Udo Lindenberg – Rock `n`Roll und Rebellion – Ein panisches Panorama (1981)

Es mag ja sein, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal ne rechte Labertasche war.

Aber genauso richtig ist, dass der Udo Lindenberg mehr als einmal wichtige, wesentliche und richtige Statements zum Zustand unseres Landes gab.

So auch auf dieser EP, die als Beilage zu dem wirklich großartigem gleichnamigen Lindenberg Buch aus dem ambitioniertem Syndikat Verlag, Frankfurt, erschien.

Und darum geht es in dem Buch:

Wer die Geschichte des Rock’n’Roll erzählen will und es unterlässt, die Revolten der Jugend zu beschreiben, die Rock’n’Roll erst zu ihrer Musik machten, der verfälscht die Geschichte. (Günter Amendt)
Man ist wieder dabei, diese Zeit zu verfälschen, aber keine Panik: Wir haben ja Udo Lindenberg, der Anfang der 80er Jahre mit dem Syndikat Verlag ein Panorama der fünfziger und sechziger Jahre entwickelte, das in der Zuordnung seiner Texte zu eindrucksvollen Bildbeispielen die Panik deutlich machte, die die Adenauersche Spießergesellschaft ergriff, als die aus Amerika kommende Musik Bill Haleys, Elvis Presleys oder Mick Jaggers die deutsche Jugend in Ekstase versetzte. Diese Chronik einer Revolte liegt jetzt wieder vor mit einer Laudatio auf den homo panicus als solchen von Bazon Brock. (Werbetext)

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Und getreu dem Hinweis von Günter Amendt können wir hier 4 Lieder des politischen Udo Lindenbergs hören, leider wieder hochaktuelle Lieder (nicht nur Wozu sind Kriege da ?“)

Dass der Udo Lindenberg so seine ganz eigene Sprache entwickelte ict bekannt und auch hier finden wir viele seiner knackig-schnoddrigen Formulierungen und ja, ich mag diese direkt-unverblümte auf-den-Punkt kommende Kommentierung, gerade wenn es um all die widerwärtigen Themen geht, die einen schon ganz schön deprimieren können.

Also: schon fast eine Pflichtscheibe, die eine Sammlung von wesentlichen Beiträge des Udo Lindenberg enthalten.

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Besetzung:
Udo Lindenberg (vocals, piano)
+
Das Panikorchester
+
Pascal Kravetz (vocals bei 02.)

BackCover1
Titel:
01. Grande Finale (Lindenberg/King) 5.13
02. Wozu sind Kriege da? (Lindenberg) 3.55
03. Big Brother’s Töchter (Lindenberg/Dostal) 3.22
04. No Future? (Lindenberg) 3.55

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Rainhard Fendrich – Und alles is ganz anders wordn´n (1981)

FrontCover1Rainhard Jürgen Fendrich (* 27. Februar 1955 in Wien) ist ein österreichischer Liedermacher, Moderator und Schauspieler. Er zählt zu den erfolgreichsten Vertretern des Austropop und prägte dieses Genre entscheidend.

Rainhard Fendrich verbrachte seine Schulzeit in einem katholischen Internat. Er fand sich nach eigenen Angaben als Kind „dicklich“ und wenig attraktiv. Als er mit 15 eine Gitarre bekam, brachte er sich selbst die Griffe bei und begann auch zu texten. Damalige frustrierende Erfahrungen mit Mädchen finden ihren Ausdruck später, beispielsweise in Cyrano (1991) oder Frieda (2001). Ein Jura-Studium brach er ab, um mit verschiedenen Jobs Schauspiel- und Gesangsunterricht zu finanzieren.

Fendrich trat ab 1980 am Theater an der Wien auf (in Die Gräfin vom Naschmarkt), und gab dort 1982 den Judas im Erfolgsmusical Jesus Christ Superstar. 1980 war er auch von Hans Gratzer für eine Aufführungsserie des Hamlet im Schauspielhaus verpflichtet worden, hatte einen seiner ersten Fernsehauftritte als Sänger in der ORF-Sendung Wir-extra zugunsten von Kindern in der dritten Welt und bekam den ersten Plattenvertrag.

In Tritsch Tratsch folgte 1981 ein weiterer Auftritt mit dem Lied Zweierbeziehung (eines Mannes mit seinem Auto). Das Debütalbum Ich wollte nie einer von denen sein erschien im Mai desselben Jahres, konnte aber zunächst keine hohen Verkaufszahlen erzielen.

Fendrich1980Monate später, im August 1981, landete er mit Strada del sole (in ähnlichem Stil, über eine „Urlaubs-Beziehungskiste“) den österreichischen Sommerhit des Jahres. Insgesamt verkaufte sich die Single 99.000 Mal in Österreich, was dem heutigen Status von 3-fach Platin entsprechen würde. Ebenso erfolgreich war das zweite Album Und alles ist ganz anders word’n. Mit Schickeria und Oben Ohne folgten 1982 die nächsten Nummer-Eins-Hits. Zu dieser Zeit wurde Fendrich bereits als Shooting-Star des Austropop gefeiert. (Quelle: wikipedia)

Hier nun sein 2. Album:
„Das zweite Werk von Fendrich nach seinem heterogenen Einsteiger „Ich wollte nie…“ ist z.T. ein erster Schritt in den heutigen Fendrich, aber doch auch ganz anders als das, was er heute macht. Sie ist zweigeteilt (auf der Original-Vinyl waren das A und B-Seite). Zunächst kommen einige der schmissigeren, witzig-ironischen Lieder, von denen keines ein Hit wurde. Aber sie sind der witzige Fendrich in Bestform (mit Ausnahme des fürchterlichen Absturzes „Polyäthylen“). Das ist kein Musik-Kabarett und Gruppen wie EAV haben bissigere, bessere Ironie geschrieben, aber es ist sehr gut!  „Strada del Sole“, diese geniale, locker-luftig klingende Ironie auf Italophilismus wurde dann Fendrichs erster großer Hit.
Die zweite Seite ist was ganz anderes. Es sind sehr (!) melancholische, ruhige Lieder, meist im Wechsel zwischen Sprechgesang und Melodieanteil vorgetrage, ganz sparsam instrumentiert. Fendrich ist hier noch nicht der Liedermacher oder gar Popsänger späterer Jahre, sondern ein österreichischer Chansonier. Wie man es von ihm kennt, sind seine Texte nicht von höchstem Niveau und haben immer einen Schuss Naivität, aber sie sind sehr dicht, sehr emotional und sehr gut vorgetragen.
Wegen des Überhangs der melancholischen Lieder im ganzen eher eine CD für Freunde des Chansons in seiner modernen alpenländischen Form.

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Besetzung:
Tommy Böröcz (drums)
Gerhard Breyer (background vocals, typewriter)
Ernst Chwatal (strings)
Gottfried Ettl (effects)
Rainhard Fendrich (vocals, guitar, effects)
Erwin Kienast (keyboards, strings)
Mischa Kraus (bass)
Martin Kunz (guitar)
Anja Lechner (cello)
Peter Ludwig (piano)
Peter J. Müller (harmonica)
Alexander Munkas (drums, percussion)
Herbert Novacek (bass)
Andi Steirer (percussion)
Ina Wolf (background vocals)

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Titel:
01. Razzia (Fendrich) 4.17
02. Schickeria (Fendrich) 3.36
03. Bodybuilder (Fendrich) 3.00
04. Strada Del Sole (Fendrich) 3.16
05. Polyäthylen (Fendrich/Breyer/Prokopetz) 3.46
06. Und alles is ganz anders word’n (Fendridch) 5.10
07. Sonnenuntergänge (Fendrich) 4.51
08. Ich hasse deine Liebe (Fendrich) 4.15
09. Deine Mutter (Fendrich) 3.59
10. Lass di falln (Fendrich) 3.53
11. Liebeslied (Fendrich) 2.47
12. Wien (Fendrich/Ludwig) 4.00

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Berluc – Hunderttausend Urgewalten (1981)

FrontCover1Für mich eine musikalisch wirklich interessante Rockand aus der DDR.

Berluc ist eine Rockband, die ihre großen Hits in der DDR hatte.

 

Berluc wurde 1974 gegründet. Der Bandname leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der Herkunftsstädte der Gründungsmitglieder Berlin und Luckenwalde ab. Die erste DDR-weite Aufmerksamkeit erlangten sie 1978 mit dem Lied Hallo Erde, hier ist Alpha, das einem Faible der Bandmitglieder für Science-Fiction-Literatur entsprang. Die Komposition stammt von Alexander Stehr, der Text von Sabine Heese. Siebenmal belegte der Titel Platz eins der Radio-DDR-Tip-Parade, in der Tip-Disko von Stimme der DDR war der Titel viermal auf Platz eins zu finden und in den DDR-Jahrescharts 1978 notierte das Lied auf Platz 7. 1979 erschien mit Reise zu den Sternen das Debütalbum beim DDR-Label Amiga, das als sehr hardrocklastig beschrieben wurde. Es folgte 1981 ein Album beim westdeutschen Label Teldec, das eine Zusammenstellung von Liedern des Debütalbums sowie weiterer Rundfunkaufnahmen enthielt, die zum Teil später auf der 1982er Amiga-LP Hunderttausend Urgewalten enthalten waren.

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Ihren nächsten Erfolg feierte Berluc 1983 mit dem Lied No Bomb, der als einer der ersten Metal-Hits der DDR bezeichnet wurde und Platz 1 der DDR-Jahreshitparade 1983 belegte.[3] Im April 1984 tourte die Gruppe durch die Sowjetunion und begleitete im Sommer das tschechoslowakische Auto-Rodeo durchs Land. Das Lied Die Erde lebt gelangte im selben Jahr auf Platz 4 der Jahreshitparade. Ihr bislang erfolgreichstes Album erschien 1985 unter dem Titel Rocker von der Küste, der Titel bezog sich auf ihre Wahlheimat Rostock. Ihre letzten Hits in der DDR-Hitparade hatte Berluc 1988 mit Ganz nah (Platz 5) und Nach Hause (Platz 6).

Nach der Wende löste sich die Gruppe vorerst auf und startete 1993 ein Comeback. Sie geben wieder Konzerte, vorrangig in den neuen Bundesländern. Kopf der Band ist seit ihrer Gründung der Schlagzeuger Dietmar Ränker, der nach wie vor in Rostock lebt. Die übrigen Bandmitglieder leben in Halle und Berlin. (Quelle: wikipedia)

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Und hier ihr 2. Album, dass damals in der DDR zumindest von dem Musikmagazin „Melodie & Rhythmus“ so ziemlich zerrissen wurde:

Die zweite BERLUC – LP „Hunderttausend Urgewalten“ ist mir rätselhaft. Da hört man von zählebigen BERLUC – Titeln auf vorderen Hitparaden – Plätzen und von Veranstaltern, das sich die Nordbezirksband selbst in der Abgeschiedenheit des Erzgebirges riesiger Beliebtheit erfreut – und legt sich dann mit Vorfreude diese Titelsammlung auf den Plattenteller.
Dank der AMIGA – Veröffentlichung wird man unabhängig von Sendezeit und Veranstaltungsorten, kann in Ruhe den BERLUC – Rock genießen. Und da beginnt dieses rätselhafte. Mal so gehört sind „Bermuda-Dreieck“, „Hunderttausend Urgewalten“ oder „Bernsteinlegende“ recht reizvoll, doch an einem Faden, sprich Plattenlänge, wirkt alles derart uniform und arm an Ideen, das man gar nicht mehr an den Einzelerfolg glauben will.

M+R1982

Die Ausgabe 11/1982

Trotzdem muss ja etwas dran sein an der BERLUC – Musik. Für mich sind es die stimmungsvollen Deutungen der naturwissenschaftlichen Phänomene auf und in unserer Erde, die sich Kurt Demmler einfallen ließ. Sicherlich schlagen sich Experten nicht vor Begeisterung an den Kopf, wenn sie die BERLUC – Bermuda –Dreieck – Variante oder die Bernsteinlegende hören. Doch das ist eine rockmusikalische Freiheit mit Phantasie und Originalität.
Die geschlossene erste Plattenseite unterstreicht die Absicht der Autoren, Naturphänomene auf Rock-Art zu beschreiben. Allerdings sieht das eben nur per Text bzw. auf der Plattenhülle gut aus. Musikalisch passiert da kaum etwas Aufregendes. Vom Sänger bis zum Komponisten, von den Arrangements bis zur Interpretation ist alles durchschaubar, weil von einfachster Machart.
So sind zum Beispiel  die Titel 1 und 3 sowie 2 und 4 in ihrer Grundkonzeption von verblüffender Ähnlichkeit. Eine Erscheinung, die sich auf Plattenseite zwei fortsetzt. Weiterhin fällt auf, das Manfred Kählers Stimme zwar zur Interpretation der Texte geeignet ist, aber sich sehr schnell in einer gepressten, kraftstrotzenden Art erschöpft. Nuancierungen konnte ich nicht heraushören.
Sehr deutlich wird seine Stärke in „Öffne ich mein Fenster“. Kompositorisch besinnlich angelegt, ähnlich wie „Bernsteinlegende“, schleudert einem die Worte förmlich um die Ohren und das, obwohl der instrumentale Part in beiden Titeln verhalten und durchaus feinfühlig wirkt. Trotz dieser kleinen Einschränkung sind für mich die beiden Titel die einzigen musikalischen Farbtupfer dieser Platte.

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Auch wenn es nicht einfach ist, dem Hard Rock – als solch einen Vertreter bewerte ich BERLUC – Abwechslung abzuringen, reichen zaghafte Andeutungen nicht aus. Die Uniformität zerschlägt kleinste Regungen.
Das, was Demmler an textlicher Phantasie einbringt, ziehen die Komponisten Kähler, Stehr und Pöppel über einen Leisten, unterstütz durch die Kollektiv – Arrangements. So sägt der neue Gitarrist Detlef Brauer munter im alten Trott weiter, Schlagzeuger Dietmar Ränker bietet ein bescheidenes Repertoire an Breaks und rhythmischen Finessen an; Keyboarder Alexander Stehr findet auch nur die sattsam bekannten elektronischen Klänge, Bassist Wolfgang Hoffmann spielt brav seinen Bass ohne auch nur einmal aufzufallen.
Damit soll nicht gesagt sein, das BERLUC kaum zur Sache geht oder fad spielt, da fährt schon etwas ab, doch es wird eine Fahrt durch die Einöde. Wenn sich aus musikalischer Sicht Plattenseite eins und zwei kaum unterscheiden, so bietet Seite zwei  immerhin Texte, die sich mit dem Leben und einigen Verhaltensschattierungen beschäftigen. Die beiden letzten Titel  dieser Seiten schreckten mich dann durch einen erhobenen Zeigefinger auf. In „Sind wir allein“ noch verhalten, streckt er sich einem in „Glaube an dich“ förmlich unter die Nase.
„Glaube an dich“ ist ein Mutmacher in der Art, wie ihn unsere erste Rockgeneration zu Zeiten von „Team 4“ oder „Joco Dev“ ausprobiert und später aufgegeben haben. Im Konzert mag so etwas durchaus noch mitreißen, ein Plattenfinale ist es nicht.
Machte mich die erste BERLUC – LP seinerzeit neugierig, so riefen die „Hunderttausend Urgewalten“ eher Skepsis hervor. Das Grundkonzept mag wohl stimmen, doch seine Umsetzung bedarf schon einiger Überlegungen, um nicht plötzlich in einer musikalischen Sackgasse zu geraten, aus der ein schweres Herauskommen ist. Bei aller Freude über eine zweite eigene LP wird auch deutlich, das damit Ansprüche steigen, das Vielseitigkeit, Interpretation und Farbigkeit gefordert sind, und dass auch die Titelauswahl kritisch beleuchtet werden muss. (Stefan Lasch in Melodie & Rhythmus 11 / 1982)

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Also, diesen Zeilen kann ich so gar nie nicht zustimmen. Klar, die Puhdys grinsen jede Minue frech um die Ecke … aber das waren ja auch nicht die schlechtesten Vorbilder … diese wiederum hatten in ihren Anfängen ganz viel Uriah Heep im Ohr (auch nicht von schlechten Eltern zumindest bis 1972 oder so).

Und klar, …an den Texten kann man rummäkeln … oftmals mystisch überhöhtes und zugleich banales Zeug von anderen Welten … hin und wieder ganz nett … aber auf Dauer:

War eine Zeit, da war ein Gott verliebt
in eine Taube, weiß und rein.
Hast sie gejagt, jedoch die Taube flog
in einen Wald ganz tief hinein.
Es war ein Wald, ein alter guter Wald.
Und einen Gast verrät er nie.
Da kam der Gott mit Blitz und Donnerschlag
und goß den Regen über sie.
Ohohohoho, Wald, lieber Wald,
Ohohohoho, mir ist so kalt.
Ohohohoho, Wald, lieber, du,
ohohohoho, du, deck mich zu. … 

(aus „Bernsteinlegende“)

Aber bei der Musik gibt es so gar nichts zu meckern … vorausgesetzt man mag jeden 70er Jahre Hardrock (und ich mag ihn halt noch immer) … mit knackigen Gitarrenriffs- und solos … dass nur die Schwarte so kracht … stampfend-brüllender Rock eben.

Passend dazu der druckvolle Sound … Ha ! Berluc haben einen neuen Fan !

Singles

Die Singles von diesem Album

Besetzung:
Wolfgang Hoffmann (bass)
Manfred Kähler (vocals, guitar)
Gerd Pöppel (guitar bei 01. + 04.)
Dietmar Ränker (drums)
Alexander Stehr (keyboards)
+
Detlef Brauer (guitar bei 07. + 08.)
Uwe Karsten (bass (bei 02. + 03.)

BackCover1

Titel:
01. Hunderttausend Urgewalten (Kähler/Stehr) 3.19
02 Bermuda-Dreieck (Pöppel) 5.18
03. Fliegen vor der Zeit (Stehr/Kähler) 4.38
04. Bernsteinlegende (Üöüüel/Stehr) 6.26
05. Asphalttraum (Kähler) 4.58
06. Öffne ich mein Fenster (Stehr) 6.13
07. Sind wir allein (Kähler) 4.30
08. Glaube an dich (Kähler/Stehr) 3.49

Alle Texte: Kurt Demmler

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Marius Müller-Westernhagen – Stinker (1981)

FrontCover1Mit diesem Album gelang dem Marius Müller-Westernhagen wohl endgültig der kommerzielle Durchbruch:

Sein schauspielerischer Durchbruch gelang Marius Müller-Westernhagen mit dem 1976 gedrehten Film Aufforderung zum Tanz als „Theo Gromberg“. Die Geschichte um die Fernfahrer Gromberg und Goldini (der Italiener Goldini wurde vom späteren Lindenstraßen-Darsteller Guido Gagliardi verkörpert) fand 1980 ihre bedeutend erfolgreichere Fortsetzung im Kino-Film Theo gegen den Rest der Welt. Dieser Film unter der Regie von Peter F. Bringmann wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres und mit fast drei Millionen Zuschauern auch einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Nachkriegsfilme überhaupt. Im selben Jahr erhielt Müller-Westernhagen den Ernst-Lubitsch-Preis für seine darstellerische Leistung. Zu dieser Zeit befand sich Müller-Westernhagen auf dem Höhepunkt seines schauspielerischen Ruhms.

Neben den Musikalben nahm Westernhagen, der in jungen Jahren mehrfach für den Hörfunk als Hörspielsprecher tätig war, Tonträger mit gesprochenen Texten auf, einmal Texte von Wolfgang Borchert, dann das musikalische Märchen Peter und der Wolf und Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten von Francis Poulenc.

Nach zwei weiteren erfolglosen LPs bekam seine musikalische Karriere mit dem 1978 erschienenen Album Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz Aufwind. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Bassisten Lothar Meid, erreichte hohe Verkaufszahlen und verkaufte sich bis heute über 1,5 Millionen Mal.

Als Musiker fiel er zunehmend durch häufig sehr provokante Texte auf. Das gesellschaftskritische[8] Lied Dicke, in dem Westernhagen auf Diskriminierung aufmerksam machen und „den Leuten“ „einen Spiegel vorhalten“ wollte, indem er Beleidigungen, Vorurteile und Klischees aneinanderkettete, wurde von vielen so interpretiert, als wolle er sich diese Ansichten zu eigen und sich über fettleibige Menschen lustig machen, sodass einige Radiosender es nicht spielten. In einem anderen Titel thematisierte er die damalige Hysterie um die RAF-Terroristen (Grüß mir die Genossen). An den massiven Erfolg des Pfefferminz-Albums konnte er einige Jahre nicht mehr anschließen, obwohl die Nachfolge-LPs Sekt oder Selters (1980) und Stinker (1981) kommerziell erfolgreich waren. (Quelle: wikipedia)

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Nach „PFEFFERMINZ“, HALLELUJA und dem grandiosen Neuling IN DEN WAHNSINN gehört STINKER mit zu den besten Alben die Marius je aufgenommen hat. „Ladykiller“, der heute als Klassiker bezeichnet werden darf setzt den Anfang eines aufregenden Werks. Man hört es Marius an das er bei dieser Aufnahme viel Spaß gehabt haben muß. „Das du mich verlässt“ ist noch treibender und härter als der Opener. Mit „Von drüben“ folgt ein weiterer MMW- Klassiker der von einem Ossi handelt der sich nun im Westen aufhält und von dessen Gemühtslage erzählt. So wie bei „Herr D.“ wurden Marius‘ Stimmbänder bestimmt noch nie beansprucht. Er schreit was das Zeug hält und bei diesem Song geht ihm einfach alles und jeder auf die Nerven. Ein Highlight der Platte kommt dann mit dem düsteren Juwel „Sei Stark“, das durch den krassen Text und das stimmige Schlagzeug geprägt wird. „Sex“ kann man mit viel Lärm umschreiben. Ein wenig Gestöhne hier und da dem sich am Ende ein Satz von Marius anschließt indem er selbst sagt das er wohl kein Wort von dem verstanden hat was er da gerade gesungen hat. „Ich liebe dich“ ist eine seiner schönsten Balladen und fügt sich wunderbar in das Album ein. „Rosi“ sowie „Lulu“ rocken wieder was das Zeug hält und hier erkennt man sogar Reggae-Einflüsse. Mit der beste Song des Albums bildet den Abschluß. Das bluesige „Loch in der Tasche“ wurde auch auf den späteren Live-Konzerten zum absoluten Abräumer der jede Halle zum kochen brachte.
STINKER ist ein grandioses sechstes Studioalbum von Westernhagen dessen Gesamtsound härter war als bei allen Alben zuvor. Ich würde sogar behaupten das nur JAJA und IN DEN WAHNSINN annähernd das Tempo dieser fantastischen Platte erreichen können. Die wenigen Balladen sind dafür umso besser, die Texte sind sehr giftig und….wenn ich jetzt nicht aufhöre sitze ich wahrscheinlich noch Morgen hier.  /schreibt da so ein Amazon Kunde …)

Musiker

Erwähnen muss ich noch die illustre Schar der Begleitmusiker und natlich fällt mir da insebesondere Nick Woodland ein … der mit seinem süffigen Gitarrenspiel wahre Veredlungsarbeit geleistet hat.

Und dann sind da noch Lothar Meid, Olaf Kübler, Klaus Voormann und Jimmy Jackson (der hatte schon bei Parrport und Embryo musiziert) !

Single

Die Single zum Album

Besetzung:
Jimmy Jackson (keyboards, percussion)
Olaf Kübler (saxophone)
Lothar Meid (bass, synthesizer)
Marius Müller-Westernhagen (vocals, Percussion)
Charlie Terstappen (drums, percussion)
Alan Than (percussion, drums bei 08.)
Tom Winter (percussion harmonica, background vocals)
Nick Woodland (guitar, percussion, background vocals)
+
Klaus Voormann (bass bei 01., 03. + 07.)
+
background vocals:
Christina Harrison – Gitta Walther

BackCover

Titel:
01. Ladykiller 4.07
02 Daß du mich verlässt 2.29
03. Von drüben 4.49
04. Herr D. 2.55
05. Sei stark 4.51
06. Sex 2.54
07. Ich liebe dich 2.57
08. Rosi 5.46
09. Lulu 3.41
10. Ein Loch in der Tasche 3.51

Musik und Texte: Marius Müller-Westernhagen

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Stefan Waggershausen – Fang mich auf (1981)

FrontCover1Auch oder noch so ein Liedermacher, der uns seit den 70er Jahren mit seinen z.T. durchaus nachdenkenswerten Texten unterhalten will:

Stefan Waggershausen (* 20. Februar 1949 in Friedrichshafen) ist ein deutscher

1971 zog Stefan Waggershausen nach Berlin. Während seines Studiums komponierte er seine ersten Songs und arbeitete als Regieassistent. Er machte seine ersten TV-Musiken, nach drei Jahren erschien das Plattendebüt „Traumtanzzeit“ (1974). Ab 1976 arbeitete Waggershausen beim Sender Freies Berlin und RIAS als Radiomoderator. Nebenbei entstanden bis dato unveröffentlichte Kompositionen und Produktionen mit verschiedenen Musikern.

1980 nahm Waggershausen mit dem Titel Verzeih’n Sie, Madame an der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil. Nach der Abstimmung belegte er einen vierten Platz. 1981 erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis der deutschen Phonoakademie als „Künstler des Jahres“. „Hallo Engel“ wurde mit der Goldenen Europa ausgezeichnet. Im Oktober 1981 erschien „Fang mich auf“, ein Album über Verlierer und Unabhängige, melancholisch und ironisch. Im Winter folgte der erste große Liveauftritt bei „Rock Pop in Concert“ (ZDF), neben Chris de Burgh, Randy Newman und Sally Oldfield. (Quelle: wikipedia)

StefanWaggershausen

Soweit zu den Anfängen des Stefan Waggershausen … es folgten viele, viele Jahre des Erfolges und er ist bis heute aktiv.

Dieses Album ist ein durchaus bemerkenswertes Album, wenngleich man wieder mal diese thematische Einseitigkeit beklagen muss:

Den größten Raum nehmen allerdings Liebes- und Beziehungsgeschichten ein, und auch da entwirft Waggershausen ganz eigene, originelle und oft ungewöhnliche Bilder. „Der Teufel schaut mir über die Schulter“ (1982) beschreibt die Gedanken eines von der Liebsten verlassenen Lebensmüden, der Nachts am Rande eines Hotelbalkons steht, und „Fang mich auf“ (mit einer großartigem Saxiophon-Spiel von Eddy Taylor; Anmerkung vom Riffmaster) sind atmosphärisch überaus dichte Varianten des ewigen Themas vom Sehnen und Verlassenwerden(Quelle: laut.de)

Seite eins ist irgendwie überzeugender und über die Musiker (darunter Curt Cress und Dave King) braucht man gleich gar nicht zu meckern.

Gewünscht hätte ich mir allerdings wieder mal eine größere thematische Bandbreite, denn das Leben kennt eben nicht nur Liebe, Triebe und Liebesleid . ..

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Besetzung:
Udo Arndt (guitar)
Mats Björklund (guitar)
Curt Cress (drums, percussion)
Chris Evans (drums, percussion)
Günther Gebauer (bass)
Thomas Glanz (keyboards)
Reinhold Heil (keyboards)
Dave King (bass)
Billy Lang (guitar)
H.D. Lorenz (bass)
Mario Schultz (guitar)
Eddy Taylor (saxophone)
Stefan Waggershausen (vocals, guitar)
Anke Wendlandt (background vocals)

BackCover1

Titel:
01. Es geht mir gut (Waggertshausen) 3:17
02. Und der Teufel schaut mir über die Schulter (Waggertshausen) 4.56
03. Bitte zeig nicht mit deinem Finger auf mich (Waggertshausen/Arndt) 4.25
04. Panamamond (Waggertshausen) 4.50
05. Der Blues kam heimlich (Waggertshausen) 4.04
06. Fang mich auf (Waggertshausen) 5.19
07. Danke schön (Waggertshausen) 3.31
08. Früher war alles viel früher (Waggertshausen/Schultz) 4.10
09. Tut mir leid, war nur ein Irrtum (Waggertshausen/Heil/Arndt) 3.32
10. Pepperland 81 (Waggertshausen/Arndt) 5.25

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Martha Argerich + Symphonie-Orchester des Bayerischen Rundfunks – Klavierkonzert Nr. 1 (Tchaikovsky) (Hommage à Kirill Kondrashin) (1982)

FrontCover1Für mich ist das Klavierkonzert Nr. (b-Moll op. 23) von Peter Ilyich Tschaikovsky das beste Klavierkonzert der klassischen Musik. Und hier ein bisschen Werkgeschichte:

Das 1. Klavierkonzert op. 23 in b-Moll von Pjotr Iljitsch Tschaikowski entstand 1874 und wurde 1875 in Boston mit Hans von Bülow am Klavier uraufgeführt, dem das Konzert auch gewidmet ist.

 

Ursprünglich wollte Tschaikowski das Klavierkonzert seinem Freund und Mentor Nikolai Rubinstein widmen, dem er viel zu verdanken hatte, hatte dieser ihm doch nicht nur eine musikalische Ausbildung ermöglicht, sondern dem mittellosen Tschaikowski auch ein paar Jahre kostenlos Logis und Verpflegung geboten. Doch als er es Rubinstein am Klavier vorspielte, äußerte dieser lediglich maßlose Kritik und Verachtung, hielt das Werk für unrettbar, riet Tschaikowski aber schließlich, es gründlich umzuarbeiten. Rubinsteins Reaktion ging Tschaikowski so sehr zu Herzen, dass er sich noch Jahre später in einem Brief an seine Gönnerin Nadeschda von Meck (1831–1894) mit Entsetzen an diese Szene erinnerte:

 

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Peter Ilyich Tschaikovsky

„Ich spielte den ersten Satz. Nicht ein Wort, nicht eine Bemerkung … Ich fand die Kraft, das Konzert ganz durchzuspielen. Weiterhin Schweigen. ,Nun?‘ fragte ich, als ich mich vom Klavier erhob. Da ergoss sich ein Strom von Worten aus Rubinsteins Mund. Sanft zunächst, wie wenn er Kraft sammeln wollte, und schließlich ausbrechend mit der Gewalt des Jupiter Tonans. Mein Konzert sei wertlos, völlig unspielbar. Die Passagen seien so bruchstückhaft, unzusammenhängend und armselig komponiert, dass es nicht einmal mit Verbesserungen getan sei. Die Komposition selbst sei schlecht, trivial, vulgär. Hier und da hätte ich von anderen stibitzt. Ein oder zwei Seiten vielleicht seien wert, gerettet zu werden; das Übrige müsse vernichtet oder völlig neu komponiert werden.“

 

Tschaikowski änderte an dem Konzert nicht eine Note, sondern schickte es dem Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow mit der Bitte zu, sich ein Urteil zu bilden. Dieser hatte an dem Konzert nichts auszusetzen und antwortete dem Komponisten: „Ich bin stolz auf die Ehre, die Sie mir mit der Widmung dieses herrlichen Kunstwerkes erwiesen haben, das hinreißend in jeder Hinsicht ist.“ Anschließend ließ er es vom Orchester einstudieren und saß bei der Uraufführung 1875 in Boston persönlich am Klavier. Zu wahrem Erfolg verhalf ihm dann doch noch Rubinstein, der seine Meinung zu dem Werk geändert hatte und 1878 eine legendäre Aufführung in Paris gab. Von dort trat das Werk einen regelrechten Siegeszug an; es wurde zu dem am häufigsten eingespielten Klavierkonzert überhaupt und wird darin bis heute von keinem anderen Konzert übertroffen. (Quelle: Wikipedia)

Dier hier nun vorliegende Interpreation (ein Livemitschnitt), erhielt den Schallplattenpreis der Phonoakademie (den kriegt man ja auch nicht so nebenbei) und die ausführende Pianistin ist Martha Argerich:

Martha Argerich (* 5. Juni 1941 in Buenos Aires) ist eine schweizerisch-argentinische Pianistin.

 

Argerichs mütterliche Familie war wegen ihrer jüdischen Herkunft aus dem russischen Zarenreich nach Argentinien emigriert. Dort lebte sie in einer Siedlung, die der Baron Hirsch gefördert hatte.

Bereits als dreijähriges Kind erhielt sie den ersten Unterricht in Buenos Aires beim italienisch-argentinischen Pianisten und Klavierpädagogen Vicente Scaramuzza und

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Martha Argerich

debütierte dort im Jahr 1949 als Siebenjährige mit Beethovens 1. Klavierkonzert zusammen mit dem Orquesta Sinfónica de Radio El Mjundo unter der Leitung von Alberto Castellanos. Im Jahr 1955 kam sie mit ihrer Familie nach Europa und setzte ihr Studium in Wien bei Friedrich Gulda fort. Der argentinische Präsident Juan Perón unterstützte diese Entscheidung dadurch, dass er ihren Eltern Posten an der argentinischen Botschaft in Wien verschaffte. Im Jahr 1957 gewann sie den Ersten Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb Ferruccio Busoni in Bozen.

 

Im Alter von etwa zwanzig Jahren, nach der Geburt ihrer ersten Tochter, der heutigen Bratschistin Lyda Chen, geriet sie in eine Lebenskrise, die bewirkte, dass sie sich vollständig aus dem Konzertbetrieb zurückzog. Erst im Jahr 1964 gelang es, u. a. auch durch die Intervention ihres Lehrers Stefan Askenase, dass sie sich wieder der Öffentlichkeit zeigte. Im Jahr 1965 wurde sie durch den Gewinn des 1. Preises beim Internationalen Chopin-Wettbewerb weltbekannt.

Sie ist engagiert in der Förderung junger Klaviertalente und beteiligt sich als Jurorin bei wichtigen Wettbewerben. So war sie lange Zeit Mitglied der Jury des Chopin-Wettbewerbs, bei dem sie im Jahr 1980 für Furore sorgte, als Ivo Pogorelich – den sie als Genie bezeichnete – bereits nach der dritten Runde ausschied und sie sich daraufhin aus Protest weigerte, weiterhin der Jury anzugehören.

Im Jahr 2002 entstand unter der Regie von Georges Gachot ein Dokumentarfilm über sie; einen weiteren veröffentlichte ihre jüngste Tochter im Jahr 2013.

Etwa seit 2004 konzentriert sie sich verstärkt auf Kammermusik. Sie tritt zudem seit langer Zeit nicht mehr allein im Rahmen eines Klavierabends auf, sondern als Solistin in Klavierkonzerten oder mit anderen Musikern wie etwa Nelson Freire, Gabriela Montero, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Mauricio Vallina oder ihrer langjährigen Duo-Partnerin Lilya Zilberstein. Sie führt seit 2002 sein Festival „Progetto Martha Argerich“ in Lugano.

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Martha Argerich mit dem Dirigenten Claudio Abbado

Im Jahr 2005 erhielt sie die Auszeichnung Praemium Imperiale, den „Nobelpreis der Künste“. Im Jahr 2014 wurde sie mit dem ECHO Klassik in der Kategorie Konzerteinspielung des Jahres (Klavier) mit dem Orchestra Mozart Bologna unter Claudio Abbado für Mozarts Klavierkonzerte 20 & 25 ausgezeichnet.

 

Argerich ist für ihr temperamentvolles Spiel bekannt. Viele ihrer Interpretationen sind mittlerweile legendär; dazu gehören das 3. Klavierkonzert in d-Moll von Rachmaninow oder das 1. Klavierkonzert in b-Moll von Tschaikowski.
Persönliches
Argerich war bislang zweimal verheiratet. Zuerst heiratete sie den Dirigenten und Komponisten Robert Chen, mit dem sie eine Tochter, die Violinistin Lyda Chen-Argerich, hat. 1964 ließ sie sich von Chen scheiden. Von 1969 bis 1973 war sie mit dem Schweizer Dirigenten Charles Dutoit verheiratet, mit dem sie ihre zweite Tochter Annie Dutoit hatte. Aus ihrer Beziehung mit dem US-amerikanischen Pianisten und Dirigenten Stephen Kovacevich entstammt ihre dritte Tochter Stephanie Argerich-Blagojevic. (Quelle: Wikipedia)

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Martha Argerich

Und scheinbar war es der Pianistin eine Herzensangelegenheit, dass sie dieses Album mit „Hommage à Kirill Kondrashin“ überschreiben ließ, und der Grund ist eigentlich ein sehr trauriger:

 

Kirill Petrowitsch Kondraschin ( * 21. Februarjul./ 6. März 1914greg. in Moskau; † 8. März 1981 in Amsterdam) war ein russischer Dirigent.

 

Kondraschin entstammte einer Musikerfamilie. Er studierte von 1932 bis 1936 am Moskauer Konservatorium. Von 1938 bis 1943 war er 1. Kapellmeister am Maly-Operntheater in Leningrad, anschließend wirkte er 13 Jahre in verschiedenen Funktionen am Moskauer Bolschoi-Theater. Von 1956 an war er einer der Chefdirigenten der Moskauer Philharmoniker, von 1960 bis 1976 deren künstlerischer Direktor. In den 60er Jahren hat er verschiedene Werke seines Freundes Dmitri D. Schostakowitsch uraufgeführt, u.a. dessen Symphonien Nr. 4, Nr. 12 und Nr. 13 sowie das 2. Violinkonzert. 1979 bat er während einer Tournee in den Niederlanden um politisches Asyl.

Kirill Kondrashin

Kirill Kondrashin

Beim Concertgebouw-Orchester wirkte er fortan als 2. Chefdirigent neben Bernard Haitink. 1981 wurde er zum Chefdirigenten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks designiert, starb aber überraschend, bevor er dieses Amt antreten konnte. (Quelle: wikipedia)

Und jetzt gibt´s eigentlich nur eins: Man höre sich dieses Meisterwerk der Klassik an und zwar – soweit geh ich jetzt mal – mit einer Referenzaufnahme.

Bedeutung

Besetzung:
Martha Argerich (piano)
+
Symphonie-Orchester Des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Kirill Kondrashin

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Titel:

Klavierkonzert Nr. 1 b-moll Op. 23:
01. Allegro Non Troppo E Molto Maestoso – Allegro Con Spirito 19.08
02. Andantino Simplice – Prestissimo – Tempo I 6.22
03. Allegro Con Fuoco 6.34

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Ludwig Güttler mit dem Leipziger Bach Collegium – Stradella … (1985)

FrontCover1Für mich einer der bedeutendsten Trompetenspieler der Gegenwart.

Ludwig Güttler, OBE (* 13. Juni 1943 in Sosa im Erzgebirge) ist ein deutscher Trompeter und Dirigent. Er gilt als einer der weltweit führenden Trompeten-Virtuosen.
Nach seinem Studium bei Armin Männel an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig waren die Stationen seiner Laufbahn zwischen 1965 und 1990 das Händel-Festspiel-Orchester in Halle (Saale) (1965–1969), die Dresdner Philharmonie (1969–1980) und die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, wo er eine ordentliche Professur für Trompete innehatte. Daneben unterrichtete er beim jährlich stattfindenden Internationalen Musikseminar in Weimar.
Seit Mitte der 1970er Jahre ist Güttler überwiegend als Solist und später auch Dirigent im In- und Ausland tätig, wobei er sich hauptsächlich der Trompetenliteratur des 18. Jahrhunderts widmet: sein besonderer Arbeitsschwerpunkt ist die hochgestimmte Piccolotrompete für die Wiedergabe von Partien für die eigentliche Barocktrompete. Ferner war er an der Entwicklung eines modernen Blechblasinstrumentes beteiligt, das zur Wiedergabe von Partien für das historische Corno da caccia dienen sollte. Hergestellt wurde das Instrument durch den Blechblasinstrumentenbaumeister Friedbert Syhre in Leipzig.

Güttler spielte zusammen mit dem Neuen Bachischen Collegium Musicum unter Max Pommer zahlreiche Trompetenkonzerte ein, auch mit seinem langjährigen Orgel- und Cembalopartner Friedrich Kircheis verbindet ihn eine erfolgreiche Zusammenarbeit und Konzerttätigkeit. Eine große Zahl von Schallplatteneinspielungen Güttlers entstanden bei Eterna, viele in Koproduktion mit „Capriccio“, nach 1990 dann bei Berlin Classics und neuerdings auch bei Carus.
Güttler gründete 1976 das Leipziger Bach-Collegium, 1978 das Blechbläserensemble Ludwig Güttler und 1985 das Kammerorchester Virtuosi Saxoniae, dessen Leiter er ist. Außerdem ist er musikalischer Leiter der Festivals „Sandstein und Musik“ in der Sächsischen Schweiz und der „Musikwoche Hitzacker“.
Güttler ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. (Quelle: wikipedia)

Das Leipziger Bach-Collegium ist das älteste der von Ludwig Güttler gegründeten Ensembles. 1976 gebildet, stellen in diesem Orchester Trompete und Corno da caccia ihre Virtuosität in den Dienst der Kammermusik. Von Anfang an stand das Ansinnen im Mittelpunkt, sich mit dem heute gebräuchlichen Instrumentarium den historischen Spielweisen und Klangfarben zu nähern. Das Repertoire des Ensembles konzentriert sich dabei auf die Zeit Johann Sebastian Bachs, greift aber auch Werke der Frühklassik auf. Meist richtet sich der Blick dabei auf in Vergessenheit geratenes Erbe aus dieser Epoche. In der Regel in der Besetzung Trompete/Corno da caccia, Flöte, Oboe/Oboe d’amore, Violine, Violoncello, Kontrabass, Cembalo — und gerne auch mit Sängern —  musizierend, will das Bach-Collegium in seinen Konzerten aufzeigen, dass und wie die Musik jener Zeit „Freiheit des spielenden Geistes“ ist. (Selbstdarstellung)

Und da hat der Güttler wieder mal ganz tief in der Musikliteratur der Barockzeit gegraben … die meisten der Komponisten sind mir noch nie untergekommen und …

… was einem da entgegenschallt ist von einer großartigen Brillianz.
Aufgenommen 1981 im Studio Paul-Gerhardt-Kirche, Leipzig
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Besetzung:
Walter Heinz Bernstein (Cembalo, organ)
Achim Beyer (bassoon)
Ludwig Güttler (trumpet)
Klaus-Peter Gütz (oboe)
Eberhard Palm (violin)
Siegfried Pank (cello, viola)
Karl-Heinz Passin (flute)
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Titel:

Alessandro Stradella:
01  Sinfonia zur Serenade „Il Barcheggio“ (Teil 2) 7.01

Gottfried Finger:
02. Sonata für Trompete 7.41

Arcangelo Corelli:
03. Sonata für Trompete 6.37
(Grave – Allegro – Grave – Allegro – Allegro)

Giovanni Legrenzi:
04. Sonata „La Buscha“ 4.46
(Allegro – Adagio – Allegro – Adagio – Allegro)

Georg Philipp Telemann:
05. Konzert für Trompete 14.08
(Largo – Vivace – Siciliano – Vivace)

Domenico Gabrielli:
06. Sonata Nr. 4 für Trompete 6.26
(Allegro – Largo – Allegro – Largo – Presto)

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