Exzellenzhaus Trier auch als Regisseurin, tritt aber auch weiterhin mit literarischen Programmen auf, die immer noch zum Besten gehören, was diesbezüglich angeboten wird. Ihre bevorzugten Autoren sind hierbei Brecht, Kästner, Tucholsky, Ringelnatz, Heinrich Heine und Else Lasker-Schüler, deren Texte sie sowohl gesprochen, gespielt, als auch gesungen darbietet; häufig mit Milan Šamko als Begleiter am Klavier, mit dem sie schon in der DDR für Plattenaufnahmen u.ä. zusammengearbeitet hat.

SonjaKehleMai1974.jpg

Sonja Kehle (Mai 1974)

1999 war sie zudem in dem Kinofilm Helden wie wir, nach einem Roman von Thomas Brussig zu sehen.

Bis heute sind über ein Dutzend langspielende Tonträger der Diseuse erschienen. (Qelle: wikipedia)

LinkshändleDieses Album entstand während ihre Tournee  durch Süddeutschland im Spätherbst 1981 und es muss eine wahrlich bemerkenswerte Tournee gewesen sein. Zum einen interpretierte sie eher unbekannte Brecht Texte, zuweilen erstmalig vertont durch ihren Pianisten Bernd Werfelmeyer (der ein bis heute aktiver Komponist und Dirigent ist). Zum anderen gibt sie einen Einblick in literarische Texte, die damals in der DDR

„Aber etwas fehlt – sie ist immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, hier mit literarischen Texten aus der DDR fabelhaft verschlüsselt, märchenhaft verfremdet, parabolisch schillernd – zielen alle auf eine Stärlung des Einzelnen“ (FAZ, 14.5.1981)

Interessant auch ihre „feministischen“ Beiträge (siehe die Lieder 10. – 12.), die in der damaligen feministischen Szene der BRD wohl mit Begeisterung aufgenommen wurden …

Und sie wird  begleitet von famosen Musikern … die z.b. bei „Morgenstund“ zeigen, dass sie einfach nur großartig sind.

Ach ja … dieses Album erschien auf „Linkshändle Records“ und entsprechend dem Namen musste man die LP auf der „falschen“ Seite rausziehen, also links …

Ein nachdenkenswertes (man höre sich z.B. mal „Gedanken-Kinder-Mord “ an), ein bemerkenswertes, ein empfehlenswertes Album.

KehlerDessau.jpg

Sonja Kehler mit Paul Dessau

Besetzung:
Sonja Kehler (vocals)
Konrad Körner (saxophone, clarinet, flute)
Hanjo Papa (guitar, harmonica, banjo)
Dietrich Unkrodt (bass, trombone)
Bernd Werfelmeyer (piano)

BackCover1

Titel:
01. Aber etwas fehlt (Brecht/Weill) 3.48
02. Das Eigentliche (Braun) 1.14
03. Lied von der Unersättlichkeit (Bartsch/Krtschil) 1.47
04. Shimmy in grün (Hacks/Wefelmeyer) 2.32
05. Halten Sie sich fest (Bartsch/Wefelmeyer) 2.09
06. Mein Fehler, der mich nicht reut (Braun) 1.48
07. Lied vom Philosophen und seinem König (Stolper/Wefelmeyer) 2.40
08. Ladislaus und Komkarlinchen (Hacks/Wefelmeyer) 3.02
09. Kanonen-Song (Brecht/Weill) 3.23
10. Prolog (Bartsch/Wefelmeyer) 2.42
11. Lied der liebenden Witwe (Brecht/Wefelmeyer) 2.35
12. Berliner Wiegenlied (Mehning/Heymann) 1.58
13. Orges Lied (Brecht/Wefelmeyer) 2.09
14. Lied von den jungen Hähnen (Stolper/Wefelmeyer) 3.36
15. Mitteilung an meine bedrückten Freunde (Braun) 1.50
16. Morgenstund (Bartsch/Wefelmeyer) 2.14
17. Gedanken-Kinder-Mord (Braun) 0.55
18. Abschiedslied (Roehricht/Wefelmeyer) 2.32
19. Schlaflied (Strahl/Traditional) 2.11

LabelA1.JPG

*
**

SonjaKehler

Gerhard Polt – Leberkäs‘ Hawaii (1981)

FrontCover1Ich glaube, entweder man mag ihn oder man mag ich nicht. Ich mag ihn, und das ist eigentliche ne Untertreibung: Ich bin bekennender Poltianer.

Gerhard Polt (* 7. Mai 1942 in München) ist ein deutscher Kabarettist, Autor, Fernseh- und Filmschauspieler.

Schon wenige Monate nach Gerhard Polts Geburt zog seine Mutter mit ihrem Sohn während des Zweiten Weltkriegs in den katholischen Wallfahrtsort Altötting, um der zunehmenden Gefahr durch Bombenangriffe in München zu entgehen. Sein Vater verbrachte einen Teil der Kriegsjahre in Wien. Nach der Rückkehr des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft nach München bezog die Familie 1951 wieder ein gemeinsames Zuhause in der Stadt. 1957 erfolgte erneut ein Umzug Polts mit seiner Mutter innerhalb Münchens in die Maxvorstadt. Auf das Abitur folgten das Studium der Politikwissenschaft an der Hochschule für Politik München, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität München und das Studium von Skandinavistik und Altgermanisch von 1962 bis 1968 in Göteborg.

Nach seiner Rückkehr nach München arbeitete Polt als Übersetzer, Lehrer und Dolmetscher. Heute lebt Polt in Neuhaus (Gemeinde Schliersee). Er ist seit 1971 verheiratet und hat einen Sohn.

Polt begann seine Karriere mit einer Hörspielproduktion des Hessischen Rundfunks, Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau. Darin spielte er die Rollen von mehr als 30 verschiedenen Personen, die durch Maßnahmen der Stadtsanierung aus ihrer angestammten Umgebung, der Münchner Amalienstraße, vertrieben werden. Seinen ersten Bühnenauftritt hatte Polt 1975 mit dem kabarettistischen Programm der Kleinen Nachtrevue in der Münchner Kleinen Freiheit. Es folgten große Publikumserfolge an den Münchner Kammerspielen (u. a. Diridari und Tschurangrati), die er mit Co-Autor und

Regisseur Hanns Christian Müller realisierte und in denen u. a. auch Dieter Hildebrandt, Otto Grünmandl und Gisela Schneeberger mitwirkten.

Einem größeren Publikum wurde Polt durch seine zwölfteilige Sketchreihe Fast wia im richtigen Leben bekannt. Seine Partnerin in diesen vom Bayerischen Rundfunk produzierten und 1979 erstmals ausgestrahlten Sendungen war Gisela Schneeberger. Es folgten (ebenfalls in Zusammenarbeit mit Hanns-Christian Müller) Kinofilme wie Kehraus, Man spricht deutsh und Germanikus.

1979 wurde ein Manuskript Polts für die Sendung Einwürfe aus der Kulisse von Redakteuren des ZDF um einige kritische Stellen über Friedrich Zimmermann („Old Schwurhand“) gekürzt. Polt revanchierte sich ein Jahr später bei der Verleihung des Deutschen Kleinkunstpreises, die vom ZDF übertragen wurde. Da ihm erneut verboten worden war, Zimmermann zu erwähnen, füllte er die ihm als Preisträger für eine Rede eingeräumten 10 Minuten damit, dass er schwieg und lediglich sporadisch darauf hinwies, wie viele Minuten seiner Redezeit bereits vergangen waren. Ebenfalls 1980 trat er als Gast in der ersten Folge des Scheibenwischer auf und nahm dort erneut Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem ZDF. Er sprach über Satire im Fernsehen und zitierte den Programmdirektor mit der Aussage, „die Satire soll die Wirklichkeit nicht überzogen widerspiegeln“.

In seinen Rollen spielt Polt oft den engstirnigen und wenig reflektierenden Bürger, der mit großer Selbstverständlichkeit seine Meinung kundtut. Dabei bedient er sich auch gern bestimmter Klischees: die Intoleranz der Deutschen („Toleranz ist kein deutscher Begriff“), die deutsche Fremdenfeindlichkeit („der Asiate schmutzt nicht“). Aber auch Intellektuelle, Neureiche, Beamte oder Politiker werden von ihm pointiert dargestellt.

Viele seiner Bühnenauftritte absolvierte Polt zusammen mit der Biermösl Blosn.

1990 wirkte er zusammen mit der Biermösl Blosn an dem Toten-Hosen-Album Auf dem Kreuzzug ins Glück mit. Am Ende des Jahres 2005 tourte er mit den Toten Hosen und der Biermösl Blosn durch verschiedene Theater und Opernhäuser und spielte unter der Regie von Hanns Christian Müller das Programm Abvent. Anlässlich seines 70. Geburtstages zeigte das Literaturhaus München vom 2. März bis 15. Juli 2012 eine Ausstellung mit dem Titel ‚Braucht’s des?!‘ – Gerhard Polt zum 70sten (Kuratorin: Sandra Wiest). (Quelle: wikipedia)

Hier eines seiner Frühwerke, seine 3. Album (Vorwarnung: weitere Alben aus seiner Frühphase sind für die Präsentation hier in Vorbereitung), die Texte stammten damals noch von Gerhard Polt und dem Produzenten des Albums, Hanns-Christian Müller.

Gerhard Polts Art und Weise, die Politik, aber vor allem auch die Gesellschaft genau unter die Lupe zu nehmen, ist legendär. Und auch die bayerische Lebensart gerät dabei in seine Schusslinie….(Quelle: Ein amazon Kunde)

Sein Humor ist bissig, sarkastisch … also angemessen für die damalige und heutige Zeit …

Gerhard Polt (mit Gisela Schneeberger) in der TV-Serie „Fast wia im richtigen Leben“ (1979)

Besetzung:
Gerhard Polt (Sprecher)
+
Weitere Sprecher:
Brigitte Bauer, Marina Schober, Rainer Carben, Uschi Mateijka, Uschi Wicher
+
Beteiligte Musiker:
Evert Van Der Waal, Jockel Jacobs, Reiner Borchert, Robby Heibl

BackCover1

Titel:
01. Net vui  1.16
02. Der Suizid  1.01
03. Ein Hundebesitzer 3.33
04- Der neue Schnitt 2.07
05. Weihnachten oder so…  1.35
06. Leberkäs‘ Hawaii 3.55
07. Hindemith 1.17
08. Eine Bestellung 0.38
09. Die Ordnungskraft 3.19
10. Noch eine Bestellung 1.49
11. Achmed kommt und geht 2.16
12. Ein Airportgespräch 1.55
13. Die Adoption 0.49
14. Der Softbiss 2.24
15. Karnevalisten 0.39
16. Die Bunkerführung  5.56
17. Wahrsagekugeln 0.18
18. Touristikinformation 2.14
19. Eine Entdeckung 0.55
20. Der Pazifist 2.53
21.  Die Weihnachtsgratifikation 0.33
22. Campingfreuden 0.45
23. PS-Rock 2.42

Texte und Musik: Gerhard Polt + Hanns-Christian Müller

Label

*
**

Klaus Doldinger – Das Boot (Die Original Filmmusik- Directure´s Cut) (1981 + 1998)

FrontCover1Selten war man sich wohl so einig über einen Film wie diesem Meisterwerk von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1981 (okay, es gab auch kritische Stimmen, aber die waren eindeutig in der Minderheit).

Die Geschichte dieses Films ist hinlänglich bekannt:

Das Boot ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lothar-Günther Buchheim unter der Regie von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1981. Der Film spielt im Zweiten Weltkrieg Anfang der 1940er Jahre und schildert die Erlebnisse der Besatzung eines deutschen U-Boots auf Feindfahrt während des U-Boot-Kriegs der Atlantikschlacht.

Es existieren eine ursprüngliche Kinoversion, ein Director’s Cut von 1997, sowie zwei verschiedene mehrteilige Fernseh-Fassungen. Spieldauer und filmischer Charakter der Fassungen unterscheiden sich teilweise erheblich voneinander. „Das Boot“ war für den deutschen Film – auch nach heutigen Maßstäben – mit 32 Millionen DM eine sehr aufwendige und teure Produktion. Unter anderem wurde, neben mehreren anderen Modellen unterschiedlicher Größe, der gesamte Innenraum eines historischen deutschen U-Boots der Klasse VII detailgetreu nachgebaut. Der Film hatte großen internationalen Erfolg und war einer der Grundsteine für den späteren Wechsel von Regisseur Petersen nach Hollywood. Er war für sechs Oscars nominiert und erhielt einen Golden Globe, einen BAFTA-Award sowie zahlreiche deutsche Filmpreise. Für viele der Schauspieler bedeutete der Film einen Karriereschub bzw. den Durchbruch im Filmgeschäft.

Im Internet finden sich dann natürlich eine Vielzahl von weiteren Informationen zu diesem Film.

DasBoot01

Viele der Schauspieler schafften durch diesen Film den Durchbruch im Filmgeschäft. So waren Heinz Hoenig, Uwe Ochsenknecht, Jan Fedder, Martin Semmelrogge, Claude-Oliver Rudolph, Ralf Richter, Oliver Stritzel, Klaus Wennemann und Herbert Grönemeyer bis dahin vorwiegend Theaterschauspieler. Otto Sander und Jürgen Prochnow waren schon länger auch im Filmgeschäft bekannt. Einzig Hubertus Bengsch bekam keine großen Rollen mehr. Er ist aber einer der meistbeschäftigten deutschen Synchronsprecher, unter anderem als Standardsprecher von Richard Gere. (Quelle: wikipedia)

Filmszene mit Herbert Grönemeyer, Rita Cadillac und Martin Semmelrogge

Und der Soundtrack von Klaus Doldinger hatte am großen Erfolg des Films sicherlich auch das seinige beigetragen.

Ausnahmsweise mal eine Besprechung des Soundtracks auf englisch … geschrieben von dem US-Kritiker Thom Jurek:

It was a good thing Klaus Doldinger was offered this opportunity: to write a score for a German film utilizing all the various forms of his musical training. His groundbreaking jazz-rock fusion band Passport had become mired in the muck of schlocky feel-good instrumentals that didn’t even register with his most ardent fans anymore, and he had lost his music direction. Enter director Wolfgang Peterson who was a Doldinger fan and recruited him to write a score for his WWII epoch about the war in the ocean. Doldinger apparently felt it was a gift from the heavens because he put everything he’d forgotten into creating a soundtrack that was every bit as fine a piece of work as the film it accompanied. Utilizing a few key players, such as Herbert Gronemeyer, Klaus Wennermann, and Jurgen Prochnow, old mates from the fuzak days, Doldinger fashioned a score that felt more like a symphony than a soundtrack. In his episodic moments where merely incidental music was called for, Doldinger composed mini-epochs of motion and emotion. His subtle yet profound use of synthesizers as well as a symphony orchestra and the classical guitar created an atmosphere that made the footage under the sea tense and suffocating, full of the kind of adrenaline-pumping wonder Peterson’s narrative called for. In the more driven parts of the score where battle is to be engaged, Doldinger offers simultaneous portraits of horror and grandeur as his strings become the pulse of approaching death and his horns and synths become the courageous, fearless, steely eyed gaze into its face. There are no moments of filler on this soundtrack, made longer by the fact that it now accompanies Peterson’s director’s cut issued in 1998. Make no mistake, Das Boot is high cinematic art, but Doldinger’s score, while it is inseparable from the film’s narrative, is a stunning and moving work of art on its own.

So isses … unglaublich auf was für ein Lebenswerk dieser Doldinger zurückblicken kann !

Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, dass die Titel 25-30 mit Geräuschen und Dialogen versehen sind. Und aufgenommen wurde alles in den Doldinger eigenen Soundport Studio, Icking bei München.

Bei der Premiere des Director´s Cut von "Das Boot" : Dr. Dieter Frank / Ortwin Freyermuth / Hannes Nikel / Jost Vacano / Wolfgang Petersen / Martin Semmelrogge / Erwin Lederer / Uwe Ochsenknecht / Klaus Doldinger

Besetzung:
Freddie Brocksieper (drums)
Curt Cress (drums, percussion)
Klaus Doldinger (alle Instrumente)
Michael Goltz (guitar)
Gabor Kristof (trumpet, flugelhorn)
+
Rita Cadillac (vocals bei 22.)
Rina Ketty (vocals bei
+
Bavarian Brass und Strings

Booklet (Director´s Cut)1

Titel:
01. Anfang 1.06
02. Titel 3.45
03. Appell 0.52
04. U 96 2.32
05. Auslaufen 1.12
06. Erinnerung 2.31
07 . Konvoi 4.18
08. Angriff 2.09
09. Inferno 0.52
10. Heimkehr 2.30
11. Bedrohung 2.34
12. Erinnerung 1.18
13. Gibraltar 4.21
14. Warten 1.10
15. Absinken 1.36
16. Auf Grund 1.16
17. Eingeschlossen 2.23
18. Rettung 2.13
19. Rückzug 1.39
20. Ende 3.23
21. Muss i denn (Traditional) 1.25
22. Mon Gars (Doldinger/Briffaut) 2.33
23. Schwarze Augen (Traditional) 2.35
24. Das Boot (Single-Version) 3.16
25. Konvoi 4.28
26. Angriff 3.41
27. Gibraltar 4.21
28. Absinken/ Eingeschlossen 2.55
29. Rettung  3.03
30. Rückzug/ Heimkehr 2.12

Musik (außer angegeben): Klaus Doldinger

LabelB1.jpg

*
**

SingleDasBoot

Die Single „Das Boot“ + „Heimkehr der U 96“

Peter Ludwig – Unverkäuflich (1981)

FrontCover1Vermutlich ist dies eine ziemliche rare LP, vermutlich kennt diesen Mann kaum einer außerhalb des Großraum Münchens, aber dennoch: den Schwabinger Kunstpreis (1987) hat er schon erhalten (und das ist wahrlich nicht die einzige Auszeichnung gewesen; ansonsten gabe es dann noch einen Preise der Deutsche Phonoakademie, Kulturpreis der Stadt München sowie den Kulturpreis der Stadt Rosenheim)

Hier mal Auszüge aus der Laudation anläßlich der Verleihung des Schwabiner Kulturkreises:

Er ist ein Multitalent. Was er anfasst, wird zu schönem Klang. Zu ungewöhnlichem dazu. Und nicht zuletzt haben alle seine Unternehmungen großen Charme. Peter Ludwig ist Pianist, Komponist, Arrangeur – er liebt und lebt Tango, Filmmusik, Chanson und in all dem die blitzende Pointe von Tönen, die stets ein bisschen eleganter, zarter, luftiger kommen als erwartet. Ein Mann der Töne – aber auch ein Mann der Worte. Denn zum einen schreibt er selbst ungemein geschliffene Texte, und zum anderen gehört er zu den besonders sensiblen Vertonern von Texten anderer. Er lebt in Wasserburg, einer Stadt, zu der er liebevolle Bekenntnisse zum Besten gab. Und München, zumal die traditionsreichen Schwabinger Brettln, ist für den geistvollen Tastenlöwen stets ein Prüfstein, wenn er auftritt.

Im oberbayerischen Brannenburg wuchs er auf, ging in Salzburg ins Internat, brachte sich Klavier und Gitarre selbst bei, legte später eine Ausbildung am Konservatorium in München und an der Musikhochschule Detmold nach. Für erstes Aufhorchen sorgte er als feinsinniger Liedermacher zusammen mit der Cellistin Anja Lechner Anfang der 80er-Jahre; die beiden erhielten auch den Preis der Deutschen Phono-Akademie. Mit Anja Lechner wandte sich Ludwig in der Folgezeit einer musikalischen Liebe zu, die er später mit anderen Partnern fortsetzte: dem Tango. Hinreißend leichtfüßige Kompositionen schrieb er für Projekte wie Tango mortale, Trio obscur und Tango à troi. Das Niveauvoll-Schrille pflegt er seit Jahren mit der Stimmartistin Salome Kammer: Unter dem Titel Chanson Bizarre hauchen die beiden schon mal der Prosa aus Beipackzetteln und Gebrauchsanweisungen funkelndes Leben ein. Weiteres Duo-Highlight: jenes mit der Schauspielerin Krista Posch, deren Texte Ludwig mit geschmeidiger Musik umgibt.

Ob im Ensemble, mit singender oder spielender Partnerin oder solo am Klavier: Peter Ludwig ist ein leiser Poet des Besonderen. Und ein besonderer Poet des Leisen.“ (Roland Spiegel)

Und beim Hören dieses Debütalbums fragt man sich schon, warum dieses Album damals keinen nennenswerten Erfolg erzielen konnte. Wir hatten ja gerade die Phase, in der Liedermacher wie Konstantin Wecker für Furore sorgten und keine Fragen: Genau in dieser Preisklasse ist auch Peter Ludwig ansiedeln … aber so ist das halt mal im Leben.

Also: hier können wir ihn neu entdecken, gemeinsam mit der musikalisch aufregenden Cellistin Anja Lechner … es ist ja nie zu spät … Schade eigentlich nur, dass man bei diesem Album keine weiteren zusätzliche Informationen erhalten hat (außer den Texten …).

Aber: Textlich war ein großartiger Querdenker (davon kann unser Land nicht genug haben!) und musikalisch ein famoser Jongleur …

Und auch heute noch ist dieser Peter Ludwig aktiv; allerdings ist seine Liedermacher-Zeit sehr stark in den Hintergrund getreten, in all den Jahren nach 1981 musizierte er u.a. mit  Mulo Francel und D.D. Lowka (Quadro Nuevo), Sissy Schmidhuber, Iris Berben, Hanna Schygulla  … heute brilliert er als superber Jazzmusiker und seine Auftritt mit Sarah Kober und mit dem „Tango a trois“ sind schlicht und ergreifend sensationell !

BackCover1

Besetzung:
Anja Lechner (cello)
Peter Ludwig (piano, vocals)
+
diverse weitere Instrumente gespielt von einer Handvoll unbekannter Studiomusiker

Booklet1

Titel:
01. Kieselsteine 4.15
02. Der Blickaustausch 1.37
03. Der Wurm im Turm 3.54
04. Baccomelli
05. Der Dompteur
06. Der Henker
07. Ballon
08. Lauf, bevor sie Dich kriegen
09. Spann´den Bogen
10. Ich möcht´ eine Frau sein
11. Die Freiheit
12. Mutter
13. Aus, es ist zu Ende

Texte und Musik: Peter Ludwig

LabelB1

 

*
**

Peter Luidwig

Peter Ludwig, 2014

Dieter-Thomas Heck – Es ist Mitternacht, John (1981)

FrontCover1.jpgIch fand ihn damals unsäglich … unerträglich … Und dennoch: als ich gestern von seinem Ableben erfahren habe … schluckte ich ein wenig:

Dieter Thomas Heck, eigentlich Carl-Dieter Heckscher (* 29. Dezember 1937 in Flensburg; † 23. August 2018), war ein deutscher Moderator, Schlagersänger, Schauspieler, Showmaster, Produzent und Entertainer.

Heck wurde in Flensburg geboren, wo seine Eltern im Stadtteil Mürwik in der Tirpitzstraße 109 wohnten. Hecks Vater Nils Heckscher war ein außerehelicher Sohn des Carl Gustav zu Ysenburg und Büdingen (1875–1941). Als Heck vier bis sechs Wochen alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Hamburg, da sein Vater als Verkaufsleiter einer Limonaden-Firma dorthin versetzt worden war. Daher wuchs Dieter Thomas Heck in der Hansestadt auf. Als er im Oktober 2012 auf seine Geburtsstadt Flensburg angesprochen wurde, äußerte er sich:

„Gelebt habe ich hier nicht. Ich bin später einmal im Deutschen Haus aufgetreten und bei der Eröffnung des Ladens Kloppenburg.“ (Dieter Thomas Heck: Interview mit der shz.de am 7. Oktober 2012)

Heck01

Der Heck im Jahre 1966

Im Alter von fünf Jahren wurde er bei einem nächtlichen Bombenangriff in Hamburg unter einer Kellertreppe verschüttet. Wegen dieses Traumas begann Heck nach seiner Rettung zu stottern, was er mit einer Gesangsausbildung wieder ablegte. Diese führte auch zu seiner Fähigkeit als Schnellsprecher. Nach Abschluss der Mittelschule und einer technischen Oberschule absolvierte er eine Ausbildung zum Technischen Kaufmann bei der Hamburger Borgward-Generalvertretung und war dort anschließend noch einige Zeit als Automobilverkäufer tätig, verließ das Unternehmen aber noch vor dem Konkurs der Borgward-Gruppe.

Single3.jpg

Die erste Single, 1959

Unter dem Namen „Dieter Heckscher“ trat er 1959 in Peter Frankenfelds Talentshow toi, toi, toi als Sänger mit dem Peter-Alexander-Titel Ein bisschen mehr in der Harburger Friedrich-Ebert-Halle auf und sang 1961 in der Vorentscheidung des Grand Prix Eurovision de la Chanson, dem heutigen Eurovision Song Contest. Um seine Gesangskarriere zu forcieren, wechselte er für 400 DM Monatsgehalt zu einem Plattenverlag. Bei einem Besuch des Südwestfunks in Baden-Baden am 26. November 1963 bat ihn Herbert Falk, der Abteilungsleiter Rundfunk, gleich im Studio als fiktiver Gast ein Interview zu geben, da der eigentliche Gast ausgefallen sei. Der Moderator stellte dabei derart ungeschickte Fragen, dass Heck das Gespräch selbst in die Hand nahm und daraufhin von Falk ein Angebot für eine Radiosendung erhielt. Fortan ging Heck jeden Samstag für 90 Minuten auf Sendung.

CDUWerbeplakat1972Im Frühjahr 1964 rief Camillo Felgen mit der Bitte um eine Urlaubsvertretung beim Südwestfunk an. Der Urlaubsvertretung folgte dann von Februar 1965 bis zum September 1966 eine Zeit bei Radio Luxemburg. Dort war es üblich, sich beim Vornamen zu nennen. Weil es aber schon einen Charly und einen Dieter gab, kam Heck auf die Idee, für sich einen neuen Namen suchen zu lassen. Hierzu startete die Jugendzeitschrift Bravo einen Aufruf unter der Überschrift: „Diskjockey ohne Namen“. Die Leser fanden den Namen Thomas am passendsten, woraufhin sich der heute bekannte Name Dieter Thomas Heck ergab, wobei Thomas zunächst noch in Anführungszeichen gesetzt war, diese aber sehr bald entfielen. Bei Radio Luxemburg arbeitete er mit Frank Elstner zusammen, mit dem er bis ans Lebensende freundschaftlich verbunden war.

Die Zeit bei RTL endete rasch, da es den Moderatoren sowohl verboten war, eigene Platten zu spielen, als auch eigene Werbeverträge einzugehen. Es folgte das Engagement bei der Europawelle Saar des Saarländischen Rundfunks. Heck forcierte dort den deutschen Schlager, ein unter den meisten Moderatoren unbeliebtes Segment. Seine Sendung Die deutsche Schlagerparade geriet dabei überaus erfolgreich, woraufhin mehrere Schlager-Schallplatten mit seinen Moderationen erschienen. Zusammen mit seinem Chef erfand Heck überdies 1967 die Goldene Europa, einen Preis, der die deutschen Sänger würdigte.

Heck02.jpg

Dem Rundfunk- und Fernsehregisseur des Saarländischen Rundfunks Truck Branss sagte die Musik, welche Die deutsche Schlagerparade spielte, nicht zu. Ihn beeindruckten aber die zwei Millionen Zuhörer. Deswegen bot er Heck eine Fernsehsendung an. Die beiden ersannen ein Konzept und schickten es dem Saarländischen Rundfunk. Dieser hatte an einer Fernsehsendung aber kein Interesse, während der ZDF-Unterhaltungschef zusagte. Daraufhin präsentierte Heck von 1969 bis 1984 insgesamt 183 Mal (ohne Sonderausgaben) die ZDF-Hitparade. Nach anfänglicher Kritik der Medien etablierte sich die ZDF-Hitparade schnell zu einer der wichtigsten Musiksendungen der 1970er und 1980er Jahre.

Heck moderierte für das ZDF auch 4 gegen 4 (1971–1973), Die Pyramide (1979–1994), Schwarz auf Weiß, Ihr Einsatz bitte – Made in Germany (1987–1988), das Wunschkonzert Musik liegt in der Luft (1991–1998), Das ist ihr Leben (1994–1996), Das große Los (1996–2000), Showpalast (1999–2000), Das Sommer-Hitfestival (1999–2007, ab 2002 Das ZDF-Sommerhitfestival), Das Silvester-Hitfestival (einmalig 2001) sowie auch die Melodien für Millionen (1985–2007) und die Gala für die Deutsche Krebshilfe.

Heck03

Dieter Thomas Heck 1967 als Hörfunkmoderator bei Radio RTL

Das ZDF ehrte ihn am 19. Dezember 2007 mit einer Überraschungsshow unter dem Motto „Danke, Dieter Thomas Heck!“ zu seinem 70. Geburtstag, moderiert live aus Berlin von Johannes B. Kerner. Dabei waren viele Künstler, die bei Heck in der ZDF-Hitparade aufgetreten waren, unter anderem Costa Cordalis, Bernd Clüver, Udo Jürgens, Paola und Rolf Zuckowski.

Im Zuge der Programmreform kündigte das ZDF an, Hecks Unterhaltungs- und Benefiz-Sendungen (Das Sommerhitfestival, Melodien für Millionen) einzustellen. Der Ende 2007 auslaufende Vertrag mit Heck wurde nicht verlängert. Am 18. November 2007 gab der Moderator nach 38 Jahren und genau 11 Monaten seinen Rücktritt von der Bühne bekannt und verabschiedete sich von seinem Publikum.

Heck04.jpg

Heck war Moderator von Hundert,6, einem der ersten beiden privaten Hörfunksender in Berlin. Der von 1981 bis 2007 vergebene Preis Goldene Stimmgabel wurde von ihm initiiert.
Dieter Thomas Heck im Jahr 1972 auf einem Ankündigungsplakat für eine Musikveranstaltung der CDU in Ravensburg

1970 spielte Heck den Showmaster im vielbeachteten Fernsehspiel Das Millionenspiel. Als Schauspieler trat er in Gastrollen in Fernsehkrimiserien wie z. B. Tatort und Die Rosenheim-Cops oder in der Vorabendserie Praxis Bülowbogen auf.

Er moderierte 1982 bis 1989 beim SWF die Sendungen Gute Laune aus Südwest und Vom Telefon zum Mikrofon sowie beim BR 13 Jahre die Sendung Fröhliches Wochenende. Er war erster Schirmherr des Aktions- und Gedenktages „Tag des Deutschen Schlagers“ (2009).

Heck05

Heck war bekennender CDU-Anhänger und nahm für seine Partei oft aktiv an Wahlkampfveranstaltungen teil. Er engagierte sich für den Tierschutz, und war Mitglied im Verein Deutsche Sprache.

Privat sammelte er Oldtimer der Marke Borgward, für die er selbst als Verkäufer gearbeitet hatte, und war Ehrenmitglied einer Interessengemeinschaft für Borgward-Autos.

Dieter Thomas Heck ließ sich 1974 von seiner ersten Frau Edda Heckscher († 2000) scheiden. Aus dieser Ehe stammen zwei Söhne. 1976 heiratete Heck Ragnhild Möller. Das Paar hatte eine Tochter. Bis 2009 lebte Heck, insgesamt 23 Jahre lang, in Schloss Aubach in Lauf in Baden-Württemberg. Danach hatte er seine Wohnsitze in der Schweiz und in Águilas (Spanien). Heck litt an einer chronischen Lungenerkrankung; er starb am 23. August 2018 im Alter von 80 Jahren. (Quelle: wikipedia)

Heck07

ASngesichts seiner traumatischen Kindheitserlebnissen erspare ich mir jetzt ein paar Späßchen … aber natürlich war er ein recht schräger Vogel in der deutschen Unterhaltungsindustire … und natürlich war er so ne Art Leuchtgturm für die leichte, seichte Unterhaltungsmusik …

Von daher passt diese schräge LP gut dazu und ich weiss nicht, wer auf diese Idee zu dieser LP gekommen ist:

Dieter-Thomas Heck „singt“ Grusel- und Geistlieder, dass es nur so kracht:

Hüllentext

Schaurig, schaurig … kann ich da nur sagen. Und es gibt – man glaubt es kaum – Leute, die finden dieses Album so richtig Klasse:

Ich finde,man hört das Heck Spaß dran hatte,diese leicht morbid-gruseligen Texte einzusingen bzw.sprechen.Vor allem das Titelstück mit seinen Big-Ben Glockenschlägen versetzt einen direkt ins nebelige schwarz-weiss London der Edgar Wallace Filme.Die Platte ist zudem sehr gut produziert und klingt ausgezeichnet..Fazit: Meine Empfehlung für jeden,der einen etwas morbiden Humor hat,für Edgar Wallace Seher und für Freunde des etwas schrägeren Schlagers. (Mr.Bad Taste)

MC1.jpg

Dieter Thomas Heck … als tiefgründiger und eindrucksvoller Interpret. Besonders die Ballade „Es ist Mitternacht, John“ gibt soviel Wirklichkeit und Angstgefühl, ein hervorragender Background gesang untermalt die schaurige Geschichte von Dave Walten und John Robertson. Heck könnte auch heute noch gesanglich mehr geben, als diejenigen, die er im Fernsehen ansagt. Ein muß für Fans der deutschen Musik. (Ein amazon Kunde)

Ganz so euphorisch bin ich nun wahrlich nicht … Aber in die Skurillitäten-Kiste gehören diese Aufnahmen allemal !

Singles

Besetzung:
Dieter-Thomas Heck (vocals)
+

eine kleine Schar unbekannter Studiomusiker

Booklet

Titel:
01. Es ist Mitternacht, John… (Pacemaker) 3.52
02. Phantom 4 (Munzberger/Müller-Franz) 3.46
03. Henkersmahlzeit (Munzberger/Rittersporn) 3.31
04. Alcatraz (Müller-Franz) 4.51
05. Das weiße Haus (Pacemaker) 3.12
06. Die Fahrt der „Queen Anne“ (Müller-Franz) 5.48
07. Engel im Parka (Pacemaker) 4.19
08. Die Zeitung (Müller-Franz) 3.58
09. Madame Tussaud (Müller-Franz/Rittersporn) 5.41

LabelB1.jpg

*
**

Heck06

Dieter Thomas Heck
 (* 29. Dezember 1937  – † 23. August 2018)

Ulkig der Ansager: Jürgen von der Lippe:

Udo Lindenberg – Rock `n`Roll und Rebellion – Ein panisches Panorama (1981)

Es mag ja sein, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal ne rechte Labertasche war.

Aber genauso richtig ist, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal wichtige, wesentliche und richtige Statements zum Zustand unseres Landes gab.

So auch auf dieser EP, die als Beilage zu dem wirklich großartigem gleichnamigen Lindenberg Buch aus dem ambitioniertem Syndikat Verlag, Frankfurt, erschien.

Und darum geht es in dem Buch:

Wer die Geschichte des Rock’n’Roll erzählen will und es unterlässt, die Revolten der Jugend zu beschreiben, die Rock’n’Roll erst zu ihrer Musik machten, der verfälscht die Geschichte. (Günter Amendt)
Man ist wieder dabei, diese Zeit zu verfälschen, aber keine Panik: Wir haben ja Udo Lindenberg, der Anfang der 80er Jahre mit dem Syndikat Verlag ein Panorama der fünfziger und sechziger Jahre entwickelte, das in der Zuordnung seiner Texte zu eindrucksvollen Bildbeispielen die Panik deutlich machte, die die Adenauersche Spießergesellschaft ergriff, als die aus Amerika kommende Musik Bill Haleys, Elvis Presleys oder Mick Jaggers die deutsche Jugend in Ekstase versetzte. Diese Chronik einer Revolte liegt jetzt wieder vor mit einer Laudatio auf den homo panicus als solchen von Bazon Brock. (Werbetext)

Beispielseite

Und getreu dem Hinweis von Günter Amendt können wir hier 4 Lieder des politischen Udo Lindenbergs hören, leider wieder hochaktuelle Lieder (nicht nur Wozu sind Kriege da ?“)

Dass der Udo Lindenberg so seine ganz eigene Sprache entwickelte ict bekannt und auch hier finden wir viele seiner knackig-schnoddrigen Formulierungen und ja, ich mag diese direkt-unverblümte auf-den-Punkt kommende Kommentierung, gerade wenn es um all die widerwärtigen Themen geht, die einen schon ganz schön deprimieren können.

Also: schon fast eine Pflichtscheibe, die eine Sammlung von wesentlichen Beiträge des Udo Lindenberg enthalten.

Beispielseite2

Besetzung:
Udo Lindenberg (vocals, piano)
+
Das Panikorchester
+
Pascal Kravetz (vocals bei 02.)

BackCover1
Titel:
01. Grande Finale (Lindenberg/King) 5.13
02. Wozu sind Kriege da? (Lindenberg) 3.55
03. Big Brother’s Töchter (Lindenberg/Dostal) 3.22
04. No Future? (Lindenberg) 3.55

LabelA1.jpg

 

*
**

Rainhard Fendrich – Und alles is ganz anders wordn´n (1981)

FrontCover1Rainhard Jürgen Fendrich (* 27. Februar 1955 in Wien) ist ein österreichischer Liedermacher, Moderator und Schauspieler. Er zählt zu den erfolgreichsten Vertretern des Austropop und prägte dieses Genre entscheidend.

Rainhard Fendrich verbrachte seine Schulzeit in einem katholischen Internat. Er fand sich nach eigenen Angaben als Kind „dicklich“ und wenig attraktiv. Als er mit 15 eine Gitarre bekam, brachte er sich selbst die Griffe bei und begann auch zu texten. Damalige frustrierende Erfahrungen mit Mädchen finden ihren Ausdruck später, beispielsweise in Cyrano (1991) oder Frieda (2001). Ein Jura-Studium brach er ab, um mit verschiedenen Jobs Schauspiel- und Gesangsunterricht zu finanzieren.

Fendrich trat ab 1980 am Theater an der Wien auf (in Die Gräfin vom Naschmarkt), und gab dort 1982 den Judas im Erfolgsmusical Jesus Christ Superstar. 1980 war er auch von Hans Gratzer für eine Aufführungsserie des Hamlet im Schauspielhaus verpflichtet worden, hatte einen seiner ersten Fernsehauftritte als Sänger in der ORF-Sendung Wir-extra zugunsten von Kindern in der dritten Welt und bekam den ersten Plattenvertrag.

In Tritsch Tratsch folgte 1981 ein weiterer Auftritt mit dem Lied Zweierbeziehung (eines Mannes mit seinem Auto). Das Debütalbum Ich wollte nie einer von denen sein erschien im Mai desselben Jahres, konnte aber zunächst keine hohen Verkaufszahlen erzielen.

Fendrich1980Monate später, im August 1981, landete er mit Strada del sole (in ähnlichem Stil, über eine „Urlaubs-Beziehungskiste“) den österreichischen Sommerhit des Jahres. Insgesamt verkaufte sich die Single 99.000 Mal in Österreich, was dem heutigen Status von 3-fach Platin entsprechen würde. Ebenso erfolgreich war das zweite Album Und alles ist ganz anders word’n. Mit Schickeria und Oben Ohne folgten 1982 die nächsten Nummer-Eins-Hits. Zu dieser Zeit wurde Fendrich bereits als Shooting-Star des Austropop gefeiert. (Quelle: wikipedia)

Hier nun sein 2. Album:
„Das zweite Werk von Fendrich nach seinem heterogenen Einsteiger „Ich wollte nie…“ ist z.T. ein erster Schritt in den heutigen Fendrich, aber doch auch ganz anders als das, was er heute macht. Sie ist zweigeteilt (auf der Original-Vinyl waren das A und B-Seite). Zunächst kommen einige der schmissigeren, witzig-ironischen Lieder, von denen keines ein Hit wurde. Aber sie sind der witzige Fendrich in Bestform (mit Ausnahme des fürchterlichen Absturzes „Polyäthylen“). Das ist kein Musik-Kabarett und Gruppen wie EAV haben bissigere, bessere Ironie geschrieben, aber es ist sehr gut!  „Strada del Sole“, diese geniale, locker-luftig klingende Ironie auf Italophilismus wurde dann Fendrichs erster großer Hit.
Die zweite Seite ist was ganz anderes. Es sind sehr (!) melancholische, ruhige Lieder, meist im Wechsel zwischen Sprechgesang und Melodieanteil vorgetrage, ganz sparsam instrumentiert. Fendrich ist hier noch nicht der Liedermacher oder gar Popsänger späterer Jahre, sondern ein österreichischer Chansonier. Wie man es von ihm kennt, sind seine Texte nicht von höchstem Niveau und haben immer einen Schuss Naivität, aber sie sind sehr dicht, sehr emotional und sehr gut vorgetragen.
Wegen des Überhangs der melancholischen Lieder im ganzen eher eine CD für Freunde des Chansons in seiner modernen alpenländischen Form.

Booklet01A

Besetzung:
Tommy Böröcz (drums)
Gerhard Breyer (background vocals, typewriter)
Ernst Chwatal (strings)
Gottfried Ettl (effects)
Rainhard Fendrich (vocals, guitar, effects)
Erwin Kienast (keyboards, strings)
Mischa Kraus (bass)
Martin Kunz (guitar)
Anja Lechner (cello)
Peter Ludwig (piano)
Peter J. Müller (harmonica)
Alexander Munkas (drums, percussion)
Herbert Novacek (bass)
Andi Steirer (percussion)
Ina Wolf (background vocals)

BackCover1

Titel:
01. Razzia (Fendrich) 4.17
02. Schickeria (Fendrich) 3.36
03. Bodybuilder (Fendrich) 3.00
04. Strada Del Sole (Fendrich) 3.16
05. Polyäthylen (Fendrich/Breyer/Prokopetz) 3.46
06. Und alles is ganz anders word’n (Fendridch) 5.10
07. Sonnenuntergänge (Fendrich) 4.51
08. Ich hasse deine Liebe (Fendrich) 4.15
09. Deine Mutter (Fendrich) 3.59
10. Lass di falln (Fendrich) 3.53
11. Liebeslied (Fendrich) 2.47
12. Wien (Fendrich/Ludwig) 4.00

LabelB1.JPG

*
**